Ausgabe 
9.10.1916 Zweites Blatt
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aesctontten. Diese (Sxffftnmg kehrt bei den gefangenen Manw- i mailen reaelmätzig wieder, während die Offiziere nicht zu geben wollen, daß ihren Leuten etwas derart erzählt worden sei. Dost ine Gefangenen tatsäcküich mit allen Möglichkeiten hinsichtlich ihrer Zukunft rechnen, geht namentlich aus dem Gehaben eines von ihnen hervor. Es ist ein stupider Bengel mit dm Äugen eines geprügelton Hundes und gutmütiger Kulpsnase Er spricht vor Äugst kein Wort,beantwortet keine Frage, und die picken Tränen rollern ihnr nur so über seine runden braunen Backen. Man sieht ihm an, was in ihm vorgeht.Redet nur, was Ihr wollt!" dmkt er bei sich,ich weis; dockr. was mir be-versteht!" Einer im Hinter.srund ntacht sich den Scherz, ihm bedeutsam zuzuwinken > ihm ein internationales Zeichen zu machen. Es ist das des Hängens: eine schnelle Ben-egung mit der Hand um den Hals und eine noch schnellere mit ausgehrecktem Zeigefinger aufwärts, als stiege dort eine Rakete hoch. Der dumme Kerl sieht es, und sofort verdoppelt sich die Flut seiner Tränen. Seine Mitgefangenen lackten ihn aus. Liber ihre Augen laufen dabei ängstlich von einem Gesicht der deutschen Offiziere zum andern. Sa recht koscher er­scheint ihnen die Geschichte nicht. Nicht ohne Grund? Sie alle haben ein verdammt böses Gewissen und denken wohl im stillen an die Art, wie ihre Landsleute mit ihrer: Gefangenen umgehen. Oben auf dem Pah finden sich, mie ich bald sehen soll, Beispiele dafür. Es ist unseren Leuten »vahrhastig nicht übel zu nehmen, wenn sie die Kerls gelegentlich wenigstens etrvas ängstlich machen.

_A dol f Z i rnmerman n , Kriegsberichterstatter.

Rriegsbriese aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters, (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugslveise, verboten.)

Winter in den Karpathen.

Hauptquartier Korps Conta, 6. Okt.

Mau beginitt, sich irr den Karpathen auf den Winter -einzurichten. Wir beherrschen »rach beit schweren Verlusten, sdie von den Nüssen noch nicht aufgefMt werden kannten, 1 die Lage, das hat sich auch heute und gestern nacht in zahl­reichen Pa trouillenunbernehnrungen gezeigt, die längs der

ganzen dcirtschen KarpcithenfrMrt erf^greich durchgefüihrt imrrden. UebervA, wv die russische Stettnnq nicht zusanmtem- hängend ist, drangen Jagdkornnvandos schneidig vvr und brachten zahlreiche Gefangene mit. Die Gesangeneu--Ans- sagen bestätigten durchaus die Vermutung, daß die Kämpfe in der Dobrudscha die Russen gezwungen haben, die für die Winter-Karpathen offensive bereitgestellten Re­serven über Odessa an die rrrmäirische Front zu verschieben.

Der Winter, der vorgestern schon mit starten Vorzeichen eingesetzt hat, ivird im übrigen für alle Karpathenunter-- nehmungen kaum viel Spielraum in der Zeit lassen. Als ich gesternt in den Stellungen auf dem Eimbroslava-Rücken war, herrschte bei fußhohem Schnee schon völliger Winter. Die gegenüberliegenden Russen arbeiteten aut Drahthinder­nis, was immerhin ein Vorzeichen für den Stellungstrieg zu sein pflegt.

Wir sind eifrig dabei, für den schweren Karpathentointer zu sorgen, überall in den Stellungen und an deit Straßen wurde gearbeitet, Wagenladungen von Fenstern und Türen werden im Hinterland fertiggestellt und nach vorn ge­bracht, mit großer Energie wird überall die kurze Spanne Zeit bis zum völligen Winterausbruch auSgeirützt, so daß nran deni Karpathenwinter mit ruhiger Zuversicht entgegen­sehen kann. Der erste Uebexsall des Winters hat die Truppen in ihrer Arbeit nur noch mehr angesporitt. Die Russen wer­den alle Kraft ihrer zusammen geschmolzenen Karpathen- Armee aufwenden müssen, um sich auf den ungünstigen, un­geschützten Ost- und Nordhängen den Winter über ohne zu große Opfer zu halten.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

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Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Gatte, unser guter, treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel

Herr Hermann Bender

Tiefbauunternehmer

am 5. Oktober 1916 im Alter von 50 Jahren plötzlich und unerwartet sanft entschlafen ist.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Marie Bender Ww. nebst Kindern u. Verwandten.

Gießen (Bleichstraße 3), den 8. Oktober 1916.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 10 Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt rrereD

Den Heldentod fürs Vaterland starb nach 26-monatiger treuer Pflichterfüllung am 30. September unser lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder

Gefreiter Friedrich Römer

beim Regt.-Stab vom Inf.-Regt. 222,

Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille,

lm Alter von 23 Jahren, was wir Verwandten und Bekannten hier­durch mitteilen.

In tiefem Schmerz:

Familie Kaspar Römer.

Gießen, Nahrungsberg 26. 728g

Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung.

Sonntag morgen 1 / 2 S Uhr wurde unser lieber, guter Vater, Sohn und Bruder

Herr Friedrich Schmehl

Kaufmann

von seinem langen schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Frau Lehrer Schmehl Ww.

Giessen (Stephanstr. 47), den 8. Oktober 1916.

Auf Wunsch des Verstorbenen findet die Beerdigung in aller Stille statt. 72g,

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Auf dem Wege von Beuern nach Groben-Buseck IBahn hof) schwarz. Handtaschche« mit Portm., Uhr and Abmelde­schein 1. auf b. Namen d. Rabenau am 1. Okt. abends. Gegen gute Belohnung ab' -»geben b.Frsn Rabtnsu Ww,, Bauern. [01247(1

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Adler-Drog., Seltersw. 30.

Ott« Schaaf. I(»989

Freitag vormittag wurde

in der Stadt, wahrscheinlich auf dem Seltersweg, eine

püicne Brosche

mit Brillant verloren. Gegen gute Belohnung abzngeberi.

Frau Professor Opitz,

Klinikstrake 28. 17234 1

Am 30. September fiel auf dem Felde der Ehre unser Mitglied

Heinrich Wißner

Reservist im MuSketen-Bataill. Nr. II

im Alter von 25 Jahren. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

7273i)i Der Turnverein Londorf.

50er

Unseren verehrt Mitgliedern machen rrstr hiermit die schmerzliche Mitteilung von dem aut 5. ds. Mts. erfolgten Ableben unseres lieben Altersgenossen *

Hermann Bender

Tiefbauunternehmer.

Die Beerdigung findet DienStag, 10. Oktober nachmittags 3 Uhr von der Kapelle deS Neuen Friedhofs statt. 72S5D

Der Vorstand des VereinSder 50 er hott 1866.

Danksagung.

Allen» die uns anläßlich des Todes unseres Sohnes Beweise ihres Mitgefühls gegeben haben, sprechen wir unseren herzlichen Dank aus.

7291

Professor Siebers und Familie.

Für die liebevollen Beweise herzlicher Teil­nahme bet dem Verluste unseres lieben Sohnes sagen wir allen unseren aufrichtigsten Dank. Besonderen Dank für die vielen Blumen- und Kranzspenden.

Kurt Pfeiffer, Lnknmntilisülirer nebst Iran und Kindern.

Gietzen, den 9. Oktober 1916.

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