Die Beute des gestrigen Tages — eS wm-en über 6000 Gefangene, 49 Geschütze, 100 gefüllte Munilions- wagen gezählt — bietet einen Maßstab für die Niederlage, die der Gegner erlitt. Vergebens versuchten die Rumänen durch ihre Karpathenofsensiin noch in letzter Stunde Hilfe zu bringen. Die Angriffe der Rumänen im Grenzgebirge westlich von Foesanr, die Anstürme zweier russischer Armeen gegen die Linien der Generale von Arz und von Koeveß scheiterten gestern mic an allen vvrangegangenen Tagen. Außergewöhnlich hohe feindliche Verluste bilden vorerst das einzige Ergebnis, das die Entlastungsoffensive in den Karpathen für unsere Gegner aufzmoeisen hat.
Nörlrch der der 5barpachen bei den k. u. k. Streit- kräften nichts Neues.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Italiener setzten ihr Geschützfeuer im Karst- abschnitt mit großem Munitionsaufwand fort. Auch nachts war der Artillcriekampf insbesondere im Südteil der Hochfläche lebhafter als bisher.
Ein Angriff feindlicher Flieger auf Ortschaften im Wip- pachtale hatte nicht den geringsten Erfolg.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
In Albanien unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f c r. Feldmarschalleutnant.
W i e n . 3. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. Dezember 1916.
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen.
Südwestlich von Bukarest versuchte der Feind durch einen Vorstotz starker, rasch zusammen geraffter Kräfte eine Wendung herbeizuführrn. Die feindliche Angriffsgruppe würde von Süden und Westen her gefatzl und über den Ni aslo v zurückgeworfen. Gleichzeitig überschritten deutsche Truppen westlich von Bukarest den Ä r g e s u.
Westlich und südwestlich von Gaesci brachen österreichisch-ungarische und deutsche Divisionen erneut rumänischen Widerstand. Andere Kolonnen der Armee des Generals von Fakkenhayn dringen im Dombevita-Tal vor.
Die auf rumänischem Boden gestern angebrachten Gefangenen übersteigen 2800: es wurden 15 Geschütze erbeutet.
Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.
Die K a r p a t h e n o f f e n s i v e des Feindes dauert an. Die gegnerischen Angriffe richteten sich vornehmlich gegen das Gebiet beiderseits des oberen Tretus und gegen unsere Stellungen im Südostwinkel Galiziens. Der Feind wurde, rvie an den Vorlagen, überall unter schweren Verlusten abgeschlagen.
Heeresfront des Generalfeldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Keine besonderen Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Der Artilleriekampf am Südflügel der küstenländischen Krönt hält Tag und Nacht an.
Südöstlicher Kriegsschanplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs ». H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
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Militärverwaltung in Rumänien.
Berlin, 2. Dez. (WTB. Amtlich.) Nachdem große Teile Rumäniens in die .Hände der Mittelmächte gefallen sind, ist von diesen eine B erwal tnn g des eroberten Gebiets eingerichtet worden. An der Spitze dieser „Militärverwaltung in Rumänien" sicht der General Tuelff von Tschepe und Weiden ba ch, der bei Beginn des Krieges Führer des 8. Rheinischen Korps war. Ihm unterstehen verschiedene Abteilungen, in denen neben Deutschen anck Vertreter der anderen Mittelmächte sind. Die Ausnutzung des Landes geschieht nach genau vorher festgclegtcn Grundsätzen, Me einerseits den Bedürfnissen Rumäniens, andererseits den Bedürfnissen der von England widerrechtlich abgeschlossenen Mittelmächte Rechnung tragen..
Ter bulgarische Bericht.
Sofia, 2. Dez. sWTB.) Bericht des bulgarischen Generalstabes vom 1. Dezember.
Mazedonische Front: In der Gegend von Monastir wresen wir schwache Angriffe gegen das Dorf Tarnova und die Hohe 1248 ziemlich leicht zurück. Im Ccrna-Bogen wurden die .Höhe 1050 und der Gipfel östllck, von bn:\ Dorfe Paralovo twn Artillerie heftig beschossen. In der Moglenica-Olegend und beiderseits des Wardar Artillerietätigkeit. An der ägäischeu Meeresküste näl-erten sich sechs von der Insel Thffsos kummende Barken der Mündrmg des Mesta-Flnsses, wir vertrieben sie aber dirrch (^ewehrfeuer.
Rumänische Front: In der Walachei dauert der Vormarsch siegreich und ohne Unterbrcämng fort. Am 24. November 'überschritten unsere Divisionen rasch die Donau bei Zimnicea und drängten stürmisch gegen Bukarest vor. U^bevall brackMt sie in erbitterten Kämpfen den verzweifelten Widerstand des Feindes und rügten ihm schwere Verluste zu. Am 27. November besetzten sie nach ichwerem Kampfe G i u r g i u, am 30. November überschritten fk Ae Linie Comana-Branistari-Jngureni, tmgefäÄ 20 Kilometer von dem Fortgürtel von Bukarest gelegen. Wir über- 2ilwanden den verzweifelten Widerstand des Feindes und erbeuteten, zwn telnvere Geschütze, 14 Feldgeschütze, sieben kleine.Kanonen und fm Maschinengewehre und machten ferner me* Offiziere unÄ 200 Soldaten zu Gefangenen. Auf dem Schlackchfelde ließ deh Feind zahlreiche Tote und Verwundete zurück. — In der Do- brudscha griff das vierte sibirische Korj^, bestehend ans der ernten und zehnten Infanterie-Division mit ungefähr 15 Batte- rmi nach längerer Artillerievorbereittmg, von 9 Ustc vormittags? bis 4 Uhr nachmittags dauernd unfern linken Flügel zwischen dem Dorfe Satiskoej und der Donau an. Der Angriff wurde auch von Batterien von dem linffm Touanufer her »rntersttitzt. Gegen 7 2 5 Uhr nachinittags näherte sich die feindliche Infanterie unter'dem Schutze des Nebels inneren Stellungen. Es entspann sich ein äußerst erbitterter Kampf. Zwei Pa n zer au t o mo bi l e näherten W Mitten im stärksten Kampsgewühl unseren Schützen gräbst. Unsere tapferen, ruhmreichen Regimenter der Division Preslav Ktrterm i men erneu mutigen stürmisckM Gegenangriff und schlugen «den Angreifer tiberall blutig zurück. Sie erbeuteten die Panzerautomobile, in denen, vier Maschinengewehre gefunden wurden Zwei Offiziere und 25 Mann wurden hier gefangen genommen. Ter Feind zog sich in seine ursprüngliche Stellung zurück. — Qfn der Donau Infanterie- imd Artilleriefeuer.
Sofia 3. Nov. <WTB. Nichtamtl.) Generalstabsbericht.
Mazedoniiche Front: Unsere Stellungen nordwestlich von Bitelia lmnden Irftiq beschossen. Wir wiesen durch Gegen- angrin einen Sturmangriff gegen die Höhe 1248 zurück Auf oen übrigen Abschnitten der Front schwache Artillerietättgkeft
R um Sn Ische Front: An der Walachei dauert der Vormarsch fort. Wir mast»' ^ Gesanchne und erbeuteten eine ^anon <lf -n der Donau Insantcriefeuer. Zwischen Carnavode und .. ttrna ?lrtilleriesM^ In, der Tobrudscha setzten heute die mullen ihre verz4veifelten Angriffe gegen den
linken Flügel unserer Stellung fort. Nach heftig ger Artillerie-, Maschinengewehr- und Jnfanterie-Fenervorberei- tung, die den ganzen Tag hindurch bis 6 Uhr nachmittags an- d«uerte. unternahmen die Russen den siebenten der innerhalb der letzten zwei Tage angesetzten Angriffe. Schwere Arttllerie auf dem linken Tonauuser wirkte bei den Angriffen mit. Der Gegner konnte sich Miseren Schützengräben auf 300 Schritt nähern, wobei er besonders südlich von Satiskej außerordeTttlich hesttg angrisf, rvv er in ziemlich dichten Kolonnen vorging. Nichts deftoweniger wurde der Angriff auf der ganzen Front von unseren unerschütterlichen Regimentern blittig abgewiesen, von denen das tapfere 19. Regiment (Schumen) sich am meisten anszeichnete. An dem Angriff nahmen drei Panzerantv mobile teil, von denen zwei durch unser Lttttilleriefeuer zerstört wurden. Das dritte wurde vertrieben. Wir nahmen 132 Soldaten gefangen, die dem 10., 39. und 40. sibirischen Infanterie-Regimeitt und dem 242. russischen Infanterie-Regiment angehörten. Die türkischen Truppen erbeuteten ein Panzerautomobil, auf welchem sie zwei englische Offt- ziere und sechs Soldaten gefangen nahmen.
Meutereien im rumänischen Heer.
Berlin, 4. Dez. lieber Meutereien im rumänisch eit Heere heißt es int Lokal-Anzeiger: Das 9. rumänische Kavallerie-Regiment hat den Gehorsam beim Abmarsch verweigert. Ten zur Erstickung der Meuterei entsandten Soldaten bot das Regiment einen förmlichen Kampf. Schließlich ivar es gezwungen, der Uebermacht zu Weichen und zerstreute sich in alle Windrichtungen. Drei Infanterie-Regimenter verweigerten den Gehorsam, als sie zur Karpathenfront abgehen sollten. In den meisten Fällen wurden die unzufriedenen! Soldaten von den Offizieren unterstützt. Tie Offiziere sind der Ansicht, daß König Ferdinand und Bratianu Rumänien zugrunde gerichtet haben.
Der türkische Bericht.
K o n st a n t i n o p e l, 2. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Heeresbericht vom 2. Dezember.
Kaukasus-Front: Auf dem rechten Flügel führten wir bei einer Erkundung einen erfolgreichen Angriff durch Wir trieben vorgeschobene russisckpe Llbteil trugen zurück. Keine Ereignisse von Bedeutung an dem übrigen Teil der Front.
Galizische Front: Unsere Truppen wiesen am 30. November itn Abschnitte an der Zlota Lipa mehrere heftige russische Angriffe ab, verfolgten den Feind in seine ursprüngliche Stellung! und brachten Gefangene zurück.
D o b r u d scha - Fr o n t: An der Front unserer Trupsren heftiges Artilleriefencr und Scharmützel.
Donau-Front: Unsere nördlich vom Flusse in der Richtung auf Bukarest vorgeheuden Truppen setzten ihren Vormarsch fort und wiesen mehrere heftige Angriffe des Feindes erfolgreich ab. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber.
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Kabinettskrise in England.
London, 4. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- Bureau meldet: Amtlich wird bekanntgegeben, daß As- quith zwecks wirksamster Durchführung des Krieges be- chloß, dem König zu raten, der Neugestaltung der Regierung zu zu stimmen.
London, 3. Dez*.(WTB. Nichitamtl.) Meldung des Reuter- schen Bureaus: Tie Sormtag-Abendblätter melden: Lloyd
George hat As quith seine Demission überreicht. Sie ist aber noch nicht angenommen. Asquith, der London gestern verließ, ist heute früh zurückgekehrt und hatte Besprechungen mit Lloyd George und verschiedenen anderen Ministern. Er erwägt jetzt Maßnahmen, um den Bedenken zu begegnen, die den Ent- chiluß von Lloyd George herbei geführt haben. Man hofft noch, daß irgend ein Modus vivendi, sich wird zustande bringen lassen. Garson und Donar Law sprachen heute früh beide im llnioni- 'tischlm Kdmtt^. Ihre gleichzeitige Anwesenheit in dieser im Unionisttschien Komitee. Ihre gleichzeitige Anwesenheit in dieser Sitzung wird für höchst bedeutsam gehalten. Man erwartet, daß Asquikh sich nwrg eu im Parlament äußern wird.
London 3. Dez. (WB.) „Repnolds Newspapett^ melden, Lloyd George habe sein En t l a s snng s ge s u ch eingc- reicht, weil er mit der Unentschlossenheit und den Verzögerungen in der Leitung des Krieges unzuftreden sei. Bonar Law und Lord Derby würden seinem Beispiel tvahrsck>einlich folgen. Es ei wahrscheinlich, daß Lord George sofort einen energischen Feldzug im Lande unternehmen werde.
London, 2. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Daily Chronicle" berichtet, die Gerüchte von einer drastischen Umformung der Regieimng seien unbegründet. Aber der K r i e g s r $ t des Kabinetts werde währscheinlich verkleinert und umgebildet werdcm. Er wertte aus Asguith, Lloyd George, Bonar Law, Balfomr und Carson bestehen, dldnnral Jcllicoe und General Robertson würden dem Kviegsrat als Berater beigegebvn werden.
London 2. Dez. (WB.) Meldimg des Reuterschen Bureaus. In Edinburgh wurde dm patriotische ^bundgebung veranstaltet, an der sich viele Tausende beteiligten. Tie Redner, die zu der Volksmenge sprachen, wiesen auf die Nottvendigleit hin, größere Opfer zu bringen. Einer der Redner sagte, das Volk warte nur darauf, geführt zu werden, und werde sich selbst einer Diktatur fügen.
Rotterdam, 2. TeZ. (WTB.) Ter „Nieuve Rotter'dam- sche Courant" meldet aus London: In den Wandclgängen des Parlaments geht das Gerücht, daß Asquith zurücktreten werde. Bonar Law werde vielleicht vorübergehend an seine Stelle treten, aber später durch Lloyd George ersetzt tverden. Es heißt, daß einige Mitglieder der ßfeden und der Arbeiterpartei beabsichtigen, am Mittwoch! gegen die Kreditvorlage, die Asgurth einbringen werde, zu stimmen. Sie wollen von der Re- gierimg eine deutlichere Erklärung über die Ziiele, für die die Alliierten kämmen, verlangen, als es AsguitlM und Greys letzte Rede waren. Sie wünschen eine Erllüruug ntit genauen geographischen mid sinauziellen Taten, um zu tvissau, tvosür das Land kämpft.
Wissenschaftliche und industrielle Nntcrnehmungen in England.
London , 2. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen B-ursrus. Die Regierung hat im Interesse der nationalen Industrien die Errichtung eines Amtes für wissenschaftliche und industriell« Unternehmungen beschlossen, wofür beträchtliche Geldsummen zur Berfügmrig gestellt werden.
Zusammenftösre in Athen.
Athen, 1. D«z. (WTB. Meldung der Agence Haoas: Eine neue Versammlung derGesandtenderAlliiertcn, an der auch der italienische Gesandte teilnahm, fand in der ftanzösischen Gesandtschaft statt. InziwisckM dccuert dar Lärm der gegenseitigen Beschießung an. Das Geschwader schießt einige Granaten ab, um das Feuer der griechischen Geschütze zum Schweigen süt bringen, die sich das Zappeion als Ziel genommen hatten. Ilm Mitternacht hörte das Feuer mff.
A t hen, 1. Dez., 5 Uhr nachm. (WTB.) Meldung der Agence Haoas. Die Lage wird ernster. Um 2Uhr nachmittags begaben sich die Gesandten Guillemin, Temidoff und Elliot, die sich in der französischen Gesandtschaft befanden, ncrch dem Zspveion wo sich Admiral d'Arttge du Fonrnst auMelt. Gewehrschüsse^ wurden an verschiedenen Stellen abgegeben. Maschiuengewehrfener lst- gmin, das mehrere Opsetr forderte. ?Men bietet den Anblick eineü belagerten Stadt. Reservistcnbanden, teils in Uniform, teils m Zivil, ziehen durch die Straßen und schießen ans die Häuser der Venizelisten sowie auf die an die Gesandtschaften von Frankreich und England angrenzenden .Häuser und auf die Ecvle d'Athsnes
Athen, 1. Dez 9,45 Uhr abends. (ATA. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Nach! Informationen von di-
plomattjcher Seile soll der König zugeffttmnt 1-aden, sechs! Batterien Gebirgsgesckiütze an Fournet zu verkaufen. Fonrnet soll seinerseits zugestimmt haben, sofort alle Truppen bis aus eine 300 Mann starke Wache in Zappeion zurückKuziehen. Das Abkonimen soll den anderen Ententeregierungen vorgelegp worden sein.
A t h e n, 2. Dez. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die englisch-französische7i Füsiliere und Seesoda- ten mußten unter dem Schultz einer starken griechischen Abtei lrrng mit ihrer ganzen Ausrüstung das Zappeion verlassen Und wurden auf den Weg nach dem Piräus gebracht. Tie Nachbarstraßen des Piräus waren vorher leer gemacht U7id alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, um Kundgebungen gegen die Entente zu verhüten. Einer Abteilung italienischer Soldaten, die sich gestern in die arcksäologische Sckptle geflüchtet hatten, wurde auf Vermittllmg des italienischen Gesandten gestattet, unbeläftigt unter griechischer Bedeckung abzuzichen.
Aus Ostafrika.
London, 2. Dez. Reuter meldet aus London: Der Knegs- minister teilt Mit, daß neue Nachrichten aus Ostafrika übep die Operationen seft dem 19. Oktober zunschen Jrrnga und bei Lus-embe und am Ruhndje-Fluß eingegangen seien. Am 19. Oktober war eine starke deutsche Kolonne unter dem Befehl des General-' majvrs ^Vahle aus Tabora vertrieben worden infolge des Vorrückens der englisch-belgischen Kolonnen von Nordwesten rmd Südtvesten her, die sDlich von Iringa mit den cuglffchen Truppen in Fühlung traten. Zu gleicher Zeit griffen am Ruhudje feindliche KeK« an, in der deicktichen Absicht. Ine deutsche Streitmacht des Westens zu imterstützen, den englffchen Eordon AU durchbrechen und ihre Vevbindimg mit der bentfrfxat Hauptmacht auszusubren. Es kam zu einem heftigen Kamps. Mehrere Versuck-e, über unsere Linien bei Nen-Jrrnga hinaus- zukonrmen, schlugen fehl, aotb am 30. Oktober erzielten bwj englischen Kolonnen beim Ruhudje einen beachtensiverten Erfolg, indem sie den Feind über den Fluß zurückwarftn, wobei er mehr als- 200 Tote und Verwundete verlor: arrßerdem erbeuteten die Uns eigen eine Menge Waffen und Material und machten 80 Gefangene. , Der westliche Teil der deutscknen Streitkräfte stieß rasdjl Ngominji, woselbst ein kleiner Posten nach langem' Widersttmo gegen numerische überlegene Kräfte ausgegeben worden war, nach dem Südwesten und ftuhte sich des gleichartigen Postens von Mu- langali zu bemächtigen. Diese Stteitmacht wurde durch eine Abteilung der englischen Kolonne am Ruhudje «rt 12. November geschlagen U7id zerstreut.
Inzwischen teitte sich die Hauptmacht der deutschen West- kolonne in (jmei Abteilungen. Die eine schloß den eng-, lischen Posten von Lupembe ein. Derselbe tmrrde von Eingeborenen verteidigt. Sie behaupteten sich sechs Tage lang bis UMi 16. November. Dann griff eine englische .Kolorrne die Belagerer an. die unter Zurücklasffmg eines Feldgeschützes in nörtx lick)er Ricbttmg zurückgeschlagen wurden.
Der Rest des Gros der deutschen Kräfte war auf die Station JlembUle, 68 Meilen nordöstlich von Neu-Langenburg, isoliert und mußte am 25. November kapitulieren. Die ZaU der ssch ergebenden Streitkräfte betrug 7 Offiziere. 47 Mann europäischer Truppen und 449 vollständig ausgebildete Eingeborene.
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Das Wölfische Delegraphenbureau bemerkt zu dieser Mitteilung
des .Kriegsamts:
Ein klares Pitd über die kriegerischen Ercignffse zwischen Iringa und Neu-Langenburg in den Monaten Oktober und November vermag die vorstehende Meldung nicht zu geben. Der englisch« Benckt, der über den deutschen Erfolg' bei Ngominje mit einiges nichtssagenden Worten hinvTeggeht, versckMeigt zum mindesten, daß es trotz aller englischen Gegenmaßnahmen dem größten Teil dev Abteittmg Wahle gelungen ist, zur Hauptmacht unter Oberst von Lettow durchzubrechen und die Verbindung mit ihiu herzustellen. ?luch betveist selbst die englische Darstellung über die deutsche Offensive am Ruhudje, daß die erstaunliche Widerstandskraft der Schntz- truppe noch immer nicht gebrochen ist.
Ein AnSsnhrverbot auf Lebensmittel in AmeiTika?
Washington, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Fmrkspruch von Vertreter des Wolffschen Bureaus. Verspätet erngetroften. Zu dem Vorschläge eines Ausfuhrverbotes auf Lebensmittel crf[äxtc : Staatssekretär Lauft n g, das Staatsdepartement habe keinerlei Ansicht über diesen Gegensta:td, der eine rein innere Frage sei. Lanstng fügte hinziu, das Staatsdepartement habe ein solches Ausfuhrverbot lveder besührwortet, noch ihm widersprochen, noch auch darüber verliandelt, dä er nicht der Ansicht föt es berühre di« internationalen Beziehungerk in irgend einer Weise. Man glanbtz hier, jdaß einem solck>ev. jVorgehen von keiner auswärtigen Regierung Ividersprochen werden könnte angesichts der Tatsache, daß diese Maßnahme im Interesse der öffentlichen Sicherheit ergriffen loerden würde.
• i *
Der 5eeMeg.
Ein srauzöftscher TruppentranSportdampser versenkt.
Berlin, 2. Dez. (WTB. Atrttl.) Eines unserer Unterseeboote Hut <rm 27. November in der Nähe von Malta den sranzö fischen vollbesetzten Truppentransportdampfer „f ernof (6816 Brutto-Me^ Register-Donne7t), der sich ans dem Wege nach Saloniki befand, versenkt.
Truppen an Bord der „Britanic"!
Rotterdam, 2. Dez. (WTB.) Nach aus London eilt* getroffenen Meldungen hatte der gesunkene englische Danrp- fe:» „Britanic" zwisckien vier- bis fünfhundert Mann Truppen an Bord, die weder zur Schiffs- besatzuna, noch zum Roten Kreuz gehörten. Mlß-erdem befanden sich über hundert Offiziere, darunter eitrige Flieger und cruck) eine firr Mudros bestimmte Ladurrg an Bord.
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Bern, 2. Dez. (WTB.) Nach einer Meldung des „Temps" aus Marseille ist der Postdampfer „Karnak" (6818 Tonnen) der Messageries Maritinres versenkt worden. Me Fahrgäste sind durch den Dampfer ,^Letitia" gerettet worden.
London, 2. Dez. (WTB.) Llolchs meldet: Die Goelette „Behrend" von London ist versenkt wordeir. Die Besatzung wurde gelandet.
London, 2. Dez. (WTB.) Lloyds meldet: Der Dampfer „Echolm" (1348 Brntto-Registertonnen) ans Kopenhagen und einer aus Bergen, soivre der hoMndische Dampfer „Kediri" (3781 Tourten) sind versenkt worden.
London, 2. Dez. (WTB.) Lloyds zufolge sind der norwegische Danrpser „Njaal" (718 Br.-R.-T.) und der französische Schooner „St. Ans der t" (25 Br.-R.-T.) gesunken.
Kristiania, 3. Dez. (WTB.) Einem Telegramm der Gesandtschaft in London zufolge ist der norwegische. Dampfer „A u d>" (1l02 Tonnen) cm 30. November von einem Tauchboot versenkt worden. Die Mannschaft ist in Perrzance gelandet.
K o p e nh a g e n , 3. Dez. (WTB.) Meldung des Ritzau- scheu Bureaus. Der Dampfer „Douglas" (1177 Bruttorogi stertonnen aus Laudskrona) wurde 120 Seenveilen von


