Ausgabe 
3.10.1916 Zweites Blatt
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im fcoiftf<n 2lsnG ab*~eh *uft und am Bür germei st< refgcbTude oinzuschen. ^.s wird darauf hmgewiesen, daß in Z 10 der Be-- !ffimftuad*ung aiUjcr der zwangsweisen Einziehung der Zinn­deckel von Biergläsern und Bierkrügen freiwillige Abliefe­rung einer Reihe von anderen Ge^nständcn aus Zinn gegen angemessene Vergütung.vorgesehen ist. Mit einer freiwilligen Ab­lieferung der in § '10 benannten Gegenstände wird den vaterländi­schen Interessen ein beachtlicher Dienst geleistet.

Schwurgericht.

Gießen, den 25. September 1916.

Bei der diesmaligen Schwurgerichtstagung kam nur ein Fall zur Verhandlung und zwar handelte es sich um den Landwirt und früheren Postagenten Wilhelm R. von Alten-Buseck. Erwarange- Kagt, daß er in den letzten vier Jahren als Postlwamter fortgesetzt Gelder, welche er in amtlicher Eigenschaft empfangen hatte, im Gesamtbeträge von 2529,27 Mk. unterschlagen und der Unterschlagung willen die zur Eintragung und Kontrolle der Eirurahmen und Ausgaben bestimmten. Register und Bücher un­richtig geführt, verfälscht und unrichtige Abschlüsse und Auszüge «us diesen Registern und Büchern vorgelegt. Ebenso hat er als Postbeamter der Post anverttcmte Briefe (Postanweisungen usw.) Irnterdrückt. Der Angeklagte, der größere Schulden hat, war im «ollen Umfange geständig und will zu seiner unehrlichen Hand­lungsweise durch das Drängen seiner Gläubiger gekommen sein, da er die Gelder zur Begleichung der Schuldzinsen aus eigenen Mitteln nicht alsbald hätte, aufbringen können. Tie Geschworenen bejahten die beiden an sie gestellten Schuldfragen, ebenso auch die Nebenfrage nach. mildernden Umständen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten und brachte 4 Monate und 4 Wochen von der erlittenen Untersuchungshaft in Auf-/ vschnung. Ter Angeklagte, der das Urteil als rechtskräftig a^ erfanttte, will den Rest seiner Strafe alsbald verbüßen.

Gietzener Strafkammer.

Gießen, den 29. September 1916.

Die wegen schweren Diebstahls vorbestrafte Dienstmagd Clise E. von Butzbach entwendete ihrer Vermieterin in Gießen «n 22. Juni d. Js. aus einem verschließbaren Kleiderschranke, -dessen Schlüssel im Schloß steckte, 9 Mk. und am folgenden Tage ans dem verschlossenen Schranke, dessen >Türe sie mit cmdrn lmeihelartigen Eisenstück aufzwängte, 3 Mk. Für diese beide'i Diebstähle erhielt die geständige 'Angeklagte, indem das Gericht ihr einmal noch mildernde Umstände zubilligte, eine Gesamtge- sängnisstrafe von 6 Monaten.

Dem bereits viermal wegen Diebstahls vorbestraften Taglöhner -August R. von Wieseck wird zur Last gelegt, um! 30. März d. Js.

zu Gießen gelegentlich eines Umtzugs, bei dem er als Möbel­träger tättg war, ein Paar Kinderschuhe entwendet zu haben. Angeklagter stellte den Diebstahl in Abrede uick> behauptete, das bei ihm beschlagnahmte Paar Kinderschuhe habe er in dem hiesi­gen Reis'schen Schuhgeschäft für 7,20 oder 7,80 Mk. gekauft. Die dls Zeugin geladene Verkäuferin des genannten Schuhgeschäfts bestätigte seine Angabe nicht. Auf Grund der übrigen Beweis­aufnahme erachtete ihn das Gericht des ihm zur Last gelegten Dieb­stahls für überführt und verurteilte ihn, indem es ihm noch ein­mal mildernde Umstände zubilligte, zu 6 Monaten Gefängnis.

Ter am 14. Tezentber ,1892 Zu Wdigheim geborene Ar­beiter (Zigeuner) Friedrich K. hatte sich. Hin sich der Wehr-» Pflicht zu entziehen, bei seiner polizeilichen Festnahme als Johannes Meper, geboren am 30. Dezember 1890 zu Zrmzgen in der Schweiz, ausgegeben und behauptet, er, sei schweizerischer Staatsangehöriger und schweizerischer Ersatzrelervist. Zur Be­kräftigung dieser Angaben legte er mit ihnen übereinstimmende, laus 'einen Johannes Meyer aus Z'unzgen lautende Ausweis-, pachere vor. Hierfür belegte das Gericht den geständigen An­geklagten mit 3 Monaten Gefängnis.

Tie Georg W. II. Eheleute von Haingründau waren von der ihnen zur Last gelegten. Körperverletzung usw. einer Dirau H. vom Schöftengerecht Mrdingen frrrgeiprochen worden. Gingen dieses Urteil verfolgte die Großh. Staatsanwaltschaft B e - xu t u ng. Aus Grund der heutigen Beweisaufnahme erachtete das Gericht für erwiesen, daß der El-emann W. die, Frau H. mit einem Stück Holz an den rechten Oberarm und die E Heft au W. mit «einem Besen nach der H. geworfen hat. Das Gericht hob das «erstinstanzliche Urteil aus und verurteilte den Ehemann W. zu 15 Mk. und die Ehefrau W. zu 3 Mk. Geldstrafe. ^

Sport.

M Gießen, 2. Okt. Fußball. Gestern hatte derSportt verein Hessen" gegen denTurnverein Wetzlar" ein Fußball- Wettspiel, wobei der ,Sportverein Hessen" zu Gießen den Sieg gegen 6:2 Tor davontrnq.

I). R u d e r k l u bH a s s i a"". Ein prachtvolles Herbstwetter und demgemäß auch ein schöner Besuch war gestern der Feier des 10jährigen Bestehens des dem Süddeutscherl Ruderverband angegliederten hiesigen RuderklubHassia"" beschiedrn. Ms Vor­feier fand am Samstag abend im Boothaus ein wo hl gelungener Kommers, dem der Gründer des Verbands, Kaspar Zimmer­mann von Offenbach., beiwohnte, statt. Der Sonntagvormittag brachte eine allgemeine Ausfahrt der drei Frankfurter Verbands- rereineBorussia",Undine" undAmicitta", letztere auch, mit ihrem großen Beifall gefundenen Damenvierer sowie derHassia".

Am Nachmittag wurden drei nennen zum Ausrrag gevvacht.

Ga st vierer .gewann nach schärfstem Rannen bis zur haldM Strecke die FrankfurterAmicitia" in 6:40 gegen dre Frank­furterUndine", in deren Boot ein Ruderer unwohl wurde.^ Das interne Nennen der zwei Jnngmannschaften derHassia holte die Mannschaft Kurt Rödel, Wilh. Haus, Theo Wisker, Steuer W. Meininger in 7:10 4 / r , heim. Beide Mann­schaften sind vielversprechende Ruderer. Beim Begrüßu ngsVierer starteten außerHassia" die FrankfurterUndüte"" undBorns«ra . Kurz nach dem Start kam es zur Kollision zwischen den drei Booten. Ta eine direkte Schuld keinem der Boote zu ge schrieben werden konnte, wurde beschossen, das Rennen nochmals gettgent- ^ lich der internen Regatta der FrankfurterAmicitta" am Io. Ok­tober zur Ausfahrt zu bringen. Nach der Regatta war Zusammen­kunft im Bovtl-aus, von dem ein Gruppenbild ausgenommen wurde. Ter Vorsitzende derHassia", A. Debus, stattett ftrnea Dank für den großartigen Besuch und die Unterstützung durch die Frankfurter Verbands vereine ab. Hierauf hielt der Grürwer der Hassia", der derzeitige Vorsitzende der FrankfurterUndine",

L W e r m , eine warmempftindene Rede über die Gründung der Hassia"" und überreichte im Namen derUndine"" ein gerahm­tes Bild, unseren Hindenburg. Seitens derAmicitta"" über­brachte der Vorsitzende C. Tietz. Glückwünsche. Diesem schloß sich der Verbandsvorsitzende Vh. Heidt an. Er schilderte die Verbandsgründnng hnrcb Kaspar .Zimmermann und führte in kurzen Zügen dessen Tätigkeit vor Augen. , Ms gleichz-ecttgev Vorsitzender derBorussia"" überreichte PH. Heidt einen Bernns- wirnpel und dem Vorsitzenden derHassia"" eine Ehrennadel der Borussia"". Dieser dankte im Namen der ,^Husfta für alle Ehrungen und brachte auf die Frankfurter Vereine und -den Verband ein dreifaches Hipp, hipp, hurra aus.

Märkte.

Gießen, 3. Okt. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 0.00-0,00. Hühnereier das Stuck 00-00 Pfg., Käse das Stück 10-00 Psg., Aäsematte 1 Stück 3 Pfennig, Kartoffeln das Pfund 5'/, Pfennig, Milch das Liter 30 Pfg., Spinat 0) Pfg. das Pfo., Gelberüben 1518 Psg. das Päckchen, Rosenkohl 00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 1215 Pfg., Zwiebeln das Pfund 15-18 Pfg., Nüsse 100 Stück 80-00 Pfg., Blumenkohl 2530 Pfennig. Sellerie 15-30 Pfennig das Stück, Kopfsalat 5-10 Psg. das Stück, Kohlraben 1525 Pfg., Römisch Kohl 10-12 Psg. das Päckchen. Lauch 0-00 Pfennig das Stück, Weißkraut 20 bis 40 Pfennig. Rolkraut 20 bt5 50 Pfennig, Gurken große 00-00 Psg., kleine 68 Pfg., Bohnen 35-00 Psg das Pfd.', Birnen 20-22 Pfa. das Pfd., Tafeläpsel 20-30 Pfg. da? Pfund. Marklzeit von 8 bis 2 tthr.

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