rtt. 237 Zwettes Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
16b. Jahrgang
Beilagen: .Fietze«ev Zamilienblatter" und „weisblatt für -En Kreis Stehen".
Postscheckkonto: ZrankHart «n Main Nr. ll686. Vanknerkehr: Se«erhebanr -iehen.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Sberheffen
Montag, <). Oktober 1916
Zwillingsrunddruck und Verlag:
Brüh t'sche Unioersttäts-Buch-u.Steindruckereu R. Lange, Gießern
5christleitung, Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulstraßc 7. (Geschäftsstelle u. Verlag: ^Ebl, Schriftleilung: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.
Derveginn der Winterversorgung mit Kartoffeln
Wahrend nacht de« anfänglichen kurzen Störungen seit längeren Wochen dir Früchkmttvffelanfuhren in befriedigender Weise ihren geregelten Gang gingen, zeigte sich in den lebten Septcinber- und ersten OTtobertagen in einer Rejhe von Verbrauchsorten eine gewisse Knappheit ttr den Anlieferungen. In einer Anzahl dieser Orte hat die Reichskattoffelstelle die Schwierigkeiten rasch über winden können, in anderen dauern die Schwanllrngen und unzu reichenden Zusuhrckn noch an.
Das Eintreten einer gewissen Knappheit war von den leitenden Versorgungsstelle cl — entgegen den Hinweisen auf eine Ende September zu erwartende ueuerlichc Ueberschwemmung, wie sie iir der Oeffentlichkeit laut geworden waren — schon für einen früheren Zeitpunkt befürchtet worden. Es ist jedenfalls erfreulich, daß Ne bedeutend später und in weitaus geringerem Umfang, als befürchtet^ wurde, aufgetreten ist. Von der Reichs kartoffelstelle wird im übrigen all^s geschehen, um Schwiedigkeiten, wo sie auftreten, schnellstens zu überwinden.
Auch jetzt twieder hängen die (Störungen mit der Aftbeitskonftmk- tur auf dein Lande zusammen, die info^e der eigenartigen Wittern ngsentwickl-ang dieses Jahves ziu einem außerordentlich starken Zu- sammendrängrn der Ernte-, Ausdrusch,-- und Bestellungsarbeiten auf ganz kürzte Zeit geführt haben. Der lange andauernde Regen sck-ob die Erntezettcen der letzten Feldfrüchte nahe aneinander und ineinander und zum Teil noch in die Zeit der beginnenden Winter- bestellung hichein. Daß das die Ernte der betreffenden Früchte über- lfaupt und im werteren das Herankommen der Früchte an den V^arkt beeinflussen mußte, ist ohne weiteres klar, um so mehr, als die Zahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte mehr als je beschränkt isst
Dazu ronrmt, daß sowohl die Heeresverwaltung wie auch die Rerchsgetrkidestelle in ihrer pftichtgemäßen Sorge für die Ernährung der Zivilbevölkerung in diesem Jahre mehr als je auf eine raschle AWAeferung des Getreides drängen mußten. Die von der vorigen Ernte angesammelten Reserven von Brot- und Futtergetreide ^mußten z-um großen Telle zur Durchführung der Not- staudsakbwn, die unsere Ernährung über die gefährlichen Sommer- uwnate hinüberführen mußte, hevangezogen werden und waren allmählich aufgebraucht. Um die Truppenvepflegung und Bevöl- terunD5ernähkmrg,d sowie die Fütterung der dem Heere dienenden Zugtiere wieder in geregelte Bahnen zu bringen und die für en«n wegeünäßigen Verlauf der Versorgung gebotenen Reserven schnellstens wieder anzusammeln, war eine möglichst rusche Anlieferung größerer Mengen von Brot- und Futtergetreide eine Rot- werchrgikert. Die Arbeitsfertigkeit auf dem Laiche wutt>e darum, durch! die gebotenen Druschprämien angespornt, stark herauf- konzentriert. — Durch diese nvtgedrungene Vorsorge für die Brot- öf 2°W und Heereszufuhren scheint die Arbeit auf den Kartoffelfeldern etwas zurückgedrangt worden zu sein. Das ist sicher auch durch die Hoffnung noch mehr beeinflußt worden, bei Hinaus- zogerung der Ernte einen noch etwas besseren Ertrag der Kartoffeln zu erzielen. In einigen Bezirken drängt noch die Rübenernte, deren bachlge Anlieferung zur Verbesserung der Futterversorgung im 2ö>f*rntt der Emmachezeit gleichfalls dringend erwünscht ist. Es ist aber Mit Srcherhett zu erwarten, daß jetzt nach Eingang gro^rer Mengen von Getreide bei den Getreide Versorgungsstetten die Ernte der .Kartoffeln bald um so stärker einsetzt. Damit werden md !L 1 ?£ bte Lieferungen für den täglichen Bedarf wieder ihren regk^atzigen Verlaus aufnehmen, sondern es werden dann ailch Ae für dre Einkellerung bestimmten Kattoffelmengen schnell ins Lnrollen wuuuen Es wäre jedenfalls ganz unberechtigt, sich
HSS ? trE S£ e 5 m ^ eit b ^ c Winterversorgung nicht
soglmh mtt dem 1. Oktober, als dem Beginn der Wintert) ersor- cymasperiiüre nnt aller Gewall einsehen, sich übertriebenen Be- nrrchtungen hingeben zu wollen. Die Bevöllerung inuß sich die ^atsac!^ vergegenwärtigen, daß mehrere Millionen, und zwar die besten landwirt,a>astlichen Arbeitskräfte, sich beim Heere befinden, mW daß t«her Lrmeve Stockungen bei Massenlebensmitteln, wie sie die Kartoffel. darstellt, nicht immer vermeidbar sind.
Die Zuckerversorgung für das Betriebsjahr
mm
tlt nun, nachdem die Verordnung vom 14. September, Ausfüh- ^sbestimmungen vom 27. September und eine Bekanntmachung des Präsidenten des Kriegsernährunqsamtes über die Preise vom ^Septtmber erschienen sind, im wesentlichen festgelegt. Die wichsten Grundsätze wurden bereits früher besprochen. Danach müssen k -3^ct er rü&en rnnr grundsätzlich alle auf Zucker verarbeitet wer- Branntwein aus Zuckerrüben wird auf das für ^negszwecke unentbehrliche Maß beschränkt s^^ mrJL?^itung von Zuckern'iben auf Rübensaft sind in den letzten Wochen warme Firrsprecher entstanden. In der Tat handelt
Lbesonders da, wo der Rubensaft mrt Melasse gemycht und somit ein ausgiebiges Auf- ]tct^Tnitte£_gen>onngn wird. Der Kriegsttibe nsaftgesellschaft ist da
Conrad Ferdinand Meyers „Vaterland".
,, Irnbergs Tagebücher, deren Veröffentlichung das Literari- sche Echo^' fortsetzt, enthalten eine köstliche EharäktniAk d^ffi Schweizer Realisten Keller und Mey^ die in ihrn Gegm- soivohl, wie in ihrer llebereinstimmung aus Rodenberas T uns ««treten. 1%
bcfj drte mobotbrns äfiricf) und würbe von «ler. iFcn Nohllen fttnx Vorabdruck in der „Deutschen Rundschau"
meh^lchkn' m «i 1 mt nichts nicht
Trcexjr vertaffen. ,,x-n alte, biedere, herzige Mann natürlich und
treu, .rrurwcrd es einem zuerst schwer, ihn zu verstehen n^llär^u
sich ein Wenig undeutlich und mll schweizer Akzent spricht Auch isf
bin neues zur Rede bringt im Gegentell man must ihm innnar ein neues Thema gebeirnnit de^ es dann wieder geht, lme mit dem ersten Mer welch Voll von Anhänglichkeit und unveränderlich wo er einmäl^ech ^ ££ - Ab er den Ferdinandus, wie er E F Meyer
^nn , kann er mcht lerden. Es ist gewiß nicht kleinlich^'Reib ^
hafte^Äese^Volks- ?ud^ ^erwendigkeft, das Literaten- uttb B'ttufsgenossen nürd er nickst müde mtt ^iner scharfen Zuirge zu geigeln." Doch Conrad FerdinandRteMr Rudenberg hochgeschätzter Mitarbetter der Dent- s^n RiMdschcrn , und ihm galt sein erster Besuch am nächsten'Tage- glühender Mittagssonne sttegen wir heute nach 11 Uhr vow Kilchberg zu C. F. Meper lstnan. Mtt mit Pappeln von Meyers Gemahlin und .-^-^chtercherc Camllla gastlich empfangen und in das hübsck>e
St SSpÄI!? Haus hiueingeMhrt, auf dessen obermi Rceyer herzlich entgegenkain Hier ffel mir wie dn-ä
S« Lf wie?r'-LfsL
&dör?K2- d&l wMw J an!ie nttt Meyer allein in seinem Ar-
oeitszimmer, welck-gs von der euren Seite den schönsten Blick mit
taÄÄ Alpen.. den See und MeV^gene Wein! Sf « feer Ichon «(ms weih, doch noch er-
m,f die -iuknnst l?»-*"! ber unbedingten Hoffnung sich erfv^md ^ Könnens sich bewußt und seines Glückes
fefl« Werke zu schafft hade!"^ star^ AlbL
her die Erlaubnis ertellt worden, den ihr angeschhossenen Herstellern besttmnttx Mengen zuzuführen.
Ueberhaupt soll die Herstellung von Zuckeranffttichmitteln im W r r t,chaftsjahr 1916/17 soweit die Bestände es zulassen, gefördert werden. Die Ernteaussichten sind nicht sehr günstig, da kaum mehr »als eine Mittelernte erwartet werden kann. Das bedeutet, da wir einen Mehranbau von rund i1°/o gegenüber dem Jahre 1914/15 haben, zwar eine Kops menge von vielleickst 23 Klg. Zucker gegen-, über 19^-20 Klg. Jnlandsverbvauch der letzten Friedensjahre, mtt- vch eure nicht unwesenüiche Sdeiglerung; aber dieser Steigerung! des Ertrages steht auch eine sehr wesentliche Steigerung des Bedarfes gegenüber. Es iuuß daher bei der Rationierung bleiben.
Im Durchschnitt waren es 750—850 Gramm!, die von den Kommunal verbänden den Verbrauchern als Mundzncker zu geführt wurden. Eine Steigerung dieser Kopfmenge wird im allgemeinen nicht möglich sein, da sie die Herstellung von Marmelade und Kunsthonig als wichtigen Jettersatz- und Aufftrichmittel allzusehr beeinträchtigen würde. Die PwiNvegelung zielt darauf ab, daß der Mundzncker auch weiterhin zu den gegenwärtig gellenden Preisen abgegeben lvird. Run ist allerdings der Rohzuckerpreis schon am 3. Februar um 3 Mark für den Zentner erhöht worden, eine Erhöhung, die ihre Früchte in deni gesteigerten Rtiüenanbau gettagen hat. Ter Verbrauchszucbev-Preis für die Fabriken, der bisher für Magdeburg 23,10 Mark betrug, fft demgemäß nun auf 26,25 Mark ^schließlich der Roltzuckerfracht gesttsgen. D^r Präsident des Kriegsernahrungsamts hat aber angeordnet, daiß der Mundzucker t^iter auf der Grundlage eines Magdeburger Preises von 23,35 Mark, mithin Nur um 25 Pfennig teurer als bisher geliefert wird. Da diese 25 Pfennig durch die Ermäßigjung des Großhandelsnutzens und durch eine strengere kommunale Ueberwachung der Preisbildung ausgeglichen werden können, wird der Verbraucher daher den Mund^ucker zu den alten Preisen beziehen können. Diese Preise sind zwar um 25°/o höher als die letzten Friedenspreise, sie sind aber erheblich niedriger als die bei unseren Feinden geltenden Preise, die, gegenüber deni Frieden, in Frankreich eine Steigerung um ungefähr 180, in England sogar unt 240°/o erfahren haben. Für die Aufvechterhalitung des alten Mundzucker Preises ist den Fabriken ein Ausgleich zu gewähren und zwar da durch, daß: einmal Non den den Verbrauck-szuckerfabriken bisher gewährten Frachtzuschlagen die nicht verbrauchten Betrage an eine Ausgleichskasse abgeführt werden sollen, und zweitens der nicht auf den Pedarfsanteil der Kommunal verbände abzugebende Zucker zu höherem Preise verkauft tverden darf. Dieser Aufschlag ist auf 2,55 Mark festgesetzt. Er ist von der zuckeroerarbeitenden Industrie und somit ineistens von Waren zu tragen, die nicht unentbehrlich sind. Soweit es aber wirklich nötige Nahrungsmittel tteffen sollte, ^ wird für möglichst niedrige Höchstpreise gesorgt werdeü. Insbesondere werden die Aufstrichmittel vor Ueberteuerung geschützt Norden. Vom Mundzucker werden mindestens zwei Drittel in der billigsdün Sorte in Verkehr kommst^, so daß nirgends eine Not Wendigkeit für den Kauf der teuren Sorten besteht.
Herbeischaffung für den heererbedars.
Berlin, 7.Okt. Es ist der Heeresverwaltung leider nicht möglich gewesen, ihren Bedarf an Heu aus der neuen Ernte im Wege ftei händigen Ankaufs zu decken: vielmehr konnten die inlli- tärischen Beschaffungsstellen zu den für sie festgesetzten Preisen nur geringe Mengen Heu erwerben, und schließlich hat der Ankauf fast vollkommen gestockt. Tie Besitzer glaubten nämlich, entweder an den für H'eu« autz der alten Ernte von der Heeresverwaltung gezahlten hohen Preisen festhalten zu können, oder hofften auf spätere noch höhere Preise. Auch manche Händler und private Bs- darfsstellen haben sie in dieser Ansicht bestärkt, indent sie vielfach für Heu jeden verlangten Preis zahlten.
Tie Heeresverwaltung konnte dvesen Preistreibereien nicht folgen. Eine einmalige Erhöhung der von ihr zu zahlenden Preise hatte erfahrungsgemäß bald weitere Preiserhöhungen zur Folge gehabt, die bei der guten Heuiernte dieses Jahres in keiner Weise berechtigt gewesen wären.
. Es ist daher erforderlich, wiederum aus das in der Vergangenst bereits bewährte Verfahren der Landlieserungen zurückzugreifen Em entsprechender Entwurf einer Verordnung liegt dem Bundesrat v?r. Umgelegt werden sollen im ganzen 1 Mlllion Tonnen Heu, die sich auf 10 Monate verteilen. Ta dieser Bettag nur einen geringen Bruchteil der gesamten diesjährigen Heuernte darstellt so ist mcht zu befürchten, daß durch die auszusckweibende Landliefe^ ^e irgendwie erhebliche Belastung der Besitzer eintreten Die Verteilung soll erfolgen nach der Anbauerhebung, einem mrrchschmttllchen Hektarertrage und unter Berückftchttgnng des Eigenbedarfs, der nach dem vorhandenen Bestände an Großvieh berechnet wird. (
Tie in dem Entwurf vorgesehene Preisfestsetzung entspricht den Mrzeit handelsüblichen Preisen: Zinsverlust und Schwund werden Staffelung berücksichttgt. Selbstverständlich ^zrehtsich die Preisfestsetzung auch auf das HeU, das auf Grund der
utuß: eine allgemeine
^ g Höchstpreisen für Heu ist nicht in Aussicht genommen. ö
Kriegsbriefe von der rumänischen Zront.
Bon Unserem jum südöstlichen Kriegsschauplatz entsandten Sonderberichterstatter.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Zum Rolen-Turm-Paß nach öer Rumänenschlacht.
Kriegspresseqmrrtier Südost, den 1. OL.
II.
Einstweilen wurden Gefangene in immer neuen Trupps ein- gebracht. Ihrer Montierung nach sind die Leute von Oester- reichern und Ungarn kaum zu unterscheiden. Das ist einem rumä- ullchen Fliegeroffizier zum Verhängnis geworden, der von Krvn- ftadt aus mit Meldungen an das im letzten Verzweiflungskampf begriffene rumänische Kommando herübergetommen war. Er hatte offenbar kerne Ahnung, wie schlimm es um die von ihm gesuchte Truppe bereits stand, und wie weit diese schon zurückgeworfen war. So traf er m der Gegend von Talmesch (Nagv Talmaiz) Anstalten, bei einer Kompagnie Ungarn, die dort auf freiem Felde vor- ging, abzustergen Als er seinen Irrtum bemerkte, und im letzten Augenblick vor der Landung noch zu entkommen versuche, war es zu spat Gewehrfeuer brachte ihn zum Absturz. Aus den Trüm- das rumänische Flugzeug-Abzeichen, eine blau-gvÜ^ rote Flügelvosette. In Kronstadt wartete man des nachmittags vergebens auf seine Rückkehr mit der Meldung über die Erledigung fernes Auftrags. Ern zweiter Fliegeroffizier wurde ausgesandt.
[te JTO sicher gehen und flog daher bis zum Eingang des Pafsev. Doch auch dort lauerte bereits der Feind, auch er stch über die Truppe, zu der er absteigen wollte, und so ihn das Schicksal seines Kameraden, nur mtt dem Unter- schrede daß m Deutsche und zwar durch MaschrneugewchrfeuM ^ u y. Elrecke brachten Zwei ähnliche Fälle ereigneten sich seiner- zeit berm Brezeny-Durchbruch, doch bemerkten die Russenflieger Irrtum da überhaupt nicht, ehe sie festen Boden unter
putzen hatten, schwebten vielmehr, noch dazu nach allen wink^d und grüßerü>, mitten zwischen den Marschkolonnen Scheffer-Bohadels und Lietzmanns auf die Erde Lieber wo man fte dann auch mit entsprechender Liebenswürdigkeit willkommen hieß.
Aüch wir täuschen uns im ersten Augenblick über die Parteizugehörigkeit einer größeren Abteilung, die auf dem Markt einer kleinen Ortfchaft angetteten ist. Auch wir halten die Leute für Ungarn, bis uns auffällt, daß sie keine Waffen tragen und daß Honveds mtt aufgepslanztem Seitengewehr sie bewachen. Es ift ^ öom ersten Grenzregiment, das sich
unseren Markern auf Höhe 1010 der Generalstabskarte westlich vom Paßemgang ergeben hat Es sind Leute von einem guten Regiment' sie gehören zur Bukarester Garnison, sind demnach ausgesuchte Mannschaften und vor allen Dingen auch gut ang§ zogen. Sie sind eben erst aus der Garnison ausgerückt, und so ffhen ihre Montierungen noch gut und neu aus, weit besser als die unferer alten Kriegssoldaten!" hat tags vorher ein hervorra- 'Ä 9er<li ?r e ü.ber dieses Kapttel in kleinem Kreise geäußert. „Glücklicherweise kommt es darauf nicht an." Bei den Gefangenen treibt sich ein schwieriger Mensch in abgettagenem, fchabigem Zlvu herum, den ich für einen walachischen Spion halten wurde, der das Bataillon im Gebirge geführt hat Er bat sich aber als der Zahlmeister des Bataillons ausgewieseu und be- trügen die Zahlmeister kerne Uniform. Er ^Eutsch und macht ein ungemein vergnügtes Gesicht Jstes, wett man vorläuftg seine Papiere ernst nimmt
U b ixtu eÖtw ^ te ^ eten 'hur erst im letzten Mgenblick
zugeschoben worden? Ist es, weil er nunmehr der Rechenschaft über die ihm anvertraute Kasse ledig ist? Dis wäre verständlich' denn gestimmt durfte sie schwerlich haben. Dieser Kerl sieht so aus, daß chm kein vernünftiger Mensch auch nur 5 Lei zur Ver- walttlng ubergeben lvürde. Das Bataillon Hot vor seiner Waffen- gefochten. Wo in aller Welt nimmt man solchen Burschen- mit ins Feuer? Doch seine Papiere decken ihn für heute. Ob auch morgen noch?
Auch einer der Offiziere des Bataillons spricht etwas Deutsch.
Aussichten der rumänischen
Se? pschuL tAt ° ber " DtÖ ^ fk flW
^ir wissen, daß auch die deutsche Armee gegen uns Ä p memt ^ .und macht dazu ein Gesicht, als ob
er b o e r ? 0( ^ e keineswegs tragisch nehme.
9 n I^brswo nwhnen wir dem Verhör eines Trupps von etwa bei Dre Mehrzahl von ihnen ttägt schlasschuch- arllge, ungefthickte, lederne Schnabelschuhe, die indessen gar nicht so unprakttfch und unkrregsgemäß sein sollen, wie sie aussehw und schreiben?" fragt sie der Dolmetsch^' M von den zwanzig strecken mt stolzem Eifer die Hand hoch. Alle erllaren einstimmig, ihre Offiziere hätten ihnen gesagt, die Deutschen machten kerne Gefangenen. Verhältnismäßig mit sei es noch, wenn nmn gleich nredergewacht werde, tovsern man
W bie f> al ^ e M e - Manchen nämlich würden vorher noch i.ic Augen ausgeftochen oder die Zunge würde ihnen heraus-
bewußtsein und Glücksgefühl hat nichts Verletzendes, es stützt sich bedeutende Persönlichkett, die sich durch einep parken mächtig proftllerten Kopf nrrt freundlrckien Augen und gewinnenden Zügen aickündrgt. Seine Unterl-altung sprudelt von Geist mW Läden fprrngt oft ab, stockt aber nicht. Darm ist er das
^ e ^- cr ' von dem er Mit großer ^ E t>em er sich aber auf eine Linie zu stellen liebt.
^Niger als Keller, den Eindruck des Schweizers und Begerstming für Deutschland, auch in politischer ihm zuviel Großmannssucht für schweizerischer Chauvinismus, wie er sagt. ^ er ' -aber Deutschland mein «naSSS S&f ^ bu ^ bei allen Deutsch-Schwei- allen ist ja die Schweiz Mutter,
aber auch ihr Vaterland ist Deutschland. £). K
%
Ui ne Fulda-E-rstanfführung. Aus Frank- man ims: Mit der «Irsimifführnng des „Le- f^^ e3 von Ludnng Fnlda ist nun unser Schau- x gefolgt. ?)äan kann nicht sagen, daß es
beforchers liege, auf den Aocwu eines Schrlderers des ^ der Remhett der stillen Ländlichkeit Es versteht sich dabei von Jeu r * „Lebensschuler" gutgeschliffene Dialoge ent-
halt und uns wtter den Perfvnen des Stückes auch Gestalten von' Mnz echtem mnerlrchvm Leben emheimst. Ter Verfasser war bei semer neusten Arbeit aus der Bühne seiner Vaterstadt anwesend und wurde mehrfach gerufen. Freilich galt der sreundttche Beifall des sehr gut besetzten .Hauses wohl in erster guten, vom Intendant Hofrat Bohrend geleiteten, W^dergcBe, um b* sich u.o. die Herren Ebert und Janßen und die ^amen Karsten, Aschenbach und Hofer besonders verdient mackften und dem m Franffnrt befreundeten Dittrter des „Dalismau und anderer ursprüngttcher und echter als der „Le- Hensschuler ännürtender Werke, die ihm eine große Gemeinde von Freunden m unserer Stadt gesichert haben.
n vrmstädter Hoftheater. Vdm schreibt uns: Die
Ur-ruffuhrmrg^»n »niwm ,;Sto y " mÄ der Gattltt
des T«cht«rch »*w l Mr4B B w* wcfl lll ia Swuaskfc. acM
5? ? fl ^ Cr . -vosthcatrr in Tarmstadt in Szene ?tm 22. Oftobcr smch Anna von Bahr-Mildenbnrg am Sofort« di- KUndrh. Das erst^ L>ofmlusrkkonz>ert unter Felix oou Wcin- S-rtner Nndet Montag, den 16. Oktober statt. Das GesanS«- ^LA^r^^r-rte betitelt sich: Tße Deutsche SinM Ter ch-wnologr,chen Entwicklung entsprechend, ist daS Programm des ersten Kvnzerts Bach, Händel und Haydn gewidmet.
^ ^ tto GrciNer unb Adolf won f pn-u au
legentlrch des^Todes Otto Greiners erinnert die , Kunstchroni^ davmr, daß Gremer Anlaß zu einem der schönsten Briefe Meincls gegebm l>at. Als Zwanzigjähriger wandte er sich oerzweifelt über die mangelnde Anerkennung, an den Mtmeistcr i^d ^,>lt von ihm folgende Aittwort: „Ich begreife zunächst weder Ihre Vcr-
Blätterndem das Spottlachen anderer. uSt iS
rn ist ia nichts, was ,rch nicht fehen lassen dürfte Vieltts ^.Mte Ihr Weg Mi .falscher sein, dü tÄch sagen, ist am besten, am gründlichsten ^ ie ^^Kunst ist ja auch auf keinem anderen Weqo 2l*S£ Lammen. Dre alten Künstler fvaven noch ganz a^d^ ihr Zuhause angeNnescn. Llber nottf was nracht Ihnen schaffen ? ote werden doch wohl schon an anderen Alfter ? W en daß das keinem, der' nicht Ä
zur Welt kam, er,patt wftd! Das'Ding Namen. Bei Ihnen also heißt's „süßä ^ bittere Kraut „Muß" Auch) ftth
•L &0Il v^ t ^ n ' Pt bie beute zienMY was ^ büfto,cn Jugendtagcu noch andere
7 ^ '*M lt ltmrb ^ t - Und inußte alles als GelegenlMt rum Ueben und Lernen nntberrutzt fverden. Es ist da kein aitbinte SL®? - ba ans allem eine kimstlerische Aufgabe
M.iäieu f^ott balr man nichts seiner u.
auchl „irches Zeug" wird interessant, lehne ich, sogar schurr Das En hat für verneinende Gesinnungslüchttgkeit der Jugend loenw ubng nach solcher zoerte lftn. Unverdrossene Leistnng ist Wtttvolllw ftüher oder spater auch fördernder. Ich bin nicht Ndentbor surft K rattn cl^ch hübsch was za lesen, nickst lauter Dick'stmra. Künstler. Gejchrchte aber Gc,cknctste! Auch nickst ettva mn nuriei-« zu treiben. Mer genug der Weisheit. Bekomm Sie Ihnen!


