Ausgabe 
30.11.1916 Erstes Blatt
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jturig etntrcftcn, so konnten sie die Hauptstadt retten. Ruß­land habe das unmittelbarste Interesse daran, den Oester­reichern und Deutschen den Weg zu versperren. Die Ent­fernung lldocki. sowie die ungenügenden Eisenbahnen seien seiner Berwrrklrchung der Absicht hinderlich. Nach der über­wiegenden Bedeutung iedoch, die Hindenburg dem rumä- imchen Kriegsschauplatz aufdrücke, könne man diesen Kriegs­schauplatz nicht mehr als sekundär ansehen. Mit der In­vasion der Walacher wolle Hindenburg nicht nur ein ge- rreidereichcc' ^and und ein neues Pfand in die Hand bekom­men, sondern er erwarte davon den unmittelbaren Vorteil, ~}£ vjwnt utn 600 Kilometer verkürzen zu können. Der Ar­tikel jchl retzt:

^ r Notlage Rumäniens ist nur vorübergehend. Aus 'keinen vsall. wrro ne den Umsmrg des serbischen Unglücks vom Vorjahrs errermen. Wir leiden gegenwärtig unter den Prüfungen unserer UUuerten. Wir dürfen iednw iekt nickt ixnr Mn! nertieren und

Au» Stadt «nd Land.

Gießen, 30. November 1916.

Die Frau im Weltkriege.

Aus Veranlassung des HaustrSundes für Gews^e, Handel und

. ar dürpen jedoch jetzt nicht den. Mut verlieren und 'ookren ruhrg Blut behalten, um zu handeln und baldmöglichst die Verhältnisse wieder ausglcichm."

In einer militärischen Betrachtung schreibt Temps" zur Lage in Rumänien unter anderem, die Ein­nahme der rumänischen Hauptstadt wäre ein bedauerliches Ereignis bei der gegenwärtigen Lage, jedoch von durchaus sekundärer Bedeutung. Wichtiger dagegen ist, daß die ru- wcrnische Armee dem gegen sie gerichteten Manöver ent- schlüpft und die russischen Truppen erreicht. Sind aber keine russischen Kräfte über Bukarest nach Alexandrien unterwegs, so ist der rumänische Feldzug gefährdet. An diese Ausfüh­rungen knüpftTemps" die Bemerkung, die alliierten Trup­pen in Mazedonien könnten ziemlich große Verstärkungen brauchen, da zu befürchten sei, daß die Deutschen, wenn sie ernen entscheidenden Sieg in Rumänien errängen, gegen Saloniki marschieren würden.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amt­licher Bericht.

Kaukasusfro nt: Scharmützel zu unseren Gunsten. -

I o b r u d s ch a f r o u t: Unsere Truppen warfen durch! Ar­tillerie- und Jsnfanteriefener feindliche, seit einigen Tagen milk Berichanzungsarbeiten beschüstigte Truppen aus ihren Stellungen Nwvei stc ihnen schwere Verluste znfügten.

> DtoUau front: Unsere Truppen, die die Donau übcr- schrrtten, haben am 27. November Alexandria besetzt, wo sie eme Lokomotive, 140 Wenhahnwagen und eine große' Menge Lebensmittel erbeuteten.

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Nach Rumänien Italien?

Bern, 29. Ncov. (WTB. Nichtamtlich.) In der italieni­schen Presse wird verschiedentlich die Befürchtung ausge­sprochen, daß nach Erledigung Rumäniens Italien durch eine Hindenburg- Offensive bedroht werden würde. In diesem Sinne äußern sichIdee Nazionale" und auch Popow Romano", der unter anderem schreibt, daP die -Möglichkeit einer Hindenburg-Offensive Italien von der Be­teiligung an dem sogenannten Manövrier-Heer der Entente ausschließen müsse, weit Italien zuerst cm die Sicherung ferner eigenen Grenzen denken müsse. Dieser Hinweis /zeigt bereits deutlich, warum man in Italien von einer Hindenburg-Offensive spreche.

Griechenland.

Bern, 29. Nov. -WTB. Nichtamtlich.)Eorriere deUa Sera" meldet aus Athen: Anzeichen von Widerstand scheinen o herrschenden optimistischen Erwartungen zu trüben,

^.etzte Nach, hielten Autwenizelisten :md Reservisten-Offiziere eine Geheimsitzung ab. Ungewöhnlicherweise werden Ossiziere auf Mili- tarautos abtransportiert. Ter Berichterstatter fügt hinzu: Selbst- vM^mdlech verstärken die Nachrichten aus Rumänien die Wider- stendsabsrchten. Die annvenizelistische Agitation breitet sich in Thessalien werter aus. Auch in Larissa und Tinoli nimmt die Agi­tation gegen die Bemzelisten in bedrohlichem Maße zu.

Amsterdam, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Einem hiesi­gen Blaüe zufolge wird derTimes" aus Athen gemeldet, daß die kritische Lage fortdauere. Man vertagte den K r o n r a t anschei- nend m der Hoffnung, daß bezüglich der Auslieferung der Geschütze ein Vergleich mit Fournet möglich wäre. Dieser scheint aber nicht geneigt zu fern, nachzugeben. Fournet besuchte mehrere Geschäfte von Benrzeüsten m der Herwesstraße und sah selbst die roten Kreise, mit welchen ste während der Nacht bezeichnet worden waren. Wenn die Drohungen gegen die Benizelisten auch nur zum Teil ausgesuhrt würden, ohne daß vorher entsprecheiche Maßregeln! unternommen werden, würde das eine Schwächung, wenn nicht den Zusammensturz der venizelistischen Partei bedeuten.

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Die Geheimfitzurrgen der französischen Kammer.

Wy- lWTB.) Meldung der Agence Havas: Dce Kv-mmer trat heute, wie dies vor einer Woche beschlosseni worden >var, zu der Geheimsitzung zusammen, um die vielen Inter­pellationen zur politischen, diplomatischen und militärischen Lam, uz besprechen Tie Tribünen würden für die Oeffentlichkeit um ?I 2 Uhr nachmittags geräumt. Tie Geheimsitzungen werden sich über mehrere Tage erstrecken.

Industrie, Ortsgruppe Gießen, sprach gestern abend * 1/2 Uhr in der großen Aula des wripersitätsgebckides Frau Lkdeke Schreiber Krieger über die Dienstpflicht der Frau. Die Re-nerin, die ihre Darlegungen in sachlicher Form und klarer Sprache vortrug, führte etwa folgendes aus:

Als der Weltkrieg ausbrach, habe er sich so dargestellt, als ob drc Rolle der Frau auch in öfefem %i**e dab klaqtose. Dulden feirt; jocroc.. Daß. sie alles schtveigend ertragen Ijafo?, habe sie auch in d^sem Kriege ausgezeichnet. Nicht nur die GröGe des Leides unter- Ichnde das Los der Frauen von dm: FrauensxMrksalen früherer Kriege. Neben dem Dukden sei «ich das Handeln der Fr«: hervor- getreten. Man habe an sang? nur an den Brrn-und^eiiMenst gedacht ^hre Kräfte seien dabei gewachsen Md vtetes LE> sei gemildert wordm. Tie Rednern: beklagte nur, die BerUfsorgmiisatvon der Krankenpflegerinnen nicht im elften .Kriegrjshre herangezoqen wor­den sei und sich daher nach Oesterreich habe wenden mckssen, wo sie viel Segen gestiftet habe. Im ZufaMm«:1Üauss d«mtt bedauerte sie, dap verdienstvolle Krankenpflegeriimen iin Frkde nicht dnrcb das Eiserne .Kreuz ausgezeichnet würden. Neben der .Krsmkenpftege und der wissenschaftlichen Beihilfe habe sich recht bald eine OBg-anisation des national«: Frauendienstes für die Bedürftigen jeder Art ge­bildet. waren! sind die Bertvaneiisperst»n«-i zwischen den Hilfe­suchenden und den Behörden geworbim. Die Wohnungsfrage habe die Mietseinigungsämter hervorgerufen, in denen sich Frauen be­sonders auszeichneten. Die Fähigkeit der Frau, Streitigkeiten zu schlickten, wird nach Ansicht der ReSnerin zu wenig zur Entlastung der Gerichte angewendet. Die Fürsorge fite ODachwst^ die Sorge sür die geflüchtet«: Ostpreußen, die Notwendigkeit, die Haus- Pflege weiter aUszudehnen, die Pflicht, fite die Wöchne­rinnen zill sorgen, die Errichtung von Heimen für 5kri»gKmütteU und Alleinstehende, sowie die BerrEtung des Arbeitsdienstes hätten der Fräu neue große Aufgaben gestellt, die sie glänzend losten. Die Ausnutzung aller Reste, wie Wolle, Papier, Kerne, die Sammelstellen usw. hätten ihre organisatorischen Fähigkeiten vollauf erwieien. In der Ernährnnasfrage hätten teie Frauen mit mrler Ausopserung die Kleinarbeit übernommen. Es sei bedauerlich,. daß die Fran nicht im geeigneten Moment zu großen Entschlie­ßungen auf dem Gebiete der Evnahrungssragen mit herangezogen wordeii se:. ^er sozialen Arbeit der Frau sei es mit zu danken, daß fern Hungerkrieg ausgebrochen sei. Tie Hauptsolle dsr Frau sei je-! dom als. Trägerin der deutschen Volts Wirtschaft zugesallen.! Frauen wirkten jetzt überall. In allen Industrien sei der Prozent- iatz der Frauen erheblich gestiegen, und ihre ArbeitSleisttniz werde ?^.vouwerttg anerkannt.. Trotzdem stäirden die Frauenlöhne er­heblich hinter denen der Männer zurück. Man sei berechtigt anzu- nehmien, daß die Frau eine besmrdere manuelle Geschicklichkeit für Qualitätsarbeit habe. Lob und Tank gebühre vor allem den Frauen <ws dem Lande. Ebenso hoch stehe die Frauentätigkeit im Schul- weien.Eine Schar Beamtinnen sei im Handel und Verkehr einge- treten. Eine Sammlung älter Erfahrungen mit der Arbeit der Fraueii let vorbereitet. Der .Krieg erichbpse so'.vohl die Kräfte der Frauen wie der Männer und die Frau -volle hinter dem Manne Nicht zurückstehen, aber bei ihren Leistlingen müßten bie besonderen, Familien iind LebeNsmittelverhältmsse berücksichtigt -verdcn, die' die Kräfte der Frmien nebenher stark in Anspruch nähmen. Tie Zwildiwstmicht des M-annes führe iteedkr größere Verpflich- tnngen für die Fran herbei in der Besetzung der freiwerdeiiden Stellen und in der Fürosrge. Eiiie umfass«ide Fürsorge müsse daher emsetzen, um die Kräfte der arbeitende-i Frauen und Kinder zu schonen. Vielen Fraicen würde Gelegenheit geboten, sich frei­willig hierbei zu, beteiligen. Ein großer Teil der Fraiienarbert werde rn den Frieden mit^ 'hinübergenommen -v^deii. Die Frau werde . nicht mehr ins Haiis zurück'kehren dürfen, da nur uns vom Weltarbeitsinarkt unabhmigig machen und uns, neue Absatzgebiete erschließen müßten. Viele Mannerkräfte würden fehlen. All das -verde auf die Frau zurücksaklen und sie werde in allen ßättbent die Trägerin der Pro- duktwn jein Daher bestehe die Pflicht, für dm Schutz der generati- ven Kräfte der Frau, für dm Schutz der Schwaiigerm und Mütter auch gegen die forzierten ForÄeruugm der Bepölkernngspolitik zu sorgen Ferner dürfe die Frau nicht als Lohndnickeriu auftretcnl und daher müsse sie Qualitätsarbeit erlernen. Tie beste Berufsbil

Aögliugssürsorge, Absatz 5 Zeile 4 Melkungen statt Meldungen/ Zeile 10 erreicht statt gereicht.

** Fleisch-Verbrauchs regelung. Wir verwei­sen auf die im heutigen Blatt veröffentlichte Bekannv- rnachung, wonach es künftig Frischwurft nur noch auf die Hälfte der Marken gibt. Für abgelieferte 11 Marken bei einem Wert von beispielsweise 20 Gramm erhält man also nur 5Vs X 40 220 Gramm Frischwurst. Für die restlichen 5Vr Marken kann daneben Fleisch bezogen werden. Diese Maßregel wurde notwendig, da mit Rücksicht daraus, daß es nach den Bestimmungen des Kriegsernährungsamts die doppelte Menge an Frischwurst wie an Fleisch gibt, eine übergroße Nachfrage in den Metzgergeschästen nach Frisch­wurst eintrat. Da eine Beschränkung nicht bestand, gingen viele Familien mit Rücksicht daraus, daß sie die doppelte Menge erhielten, dazu über, auf die sämtlickien Marken nur Frischwurft zu nehmen. Di^ Folge hiervon war, daß ein Teil der Einwohner Frischwurst nicht erhalten konnte. Es steht zu hoffen, daß durch die getroffene Regelung eine gleich­mäßige Verteilung der Wurst auf alle Familien erreicht wird.

** Zug Verlegung. Zur Herstellung des Anschlusses an den um 10,54 Uhr vorm, von Fulda abfahrenden Sz. v 41 FrankfurtBerlin wird der PK. 553 Gießen-^ Fulda vom 1. Dezember d. I. ab wie folgt früher gekegt^ Gießen ab 8,05 vorni. (bisher 8,12), Fulda an 10,49 Vvrm. (bisher 11,01). Gleichzeitig wird der Pz. 554 FuldaGießen zwischen den Stationen Oberlinrbach und Zell-Rourrod um: einige Minuten früher gelegt.

** ßoxqe für die Schuljugend. Man schveiöt mis^ Ten gejtrrgm Ausführungen über dieses Thema wird jeder Soter, ber Kinder zur Schule gehen hat, nur zustimmen könnm. Eine Herabtetznng der Lehrziele wäre in der jetzigen Zeit dn-rchaus am Platze. Taz^l gehört aber auch, daß die HEsachgkben, na.nl.mt- lick, dce schriftlichen, an Zahl n.nd Umfang weseEch verringert würden. Ebenso dürste es sich!, au-ch mit Rücksicht auf den Geldbmteh der Eltern empfehlen, den Verbrauch an Heften in dew Schulm etnms einzuschränkm. Ist es denn besonders in den töherm Sklnlen - wirklich so dringend nötig, daß fast in jeder Woche ein Diktat, eine Rechmarbeit und eine Arbeit m frentben Sv rachen geschrceb'eir wird. Sollte ^hierin eine dßenderung, bezßo. eine Beschränkung nicht möglich sein?

Ter Verband der oberhessischen Wirtschasts- 1 n n b E r w e r b s g e n 0 s s e n s ch a s t e n tagte gestern im Sa^ale oes Lmz'jchm Felsenkellers. Es warm 30 Genossenschaften ver­treten. Verbands-direktor M 2 y e r begrüßte die Erschienmm. So­dann erjtattete er Bericht über die Geschästsverhättnisse und die, algehLltenen Revisionen. In seinem Bericht über die dem Ver­band -angeschlvssenen Konsumvereine ist die erstmliche Tatsache bervorznheben, daß der Reservefonds und die Betriebsrücklage gegen Las Borjahr um über 15000 Mark gestie:gm sind. Das Ergeb­nis der 5 gesetzlichen und 12 unvermutet vorgenommmm Revi- 'wnen war zufriedenstellend. Tie Beschaffung der Waren ist stlpver. An 02 s stellvertretende Geireralkoinmcmdo ist vom Verband eine Eingabe gerichtet worden, in der unter Hinweis auf die zurzeit vestehenden Unzuträglichkeitm die Bitte um Höchstpreise für Klee- pnnen ausgesprochen wurde. Mit dem Appell, keine Verdrossen beit obwalten zu laßen, sondern stets nach dem Grundsatz: Me nie emm, und einer für alle zu handeln, konnte dieser Teil geschlossen' werden. Ter Bestand per Kreditgmossmschastm ist gegm'das Vor- Mbr unverändert, geblieben. Hervorznhebm ist neben dem SteiaWi) des Reservefonds das Anwachsen der Spareinlagetemtis und die sehr erfreu4ich ,2 Beteiligung an den beidm letztm Kriegsanleihen, dis leiueint. daß man in dm Kreisen der Gmossmschastm ein volles Verständnis für deren Wichtigkeit hat. Tie bisherige Ausgleichs- stelle ist aus Mangel an Beteiligung eingegangen. Dafür sotten sich die Gettos, michastm gegenseitig durch Verpfändung von Brief-, hypothekm auszuhelfeu suchen und eine Kontrolle sckmffm dadurch, dap die einzelnm Genossenschasten Verbandsdiroktor M ap'e r über feelbbebarr oder überschüssiges Kapital Mitteilung machen. Der vorgelegte Voranschlag für 1917 wurde ohne Beanstandung augeuommen. Die Prüfung der Ialwesrechnung für 1915 durch die Bor,üandsmitglieder Knau ß und D orfeld ergab keine Au- stände. Die Reck,uung selbst wurde genehmigt und die ousgeschiede- nen Vorstandsmitglieder durch Zuruf einstimnrig NTÜdergewählt.

tnmg, Pflichtfortbildungsschulen und Fachschulen müßten der Frau ^lls Ort sttt nächsten Berbandstachwählte man wieder Gießm' Nach osten stehen. Diese vermehrten Ausgaben machtm eine vermehrte emem zusamnieufassenden Schlußwort, in dem der Verbandsvor-,

Die Trauerseierlichteiten in Wien.

.. 'Wien 29 Nov. (WTB.) Der Andrang der Menge zur Be­sichtigung der Leiche des Monarchm war heute womöglich noch großer als gestern.

Zu dm Trauerseierlichkeiten trafen gestern Feldmarschall Erz­herzog Eugm die Herzöge Philipp Albrcckst und Robert von Würt­temberg. die Herzogin Maria Immaculata von Württemberg, die Alice von Toskana ein. Heute trafm ein: Feldmar- IchaUIrrzherzog Friedrich und der regierende Herzog Karl Eduard von Sachfen-Koburg-Gotha, der im Palais Koburg abstieg Am öer ottomanische Thronfolger Prinz Wa­hr d Eddin aus dem Bahnhofe, wo sich der türkische Botschafter wtt mehreren Herren der Botschaft einfanden, an. Er wurde vom Kaiser empsangm, herzlich begrüßt und nach der Hofburg qe- lettet wo der Prinz abstieg. Ms denr Wege zur Hofburg wurden der Kaiser und der türsiiche Kronprinz von dem Publikum ehr- nrrchtevoll begrüßt. Mittags empfing der Kaiser in Schönbrunn deri Herzog Robert von Württemberg in Audienz.

Der Seefrfeg.

. London, A. Nov. l'WTB.) Lloyds meldet, der Damp- skrBi l lem ös", von Esbserg nach Grimsbp unterwegs, wurde erbeutet Die sranMschen SegelschiffeAlfred de k* 1 XZ ^' UTt ^ a ^ 1 n der arneritanische Dampfer C h e m 11 n g" und der norwegische Dampfer Belle Jsl «^wurden der senkt. Die Besatzung des letztgenannten Schisses ist gelandet.

Kairo, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter griechische Dampfer Marg h e ri t a" (1112 Bruttoregistertonnen) wurde von einem U-Boot versenkt. Passagiere und Besatzung sind in Merandrien gelandet.

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0 n d 0 n, 29. Nov. (WTB. > Lloydsmeldung DampferRhvna" und der griechische

'C fyx ist 0 ph 0

t u 6" sind gesunken.

Der brü- griechische Dampfer

soziale Tätigkeit der gebildeten Frau notwmdig. Soziale Frauen' schulen würden viel Nützliches leisten. Auch für srei.nMige Betäti­gung aus sozialem Gebiete bleibe noch freies Feld. Tic Frauen­arbeit mackie sich mich schon in der .Kommune nützlich. Tie Frauen­bewegung finde in diesem Kriege alle ihre Forderungen berechtigt, ^azu gehörtm Unter ^anderem auch die Fordernngm in d-er Be­handlung der Prostittltionsfrage, in der sexuellen Pädagogik und m Duldung der unehelichen Kinder. Eine Airfgabe der Frauen und des Staates sei es, für die Krtegskistder besonders zu sonzm Tie Bevölkerungspolitik habe nur die Frgu als Gebärerin im Auge aber die Mutterschaft, die höchste Aufgabe der Frau, ziehe sül) durchs Seele der Kinder auf der Höhe zu halten, dasi sn hockiste Mutterausgabe. Neue Werte auf allen Gebieten zu schaf­fen, ,et die Frau mitberusen an der Seite des Mannes. Dazu sei aber notwendig die Polittsrerung der Frau. Auch hier habe btte Welttrieg die Entwickelung der Frauenbewegung beschleunigt.

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** Regierungsjubiläum des Großherzogs Ernst Ludwig. Unser Grvßherzog begeht am 13. März Jubiläum seines 25jährigen Regierrmgsantritts. Die Stände des GroßherKogtums haben in vorläufigen Be­sprechungen in Aussicht genommen, von tauten Festlich­keiten, die die schwere Zett nicht zuläßt, selbstverständlich abzusehen, aber doch der Dankbarkeit und Verehrung des Hessenvolkes für seinen Lcrndesher-rn einen tveithin sicht­baren, dauernden Ausdruck zu geben. Es soll hiernach eine Sammlung durch das ganze Großherzogtuni, bei der auch die kleinste Gabe hochwiilkommen sein wird, stattsinden, und ^bse Volksspende dem Großherzog anr Jubiläumstage als Jubiläums st i f tun g zur Schaffung eines Er­holungsheims für hessische Krieger übergeben werden. Ein Erholungsheim für die hessischen Krteacr in diesem Weltkriege wird nicht nur jetzt, sondern auch noch in ^ah-rzehnten als eine große Wohltat enlpfunden werden, schon jetzt wird sie von den Beteiligten erstrebt. Daß das Erholungsheim, wie von einem Berichterstatter behauptet wurde, inehrere Millionen kosten würde, trifft nicht zu. Man hofft in Rücksicht aus den vortrefflichen Zweck der Jubi­läums stifturkg, die mithelfen wird, einen Teil der großen Dankesschuld des Vaterlandes für seine Kripger abzutraqen, eine Summe zusammenbringen zu konrien, die alsbald ge­stattet, mit dem Bau des Erholungsheims zu beginnen. Mit der Organisatton der Smnmlung ist man eben bescbäfttat

** Amtliche Perso naln achrichte n. Der G r o ß- Herzog hat zum 19. Novenider dem Zeichenlehrer an denr Neuen ZH'unasu'M zu Mainz Adam G ö tz anläßlich seines 50jähriaen Dlensyubüaums den Charakter als Rektor erteilt. Das Ehren­zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Groß Herzog verliehen an Johann Baptist Müller zu Hechtshelm. 6

r *u 1 ^ "? i.e.i ch n u n g. Der Füsilier Heinrich Becker von wer beim Komgln Augusta-Regiment Nr. 4, erhielt die Hessische TapferkeitSmedaille. ^ 11 1 ;

r Milchversorgu.nsin Giößcn. In dem unter dreser Uebesfchrrst gestern m unserem Matte erschienenen Artikel des Herrn Spezialarzt Dr Klein jr., auf de sie n. Wichtigkeit wir nochmals hinwersttl möchten, sind einige sin^eMstellende Setz- fehl e r stehen -ebstebe«, dje hienvck bcÄchÄ«t werden mögen Sv muß es unter antzevem Hepwn: Zeile 1 statt

Ntzende auch der un verflossenen Jahre durch den Tod enttisseneuj i'Kitglieder gedachte, zu deren Ehren sich die Anwesenden vonj ihren Sitzen erhoknn, wurde die Versammlung von Direktor Mayer

geschlo,sen.

^ Kommerzienrat Karl Junker, der Seuiorchef der -nrma,Jmcker & Ruh, ist iu Karlsruhe am 2b. ds. Mts. i.n Alt^r von Ti Jahren gestorben. Der Verstorbene, der in Gießen geboren war, machte sich im Jahre 1868 in Karlsruhe als Wtechamker selbständig und ging dann im Verein mit seinem Teil­haber August Ruh zur Fabrikation von Nähiiiaschinen, Oefen und Gasherden über. Das Geschäft erweiterte sich so, daß es heute mit zu den ersten und bekanntesten seiner Branche in Deutschland gehört.

^ ^ ö d l i ch e r U n f a l l. Am 29. November, abends

3.0/ Uhr, ist der Hilfsbremser Horst aus Gießen in Butz­bach von dem Eilzug 6018 überfahren und getötet worden.

' . ** Aus dem Stadtthcaterbnrean. Auf die erste Wiederholung des Ludwig Thoma-Abends mit den köst- sichen nmen WiratternTie kleinen Verwandten",Dichters Ehrentag' undBrantschau" in der morgigen Freitcvgs-Abonne- mentsvorstellung sci auch an dieser Stelle Kngewieseu. W ist Ider Bühnenleitung gelungen, für Montag, den 4. Dezember, ein! Giefamtgiastspiel des Frankfurter Neuen Thca- ters mit ,dem SckiauspiclYorik" des spanischen Dicksters T. Man u e l T 0 m a p 0 y.Baus zu ^gewinnen. Das Werk btt Ende Oktober m Frankfurt seine deittsche Uraufführung erlebt und dort so großen, geradezu enthnsiasüschen 'Zeisall gefunden, daß das Neue Theater sich entschlosien hat, das Schauspiel auch auf einigen Gast­spielen zur Ansführung zu bringen. Mit durchschlagenldem Erfolge fand ein solches Mstspiet bereits in Bad-Nmiheim statt. Bestel­lungen für den hochinteressanten Theaterabend tverdeu in den Kassenstunden rm Theaterbureau entgegcngenommen.

L i ch t s p i e l h a u s , Bah n h o f st r a ß e 3 4. Unwider- Vitflict) wird nur heute und morgen ein Senny Porten-Film ge- geoen: die tragische Film-Posse in 4 Akten .Die Räuberb'-nltt". Dazu Homunculus, 2. Teil.

Landkreis Gießen.

ga. Grünberg, 30. Nov. Mit dem Eisernen Kreuz aus­gezeichnet wurde Musketier August Rohm, zurzeit verivuudct in einem Lazarett in Gießen. Musketier Heinrich T h e i ß wurde !J l .r n Atzten Kämpfen zum Gefreiten befördert und erhielt das l,lserne Kreuz 2. lllasse. Er hat deu Krieg von Beginn an in der 6. Kompagnie Infanterie-Regiments (Kaiser Wilhelm) Nr. 116 mit­gemacht.

i Grün ber g, 30. Nov. Bei wetteren Emberusnngen von Eisenbahnern, sott der erste Zug auf der Strecke Grün borg ausmllen. Das würde eine empfindliche Schädigung aller m Betracht kommenden Gemeinde.!: bedeuten. Eher dürsten die anderen Züge aussallen als gerade dicher, denn dieser Zug bringt ttne Anzahl Fabrikarbetter m unsere Stadt, die ebsn in .fbrtea^- nldustrle beschämst sind. Es ist auch der Schülerzug ster die Schiller der «1 schoueni Aufschwung begriffenen hiesigen Realschule -Für die Gemeinden an der Bahnstrecke ist der Frühzivg besold so wichtig, well Leute rhu m der Muter zett benutzen Timen, um die AuschilnßAuge zu erreichen und doch an einem Tom telAer heiMMkomnten. Ta die in Betracht kommenden Gemeinden Hunderttausend Mark zur Eisenbahn beigestsnert und iWrM.

ri 501 ! Z^oerttisten zu tragen haben, hofft mau, daß die Bestrebungen, den wuhttgsten Zug auf der Stwöck^ zu erhalten Erfolg ^ibem und daß das GrvWerz-sBiche Ministsrtt«u das um slnn«: B ustand gebeten wurde, eine so sMWkDe Gemeindernteressen wohl nicht zulaissen wird.