Die rumiinischcn Franttireur».
Berlin. 23. Wo». > WTB.) Tie „Nordd. Mgem. Zdg. M-rribi rn^er der lieberichrift: „Maßregeln gegen das Verhalten der ruvränischen :
f . ^*5 . T » l j n ä n 11 dM' Landbevölker icng beteiligt cUei L Meldungen deutscher Trupsven hervor geht, 111 s 11 * • 1 * 1 - e 1 11 n .k völkerrechtswidriger Weise
an D<n 5i antpfen, die nun so rasch in ihr eigenes Gebiet mnnnge^agen wurden. Besonders einzelne Reiter und Fahrzeuge, aoer mar. ea »e Fuhrkolouuen werden von der rumänischen Be- votkeNing aiiv> dem Hinterhalt angegriffen. Sehr häufig haben unsere rapseren Bagagemannsch asten zur Waffe greifen niüssen, ^ htt überall an stauchenden Franktireurs zu verteidigen.
liste de Lyon" vom 16. November verbündet mit offen- • Sl - Genugtuung auf Grund oou Augenzeugenberichten, daß orunwnren Greise, Frauen und Kinder.an der Verteidigung des heimatsick>en Bodens Mitwirken.
Nach den schlimmen Erfahrungen, die die deutschen Truppen Perm Emmarsch in Belgien und Nordsrankreich mit der fmiatischen mw vor ktnnem Verbrechen zrm'ickschreckenden Bevölkerung machten, ffch nimmehr gegen diese völkerrechtswidrige Art der Karegfflhr-nng beiser zu schützen wissen. Die in Rumänien kämpfen den deutschen Truppen erhielten den Befehl, nidrt nur jede Zivil Person, die sich am Kampfe beteiligt, sondern auch die Behör- öen i e Jk e .f v v r Verantwortung zu ziehen, da ber der an und für sich friedliebenden Gesinnung der rumänischen Beoölke- ^lng außer Zweifel steht, das; die Anstifter der schändlichen, jedem ^o.kerrecht hohn sprechenden Bewegung der rumänischen Bevvlkc rung rn den Behörden selbst zu suckln sind.
Aus Griecheuland.
x . ® eT ^ n : 23. Nov. (WTB. Amtlich.) Wie der grie-- mitteilt, hat der französische Befehlshaber der vereinigten Seestreitkräfte der En- ^ en griechischen Gewässern den Gesandten Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, der Türkei und Bulga- vrens notifizier, daß sie mit dem Personal ihrer Gesandtschaften und Konsrttate sofort den griechischeir Boden zu verlassen hätten. Deutschland hat bei Griechenland und sämt- lrchen anderen neutralen Staaten, sowie bei Frankreich und England gegen diese Verhöhnung des Völkerrechts, der freien Willensbestimmnng eines neutralen Staates und die elementarsten Grundsätze internationaler Gesittung schärfste Verwahrung eingelegt.
Athen, 23. Nov. (WTB.; Meldung des Reuterschen Bureaus. Die feindlichen Gesandten und ihre Umgebung sind mildem griechischen Dampfer „Nykalit" nach 12 ® ee gegangen. An dem Großmast wehten die feindlichen Flaggen. Zwischenfalle l>aben sich nicht ereignet.
Athen, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- fch^ Bureau meldet: Admiral Fonrnet hat den feindlichen Konsuln und den Mitgliedern der feindlichen archäologischen Schulen irtitgeteilt, daß sie Atehn Zugleich mit ihren Gesandten verlassen müssen.
Athen, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Um 2.10 Uhr nachmittags hat eine französische Marineabteilung den Bahnhof der Pele- p o n ne s - E i f e n b a h n besetzt.
Amsterdam., 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach ernem hiesigen Blatte meldet die „Times" aus Athen ^r Justiz min ister sei zurückgetreten. In einigen sTreyen glaube mau, daß das Kabinett stürzen werde, wenn die Auslieferung des von den Alliierten verlangten Kriegsmaterials endgültig verweigert werde.
nicht gestatttt werden, daß dieser Zustand länger fortdauere. Die urü ßte n sehr vereinfach-t werden, außerdem mußten zwei fl er f chlose Tage pro Woche eingeführt werden, air denen weder Fleisch noch Fisch angeboren werden dürfe. Ter Verbrauch an eingeführten Lebensmitteln nrüsse stark eingeschränkt werden, denn dre^ Schwierigkeiten der Schiffahrt würden zunächst nicht atmefmien. Auck) die populären Restaurants und Teehäuser seren von diesen ein schränkenden Bestimmungen nicht auszunehmen. Zum Lch-lipse erklärte Runciman, das; die Regierung, wenn die Werte Nicht aus eigenem Antrieb etioas tun, gezwungen sein! wurde, selbst entsprechende Maßregeln zu treffen. Auch cm di? Zuckerbäcker wandte sich Runciman nrit der Aufforderung, den Zuckeroerbrauch einzuschränken.
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Holländisches Käseausfuhrverbot.
Hau g, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das. Korrespondenz- Vuremi meldet, daß vom 1. Dezember an kein Magerkäse mehr ausgeführt werden darf.
Der §eM§g.
Zum Untergang des Dampfers „Britannic".
... L o n d v n . 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Daily News" ^fahrt aus Liverpool, daß der Dampfer B r i t a n n i c bei ' ^Msausbruch von der Admiralität übernommen und als Hospi- talschiff ausgerüstet wurde. Er galt als das schönste Hospttalschiff !der Welt und war in jeder Beziehung modern eingerichtet, namentlich, roas me Bettungseinrichtuugen betraf. Das Schiff hatte einen doppelten Boden von mehr als 5 Fiiß Tiefe mit einer Anzahl wasserdichter^Abteilungen, Dieses System -oar längs der Seiten- wände des Lchffses bis über die Wasserlinie hinauf fortfetzt. Tic Einrichtung »var so, daß im innern Schiff während der Reise keinen Augenblick eine Tür offen stehen konnte. Auch die Retsimgsboots waren besonders groß und modern eingerichtet. Der Dampfer führte deren 48. Tie Rettungsboote waren in vier von einander getrenn- ten Gruppen angebracht, so daß bei jedem Boot ein größerer Raum ?ur Verfügung stand, uni im Falle eines Unglücks die Passagiere in Rech und^ Glied aufstellen zu rönnen. Das Schiff war vor einem Fahre fertig und verließ am 21. November Liverpool. Ter Bau kostete ungefähr 2 Millionen Pfund.
Aach allen bisher vorliegenden Nachrichten hat sich das Schiff auf dem Wege nach Saloniki, von England kommend, befunden, rfttt. diese Fahrtrichtung war eine auffallend große Zahl von Perionen an Bord: diese Tatsache berechtigt zu dem zwingenden Verdacht Z>es. Mißbrauches des Lazarettschiffes zu Transport- z wellen. sofern das Schiff übrigens die vorschriftsmäßigen Abzeichen eines Lazarettschiffes geführt hat, wird ein deutsches Unterseeboot als Ursache für den Untergang des Schiffes sicherlich mast an Frage kommen.
London, 23. Nov. MTB/, Reu.'cr meldet, daß der! Dampfer „Alice" (822 Tonnen) aus Rouen am 20. No-! vember von einem deutschen Unterseeboot mittels Bomben versenkt wurde.
London, 23. Nov. (WTB.) Nach einer Meldung von Lloyds soll der französische Segler „L e l i e" v c r f e n ! t worden sein.
A msterda m, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie ans London berichtet wird,Ist der g r i e ch cs cheDampfer Nparti gesunken. Drei 55crfoneu sind nmgckommen.
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Berlin, 23. Nov. (Priv.-Tel.) Der „Berliner Lokal- Anzeiger" näeldet aus Stockholm: Ein japanisches Tauchboot ist im japanischen Meere explodiert. Die Mehrheit der Besatzung wurde von einem Kreuzen geborgen, darunter 2 Tote und 15 Verwundete.
Vorsitzenden, aus einem höheren Beamten und aus je einem Vcr-. treter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer besteht. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Den Offizier bestellt das Stellvertretende Generalkommando oder die von ihr be- stimmte Stelle^ Ohne Zuziehung eines höheren Beamten entscheidet dieser Ausschuß endgültig über Beschwerden in solchen Fällen, wo k>er Arbeitgeber sich ioeigert, einem Arbeiter eine Bescheinigung darüber auszustellen, daß er die Arbeit mit Zustimmung des Arbeitgebers aufgegeben hat. Der Ausschuß kann nach Untersuchung des Falles, wenn ein wichtiger Grund für das Aussck>eiden vorliegt, dem Arbeiter eine Bescheinigung ausstcllen, die in ihrer Wirkung die Bescheinigung des Arbeitgebers ersetzt.
Berlin, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme: Die Aenderung^ der Verordnung über den Verkehr mit Stroh und Häcksel vom 8. November 1915, der Ent- svurf einer Bekanntmachung über die Prägung von E i n - p f e n n i g st ü ck e n a u s A l u m i n i u m , der Entwurf einer Bekanntmachung über die Verwendung von Chlorzinn zur Erschwerung von Seidenwaren und die Aendcrung von § 13 des Beschlusses vom 26. März 1914 betreffend die Aufwandsentschädigungen an Familien für im Reichsheere, in der Marine oder in der Schutztruppe eingestellte Söhne.
O s ch a tz , 23. Nov. (WTB.) Bei der heutigen NeichstaaS- erfatzwahl im 11. Sächsischen Wahlkreis Oschatz-Grimma für den verstorbenen Abgeordneten Dr. Giese wurde der konservative Kandidat Dr. W i l d g r u b e mit 7978 Stimmen gewählt. Der Sozialdenwkrat Lipinski erhielt 6322 Stimmen. 63 Stimmen waren ungültig.
Eine eingespurte hohe Staatsstelle.
Wie der „Darmft. Ztg." mitaeteilt wird, ist beabsichtigt, die durch das unerwartete Ableben des Herrn Ministers Braun frei gewordene Stelle des Präsidenten der Ober- rechnungskammer mit Rücksicht auf die dermaligen Verhältnisse und die Notwendigkeit äußersder Sparsamkeit auf allen Gebieten der Staatsverwaltung zunächst nicht definitiv zu besetzen.
Die Ausfuhr von Milch.
Die Wgeordneten Dr. Schmitt und Genossen beantragen in der Zweiten Kammer: „Diese wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, sofort die nötigen Schritte zic tun, damit seitens des Konrmunalverbandes^ Hessen die Ausfuhr von Milch insoweit eingeschränkt wird, als diese Milch zur Beseitigung der schweren Milch not in den Städten und einzelnen Orten Hessens notwendig ist."
Die Besprechung des Antrags ergab eine weitgehende Uebereinstimmnng zwischen den Mitgliedern des Ausschusses und der Regierung in der Richtirng, daß die im Lande erzeugte Milch wenigstens soweit im Lande verbleiben müsse, als sie zur Versorgung der Vollmilchberechtigten mit Vollmilch und der übrigen Bevölkerung mit einer ausreichenden Menge Magerrnilch ersordeulich ist. Der Ausschuß beantragte daher, dem Antrag der Abgeordneten Dr. Schmitt und Genossen zuzustimmen.
VkeWösnkauMÄe
ist morgen von JO bis \Vk Uhr geöffnet!
Bon der französtfchen Kammer.
23. Nov. (WTB.) Lyoner Blättern zufolä verlief die DiensLagsschung der französischen Kam in er sehr erregt. Nach den Regierungserklärungen, die i einer halbstündigen Geheimsitzung abgegeben wurden, nähr die Karnmer fedoch mit 450 gegen 38 Stimmen die Vor läge, betreffend Zählung des Jahrganges 1918, an.
Das Wirtschaftsleben Ln Franlreich.
Bern, 23. Nov.. lWTB Nichtamtlich.) Nach dem „Temps sind unter den vom franzonswen Ministerrat beschlossenen Maß nahmen, die sofort in Krart treteic sollen, unter anderem eui §Een: Einführung eines Einh eits bro res: Verba der Heritelluna aller Z u ck c r b ä ckersa che n, die nicht längeral vier Tage haltbar sind, und Schließung aller Fleischer ladeil und Schlachthäuser während zweier Wo chentage.
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Der vereinfachte Speisezettel i-, England.
... 'si Nov lWTB. Nichtamtlich.) Die „Times" cr
mhrr, daß der Pra,ident des Handclsanrtes Ru nciman in eine Veriammlung von .Hotelwirten erklärt lyabt, er habe Weihnachts Ettils gesil-en, die jelbst in Frieornszeiten für überreichlich gelten wurden, che aber fetzt, während England und seine Bundesgenvssin fich rm Kriege besinden, einfach ein Skandal seien. Es könnt
Gsetzenes? StadLLK-ecrtev«
Der Biberpelz.
Eine Tiebskomödie von GerharL H a u p t m a n n. Gastspiel von Carl William B ü l l e r.
tzMiptinanns „Biberpelz", eine der wenigen modernen Konu ««r, drc nut Kleists „Zerbrochenem Kruge" irgendwie oergliche werden können, i,t schon früher am hiesigen Stadttheater gegebe worden. Bon einer Erläitterrmg d-es Inhaltes kann daher aby iKen werden. Von .Hauptmanns Versuchen ans dem Gebiete di rst 'rer „Biberpelz" entick/ieden der beste. Selbst Ln „Kollege Crampton", in dem die Nebenfiguren keinerlei festen Un riß gewinnest, kann mit der trefflicheren Charakteristik der fcha' gesehenen Personen der Tiebskomödie in dieser Beziehung nickt vei glichen wcrdm, geschweige denn „Der rote .Hahn", die ickfwäch'lick Ausfpmnung dw „Biberpelzes", oder die rpmffNartcrrkismlw erhek lich abweichende, an Shakespeare anknüpfende Komödie von „Schln Urch Jau". Was den „Biberp.lz" hält, ist die sichere Gnindlage dc „Zerbrochenen Kruges", auf dem er aufbaut. Wenn auch die Expc sijtion Ku langatmig ilt, so wickd doch die Spannunix vom zweite Aufzuge ab beträchtlich gesteigert uno dauert — obwohl die beide letzten Akte technisch nur eure Wiederholung der beiden ersten sind - bis m den Schlußszenen an, die wohl das beste sind, was Haup mann an klugerdachter Wirkung in der Komödie zu erreich:,en wußti Als Gestalter hat er in der Mutter Wolffen eine ganz prachwol! Figur geschaffen, der sich der überkluge Amtsvorsteher Wehrhah wmÄig zur Seite stellt. Diesen beLen Rolsim zuliebe ersckfeint de „Biberpelz" oft c auf dem Spielplan. Sie sind sehr dankbar, ohri daß die Schwierigkeit, sie gut und glaubwüMg durchzusichren, dam' unterschätzt werden soll.
Ter Rolle des Wehrhahn wogen wurde der Biberpelz diesmo gegeben, denn Carl Willram Büller war zu Gaste. Diese Künstler hat vor einiger Zeit ein eigenartcges Bühuenjubiläur gefeiert, da er das 25. Jach seiner Gastspiel tätigt eit voltendebc Eine Veröffentlichung der „Magdeburgischen Zeitung" hierzu lieg uns vor, die einige Daten seiner Büchienlaufbach zusancmenstcklll 2 ie sind interessant genug, ihnen folgendes zu entnehmen.
''Bülsir? l-.nsi.e Verpflichtungen waren 1883—89 am Leiptz-ige ’• st '* 91 nmrde er alsdann Nachfolger von Emi
' ff hcater in Berlin. Der Zusammenbruch diese trckea n'Vni' ' dem (bedanken des (sKrskrerens nahe %
^ gelang ihm gföupi,, so daß ec nunmehr auf 25 Jahr
ALS dem Reiche.
Berlin, 23. 9kov. (WTB.) Ter H a u p t a u s s ch u ß des Reichstages trat heute voimsibtag zusammen, um den Gesetzentwurf über dm vaterländischen Hilfsdienst zu beraten. Staatssekretär Dr. Helfferich leitete die Erörterungen mit einer Begründung des Entwurfes ein. .Hierauf nahnr Generalleutnant Gröner zu vertraulichen Ausführungen das Wort. Aus den.' Richtlinie für die Ausführung des Gesetzes über den vaterländi- sck)en Hilfsdienst teilen wir zur Ergänzung noch folgendes mit:
Die beim Kriegsamt einzuricklrende Zentralstelle für Beschwerden gegen die Entscheidungen der Ausschüsse besteht aus zwei Ofsizi-eren des Kriegsamtes, von deiwn der eine den Vorsitz führt, aus zwei von "bein Reichskanzler ernannten Beamten und aus einem von demjenigen Bundesstaat zu ernennenden Beamten, dem der Betrieb, die Organisation oder der Verufsausübende ''an- gebört. Werden Marineinteressen, berührt, so ist eircer der Osfi- ziere voin Reichsmarine-aNrt zu bestellen. Bei Beschüoerden aus Bayern, Sachsen und Würtrensierg ist einer der Offiziere von dem betreffenden Kriegsministerium zu bestellen.
Wenn der von foeyi Kriegsamt durch) Vermittlung der Landeszentralbehörde oder der von ihr bestimmten Stelle ergeheirden Aufforderung zur freiwilligen Meldmrg nickt in ausreich-endmü Maße entjprechen wird, erfolgt eine s ch r i f t l i ch e Aufforderung durch/ den Ausschuß, der in der Regel ffir seden Bezirk von cin.er Aerzteko mmi )sio7i zu bilden ist, aus einem Offizier als
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mrunterbrochiener Gastspiele zurückblicken kann. In diesen 25 Jahren trat Büller 3959 mal als Sck.-nr,'pieler, 43 mal als Rezitator, zusammen Än 4002 Abend-m cmi. Lhü 'häufigsten in diesem Zeitraum spieltt er der! „Srriese" in dem 1884 erschienen.ru „Raub bet Sabinerinnen" 1170 mal ,'im gmrz-en über 1800 mal'. Haupt- mawns „Biberpelz" hat BüLer, mad/yem es cm ZI. September 1893 in Berlin entschiedene ?lblehnunc. erfahren hatte und infolgedessen 31/2 Jahre ruhte, am 3. April 1897 im Zollstheawr 'in Wien zum Leben verholfen. Frau Schmittlein spielte die Mutter Wolffen, Büller den Weyrl-ahn und „sie führten das Stück dort P Triumph, ber sich nun erst in Berlin einstellte!", wie Parll <-ch,lentt-er kurz vor seinem Mleben schrieb. Millers Interesse an bem Wchrhahn .hat Hauvtmann es also zu danken, daß seine Komödie dann durch ihn an über 100 deutschen mrd auslärcdischen Bühnen zur Aufführung gelangte. - Oft erst nach hatten Kämpfen gelang es Büller, die Direktoren für diese Konwdie zu gewinnen, da alle das in Berlin seinerzeit durchs-,esallene Stück ablehnten.. Wenn.Büller nur seinen Striese und Wehrhaha geschaffen hätte, w würde er sich danftt schon große Verdienste um die deutsche Schauspielkunst erivorbm haben. Tmch sind seine anderer: Rollen von gleick.enr Wette. Es sind 91 verschiedene Rollen, die Büller in den 25 Jahren zur TatttelluNg brachte."
Wir können dem Blatte nur beipflichten, wenn es fottfähtt: „Hente noch steht Miller immer noch auf der Höhe seiner Kunst, die nccht verflachen kann, weil er durch nimmermüdes Suchen nach den Rätseln in der Menscheirbrust stets neue Stimmungen, Launen, Lcckter, tragikomische Wechselwirtungen in den Gestalten auslöst, die immer dort einen Widerhall finden, wo MeusäZm mit der Seele schauen, mit warmem Herzen lachen können in dem Gefühl, daß Büllers sonniger Humor Befreiung bringt von' manck?er Sorgenlast." Carl William Büller stellte auch bei uns mit Wchrhahn erne Gestatt auf die Buhne, deren überlegene Ausgestaltung man so lercht nicht wird vergessen können. Ter dünkelhafte Amtsvorstand vom ^grünen Tisch, der mtt seinem. Glasauge nicht soviel sieht, wie Mutter Wolffen mit ihrem Hnhnercruge, der mit schnei- digcr Ueberlegenhett Sozialisten wittert und sich von seiner eigenen Walchfrau hinters Licht führen läßt, um die Diebin schließlich als dre eurzrge ehrliche Vcsion zu erklären, ivurde bis aufs I-Tüpfelchen so restlos gelöst, daß man seine Helle Freude daran I)aben konnte. Jede Geste saß und der sckmeidige Buttauttotenton war, die von Hauptmann nickst in dem Maße vettvendete Interjektion- „ekelhaft" mit eingerechnet, prachtvoll getrvfferi.
Erfreulfth lvar es zu sehen, daß sich unsere hiesigen Kräfte auch neben dem Gaste zu hatten vermochten. Tie Mutter Wslffen,
Ans Biabt nnd Land.
Gießen. 24. November 1916. Zur KarLoffeLversorgungsfrage.
Es ist begreiflich, daß es den Hausfrauen eine Beruhigung ist, ihre Winterkartoffeln im Keller W haben. Aber es ist notwendig sick. klar zu sein, wie groß die Verantwortung ist, die diese Vergünstigung nrit sich, bringt. Schon von jeher war die Pflegschaft der Winttrporräte an Kartoffeln, Gemüse und Obst ech Prüfstein für die Tüchtigkeit^ einer Hausfrau. Jetzt tritt noch ein Neues hinzu: Tie Kartoffel ist ein Gut, mit der wir gar nicht sorgsam -genug wngehen können und das wir gar nichit genau germg uns täglich von dem Wintervorrat zumessen können. Augenmaß täuscht! Es kann nur dringend gewarnt werden, ein Wiegen der Kartoffeln vor deist Zuteilen für eine Mahlzeit nicht peinlich genau zu machen. Natürlich kann man auch einmal in einem bestimmten Gefäß sich die Tages-, menge abwiegen und sich dann danach bei der Einteilung richten. Auf jeden Fall ist es ratsam eher zu kn-app als zu reichlich sich zuzU-- messen, denn das Ende trägt die Last.
Ein sorgsames Einkellerm der Kartoffeln versteht sich von selber.
Ein trockener Keller, der gelüftet werden Farm, eignet sich am besten zur Aufnahme. Große Mengen breitet man auf dem Boden aus, kleinere Mengen verwahrt man in Kisten. Ter Raum, in dent Me Kartoffeln lagern, darf nicht warnr, muß aber frostfrei sein.
Jede .Hausfrau wird wissen, daß die Pflegschaft emes ihr arv- vertrauten Ernahrungsmittels,, von der Bedeuttrng, aenan so wichtig ist, wie der streng durchs sich selbst zu regelnde Verbrauch.
Luise T e l 0 s e a, hätte derber sein und besser berlinern köirnen, sonst verstand sie es aber trefflich, die gerissene Verschlagenheit der ehr- sichen Haut glaubhaft herauszukehreir. Auch ilwe Töchter machten ihre Sache gut, Fisi Bort als gemütsträge Lemrtine, Heleng K a l l m a r als die gewecktere vorlaute Adelheid. Kutt L e r ch, neuerdings mehr lwrvorttetend, machte den schwerfälligen Mann oer Frau Wolfs zu einer recht braven Leistung. Wichelm Hellmuth behandelte ben Schiffer Wulkow mit sicherer Ruhe. Hans Werthmann rvar in Rentier Krüger eine Rolle zugeteitt worden, die seinen Fähigketten sehr entsprach. So war seine Charak- terifierung des aufgeregten alten Herrn diesmal aller Ehren wett, tluch Cwnst Theiling prägte die zweifelhafte Gestalt des Motes gut aus. Mcht vergessen sein sollen Adolf Falken als Doktor Fleischer. Emil Walden als seinem hohen Vorbilde sich getreulich) nachbttdender Amtsschreiber, Rudolf G 0 l l .in der komischen Maske des Amtsdieners und Anna Kretzer in der kurzen Rolle der Frau Motes.
, ,J l ’ r Spielleiter des Abends, Otto Conradi, hätte das fo ichon fchleppende Tempo des ersten Aufzuges weseirtlich be- fcküeunrgen dürfen. Der Besuch der Aufführung war nicht ganz )o, iwe nmn es sowohl des Stückes wie des Gastes wogen hätte vorausfetzttl können. zz
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ca ' $ e -^ ^ . ö r ' 23. Nov. Die Sammlungen des W e tz - tV e r ® e ' HF cktsvereins an Museumsstücken und Literatur »ollen nach einem den Stadtverordneten vorgelegten Vertrags- entwarf in das Eigentum der Stadt übergehen unter der Bedingung der Mchtveräußerung. Die Stadtverordneten haben der Vorlage einmütig zugestimmt. — Bei Gelegenheit des Abbruches des alten Bezrrks?ommandos und des späteren Abbncches des Nebengebäudes, in li>etrf das Museum bisher nntergebracht getv«sen, gibt es in der nächsten Stadwer otmti enversammlung M beraten, wo für die Folge das städtische Museum untergebracht werden soll.
-- Frankfurt a. M., 23. Nov. Die Verwaltung des' G 0 e t h t * Museums klagt in ihrem Jahresbericht für das Jahr 4915, da,-, für dce Bücherei des Jnstttuts mir die wüchsigsten neu erschein enden Werke angeschaffc werden könnten., und fährt dann fort: „^ie Preise für, alle Seltenheiten des .Handschriften-, BLcher- und Bttdermarttes sind gcgeicwärtig durch das Auftreten g a n z neuer K ä u f e r g r u p p e n, die aus bekannten Gttffchcn frisch ettvorbene Kapitalien in solchen Wetten anlegen, in derarsig ungesunder Weise angeschwollen, daß sich eine Kvnrurnmz auch bei größeren Mitteln nicht vcrantwotten ließe." Amerikanismus


