Ausgabe 
21.11.1916 Erstes Blatt
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Kumänifcher Heeresbericht

vom 19. November

N o rfc* uirb N ordwe fl f r out: Nichts Neues an der West- tzrenze der Moldau nutzer nördlich von Muntenie dis zum Pra- dooatal. wo wir feindliche Angriffe zürückschlugen. In der Ge­fach von Dragoslavlo drang»: wir weiter vor, machten vier Ossi- ziere und 80 Soldaten zu Gefangenen und erbeuteten zwei Ma- tzschrargouwhoe, zivei Geschütze und fünf Wagen mit Waffen. Im > Olt-Tale dauern die Kämpfe in der Gegend von Oesti, Sinei und ' Brezou an. Im Jiu- und Georinmtale heftige Kämpfe. An der Cerna keine Zlämpfhandlung. Süd'front: An der Donau und in der Dobrudscha schwack-es Artillerie- und Jnfanteriefeuer.

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9Äonaftir.

Paris, 19. Nov. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Die ,£ r t en t a x in ee rückte am Vormittag in Monastir ein.

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Griechenland.

Athen, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Ren- terschen Bureaus. Die Alliierten verlangten, datß dem j d c ii t f d> e rt, dem österreichisch-ungarischen, dem t ü r - fischen und dem bulgarischen Gesandten ihre Pässe ausgchändigt werden. Die Regierung betrachtet diese For­derung als unannehmbar. Es wurde ein Kabinettsrat unter dem Vorsitz des Königs abgehalten, um die Angelegenheit zu besprechen.

' Der König hat für morgen früh 10 Uhr einen K r o n r a t einbe­rufen Es herrscht große Beunruhigung, da die Alliierten verlangt haben, daß die feindlichen ^sandten am Mittwoch abreisen.

Bern, 30. Nov. (WB.) DerCorriere della Sera" meldet aus Athen: Admiral F o u r n e t hat eine neue Note überreicht, die die Uebergade von Waffen, Munition und sonstigem Material beschleunigt wissen will. Das zu übergebende Kriegsmaterial soll der Ausrüstung zweier griechischer Jahrgange entsprechen.

Amsterdam, 20. 9rovcmber. (WTB. Nichtamtlich.) Tie T i m e s" meldet aus Athen: Ter M i n i st e r r a t hat ent­schieden. daß es möglich ist, den in der hetzten Note des Admiral Fournet enthaltenen Forderungen nach! Anslieserung von Kanonen, Gewehren. Granaten und Eisenbahnwagen Folge zu geben. Man ist in militärischen Kreisen anscheinend fest ent­schlossen, dies um jeden Preis zu verhindern. Tie Lage ist beunruhigend, besonders mit Rücksicht auf dje Haltung des Reservistenbundes. Es scheint festzustehen, daß Briand am Samstag dein Könige telegraphisch den Rat gegeben hat. sich von , den schlechten Einflüssen freiznmachen und die freundschaftlichen Beziehungen zur Entente wieder herzu stellen, ohne dabei die Neu­tralität auszugebeu. Am Sonntag empfing der König Admiral Fourwet in Audienz.

Das russische Kabinett.

Rotterdam, 20. Nov. (WTB.) Nach demNieuw Notterdamschen Courant" meldet der Londoner ,,Daily Tele­graph^ aus Petersburg: Nach den Vorgängen bei der Eröffnung der Duma kann man kaum annehmen, daß Este Stellung des Kabinetts unverändert blei­ben werde. Für den Kriegsminister Schuwajew und den Marineminister Grigoro witsch ist es unmöglich, zu­sammen mit allen ihren Kollegen weiterzuarbeiten, entweder müssen sie zurücktreten oder jemand anderes. 2llle wahren "Freunde Rußlands und der Entente hoffen, daß Schuwajew und Grigorowitsch im Amte bleiben werden.

Die Förderung der russischen Landwirtschaft.

Kopenhagen. 20.Nov. (WTB. Nichtamtl.)Ber- slingske Tidende" meldet aus Petersburg: Der Ackerbau- flninister hat in Amerika für 40 Millionen Rubel landwirtschaftliche Maschinen bestellt.

London, 20. Nov. (WTB.) Lloyds meldet, daß der italienische DanipferL a l a", der englische DampferL a d y C a r r i n g t o n" (3920 Tonnen) und der portugiesische DampferSan N i c o l o" versenkt wurden. (Lala und San Nicolo" sind nicht in Lloyds Register enthalten.)

Kristiania, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Einem Telegramm des norwegischen Vizekonsuls in Saint Malo zu­folge ist der B e r g e n e r D a m p f e rJoachim B r i n ck Lund" am 16. November 60 Seemeilen ost-nordöstlich von Quessant versenkt worden. Der Steuermann und drei Mann sind in Saint Mailo eingetroffen. Der Kapitän und acht Mann werden vermißt. Der Dampfer hatte 1605 Bruttoregistertonnen und war mit 1300 000 Kronen kriegs­versichert.

London, 20.Nov. (WTB. Nichtamtl.) Die Fisch­dampferH c t s u s e" undVeronika" wurden ver­senkt.

Ein Aufruf des deutschen Landwirtschaftsrates.

Der Deutsche Landwirtschaftsrat.erläßt unter dem 20. Nov. ßolgenden Aufruf an die deutschen Landwirte und Landwirtsfrauen!

Deutsche Landwirte! Hindenbnrg ruft ruft uns und mit uns alle Staude unseres Volkes auf zur äußersten Hingabe und Kraftentsaltimg int Dienste des Vaterlandes. Mit tiefem Ver­ständnis für die schweren Aufgaben unserer Landwirtschaft hofft er, von der hohen vaterländischen Gesinnung der deutschen Land­wirte, daß sie ihm helfen tverdcn bei der siegreichen Ueberwindung der in immer größerem! Umfcurge von der ganzen Welt gegen :ms aufgebotenen Kriegsmittel. Ungeheures haben unsere herrlichen Truppen im Felde t geleistet. Gewaltiges ist von Laudwi.rtsckja.ft uud Industrie daheim. geschaffen. Wir können nicht unterliegen, wenn wir alle zusammenstehen, nur mit vereinter Kraft die in immer ZröserOm Maße erforderlich! werdenden militärische!: und tvirtschaftlick-en Kriegsmittel zu schaffen. Jmmler größer wird das heimische Heer unserer Brüder, die in der Tiefe heißer Schächte oder vor glühendem Feuer uns die Waffen schmieden, welche unsere Fetudc vernichten und uns einei: ehrenvolle!: Frieden bringen! ftiller:. Immer schwieriger lvird diesen unseren Brüdern die Arbeit und fast unmöglich! wird sie, wenn die schwerarbeilenden Männer und Frauen, denen die natürlichen Hilfs­mittel nickjt im gleichen Maße wie uns zur Verfügung stehen, nicht so viel Nahrung bekommen, wie zur Auftecksterhaltung ihrer vollen Arbeitskraft 'erforderlich ist. Unsere vaterländische Pflicht ist es darum alles zu vergessen, was uns Landwirte wohl manchmal bedrückt Und erbittert hat. In uodji weit höherem 'Maße als je ^uvor ist 'es heute unsere vaterländische Pflicht, lmfere ganze Kraft freudig in den Dienst der Erzeugung von Lebensmitteln für unser Volk zu stellen. Jede, wenn auch, noch so große Schwierigkeit muß überwunden werden jedes Opfer mufc gebracht, jede Kraft muß angespannt werden, zu schaffen, zu erhalten und unserem Heere und Volke zu geben, was es braucht, und mit uns den endlichen vollen Sieges preis zu erringen. Wie der eine Teil unseres Volkes im beispiellosen Heldentum im' Felde gegen eine Welt von Feinden kämpft, und ein anderer Teil in rastlos schwerer Arbeit uns die militärischen Kriegsrnittel schafft, so wollen auch wir Landwirte unter Hintansetzung aller eigenen Wünsche, wo und wie immer es geht, für die Ernährung unterer .Kriegsarbeiter sorgen und freudig alles hingebeu, was wir mit Gottcks Hilfe in inühseliger Arbeit unserem Boden abgewinne!: und nur irgend selbst entbehren können.

Hindenbnrg vertraut und mit ihm und durch ihn vertraut das gawe deutsche Volk auf uns. So wollen wir denn freudig jedes Opfer bringen, welches der Ernst einer unsere ganze Zukunft ent­scheidenden Zeit vonuns fordert. Deutsche Landwirte, schafft und gebt iveiter, bischer endliche volle Siejg über alle unsere Feinde und ein der Größe unserer Opfer entsprechender Friede errungen sein wird!

Aus dem Reiche.

Die italienischen Ofsiziersverlufte.

Wien, 20. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Aus dem Kriegs- presfeguartier wird gemeldet: Nach einer privaten Statistik haben die Italiener seit Kriegsausbruch an Toten elf Generale, 118 Obersten und Oberstleutnants, 194 Majore, ,1014 Hauptleute, 862 Oberleutnants und 3248 Leutnants Herloren. Vom 1. bis 15. November sind 3 Obersten und .Oberstleutnants, 11 Majore, 27 Hauptleute, 22 Oberleut­nants und 70 Leutnants gefallen.

Deutschland und Amerika.

Köln a. Rh., 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Die ...Kölnische Weitung" meldet aus Washington: Staatssekretär Lansing tchat nachmittags in einer Besprechung mit Zeitungsberichterstattern jaMÜich die Behauptung zurückgewiefen, daß die Washingtoner ^Regierung einen Bruch mit Deutschland befürchte. Die Erzählungen [träfet Art. welche in derNewPorker Evening Post", der,,Times" sündTribüne" erschienen, wurden für absurd und gänzlich unbe^ Mündet erklärt, wobei« Licmsmg nachdrücklich betonte, daß dia leitenden Regierungskreise keine derartigen Besorgnisse hegten^ tzumal, feit Hindenbnrg und Lichendorfs der Politik des Reichs- Arnzlers zugestimmt hätten.

Der §eekrleg.

Der Unfall derDeutschland".

Berlin, 21. Nov. Die Pommersche Landwirt­schaftskammer leitet eine Sammlimg von Speck und Schn:alz als pommersche Hindcnburg-Spende unter Uebernahme der Patenschaft für bestimmte Fabriken und Bergwerke ein.

Königsberg, 20. Nov. (WTB.) Anläßlich seines vier­zigjährigen Jubiläums sind dem Hauptschrift- le:ter der Königsberger Allgemeinen Zeitung, Alexander W y n e k e n, zahlreiche telegraphische Beglückwünschungen, unter anderem vom Reichskanzler, General Ludendorff, den Unterstaats­sekretären Zimmermann und Richter, Staatsminister von Moltke und dem Oberpräsidenten von Berg, zugegangen.

Das Telegramm Hindenburgs lautete:Anläßlich Ihres heutigen Ehrentages, an dem Sie auf eine vierzigjährige, an Arbeit irrtb Erfolgen rettfre Tätigkeit als Verantwortlicher Haupt­schriftleiter derKönigsberger Allgemeinen Zeitung" zurückblicken, sende ich Ihnen meine herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Ich gedenke dabei dankbar Ihrer vaterländischen Verdienste während des Krieges um ihre schwergeprüfte Heimat-Provinz und die mir als Oberbefehlshaber-Ost anvertraut gewesenen Truppen und Ge­biete. Feldmarschall von Hindenburg."

preußisches Abgeordnetenhaus.

Berlin, 20.Nov. (WTB. Nichtamtl.) In der heuti­gen Sitzung des Preußischen Abgeordnetenhauses wurde der bekannte Antrag der Konservativen, Nationalliberalen und Freikonservativen über die P o l e n s r a g e in namentlicher Abstimmung mit 180 gegen 104 Stimmen bei drei Stimm­enthaltungen angenommen.

Rotterdam, 20. Nov. (WTB.) DerNieuwe Rotter- Ramsche Courant" veröffentlicht eine Meldung desDaily Telegraph" aus New-London, nach der als Schadenersatz für das durch dieD e u t s ch l a n d" gerammte Schleppboot fgegen die Eigentümer derDeutschland" eine Forderung -von 5 0 000 Mark (?) pro Tonne des untergegangenen Mchiffes erhoben worden sei. DieDeutschland^ liegt jetzt -aus dem Ankerplatz, von wo sie abgefahren ist. Sie hat zu ch erden Seiten des Bug ein Leck. Das Bundesgericht hat eine lllntersuchung über den Vorgang angeordnet. Der Zu­sammenstoß erfolgte bei Mondschein.

Die Explosion in Archangelsk.

Berlin, 20. Nov. (Priv.-Tel.) DerBerliner Lokal- Änzeiger" meldet aus Stockholm: Die Explosion in Ar­changelsk erfolgte zunächst auf drei Munitionsdampferp ziemlich gleichzeitig. Wenige Minuten später gingen vier der übrigen Dampfer in die Luft. Die auf dem Fluß liegen- fbett anderen Dampfer flüchteten, wobei ein großer Teil geschädigt wurde, zum Teil sehr schwer. Mindestens 20 /Dampfer werden Archangelsk vor Eintrftt der Bereisung nicht verlassen können. Da die Feuerwehr station wenige Minuten nach Ausbruch der Explosion vernrchtet war, waren Wöschunhsarbeiten fast vollkommen ausgeschlossen. Die Zahl pder Getöteten und Verletzten soll die bisherigen Angaben j-vesentlich überschreiten Zahlreiche Warenbestände, die für -den Winter ausgestapelt waren, nmrden vernichtet. Der Wert der vernichteten Munition am Lande, ab­gesehen von dem Inhalt der explodierten sieben Munitions- danivs.r. wird auf ungefähr 80 Millionen veranschlagt, !2^<< Ballen Baumwolle sind verbrannt. Zwe: Gummi- sabriken schätzen ihren Schaden auf 15 Millionen Rubel. Der A^amte Automobilpark der neuen Automobilzualinie MetersbuxH-^-Mostau ist Niedergebra mit.

Aus Stadt mnd Land.

Gießen, 21. November 1916.

Auszeichnungen. Der Musketier Adolf S t i e b e r aus Gießen, zurzeit in der Korpsschlächterei des 16. Armeekorps, erhielt für die Gefangennahme eines französischen Kampffliegers mit Flug­zeug das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Der freiw. Krankenpfleger Kurt v. ' Münchow aus Gießen erhielt auf dem südöstlichen Kriegsschauplätze die Rote-Kreuz-Medaille 3. Klasse.

** Gies- en er Hausfrau en-Ve rein. Am 23. No­vember. abends 8% Uf)T findet in der ncüen Aula der Universität die ordentliche Hauptversammlung des Gießencr Haus- ftauen-Vereins statt. Mit der Versammllmg soll eine Ausstellung von Schuhen verbunden werden, die Mitglieder des Vereins ge- arbeftet haben. In kurzem wird der Gießener Hausfräuen-Verein Lehr knr se geben, in denen Frauen und Mädchen technisch aus- gebitdet werden, um gute .Hausschuhe für Männer, Frauen null Kruder selbst 'Herstellen zu können. Zeug- und Tuchschuhe sollen gemacht werden, die geeigneten Ersatz für die teuere Fußbelleidung aus Leder bilden. Wichtig ist hierbei vor allem, daß alle sonst nicht mehr verwendbaren Stoffabfälle und Reste, !vie sie sich in jedem Haushalt vorfinden (Tuch-, Flanell-, Stofflappen usw.)/ verwendet werden können. Die Kurse seien namentlich kinder­reichen Müttern empfohlen, da sie Gelegenheit geben, ohne großen Kostenaufwand toarmes Schühwerk herzustellen, das an trockenen Tagen and* Mus der Straße getragen werden kan::. Die ausge­stellten Schuhe sind verkäuflich. Der Gießener Hansfrauen-Verein hat die Anregung zur Fertigung von solchem Schubzeug durch die Hausfrauenvereinigung 1915 Frankfurt a. M. erhalten. Die Vorsitzende dieser Vereinigung hat es in liebensivürdiger Weise übernommen, einen Vortrag über die in Frankftirt a. M. ge­troffene Einrichtung zu halten. (Siehe Anzeige.)

** Tie Landschule t nt Krieg. Die Einberufung der Mehrzahl der Lehrer zur Fahne hat die Arbeit in den S-chulen Über­aus erschwert. Durck) Zusammenlegung der Klassen ans einer dreittassigen Schule mit 180 .Kindern eine zweiklassige zu mack-en, geht in der Regel schon aus räiLmtichen Gründen nicht. Und zwei

euinasnge Schulen, auch meint sie benachbart liegen, tu eure ei.nzi.ge.' umznwandeln, in wegen der weiten Schulweg? nicht angängig. Da werdeil beim nickü nur die Lehrer des Ortes oft über Pflicht stundenzahl zur Vertretung herangezogen, sondern maluher Lehrer muß mehrmals in der Wochie kleine Reisen unternehnnm, um seiner Vertreterpflicht zu genügen. Dazu lvird der Unterricht durch die vielen Erlanbniserteilungei: erschwert. Daß der Baiter Hilfe Mben^ muß, weil die arbeitenden Kriegsgefangene:: nicht einmal der Zahl nach, die eingezogenen Landarbeiter ersetzet: können und lyejl die landwirlschastlick-en Arbeiten gemacht werden müssen, schon» um der Volksernährung willen, sieht der Landlehrer ein. Wenn, aber unter diesen Umständen die Leistungen der Schule namentlich in den Nebenfächern zurückgehen, so ist das weiter nicht zu v-er-- wundern. Nach beendetem Kriege lvird die Landlehrerschaft an­gestrengt arbcüten ipüssen, wm die Schulen auf den Stand zu bringen, den sie vor dem Kriege hatten. AVer, wie man sich auch durck/hilft, bis dahin steht auch die entlegenste Schule nicht still.

** U e b e r B estan d serhebun g von .Wer ? ze u'S - ma schiinen ist am 21. November 1916 eine Beftmntmachung veröjsentlicht worden. Hiernach unterliegen die in der Bekannt- machiung nälj-er bezeichneten Gegenstände, insbesondere Trehbm:v^ M'stechmasckftnen, Revolverbänke, Fräsmaschinen, Schleifmaschinen, Bohrmaschinen, Bohr- und .Fräswerke, Vertikal-Boh?- und Dreh- werke, Shaping-, Stoß- und Hobelmaschinen, Automaten, Hinter­drehbänke, Zentriermaschinen, Pressen und Stanzen, Aufwurf-» Luft- uud Fallhämmer, sowie Abgratpressei: einer genau geregel­ten Meldepflicht, soweit die Maschinen nicht voll und ausschließlich und für eine längere Tauer als 2 Monate vom 21. November 1916 ab für Kriegszwecke beschäftigt sind. Tie erste Meldung hat Mr den am Beginn des 21. November 1916 vorhandenen Bestand bis zum 30. November 1916 an die Königliche Feldzeugmeisterei, Ätzck»- nische Zentral-Wteilung, Berlin W. 15, Lietzenburgerstr. 18'20, zu erfolgen. Tie Meldungen sind aus besonderen amtlichen Melde- schieinen für jede eii^elne Klasse der Maschinen auszufüllen. Tie Meldeschieine fönir-en bei dem Verein deutscher Werkzlengmaschinen^ fabriken, Berlin W., Bayrische Straße 2, oder bei dem Verein deutschier Maschinenbau-Anstalten, Berlin-Eharlottenburg 2, Har­denbergstraße 3, angefordert werden. Der Wortlaut der Bellrnnt- machnng ist im heutigen Kreisblatt abgedruckt und am Bürger­meistereigebäude angeschlagen.

** H ö ch sl p r e i s e für Rüben. Alif Grund verschiedener Mißverständnisse sieht sich die Reichsstelle für Gemüse und Obst veranlaßt, festznstellen, daß durch die Verordnung vom 26. Oktober 1916, betreffend Höchstpreise für Rüben, Höchstpreise nicht l 2 ur für Kohlrüben, gelbe und iveiße Feldmöhren und Stopvelrüb^n, sondern für Möhren aller Art, also auch auf rote Möhren feft- gesetzt ivorden sind.

** Kohlrüb en als Kartoffelersatz. Das Kriegs-- ernährungsamt hat der Reichskartoffelstelle den Auftrag gegeben, in möglichst großem Umfange Kohlrüben auszukauseu, um dort, wo infolge länger anhaltenden Frostes nicht genügend Speise- kartosseln zur VersÜMNg stehe::, Kohlrüben als Ersatz überweisen zu könne::. Ten Bedarfs verbänden, die Kohlrüben wünschen, wird zunächst «eine Menge überwiesen werden köimen, die ausreicht, um für 6 Wochen an Stelle von Kartoffeln Kohlrüben zu geben, unter Zugrundelegmlg einer doppelten Rübenration gegenüber den für Speisekartoffeln gellenden Tageskopsmengen. Tie Kohl­rübe soll hierbei nicht ellva die Kartoffel ganz ersetzen, sondern eine Zugabe bilden, wenn es infolge der Witterungsverhälmissel nicht möglich ist, die Kartoffelratio!: in voller Höhe zu verabfolgen . Daß die Kohlrübe ein sehr gutes mw bekömmliches Nahrungs-' Inittel ist, das in vielen Landesteilen auch sich bereits im Frieden sehr eingebürgert hat, ist bekannt. Die Kohlrübe hat überdies den Vorteil, daft sie weniger ftostentpftndlich ist als^ die Speisekar­toffel, so daß sie auch bei mäßigem Frost ohne Schaden trans-' portiert werden kann.

** Neue Schnellzuglokomotiven. Auf den wich­tigen Strecken werden demnächst Schwermaschinen eines gan,^ neuen Typs im Betrieb erscheinen. Diese von der deutschen In genienrkunst währe::d des Krieges erdachten und aus deutschem^ Material für die Preußisch-Hessische Eisenbahnverwaltung er­bauten Lokomotiven, die zur^ait ihre Probefahrten ablegen, zeigen als Neuerung das Dreizyllndersystem. Auf 18 Rädern laufen diese kolossalen Maschinen mit Tender, der außer 7000 Kilogramm Kohlen 31000 Liter Kesselwasser mitftlhrt. Sie sind imstande, schwere D-Züge fttit einer Geschwindigkeit von 110 Kilometern, in der Stunde gleich 1835 Metern in der Minute zu beförder:!. könnten daher ohne Zwischenstationen in zwei Stunden von Frankfurt nach Köln fahren. Mit der neuen Lokomotive feiert daher auch unsere Maschinenindnstrie mitten im Weltkrieg wieder einen glänzeirden Sieg.

M Vortragsvereinigung Kaufmännischer B e r- ein Ortsgew erbeverein. Freitag, 24. Nov. 1916, abends 87, Uhr, in der neuen Aula, wird der Vortrag Nr. 2 gehalten. Schriftsteller W. Schwiegerhausen ans Leipzig wird über »Unsere Verbündeten des JSlam^ (mit Lichtbildern) sprechen. Siehe Anzeige.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Wiederholt sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das Gastspiel Carl William Büllers imBiberpelz" am nächsten Donnerstag stattftndet lieber Büllers köftlick>enWvhrhahn" entnehmen wir einer aus­wärtigen Zeitu!lg: ,Leder Wick, jedes Wort, jede Bewegung war dem Leben abgelauscht und ein köstlicher Humor gab sich in der Art zu erkennen, wie der Amtsvorsteher mit dem Amtsdiener, t>eim dunkle:: Ehrenmann Motes, dem Amtsschreiber und den anderen handelnden Personen verkehrte. Herr Miller ließ sich auch nickß- einen einzigen Augenblick hinreißen, die Charakteristik bis zu jenen Grenze zu steigern, wo die Karikatur ansetzt, er blieb stets lebens­wahr und wußte durch das selbstgefällige Lächeln, durch das törichte Zwischenrvden mit dem höchsten Anschein der Intelligenz und durch das Zepterschivinge:: mit dem langen Bismarckbleistift auch dem! ernstesten Gesicht ein beifälliges Lächeln abzügewiimen."

** Lichtspielhaus, Bahnhof st ratze 34. Auf dem Programm vom 21.24. November 1916 steht: ^Geopfert", ein soziales Schauspiel in 4 Akten. Wildbad Gastein, ein malerisches Naturbild.Arthur Meiers Flitterwochen", entzückendes Lustspiel in 3 Teilen, und ,Achtung, Löwen", urkomische Szene. Ab SamStag, den 2b. Nov., beginnt der 2. Teil des Homunculusfllms 7 .Das geheimnisvolle Buch deS HomunculusE mit Olav Foens in der Hauptrolle.

"* Btereinschränkunq. Wie an vielen anderen Plätzen, so wird auch in hiesiger Gegend in nächster Zeit eine bedeutende Einschränkung der Bierliesernng platzgreisen. Die Brauereien sehen sich hierzu gezwungen, da das Kontingent einschließlich der Heeres­lieserungen auf etwa 2b Prozent herabgesetzt werden soll.

"* Hessische Handwerkskammer. Die Kontrollstelle für sreigegebenes Leder, Berlin, hat die Bedingungen für die Abgabe von sreigegebenem Schuh-Oberleder dahin geändert, daß Betriebe, die weniger als 10 Arbeiter beschäftigen, das Oberleder ohne Karten beziehen können. Die gelbe Karte für Schuh-Ober­leder wird somit nicht mehr erneuert, jedoch sind die Verpsttchtungs- scheine stets zu unterschreiben.

** Fischzucht. Wie alles freiliegende Land jetzt zur Nah­rungsmittelerzeugung ausgenntzt ist. so müßte:: auch alle Ge­wässer, die irgend einen Ertrag an Fischfleisch abloersen können, im Frühjahre beseht werden. Dadurch ivürde auch das sonst sehr gefährdete Fortbestehen vieler FischMchtanstalten und Teichwirt­schaften geftchert. In: vaterländischen Interesse muß von dem Einsetzen vo:: Jungfischen Gebrauch gemacht werden. Insbesondere sollten es sich die Gemeinden angelegen sein lassen, Ortsteiche Mit Karpfen, Schleiei: und anderen geeigneten Fischen zu besetzen.

Landkreis Gießen.

* Allendorf a. d. Lda.. 21. Nov. Der Landsturmrekru! Mar Joseph von hier erhielt für Auszeichnung vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille. Joseph ist zurzeit im Osten.

** Taub ringe::, 20.9ft)v. Sonntag, den 19. d. Mts., abends 972 Uhr, brach wieder ans dem .Hose Heibertshlmsen bei Taubringen Feuer aus. Es si:id 80 bis 90 Wagen voll H«: ver­brannt, Pferde sowie das Rindvieh konnte:: noch gerettet werde::. Das Schlimmste ist, daß es in:mer an Wasser mangelt, da der Hof Heibertshausen nicht an die Wasserleitung in Dalnbringcn cmgc- chlossen ist. Herr Brenn mann sowie auch dessen Frau waren selber nicht anwesend, als der Brcnü) gestern abend ausbrach. Ans