Ausgabe 
14.10.1916 Drittes Blatt
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M» g»eEe EcJÄoaito ZuMA- -u, bk ©f militSöl ko», ncs mutitt GrotzftadLe «ad sehr wenige Mittelstädte mit sehr s<^E2 TcanSPorLnrittelll in Frage. D^s System hat sich burc$- <m4 o^rhrt. Der Oberbürgermeister von Straßbura. der

vff?** 0 5°*' mir empfohlen, trotz aller Wider­stande des StadLetageS hiermit fortzufahren. Di« Preise für die »rennerere« sind im wesentlichen eine Sache der Heeresver-

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Wallung. Ich will nicht in die Preisgestaltung der Heeresverwal ding Eingreifen, weil dann tatsächlich eine Ncbenregierung ent­stehen wurde, die hier sonst so stark getadett worden ist. Die bez Gewinne der Trockenkar toffel-Gesell- lg«!* Werden sorgsam nachgeprüft. Auf die Trockenkartoffel ars Brotstreckungsmittel können wir nicht verzichten. Näheres * leT mf r ^ ,e ^ a ^ e ich der Ausschußverhandlung vor.

Man kann mich nicht für alles mögliche verantwortlich Mchheu. So nicht dafür, wenn die Brennereizeitung, die auch ich mrt Unzufriedenheit gelesen habe, so unvernünftig gewesen ist, ort* eincr Kartoffelernte von 60 Millionen Tonnen zu schreiben. 5f cr ebenso wenig, wenn Konsumentenorganisationen verlangen, uh sollte bestimmen, welches Getreide der einzelne Landwirt bauen soll, wie er düngen soll usw. Hier wird von beiden Serien gesündigt. Auch bei den Ausführungen von Wirtschaft, lrch führenden Landwirten und landwirtschaftlichen Organisa- tionen geht mein Einfluß nicht so weit, daß ich dafür die Verant­wortung tragen könnte. Ich muß da viele unvernünf. trge Behauptungen, vielen Unsinn üer mich er, Sehen lassen.

Der Abgeordnete Sachse hat mit großem Verständnis die schwierige Lage der Landwirte und auch der ausführenden Be­hörden behandelt. Durch solche Ausführungen wird das gegen­teilige Verständnis und die Notlage wesentlich erleichtert. Der Abgeordnete Wurm hat anders geurteilt und merkwürdige An­sichten über die Gesinnung eines preußischen deutschen Beamten laut werden lassen. Wenn Pro- 7essor Delbrück ähnliche Ansichten vertreten soll, so habe ich von dresLM Herrn doch so manches gehört, was ich nicht für richtig halte. Wenn man den Beamten vorwirft, daß sie nur auf ihr Avancement hinarbe-ten, so ist es dasselbe, wenn man von Sol- dateu sagt, daß sie tapfer kämpfen, um befördert zu werden. Und wenn Herr Wurm meint, meine letzten Verordnungen seien aus Angst oder nutet dem Druck der bevorstehen- denRelchStagsverhandl ungen ergangen, so beurteilt er mich doch falsch. Einen so tiefstehenden Standpunkt sollte inan heutzutage doch wirklich nicht emnehmen. wollen.' Meine Vocbe- tutoxtQen waren getroffen, längst ehe die Interpellationen des Reichstages bekannt waren. Selbstverständlich sind mir alle An- reaungen aus dem Hause von großem Werte und sind meine Mllarbcuter und ich für sie sehr dankbar. Aber ich tue meine Psicht nicht nur, wenn ich unter dem Druck des Reichstages stehe Der Abgeordnete Sachse irrt, wenn er meine Rede als Re- man sich klar ist über die Grenzen der praktischen Möglichkeiten und die Einwirkung einer Zentral­instanz, so ist das. nicht Resignation, sondern gesunder Menschen-1

berskrnd, und den braucht man aus alle Fälle, auch wenn man sich ellrütldet, boa einer ©tette aus alles machen je tonnen. Dann fcmtmt man zum früheren Polizeistaat. Wenn ich während deS Krieges unsere ganze Gesellschafts- »nd Wirtschaftsordnung im Sinne der äußersten Linken ordnen soll, so geht das doch wirklich etwas zu weit. Die Gegenwart stellt andere Anforderungen an uns, von Resignation ist keine Rede. Ich gehe an meine Arbeit im Vertrauen auf die Tüchtigkeit des Volkes. Daß ich mit allen Teilen des deutschen Volkes in so enge Berührung treten kann, macht mich glücklich. Ich sehe, mit welchem Helden­mut die Bevölkerung in Stadt nrrd Land arbeitet. Ich bin über- daß, wenn eS so weitergeht, auch mein Werk gelingt. (Beifall.)

Abg. Hüttmann (Soz.): Die Ernährungsschwierigkeiten der Bevölkerung werden durch den Kartoffelmangel aufs höchste ge- ster^rt. Ter Herr Präsident versuchte die hohen Kartoffelpreise zu rechtfertigen, aber die Städte werden durch sie ganz unge­heuerlich belastet. Die Erregung darüber besteht in weiten Kreisen. Gerade in jetziger Zeit, in der alles knapp ist, empfindet man den Kartoffelmangel sehr schwer. Die Einschränkungen für die Viehfütterung und die Fabriken müssen aufs äußerste durch­geführt werden. Die Absperrungen der einzelnen Bundes­staaten nehmen unglaubliche Formen an. In agrarischen Kreisen wird das Kriegsernährungsamt aufs äußerste bekämpft, was einen unmoralischen Einfluß auf die kleinbäuerlichen Schichten haben muß. Es folgt eine Preissteigerung der anderen, so daß die arbeitende Bevölkerung jedes Vertrauen verloren hat. Herr v. Batocki hat auch nicht den festen Willen etwas zu tun, er hat nur Interesse für die Produzenten.

Abg. Kiel (Fortjchr. Vp.): Es muß jetzt wirklich Ernst werden mit der Vorsorge für de-i Winterbedarf an Kartoffeln. Ein glattes Versütterungsverbot geht nicht an. Man muh dem Landwirt, dem man alles genommen, wenigstens seinen Bedarf an Futter­mitteln sichern. Sonst wird die Viehhaltung noch mehr gefährdet. Die^ zum menschlichen Verbrauch tauglichen Kartoffeln dürfen natürlich nicht verfüttert werden. Unsere Landfrauen verdienen ledeS Lob. aber auch jede behördliche Hilfe.

Abg. Heckmann (Natl.): Weite Kreise der ländlichen Be­völkerung und auch der Behörden scheinen noch nicht genügend vom Ernst der Zeit erfaßt zu sein. In den Jndustriegegenden muß man aus der Hand in den Mund leben. Wo bleibt der Geist des Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern"? Der Körper- zustand der Bergarbeiter muß bei der jetzigen Ernährungs­weise zuruckgehen. Der Präsident des K. E. A. soll erst am Donnerstag von der Kartosfelnot in Bochum erfahren haben, obwohl tas Amt schon vorher mit Telegrammen bestürm^ lourde Der Kreis Gardelegen fordert von der Stadt Bochum 'für un^ portierte Kartoffeln unangemessen hohe Preise.

Abg. Arnstadt (Kons.): Die Kartoffelnot ist nur zu beheben, si etTn ^ Karto,seln noch vor Eintritt des Frostes geborgen wer- den. Daß der Landwirt als Sündenbock hingestellt wird, sind wir gewohnt. Die Kartoffelsortierung ist schwer durchführbar.

D-ie Abgeordneten SSerrwe-HerSs^o (Deutsche FraMmr) unb Sch-iete (Kons.) betsuerr, daß die Lmrdwirte alles tun, was M ihren Kräften steht, um die Volksernährung ficherzustellen.

Präsident von Batocki. Unsere Politik bei Obst nnti Zwets ch ae n ist keineswegs so unvernünftig, wie sie im allge­meinen benrteffl wird. (Widerspruch.) Es ist von einem Brief eines Vorstandsmitgliedes des Ernä^rungScnntes die Rede gewesen. Die Vorstandsmitglieder^ pflegen mit den ihrren nahestehenden Kreisen Schriftwechsel und übermitteln mir oeren Wünsche. So hat Herr Dr. Müller wiederhol: Wünsche der Arbeiterkonsumbewegung im KriegsernährungSamte vertreten, darunter Wünsche au§ Düsseldorf. In einem Fall hat er die Sache der Reichskartoffelstelle überwiesen, zugleich aber einige tröstende Worte an den betreffenden Herrn ge- ichrieben, baß bei der Versendung von Millionen Zentnern Kar« löffeln täglich bei der durch den Krieg beschränkten Arbeiterzahl und ^nanjpruchnahme von Eisenbahnwagen einmal eine Stockung Antreten könne. Die Zentralinstanzen könnten nicht auf alle Einzelheiten einwirken. Da müßten die Betroffenen sich selbst helfen. Das bedeutete lediglich, daß sie sich an die lokalen Stellen zu wenden batten. Daraus kann man nicht schließen, daß das Amt die Auffassung hat, daß jeder sich selbst Helsen müsse und er sich um nichts in kümmern brauche.

r ui ^ tx Kartoffelnot -n Bochum wußten tpir schon in den letzten Septembertagen, und zwar durch Herrr? Heckmaun selbst und haben Abhilfe zu schaffen versucht. Daß die Not so akut war, erfuhren wir jedoch erst am Mittwoch oder Donnerstag voriger Woche. Wenn die Trockenkartoffel-Fabriken 6,50 Mark Titr Kartoffeln fordern, die sie eingelagert hatten und wieder herausgcben sollten. so ist das gesetzwidrig. Niemand darf den H^hjslpreis uberlchreiten. Niemand kann aber auch verlangen, ^ltz die Fabriken die Kartoffeln wieder herausgeben. Ob der Pveis von 3,75 Mark für unsortierte Kartoffeln angemessen ist, hangt davon ab, ob sie gesund sind- oder ob verfaulte oder ange­schlagene darunter find. Für gesunde Kartoffeln ist der Preis Ss- hoch- Es ist von eleganten Räumen die Rede gewesen. Die Raume des Kriegsernährungsamtes sind nicht übermäßig elegant, lieber Klubsessel wurde geredet. Ein einiger­maßen bequemes Sitzen erleichtert aber zweifellos die schwierigen Verhandlungen. (Heiterkeit) Wenn die Herren zu mir kommen wollen, sollen sie gern jede Auskunft erhalten.

Damit ist die Aussprache über die Inter­pellationen beendet.

Das Haus vertagt sich.

Nächste Sitzung: Donnerstag, den 26. Oktober, 2 Mr: Antrag des Haushaltsausschusses, ihm das Recht zu geben, auch wahrend der Vertagung des Reichstags Au- .F 1 m * n 3 u n / um über Fragen der auswärtigen Po­

litik und des Krieges zu beraten. Ferner Anträge des Haus-. hattsausichusses über Pressezensur und Belageruags- zustand.

Schluß 6 Uhr.

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