Mit biefcti 2lnsführungen erttörteit sich bic Sprecher alter .Fralttonen im großen imb ganzen einverstanden, mit Ausnahme oer So i atb e mo f ra 1 i e, ■b'ic sebr vieles von dem, was des Krieges auf dem (Gebiete der Zuteilung gt'schehen ist, -«uch in den Frieden hinübergcnommen zu sehen wünscht.
Ein von nationallibervler Seite angeregter und von den. Gozialdenwkrateil eingebrachler Antrag danin, daß der Aus Hchluß a u eh während der Vertagungen des Reichs La g es seine Beratungen fortsetzcn sollte, wurde vorläufig zurück yesteUt. Der Ausschuß wird seine Beratungen zunächst mit der Rohstoftruge beginnen. Die Einberufung der nächsten Sitzung ist dem Vorsitzenden überlassen.
Frühdrnschprämien für Safer.
Berlin, 14. Oft. (WTV. Amtlich.) Das Kriegsernährungs anit gibt bekannt: Um eine rochitzeitige Deckiing des Herbstbedarfes der Heeresvertvaltnng an Hafer sicherzustellen, ist für die srüh- zaitige Abliefeiung des Hafers eine Frühdrnschprämic in der Form festgesetzt, daß der Höchstpreis für die Tonne Hafer bis zum 30. September 1916 auf 300 Mark, von da ab bis auf lveiteres eine Festsetzung auf 280 Mark bestimmt wurde. In welcher Höhe der Höchstpreis endgültig festgelegt wird, steht nach nicht fest. Eine weitere Herabsetzung wird aber, da der Heeresbedarf für die nächsten Monate noch erl-eblich ist, nicht vor Ende November er folgen. Bis dahin wird es den Landwirten, auch wenn man die Weffpätnng der Ernte und die sonstigen Schwierigkeiten berücksichtigt, möglich sein, .Hafer in einer für das Heer zunächst erforderlichen Menge zum Preise von 280 Mark pro Tonne zur Ablieferung zu bringen, ohne daß die ordnungsmäßige Durchführung der Herbstbestellung uird die Einbringung der Hackfrnchternte unter der Beschleunigung der Haseranliefcrung leidet.
Berlin, 14. Oktober Tie deutsche Kronprinzessin hat die Schrirrnherrsckxift über die Organisation der Gold - sich m u ck s a m m t u n g für die Reichsbairk übernommen. Der Anregung vatcrlmrdliebender Frauen und Männer entsprungen, l>at der Gedanke, dem Goldschatz der Reichsbank durch Sannnbmg von Goldschmuck und Goldgeräten irn Wege des Ankaufs eine ncue^Qnelle zu erschließen, in alten Teilen des Reichs Und in allen Sichten der .Bevölkerung lebhaften Widerhall ge- funkvn. Die bisher erzielten Erfolge legen für den das ganze deutsche Volt beseelenden unbeugsamen Geist und Sieges willen rin erneutes Zeugnis ab. Angehörige aller Berufskreise sind in den Dienst dieser bedeutsamen Sache getreten, und Arme und Deiche haben bereits gewelleifert, durch Veräußerung ihrer Gold- Zachen zur Stärkung der finanziellen Wehr des Vaterlandes bcizu- igen. Von den »vestlichw Landes teilen ausgehend, hat der Gold- uckankaus sich allmählich über den Süden, Norden und Osten wlsgebreitet: in Gwfz-Berlin steht die Eröffnung von Gold- tvtkaufs stellen unrrrittÄbar bevor.
München, 14. Okt. (WTB. Nichtamtlich.X Die Bei- sehungsfeier für den verstorbenen König Otto von Bayern fand heute nachmittag um 5 Uhr in der St. Michaels-Hofkirche unter Teilnahme des Königlichen Hauses, der Münchener Garnison und der Bevölkerung statt.
Arer Stadt rrrrö Land.
Gießen, 16. Oktober 1916.
** Sitzung des Provinzialausschusses. Lim Samstag, den 21. Oktober, vormittags 9 Uhr, »et eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses Provinz Oberhessen in dem Sitzungssaal des Regie- rmtgsgebäudes hier mit folgender'Tagesordnung statt: 1. Wandergewerbeschein für Julius Lagerin, 2. Klage des Müllers .Heinrich Reichert, Düdelsheim gegen Großh. Kreis- umt Büdingen wegen Aufhebung einer von diesem erlassenen Verfügung, 3. Klage des Gemeinderechners Weck zu Hungen gegen die Gemeinde Hungen.
** Stadttheater. Aus den: Stadtlheaterbureau fihreibt man: In der morgigen Lkbonnementsaufführnng von Ludwig Fuldas bekanntem und beliebtem Lustspiel „I u g e u d f r e u n d e" wird ein weiteres Mitglied, Frl. DUirtha Gersdorff, zum ersten Male austreten als Toni Leitenberger. Als Brnno Martens wird Herr Adolf Fei gl, vordem an den Stadttheatern zu Bern, St Gallen und Bautzen, auf Anstellung gastieren. — Lebhafte Teilnahme wird sicher der Vortrag Max Halbes am nächsten Samstag erregen, zumal da der Dichter der „Jugend" nach allen hier vorliegenden Zeitungsstimmen ein vorzüglicher Interpret seiner Werke ist. Wir kommen auf den interessanten Abend noch zurück.
** Verwundeten-Unterricht. Am Dienstag, den 17. 1. Mts., abends von 7hch bis 8 Uhr, findet im S o 1 - dateuheim der zweite Vortrag auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung statt und zwar über die Frage: „Was bietet die In validen- bez w. Hinterbliebenen- Bersicheruug dem Kriegsteilnehmer und dessen Angehörige n". Nach dem Vortrag findet eingehende Aussprache auch über sonstige Fragen der Arbeiterversicherung stall.
** 2ö o ch c i! g e l d. Tie Beratungsstelle der vereinigten Hassia- Militärvereine Gießens sBahnhofstraße 6611' teilt uns folgende wichtige Entscheidung des Rei ch s v e r si ch e r u n g S a m- t es mit: Die Krankenkassen haben bisher den bei ihnen versicherten Wöchnerinnen das ihnen nach $ 195 RVO. zustehende Wochengeld nur in Höhe des sechsfachen Krankengeldes bezahlt, ausgenommen die Fälle, wo die Versicherte auch Samstags arbeitete. Es kam infolgedessen vor, daß Nichtversicherte Wöchnerinnen, deren Ehemänner im Kriegsdienst stehen, nach den bezüglichen Bundes- ratsverordnungen ein Wochengeld von 7x1,00 Mk. erhielten, versicherte dagegen Nur 6,00 Mk. oder weniger. Jetzt ist entschieden, daß versicherte Wöchnerinnen den siebenfachen Betrag des Krankengeldes als Wochengeld (auch nach dem Kriege. zu beanspruchen haben. Auch Wasch- und Putzfrauen usw., die beispielsweise nur vier Tage in der Woche arbeiten, ist der siebenfache Betrag zu zahlen, ^as Rtüchssversicherungsamt hat also die für Wöchnerinnen geltenden Bestimmungen ^vohl wollender ausgelegt, wie die berühmten Rechtsausleger der Sozialgesetzgebung Hahn, Stier-Somlo, Tütt- rnann, v. Frankenberg u. a.
Landkreis Gießen.
ga. Beltershain, lß. Ofi. Durch eine Handgranate ist am 7. September der Landsturinmann Peter H a r t in a n n schwer verwundet worden und fürs Vaterland gestorben. Er wurde im Einzelgrab in Feindesland beerdigt. Am 17. Oktober 1915 war sein jüngster Bruder ans denr Kriegsschauplatz im Osten gefallen. Hartmauil war 18 Monate an der Front und zum dritten Male ins Feld gezogen.
ga. Ettings h a u s e n. 16. Okt. Gefreiter Wilh. Brock, der vor acht Tagen die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt, ivurde nuef) mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
ltz L e i h g e st e r n , 15. Okt. Die diesigen Schüler zeichneleii zur 5. 51 r i e g 8 a u I e i I) e 1048 Mk. — Der Fahrer Wilh. I n n g, Munit.-Kol. der 10. Balt. Res.°Fnß-Art.-Regt. Nr. 9, ivurde für ein tapferes Verhallen vor dem Feinde mit der Hess. Tapfer- keitsmedaille allsgezeichnet.
Md. Odenhausen (Rabenanst 14. Okt. Wieder hat der Krieg in unserer kleinen Gemeinde ein Opfer gefordert. Nachdem kvior^4 Wochen der Musketier P f'e i f f, Sohn der Witwe Pfeift, i-m Osten den Tod fürs Vaterland gestorben, erhielt dieser Tage
Wagnermeister A. Wallenfels die Nachricht, daß sein Sohn an der nomine verwundet, sich in einem Lazarett in Easfel befände, er erhielt einen Becken schuß,, woraus Blutvergiftung ent- tand. Gestern ist er gestorben: die Beerdigung sinder wer statt. Meide Gefallene »waren brave, fleißige und allgemein beliebte Jünglinge. Wallenfels stand fett Beginn des Kriegs im Felde und war 1914 . schon einmal verwundet. Ein Bruder von ihm 'teht ebenfalls im Heer. — Der Sohn des BahnhofsaufseHers Weber, der gls Kompagnieführer, Z. 186, im Westen steht und an den schweren Kämpfen an her Somme mitfocht, erhielt», das Eiserne Kveuz 1. Klasse für besondere Tapserkeit.
oa. Stangenrod, 16. Okt. Am 29. September flarb tu einem Feldlazarett im Osten Musketier Ernst vosmann fürs Vaterland. Er war am Tage vorher durch Bcustschuß verwundet worden und wurde am 30. Sevtemoer bestattet.
Hessen-Nassau.
ha. Bromskirchen, 10. Oft. 'Assistenzarzt Gustav Haas, Sohn des Lehrers Haas dahier, Inhaber des Eisernen Kreuzes und Sachs. Albrechtsordens 2. Klasse mit Schivertern, ivurde durch persönliche Ansprache des Generals v. Leffert vor dem Regiment belobigt und dem König von Sachsen vorgestellt. Er erhielt für seine eriieute Tapferkeit den Militär St. Heinrichsorden, mit welcheiii das Führen eines Wappens verbunden ist.
Sport.
** © i e B e n , 16. Okt. Gestern fanden auf dem Trieb zwei Wettspiele statt. Zuerst trat die 3. 'Mannschaft des Sportvereins G e r m a n i a - Wetzlar gegen die 2. Mannschaft des Rasen- sportvereins Hessen aiis. Es ^entwickelte sich ein lebhaftes Spiel, wobei die Mannschaft des Sportvereins Hessen den Sieg von 3:2 davonlrng. Nachher spielte die 2. Mannschaft des Vereins Germania gegen die 1. Mannschaft des Vereins Hessen, wobei das Spiel 0:0 ansging.
** Gießen, 16. Okt. Trotz des' schlechten Wetters fand Sonntag auf dem Sportplatz a. d. Hardt ein F u ß b a l l w e t t - spiel statt zrvifcheii der ersten ^Mannschait des Sportvereins „Merkur" und der zweiten des D. s. R. von 1900, das letzterer Verein mit 7 : 1 gewann. ^
Papier-Bindfaden
in allen Stärken liefert prompt und billigst' 7U4 8 Asterweg 53 Ludwig Lazarus Fernsprecher505 j


