Ausgabe 
19.12.1916 Erstes Blatt
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vaz zrreoensangevol.

Lloyd George.

London, 18. Dez. (WTB. Nichtamtlich.)Weekly Dis patck/^ schreibt, daß der Premierminister am Dienstag die Antwort der Alliierten anf d as deutsche Fri e d e ns an gebot geben werde. Wahrscheinlich werde Lloyd George in groben Umrissen die Friedensbedingungen der Miierten mitteilen und Deutschland von dem Beschluß der Alliierten in Kenntnis setzen, den Krieg mit äußerster Kraft solange fortzusetzen, bis die Bedingungen gesichert sind.

London, 18. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Reynolds Newspapcr" schreibt: In gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß Lloyd George sich ganz dem Kriege lvidmen und im Unterhause ohne' Zweifel sehr krasse Maßregeln Vorschlägen werde. Sollte er dabei auf Widerstand stoßen, seien Neuwahlen erwartbar. Die Anhänger Lloyd machten kein Geheimnis, daß es möglicherweise in der nächsten Zeit zu Neuwahlen kormnen werde.

BriandS schwere Stunde.

Bern, 18. Dezember (WTB. Nick/amtlichck In einer Zu­sammenfassung der verschiedenen französischen Presseftimmen zu der parlamentarischen Lage in Frankreich äußert sichEcho de Paris" wie folgt.' Tie Ministerkrise ist nicht beendigt. Die Kammer zeige sich durchaus abgeneigt, dem Ministerium jene Vollmachten zu bewilligen, die unerläßlich! sind'für eine rasch? Aktion, die man von der Regierung verlangt. Ter Senat aber wird am Dienstag B r i a n d eine schwere Stunde bereiten.

Paris, 18. Dez. WTB.) Meldung der Agence Havas: Ter Kongreß der sozialistischcn Vereinigung des Seine­departements Halle eine lange Besprechung über die Frage der kDiederaufnahme frcr internationalen Beziehungen zwischen den Kriegführenden und den neirtraleu Ländern. Er nahm mit 10 026 «regen 403 Stimmen eine Entschließung au, die die Möglichkeit der Wiederaufnahme der i n t e r n a t i o it a l e n Be­ziehungen und besonders der Verhandlungen für den Frieden in Betracht zieht, unter der Bedingung, daß klare Vorschläge auf «renau umschricbeneu OKundlagen von Deutschland und seinen Ver­bündeten vorgelegt würden.

In dem von dem Kongresse der sozialistischen Vereini­gung des Seinedepartcinents angenommenen Beschlüsse heißt es:

Die alliierten Regierungen habeil die Vorschläge, zu denen sich die Gegner bereit erklärt haben, nicht ohne deren Kenntnisnahme abzulehnen. Demgemäß fordert die Vereinigung des Seine-Depar-, tcments die alliierten Regierungen auf, bei gleichzeitigen kräftigen» Anstrengungen für die Landesverteidigung alle Verhandlungen an­zunehmen, die notivendig sind, .um amtlich von den Friedens­bedingungen Deutschlands unterrichtet zu werden. Die Veveini- «mng fordert also erftens, keinen Vorschlag ohne ernste Prüfung des­selben abznlehncn, zweitens die Vorschläge den betreffenden ParlaI-, menten vorzulegen. Schließlich lädt die Vereinigung die alliierten Regierungen für den Fall ein, daß die Vorschläge unannehmbar fern sollten, sie öffentlich vor den kriegführenden Ländern firner* < «;cbcn und selbst sofort durch formelle Gegenvorschläge das Kckiegsziel bekannt zu geben, das sie für unbedingt erforderlich erachten

Berlin. 19. Dez. Einen ähnlichen Beschluß wie die So­zialisten des Seine-Departements faßte lautVossischec Zeitung' eine in Nimes tagende Versammlung der sozialistischen Bereini-

Gntente sprach- sich dahin aus, die Lage sei alles archere eher, als beruhigend. >

Der Seekrieg.

London, 18. Dez. (WTB.) Lloyds Meldung. Der dä­nische DampferMichael Ontschukeff" (2118 Ton nen) ist g e s u n k e n. Der englische SchonerC o n st a n c c" wurde durch ein Unterseeboot versenkt, die Mannschaft gerettet.

Batavia, 15. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Meder- ländisch-indische Preß-Agentur meldet, daß der Regierungs­dampferP i e t" in der Bankastraße gesunken ist.

Ms dem Reichs.

Die Einheitlichkeit der Bettiebsiiihrung auf den StaatSeiscnbahnen.

^ B e r l i n, 18. Dez. (WTB. Nichtcmrtlich.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Krieg stellt an den Betrieb der Staatseisenb-ahnen ganz außerordentliche Anforderungen. Der preußische Eisenbahnminister sah sich daher veranlaßt, um die Einheitlichkeit der Betriebsführung in bestimmten Gebieten zu verstärken, eine Oberbetriebsleitnng einzu­setzen. Nachdem für die westlichen Eiserchahndirektivns- bezirke bereits Ende Oktober 1916 der Präsident der Eisen­bahndirektion in Saarbrücken mit solchen besonderen Voll­machten ausgestattet war, erhielt nunmehr in gleicher Weise der Präsident der Eisenbahndirektion in Berlin für die mittleren und einen Teil der östlichen Bezirke dieselben weitreichenden Befugnisse. Beide Präsidenten sind als außer­ordentliche Kommissare des Ministers bestellt und erhielten als solche das Rechts für die ihnen zugewiesenen Bezirke elbftändig Verkehrssperre zu verhängen,' Umleitungen des Verkehrs vorzunehmen nno überhaupt alle Abhilfemaß- nahmen, oie zur Behebung eintretender Verkehrsschwierig- keiten erforderlich sind, Nach den Erfahrungen, die im Westen gemacht worden sind, läßt sich von dieser Ober­betriebsleitung eine schärfere Zusammenfassung des gefaul­ten Betriebslipparates und damit eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Staatseisenbahnen erwarten. Beide Eisenbahydirektionspräsidentell sind entsprechend ihrem er­weiterten Machtbereich zu Räten erster Klasse ernannt worden.

Ans Stadt Nttd

Gießen,

Land.

19. Dezember

1916.

an

' o * 'V.H-IUI1UU1.UHVJ I AJQ Ul t l , l L( UIVI 1 ^ U UlK

guug des Departements Gard. Gegen eine von zwei Abgeordneten verteidigte These der Minderheit wurde eine Resolution ange­nommen^ die die Regiermlg zur genauen Darlegung ihrer Kcicgö- ziele auffordert und sich für die Wiederaufnahme der internatio­nalen Beziehungen ausspricht.

Sonnino.

Zur Friedensbesprechung

'Berlin, 19. Dez. Zur Friedensbesprechung in Italien lmrd in verschiedenen Blättern feftgestellt, daß kein Redner im Parlament sich für unbedingt^ Ablehnung des Friedensangebotes der Zentralmächte erklärte. Heute werde Sonnino seine Erklä­rungen über den Vorschlag abgeben.

Japan.

Haag, 19. Dez. DerTimest wird aus Tokio berichtet: Die Frredensancrbietungen der Mittelmächte haben einen Kurssturz an ^^_A?ktenbörse verursacht. DieTimes" sagt, daß der deuffche Vorschlags allgemein mit Mißtrauen betrachtet wird, führt aber als Beweis dafür nur das englische in Japan erscheinende Blatt .Afiatic" an.

Geschäftigkeit im Vatikan.

B a f e 1, 19. Dez.Secolo" berichtet aus Rom, aus dem Vati­kan drmge keine Nachricht an die Oeffentlichkeit und man erfahre mchts über das deutsche Friedensangebot. Aber es werde eine große Bewegung gemeldet. Ter Papst und seine Sekretäre würden von Karduralen und hohen Persönlichkeiten besucht, darunter von Kär- drnal ^capnrclli, Exnuntius von Wien, vom Erzbischof von West- mmfter, vom Erzbischof von München und verschiedenen Gesandten der Ententemächte.

Eine spanische Stimme.

* .Madrid, 18 Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Funkspruch von dem Vertreter des Wiener K. K. Telegr.-Kvrr.-Bur. Das Friedens­angebot der Mittelmächte findet in der Bevölkerung und in der den Mittelmachten freundlichen Presse gute Ausnahme. Auch die diesen Achten feindliche Presse stellt das Angebot als einen geschickten diplomachchen Schachzug hin. Der Präsident der Käinmer, Vitta- nueva, äußerte sich in einer Unterredung'dahin, daß das Friedens­anerbieten dk'r Mittelmächte den Regierungen der Ententemächte

Ä eure Verantwortung auferlege, wdl der Vorschlag von alten Völkern gtMstig ausgenommen werden dürfte.

Aus Griechenland.

Amsterdam, 18. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die ,,-imes" erfährt aus Athen: Die Annahme der Forderun­gen der Entente bedeutet die Entfernung der Armee aus Thessalien und die Verbringung der Artillerie Peleponnes. Die Miierten tverden wegen der Er­eignisse von Anfang Dezember noch eine Note an' die griechi­sche Regierung richten. Inzwischen warten der französische und englische Gesandte Instruktionen ab und bleiben an Bord der Schisse im Piräus. Der französische 'Admiral ertreg am Freitag früh eine Kundmachung, in der den Be­wohnern der Stadt empfohlen wird, nacht Uhr abends die Geschäfte zu schließen. Athen ist abends dunkel Tre Stimmung ist ruhig. Die Verlegung der Truppen find Artillerie wird ungefähr drei Wochen beanspruchen und unter Aussicht der Militärattaches von -Offizieren der Alliier­ten geleitet werden.

Genf,18. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Athen wird gemeldet: Ministerpräsident Lambros hat erklärt, daß die Blockade erst aufgehoben würde, wenn die Frage der Genugtuung gelöst sei.

Rotterdam, 19. Dez.Daily Chronicle" meldet aus Griechenland, daß in Athen 3000 Venizelisten verhaftet wür­ben, da ihnen Hochverrat zur Last gelegt wird. Wegen dev Blockierung müsse Athen sich mit Brotrationen bescheiden. Athen, Piräus und andere Städte in der Nähe sollen nur für 14 Tage Brotgetreide haben.

^..Zerlin, 19 Dez Zlvei griechische mit Brot beladene Schrffe, die die Blockade zu durchbrechen versuchten, wurden versenkt. In Patras ist der Name Benizelos, den man einer Straße gegeben hatte, wieder abgeändert worden, -tte ^nnmohner von Volo haben das Venizelos verliehene Ehrenbürgerrecht wieder aufgehoben. Ein Gesandter der

Weihttachtssendirngerr.

Die Reichs-Poftverwalttmg richtete auch in diesem Jahr jedermann das Ersuchen, m i t d e n W e i h n a ch t s s e n - düngen bald zu beginneit_, damit die. Paketmassen sich, nick/ in den letzten Tagen vor dem Feste zn sehr zusavrmendrängen. Nachdem die Zahl der Eisenürhnzüge vermindert worden ist, ist cs noch- weniger als in früheren Jahren tunlich, bei dem anßer- ordenttick en Anschwellen des Verkehrs die gewöhnlichen Beförde- rnngssristen einzuhalten und namentlich, ans weite Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Zustellung vor dein Weih-nachtsfeste zn übernehmen, rvenn die Pakete spät eingeliefert werden. V i e l - mehr erheischen die gegenwärtigen, durch den Krieg geschaffenen schwierigen Berkehrsverhält- n i s s e dringend die besonders frühzeitige Auf- l i c f e r u n g d e r W e i h n a ch t s s e n d n n g e n, damit die pünkt­liche Unterkunft der Pakete gesichert ist 'und Betriebsstockungen fern-, gehalten werden.

Die Pakete sind d a u e r h a s t z u verpacken. Etwaige aus

Anffchriften und Beklebe-

bestellung: eine Bestellung. Landbestellung: einmalige Brief-, Geld- und Paketbestellung nach alten Landorten.

Montag, 1. Januar 1917:

Schalterdienststunden: 89 vorm., 121 nachm. Orts-' Briefbestellung: je eine Bestellung am Vor- und Nachmittag. Orts-Geldbestellung fällt aus. Orts-Paketbestellung fällt aus. Landbestellung: einmalige Briefbestellung nach allen. Landorten.

**

Der Groß- Rat in der

dein Verpacknngsstosf vorhandene alte Zettel müssen beseitigt oder unkenntlich!

.. - gemacht werden. Tic Be-

nntzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln. Zigarren­kisten usw. ist zn vermeiden.. Tie Aufschrift der Packte nnch deutlich, vollstänbi g und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht deutlich aus das Paket selbst gesetzt werden, so^ empfiehlt sich, die Berivendung eines Blattes w eißen Pa­piers, das der ganzen Fläche nach fest ansgeklebt werden tnruß. Am zwechmä ßigten sind gedruckt e A u f s ch r i s t e n aus weifhem Papier, dagegen sind Paketkarten Vordrucke ungeeignet für Paketmiffchristen. Bei in Leinwand verpackten Svmdnngen mit Fleisch und anderen Gegenständen, die Feuchtigkeit, Fett, Blut usw ab setzen, darf die Auffchrift nicht auf die Umhüllung geklebt lverden. Ter N ame des SBeftimmu n gSorts muß recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Paket- aufschrift muß sämtliche Angaben der Paketkarte Ent­halten, also auchl den Freiverinerk, bei Paketen mit Postnachnalyne den Betrag der Nachnähnre sowie den Namen imd die Wohnung des Absenders, bei Eilpaketcn den Vernrerkdurch. Eilboten" usw, damit bei einem Verluste der Paketkarte das Paket doch! dem Em­pfänger in gewünsch!tcr Weise ausgehändigt werden kann Ans Paketen nach großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf 'Paketen nach Berlin auch der Postbezirk 0, W, SO usw.> airzugeben. Damit die Pakete den Empfängerir auck! dann möglichst schnell zngeführt werden können, wenn die Aufschrift absallen oder unlesbar werden sollte, wird den Absendern dringend geraten, in das Paket selbst obenauf einen Zettel mit dem Namen, dem Wohnort und der Wohnung des Paketempfängers zu legen.

Zur Beschlemrigung des Betriebs trägt es wesentlich bei wenn schon der Absender die erforderlichen Marken auf die Paketkarte klebt.

Tie Verseirdung mehrerer Pakete mit einer Paket- kartc ist für die Zeit vom 12. bis einschlietzli«

2 4. Dezemberwederim in ne re n deutschen Verkehr

noch im Verkehr mit dem Auslande gestattet. Gemein­schaftliche Eifckieserungsbescheinign.mgen über mehveve gewöhnliche Pakete werden in der bezeickjneten Zeit nicht ansgestellt.

*

Der Schalter- und der Bestelldienst

wird während der Weihnachts- und Nenjuhrszeit in folgen­der Weise geregelt:

Sonntag, 24. Dezenrber 1916: Schalterdienststunden: 89 vorm., 121 nachm, An­nahme voif Paketen, Ausgabe von Paketkarten und Paketen wie an Werktagen. Ortsbriefbesteltung: eine Bestellung am Vormittag. Orts-Geldbestellung: eine Bestellung am Vor­mittag. Orts-Paketbestellung: zweimalige Paketbestellunq Landbestellung: einmalige Brief-, Geld- und Paketbestellung nach allen Landorten.

Montag, 25. Dezember 1916: Schalterdienststunden: 8-^9 vorni., 121 nachm Orts- Briefbestellung : eine Bestellung am Vormittag. Orts-Geld- bestellung fällt ans. Orts-Paketbestellung: eine Bestellung Landbestellung fällt aus.

Dienstag, 26. Dezeinber 1916: Schalterdienststunden: 89 vorm., 121 nachm. Orts- Briefbestellung: eine Bestellung am Vormittag. Orts-Gelo- bestellung: eine Bestellung. Orts-Paketbestellung fällt aus Landbestellung: einmalige Brief-, (^eld- und Paketbestelluna nach allen Landorten.

Sonntag, 31. Dezember 1916: Schalterdienststunden: Verkauf von Postwertzeichen 8 vorni. bis 8 nachm., sonst wie Sonntags. Orts-Brief- bestellnng: eine Bestellung am Vormittag, zwei am Nach­mittag. Orts-Geldbestellung: eine Bestellung. Orts-Patct-

Amtl<che Personaluachrichten. < herzog hat anl 16. Dezenrber den Vortragenden ovuv m ^ Abteilung für Schulangelegenheiten des Ministeriums des Innern Geheimen Oberschulrat Tr. Ludwig Nodnagel aus lein Nactz- I'uchen unter Anerkennung seiner mehr als fünfzigjährigen -tzreuen uud sehr ersprießlichi?n Ticuste und unter Belassmig in dem Amte als Ersitzendes Mitglied der Zentralstelle für die Laudesstatistik Mit Wirkung vom 1. Januar 1917 in den Ruhestand versetzt. Aar Großherzog X>at am 16. Dezember den Direktor der Augusttncrschulle zu Friedberg Theodor Ritsert zum Vor­tragenden Rat in der Abteilung für Schulangelegenheiten des Ättinsterumls des Innern unter Verleihung des Amtstitels ^Oberschulrat" mit Wirkung vom 1. Januar 1917 ernannt. Aer Gros; her zog hat am 16. Dezember den Lehramtsas- sessor Tr. Georg Frank zu Heppenheim a. d. B. mit Wirkung vom 16. Dezember 1916 an zum Oberlelfrer an der Augustiner- schwe zu Friedberg ernannt. Durch Entschließung Grosch. Ministeriums des Innern wurde der Aspirant des höheren Lehr- awts Tr. Karl Weiner aus Gau-Algesheim znm Lehramts- assessor ernannt. Der G ro ßherzo g chat am 13. Dezeuiber !s. ^s. den vom Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein auf die evangelisch!'? Pfarrftelle zu Götzenhain präsentierten Pfarrer Georg K u m p s zu Wenings für diese Stelle bestätigt. Der ® t io 6*0 e r j o g bat am 16. Dezember den Ergänzungsrichter bei der Kammer für Handelssachen am Landgericht der Provinz Rhmnhessen mit dev: Sitz in Worms Fabrikant Jakob Hecke l m Worms zum Handelsrichter und den Kaufmann Ludwig L o hn- rn Worms zum Ergänzungsrichter bei dieser Kammer, beide ^Ur die Zeit bis zum 31. Dezember 1918 ernannt

An s z e t ch. n u n g. Landsturmmann Georg Scholl von hier, nn Res.-Jnf.-Rgr. 81. erhielt für hervorragende Tavckrkeit vor dein Feinde am 25. Novbr. die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

** Die Ortskrankenkasse Gießen-Stadt wird mit dem 1. Januar 1917 einc'Erh öhung der Bei­träge eintreten lassen. Bereits bei Ausbruch des Krieges hatte der Bundesrat angeordnet, daß die Krankenkassen zur Sicherung ihrer Leistungsfähigkeit bis auf wei­teres alle Mehrleistungen einzustellen, sowie die Beiträge cuif 41/2 Prozent zu erhöhen haben. Ausnahmen hiervon Eliten stur nach vorheriger Genehmigung durch das zu­ständige Versicherungsamt gestattet sein. Pon dieser zuletzt erwähnten Bestimmung hatte die Orks krankenkaffe Gießen- Stadt insofern Gebrauch gemacht, als sie mit Genehmigung des Verficherungsamts nach wie vor nur 4 Prozent Bei­träge erhob, außerdem auch die Familienhilfe (freie ärzt­liche Behandlung der Familienangehörigen der Kassenmit- glieder) weiter gewährte. Dunch die infolge des Krieges ein­getretene Mehrbelastung der Kasse (Kranken- und Sterbe­geld für versicherte Kriegsteilnehmer, Kriegswochenhilfe usw.) haben sich! die Kassenverhältnisse wesentlich ungünstiger gestaltet. Weiter komnit in Betracht, daß die männlichen Mitglieder, die meist in den höchsten Klaffen versichert waren und deshalb die Leistungsfähigkeit der Krankenkasse in er­höhtem Maße gewährleisteten, ineist zum Heeresdienst ein­gezogen und durch tveibliche Arbeitskräfte, die vielfach in niedrigen Klassen versichert sind, ersetzt wurden, was auch insofern eine Mehrbelastung der Kasse bedeutet, als die weiblichen Mitglieder die Leistungen der Krankenkassen in wesentlich höherem Maße in Anspruch nehmen, wie die männlichen. Im Interesse der Leisttmgsfähigkeit der Z^ran- kenkasse und mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Beibehal­tung der Familienhilfe hat der Vorstand der Kasse deshalb beschlossen, die vom Bundesrat bereits bei Kriegsausbruch vorgeschriebenen Beitrüge ( 41/2 Proz.) ab 1. Januar 1917 zu erheben. Durch die Beibehaltung der Familienhüfe sowie ariderer 'kleinerer Mehrleistungen bietet die Ortskranken- kasse Gießen-Stadt im Gegensatz -m den übrigen Kranken­kassen auch für die Folge wesentlich mehr als die gesetzlichen Mindestleistungen.

Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u. Auf die erste Vorstellung des Kindermärchens voiuD a u m e n l u t \ cf) e r* morgen nachmittag 3^ Uhr sei nochmals hingewie!en.

** Früherer Schalterschluß beim Postamt. Auf Anordmmg der Kaiferlrchen Oberpostdirketion in Darmstadt roerden sämtliche Annahme- und Ausgabeschalter auch beim Postamt 1 (Bahnhofstraße) vom 2. Januar ab um 7 Uhr abends geschlossen Auch von 1 bis 2 Uhr nachmittags sind die Schalter nicht me^ ofseuzuhalten. Für den, Telegraphen^- und Fernsprech- dien st wird icdoch ein Beamter auch in der Zeit von 1 bis 2 Uhr nachmittags und von 7 bis 9 Uhr abends am Schalter anwesend sem. Die Auflieferung von Telegrammen nach 9 Uhr abends er­folgt rn derselben Weise wie bisher.

** Bei der Abwickelung des Stückgutverkehrs, find in gegenwärtiger Zeit gewisse Verzögerungen unver­meidbar, da die Güterwagen vorzugsiveise für dringliche Heeres- zwccke bereitgeftellt tverden müssen imb im .allgemeinen infolge der Ausdehnung der besetzten Gebiete größere Entsermungen znri'ick- legen, irne vor dem Kriege. Auch! das am vielen Stellen eingestellte Ersatz personal besitzt mitunter noch! nicht die gleiche Gewandtheit und Erfahrung, wie das zur Fahne einberufene ständige Personal Unter diesen Umftäüden kommt in. Frage, den Stückgutverkchr mehr, wre bisher, dem Privat-iS ammelladungsver -4 kehr der Spediteure zu überlassen. Es steht zn erwatten, das; hierdurch! in wirksamster Weise eine Entlastung der Eisenbahn so­wohl bezüglich des Ladegeschäfts, wie auch in Ansehung der für den Ltückgntverkehr vvrznhaltenden Güterwagen herbeigeführt wird.

** Tie Dienstr äu me des städtischen Lebens- mittelamtes befinden sich von Donnerstag, den 2 1. d. Mts. ab in den Erdgeschvßräumen des Amtsgerichts­neubaues Ost-Anlage Nr. 13, Eingang pon der Ost-Anlage. Sprechsttmden für das Publikum von vormittags 912 imb nach­mittags von 24 Uhr. Für beurlaubte Soldaten ist das Amt an Sonntagen und auch am zweiten SDeihnachtsfeiertag znnschen 10 mrd 12 Mw vormittags geöffnet. Am Atitttvoch nachmittag, den 20. d. Mts., ist das Amt wegen Umzugs geschlossen.

* Die dritte Kriegs-Weihnachtsfeier der Ste­nographen gesellschaft Gabelsberger E. B. unfl Da men abteilung am Sonntag aus der Liebigshöhe, die im größeren Rühmen zu Gunsten der im Felde stehenden Mitglieder abgehalten wurde, verlief in jeder Weise recht schön. Die M' n s i!k von Mitgliedern der Kapelle des Ersatzbataillons des Jnf.-Regts' Nr. 116, trug ihr gut Test zum Gelingen der Veranstaltting bei und was gesangliche Darbiettmgen anlangte, so bewies ein dank­bares Publikum den Herren Hütgens vom .Karl Scholtzg- Theater in Hamburg und Kirdorf durch großen Beifall, daß das Gebotene gut ivar imd mit viel Freude aufgenmninen rvurde Unter anderem Welt auch die Anwesenden ein flott gespieltes TheaterstückDas Kriegsge heimnis" in Spanlmng Der programmäßig als Mann mit dein sechsten Sinn aufttetends Zauberkünstler und Gedankenleser M edin i-V o g t, vom Ers - Batl. Jnf.-Regts. 116, sorgte mit seinen alles in tiefes (Grübeln versetzenden Glanzleistungen auf dem Gebiete der Telepathie zn eineni gitten Teil ftir das Gellngen der Bevcmstalttmg Es n>än« dankbar zu begrüßen, wenn Herr Vogt, der wirklich' intercffanw und selbst ftir die Wissenschaft noch ratselliafte Leisft,nam vÄl- bringt, ,rch auch einmal an anderer Stelle zur Verfügung stellen würde, um vor der breiteren Oeffentlichkeit Proben seines hoch-