Vorschlag in Erwägung zEckhen Etfcünte. Im AfstnvVyen Iutereffe
Mtd mit Rücksicht auf die Verbündeten könne er jedoch keine Auskunft erteilen über die Art und Weise der auf den.Schritt her Mittelmächte zu erteilenden Antwort. Diese Antwort werde ver- ösf«rtlicht werden, sobald sie.festgelegt sei.
Sonnnro führ fort: „Wir alle wünschen einen dauerhaften Frieden, aber einen dauerhaften Frieden bildet nur eine geordnete Regelung, deren Dauer nicht abhangen darf von der Festigkeit, mit der das eure Volk an das andere durch bindende Ketten geschmiedet ist, sondern von dem gerechten Gleichgewicht Mischen den Staaten, von der Achtung des Rationalitäten Prinzips, den R<>geln des Völkerrechts' und den Gründen der Menschlichkeit. Wir erstreben kein Knechtschaft oder Hegemonie, keine Bernichitrmg irgend eines Volkes. Zlngesichts -eines ernsthaften Vorschlags mit konkreten Verhandlungsgrundlagen, die den all- gern-.'Lnen Forderungen der Gerechltigkeit und der Zivilisation entsprechen, dürste sich wohl niemand von vornherein weigern, Ln Unterhandlungen einMtreten, aber bis setzt spricht auch nicht das geringste Anzeichen dafür, das; man es hei dem Angebot der Ze.rtralmech.tB rnit einem solchen Falle zu tun hatte. Vieles sogar spricht direkt dagegen. Der prahlerische Ton und der Mangel an Ernst, der die Einleitrrng der Rote kennzeichnet, flössen durchiirus kein Vertrauen ein. Pflicht der Negierung ist es, das Volk davor zu bewahren, sich durch falsche Spiegelbilder angeblicher Verhandlungen täuschen zru lassen.
Zum Schlüsse richtete der Minister des Aeustern an die Abgeordneten die beschwörende Bitte, weder eine Tagesordnung cm- zünehnren, noch auch nur %ux AbstimMMtg zu bringen, dre sich nicht auf den einfachen Ausdruck des Vertrauens zlur Regierung be- schrsnke. Heute sei im höchsten Grade notwendig, daß die Regierung nach traten sowohl wis^ nach misten eine freie und starke Aktioch entfallen könne. Ties ,ei rarr möglich«, wenn die Regierung das vÄle ganze urcd offenbare Verl-rauen des Parlaments genieste und offen-sichtlich geirieste.
Die Rede Somrinos wurde des' öfteren durch lebhaften Beifall ratd andere Kundgebungen unterbrochen. Zum Schlüsse wurde AnWag der R-lche beschlossen.
Mach Sooninv ergriff Boselli das Wort imd verlangte von der Kwmrvec Annahme der einfachen Tagesordnung mit dem Ausdruck des vollen., ganzen und absoluten Vertrauens zur Regierung. In Namentlicher Abstimmung wurde diese Tagesordnung mit 352 qcqssi 41 Stürmten angeriomirmn.
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Der PaSst.
London, 18. Dez. (WTB. Richtamtlich.) ..Daily News" meldet aus Rom: Bon z-uverlästlicher Seite verlautet, dast der Pabst beschlossen Hobe, in der Angelegenheit des deutschen Friedensangebots weder vermittelnd aufzutrcten, noch zugunsten der Annahme der deutschen Friedensbedingungen seinen Ein flußgeltend zu machen. Ter Papst füvchte, daf; ldas eventuelle scheitern der Friedensäk!«m zu seinen Bemühungen in Beziehung gebracht werden kö nnte.
Die Bevfolgung in Rumänien.
Amsterdam, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" meldet aus Jassy: In Jassy und anderen Mol- danstLdten kommen unaufhörlich Flüchtlinge aus der Walachei an. Die Bevölkerung von Berlat ist auf das Dreifache gestiegen. Galatz und Braila sind überfüllt. Die Flüchtlinge find hauptsächlich Städter. Die Bauern bleiben ans dem Laarde und legen gegenüber den eindringenden. Feinden eine große Gleichgültigkeit an den Tag.
Der bulgarische Bericht.
Sofia, 18. DeA. (WTB.) Dwicht des Äeneralftabes vom 18. Dezember:
Mazedonische Front: Dom Prospa-See bis Mn Wardst schwaches feindliches Artilleriefeuer, das rarr etwas lebhafter war im Cerna-Bogen, aus dem linken Wardarufer und in der Gegend der Belafioa Planina. Vereinzeltes wechselseitiges Artil- fenefttter und PatvouMenunternehrmm gen am Dorran-See. Lätrgs der Strnma ArtillerietätigLeit und Patrouillenrarternehmtlrrgen.
Rumänische Front: In der Dobrudscha erreichten die verbündeten Trappen die Linie B a b a d a g—O strova. U nsere Kavallerie ist in die Stadt Babadag ern g ezogen. Die Russen zünden auf ihrem Rückzug die Dörfer an. Die einigermaßen wichtigen Gebäude in Babadag wurden durch den Feind zerstört. In der östlichen Walachei dauert der Vormarsch am Die verbündeten Truppen überschritten den Calmatzrrit-Fluh.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Heeresbericht vom 18. Dezember.
Persische Front: Für uns günstige PaLrmnllen- und Erkundungsgefechltr.
!An dm anderen Fronten hat sich nichts von Bedeutung ereignet.
In der Dobrudscha setzten unsere Truppen im Zusammenhang Mit denen der Verhüteten die energische Verfolgung des! Feindes fort. Wir machten am 15. und 16. Dezember über 110 Gefangene.
Der französische Bericht
vom 18. Dezember.
2 Uhr nachmÄtags : Südlich der Somme wurde eine feindliche Aotellung, toelche an die französischen Truppen südlich von Beruh hevauMkommen suchte, mit Handgranaten zurückgeschlagen. Auf dem rechten Ufer der Maas machten die Deutschen im Anschuß an das im gestrigen Cormnunique gemeldete Bornbardement AU Ende des Tages einen heftigen Gegenangriff auf die) neaen französischen Stellungen. Sie vermögen nur bei den Chambrettesgehö ften an einem Punkte Fuß zu fassen. Die Franzosen halten jedoch das unmittelbar daran angrenzende BorgeLände weiter in der Hand. Die Zahl der von den Franzosen feil demj 15. Dezember auf der Front von Verdun eingebrachten und mm) i Gefangen en erhöhte sich auf 11387, darunter 284 Offiziere. Das erbeutete oder zerstörte Material umfaßt 115 Kartonen, 44 iMmeuwerfer und 107 Maschinengewehre. Sonst überall ruhige stLacht.
11 Uhr abends: Südlich der Somme ziemlich arvste Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien im Abschnitte von La Matsonette., .Heute früh 4 Uhr wurde eine deutsche Abteilung, die einen Handstreich auf unsere Gräben südlich von Fresnes versuchte, mittels .Handgranaten abgewiesen. Auf dem rechten Maasufer warfen unsere Truppen den Feind im Verlaufe eines lebhaften Gesetzes •triebet aus dem Gehöft Les Chambrettes hinaus, das wir neuerdings ganz in unserem Besitz halten. Wir erbeutet«: zwei Maschinengewehre. Auf der übrigen Front zeidveilig unterbrochenes Geschütz jener. Ein feindliches Flugzeug warf 5 Bomben auf Alt- Thann ab, ohne Schaden zu verursach«:.
Ortentarmee: Anhaltender Nebel auf der mazedonischen Front. Kein wichtiges Ereignis zu erwähnen.
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Haftbefehl gegen Benizelos.
London, 18. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- sche Bureau meldet ans Athen, daß die Regierung des Königs Konstantin einen Haftbefehl gegen Venize- los wegen Hochverrats ansgefertigt hat.
Der Seekrieg.
Ein englischer PferdetranSportdampser versenkt.
London, 18. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admivcv- lität meldet amtlich: Der leer nach Westen fahrende Pferde- transportdainpfer „Russian" (8625 Bruttoregisterronnen.) ist <LN 14. Dezember von einem Unterseeboot versenkt wor
den. 11 Mann der Besatzung und 17 anrerrkanische Maultiertreiber wmchen getÄet.
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London, IS. Dez. (MB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der schwedische Schoner „Nord" wurde von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Besatzung wurde von dem Dampfer „Capri" an Land gebracht. Der spanische Dampfer „Ason" (2084 Donnen) ist versenkt worden.
London, 19. Dez. (WTB.) Nach einer Lloydmeld-ung ist der portugiesische Dampfer „Cascais" versenkt worden.
Bern, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Petit Journal" aus Cherbourg ist der englische Dampfer „O c ea n Pr i n c e" bei dem Vorgebirge La Hague gescheitert. Die Bemannung wurde durch den Schleppdampfer „Centaure" gerettet
Fürst henckel von Donnersmarck f.
Zum Tode des Fürsten von Donnersmarck. Berlin, 19. Dez. (WTB.) Fürst Henckel von Donnersmarck ist im Mer von 87 Jahren gestorben.
Fürst Guido Henckel v. Donnersmarck war der zweitreichste Mann in Deutschland! In der Reihe der schlesischen Magnaten steht er nach der Größe des Grundbesitzes an sechster Stelle. Uebcr seine rheinischen Jndu.strieuNternehmnngen könnte man ganze Artikelfolgen im Handelsteil der Zeitung sch,reiben, wenn der Krieg den Raum erlaubte. Guido Henckel, wie ihn seine persönlichen. Freunde nannten, war .Hausbesitzer irr allen großen Städten Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns. Noch im Februar dieses' zu Ende gehend«: Jahres erwarb er eine:: gewaltigen Häuserblock in Berlin, Unter den Linden und stieß dafür ungarischen Besitz ab. Aber das alles ist heute an seiner Bahre wenig von Belang. Heute ehren ihn jene Verdienste, die er als Politiker rmd Diplomat aufzuweisen hat und die merkwürdige An klänge an den jetzigen Krieg bringen. Graf Henckel — Fürst v. Dvnners- marck wurde er erst 1901, als inan sihit ins preußische Herrenhaus berief — hat nur einmal während seines ganzen Lebens eine amtliche Stellung bekleidet. Das war in den ersten Wochen des Krieges von 1870, als ihm Bismarck die Präfektur von Metz übertrug. Ende Januar 1871 berief ihn Msmarck nach/ Versailles zur Mitwirkung bei den Verhandlungen über die Kriegsentschädigung. Auf die erste Anfrage Bismarcks. wie hoch- er den NationalreEuM Frankreichs bewerten könne, um danach die Höhe der Kriegsentschädigung zn bemessen, antwortete 6ftaf Henckel. der ja während seines langjährigen Pariser Aufenthaltes und seiner' Fühlungnahme mit der dortigen Hochfinanz ein unbedingt Eingeweihter war: Die Franzosen können gut und gern 8 Milliarden aufbringen, aber er würde raten, nur 6 zu fordern. Als Bismarck den Geheimrat Scheidmann von der Seehandlüng und Gerfvn Bleichröder um Rat fragte, verstiegen sich beide Finanzkenner auf eine Höchstforöcrung hon 2 Milliarden. Ms Bismarck ihnen antwortete, Graf Henckel habe 6 Milliaroen verge- schlagen, da schmunzelten die Auguren etwas von einent Grandseigneur. der von Milliarden keine richtige Vorstellung habe. Bisnwrck befolgte den Rat Henckels. Wer da weiß, daß Henckel den großen Besitz schon mit 18 Jahren von seinem Vater zugewiesen erhielt iUnd in seinem 20. das Fideikommiß antrat, ohne einen. Pfennig Betriebskapital in der Tasche zu habnt, der wird sich sagen müssen, daß Fürst ^Henckel auch in Frmmzdingen kein Dilettant oder gar grandseigneuraler Me-Schütze war, wie manche seiner Standes genösse-,,, sondern ein Virtuose, der es mit den> Bewandertsten nach Erprobtesten kühnlich aufnahm. I fa, 1 ihn aber gerade auch als Diplomaten an-Uuerkennen, zog chn Bistmrrck nach der Unterzeichramg des Präliminarfriedens noch zu den weiteren Friedensverhandlungen als deutschen Bevollmächtigten zu und ließ ihn das Frankfurter Protokoll mit uürteT^eich^n. Nvch^ zweimal hat dann Fürst Donnersmarck in den deutsch-ffranzösischen Beziehimgen eine Rolle gespielt. 1878 suchte er — ebenfalls im Auftrag Bismarcks — als der bekannteste und beliebteste Deutschparffer eine Zusammenkunft zwischen Gambetta und derp AltreichskaMer ztu vermitteln. Gambetta wollte Frankreichs Heeres macht riesenhaft entwickeln und suchte Anknüpfungen für künftige Bündnisse mit England, Italien und Rußland — große, höchst modern lurmUtende Pläne, die erst in der Zeit Eduards VII. reiften. Damals mußten sie erstickt werden, konnten sic cs noch. Schon waren alle Einzelheiten einer Reise nach Barzin vereinbart, als Gambetta _ im letzten Mrg-enblick zurückwich. Er fürchtete, durch seine Reise zum „Ungeheuer" (le nwnstre), wie er Msmarck immer nannte, seine Volkstümlichkeit zu zerstören. Graf Henckel ließ Mar nicht locker. ■ Es kam 1882 wirklich zur Reise Gambettas nach Friedrichsruh. Aber die Zusammenkunft mit Bismarck fand schließlich doch nicht statt, wie es scheint, weil mm Msmarck aus reiflichen Gründen nicht mehr wollte. Roch einmal unter Bülows Kanzlerschaft unternahm es Fürst v. Donnersmarck, die immer drohwtder werdende politische Lage aufzuheitern. Er wirkt e im Mai 1905 im diplomatischen Aufträge in Paris, um die nach der Marokkoaffäre zwischen Frankreich und Deutschland entstandene Krisis zu beseitigen. Er hatte den Erfolg, den Ausgleich mit dem französischen Ministerpräsidenten Romner zustande zu bringen und der Sturz DelcassSs totird nicht zuletzt dem Wirken des nun dahingeschiedenen oberschlesischen Mag- ^ netten zugeschrieben. AVer das Unheil war im Gange, und er, der mächtige, einflußreiche Vertreter Deutschlands kmrnte mit allen seinen Bezieh,mgen und Bemühungen die weitere Vorbereitung der Weltkatastrophe racht aufhaltem Noch über sein Grab hinweg tobt der entsetzliche Krieg, der ihm, dem „internationalen" Grandseigneur als ein Zusammenbruch der europäischen Kultur und Zivilisation erscheinen mußte. Der 86 jährige Greis hat sich ftr diesem Wirbel nicht mehr zurechtgefunden. Aber er hat zeitlebens fürDeutsch- l and gewirkt, und noch sein gewaltiger Nachlaß ist ein wertvolles Stück der deutschen Kriegskrast.
A«» Stadt rrnv Land.
Gießen, 20. Dezember 1916.
Hilfsdienst und Studentendienst.
Auf Montag, den 18. Dezember, abends 8 Uhr hatte der Rektor der Landesuniversität _ eine Studentenver- hatte der Rektor der Landes Universität eine Studenterrver- sanrmlung einberirfen, die sich eines starken Besuches erfreute. Der Rektor, Professor Dr. Schi an, eröffnete die Verhandlungen mit einer Darlegung' über die Einwirkungen, welche das neue Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst voraussühtlich auf den akademischen Studienbetrieb ausüben wird. Eine Schließung der Universität ist demnach nicht zu erwarten, auch nicht eins solche einzelner Universitäten. Auch in Gießen wird der Unterricht seinen Fortgang rrehmen. Die Universitäten sind behördliche Einrichtrmgen im Sinne des § 2 des Gesetzes; die an ihnen tätigen Dozentur sind also als solche im vaterländischen Hilfsdienst tätig. Auch dem Fernsteherrden wird die Notwendigkeit dieser Maßregel deutlich, wenn er an die zur Universität gehörenden medizimscheu Kliniken sowie an zahlreiche Universitätsinstitute denkt, die starrdig von den Militärbehörden und wirtschaftlichen Behörden nrit wichtigen Ausgaben betraut werden. Auch der Umstand, daß zahlreichen Kriegsbeschädigten, die zu keiner HilDdienst- arbeit mehr fähig sind, die Möglichkeit zur Fortsetzung des Studiums gegeben werden muß, spricht mit. An die hilfsdienstsähigen Studierenden wird in Kürze ein Aufruf zur freiwilligen Meldung ergehen: die Universität wird dann eine Zentralstelle für solche Meldungen einrichten und sich bernühen, jeden an den rechten Platz zu stellen. Privat
dozent Dr. Briefs, der Stellvertreter des ins Kriegs-' eruährungsamt ein berufenen Nation alökonomen Professor Dr. Skalweit, sprach sodann über die Mitarbeit der Studentenschaft an der Lösung der Frage der Bolksernährung. Als ein besonders dankbares Arbeitsfeld für die Studierenden bezeichnete er die Mithilfe: bei der Aufklärung der Landbevölkerung, über die von Feld- marschall von Hindenburg geforderte stärkere Versorgung der städtischen Arbeiterbevölkerung mit Nahrungsmitteln, sowie die Beseitigung der vielfack-en Mißverständnisse, die hüben und drüben zur Trüburrg des Verhältnisses zwischen der städtischen und ländlichen' Bevölkerurrg beitragen. Es folgte dann eine Ansprache von Geheinrrat Haupt über den vaterländischen Studentendienst, insbesondere über die äußerst wünschenswerte Betätigung der Studenten und Studentinnen im Dienste der Jugendpflege, die durch den Krieg und die in seinem Gefolge aufgetretene Verwahrlosung und Verwilderung der ju.gend- lichen Kreise vor besonders schwere Aufgaben gestellt ist. Auch die eifrige Beteiligung der Studierenden an den für die militärische Vorbereitung der Jugend geschaffenen Einrichtungen sei dringend zu wünschen. Der Rektor schloß die Verhandlungen mit einer zündenden und mit begeistertem Beifall aufgenommetcen Aufforderung an die Studentenschaft, in dieser Schicksals stunde unseres Volkes ihre ganze Kraft und Hingabe für das Wohl des >Bater- landes einzusetzen.
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Auszeichnung. Dem Gefreiten Heinrich Schwarz I. von hier, im Feld-Art.°Rqt. Nr. 111, wurde wegen tapferen Verhaltens in den Sommekämpfen am 3. Dezember 1916 die Hessische TapferkeilsmedaMe verliehen.
** Von der Feuerwehr. Letzten Sonntag nachmittag 1.45 Uhr bemerkte der Posten vor Gewehr beim Eingang des Land sturmlagers in der Kaiser-Allee Feuer im Dachstock der städtischen Kaserne. Die Brandwache des Land- stu-rrn-Jnfanterie-Ersatz-Bataillons benachrichtigte sofort die städtische Feuerwehr mittelst Feuernrelders, gab durch Telephon den Ort des Feuers an. Die Wehr rückte sofort nach der städtischen Kaserne ab. Dort bramrte das Dach des Mittelbaues. Die Brandwack>e des Landst.-Jnf.-Ers. -Bat. ging mittelst eines Schlauchganges durch den Treppenbau gegen den Brand vor, während Mannschaften des Ersatz- Bataillons 116 mit lleinem Löschgerät (Wassereimern und Kannen) dem Feuer energisch zuleide gingen. 6 Mirruteni nach der Benachrichtigung traf die städtische Feuerwache mit der Motorspritze auf dem Kasernenhof ein, nahm einen Schlauch nach dem Dachstock vor und bekärnpfte, da der Druck der Wasserleitung bei dem hochgelegenen Gebäude naturgemäß sehr gering war, den Brand erst mittelst einer tragbaren Handspritze. In der Zwischenzeit wurde die Schlauchlinie mit der Motorspritze verbunden und dann von dieser aus das Feuer in-kurzer Zeit gelöscht. Durch das, schnelle Eingreifen der Larrdsturlnbraudwache, der übrigen Mannschaften und der städtischen Feuerwehr gelang es, das Feuer im Entstehen zu ersticken, so daß nur geringer Schaden entstand. — Bemerkt sei noch, daß die städtische Feuerwache, deren Besetzung infolge der vielen Einberufungen nur noch unvollständig erfolgen kaim, in letzter Zeit zu einigen kleineren Hilfeleistungerr, u. a. auch zu einem Zimmerbrand in der Kaiser-Allee gerufen wurde. Ganz unbegreiflich aber ist es, daß sich noch Menschen finden, die die Feuerwehr böswillig alarmieren und" den wenigen Mannschaften den Dienst umiötiA erschweren. Bis jetzt fanden in diesem Jahre allein 18 böswillige Alarme statt, ein Zeichen, daß die Unfugtreibenden in der ernsten Zeit nicht ab-, sondern zunehmen.
** Iungwehr. Mittwoch, 20. Dez., 8V 4 Uhr: Komp. 620: Realgymnasium. Komp. 621: 1. Abt. Ober-Realschule, 2. Abt. Gymnasium.
*^Die Goldänkaufstelle bittet uns, mitzuteileu, daß in der Zeit vom 23. Dezember bis 2. Januar einschließlich die Geschäftsräume geschlossen bleiben.
** Erhöhung der Kohlenpreise. Eine Erhöhung der Preise für Koks, Stein- und Brairnkohlm wird sich trotz der entgegen sie--enden großen Bedenken, die allgemeinen Lebansbedin^ gungen noch stärker ztc belasten, nicht vermeiden lassen, will man nicht Gefahr lauferr, die Leistungsfähigkeit des heimischen Bergbaus! aufs Spiel zu setzen. Begründet ist die notwe^wig gewordenes Preiserhöhung in den besonders seit Sommer dieses Jahres stark gestiegenen Selbstkosten der Bergwerke, eine Steigerung, die seit Kriegsausbruch eimxt 4 Ml. für die Tonne Förderung ausinaa-t. Zu den Selbstkosten komnren noch die besonderen KriegSausgaben, die dauernd weiter steigen. Um einer Beeinträchtigung des Bergbaues vorzubeugen, ist die Kohlenpreiserhöhung schließlickr von den zuständigen Stellen genelTmigt worden. Sie wird Mrigetks bei Braunkohlen nur 10 Pfg. für den Zentner, bei Steinkohle,', etwa 20 Pfg. betragen. — Tie Bevölkerung könnte selbst wesentlich dazu beitraepm, den Kohleüverbrmtch zu verringern, wenn sie sick- entschlösse, statt Stenikohlen und Briketts Koks zu fcuerrr.
** Tie Hessische La za reti ze itung Nr. 34 enthält in ihrem Hauptteil: „Weihnacht!" Geoickst von Conrad Ferdinand Meyer; „Tie hnlige Nacht" von Sekma Lagerlöf; „Wie loir es erlebten" von Musketier R. Kräh, zurzeit Sanatorium Tr. Kohn- stamm, Künigstein i.T.; „Kleinste Landwirtschafüm für .Kricgshe- schÄdigte II."; „Versicherimgsreckstlickie Fragen"; „Kleine ^Rft- teilungen"; „Laz-arettberatung"; „Vom deutschen Geiste" : „Rätsel- ecke". Tie Gießener Beilage hat folgMlden Inhalt: „Weihnacht" von Vdarie Sauer; „Weihnachten 1916" von Dr. Sch.; „Dre SelbsthÜfe" von Hans Förster; „Im Dezember 1870"; „Soldatenheim"; „Arbeitsnachweis": „VMimrdetemmterrich^^.
** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. 9lb heute Vis 22. Dezember spielt in dem Lichtspielhaus die große Tragödin Maria Carnri-Vollmöller in einem dramatischenKtmstNlm in vier Akten „Für den Ruhm des Geliebten". Außerdem wird ein entzückeitdes Lustspiel in zwei Akten gegeben „Die Ehe des Herrn Mac Allen". Eine Illustration zu der Frage: Wer ist der Herr im Hause, der Mann oder die Frau?
** Das heutige Kreisblatt Nr. 164 enthält Bekannt- machtmgeir über Wolle und Wollwcwen: Arbeitzeit in Schuch' tvarenbetrieben; Neichsversick-erungsordnung; gesäuerte Rüben; Ersparnis an Brennstoffen und Beleuchtungsmitteln: Veräußerung und Enteignrmg von .Milchkarterr; Iagdpachtstempel; Buck)«ckern und döack-eickprng, sowie eine GinlaÄung zu enter außerordentliche:» Sitzung des Kreistages des Kreises Greßen.
Landkreis Gießen.
O Ettingshausen, 20. Dez. Mtrsketier Hrch. A l b a ch im Ini.-Rgt. 168, Sohn von Philipp Albach, erhielt die Hessisch« Tapserkeitsmedaille.
ga. Grünberg, 20. Dez. Verdutzte Mienen machten am Sonntag eine größere Ärrzahl Hereingefalleiter, die eine durch Plakate angekündigte Känernatographen-Vorstelluny im Gasthaus zum Rappen besuchen wollten, zru der sie dir Eintritckarten im Vorverkauf erworben hatten. Der VortragÄünftler hatte Vorstellung Vorstellung sein lassen urtd anscheinend die eingezahlten Boroer» kaussgelder als angenehme Erinnerung an einen leichten Verdienst oder als Reisegeld für die Fahrt nach UnbekkrmrtwvNn in Anspruch genommen, obgleich ein Teil davon entern wohltätigen Zlvecke zugeführt werden sollte.
O Q ueckbvrn, 20. Dez. In großer Lebensgefahr sckwel»- ten vorvorgestern die Passagiere des 1,20 Uhr von Grünberg nach Lich äbfal-renden Zuges der Nebenbahn. Durch ein Sgnal der Staatsbahn irre gervorden, )vcrr der Lokonrotivfithrer abgefahren und hatte das Zugpersonal zurückgelassen. Die Geistesgegenwart


