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11.12.1916 Erstes Blatt
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Berlin, 9. Dez. (WTB.) Se. Ptajtsttit der König von Bayern verlieh bei seiner Anwesenheit im Großer? Hauptquartier dem Gencralfeldmarschall v. Beneckendorff i?ich v. Hindcnbnrg eine Plakette mit seinem Bild­nis, dem Ersten Generalquartiermcister General der In­fanterie Ludeudorff das Großkreuz des Militär-Max- Ioseph-Ordcns, sowie mehreren Offizieren des Großen Hauptquartiers andere Ordensanszeichnungen.

Die bulgarische Sobranje an Mackensen.

Sofia, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphenagentur. Der Präsident der Sobranje richtete an den Generalseldmarschall v. Mackensen folgendes Telegramm:

Die Nationalversammlung hat <u?läßlich des Falles von Bu­karest die Sitzung ausgehoben, und mich beauftragt, Sie zu diesem für die verbündeten Nationen freudigen Ereignis zu beglück­wünschen. Tie Schnelligkeit, mit welcher Sie Rummnen nredar- yeworfen haben ??nd in seine Hauptstadt eingezogen sind, ruft be- treisterte Betvunderung der Abgeordneten hervor. Ich bitte Exzel­lenz, den unter Ihrem Befehl stehenden verbündeten Armeen für die Wunder an Tapferkeit, die sie bei der Zertrümmerung und Züchtigung au dein tücfiHfyen Feinde vollführten, unsere Dankbar - keil auszudrücken.

Der Eindruck des Falles von Bukarest.

London, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) DemDaily Telegraph" wird aus Petersburg gemeldet, man habe dort nicht die geringste Neigung, die Bedeutung des Falles von Bukarest zu verkleinern, im Gegenteil, in Älen amtlichen Kreisen werde mit ungewöhnlicher Offen­herzigkeit zugegeben, daß der Feind einen Sieg von viel mehr als örtlicher Bedeutung errungen habe, der, wenn er sich aus den: eroberten Gebiete halten könne, einen sehr großen Einfluß auf die zukünftigen Phasen des Krieges ausüben werde.

Gouverneur von Bukarest.

Berlin, 11. Dez. Zum Gouverneur von Bukarest wurde lautBerliner Tageblatt" der in Marburg an­sässige General v. Heinrich ernannt, der 16 Monate Gou­verneur von Lille war.

Der Uebertritt bulgarischer Truppen über die Donau.

Sofia, 9. Dez. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Telvgraphen-Agentur. Der Korrespondent des Blattes Boenni Jsvestia" an der Dobrudscha-Front telegraphiert, daß bulgarische Truppen diese Nacht von Cernavoda unter dem Schutze der Dunkelheit die Donau übersetz- <tt n und den stark verschanzten Feind zurück­warfen. Infolge dieser kühnen Unternehmung wurden die gegenüber Cernavoda lagernden russischen und rumänischen Truppen gezwungen, ihre mächtig ausgebauten Stellungen zu räumen und in überstürzter Weise den Rückzug anzu­treten.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 8. Dez. (MTB.) Amtlicher Heeresbericht:

Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolia und im Cernabogen schwaches feindliches Gefchützfeuer. In der Nacht auf den 7. Dezember versuchte der Feind mehrmals, unsere Stellun­gen östlich der Cerna, südlich von Gradesnitza anzugreisen, aber alle Angriffe wurden von unseren Truppen abgewiesen. Beider­seits des Wardar schwaches Feuer der feindlichen Artillerie. An der Belasiza Planina Ruhe. An der Struma Artillerie- seuer. Eine englische Kompagnie, die sich Tschiftik Refik näherte, wurde durch unser Gewehr-, Maschinengewehr- und Artillericfeuer vernichtet. Vor unseren Gräben liegen 120 feindliche Leichen.

Rumänische Front: In der Dobrudscha unterbroche­nes beiderseitiges Artillerieseuer. An der Donau einzelne Kanonen^ schösse bei Silistria und Cernawoda. In der Walachei verfolgen die verbündeten (Heere, die sich östlich von Bukarest zurückziehenden russisch-rumänischen Armeen. Unsere Truppen überschrit­ten bei Tutrakan die Donau.

Sofia, 9. Dez. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Tele- gvaphen-Agentnr. Bericht des Generalstabes vom 9. Dezember:

Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolia

inr Cerna-Bogen heftiges feindliches Artilleriescuer in einzelnen Abschnitten. Oestlich von der Cerna und in der Gegend trän Moglena nichts von Bedeutung. Zn beiden Seiten des W a r - dar schwache Artillerietätigkeit. An der Belasi ca-Front Pa­trouillen gefechte. An der Struma heftige, aber wirkungslose Beschießung von seiten des Feindes. Am Nordranlde des T a h i - nos- Sees scheiterte ein englischer Versuch, gegen Tschiflik-Tewfik tyorgiujelycn, unter unserem Feiner vor unseren Stellungen. Dev Gegner ließ zahlreiche Gewehre und anderes Kriegs material zurück.

S** 1 ??*^«?* Front: In der Dobrudscha schwache Ar- tlllerietätrgkeit. An der Donau begannen die feindlichen Truppen, die das linke Donauuser zwischen Dutvakan und Silistria besetzt gehal^n hatten, sich nach Nordvsten znrückzuziehen. Unsere Trup­pen, die die Donau bei Tutrakan übersetzt hatten, haben die Stadt Oltenitza genommen, dre vom Feinde geplündert ist. Weitere Trtrpven haben die Donau bei Si l i str i a über schri tten. Dre Russen habe?, die Stadt Kalaresch und die umliegenden Dörfer m Brand gesteckt.

In der Walachei dauert die Verfolgung fort.

Der türkische Bericht.

Kvnstan tinopel, 8. Dez. (WTB.) Amtlicher Heere- Kaukains front: jWir führten einen Erkunoung- b»r1tov auf breiter Front ans uno warfen die russische Bor truppen auf oie Hauptstellung zurück. An den anderc Fvonten kern wichtiges Ereignis.

Konstantinopel, 10. Dez. (WTB.) Amllicher Heeresb rrcht vom 9. Dezember.

An der Kauka s usfron t wurde ein feindlicher Angriff g> unserer Jnfanterieregimenter durch unseren Gegenangrr

Kein richtiges Eretginis auf den anderen Fronten.

Die Lage in Griechenland.

London, 9. D^. (WTB. Nichtamtlich) Das Reuter Bursau Nreldetaus A t heu vom 7. Dez. DieLageistäuße ernst. Dre effektwe Blockade beginnt Freitag frlch 8 Uhr nflgkchen Untertanen gingen heute an Bord eines Dampf, Dre diplomatischen Verhandlungen dauern fort. Heute teilte Regierung den Gesandten der Entente mit, die militärische ' berettoegen ste gestern ©cf,.ritte unternommen i-at: Jg, ^ Bevölkerung der Stadt fürchte eine Beschreßu

Es^^herrscht große Besorgnis. Brele Leute flüchten nach siche

Ferner verbreitet das Neutersche Bureau folgende Athe Meldung vom 8. Dezember. Die anwesenden Italiener ha M emgestbiffi: im übrigen ist die Lage unverändert. ^ Z«tt»mgEmbros" und die anderen Blätter derselben Nicht 'ii« »h»»lml,nsch, obroobl ihr Optimismus ungenchtfertigt in

Hern. 9. Dez. (WTB Nichtamtl.) Der Pariser Berichersta «o .Smrutvf bcifo >scra" «erichtet, der französische und hätten sich nach Piräus begeb y*ter mtuaf )me per Archiv' Das Gepäck des Personals der en iGm «Wes«nstschan sei bereits in Piräus eingeschiffl worden

T^mber, König. Konstant ~ Grsaickt,chast in WtTjcit BcrfttaMgt, er hrt

^..^^Uchland a irschliebe.il, iattä Me (Bntnrtc die

BerieAmge» alchrüche.

jöcTti, 9. Dez. (WTB. diichtaurllvch) DerBund" meldet zu den "Vorfällen am 1. Dezember in Athen folgendes:

Von autorisierter Seite erßchren wir, daß die griechische Regierung an ihren Vertreter in London eine Depesche folgenden Inhalts abgehen ließ:

Nachl einem Reuter-Berichte erklärte Lord Cecrl m Beant­wortung einer Anfrage des ^Abgeordneten Dalziel, daß am letzten Freitag ein höchst verräterischer Angriff gegen die auf Befehl des franzö fischen Admirals gelandeten Truppenabtellüngen der Alliierten gerichtet wurde, Und zwar «ohne jede Herausforderung! ihrerseits, trotz wiederholter formeller Zusagen sowohl seitens des Königs von Griechenland, als auch von seiner Regierung. Der griechische Gesandte in London wurde beauf­tragt, dem Minister des Aeußeren zu erklären, daß die königliche Regierung Herr französischen_ Admiral durch zwei Briese und mehrfache Erklärungen wiffen ließ, daß es ihr unmöglich sei, das geforderte Kriegsmaterial aus- tz u l i e fe r n. Obwohl der Admiral davon unterrichtet war, ließ er zahlreiche Truppenabteilungen aus schiffen, die in mehreren Trupps vom Piräus gegen die militärisch geschützte Hauptstadt marschierten Und sogar einen: Teil der Vorstadt besetzten, <ütS der sie dick grieck.isckien TruAse?? heraus drängte??. Tie königliche Armee be­schloß dann Nur, sich zu verteidigen und zwang die An greifen den zum Rückzug. Auf Wunsch des franzö­sischen Lldmirals wurde nach den Zusammenstößen, die am Vor­mittag zwischen den Abteilungen dar alliierten und unserer Truppe?? stattgefundei? haben, ein W a f f e n st i l l stan d geschlossen. Trotz- den? und nach! Einstellung des Feuers begannen die Kriegsschiffe der Alliierten verschiedene Punkte der Stadt zu beschießen und schleuderten ?n in beste ns 38 Geschosse, davon 7 gegendasköni gl? che Schloß. Unter diesen Umständen kann weder von Verräterei noch von einem Angriff ohne Heraus­forderung die Rede sein.

Bern, 10. Dezv (WTB.)Corriere dekla Sercp' mel­det ans Athen: Köni^ Konstantin hat den Königen von England und Italien und dem Zaren von Rußlartd telegr,rphisch mitgeteilt, die Untersuchungen hätten bewiesen, daß eine Verschwörung angezettelt worden sei, die am 1. Dezember die Dchnastie hätte stürzen sollen. Die Schuldigen wurden genannt.

Bertrauenskundgebung für das italienische Kabinett.

Rom, ü0. Dez. (WTB.) Meldung der Agenzia Stefani: Ausführlicher Bericht: In oer Kammer verlangte B o s e l l? ei??e bestimmte, klare unc> positive Abstimmung über die Tages- vrdn?mg des 'Mgeovdneten Camera, die der Regierung das Vertrauen ausspricht. Um in diesem bedeutsamen Airgenblicke an alle Kräfte des Landes zu appellieren, müsse die Regierung voll imd aufiüchtig dirrch die Vertretung des Volkes gestützt »verden. Tic AbstimmMig müsse die Bekräftigung der Ei??müt?gkeit der Nation zwm Ausdruck bringen und die Herbeiführung des Sieges befchleumgen, zu dem jeder Verbündete so vollstä??dig und kräftig tvie möglich Mitwirken müsse. Boselli versicherte feierlich, das La??d habe zu den Verbündeten volles Vertrauen und wolle mit ihnen fest bleiben bis zum endlichen Siege. Der Ministerpräsident be­tonte die Notwendigkeit eines einträchtigen Zusamn??mwirkens, wie es im Kabinett der Fall sei, das sich zwar aus Angehörigen! verschiedener Parteien zusammensetzt, aber in Fragen der natio­nalen Verteidigung stets von vollkommener Einmütigkeit beseelt sei. So müsse auch die Kammer eine Art einheitlicher Front bilden als Ausgangspunkt oer ui?gcheuren Anstrengung, die das Land machen müsse, um die Anerkcnnllng alter seiner Rechte und den Triumph des Nationalitätei?-Pr?nzips als tvesentlrches Ziel des Krieges zu erringen. Boselli verlangte die Abstimmung über die Tagesordnung Camera, die das Vertrauen zum Ministerium aus­drückt. Er nahm auch die Tagesord^rrung Bertesi cm, die die Entrifftung über die belgischen Deportationen nusdrückt und die Befreiung Belgiens wünscht. Der Ministerpräsident erklärte, daß Italien in Ueberei??st?mmung mit den Verbündete?? die Waffen ???cht u?ederlegen werde, solairgc die Wiederherstellung Belgiens nicht gesuyert fei. Hierauf wurde die das Vertrauen ausspcechende Tagesordnung mit 376 gegen 45 Stimmen der offiziellen Sozia- litten angenomlmen. Die Tagesordm???g Bertesi wurde sodann unter Be?fallsku??dgebungen einstimmig angenommen.

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Der Kohlenmangel in Frankreich.

Berlin, 11. Dez. Wie die Blätter melden, soll die französische Regiewtng eine Einschränkung des Licht- und Wärmeverbrauchcs für ganz Frankreich um ein Drittel der bisher verwandten Mengen plunen.

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Unsere KrlegSz,ele rm Westen.

Berlin IDDez. IN derVoss. Ztg." schreibt Geor Bernhard. Unser Schutz .gegen Rußland ist militärisch fxd>e ^stellt. Der Schutz gegen Engla??d kann nur durch den Frieden^ vertrag erreicht werde,?. Im Ettelp-uukt unseres Interesses na Westen steht Belgien. Ein Belchen, das militärisch und in d Auße?wol?ttk ielb,täud?g bleibt, ist die größte Gefahr die es ff ^.exttschbmd geben kcnrn. 'Deshalb könne?? wir als reale Garant ?m Westen im Sinne der Krmzlerrede nur ein Belchen ohne He mw ohne selbständige diplomatische und konsularische Agentt ansehe??.

Der Seekrieg.

Borstoß der flandrischen Seestreitkräste.

Berlin, 9. Dez. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 8. zum 9. Dezember unternahmen tlnsere flandrischen Seestrettkräfte einen Vorstoß in die Hoofden, hiel- t en f . n hEändischen DampferC ale dv ?ri cd 1 und den brasilianischen DampferRio Pardv", beide mit Bann­ware nach Englaird unterwegs, an urw brachten sie in den Hafen e?n. (Hoofdei? heißt der Teil der Nordsee am Attsaa.ua des Kanals zwischen Holland und Norfolk.)

Die Praxis der englischen Passagierdampser.

Berlin, 9. Dez. (WTB. Amtlich.) Am 4. Dezember versuchte im Mittelmeer der englische Passagier­dampferCaledonia" (9223 Brnttto-Register-Tonnen) eines unserer Unterseeboote zu rammen, ohne daß er von diesem angegriffen war. Kurz bevor das U-Boot von dem Rammstoß getroffen wurde, gelang es chm, einen Torpedo abzuschießen, der den Dampfer traf und zum Sinken brachte. Das w-Boot wurde nur leicht beschädigt. Zwei als Passagiere auf dent Dampfer befind­liche englische Offiziere, Getreralmajor R a v e n s h a w, ab­gelöster Konlmandeur der 27.' Divisior? der englischen Salo­niki-Armee, und Gencralstabshairptmann Vickerman wurden ebenso wie der Kapitätl des Dampfers James Blaikie von dem U-Boot gesarrgen genommei?.

London, 8, Dez. (WTB.) Meldung des Reutersch Bureaus. Dre Admiralität meldet, sie hatte einen Ber? erhalten, daß ein bewaffnetes verkleidetes der 'ches Schiff vom Handelsfchifpchp mn 4. Dezember nvrdlrchet? Atlantischen Ozean gesichtet worden sei Ei wettere >Meldunjg jsei nicht eingelaufen.

London, 6. Dez. (WTB.) Meldmrg des Reutersch Bureau^^ Der DampferRind ja ui" ist nicht gesund er landete dre Besatzungen des spanischen Dmnpftrs G.

r o n a" und des yolländijcheu DavipfersK e d rri", deren V e r f e n t u n g früher gemeldet worden ist.

London, 9. Dez. (WTB.) Lloyds tnetdet: Der hollän­dische DanipferBorneo" laiwete die Desatzungeti des belgischen DampfersKettiei"' (2360 Tonnen) und des norwegischen DainpfersMeteor (4211 Tonnen), zu- samine'n 59 Personen. Beide Schiffe ivaren durch Untersee­boote versenkt worden. Der norwegische DampferNer- v i o n" (1020 Donnen) Hst gesunken.

London, 10. Dez. (WTB.) Lloyds meldet: Die nor­wegischen DampferSaga" undRakiura" sind wahr­scheinlich versenkt worden.

London, 9. Dez. (WTB.) Lloyds meldet, daß der dänische DanrpferSigurd" (2119 Br.-R.-T.) und der englische DampferA r i ft v n" versenkt wurden. Die englischen DampferTagfield" (4300 Br.-R.-T.) und P o u ch" sollen ebenfalls versenkt worden sein.

Kopenhagen, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der dänische DampferSteen Steensei? Blicher^h der gestern aus England mit einer Ladung Kohlen hier eingetrofsen ist, hatte die Besatzungen des dänischen Dreimastschoners Christin e" und der dänischen BarkR o b e r t" an Bord, die, beide mit Grubenholz auf der Reise von Schweden tiach England, von einem deutschen Unterseeboot angehalten und in Bra nd g e schosse n worden waren. Das Unterseeboot i?ahm die Besatzungen auf und lieferte sie nach einigen Stunden an den dänischen Dampfer ab. DieNational Tidende" meldet: Der schwedische DampferTuva" war am 2. Dezember von Archangelsk nach England abge­gangen. Seitdem hatte mat? nichts mehr von ihn? gehört und geglaubt, daß er mit der ganzen Besatzung untergegan- aen sei. Jetzt hat die Reederei die Nachrirht erhalten, daß der Dampfer von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden ist, das die Besatzung atifgenommen, sie zwei Monate an Bord behalten und nun in Wilhelmshaven gelandet hat, von wo sie in einigen Tagen die Heimreise antritt.

Kristiania, 9. Dez. (WTB.) Meldung von Norsk Telegramm-Bureau. Der norwegische Bizekonsul in Blyth teilt mit, daß der norwegische DampferElla" (878 Tonnen) mit 640 000 Kronen gegetr Kriegsgefahr versichert, von Gothenburg nach Goole unterwegs, am 5. Dezember 2 Uhr nachmittags aus 56 Grad 55 Minuten nördlicher Breite und 5 Grad 30 Minuten östlicher Länge von einem deutschen U-Boot versenkt wurde, das das Rettungsboot tnit der Mannschaft ins Schlepptau nahm und später einem schwedischen Danrpfer übergab: dieser landete die Mannschaft in Blyth.

Kristiania, 9. Dez. (WTB.) Die norwegische Ge­sandtschaft in Paris telegraphiert: Der DampferAmi- citia" der Bergener Dampfschiffahrts-Gesellschaft ist am 6. Dezember versenkt worden. Ein Boot mit dem Kapitän und acht Mann ist in Brest angekoinmen. Ein zweites Boot wird vermißt.

Rückkehr derDeutschland".

Bremen, 10. Dez. (Zf.) Die Deutsche Ozeanreederet teilt mrt: Unser 5dandelstauchbootDeutschland" (Ka­pitän König) ist heute mittag nach einer schnellen Reise vor der Weser mündung angekommen.

Berlin, 11. Dez. Zum Eintreffen derDeutsch­land" vor der Wesermündung sprechen die Blätter ihre Freude aus. Im BerlinerLokalanz."'heißt es: Sie hat zu ihrer Ozeanreise noch nicht einmal 20 Tage ge- b r a u ch t. In Bremen gingen bald nachdem die Mewurrgen eingetrofsen waren, an vielen öffentlichen und privateti Gebäuden die Flaggen hoch. Mit Interesse sieht man all- aemein der Schilderung entgegen, die Kapitän König von dem Zusammenstoß mit dem Schlepper derDetttschland" geben wird.

Aus dem Reiche.

Einberufung des Reichstags.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Wie wir Hören, hat der Präsident des Reichstages die Mitglieder zu einer Sitzung fltr Diettstag, den 12. d. Mts., nachmittags 1 Uhr, ein­berufen. Es wird angenonrmen, daß t>er Reichskänzler in dieser Sitzung über die neue militärische Lage in Rumänien Mitteilung machen wird.

Grülwung eines Kanalmreins für Rhein, Donau und Neckar.

Stuttgart, 9. Dez. (WTB.) In Anwesenheit von Vertretern der württembergischen Ministerien des Innern, des Aeußern und der Finatrzen, des bayerischen Ministe­riums des Innern, der badischen Mnnfterien des Innern und der Finanzen, des hessischen Mi nisteriums des Innern, der Oberbürgermeister der Städte Stuttgart, Heilbronn, Ulm, Mannheim, Ludwigshasen, Heidelberg üsw.. sowie in Gegenwart zahlreicher industrieller Kreise ging heute die Gründung des S ü d w e std eu t s che n Ka- nalvereins für Rhein, Donau und Neckar vor sich. Der Verein bezweckt die Förderutrg der nationalen Bninenjchisfahrt. Zu seinem Vorsitzetiden' wttrde Geheimer Komnterzienrat Schiedmayer-Stuttgart geuählt.

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1 juer jraijcr

f)at trt diesen Tagen im Großett .Hauptquartier einen Weihnachtsglückwunsch für afle draußen im Felde wie daheim im lieben Vaterland" eigenhändig niedergeschrie­ben und befahl die Vervielfältigung auf' Postkarteit zu Wohlfahrtszwecken. Die Kartett werden bereits zu Beginn der komtnenden Woche zum Verkauf gelangen, dantit sie noch allerorten zu Weihnachtsgrüßen Verwettdung finden können. Herstellung und Vertrieb wurden der Rotophot A. G., Berlin SW. 62, übertragen.

Aus Stadt und Land.

Dießen. N. Dezember 1916.

Gemeinschaftliche Selbstversorgung.

Zur Frage der qeineinsgntcn Selbstversorgartttast sckneibt for Kr?egsern ähruligsantt:

1. Gemeinschaftliche Selbstversorgung liegt vor, n?enn di Wrrffcktattsffihrung eine genteinsame ist, also das Sch!reff, in einc Wirtsckfaff gel-alteii linrb, die völlig gemeinsam voti verschiedene? Personerr fatrreben wird. Dies gilt bei mehrere?? Miteiget?tün?ert und M?tpächtern auch daun, menn einzelne dieser Personen nich mn Mastt?iigsorte selbst lvvhnen, solange sie nur die Wirtschas mit betreibet?.

2. Gentei?,schaffliche Selbstversorgut?g ist auch dai?,?. t?och mög l?ch, trenn n?dyt ld?e ganze WirtsÄaftsfül-ruug der Beteiligten ge nrevnam ist. sondert? nur die Beivirt,cl»afttmg der SchtveincinästlM geit gemeinsam erfolgt. Zur Gemciusamkeit der- Mästuttg in dieser Falle gehört, daß alle tvesentlick^u Borgättge der Riästungeu gc tmtusam, L°?rchgesuhrt !»erdeu das; also das Tier gemetnstm bc \dyam der ^faalt genternsam ltercitgestellt lu-trb u??d die Fül

Olnminsam oder inrrch yemeinsame Organ dirrchgefuhrt wird. Es genügt also irvcht, daß sich emzelne mrr rm