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23.10.1916 Erstes Blatt
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Wien, 22. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart. 22. Oktober 1916.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

.. & rr ungarisch-rumänischen ®reti?>c dauern die hef­tigen Kampfe unvermindert fort. An mehreren Stellen wur den die rumänischen Truppen geworfen.

Hceresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

An der oberen Strypa erfolgreiche Verfolgungs kämpfe. Deutsche Tnu-pen rrsttirmten die russischen Stel­lungen am Desttlfer der Narajowka und warfen den Feind über den Fluß zurück. 9tur ein kleines Geländestück I nk noch im Besitz des 6-egncrs. An Gefangenen wurden acht Offiziere und 745 Mann eingebracht.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Der Tag verlief ruhig.

Südlich des Toblino-Sees wurde die anscheinend vom Sturm losgerisfene Hülle eines italienischen Fesselballons angetrieven und geborgen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Bei den k. n. k. Truppen keine Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höser, Feldmarschalleutnant.

Mlirksterpräsidertt Graf Ztürgkh ermordet.

W i en. 21.Okt. (WTB.) Der Ministerpräsident Graf S r g kh ist heute beim Mittagessen vom Herausgeber einer hiesigen Zeitschrift, namens Adler, erschossen worden.

Wien, 21. Okt. iWTBO Ministerpräsident Graf Stürgkh wurde heute mittels das Opfer eines Attentats. Während Stürgkh im Hotel Meiftel und Schaden das Mittagessen cinnahm, trat her Schriftsteller Friedrich dl e r an den Tisch heran und gab in rascher ?ln seinander folge drei Schmisse auf den Ministerpräsidenten ab. Graf Stürgkh Nmrde in den Kopf .getroffen und war sofort tot.

Wien, 21.Okt. (WTB.) Ueber den Revolveranschlag auf den Grafen Stürgkh erfährt dieWiener Allgemeine Zeitung" von einem Augenzeugen noch folgende- Einzelheiten: Graf Stürgkh saß wie alltäglich in dem Speiiesaal des Hotels Mcistl und Schaden. Die Herren hatten ihre Mahlzeit gerade beendet, als der Dr. Friedrich Adl er, der drei Tische entfernt sah, plötzlich aufstaud, drei Schritte vorwärts auf den Tisch, wo der Graf saß. zuging und drei Re­volverschüsse abfeuerte. Graf Stürgkh sank sofort rot zusammen. Baron Aehrental sing den Grafen auf. Als die Schlüsse fielen, stürzten sofort anwesende deutsche und österreichisch-ungarische Offi- zaere auf den Tater und zogen ihre Säbel. Der Täter gab seinen «Namen an und sagte:Ich bitte, meine Herren, ich weiß, was ich getan. Ich lasse mich ruhig verhaften." Auf die Frage eines Offi­ziers warum er dies getan habe, antwortete er:Das werde ich vor (veracht selbst zu verantworten haben." Ter eingetroffene Inspek- ftonsarzt der Rettungsgesellschaft konnte nur noch den Eintritt des -rodes bei dem Grafen feststellen.

- - L? ruchlose Mord desKampf"-Radikalisten Adler gibt dem feindlichen Ausland natürlich wieder den willkommenen Anlaß, - en Zusammenbruch unseres österreichisch-ungarischen -verbündeten zu reden. Eine der belilebtesten Redensarten war icd 1trt§ die von Deslrrreichs Zerfall, von seiner inneren Not und Ge- Frühe Wunder der kriegcrichsen Erhebung und uner- Ichutterlrchen Emheit nach außen den Gegnern den Bl und stopstc. ÄLer rm ^nnern frißt doch, der Wurni, werden sie jetzt angesichts der ^hre des Grafen Stürgh frohlockend verkünden. Dagegen ist vom SttaichpuM rußiger Sachlichkeit zu erwidern, daß die Wiener ^.'iordtat keinesfalls aus dem österreichischen Nationalitäteiikon^-> flrkr gieren wurde, also mit demZerfallchmblem" der Donau- rnonarchae gar nichts zu tun bat. Täter verspricht, wohl um sich defonders interesiant zu maäiien, seine Begründungen erst für die Stunde der Gerichtsverhandlung, aber aus seiner Persönlichkeit, lenwr Herkunft, femem bisherigen Wirken und Verhalten heraus erg-Lt auch alles zur Erklärung des Verbrechers Nötige. Die Er­mordung Stürghs sollte zunächst ganz äußerlich die Rache dafür fem, daß der österreichische Ministerpräsident mit der Einberufung ^»oder doch des Reichsrats zögerte und überhaupt VarlameiAr-tätigkeit, solange der Krieg tobt, mög- »E zu beichranlen fuchte. Aber der Urgrund, aus dem der Fauo- ^52 er somen Äl; und seinen Entschluß zur Tat schöpfte, liegt .'vch Uefer und seelisch verwickelter. Tr. Friedrich Adler die ala- ^Wurde stannnt von physikalischen, nicht juristischen oder lEischen Suchen her hat als Söhn des ehemaligen Arztes' imd Sozmkis^nftrhrers Dr. Viktor Adler die sozialistische Weltan- TulBtt xn Sf 1 " Kinderstube in sich ausgenommen. Aber wahrend man dem Vater die Anerkennung eines besonnenen und vorsichtigen PokAiers nicht versagen kann, bietet sich in dem Sohlt Eopende Bild eines in groteskem Radikalismus verzerrten' Eiferers ^ie Aelmlichkeft mit der Dynastie Liebk n echts drängt unabweisbar, auf. Der Vater eine starke, auch dem politischen Gegner sympathiiche Persönlichkeit mit übersichtlichem Horizont' und bei aller Scharfe großem Verantwortlichkeitsgefühl, der Sohn

und Gewissen. Tatsächlich gehört Dr Friedrich Adler zum radikalen Flügel der österreichi­schen s^mldenwkratitchen Partei und stand in der Erörterung die nch in uer letzten Zeit über die .Haltung der deutschen Sozialdemo- ckraten auch rn der oster rer chrfck>en Presse entspannen hat, auf seiten .st>er Haase-Lrebkn-echt-Ricytung. Mit seinem Vater mid dessen ®e! smmingsgenossen lebte er in Unfrieden und Widerspruch

Ifonzo-Front haltenden Truppen wütende uiu großem Opfermutc durch Tage fsrtgesührte feindliche Stürme abgeschlagen. Gleich vergeblich waren feindliche Angriffe in den Alpen und am russischen Kriegs! chmplatze wie in Siebenbürgen. Des Vaterlandes tapfere i^öhne haben im Vereine mit unseren treuen Verbündeten erneuert ihren Wert, ihre todesmutige Ausdauer erwiesen. Allen bewährten Führern, allen Meinen braven Soldaten der Land- und Seemacht bewegten Herzens für all ihre Leistungen. In wärmster Anerkennung ihrer hervorragenden und erfolgreichen Führung ubersende ich deni Kommandanten der ruhmreichen Jsonzo-Armee, Generaloberst von Boroevic, das Zeichen Meiner besonderen belvbenixm Anerkennung und verleihe dem Generaloberst von D e r s z t y a n s z k y , Kommandanten einer Armee, und dem tapferen Korpskommandanten, Meinem' Herrn Vetter, General der Kavallerie Erzherzog Joseph das Militärverdienstkreuz 1. Kl. mit Kriegsdekoration.

Wien, 17. Oktober 1916. Franz Joseph m. p.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 22. Oft. (WTB. Mchtamtlich.) Amtlicher Tages­bericht :

Mazedonische Front: Kerne Aenderung der Lage. Zwi­lchen dem Prespa-Lee und der Cerna schivacheS Artilleriefcuer >zm Cerna-Bogen entwickelt sich der von uns unternommene Ge­genangriff erfolgreich. Wir schlugen einen schwachen Angriff gegen das Dorf Tvrnova ab.

Im Moglenica-Tal und auf beiden Seiten des Vardar schwa

ches Artilleriefeuer.

Äm Fuße der Belasica Planina und an der Strumaftont tellcnweise schwaches Geschützfeuer und Gefechte zwischen Auf- llärungsabteilungen.

An der ägäischen Küste beschoß der Feind die Höhen bei Orfano und Leftera.

Rumänische Front: An der Donaufront bei Kladova und Silistria Beschießung von beiden Seiten.

In der Dobrudscha brachen wir endgültig den Widerstand des Feindes aus seiner Hauptstellnng. Die stark befestigten Punkte E o b a d i nu und Tobraisar sind in unserem Besitz. Der Feind erlitt bei seiner Mederlage schwere Verluste und befindet sich in vollem R ü ck z u g e. Unsere Truppen verfolgen ihn. Unser rechter Flügel besetzte das Tors Tekirgiol und kam bis etwa 10 Kilo m e - J o l 1 ^ 0011 Eonst antza. Die bisher eingebrachte Beute betragt 8 Kanonen, 20 Maschinengewehre und viel anderes Kriegs materml. Wir macksten noch 200 weitere Gefangene.

An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe.

Neue Forderringeu an Griechenland.

Amsterdam, 22. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus Athen überreichte der s ranz ö sif che Mllitärattachee heute nochmittag dem König die Forberungen, die die Ueberführung der gesani- t e n T r u p p e n m a ch t a u s T h e s s a l i e n n a ch dem P e l o ??ues und Auslieferung des für die Truppen in Thessalien be- ttmmten Kriegsmaterials an die Allierten einschließen. Die übrigen r5ordernngen find uiibekannt.

DieliaLionaLe" griechische Armee in Saloniki

Saloniki, 22. Oft. W.T.B. Nichtamtl.) Meldung des Reuterfckcn Bureaus: Die nationale Armee erhält fort­während Verstärkungen. 800 Mann und 25 Offiziere der Athener Garnison sind gelanoet. Weitere 500 Mann der Athener Garnison sind an Bord des beschlagnahmten österreichischen Lloyddampfers Bearienbad" unterwegs. Die nationale Regierung bestellte 15 000 Umformer! für die Division von Serres nw) bezahlt den Familien der Mobilisierten llnlerstützungen. Es wird berichtet, daß die Mobilmachung auf Ehios, Samos, Mythilene und Kreta sehr be- friedigeude Ergebnisse erzielt. Auf Kreta wurden zwei Regimenter gebildet. ^ie Behörden erwarten, daß bald drei vollständige Di- vifionen ausgestellt sein werden.

ne Budapest 22. Oft. (WTB. Mchtamtlich.) Ministerpräsident ^anläßlich derErmordungdes Grafen Stürgkh an den öfterreichischcn Landes Verteidigungsminister MTamm° T9t nGmcn§ beT ^wgarischen Regierung folgendes

o- Durch den gestrigen Trauerfall tief erschüttert, bitte ich

Beileid der ungarischen Regierung f oIerrerchifchen Regierung entgegennehmcn M wollen. Mat ganzer Scharfe empftnden auch wir den Verlust der den osterreichrfchen Schwefterstaat und die österreichische Re- gierung getrosten hat von dem gegenseittgen Vertrauen und Be­wußtsein, Kaampsgenosfen d^,eiben hehren Sache zu sein, getragen Dre rntenftve Zufammenarbeit in schwerer, großer Zeit bat inet hen gölten 2Bert ^Berblickfenen erkennen und seine eblcn Eigen- lAen gelekwt. Hochgeachtet und mit warn:er Pietät ge- vfle^ vnrd sern^Andenken auch m unserem Kreise weiterleben.

Berlin, 23. Okt. Im .dB o r w ä r t s" schreibt Stamvier- Mr schütteln Fritz Wler nicht ab. Er war kein Bube, aber er war

' 6 *Ä' ^ imtL L kn Aufgaben politischer Arbeit in Zeit, deuen er nicht gewach,en war, geisttg zusammen- Unferen. Erst seine wirre Tat stellt ibn, außerhalb der Reihen der Parier

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Ein D«nkerlaß des Kaisers Franz Joseph.

Wien 21. Oftober. Streftleurs Militärblatt meldet- Ter Kai f er erlrcß nachstehendes Allerhöchstes Handschwiben -'

Lieber Herr Vetter, Fcldmarsckiall Erzherzog Friedrich'

Ich Äergebe Ihnen meinen Armee- und Flottenbefebl vom heutigen Tage mid spreche Ihnen, dem Armec-Oberkonmiandante n E dem s.mel b«V«hrten E»ef des Generalstabes, Generalobersten F-r«herru o»n E»nr»d, dankerfüllt Meine besondere belobende An­erkennung ans.

Wien, 17. Oktober 1916. Franz Iosevb rn

Der Armee- und Flottenbesehl lautet: '

pflichttreu, zähester T-pferkeit und b-° .berpMiderrmsswürdigew Heldermrute haben Mine braven die

Der Kaiser im Westen.

Berlifi, 21. Okt. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser besuchte am 20. Oktober an der Westfront in Flandeim württembergische und sächsische Truppen, sowie Teile der Garde und anderer preußischen Truppen. In Brügge und Zeebrügge begrüßte Seine Majestät Ma rinetruppenteile und besichtigte die Anlagen der Marine.

Luftangriff auf englische Sceftreitkräste.

Berlin, 22. Oft. (WTB. Amtlich.) Am 21. Oktober, nach Mittags griff ein Geschwader ucherer Seeflugzeuge engli s ch e S e e st r e i t kra f t e vor der flandrischen Küste erfolgreich mit Bomben an. Ein Treffer wurde auf einem Zerstörer einwand­frei beobachtet. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung wohlbehalten zun'ickgekehrt.

Auszeichnungen.

Berlin, 21. Okt. (WDB.) DerReichsanzeiger" mel­det die Verleihung des Ordens Pour le mörite an Generalleutnant v. Bäckmann, Chef des Generalstabes des Oberkommandos einer Armee, an Kapitänleutnant und Oberleutnant Berthold in einer J-agdstafsel einer Armee, sowie die Verleihung des Großkreuzes des Roten Adler­ordens mit Eichenlaub dem E>eneral der Kavallerie z. D. Grafen v. Schliefseu, ä la suite des Mrassier-älregv- ments Nr. 2, bisher Stellvertretenoer Kommandierender General des 20. Armeekorps.

Bom französischen HeereSansschuß.

Bern, 21. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) DemTemps" zufolge hat dre parlamentarische Hee re s ko m m is- sion eine Entschließung angenommen, in der nach An­hörung der Erklärungen des Ministerpräsidenten über die Ereignisse in Rumänien und Mazedonien neuerdings die Notwendigkeit eines einheitlichen Vorgehens der Alliierten betont wird.

Zur Borgeschichte deS Krieges zwischen Deutschkand und Italien.

Berlin, 21. Okt. (WTB.) DieNordd. Allqem. Zta schreibt: ^

Die offiziöseTribnna" wandte sich gegen die Fest- tellung des Reichskanzlers in seiner letzten Rede, daß Fürst Bülow vor seiner Abreise aus Rom der italienischen Regierung mitgeteilt hat, die italienische Re­gierung werde in ihrem Kampfe mit Oesterreich-Ungarn auch auf deutsche Truppen stoßen. Das Blatt be­hauptet, Fürst Bülofv habe diese Drohung nur angedeutet, aber nicht in dem Augenblick des Eintretens Italiens in den Krieg, weil sie alsdann feinen Zweck mehr «ehabt hatte, sondern während der Unterhandlungen. Sie hätte als Mschrecknngömittel dienen sollen. Da sich die feindliche Presse die Behauptung derTribuna" zu eigen machte und zum Anlaß nahm, zu behaupten, der Reichs­kanzler habe mit seiner Erklürimg bezweckt, Unfrieden zwischen Italien und seinen Bundesgenossen zu stiften veröffentlichen wir nachstehend den Wortlaut der dem Fürsten Bülow seinerzeit erteilten I n str u k t i o n und seine Meldung über die erfolgte Ausführung:

B e r 1 i ii, 22 Mai 1915 Wenn die itafienifdfje Regierung ihrc Beziehungen zu der osterrerchrsch«!migarl,ch 2 u Regieruug abbricht wollen iLure Durchlaucht eben,allS dre Passe fordern. Beim Abschied bitte ich Sie, Baron Svnnino zu erklären. Sie müssten ihn d-rmis an,merksam machen, daß die österreichischzungarischen Vor- bände nbcrall mit Dentschcn vermischt sind, und daß ein An- arf gegen österreichi ch^ingarischc Truppen sich also rualeich

lW,tot lufrt *' Ä ISs° S

Fürst Bülow, Rom, *

R o m, 23. ®?ai 1915. Das vvrttge Telegramm ttas erst nach meinem letzren Besuch bei Baron Svnnino ein. Ich habe daher den Botfchaftsrat v. Hindenbnrg beauftragt, sich dem General- ickretär im Ministerium des Aeußern, Herrn de Mattino, geqen-» über im Sinne der mitgeteilten Wleiftnrg auszusprechen. Herr v Hmc>enburg meldet mir über die Erledigung seines Auftrages? Herr de Martins bemertte mir, dies sei eine sehr ernste, höchst bedauerliche Nachricht. Wenn deutsche Truppen sofort in eine ernste Aktion gegen italienische Truppen einttäten, so würde das ins Italien auch Haß g e g e n T c u t s ch l a n d Hervorrufen, von dem gegenwärtig keine Rede sei. Dadurch lvürde zwischen beiden Völ­kern ein Abgrund entstehen, den viele Jahre friedlicher Annähe- rungsarbeit mckst würden Überdrücken können. Herr de Martimr war so bewegt, wie ich ihn sonst iwch nie gesehen habe. Als ich ihn verließ, betonte er lviederholt, daß Deutschland und Italien! kerne widerstrebenden polittschen Interessen hatten. Ec gäbe sich 5 fy n ' der Krieg nicht zu animos geführt und auf

drefe Weife zu einem unheilbaren Bruch zwischen den beiden Völkern tuhren werde." Bülow

Norwegen und Deutschland. *

Kristiania, 20. Okt. (WTB.) Meldung des Ritzau- scheu Bureaus.Aftenvosten" schreibt u. a.:

Wenn ein heutiges Berliner Telegrani'in meldet, der hiesige deutsche ^sesandte habe die Weisung erhalten,-nachdrücklich gegen, k t-^"^^K^bise der norwegischen Regierung zu protestieren, so scheint dieser Prstest auf einem Mißverständnis zu be­ruhen.

Dies schließt das Blatt aus einer Aeußerung derNord­deutschen Allgemeinen Zeitung", die die d^achricht von dem deutschen Protest bringt. Es beruhe nämlich vollständig aus einem Mißverständnis, sagtAfteirposten", wenn dieNord- deutfche Allgemeine Zeitung" schreibe, daß Norwegen irgend einer kriegführenden Macht gegenüber die Verpflichtung verneine, sein Verbot aufrecht erhalten zu müssen. Iii der Antwort auf das Memorandum der Lllliierten habe die nor­wegische Regierung ausgeführt, sie glaube sich nicht zum Erlaß eines Verbots verpflichtet. Jetzt aber, da das Verbot durch eine königliche Verordnung vom 13. Oktober erlassen sei, werde es auch allen Kriegführenden gegen- über voll und ganz auftecht erhalten werden. Dies gehe mit aller wünschenswerten Deutlichkeit aus der Verord' nung selbst hervor.

Englisch-schwedische Verhandlungen.

Stockholm 21. Oft. MTB.) Meldung des schwedischen Telcgrammbureaus Amtlich wird mitgeteilt: Die Schwierigkeiten, die die auf .e-nglifcher Seite getroffenen Maßnahmen für die I ch w e d i f ch e E i n s u h r nnchttger Bedarsswaren herbeiführen, muffen wenn sie fortgesetzt oder vermehrt werden, Schweden vor stellen, nicht imr für Lebensmittel, sondern auch Wr die Hilfsmittel der Landwirtschaft, Rohstoffe für die Industrie ujrp., ein auf der Abwägung der unumgänglichsten Bedürfnisse ge­gründetes System der Verteilung durchzuführen, cntsvrechend dem Menr das m gewissen kriegführenden Ländern bereits durchge- füyrt ich Nur auf diese Weise können die Gefahren und' Unbe- guemlichreitcn die aus unzureichenden Vorräten erwachsen, in erheblichem Grade vermindert werden. Vorbereitende Vtaßnahmen für die Einführung eines solchen Systems in größerem oder klei­nerem umfang find getroffen. Infolge der tief eingreifenden für die Bevölkerung unvermeidlich drückenden Natur eines solchen Systems und auch mit Rückficht ans die Wichtigkeit, die es be- dentet, Hiüdernisfe zu beseittgen, die der für die Schaffung von Ar- beltsgelegenheit und auch aus anderen Gründen nottvcndiaen Ickwedpchcu Ausfuhr entstehen, hielt die Renierung dafür, daß sie den erneuten Versuch machen solle, eine Verbesserung zu erzielen, ohue andere wesentliche Interessen aufzugeben. Zu diesem Zwecke hat die Regierung befchloffen, V e rha udlungen einzuleiter. lieber die llrundzugc herrscht völlige Einigieit !m Ministerr-t, der fich dem von der staatlichen Handelskommission vorgelegten An­träge vollkommen anfckstießen konnte. Für die Verhandlungen wur- den der frühere Minister Hellner, Direktor Friswll von der Aktien . gefeUfchast Grangesberg. Bankdireftor Markus Wattenberg mn Kanzleirat Wefttnan vom Auswürttgen Amt abgeoidnet. Diese werden, fofald die nötigen Vorbereitungen beendet sind, nach London abrersen.

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Wilsons Leben bedroht.

L o n d o n, 21. Okt.Central News" meldet, daß aestern i in New York ein Mann, der ein Messer und eine Flasche ! mit irgendeiner Flüssigkeit bei sich führte, auf den Kraft­wagen des Präsidenten Wilson gesprungen ist. Ter Mann von dem man glaubt, daß er geistesgestört ist, wurde herabg^eschleudcrt und gefangen genommen.

Der §eekrieg.

Der kleine KreuzerMünchen" leicht beschädigt.

Lvndon, 22. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Admiraft- tat teilt mit: Ein englisches Unterseeboot traf am 19 Oktober m der Nordsee einen deutschen Kreuz-er der Kolbergklasse mit einem Torpedo. Ter Kreuzer wurde zuletzt mühsam heimwärts fahrend gesehen.

, Mtiz des WTB.: Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, handelt es sich um den Kleinen KreuzerMünchen", der leicht beschädigt in den Heimathafen zurückgekehrt ist.

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Amsterdam, 22. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Nach Lloyd-Depeschen ist der norwegische DampferFulvia" versenkt worden. Me Mannschaft sei gerettet. Me eng­lischen LeichterGreat" nndPrinceß May" sind versenkt, die Besatzungen gerettet worden.

London, 21. Okt. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische Dampfer Penylan (3875 Tonnen) ist versenkt worden.

K o p e n h a g e n , 21. Okt. (WTB.) Ein Telegramm aus Krageroe in Norwegen besagt, der DampferAthene" der Dampfschifsahrtsgesellschaft Ada, nnt Erz von Narvik nach England unterwegs, wurde versenkt. Der Dampfer Ada" derselben Gesellschaft ist vor 14 Tagen versenkt worden.

Ans Stodt nnd Lcsnd.

Gießen. 23. Oktober 1916.

Amtliche P e r s o n a l n a cb r i ch t e n. In den Ruhe­stand wurde versetzt am 16. Oktober die Lehrerin an der Volks- schnle zu Darmsladt Emilie S e e g e r auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer treuen Dienste, vom 1. November 1916 an.

** Kl ein garten bau. Zur weiteren Hebung und Förde­rung des skleingartenbaues hat die Königliche Gärtner-, lebranftialt in Berlin-Dahlen ein zeitgemäßes und! wicktiges MerkblattAnleitung zum Meingartenbau" herausge- gebeu, das kostenlos sowohl an die Kriegsteilnehmer, die aus eigener oder gepachteter Scholle Obst- und Cöemüsebau 'betteibe^ wollen, wie auch an die Teilnehmer der an der Anstalt abgehalte- neu zahlreichen Kurse für Gartenfteunde abgegeben wird. Des­gleichen soll den Vereinen der Lanbenkolonisten kostzenLser Bezug ermöglicht iverden, sofern die Anzahl der Merkblätter durch deck Vorstand der bettesfenden Vereine gegen Einsendung des Pvrtts augefordert wird. Die Ratschläge für den Obst- und Gemüsebaif im' Weingarten enthalten zunächst allgemeine Regeln für die Herbst- und Frühjahrsbestellung mid geben übersichtlich Arten (Aussaat. Samenöedarf, Pslanzzeit, Pslcmzwefte. Erntezeit mch