Nr. 2 1
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schnelle Fortschritte in der ValschLi.
(WTB.) VrotzeS Hauptquartier. 9.Dezember. <Amtluh^
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Im Sommegebiet war zu einzelnen Stunden der Gejchützkirmpf heftig.
Nachts gegen unsere Stellungen bei Le Transloy vor- aeyenor starke Patrouillen wurden durch Feuer und Nah- kampf vertrieben; eine Anzahl von Australiern blieb dabei in unserer Hand.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Nördlich des Na ro cz-Sees, in der S ko ry- E n ge. griffen nach Feuervorbereitung mehrere russische Kom- vagnien vergeblich unsere Stellungen an.
Front des Generalobersten
_ m Erzherzog Josef.
Zwischen Kirlivaba und Bistritz-Tal setzte der Russe gestern starke Angriffe an. Zumeist scheiterten sie verlustreich in unserem Feuer. Nördlich von Dorna Watra verlorener Boden wurde vorn Angreifer teuer erkaufe.
Auch bei in der Hauptsache fehlgeschlagenrn Angriffen iüdlüh des Trotusul-Tales errang der Russe bei erheblichem Kräfteverbrauch nur geringen örtlichen Erfolg.'
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Der linke Flügel der 9. A r m e e hat die rumänischen Divisionen, die von den Pässen nordöstlich von Sinaia sich nach Südosten durchzuschlagen versuchten, aufgerieben, mehrere Tausend Mann wurden gefangen, tntft Geschütze erbeutet.
Bor dem rechten Armeeflügel und vor der rasch vor- drtnge^en Donau-Armee ist der Feind in vollem RLckzuge.
Seit dem 1. Dezember hat der Rumäne an die beiden Armeen — soweit die zunächst flüchtige Aufräumung der Schlachtfelder um Bukarest ergab — ü b e r 7 0 0 0 0 Mann, 184 G eschütze. 129 Maschinengewehre verloren. Die Höhe der Zahlen lätzt einen klaren Rückschluß imf die Grütze des Erfolges der verbündeten Truppen zu rnd zeigt den Grad der Auflösung des rumänischen Heeres, dessen Verluste an Toten und Verwundeten zur Gefangenen- ;ahl im Verhältnis stehen.
Die Beute an Feldgerät und Kriegsmaterial st unabsehbar.
Mazedonische Front.
Auf den Höhenstellungen nördlich von M o n a st i r mrd nordöstlich von P a r a l o v o lag starkes Artilleriefeuer, dem leicht abgewrefene Angriffe im Eerna-Bogen folgten. Oest- lich des oberen Tahinos-Sees schlugen bulgarische Vorposten eine englische Kompagnie zurück.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorfs.
(WTB.) Trotzes Hauptquartier. 10. Dezember. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalseldmarschalls
Kronprinz Rupprecht von Bayern.
Zm Sommegebiet nahm abends die Artillerie- tätigkeit zu. Nachts östlich von Gueudecourt vorgehende starke englische Palwuillen wurden zurückgetrieben.
Front des Deutschen Kronprinzen.
In der Champagne und südlich von Ripont warfen unsere Stotztruppen Franzosen aus einer von uns geräumten. bann von ihnen besetzten Sappe wieder hinaus.
In den Vogesen westlich von M a r k i r ch holten ohne eigenen Verlust nassauische Landwehrleute mehrere Jäger und einen Minenwerftr aus einem französischen Graben.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Keine besonderen Ereignisse.
Front des Generalobersten Erzherzog Josef.
Wieder griffen die Russen zwischen K i r l i b a b a und Dorna Watra an. ohne einen Erfolg zu haben.
Südlich des Trotusultales konnten sie eine Höhe nehmen, jedoch gelang es ihnen trotz Einsatzes starker Kräfte nicht, seitlich der Einbruchstelle Boden zu gewinnen.
Heeresgruppe des Ge neralfeld marschalls vonMackense n.
DieArmeensindimVordringenind tröstlichen Walachei.
Zwischen Eernavoda und Silistria sind bulgarische Kräfte über die Donau gesetzt.
In der Dobrudscha geringe Gefechtstätigkeit.
M a z e v o n i s ch e F r o n t.
Nördlich von Monastir und im Cernabogen führten gestern die Ententetruppcn wieder einen starken Ent- lastungsstotz. Er i st gescheitert. Deutsche und bulgarische Truppen haben alle Angriffe der Franzosen und Serben
blutig zurückgewiesen.
Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.
Die Abendberichre.
B e r l i n. 9. Dez., abends. (WTB. Amtlich.)
Im Westen und Osten nichts Wesentliches.
In Rumänien vollzieht sich die Verfolgung plangemäß.
Jur Eerna-Bogen haben sich nach Artilftriekampf feindliche Angriffe entwickelt, die noch im Gange sind.
Berlin. 10. Dez., abeirds. (WTB. Amtlich.)
Nördlich der Somme zeitweilig starker Artilleriekampf.
In der Großen Walachei trotz Regenwetters schnelleFortsch ritte.
Ein erneuter starker Angriff der Entente-Truppen im Eerna-Bogen wurde blutig abgeMagen.
* » *
Für morgen, den 12. Dezember, ist der Reichstag einberufen worden. Das ist eine Uebervaschnng für die politische Welt, denn man hatte ursprünglich die Wiedereröffnung erst für Februar vorgesehen. In der kurzen Ankündigung des Wolff-Bureaus heißt es: „Es' wird angenommen, daß der Reichskanzler in dieser Sitzung über die neue militärische Lage in Rumänien VkitteilunAen machen wird." Die Berliner Blätter, die ja an der Quelle sitzen und solche Andeutungen alsbald mit positiven Angaben auszufnllen pflegen, beschränken sich ans die gleiche geheimnisvolle Wendung, daß man mit Spannung auf die Entschleierung des Geheimnisses warten müsse. Daß der Reichskanzler nicht nur den Fall von Bukarest, den wir ja schon gründlich wissen, mitteiten werde, ist anzunehmen. Man ernrnert sich aber mit einem angenehmen Schauer der Erwartung jenes Hinweises des bulgarischen Ministerpräsidenten, bald würden die Regierungen ihren Parlamenten erfreuliche Mitteilungen zu machen in der Lage sein. Das länst also doch wohl auf politische Folgen unserer Siege in Rumänien hinaus.
Auf welche? Der „Vorwärts" greift bei dieser Frage gleich wieder nach der langen Pfeife, um Friedensdüfte zu. verbreiten. Herr Scheidemann bekennt sich zwar nicht selbst als Verfasser, aber er scheint es zu sein, der rn seinem Parteiorgan dem Reichskanzler und der übrigen deutschen Welt etwas vorraucht. Es wird da im „Vorwärts" gesagt, daß es heule gewiß nicht mehr so starker Tobak sei, wenn die deutsche Regierung aufs neue dem Frieden den Weg zu bahnen suche. Das Blatt beruft sich auf seine früheren Aufforderungen, der Welt zu sagen, daß Deutschland zu friedlicher Verständigung bereit sei, scheint jedoch wenigstens etwas von dem Unzeitgeniäßen eines so wiederholten, beharrlichen Angebotes bemerkt zu haben, denn es kleidet seinen neuesten Versuch in folgende Formel:
„Acht Tage nach der Rede des russischen Ministerpräsidenten Trepoff, zwei Tage nach der Uebernahme der britischen Minister- Präsidentschaft durch Llvtch George wird niemand glauben, daß der Frieden über Nacht kommen kann. Was die deutsche Regierung heute — wenn sie will —i bieten fcnrri, ist noch nicht der Frieden, aber es ist eine fürchterliche Gewissensmahnung an die KriegSverlangerer und eine entscheidende Vorbereitung des künftigen Friedens. Das kann sie, wenn sie wlll
,,Eine fürchterliche Gewissensvermahnung." Wir hoffen, es lst noch etwas Besseres, was der Reichsleitung den Wunsch emgegeben hat, vor dem Reichstag zu erscheinen. Eine Ge- wrssensvermahnung für die Entente sind die Ereignisse selbst- kein Kanzlerwort wirkt so schlagend und vermahnend wie der Geschützdonner aus Rumänien. Gut Ding will Weile haben Vielleicht überlegen es sich die Feinde noch, trotz Trepow und Lloyd George. Möglichertveise hat einer der Feinde, nämlich Rumänien, es sich bereits überlegt, und dann wäre, wie wir schon cimnal sagten, etwas montenegrinisch duftender Tabcrkgernch in der Annäherurrg. Schon bevor sie die Hindenburgischen Schläge erlitten, müssen diese Helden von Bukarest bittere Tropfen im Wein ihrer Kriegsbegeisterung gespürt haben. Denn — man lese die neuesten Offenbarungen Radows, des früheren bulgarischen Gesandten in Bukarest —, die versprochene schwere Artillerie für beu modernen Krieg und die geforderte und zugesagte Konzentrierung von 200 000 Russen m der Dobrudscha w aren aus geblieb en. Nach Ravows Enthüllungen war Rumänien schließlich durch Drohungen, durch ein Ultimatum, zum entscheidenden und für das eigene Land verhängnisvollen Schritte gedrängt worden.
Wenn jetzt die ganze Welt — Petersburg nicht ausgenommen — die ungeheure Tragweite des Schicksals von Rumänien erkennt und erörtert, so habeil wir Deutsche ge- wiß ein Recht, diese Siege mit unserem ganzen Herzen zu feiern. So leuchtet es auch aus des Kaisers neuem Dankschreiben an Hindenburg heraus. Darin wird von einem „leuchtenden Beispiel genialer Feldherrnkunst" gesprochen, und es wird uns bestätigt, daß Hindenburg selbst es war, der alles entworfen und die „großen Operationen mit seltener Umsicht in glanzvoller Anlage urrd mit größter Energie in der Durchführung mustergültig geleitet" hat. In einem Antwortschreiben an einen deutschen Bundesfürsten hat der Kaiser wieder das große Wort von „genialer Feldherrnkunst" ausgesprochen. Das deutsche Volk sieht und hört das alles mit höchster Freude. Wenii die erwähnten Mitteilungen Radows richtig sind, so ist es erwiesen, daß Hindenburg schon vor seiner Ernennung zum Generalstabschef dem Kaiser „in vorausschauender Fürsorge die Maßnahmen vorgeschlagen" hat, „die den getrennt anmarschierenden Heeresteilen zu vereinigtem Schlagen den Weg wiesen". Denn Radew ägt uns, bereits Anfang August, also vier Wochen vor der Kr«gserklärung Rumäniens und der Ernennung Hnrdenbnrgs, sei dem rumänischen Mnifterpräsi- denken Bratiunu amtlich wagend mitgeteilt worden, Rumänien sei von zwei Seiten her durch Druppenkonzentrw.
tionen bedroht. In Bukarest hielt man dies' für „Bluff" Fortan wird aber das deutsche Wort bei den kleinen Staaten eine größere Geltung und Wirkung haben als bisher.
Die öfterreichisch-nngarischen Tagesberichte.
Wien, 9. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wirö verlautbart: 9. Dezember 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackense n.
Der Feind ist vor der Donan-Armee und dem rechten Flügel der Armee des Generals der Infanterie von Falkenhayn in vollem Mckzuge. Rumänische Kräfte, die es noch versuchen wollten, vom Gebirge her den Anschluß an die zurückgehende rumänische Armee zu finden, wurden gänzlich aufgerieben. Die Beute der Heeresgruppe seit 1. Dezember betrügt über 70 000 Mann, 184 Geschütze, 120 Maschinengewehre und unübersehbares Kriegsmaterial.
Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.
Im T r o t u i u l - Tal, dann zwischen Kirtibaba und Bistriz-Tal griff der Feind gestern abermals unsere Stellungen mit starken Kräften an. Von örtlichen Erfolgen abgesehen, blieben die Angriffe erfolglos.
Heeresfront des Generalfeldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Südlich des Pripjet keine besonderen Ereignisse.
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Lage unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
Wien, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verkautbart: 10. Dezember 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Zwischen Silistria und Eernavoda gewannen Bulgaren das linke Donau-Ufer.
Oestlich von Bukarest und Ploesti gewinnt mr- )txe Verfolgung Raum.
Die Truppen des Generals von A rz schlugen im Grenzraume westlich und nordwestlich von Ocna heftige russische Angriffe ab. Nur südwestlich von Sulta gelang es dem Feinde, uns eine Höhe zu entreißen.
Im Bereiche der Armee des Generalobersten von Ko e - vetz richtete der Gegner mehrere erbitterte Angriffe gegen die seit Wochen heiß umstrittenen Stellungen westlich von Fundu l-Mo ldo vi. Die bewährten Verteidiger wiesen ihn jedesmal zurück.
Weiter nördlich nichts von Belang.
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs ; & v. Hofer, Feldmarschalleutnant.
Ans dem großen Hauptquartier.
Berlin, 8. Dez. (WTB. Amtl.) Seine Majestät der König von Bayern, begleitet von dem Ministerpräsidenten Graftir von Hertling, ist hente im Großen Hauptquartier ein getrosten, um Seiner Majestät dem. Kaiser euren Besuch abzustatten. Gleichzeitig haben sich der Reichskanzler und der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes ins Hauptquartier begeben.
Das Grotztreuz des Eisernen Kreuzes für Hindenburg.
Berlin, 9. Dez. (WTB. Amtlich.) Se. Majestät der Kaiser hat hente dem GeneralfeldmarschaN v. B e n e ck e n- dorff und von Hindenburg das Großkreuz des Eisernen Kreuzes mit nachstehendem Allerhöchstem Hand, schreiben verliehen:
Mein lieber Feldmarschall!
Der rumänische Feldzug, der mit Gottes Hilfe fdsoit letzt zu einem w glwrzenden Erfolge führte, wird in der Kriegs- geschieht aller Zeiten als l c u ch t c n d e s Beispiel genialer Fel dHerrn kunft bewertet loerden. Von neuem l-aben Sie große Operationen mit seltener Unnicht ui glanzvoller Zkilaae und mit größter Energie in der Durchsül/riulg inustergültig geleitet und nur in vorausschauender Fürsorge die Maßiullnneii 'tHotvje- schilagen, die den getrennt anmarschrerendeqi Hoere>steilen zu per- estrtem Schlagen den Weg iviesen. Ilyren mrd Ihren bewährten Helfern int General,tabe geWilyrt dafür miss neue der Dank des V a t e r l a n d e s, das mit schlier Freude und Belvundermr.r die Siegesnachrvchteil vernoinnien Mid mit sichrerer Zrwersicht' und vollem Vertrauen auf solch^e Führer der Zukunst entgegensieht Ich aber habe den Wimsch, nnünem tiefgestihlten Dwrk und ineuier nnerngeschränkte:c Anerkeirnung dadiirch besviideven Ausdruck zu gebem daß ich Fhneir als ersten nverner E^nerale das (^roßkreiu des Eisscnen Kreuzes verleihe.
Gwßes Hauptquartier, dm 9. Dezaruber 1916.
Jbr dmikbarer iNid stets ivohl affektionierter K^na a*. Wilhelm L. 9


