Ausgabe 
4.11.1916 Drittes Blatt
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fiktrevmrg der Juden. Fvrtg^etzt versichert das KriegSmÄiLsterrmir,

sdatz e* n i d) I £ gegen jn 0 i , che *j| f i 4 i e rc yaoe. und öas eS antisemitische TendenZen wert von sich weise. Es fängt die Sache aber so ungeschickt wre möglich an. Dazu gehört a«ch die Juoenttatistik in Len K r r e g s g e s e l l s ch a f t e n.

rft nun einmal nicht zu leugnen, dach die jWffche Be­völkerung körperlich der nic^jüdischen Bevölkerung nicht gsvschsen ist. Ein Jahrtausend Ghetto geht an einem Volk nicht fpvrloS vorüber. Wenn ein Volk Jahrhunderte hindurch von jeder körper­lichen Arbeit ausgechlflossen wird, dann ist es kein Wunder, daß es körperlich pommerschen Grenadieren und oberöaverischen Dauern nachsteht. Wenn man in dieser Weise eine Zählung der Juden vornimmt, die auf ungebildete, antisemitisch infizierte 8 okgestzte ganz besonders aufreizend wirken mutz, dann macht man jüdische Vorgesetzte allerdings ganz mnnöglich. (Sehr richtig!) Trotzdem die Juden von dieser Steve aks ein Fremd- Ärper bezeichnet worden sind, haben die Juden rm Krisge ihre volle Schuldigkeit getan. Man sollte fie daher ihr Judentum nicht in einer so unnoble *. Weise fühlen Iahen. (Sshr richttg! lmss.) Leider macht sich der erbärmliche Antisemitismus im Heere mit -er längeren Dauer de§ Krieges immer mehr vreit. denn erbärmlich ist eS, jetzt, wo wir die Zusammenfassung aller Volkskräste brauchen, andere wegen ihres Bekenntnisses zu mißachten oder zu beschimpfen. (Zustinrmung Links.) Gs ist das ein trauriger Beweis für eine verkehrte Grztehvmg im Bol? mvd im Heer. Im Heer wird nicht jedem Tüchtigen freie Bahn ge­schaffen, da w-rd nach der Konfession gefragt.

Gerade die Kreise, die so diel Wert auf die Religion legen, begrüßen es freudig, wenn ein Jude auf einmal seine Religion beiseite wirft. Dann auf einmal ist er zum Offizier geeignet. Ist das das Ehrgefühl unserer Offiziere, ist das der sittliche Ernst, auf den sich das deutsche Volk so viel zugute hält? (Sehr gut! links) V>ele Jl^en sind für das Vaterland gefallen, sie hofften, cm dem Deutschland mitbauen zu können. da­mit Recht und Wahrheit, Kraft und Schüerheit darin walten soll. Sorgen wir dafür, daß' die Neberlebenden nüfyt schließlich die Toten beneiden muffen, die un Dienste !>es Vaterlandes ein rasches Ende gefunden haben, während wir einen hoffnungslosen Kampf mit Kleinlichkeit und Falschheit führen müssen. (Beifall links.) Geklagt wird ferner noch darüber, daß alte erfahrene Unteroffiziere nicht weiterkowmen, w^rend ihn-en junge, unerfahrene Leute als Vorgesetzte auf die Nase gesetzt werden, nur weil sie aug guter Familie stammen. So etwas geht jetzt ein* fach nicA.

Mut und Siegeszuversicht werden aefAhichet durch Maß­nahmen. lvie es die Zurücksetzung der Di^enten irrck Juden und alter erprobter Soldaten ist. Micken Sie nach Frankreich. Ich verneige mich vor diesem großen BE. das ffk feine bcrmcini- üchen nationalen Ideale fei.«n letzten BkütS t vs p fvn opfert. Dort drüben gibt es kernen Nnterschred zwrfchcn Juden und Christen, zwischen Freimaurern und Gläubigen, da gibt es nur ein fran­zösisches Volk und einen französischen Willen. Unser Ansehen im Auslände würde herabgesetzt werden, wenn nicht Wandel eintritt. Wir glauben nicht, daß uns eine bessere Zukunft ge­schenkt wird. So stark ist kein Kayer und kein Kanzler. Das Volk muß sich das bessere Deutschland seLbft bereiten. Wer wenn die Regierung dem Volke auch nicht allzu viel helfen kann, so kann fie jedenfalls sehr viel schaden, wenn sie nicht tut, um den Glauben an die Zukunft aufrechtzrrerhalteu.

Ern freiwilliger Offiziosus hat geschrieben, die neue Be­setzung in der Press eabteilung des Auswärti­gen Amtes bedeutet eine Abkehr von der Verbindung der inneren und auswärtigen Pottttk, namentlich der Kriegspslitit. Nach unserer Ansicht hat die Regierung gerade mit der Fun­dierung der Äriegr-Politik auf dem moralischen Boden einer guten inner«, Politik das Klügste getan, was fie konnte. (Zu­stimmung links.) Eine Abkehr davon Ware ein Verhängnis für Deutschland. Wir können nicht dulden, daß durch Ungerechtig­keiten und Unfreiheit, durch Kle-mlrchkeit und Schwache gegen ge­wisse alte ULberliefernngen der einmütige Sisgeswikle des Volkes zerstört wird. (Beifall lin^

Sbg. Dr. HaaS (fortfchr. Dp.): DaS geht nicht an, daß man unser Heer ein Klassenheer nennt. Das ist keine entrechtete Masse. daS sind kerne Knechte, beherrscht von stolzen Herren. (Beifall.) Was draußen geschieht, das kann nur gel-eistet werden von einem VolkSheer. Es gibt bedauerliche Ausnahmen, im allge­meinen aber find die Dinge gut. (Beifall-) Das ist keine demokra­tische Art, wie Dr. Lohn gesprochen hat. (Sehr wahr!) Draußen stehen keine Knechte, sondern aufrechte Männer. Der Disfidenten- erlatz paßt nicht in diese Zeit. Draußen fragt niemand nach dem Glauben des Kameraden. Als ich den Dissidentenerlatz las, fiel mir ein böser Witz aus dem Frieden ein. Da sagte der Haupt- mann zu einem Dissidenten:Wenn Sie sich bis morgen Leine an­ständige Rel'gion zugeegt haben, schreibe ich Sie zu den Juden!" ^Heiterkeit.) Dre I u d e n sta t i st i k hat lebhaftes Befremden erregt. Ist das das einzige Volk? Wie muß der Erlaß auf den jüdischen Soldaten wirken? Muß er nicht die Autorität der jüdi­schen Vorgesetzten untergraben? Mir wäre es als Kom- pagnleiührer nicht angenehm, wenn der Erlaß in die Hände meine? Kmnpagniescbreibecs käme. Sieht es nicht so aus, a(s ob die Juden alle Drückeberger wären?

Mir schrieb ein Jude, der Monate draußen war, verwundet wurde, das Eiserne Kreuz trägt und der jetzt Schreiber ist:Ich bin gezeichnet, weil ich nach allen meinen Verwundungen jetzt als Schreiber gezählt werde!" Beklagen jüdische Eltern nicht auch ihre gefallenen Söhne? Arbeit bleibt nach dem Kriege genug. Wir dürfen das deutsche Volk nicht auSeinanderreitzen! Ich glaube nicht, wie Heine, daß die Juden minder kriegstüchtig sind. Wären aber bei den Juden mehr Drückeberger, wäre das Gefühl der Feigheit und Angst größer bei ihnen als bei den andern, dann würde ich ihre Urgroßväter anklagen. Man sieht in Polen, wie ein Volk demoralisiert werden kann durch Druck und Knechtschaft. Wenn man eine Statistik machen will, dann zähle man richtig, dann zähle man auch die Rekla­mierten bei der Schwerindustrie, bei der Bahn, der Post und in der Landwirtschaft! Zählen Sie auch die Zahl der jüdischen Kriegsfreiwilligen! Die deutschen Juden haben ihre Pflicht getan! Jetzt keine Hetze, jetzt Einheit und Entschlossenheit im Interesse des Vaterlandes. (Beifall.)

Abg. Dr. Quarck (Soz.): Im Bezirk des XVIII. Korps wird He Statistik über die Juden mit den Worten eingeleitet:Um

den ungerechtfertigten Vorwürfen der Bevölkerung wegen Bevor­zugung der Juden egtgegenzutreten" usw. Bayern nimmt eine solche Statist,! nicht vor.

Die Aussprache schließt. Die Entschließungen des Ausschusses werden angenommen.

(Die Sitzung bawert fort.)

Neue Volkszählung.

Ber 1in, 3. Nov. (WTB. Amtlich.) Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 2. November dieses Jahres Bestim­mungen über die Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1916 erlassen. Und zwar soll die Gesamtzahl der in den Einzelstaaten in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember ständig oder vorübergehend anwesenden Personen durch namentliche Aufzeichnung fest- gestellt werden.

Die Aufzeichnung geschieht, wenn Personen zu einer wohn- und hauswirtschaftlichen Gemeinschaft vereinigt sind, nach Haushaltungen. Einer Haushaltung gleich geachtet wer­den einzellebende Personen mit eigener Wohnung und eige­ner Hauswirtschaft, ebenso die in Kasernen, Gefangenen­lagern, in Gasthäusern, Anstalten als Mannschaft oder als Fahrgäste auf Schiffen Untergebrachten. In die Haushal- tungslisden nach besftnrnrtem Muster sind, von i>en Haushalt tungsvorstäuden oder deren Vertretern für jede orts­anwesende Person Angaben über Vor- und Familienname, Stellung im Haushalt, Geschlecht, Geburtstag, -monat und -jahr, Familienstand, Staatsangehörigkeit Beruf, und für die vor dem 1. Dezember 1899 geborenen männlichen Reichs­deutschen über das Militärverhältnis einzutragen, außerdem ist anzugeben, ob ebne der Personen aus Anlaß des gegenwär­tigen Krieges Militärpension oder Militärrertte erhält. An­ordnungen zur Ausführung der Zählung werden von den Landeszentralbehörden erlassen. Wer wissentlich wahrheits­widrige Angaben für die Eintragung macht, oder wer sich weigert, die vorgeschriebenen Eintragungen in die Haushal­tungslisten zu machen, wird bestraft. Hinsichtlich der bei der Zählung über die Persönlichkeit des Einzelnen gewonnenen Nachrichten ist das Amtsgeheimnis zu wahren.

Die Volkszählung vom 1. Dezember 1916 will in erster Linie die genauen Unterlagen beschaffen, deren das Kriegs- ernährunosamt zur Erfüllung seiner Aufgaben aus dem Ge­biete der Lebensmittelversorgung dringend bedarf. Mehrfache Beobachtungen haben ergeben, daß die bisher na­mentlich der Getreide- und Brotzuteilung in den Kommunal­verbänden zugrunde gelegten Zahlen die notwendige Zuver­lässigkeit vermissen ließen. Daneben soll aber die Volkszäh­lung auch Zwecken der Heeresverwaltung nutzbar gemacht werden.

Aus Stadt rrnd Land.

Gießen, 4. November 1916.

Landleute und BolkSernährnng.

Der Vorsitzende der Landwtttschaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein, Graf Rantzau, erläßt eine beherzigenswerte Aufforderung an die Landwirte Schleswig-Holsteins, in der es heißt:

Die schleswig-holsteinischen Landwirte und Landwirtsftauen haben bisher Hervorragendes gelckiM, es gilt abjer jetzt auch dks! Letzte herauszuholen, damit keine Stockung in der Ernährung des Volkes und in der Herstellung von Kriegsbedarf eintritt. Ver­stimmungen über fvirNiche und vermeintliche Fehler in der Er­nährungspolitik dürfen daran ebensowenig hindern, wie das Gefühl ungerechter Beurteilung der Landwirtschaft seitens gewisser Ver­braucherkreise. Vergeffen dais auch nicht werden, daß der Krieg anderen Berufs ständen die schwersten Opfer aus­erlegt hat, daß die großstädtischen und industriellen Verbraucher die schweren Entbehrungen in der Lebenshaltung als etwas Selbst­verständliches hingenommen haben und auch weiter hinnehmen wer­den, wenn nur für die allernotwendigstech und unentbehrlichsten Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen gesorgt wird. Am drin­gendsten ist letzt die Versorgung mit Kartoffeln und Bchot. ^eder sorge dafür, daß das Getreide so fürt abgeliefert wird und die Kartoffeln in die Städte kommen. Das ist augenblick­lich das oberste Gebot des Tages. Wer diesem Gebot nicht nach- kommt, ladet eine schwere Verantwortung und eine große Schuld auf sich. Jedem Sachkundigen ist bekannt, daß die größten Schwie­rigkeiten der Erfüllung dieser Pflicht hinderlich waren und noch imbj sie müssen aber überwunden werden. Das eiserneMuß" )ei überhaupt in allen Fragen der Lebcnsmittelerzeugung oberster Grund> atz, der eiserneWille" zur vollsten Erfüllung der vater­ländischen Pflicht, ftei vor: übertriebener Gewinnsucht, sei Gemein­gut aller schleswig-holsteinischen Landwirte uitö Land-wtttssrcruen. Dmm kann und wird der Vernichtungsioille unserer Feinde sich mcht erfüllen und auch der Landwirtschaft die Anerkennung nach dem Kriege nicht vorenthalten werden, aus die sie vollen An­spruch hat.

*

. ** Er n t e r e v i s i 0 n s k 0 m m a nd 0 s. Da nach znvvr- lässigen Mitteilungen in manchen Gegenden des Korpsberei­ches noch größere Bestände an Kartoffeln und sonstigen Lan- desprooukten draußen im Felde stehen, wird im Interesse r e ch tzeitiger Einerntung das stellvertretende Gene­ralkommando im Bedarfsfälle auf Antrag der unteren Ver­waltungsbehörden Revisionskommandos entsenden. Diese Kommandos bestehen aus einem Unteroffizier, zwei Mann und einem von dem Kreis- oder Landrat zu bestimmenden bürgerlichen Mitglied. Sämtliche Revisionskommandos sind mit einem Ausweis des Stellvertretenden Generalkom­mandos versehen. Die Komnlandos werden nacl) näherer An- rveisung des Kreis- oder Landrats tätig. Insbesondere ist es ihre Aufgabe, darüber zu wachen, daß die Einerntung der Kartoffeln und der sonstigen, noch draußen stehenden Landes­produkte nachdrücklich betrieben wird und daß in den Ueber- schußkreisen die über den Bedarf der Selbstversorger hinaus­gehende Menge ordnungsgemäß und reck)tzeitig zur Verfü- gung gestellt wird. In Fällen, in denen sich ergibt, daß trotz aller Mahnungen einzelne Besitzer schuldhafter Weise ihre Pflicht versäumt haben, ist Enteignung und zwangsweise Einerntung auf Kosten der Säumigen zu gewärtigen.

, ** Stadttheater. Zu Schillers Geburtstag am 10. Nov. wird in jorgfälttger NeueinstudierungMaria Stuart" ge- gebeu.Ter siebente Tag". Die Lustspielneuheit des

nächsten Dienstags hat rm Berliner Komödienhaus beverts mrHv als 200 Ausführungen erlebt und dürfte, da es an den meisten Hof- und Stadttl-earern auf dem Spieiplan steht, zurzeit das meistgegebene Lustspiel sein. Das liebenswürdige RokoLostück, das seit kurzem auch am Fvankftirter SchauspielkMis gesebsr wird, ist hier mit ersten Kräften besetzt; die Spielleitung führt Herr Max Wesolowski.

** Tie höchste Höhe hat ein junges Mädchen aus Grün- berg erreicht, aus vem Gebiete der Frauenarbeit wenigstens. Als Toch>ter eines Dachdeckermeifters, dessen Sölme als Vaterlands-, Verteidiger im Felde stehen, hat das Mädchpn ihrem Vater ge-, Holsen, das Turmdach einer Kirche, das der Reparatur dringend be­dürftig war, auszubesseru. Mit Leiter, Stahl und Seil hat sie den Meister bis ans tue Höhe unter der Wetterfahne getreulich bagleitcL und roacker wie ein gelernter DachdecSergeftLe mitgeschafft. Stol^ über die wackere Leistung seiner Tochter erzählte der Vater unser« GewLlwsmann in der Eisenbahn von Mücke nach Grüuberg von der Tätigkeit seines weiblichen Mitarbeiters, welcher ausgerüstet wie ein richjtiger Tachdeckergeselle dabei saß und schmiunz«LnÜ meinte, wäre ich ein Bub, ich ginge auch uM in den Schützens graben.

M ®te Goldankaufs st elle hat die Dienststunden an den Dienstagen auf die Zeit von 2 4Uhr nach mittags verlegt. Samstag? ist die Goldankaufsstelle, wie seither, von 1012V, Uhr vormittags geöffnet. (Vergl. Anzeige in der heutigen Rümmer).

** T ie Volkszählung am 1. Dezember. Bekannt­lich haben seit dem Jahre 1875 aH3e fünf Jahre VolWzahlungen: stattgesunden. Nachdem die erste Volkszähkung nachl Begründung des Reiches schon am 1. Dezember 1871 stattgesunden hatte, sind regelmäßig derartige Erhebungen über die Bevölkerungsbewegung! vorgenvmmen werben. So hätte auch im Dezember 1915 eine solch« Zählung vorgenommen werden müssen. Infolge der kriegerischen Verhältnisse ist sie jedoch damals unterblieben und soll jetzt am 1. Dezember nachgeyolt werden. Ueber ihren Umfang werden in den nächsten Tagen vom Bundesrat nähere Verfügungen erwartet.

** S 0 nd er v e rl uftlist en. Bei den Landrats- bezw. Kreisämtern werden demnächst zwei Sonderverlnstlisten mit photo­graphischen Ausnahmen von Kriegsteilnehmern ausgelegt werden, weelche unbekamrt in Lazaretten verstorben sind. Diese Verlustlisten werden lediglich solchen Personen zugänglich gemacht, welche durch Unterlagen na/ch weisen, daß bei ihnen über das Schicksal eines Familienangehörigen ein berechttgter Zweifel besteht.

** D i e BezeichnungK 0 m m u n a l v e r b a n d" ist als Briefadresse ungenügend. Die Postanflalten kommen stets in Verlegenheit, an wen sie solche unbestimmt adressierte Briese abgeden sollen. Es sei deshalb dringend aufgesordert, bei Adressen den Kommnnalverband genauer zu bezeichnen. Am zweckmäßigsten erscheint es, diejenige Behörde anzugeben, für welche die Briefe bestimmt sind.

** Das Schwarz-Weiß-Theater, Selters weg, bringt zum Sonntag wieder ein gewähltes Programm mit den drei großen Fckmwerken »Das Himmelsgericht", in 3 Akten, ^Der Dolch", Drama in 3 Akten. Hauptrolle: die bekannte Kino- künstlerin Lilli Beck,Tinlenteufelchen", ein entzückendes Liebes- schauspiel in 3 Akten, und das interessante Beiprogramm. Sonntag ist Konzertbegleitnng.

iIwmcr?t(äts*Had?rid?ten« ~

= Frankfurt a. M., 3. Nov. Der Mlgemeine Studenten­ausschuß der Universität hat eine Einrichtung geschaffen, die bis jetzt in ihrer Art einzig dasteht. Der Student der Medizin, Karl Rothschild aus Groß-Gerau, wurde von ihm mtt der Abhal- kmrg von Stenographie-Lehrgängen an der Universität beauftragt, die im laufenden Winterhalbjahr wöchenttich zweistündig abgehalten werden. Die akademische Behörde hat einen Hörsaal zur Verfügung gestellt und ihr Einverständnis zu der Veranstaltung erklärt, da stud. Rothschild seine pädagogische Befähigung aus dem Gebiete der Stenographie (Gabelsberger) nachweifen konnte. Es ist die Einrichtung gleichartiger Lehrgänge nach dem Shstem Swlze- Schrey ebenfalls geplant.

dev Redaktton.

Mnoutzme Anfragen bleibe» »«berüttfichtiK-^

£. H. Die Ansicht des Erbschaftssteuevamtes ist im oorliegew- dEP. Falle zutreffend. Nach 8 26 des ReichserbschaftssteuergesetzrS wi.rv BerNiögen, dessen Nutzung einem anderen als dem Steuerpflichttgen zu steht, um den Wert der Nutzung aernrger veranlagt. Der Steuerpflichtige kann verlangen, daß die Ver­steuerung bis zmn Erlöschen des Nutzungsrechtes, also hier bis znm Uebergang des Vermögens an Sie, ansgesetzt wnch; das Erbschastssteucramt kann aber die Leistung einer Sicherheit für die zu entrichtende Erbschaftssteuer fordern. Die Zulassung dieses Rechts ans Aussetzung der Versteuerung bericht nach Kommentar Zimmermann zum Reichs-Erbschaftssteuergesetz iw raus, daß bei dem Erwerb des Vermögens ohne die Nutzung mtt dem Erb­fall zwar sofort ein endgülttger Erwerb und damtt die Steuer^ Pflicht begründet wird, daß abc'r dieser Erwerb materiell zunächst eure Bedeutung kaum hat und namentlich eine Bereicherung, aus welcher ohne wetteres der Steuerbetrag besttitten werden könnte, nicht enthält. Zur Aussetzung der Versteuerung ist ein beson­derer Antrag des Steuerpflichttgen an das ErbschaftssteueramL noyvendig. Wird dije verlangte Sicherheit fbinnen der gestellten! Frist nicht geleistet, so erfolgt zwangsweise Einziehung, derselben. G^en die auf die Beschwerde folgende Entscheidung ist innerhalb 2 Monaten w eitere Beschwerde an das Erbschaftssteueramt oder Großh. Ministerium der Finanzen. Abt. für Steuerwesen in Darnistadt zulässig. Wegen der Sicherstellung des Vermögens müssen Sie sich mit Ihrer Schwester ins Benehmen setzen.

Märkte.

Gießen, 4. Nov. Marktbericht. Auf dem beutig'en Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,990,00 Mk.: Hühner­eier das Stück 00 Pfg.: Käse 0 Pfg.. Kasematte 3 Pig. das Stück Hühner das Stück 0,0 )6,00 Mk., Hahnen das Stück 0,000,00 Mk. Ochsenfleisch das Psnnd 2,10-0,00Mk.. Knhfleisch 2,10-0,00 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,10-0,00 Akk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Psnnd 2,00-0,00 Mk., Hammelfleisch das Pfund 2,20-0,00 Mk.; Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk.; Zwiebeln das Pfund 25-00 Pfg.: Milch das Liter 30 Pfg.; Meerrcttig 2025 Pfg. d. Pfd.; Spinat 2530 Pfg. das Piund, Weißkraut das Stück 2040 Pfg., Rotkraut 20-50 Pfg, Wirsing 10-30 Pfg. das Stück, Kohlraben 7-20 Pfennig das Stück, Rote Rüben 1012 Pfennig das Pfund; Gelbe Rüben 10 bis 13 Pig. das Pfund, Endivien 10-15 Pfg.; Sellerie 1025 Pfg., Laclch 58 Pfg., Blunienkohl 2070 Pfg.; Tafelä'psel daS Pfund 20-22 Pfg., Wirtfchaftsäpsel 10-12 Pfg. das Pfund; Birnen das Pfund 18-25 Pfg. Marktzeit von 8 biS 2 Nhr.

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