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20.12.1916 Erstes Blatt
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llr. 299

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Erstes platt

M. Jahrgang

Mittwoch, 26 . Dezember 1 ( 9(6

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sämtlich in Gießen.

WTB.) GroheSHauptquartier,19. Dezember. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Auf beidett Somme-Ufern wurde das Geschütz- und Mincnwerftrfeuer vorübergehend lebhafter.

Nordwestlich und nördlich von N e i m $ sind französische Abteilungen, die nuch starker Feuervorbereitung gegen unsere Grüben vorgjngen, zurückgetricben worden.

Krönt des Deutschen Kronprinzen.

Am Nachmittag steigerte sich auf dem Ostuftr der Maas der Feuerkampf. Die Franzosen griffen den Fosses- ÄÄW «m. Die vor unserer Stellung liegende Ehambrettes-Fe blieb nach Nahkampf in ihrer Hand. An allen anderen Stel­len der Angriffs-Front wurden sie abgewiefen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Ge ne ralfeld marschalls Prinzen Leovold von Bayern.

Südlich des Narocz-Sees und südlich der Bahn Tarno- volZloczow nahm zeitweise die Artillerietätigkeit zu.

Front des Generaloberstcn Erzherzog Joses.

Am Gutin-Tomuatek in den Waldkarpathen wurden russische Patrouillen, an der Vattputna-Stratze Angriffe eines russischen Bataillons abgeschlagen.

Heeresgruppe dgs Generalfcldmarschalls von Mackensen.

Bei Teilkämpfen wurden in den b e i d e n l e tz t e n T a - gen über tausend Russen und Rumänen ge­fangen eingebracht und viele Fahrzeuge zumeist mit Verpflegung beladen erbeutet.

Zn der Norddobrudscha hatte der Feind seinen Rückzug über zwei ansgebaute Stellungen hinaus nordwärts fort­gesetzt. Die Armee dringt gegen die untere Donau vor.

Mazedonische Front.

An der Struma Patrouillen-Unternehmungen, die für die bulgarischen und osnranischen Truppen günstig aus­gingen.

Der Erste Generalguartiermeister L n d e n d o r f f.

«

Der Abendbcricyr.

»ft Mn , 19. Dez., abends. (WTB. Amtlich.) Von kei­ner Frortt sind besondere Ereignisse gemeldet.

i Lloyd George, der neue englische Mnisterpräsident, hat gesprochen, hat dem Friedensvorschlag der Mittelmächte bu erwartete Absage erteilt. Der Wortlaut der Rede liegt - noch -nicht vor, aber der kurze Auszug, den das Wolff-Bureau ! uns vermittelt, läßt keinen Zweifel darüber, daß auf Frie- deirsverhandlunaeu vorläufig nicht zu rechnen sein wird, iOptimisten, die dem Frieden die weichen Teppichläufer legen , wollen, daunt er Einkehr halte, leisten sich auch jetzt noch Selbfttäuschulvgen. Die harten Morte Lloyd Georges seien vor dem Parlament gefallen, wo der neue leitende Minister ats Schasfer der Zukunft und des Sieges eines äußeren Erfolges bedürfe; im diplomatischen Verkehr aber werde er anders sprechen, und die Stimmung für den Friedensvor­schlag sei dennoch im Wachsen. Wir bezweifeln dies. Denn m Lloyd Georges Rede fteht nicht einmal das halbwegs ver­nünftige Wort, daß Deutschland und seine Verbündeten ge­nauere Bedingungen formulieren und bekannt geben mögen, und daß erst dann England eine entscheidende Antwort geben könne. Nein, Lloyd George greift darüber hinaus und er­klärt uns ganz trocken, Europa müsse sich mit seiner Frie­denssehnsucht vertrösten auf die Zeit, da es der Entente ge­lungen sei, die deutschen Armeen und ihre Verbündeten niederz uri nge n. Lloyd George kayn sich auch immer­noch nicht von der Forderung vonGenugtuung" trennen, die Deutschland zu leisten habe.

Der Geist und die Meinung des englischenDiktators" sind noch dieselben wie sie aus seinen alten Reden hervor- leuchteten. Es ist nützlich und interessant, sich an seine frühe­renklassischen" Wendungen zu erinnern. Dazu gibt uns ein heute bei uns eingelaufenes Büchlein des Ullstein'schen Berlages,Kernworte des Weltkrieges", von Rudolf Rot­heil, die erwünschte Möglichkeit. Als Finanz minister hatte Lloyd George am 19. September 1914 noch Vertrauen auf cinep gewissen Bundesgenossen bei seinen gegen den preußi­schen Militarismus gerichteten Zerstörungsplänen. Er sagte damals im UnterhausesEs wird ein Tag der Freude für den deutschen Bauer, Handwerker und Kaufmann sein, wenn die preußische Militärkaste gebrochen ist." Diesen Wahn wird er ja heute aufgegeben haben. Wenn wir heule in seiner Rede lesen, daß er sein Volk zumnationalen Fasten"

während des Krieges heranziehen- will, so erinnern wir uns mit Vergnügen seines Wortes, das er am 28. Februar 1915 rn einer Arbeiterversammlung ausgesprochen hat:Dieser Kartoffelbrotgeift der Deutschen ist etwas, das mehr zu be­fürchten als zu belachen ist. Ich fürchte ihn mehr als Hinden- burgs Feldherrnkunst, so erfolgreich sie auch sein mag." Als Minister für Geschoßerzeugnisse hatte Lloyd George schon am o. Juni 1915 große Organisationsabsichten:Wir wer­den uns so ausrüsten, daß Großbritannien in diesem Kriege groß bleiben und nach ihm noch größer sein wird, als je zu­vor." Heute klagt er: die Alliierten hätten durch die Lang- jamkeit ihrer EntschlüsseUnglück über Unglück erlitten". v 5 ktzt will er die Schiffahrt verstaatlichen und den Zivildienst nach deutschem Muster ausgestalten. Ganz wie bei uns sollen alle Jndustrieunternehniungen danach klassifiziert werden, ob sie für den Krieg wichtig sind oder nicht. Am 13. Juni 1915 eiferte Lloyds George wiederum in einer Arbeiterversamm- lung:Schießen, schießen, schießen! Sie können das

nur erreichen, loenn Sie unsere Reserven mit genug Munition ausstatten. Dann werden Sie den deut­schen Stahlgürtel unter dem unaufhörlichen Hämmern der britischen Geschütze krachen hören." Nun, die deutsche Organisation wußte und weiß auch dieser Gefahr zu be­gegnen. Noch sind die vielseitigen Hoffnungen des jetzige^ englischen Ministerpräsidenten nicht gebrochen. Er vertraut bekanntlich auch auf die Macht des Geldes, und sein Wort von densilbernen Kugelt ist bekannt. Er sprach es am 8- September 1914, gleich nach Ausbruch des Krieges. Da nützen, wie sich jetzt gezeigt hat, vorläufig keine moralischen Anregungen. Vielleicht wird trotz Lloyd Georges Ausspruch Hindenburg über den Kartoffelbrotgeift hinaus uns Deutsche zum Triumph führen.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich ) Amtlich wird verlautbart: 19. Dezember 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen.

In der Ost-Walachei ist die Lage im allgemeinen unverändert. In den beiden letzten Tagen wurden etwa 1900 Gefangene eingebracht und viele Fuhrwerke erbeutet.

Heer esfront des Generalobersten Erzherzog Josef.

Im M e st i c a n e st i - Abschnitt brachen zwei nach star­ker Artillerievorbereitung einsetzende feindliche Jnfanterie- angrifft in unserem Abwehrfeuer zusammen.

HecresfrontdesGencralfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern.

Stellenweise nahm die feindliche Artillerietätigkeit zu.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts von Bedeutung.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Lloyd Georg?, führte inerter aus, n fei überzeugt, daß br« Neubildung des Kabinetts die für die Kriegszwecke ge­eignetste sei. Tie Lage habe einen schnellen Entschluß verlangt. Tie Alliierten Hätten durch die Langsamkeit ihrer Entschlftsse Unglück über Unglück erlitten. Tie parlamentarische Kontrolle werde durch die neuen Vorkehr rungen nicht geschwächt werden. Im Laufe des Krieges werde die Schiffahrt, die die Lebensader des Landes sei, im wahrsten Sinne des Wortes verstaatlicht werden. Tie Regierung hoffe, in Kürze nicht nur Pläne vorlegen zn können, amt den vorhan-, denen.Schiffen größere Leistungsfähigkeit zn geben, sondern auch für den B a u von Schiffen, um die großen Verluste aus- zngleichen. Im. weiteren Verlaufe seiner Rede ging Lloyd George auf die Ernährung-Zf ragen ein. Er forderte die Nation auf, die Negierung zn unterstützen, um die Nahrungs­mittel so zu verteile!:, daß niemand Hunger:: müsse, tveil ein anderer zu viel habe. Tas Volk mLge sich für ein nationales' Fasten während des Krieges erklären. Wenn nicht die gesamte Nation einen Teil der Bürde des Sieges auf sich, nehme, werde sie aus dem schließlichen Triumph keinen Nutzen ziehen. Tic Regierung beabsichtige, unverzüglich einen Direktor des nationalen Ticnstes zn ernennen, dein .solvohl der bürgerliche lvie der militärische Zweig .des allgemeinen nationalen Dienstes unterstellt werden würden, doch würden die beide:: Tienstzweige vollständig getrennt geführt iverden. Bezüglich/ des Zivil- dien st es beabsichtige die Regierung damit zn beginne::, daß alle Jndustriennternehmungen danach klassifiziert würden, ob sie für den Krieg wichtig seien: oder nicht. Er z'iveiselte, daß man ein ge­nügendes Arbeiterangebot erhalten werde. Wenn dies aber nicht der «Z-all sei, so werde er nicht zögern, sich die nötigen Befugnisse zu verschaffen, um seine Pläne durch­aus wirksam zn machen. Lloyd George ging sodann aus die Kolonien ein und sagte, sie sollten hinsichtlich des Fort­schrittes unb des Verlaufs des Krieges in fornreller Weise befragt werden. Er beabsichtige, bald eine Reichskonferenz einznberufen. ::nd beit Dominions He ganze Lage zu unterbreiten. Bezüglich der Beziehungen zu den Mtiierten erllärte Lloyd George, mar müsse mehr miteinander beraten, daß nicht jeder das Gefühl habe, daß jedes Länd seine eigene Front habe, auf He es achten müsse. Es sei eine gemeinsame Front vonnöten. Schließlich sagte Lloyü George, es sei eine der schmerzlichsten Erfahrungen seines Le­bens, daß er sich von Asgnith habe trennen müssen, nachdem er lange Jahre unter ihn: gewirkt und niemals 'einen nachsichtigeren und gütigeren Führer gehabt habe. Darauf nahm der Premier­minister unter lautem Beifall seinen Platz wieder ein,

DaS englische Unterhaus.

London, 48. Dez. (WTB.) Unterhaus. Donar Law kündigte an, daß die Regierung hoffe, die Vertagung des Parlaments würde am 22. Dezember cuftrctert und He neue Ta­gung tzeitig im Februar beginnen können. Ebenso deutete der Minister an, daß L loyd George wahrscheinlich imstande sein würde, seine Erklärung morgen abzugeben. Unter den Vorlage::, die noch vor der Vertagung erledigt wachen sollten, be­fände sich eine Kr ie g sanl e i hebill, welche das Schatzamt inftaub setzen wurde, eine Anleihe anszngcben, wenn es He Zeit dazu für geeignet halte, auch ohne daß das Parlament tage.

A m st erd a m, 19. Dez. (WTB. Nichtamllich.) Wie einen hiesigen Blatte aus London berichtet wird, teilte Robert Eecil gestern in: Unterhause mit, He britische Negierurrg habe von den Re­gierungen aller neutralen Staaten He Zusicherung erhalten, daß Schiffe, He nur zur Verteidigung bewaffnet seien, in ihre Häfen eingelassen werden würden. M:r die niederländische Re­gierung habe das bisher verweigett. Dies habe in England erneu um so unangenehmeren Eindruck gemacht, als die niederländische Negierung niemals die Gesetzlichkeit der Bewaffnung von Handels­schiffen zwecks Selbstverteidigung in Zweifel gezogen habe. Er hoffe deshalb, daß die niederländische Regierung sich nicht weigern werde, derarttge Schiffe nt den niederländischen Häfen zuzulassen, umso­mehr, als das neue englische Käbmett nicht langer dulden wurde, daß engl:, che Dampfer ohne den Versuch, sich zu verteidigen, vor ferndlichen Unterseeoooten funt Sinken gebracht werden.

Eine Aeußerung derWeftminfter Gazette".

Das snedens-Angebo-.

Die Antwort Lloyd Georges.

London. 19. Tez. (WTB.) Meldung des Reutersck,en B::- reaus. T:e Rede Lloyd Georges wurde im Unterhause, mtt allergrößtem Interesse erwartet. Das Hans loar gedrängt voll und der Prensierminister wurde, als er sich, erhob, mit lautem Beifall enrpfangen.

Lloyd George sagte: Unsere Antwort auf die deutschen Vorschläge rvird in vollem Einvernehmen mit unseren Verbündeten gegeben rverden. Jeder, der de:: Krieg verlängern wolle, würde die Schuld für das Verbrechen auf ferne Seele laden aber jeder, der den Kampf ausgebe, olme daß das Ziel erreicht tofafc würde persönlich He Schuld dafür übernehmen. Die Annahme der Vorschläge des deutschen Reichskarylers würden bedeuten, daß wir unsere Köpfe in eine Schlinge mit einem Seil daran stecken würden. Ohne Genugtuung (reparation) ist der Friede unmöglich. Die Verbündeten gingen in den Kr:eg, um Europa gegen den Ueberfall der Preußischen M: l: t ärk a st e zu verteidige::. Sie müssen a!n-f den voll- ständigen Garantien bestehen, daß diese Kaste niemals wieder den europäischen Frieden stören wird. Wir vertrauen lieber auf. unsere ungebrocheiw Armee, als mff ein gebrochenes Wort (Beifall.) Die Verbündeten werden binnen wenigen Tagen eine formelle Antwort erteilen. Der grobe Mißgriff mit Rumänien war ein Unglück, aber schlimmstenfalls kann es nur den Krieg verlängern. Um zu verhinden:, daß He Lage m Rumänien sich verschlechtere, habe er energische Maßregeln in Griechenland ergriffen. He seiner Meinung nach erfolgreich gewesen seren. England habe beschlossen. He Agenten Benizelos' an- tzuerkennen. Lloyd George tagte, er sei von'dem endgnlttgei: Siege überzeugt, wenn Nation sich von demselbei: Geiste beseelt zeige, lute He Armee an der Front.

. i«>4wo. yciai-tainiiicg.j ^):eLv e i

mrn st er Gazette" schreibt in einem Leitartikel:

. Wir/gatten dafür, daß die «ttete: den Friedensvorschla

Per Mttvelmachte, welches auch ihre Beweggründe oder ihre Ab ffchwiff fern mögen, beantworten müssen, well wir in einem Krieg begriffen und, nt dem.eine Riesenzahl von Menschenleben au dem ^-fnele steht. Inzwischen nrüsim wir sagen, daß He Aus Ur*! 11 öu,t an positives Ergebnis Hs Friedensvor Ntzges, wenn er tote jetzt verlautet, nicht mehr enthalt, als di Rede Bethmann Hollwegs :m Reichstag, außerorden t C i c ® s"6>- Deutschland rühmt sich, den ersten Sckwitt qetai zu Krben. Es mtt uns glauben machen, daß es trotz seiner glän zendeu Mllitarffchm Lage und Ansshchter: aus Gründen der Mensch lichkeit bereit fei, Vörichläge zn machen, die enre geeignete Grund läge ff,r einen elncnvollen Frieden bilden. Wenn Deutschland He ernst meuit, fft es offenbar leine Pflicht, mit einem Entwirr ^^rz-ukommen, der wenigstens in groben Umrissen um chrerbt, was es will, unt) zum Frieden zu gelangen. Wem: -Deutsch das verweigert, sind wir gezwungen, anznnehmen, daß sei: Ungebot nur eine Geste darstellt, die darauf berechnet war in eigenen Land und bc: den Neutralen Ellrdrnck zu Machen abe keurernstlicher Versuch, den großen Krieg zu beende::. TieV?ittel' pochte, d: euch rühmen, He mten Schritte getan zu haben, könne: Hülben lhttgke:t nur dadurch! beweisen, daß sie ihre Ziele ent

.«

Eine Erklärung Sonninos.

Basel, 19 Tesenrber. (zf.) In der Kammer erklärt öDinnno, daß entgega: verich iedenen null au sende:: GerüciNen He Regierung HusickMch des Schrittes der Zenttalmäcbte zur Fnedensverhcmdlungen Verne konnten Vorsch^ vor sich, habe und nur den Xcrt der Note kenne, wie m bereit ff der Kammer veroffentlntt worden sei: Wcn>m spätere Borschi cZ eingetroffm, wurden wrr uns danfft befassen zu untersuchen wav .ru tun Ware Heute dattiber zn deputiere:: wäre prattlsch, :wch. e^ffchnft. ll-ebrigens muß durchaus sestqeballeu krerdni. daß fcm SJnWttbeto rftat cm>n tfrm aHcS zgfg^^