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23/12/1916 Erstes Blatt
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Nr. 502

Cfeftcser A«zeH«

«scheint täqüch, arrtz« I^nnt«gS. - Beilagen:

S'etzen« ZEÜi<«blatt«; Lreisblatt

für »e« «r«<r Siehe«.

Sezvzrpreis: morrail. SO '$., viertel- iährl. Btt. 2.S5. durch Abhote- u. Zweigstellen monotf. 80 Ps.- durch die'VoftMk.L 45 viertel- fährt. ausschl. Besten-, Ferrrsprech - Anschlüsse: iur dieSchristleitungllL Verlag.GeschLstsstelleül Anschrist für Drabtnach- richten: Anzeiger Siehe«.

166. Jahrgang

Samstag. 23. Dezember 19J6

peffscheckkonts:

§ranfs«r 1 «.m. 11686

General-Anzeiger für Oberhe

Vmttvertehr: Sewerbebant Siehe«

3wil1ing;ninddnick u. Verlag: vriHl'sche Univ.-Such- u. Steindnlckerei R. Lange. Schriftleitung. SefchSftsftrkle a. Druckerei: Schulftr. 7 .

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k. die Laqesrnlmmer bis -.um Nachmittag vorher. ZellenpreK, f. örtlich 2V M.. mietunqen u. Stellenge­suche 15Pf., auswä rtS 25 Pf., b Platzvorschrtft 30 Pi., Reklamen 75 Pi^ bei Platzvorschrist 20 Pf. Hauptschriitleüer: Auq. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. vioetz. Stadt uii> Land, Vermischtes n.Äe-> richtsjaal: Fr- R. Zenz., Anzeigenteil: p. Beck,

sämtlich in Gießen.

Ariegsweihnachten!

Gie^n, 23. Dezember.

x. waz ich nicht zu streben, woher die

holoe Nachricht tcmttß diese nicht so sehr bekannte Erg,äw- zrwtz ernes abgedroschenen und oft mif Triviales arrgewew- Eeu^Fanstwortes bewegt uns heute bis ins Innerste.

y2t* ^ sehnsuchtsvollem Herzen genannt und vEeschlagen worden; er hat süßen Wohllaut der Flöte entlE, aber ,chcr§ Gcho. des Berges" ist nicht wach geworden, ruu> dre Andern haben ihm hartherzig den Weg gesperrt. Wrr waren skeptisch, hatten aber nicht unter allen llmstän- den recht behalten wollen. Jetzt lesen wir indessen, bevor dre ogftzsElle Antwort unserer Feinde eingelaufen ist, in eurem ruhig und gemessen die Dinge betrachtenden Blatte wie dem BernerBunde":Das Friedensangebot der Zen- ^chduachte mnß als glatt abgelehnt angesehen werden.

Selbst wenn man noch in Verhandlungen über die Bedin-

^ .." der so

beiden

wird nämlich den andern in irgend einer Weise über trurnpfen, wird dessen Wirkungen alsbald abznschwächen suchen und etwa Versäumtes sich zunutze machen.

Doch die Glocken läuten auch in dieser Kriegs Weihnacht Wenn nicht znm Weltfrieden, so doch zur Tröstung der Menschenherzen. Das physikalische Gesetz von der Erhal­tung der Kraft gilt auch für die Menschheitstriebe, und wir dürfen aus der Hartnäckigkeit der furchtbaren Völkerkampfe nicht folgern, daß Liebe und Friede aus der Welt verscheucht worden seien. Ihre Integrität und Unabhängigkeit bleibt unangetastet, auch wenn sie in stille Gärten und Winkel zurückgezogen erscheinen. Und wir hassen und fluchen nicht bei der Wiederholung des herrlichen Wortes der Leiden­schaft:Wenn aus dem schrecklichen Gewühle ein süß be­kannter Ton mich zog" . . .

grrngen der Zentralmäckte einträte, ist angesichts auseinand erstreb enden

wett ausernarrd erstreb enden Auffassungen in den Lagern an eine Einigung gar nicht zu denken.

Da scheint die tröstliche Wechnachtsbokschaft hinter schweren Wolken von uns abgeschlossen zu bleiben. Freude wöä> uns nicht verkündigt, es bleibt Krieg, ja, und es ist ur^,^als hätte unser grimmigster Gegner England mit dem C^rstengel in lichter Höhe eine rauhe Auseinandersetzung gchabt und seine Stimme mit Zorngeschrei übertönt. Uns bleibt daher der Völker friede einstweilen vorenthalten, allein England und seine Verbündeten, soweit sie in dasselbe Horn wie Llnhd George stoßen, sind rächt die Menschheit, und wrr finden, in dieser Stunde an frommen Klang von Jugend auf gewöhnt, dennoch einen Aufblick in die lichten tzöhe«, aus denen die Weissagung für die Menschen her niederging, die mcrn niemals in einem engen^ wortklaube- rischen und beschrankten Sinne aufzunehmen hatte. Denn, neben Licht ist Schatten, beide gehen nebeneinander her, und neben Friedeil ist Krieg.

Das Wechnachtsfest geht diesmal nicht vorüber, ohne datz nach dem Stern Bethlehems gesucht wird. Es ist etwas Tröstliches in der Tatsache, daß diegute, fromme Mär" noch gehört wird, auch wenn sie sich nicht erfüllt und der rnörderische Krieg das Denken und Tim der Erdgeborenen vorwiegend in Anspruch nimmt. Der Friede ist nicht aus- geßborben in der Welt, er wird einst wiederkommen das sagen uns alle die Erörterungen, die jetzt gepflogen werden, und die Könige aus dem Morgenlande waren und sind be- «it, anrubeten, wenn auch über dem Ziel des Krieges und Friedens noch kern Stern des Erkerrnens sichtbar wiü>.

Gestern ist ein neuer Ruf nach Frieden ertönt. Auch dieNeue Welt", die dem Krieg die Waffen geschlissen, die ihn dadurch! künstlich verlängert hat, trägt Friedens- sehnsucht. Präsident Wilson beschert uns eine Botschaft, aber hierzu fehlt uns vollends der Glaube. Wir wollen rächt so unhöflich sein, nach dem unseren Vorschlägen gegen­über gegebenen Borbilde unserer Feirrde zu sagen, daß er heuchele. Wir kennen heute auch den Wortlaut seiner Note. Amerika, so sagt er, wird durch den Krieg immer mehr in Mit­leidenschaft gezogen und treibt näher an den Rand des Krie­ges. Darum sei eine Klärung erwünscht. Ist dies nach irgend einer Seite hin eine Warnung oder Drohung? Wo die Sympathien Wilsons sind, ist uns nicht zweifelhaft. Darum ist oft gesagt worden, ein Friede von Amerikas Vermitt- lung oder Aufdrängung werde uns nicht nützlich sein. Der Verdacht wird neu bestätigt durch des PräsidentenFest­stellung", daß die Ziele, welche die Kriegführenden auf beiden Seiten im Sinne hätten, im Grunde genommen dieselben seien, nämlich die Rechte und Privilegien schwacher Völker und der lleinen Staaten gegen Uebergriffe zu sichern. Wahrhaftig, das war das deutsche Kriegsziel nicht, vielmehr haben die Engländer dieses Ziel an­geblich verfolgt. So sehr Deutschland die Rechte der kleineren Staaten am Herzen liegen es hat diesen Krieg nur für seinen Schutz, seine ^istenz, ausgenommen, es führt, wie von amtlicher Stelle oft genug gesagt worden ist, nur einen Verteidigungskrieg. Dem entsprechend werden unsere Friedensbedingungen aufgestellt werden. Denkt Wilson einzig an die Wiederherstellung jener kleinen Staaten, die unter der Führung unserer Feinde und im Bündnis mit ihnen unserem Verteidigungskrieg sich in den Weg gestellt haben? Dann wünscht er den Sieg Englands! Sein Vorschlag wird jedoch von unserem friedliebenden Kanzleramte sicher sorgfältig in Erwägung gezogen und nicht ohne weiteres äbgewiesen werden. Freilich, die Er- sohrungen, die wir mit unserem eigenen Friedensvor­schlag gemacht haben, werden uns den Weg weisen müssen, llnd wrr werden mit erhöhtem Interesse zuerst die Ant­wort .unserer Gegner abwarten Wilsons Anregung gibt uns das Recht, zu verlangen, daß die Zumutung an uns unter­bleibt, als erste der Kriegführenden die Friedensbedin- gungen zu nennen und zu veröffentlichen. Wird der Vor­schlag der Mittelmächte rundweg abgelehnt, so haben Wil­sons Absichten keinerlei Aussicht auf Erfolg, denn dann ist England, wie es heute schon in seiner Presse aus die Wilson- sche Weih nachts botschaft kundtut, entschlossen, bis zur kriege­rischen Entscheidung weiterzukämpfen. Die unfreundlichen, abweisenden Töne der Londoner Zeitungen, die sich gegen den amerikanischen Vorschlag richten und in denen sich der Geist des neuen Diktators spiegelt, geben wenig Hoffnung. Fällt die Antwort auf unsere Note jedoch gelinder aus, ckls crnzunehmen ist, so könnte Unseres Erachtens Dentschf- . land im besten Falle sich dazu verstehen, daß eine be- sämnrte Frist vereinbart würde, in der alle kriegführenden Mächte gleichzeitig ihre Bedingungen bekannt ge ben, unter denen Friede zu machen sie geneigt wären. Denn wer zuerst in einer Streitfrage spricht und dem Ggner das kritische Schlußwort überläßt, ist inrmer im Nachteil. Dieser

/cw Großes Hauptquartier, 22.Dezember.

(Amtlich.)

W e st l i ch c r Kriegsschauplatz.

Nahe der Küste, im Sommegcbiet und auf dem Qlufer der Maas war die Artillcrietätigkcit in den Nach- mrttagsstunden gesteigert.

An Der User wurde ein belgischer Posten aufgehoben.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Front des Gencralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

^ Längs der Düna und am S to ch o d hielt das nffsische Artrllenefeuer längere Zeit an. Der Vorstoß von zwei feind­lichen Kompagnien südöstlich von Riga wurde äbgewiesen.

Nordwestlich von Zalocze drangen deutsche Stoß- nmpps ln die beiden vorderen Stellungen und in das Dorf Wyzyn ein und kehrten nach Sprengung von vier Minen­werfern und 34 Gefangenen und zwei Maschinengewehren zuruck.

Front des G e n e r a l o b e r st e n Erzherzog Joses.

ß m i Nachtangriffe des Gegners am Efielemel lllörd- lrch des Trotosul-Tales) scheiterten. "

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

_ In der großen Walachei hot sich die Lage nicht qe- alldert.

Die Dob rud sch a-Armee machte Forffchritte nahm den Russen 900 Gefangene ab.

Mazedonische Front.

An der Struma Patrouillen-Geplänkcl.

Der Erste Generalguartiermeister L u d e n d o r f f.

und

Der Abendbericht.

Berlin, 22. Dez., abends. (WTV. Amtlich.) retncv Front sind bisher besondere Ereignisse gemeldet.

Von

Wien 22. Dez. tWTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. Dezember 1916.

Orstlicher Kriegsschauplatz. Heeresgrupve des Gcneralfeldmarschalls von Mackensen.

Keine Ereignisse von Belang.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.

Beiderseits des Trotus-Tales erfolglose ftindliche Unternehmungen.

Heeresfront desGeneralfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern.

Deutsche Truppen stießen durch zwei feindliche Stellun­gen bei Zwyzyn und kehrten mit Beute und Gefangenen zurück.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Die Note wilsonr.

Dez. (WTB. Amtli-ch.) Ter amerikanische Ge- G r e w überreichte gestern abend deni Staats- Note, die in deutscher

eme

Berlin, 22. schäststräger I. C. sekretär 'des Ausinär 1 i< 7 en Amtes Uebersetznng wie folgt kautet

Berlin, 21. Dezember.

Eurer Exzelünz beehre ich näch mitzuteilen, daß der Präsi­dent der Vereinigten Staaten mir Weisung gegeben Ult, ch-urch Vermittlung Eurer Exzellenz bei der kaiserlick deutschen Regrernng ein Verfahren nät B^ng ans den ge ge n w ä r t i g e m Krieg in Anregung zu bringen. Der Präsident hofft, daß die kaiserlich deutsche Regierung es in Erwägung ziehen werde als eine Anregung, die in freundschaftlichster Gefinnnng gemacht ist und zwar nicht nur von einenr Freunde, sondern z-^leich van dem Vertreter einer nentvalen Naäon, deren Interessen durch den Krieg ernstlichst in Mitleidenschaft gezogen worden lind und deren Interesse an einer baldigen Beendigung des Krieges sich daraus ergibt, daß sie offenkulldig genöägt wäre, Be- sämmungcu über den bestmöglichsten Schutz ihrer In­teressen zu treffen, falls der Krieg fortdauern sollte.

Der Präsident hat sich schon lange mit deni Gedanken ge­tragen, den Vorschlag, den ich Weisung habe zu übernätteln, zu machen. Er macht ich: im gegenwärtigen Ariggndlick nicht ohne eure

gewisse Verlegenheit, weil es jetzt den Anschein erroecken könnte, als sei er angeregt von dem Wunsche, im Zkusamnüenhang mit dem jüngsten Vorschlag der Zentralmächte emv Rolle zu spielen. Tatsächlich ist der ursprünglich: Gedanke des Präsidenten in keiner Weise auf diese Sänitte zurüchusühren, vrrd der Präsident hätte mit seinem Vorschlag geivrartztt, bis diese! Vorschläge unabhängig davon beantwortet worden wären, wenn seine Anregung nicht auch die Frage des Friedens be-, träfe, die am besten im Zusammenhang mit anderen dahinzre1«r- den Vorschlägen erörteft wird. Ter Präsident bittet nur, daß seine Anregung allein nach ihrem eigenen Werte und so beurteil^ werde, als wäre sie unter anderen Verhältnisserr geinacht worden.

Der Präsident regt an, daß baldigst Gelegenheit gettontmat werde, von allen jetzt kriegführenden Staaten ihre Ansichten über, die Bedingungen M erfahren, ^imter denen der Krieg zum Abschluß gebracht werden tonnte, und über die Vorkehrungen, die gegen eine Wiederholung des Krieges oder Ent- fachung irgend eines ähnlichen 5boufliktes tu Zukunft eine zu­friedenstellende Bürgschaft leisten könnten, so daß sich die Möglichkeit biete, sie offen zu vergleichen. Dem Präsiderr- teil ist die Wahl der zur Erreichung dieses Zieles geeignetenj Mittel gleich. Er ist gerne bereit, zur Erreichung dieses Zweckes in jeder annehmbaren Weise seinerseits dienlich zu sein, oder sogar die Initiative zu ergreifen. Er' wünscht jedoch nicht, die Art und Weise uird die Mittel zu bestimmen, jeder) Tag tvird i£jnt genehm sein, wenn nur das große Ziel, das er im Auge hat, erreicht wird.

Der Präsident nimmt sich die Freiheit, daraus hiNzuweisen, daß die Ziele, Idie die Staatsmänner beider kriegsührenoein Parteien in diesem Kriege im Auge haben dem Wesen nach die gleichen sind. Sie haben sie ja in allgemÄn^u Worten) ihren eigenen Völkern uno der Welt kundgegeben. Beide Parteien' wünschen für die Zukunft, das Recht und die Freiheiten schwacher Völker und kleiner Staaten ebenso gegen die Un­terdrückung oder Vernichtung gesichert zu sehen, wie die Rechte und Freiheiten der großen mächtigen Staaten, die jetzt Ktieg! führen. Jeder wünscht, sich neben allen andern Nationen und Völkern in Zukunft gesichert zu sehen gegen eine Wiederholung des Krieges wie den gegenwärtigen, sowie gegen Angriffe und eigen-« nützige Störungen jeder Art. Jeder glaubt, der Bildurig weiterer gegnerischer Vereinigungen, die unter wachsendem Argwohn ein unsicheres Gleichgewicht der Machte herbeiführen würde, mit Miß- tralien entgegensehen zu sollen. Aber jeber,ist bereit, die Bildimg einer Liga v-ön Nationen in Erwagmrg M ziehen, die Frieden und Gerechtigkeit in der ganzen Well gewährleistet. Che jedoch dieser letzte Schritt getan werden kann, halt jide Partei es für notwendig, zunächst die mit dein gegenwärtigen Krieg verknüpften Fragen unter Bedingungen zu lösen, die die Unabhängigkeit und territoriale Integrität smvie die polittsche unÖ wirtschaftliche Freiheit der an dem Kriege beteiligten Nattonenj sicher gewährleisten.

Volk irnd Regierung der Bereinigten Staaten haben an de» Maßnahinen, die in Zukunft den Frieden der Well ftck>erstrQe» sollen, ein ebenso dringendes wie un mittelbareD Interesse, wie die jetzt im Kriege beftndlichen Rsgicrungrn. Ihr Interesse an den Maßnahmen, die ergriffen werden sollten, die lleineren und schwächeren Völker der Welt vor Gefahrsr- der Zufügung eines Unrechts und der Vergewalttgung zu schützen, ist ebenso lebhaft und brerrnend, wie das irgend eines anderen Volles, oder einer anderen Regierung. Das amerikanische Voll und die Regierrmg sind bereit, ja sie sehnen sich danach, nach der Be-, endigung des Krieges bei der Erreichung dieses Zieles mitzuwirken, aber der Krieg muß erst beendet sein. Tic Vereinigten Staaten müssen es sich, versagen, Bedirigungen vorzuschlagen, aus Grund deren der Krieg beendigt werden soll, aber der Präsident sieht es als sein Recht und seine Pflicht an, das Interesse der Vereinigten Staaten an der Beendigung des Krieges darzutun, damit es nichit ernst zu spät ist, die großen Ziele, die sich! nach der Beendigung des Krieges auftun, zu er­reichen, damit nicht die Lage der neutralen Staaten, die jetzt schon äußerst schwer zu ertragen ist, ganz un­erträglich! wird und damit vor allem nicht die Zivilisation erneu nicht zu rechtfertigerrden, nicht wieder gut zu machenden Schaden erleidet. Der Präsident suhlt sich, daher durchaus gerechtfertigt, wenu^ er eine alsbaldige Gelegenheit zum Mcinungsaus- tausch, über die B e d i n g u it g e n anregt, die schließlichen Vereinbarungen für den Weltfrieden vorausgehen müssen und, wie jedermann wünscht, bei denen die neutralen Staaten ebenso wie die Kriegführenden bereit sind, in voll verant­wortlicher Weise mrtz uwirken.. Wenn der Kampf bis zum unabsehbaren Ende durch langsame Aufreibnng fortdauern soll, bis die eine oder andere Gruppe der KrieMhrenden erschöpft ist, we7M Millionen und Abernnllionen Menschen tveiter geopfert üerden sollen, bis aus der einen oder anderen Seite nichts mehr zu opfern ist, warn eine Erbitterung angefacht werden soll, die nienials abküblen kann, mrd eine Verzweiflung erzeugt wird, von der sich> niemand erholen kann, dann werden die Hoffnungen aris den Frieden und ein freiwilliges Zusammenarbei-en freier Völler null und nichtig. Das Leben der ganzen Welt ist tr es rn Mitleidenschaft gezogen. JÄer Teil der großen Familie der Merrschl-eit hat die Last und die 'Schrecken dieses noch nie da genesenen Waffenganges gespürt. Keine Nation in der zwilrsrerttn Welt kann tatsächlich als außerhalb seines Einflusses stehend od er als gegen seine gören den Wirkungen gesichert erachstet werden. Doch, du konkreten Ziele, für die der Kampf ge­führt ward, sind niemals endgültig festgestellt worden Dre Führer der verschiedenen kriegMbrenden Mächte haben, wie gesagt, diese Ziele in allgemeine Wendungen aufgestellt Mer in allgemeinen Ausdrücken .gehalten, scheinen sie die gleichen auf beiden werten. Bisl>er Ijafeu die verantwortlichen Wortführer aus beiden Letterl kein einziges Mal die genauen Ziele angeaeben, die, wenn fte erreicht. Iwirten, sie und ihre Voller so zufrieden stellen, wurden, daß der Krieg mm auch wirklich zn Eiide gesöchten wäre.

Der Welt ist es überlassen, zu vermitten, welche endgültigen ^gcbnisse, welche tatsächlichen Austauscbgarantien, welche voliti- schen und territoriale Veränderungen, welche Verschiebungen ja stlbst welches 'L-tadium des militärischen Erfolges den Krieg' zu Ende bringen würden. Melleicht ist der Friede näher als wir vielleicht sind du Bedingungen, auf denen die l>eiden kriegführenden Parteien es nötig halten, zu bestehen, nicht so un­vereinbar, als manche fimfltat, vielleicht könnte ein Meinuna^- auvtausch wenigstens den Weg zu einer Konferenz ebnen well eicht komltc so schon die nächste Zukunft am ein dauerndes Einvernehmen Der Nattonen lw.ffen und sich ein Zuiämmeugehan der Natwnen alsbald verwirllichen.

Der Präsident schlägt keinen F-ricken vor. er bietet nickt einmal seine Vermtttelung an. Er regt mir an. daß man son­diere, damit du Neuttalen und kriegführenden Staaten er. fahren, wie natu wohl das Ziel des Friedens sein mag.