Lindenaes vvn rtnem deutschen Druchboot versenkt. Die
Besatzung wurde in ihren Bvvten dis in die Nähe der jüt- ländifchen Küste geschleppt, wo dänische Fischer sie auf- ncrhmen und lcrndeten. Der Dampfer war mit Amrironiak. Walzrnnschinen und Kohlenteer von Grimsby ruich Skien in Norwegen unterwegs. Die Fischer sahen, wie das Tauchboot einen holländischen Dampfer anhielt. Bald daraus hörte man Kanonenschüsse. Das Schiff wurde vermutlich versenkt.
London, 3. Dez. (WTB.) Lloyds meldet, die französische Goelette „St. Josephe soll versenkt sein, die BesaHnng gerettet. Die französische Brigantine ,^ndia- n i cr" wurde am 1. Dezember versenkt. Sieden Mann der Besatzung sind in Barry gelandet. Die Schaluppe „C o iv cord" ans Brixham wurde am 30. November versenkt, vier Mann der Besatzurvg sind in Bary gelandet.
London, 3. Dez. (WTB.) Lloyds melden: Der japanische Dampfer „N a g a La M a r u" tvurde versenkt.
Ramsgate, 3. Dez. (WTB.) Die englischen Fischer- fahrzeugc „Elg^' und „T a c" wurden versenkt, die Mannschaft gerettet.
London. 2. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Bericht aus Los Palmas kam der Postdampfer ,-Ri.ndjani" dort an. Er berichtet, daß um 2 llhr mittags der niederländische Frachtdampfer „Kediri" von" der Be mannung verlassen war, während ein deutsches U-Boot läivgsseits des Schiffes lag. Ein kleineres U-Boot kam an den „Rindjani" heran, worauf deutsche Offiziere die Papiere untersuchten und dem Postdampfer erlaubter!, die Fahrt sortzusetzen. Es wird gemeldet, daß die gesamte Bemannung des „Keoiri" gelandet wurde. Das letzte, loas man von dem Schiffe sah, tvar, daß es von einem U-Boot beschoffen wurde und sich, in sinkendem Zustande befand.
L o n d v n , 3. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der englische Dampfer „Bursenbex" und der norwegische Dampfer „Skjvlous" sino versenkt worden. Der englische Dampfer ,>Jstrer" soll versenkt worden sein.
Line Rede des neuen russischen Ministerpräsidenten.
Petersburg . 3. Dez. (W.T.B. Nichtamtl.) Die Duma lutt die Sitzungen wieder «rufgcuorumeu. Ministerpräsident Tre- pow hielt hierbei folgende Rede:
Es sind heute genau 28 Monate seit Beginn des Krieges verflossen, der an Ausdehnung und .Hartnäckigkeit seinesgleichen in der Geschichte nicht hat. . Es ist hier nicht der Ort, die Gründe seiner Entstehung zu wiederholen. Die ganze zivilisierte Welt weiß, daß nicht Rußland den Krieg begonnen hat, und daß nicht uns die Berantworttmg für das menschliche Blut trifft, das in Strömen fließt. Verblendet durch den friedlichen Geist und die Versöhnlichkeit, von welchen Htußlarch im Laufe der vorausgegan- gcnen Jahve Probcku abgelegt hat, die sie als Zeichen der Schwäche mißdeutet haben, griffm uns ütrsere vermessenen Feinde an. Eine lange Vorbereitung gab ihnen die Gewißheit, daß der Krieg nicht lange dauern, sondern mit einem Siege enden würde. Rußland hat die vottoogene Havausforderung angenommen und die unvergleichliche Tapferkeit unserer Krieger und der unerschütterliche Mut unserer treuen Alliierten stießen die Berechnungen des Feirches von Oftund auf um. Mehr als einmal ist im Namen der Regierung von dieser Tribüne herab laut verkündet worden, daß der Krieg bis zu einem völligen Siege durchgeführt werden wird. Mchr als einmal ist ebenso erklärt worden, daß k ei n vorzeiti-
gei friede aus irgend welchen Gründen auch immer, kein Sonder fri ede ohne unsere Alliierten geschlossen werden wird. Nichts kann diesen Entschluß umstoßen, der dem unbeugsamen Willen des erhabenen Beherrschers von Rußland entspringt, der sich eins weiß mit seinem ganzen treuen Volke: Rußland wird die Waffen nicht niederlegen, ehe ein völliger Sieg errungen ist! Die ganze Welt mag es noch einmal hören, daß, wie groß amh die Schwierigkeiten, wie groß die zeivociügen Rückschläge sein mögen. Rußland, das große Rußland und seine tapferen Alliierten den letzten Soldaten aufbringen und alle Mittel des Staates zur Verfügung stellen werden, damit der Krieg M einem entscheidenden Ende geführt und die Anschläge der Gewalttätigkeit der Deutschen für alle Zeiten vereitelt werden. Die Macht des Feindes ist nicht mehr ungebrochen, und die -ersehnte Stunde der Vergeltung naht mehr und mehr. Aber es bÄarf tox& ungeheurer Anstrengungen, um den Gegner, der alle seine Kräfte anstrengt, endgültig niederzusck>lagen. Tie Hilfsmittel Rußlands sind unerschöpflich: aber es bedarf des einträchtigen engen Zusammenwirkens des ganzen Landes und ganzen Volles, um diese Hilfsmittel der Erreichung des so ersehnten Zieles, der Vernichtung unserer Feinde, nutzbar zu machen.
ZudeninnerenFragen übergehend, drückte der Minister die Genugtuung über die in hohem Maße patriotische Tätigkeit der Zemstwo, Städte, sozialen Gesellschaften und Privatpersonen aus und fuhr fort: ' 1 ■»
Die Regierung wird in jeder Weise in dieser Tätigkeit vorangehen und ihrerseits Maßregeln ergreifen, um! eine feste Ord- Uung hinter der Armee herzu stellen. In der außer- gewö^tlichen Zeit, in der wir leben, machte sich der Mangel einer derartigen Ordnung namentlich in der Frage derVerpflegung bis pt einem Grade fühlbar, daß fiep trotz, des lleberflusses an kErzeUgnifsen der Menschen «an zahlreichen Orten beträchtliche Schwierigkeiten zeigen. Ueberdies ist es notwendig, die Frage zu untersuchen, ob nicht auf das System der besonderen Ermächtigungen und Verbote verzichtet und ein anderes angenommen werden muß, das dem Handelsverkehr: einen weiteren Spielraum gibt. Tie Schwierigkeiten, die sich in der Transportfrage ergeben haben, wei fen <mf die Notwendigkeit hin, beständig das große Eisenbahnnetz Hu überwachen. Im übrigen werden Maßnahmen zur vermehr ten' Beschafftmg von Brennmaterial ergriffen werden.
Der Minister drückte sein unverrückbares Vertrauen darauf aus daß Rußland ans dem Kriege erneuert und verjüngt, frei von den, Einfluß fremder Elemente hervorgehen werde. Sich an die Kammer wendend, sagte der Minister:
Es gibt viel dringende Arbett. Auch an Sre richtet sich der glühende' Aufruf, wnNiche Arbeit M leisten. Namens der Regierung erkläre ich affest, daß sie Von dem Wjunfchte beseelt ist, ihre Kräfte einer wirksamen Arbeit in Gemeinschaft mit den gesetzgeberischen Einrichtungen yu widmen.
Der Minister führte darauf d^e lFxagen an. dre vor allem in Gemeinschaft imd in Uebereinstimmung mit den gesetzgeberischen Einrichtungen gelöst werden müssen und erklärte: \
Bor allem ist es unerläßlich, Werkstätten und Fabriken im Lande zu errichten, die imstande sind, eine tapfere Armee mit den erforderlichen Wichsen und Kriegsmaterial zu versehen, damit keine bedroblichen Ereignisse sic unvorbereitet treffen können. Winter ist unerläßlich, die technischen Kräfte des Landes-!» entwickeln. Eine Reihe von Maßnahmen zur För dernng.der Berufsausbildung ist geplant. Ein Gesetzentwurf über den allgemeinen obligatorischen Unterrickst und über alle Mäß- nahmen zur .Hebung des .Kulturstandes der Bevölkerung wird der Duma vorgelegt. ^
Der Minister entwickelte cm Programm für Die Arbeit aller Verwaltungszweige und führt aus:
Der gegenwärtige Kampf ist cm so schwerer Und lmt eine so starke Rückwirkimg auf das ganze Leben im Innern, daß es unmöglich ist, voransz-usehen, welche der gesetzlichen Maßnahmen die jetzt ausgearbeitet werden, den Bedingungen in der Zukunft entsprechen werden. Augenblicklich besteht-das Programm der Re gi-erung nur aus einem Punkt. Das ist der Sieg, koste er, was er wolle, ein völliger und endgültiger Sieg. Der .Krieg, hat schon wMxtidp Opfer von uns gefordert, und er wird noch viele mit sich bringen. Dennoch soll uns das nicht hindern. Weder Rußland noch seine Alliierten sind schuld am Kriege. Aber nachdem der Krieg einmal von Zaun gebrochen worden ist, werden wir ihn nicht el-er beenden, als bis der Feind völlig erschöpft ifl und in Zukunft keine dauernde Bedrohung des allgemeinen Friedens bilden kann. Wir müssen den Krieg bis zur Vernichtung
des deutschen Militarismus führen und bis es ihm unmöglich rst. sich in naher Zuftmft wieder zu erheben. Es ist unerläßlich, die ständige Drohung mit Gewalt, die seit etwa zehn Jahren die ganze zivilisierte WM mit Sorge erfüllt, zu beseitigen. Der gegenwärtige Krieg muß gekrönt werden vont einem Sieg nicht mrr über den äußeren Feind, sondern auch übep den im Innern. Der Krieg Hat uns die Augen geöffnet. Wiü erkennen jetzt, paß die russische Industrie, dre russische Schule, die russische Wissenschaft und russische Kunst unter dem Joche des Deutschtums stehen. Eines der loichtigsten Probleme, die fftußland lösen muß. besteht darin, mit festem Fuß und entschlossen auf die Seite der Freiheit und Unabhängigkeit zu treten. (Verfall.) Ich wiederhole: Uns erwartet ein Kampf, dessen Ausgang im voraus bestimmt ist, der aber unsererseits noch bedeutende Austteng utgen fordern tirirb. Der Feind hält iroch immer einen Teil unseres Gebietes'besetzt. Wir müssen es noch wieder erobern und von dort aus das zeitweilig abgetrennte Königreich Polen wieder gewinnen. Das ist nicht genug. Wir müssen dem Feinde tote einst polnischen Gebiete jenseits der Grenzen entreißen, und wir wollen ein freies P o l en in seinen ethnographischen Grenzen und in unerläßlicher Verenn- aung mit Rußland nieder Herstellen. Seit über tausend fuhren strebt Rußland nach Süden zum freien Ausgang ins offene Meer. Tie Schlüssel zum Bosporus und zu den,Dardanellen, das Schild des Oley über dem Tor von Koustanttnopel, das sind die Jahrhunderte alten Träume, die dem russische Volle zu allen Zeiten seines Bestehens vertraut waren. Diese Wünscht sind seit Kriegsbeginn der Erfüllung nahe. Um Menschenleben zu schonen, halben wir gemeinsam mit unseren Verbündeten alles nur Mögliche getan, um die Türkei von einer Teilnahme an den sinnlosen Feindseligkeiten zurückzu l-alten. Frankreich, England und Rußland hatten nicht die Aufgabe,, die Türkei, in den Krieg l>rnem- znziehen. Sie haben nur darauf bestanden, daß sie in ihrem eigenen Interesse neutral bleibe. Gleichzeitig wurden der Türkei Bernche- rungen auf formelle Versprechungen gegeben, durch die ihr ftir ihre Neutralftat die Unverletzlichkeit idres Gebietes und ihrer Unabhängigkeit garantiert und ihr außerdem noch gewisse Vorteile gewähr wurden. Wer diese Anstrengungen waren vergeblich, und, geblendet durch die falschen Versprechungen Deutschlands, besiegelte die Türkei, indem sre uns hinterrücks angriff, ihr Schicksal. Rußlands Lebensrnterefsen werden von unseren treiren Verbündeten ge-) vade so gut verstanden, wie von uns selbst. Deshalb bestimmte die Vereinbarung, die wir 1915 mit Großbrit an - Inien und Frankreich geschlossen habeii, und der Italien 'beitrat, endgilltig Rußlands Recht auf die Meerengen und aus Konstantinopel. In Uebereinstimmung Mit unseren Alliierten wird heute die Erklärung über diese Vereinbarung! von dieser Tribüne aus abgegeben. Ich wieder l)vle: Die vollständige Uebereinstimmung über diesen Punkt ist unter den Alliierten fest gründet, und es besteht kein Zweifel, daß Rußland, nachdem es die freie Znfahrt ins dRittelMeer souverän in Besitz genommen! hchven wird, der rumänischen Flagge, die nicht zum ersten Male inr Kampfe neben .dem russischen Banner steht, freie Schiffahrt gewähren wird. (LMiganhaltender Beifall.) Niemals gab es in der Weltgeschichte einen so entscheidenden Augenblick. Wir müssen die ganze nationale Kraft sammeln und sie gegen den Feind werfen. Nichts wird dieser Kraft widerstehen. Erinnern Sie ich daran, daß. wie grausam auch die Schläge des Feindes sein mögen, doch der Endsieg unser ist und mit ftcherem Schritt zu uns komnit. Mm wir ihm vereint entgegen." (Beifall.)
Petersburg, 3. Dez. (WTB. 'Nichtamtlich.) Ter Neichs- rat hat feine Sitzungen nfteder ausgenommen. Er n-cchnc die Erklärung des Ministerpväsid-enten Trepow, die dieser bereits in der Duma abgegeben hatte, entgegen nno vertagte die Debatte auf den 5. Dezember.
Die SslöüuküusftMe
in den Räumen der Rezirrssparkasse Gießen ist morgen von 2 bis 4 Uhr geöffnet.
53m* Stadt «rid Land.
Gießen, 4. Dezember 1916.
Auszeichnung. Willi Gerstenberg, Sohn des Tapezierers Adolf Gerstenberg, Asterweg Nr. 16, Rn Jnl-Regt. Nr. 190, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. - Der Wehr mann Lewerenz aus Gießen, im Res.-Jns.-Regt. 66, 7. Res.- iv. 2. Bat. 7. Koinp. im Westen, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet. — Willi Kröck. welcher als ver- inißt gemeldet inurde, ist verwundet an der Somme in französische Gesarigenschait geraten. Willi Kröck und Feldwebel Ludwig Kröck, beide Brüder, haben das Eiserne Kreuz 2. Klaffe er halten. Es sind Söhne des Dachdeckermeisters Philipp Kröck.
** Wegen Eintragung in die Bestell-Listen für H ül s e n f r ü ch t e , Nudeln und MüHlenfabrikate sollten sich die Nerbrailcher nicht überstürzen. Erst wenn die anttlichen Listen herausgegeben sind, kann die Eintragung erfolgen. Mit dieser Eintragung sind die Mar ken abzugeben. Der Zeitpunkt brc Einreichung der Listen mit beu Marken an die Bürgermeisterei wird nocki amtlich bekanntgegeben, llnd auf Gtnnd der eingereichten Marken loird dann erst die Zuteilung von der Bürger meisterei arr die Kleinhändler und an den Konsumverein erfolgen. Die bisherigen Eintragungen begründen keinerlei Anspruch.
** Re chnun gsrat H'ohen stei n f. Durch den Tod des Großh. Gerichtskostenrevis ors Reckmungsrat KarlHohenstein, der vorgestenr nach kurzem Krankenlager verstorben ist, hat unsere Justtzverwaltnng einen überaus schmerzlick)en Verlust erlitten. Am 10. April 1845 in Hungen geboren, bestand er im Jahre 1869 die Gerichtsschreiberprüftnig nnd wurde nach lanyer TätigLeit beim Amtsgericht Friedberg und einer kurzen Verttetung des Gerichtsschreibers in Offenbach mit Wiäkmrg vom 1. März 1886 zum Gerichtskostenrevifor ernannt, hat somit dieses Amt nahezu 31 Jshre versehen. Was er in dem ansttengenden, mühevollen und vielfach undankbaren Amte geleistet, das ist der großen Zahl von Beantten und Behörden, die während seiner langen Dienstführung mit ihm zu tun hatten, bekannt. Es soll lster nur ftstgcstellt werden, daß er im Großherzogtum als Autorität auf dein weitverzweigten Ge biete des Gerichtskosten- und Stenrpelwesens allgemein, namentlich auch von der höchsten Justizbehörde, anerkannt war.
** Sorge für die Schul fügend. Zu dieser Frage geht uns heute noch folgende Zuschrift zu:
Im zweiten Blatte des „Gießener Anzeiger" vom Samstag ftndet sich eine Erwiderung auf die Anregung der Entlastung der Schuljugend. Die dariu angeführten Gesichtspunkte tteffen doch höchstens irur einen Teil unserer Schuljugend, aber gar nicht den nickst minder wertvollen Teil der Kinder, die die höheren Schulen besuckien: gerade diese leiden unter der Ueberbürdung. Sie werden nicht von meinem Schulart untersucht, aber jeder muß feigen, daß ihre Leistungen abnehmen, sie sich in der Schule als imanfn'.erksam erweisen und dirrch mehrere Stuirden währende Hausarbeiten überlastet sind. Werm morgens die Vollnnlch fehlt, jetzt sogar teilweise die Magermilch, tvas sollen sie deim zum Frühstück vor der Schule genießen, wo auch Haferftocken und dergleichen nickst auszutr^üben sind? Es bedan keines Beweises, daß eine Unterernährung lxn langer Sckwldauer eintteten muß: es würde aber der richtigen deutschen gelehrten Gttindlichkett entsprechen, so lange zu toarten, bis die Schädigungen einwandfrei fcftffefteüt sind: soll man dann erst ansangen, der Neuregelung des Lehrplanes näher zu tteten und sie „in Erwägung" ziehen?
** Ans dem S ta d t t hc ate rbu rrau. Nochmals sei auf die heutige Izochiutcressante Aufführung des spanischen Schauspiels
„Yorick" durch ein Ge^rmtgaftspiel des Foanffurtcr Reutti Tl)?o- ters htngrwiefen. — In der Neu ei.nuudi erung von Gerhart Hatlp! mmrns Komödie „College Crarnpton" am morgigen DE-- tag (7. Dienstag-Abonnements-Vorstellung) wird die Titelrolle von Herrn M«x W e s o l v w s k i gefpiett werden.
** Städtischer Eierverkaus. Tiellstag, den 5. ^ez., werden für die Brotmarkenbezirke XI, XII. I und II, und Freitag, den 8. Dez., für die Brotmarkenbezirke III, IV, V und VI Eier abgegeben. Die Abgabebedingungen sind dieselben wie bei dem letzten Verkauf.
Landkreis Gießen.
# Grünberg, 4. Dez. In russische Gefangenschaft kam der Lehrer Georg Sattler von hier.
" L i ch, 4. Dez. Hermann Lämmer aus Lich erhielt ctm 26. Oktober 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klaffe und nur 3. 3rov. die Hessische Tapferkeitsmedaille. Er ist ein Sohn des Riilch« Verkäufers Konrad Lämmer.
K Steinheim b. Hungen, 2.Dez. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde der Ersatzreservist Friedrich Keil von hier, beim Jnf.-Rgt. Nr. 99. Keil wurde in den Küntpien bei Verdun durch Granatsplitter schwer verwundet und liegt bereits 6 Monate in einem Lazarett in Landshut.
Kreis Büdingen.
ko. Büdingen, 3. Tez. Der Kreistag geivährte den Kreiswegwärtern eine weitere T e u e r u n g s z u l a g e von 70 Mark jährlich.
G O b e r - M o ck st a d t, Dez. Das Eiserne Kreuz erhrelt der Dizeseldwebel d. Res. und Ossiziersaspirant Jung, Sohn des hiesigen Lehrers Jung.
G Vonhausen, 4. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt Wilhelm Euler.
Wenings, 4. Dez. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Unteroffizier Konrad O e ch l e r.
Kreis Lauterbach.
4b Lauterbach, 4. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier H. Dörr, Lehrer an der hiesigen Volksschule.
Kreis Friedberg.
4bFriedberg, 4. Dez. Das Eiserne Kreuz rmd die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Gefreite S ch a a f, vorher Lehrer an der hiesigen Seminarschule.
ko. F r i e d b e r g, 3. Dez. Die Eröffnung der Volksküche dahier erfolgt am II. Dezember. Die einzelne Tageskarte kostet 40 Pfennig, die Wochenkarte für sechs Wochentage 2,10 Mk. An Sonn- und Feiertagen wird kein Effen verabreicht.
Starkenburg und Rheinhcssen. ob. Bingen, 3. Tez. Die Stadt Bingen legt etwa 100 Schweine in dem Schiffmannfchen Anwesen zum Mästen ein.
Kreis Wetzlar.
1c. W e h l a r, 3. Dez. Ein in vergangener Nacht in einer Baracke des Bewachungs - Bataillons im Lager Wetzlar nuSge- brochener Brand war nur geringfügiger Natur und konnte schnell gelöscht werden. Es sind nur zwei kleine Baracken verbrannt. Menschen sind nicht zu Schaden gekonimen.
F. C. Aus dem Kreise Wetzlar, 4. Dez. In Hochelheim wurde gestern nachmittag bei großer Beteiligung der Rangierer Vogt, der bei Ausübung seines Berufes im Bahnhof Gießen von einer Maschine ersaßt und getötet wurde, zu Grabe getrageu.
Hessen-Nassau.
[] Marburg, 4. Dez. Der Kommandeur des Landsturm- Bataillons Marburg, Oberstleutnant z. D. R e i n h a r d t, der seit 7 Jahren in Marburg wohnhaft ist, beging gestern sein fünfzig- jäh r i g e s M i l i t ä r d i e n st j u b i l ä u m.
--- Frankfurt a.M., 3. Tez. Im Stadtteil Bockenheim fand heute früh kurz nach fünf Uhr in der Wohnung der 24jährigenl Ehefrau Babette Damerow vermutlich infolge eines unechten Gasrohres eine Gasexplosion statt. Hierbei wurde die Wohnung» nahe-n zerstört und eine dcrruntergelegene Wohnung erheblich beschädigt. Die Frau erlitt Brandwunden am Kopfe imb an bet Brust, während ein kleines Kind unversehrt ^ blieb. Dir Feuerwehr hatte mit den Löscharbeiten länger als eine Stunde M tust.
— Höchst a. M., 4. Dez. In den Farbwerken erkrankte am Freitag der Arbeiter Friedrich Becker unter schweren Vergiftungserscheinungen, denen er kurz nach der Emlieferung ins Kreis-Krankenhaus erlag-
= Siegen, 3. Trz. Für die Schwerarbeiter des Siv- gener Jndustriebezirkes stellten die Landorte des Ko7N7rrunalver- bandes Pavchim i. M. infolge eines Aufrufes hiesiger Frauen zur Verfügung: 10 200 Eier, 945 Pfund Butter. 278 Pftmv Schmalz, 754 Pfund Speck, 425 Pfund Schinken, 378 Pfmü» Wurst rmd zwei Rehe. _
Letzte Nachrichten.
Kaiser-Wilhetm-Strotze in Adriarwpel.
Sofia, 4. Dez. In Orin. einem seit dem Maritza-Berttag! vom September 1915 bulgarffchen Stadttell von AdrranopÄ- wurde heute eine Straße Kaiser Wilhelm-Straße gr^ tauft und die neue Kadettenschule feierliche eingeweiht.
Die FriedensauSsichten.
Berlin, 4. Te^. Die „Vofsis che Zeitung" schreibt: Tie FriÄeirsaussiästen! Noch vor wenigen Monaten hätte man eZ als eine zügellose Phantasterei erklärt, überhMipt nur von ihnen zu sprechen. Heute empftiiden ixtet alle, daß durch die Grein,iffe der letzten Wocksen das Cache des Krieges uns dock, um ein Erhebliches ^cäher gerückt ist. Es scheint sogar die Staatsmänner schon eme getvisse Nervosität ergriffen pi haben. Unklar uns deictungssäM freilich sind ihre Morte, Wie das von altersher bei Orakeln der Fall «wwesen pi sein scheint. Es wäre vielleicht verfrüht, sich über Sache und Sinn ihrer Morte den Kopf zu zerbrechen.. Es würde sicher auch zu Enttäichhungeu fühveir, toenn man die Erfüllung dieser stcuttsmänni schon Träume schrn zum dritten! Kriegsweihnachten erhoffen würde. Llber eines bleibt: mag nur< an allen Deutungen sehr viel oder seist wenig wahr sein. W5r können froheren Hebens als jemals bisher rmfere kriegsstillest > Weihnachten feiern. Im Westen ist imseve Lage gesichert und im Osten laben unsere Heere Erfolge erhielt, die in der Kriegsgeschichte selten sind, !und vor allem etwas, was im wtzchselvollen Verlauf des Krieges mcht inttner der Fall tstar, eine politische Lagje gd-, schaffen, die uns eine Freiheit des Hicmdelns verleiht, wie wir sie uns besser nicht wünschen rönnen.
Erhöhung der Kriegsauflage in Belgien.
K öln, 4. Dez-. Wie die Kölnische Zeittmg meldet, mürbe ist Abänderung des Befehls vom 8. Oktober 1915 iinb gemäß Artikel 49 per Haager Landkriegsordrrung der belgischen Bcvölkerrcng bis auf weiteres eine Kr«kgsauflage von 50 M i t l i o n e n Franks m o n a t l i ch als Beisteuer $u den Kosten des Heeres,mterhalts und der Verwaltungsausgaben im besetzten ^Gebiete cruferlegt. Die neun belgischen Provinzen haben diese SuTüme <ruf dem Wege der .Anleihe zu beschaffen. Die erste Zahlung hat spätestens am 10. Dezember, dann alkmvnallich am gleichen Tage zu erfolgen. Die bisherige Kriegsauflage betrug monakffch 40 Millionen Franken.
Die Vorgänge in Griechenland.
Rom 4. D^. (W.T.B^ Richtamtl.! „Eorriere della Sera" meldet aus Athen: Aus der Hauptstadt und der Umgebung stellten sich rund 6000 Reservisten freiwillig und schlossen sich den 5000 Mann der Athener Olarnison an. Der König wurde gesehen, wie er in GenevalÄmiform auf dem Wege ngcb der Kaserne war, um' dort der Ankunft der Reservisten beizuwohnen. Gegen Mittag entwickelte sich in der Räl?e des KöTNgspalastes ein starker Tumult Die nwrgens erfolgten Zusammenstöße waren bis 10 Uhr abends heftiger geworden. Abends begaben ,ick der rran;dsisck>e und der englische Gesandte pi dem König, darauf an den Zappeion, um den Platzkonunandanten zu sprechen. Noch später begai>en sie sich nach dein Piräus, unr sich mit Fournet zu beraten Man glaubte daß ein Waffenstillstand vereinbart worden sei.


