Ausgabe 
19.10.1916 Erstes Blatt
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darauf Mrück unfc erlitt w&e Verluste. Feindliche Angriffe, die

heftiger Artillerievorbereitung bei den Dörfern Slivintza und iTarwova und aut der Höhe Dobropolje unternommen wurden,

'scheiterten mrt grotzen Verlusten für den Feind.

M o g l e n i c u - T a l das gewöhnliche Artillerie- und Jrrßmtericfeuer. Feindliche Flugzeuge warfen ohne Ergebnis .Bsmben am Prrlep und ein Krrnkenh«us.

Auf beiden Seiten des Wardar schwache Artillerietätigkeft. Em Versuch feindlicher Infanterie gegen einen unserer Posten süd­lich des Dvi ran-Sees vorzugehen, mißlang.

Am Fuße der Belasica-Planina Ruhe.

7ln der L-trnnra-Front beschoß die feindliche Artillerie einige bewohnte Ortschaften vor unserer Front.

^ An der Küste des ägäischen Meeres beschoß die feindliche Fl'otte die Höhen bei dem Dorfe Orfano und die Straße Kavala- Drama.

Rumänische Front: Es herrscht Ruhe. Die Lage ist

unverändert.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 18. Okt. (WTB.) Amtlicher Heeres­bericht vom 17. Oktober.

An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel Schar­mützel, die günstig für uns verliefen. Im Zentrum haben wir unsere Schützengräben weiter östlich vorgeschoben. T-ie überraschen­den Angriffe, die wir gegen den Feind zur Ausführung brachten, froren von Erfolg gekrönt. Wir machten eine Anzahl Gefangene. Asm linken Flügel unternahmen wir mit Erfolg Patrouillen- und .Aufklärung s gefechte.

An der Lg yptischen Front griffen feindliche Kavallerie­regimenter bei Megäre östlich Suez an, wurden aber unter Ver­lusten für sie zurückgeschlagen.

Auf den anderen Fronten kein wichtiges Ereignis.

Die Teurung der Lebensmittel in England.

Rotterdam, 18. Okt. (MTB. Nichtamtlich.) TerNisuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Bei der gestrigen Eröffnung der Beratung der Lebensmittelpreise im U n- -terhause sagte der Arbeiterparteiler Barnes, daß die Regierung im allgemeinen so zögernd ausgetreten sei, daß die Interessenten? imstande waren, rechtzeitig Gegenmaßregeln zu treffen und daß ,:die Vorteile, die das Publikum mm den Maßregeln der Regierung "hätte haben können, auf diese Weise wettgemacht seien. Der Redner sagte: Nichts erbittert die Menschen so sehr wie die riesigen Ge- ^mune, die auf Kosten der Armen gemacht worden sind. Barnes verlangte die Festsetzung von Brotpreisen und eine entsprechende Mklchzufuhr gegen einen vernünftigen Preis. Er erklärte, daß die Vereinigungen von Farmern im Westen Englands ihren Mit­gliedern empfohlen hätten, die Milch lliebe'r an die Schweine yA verfüttern, als auf den Markt zu bringen. Ein Farmer in Ost­england habe jeden Tag dreißig Gallonen Milch weggeschüttet. Der Abgeordnete verlangte die Einführung von Strafen für derartige' Fälle und die Ernennung eines LebensmittelministerZ. Der Präsi­dent des Handelsamtes Runciman behandelte in seiner Antwort 'hauptsächlich die drei miteinander in Verbindung stehenden Fragen, nämlich die Kontrolle über die Vorräte, die Preissteigerung und die Benutzung der Handelsflotte für Kriegszwecke, und sagte, die eigentliche Ursache für die Preis- steigerung sei, daß das Verbrauck-svermögen des Volkes zugenommen habe, während die Produktionsguellen weniger ergiebig geworden seien. Er wollte von der Ernennung eines Lebensmittel-- Ministers nichts wissen. Das Gros der Kauffahrleiflotte stehe un­ter der Kontrolle der Regierung. Nur eine kleine Zahl von Schiffen beschäftige sich noch mit der freien Frachffahrt und von diesen ver­frachten ^nur ungefähr 60 Lebensmittel. Wenn das allgemein be­kannt wäre, würde die Erbitterung nicht Mehr so groß sein können. Zirm! Beweise dafür, wie wenig Einfluß die Frachten auf die Preise der Lebensmittel haben, sagte Runciman, daß bei Fleisch, welches itm vier bis fünf Pence im Preise gestiegen sei, mrr 3 / 8 Pence Preis «erhöhung auf Rechnung der höheren ^Frachten zu setzen seien /Dasjenige, worunter England wirklich leide, fet 'der M angcl .an Schissen. Es würde alles getan, um so rasch wie möglich Schiffe in Dienst zu stellen. Aber man solle sich daran erinnern, daß England durch den Feind und durch die Gefahren der See ^seit Beginn des Krieges zwei Millionen Tonnen

f Sronm verloren habe. Düs sei mehr als die Ge , sanfttvnnage der französischen, spanischen oder italienischen Han .delsflotte. Aus jeden Fall müsse es England vermeiden, sich iw ; fcvte Lage einer blockierten Nation zu versetzen. Deshalb wolle e* nichts von Brotkarten, Fleischkarten oder anderen künstlichen Ver- fügiungen hören, die für diejenigen Menschen, die am wenigsten Geld zum: Ankauf zur Verfügung haben, nur schädlich sein würden. Man müsse jede ,,Rationierung" des englischen Volkes bei der Lebensmittelversorgung vermeiden.

England und Amerika.

London, 18. Oktober. iWTB.) Auf eine Anfrage im Ober­haus, ob die britischen Kreuzer von ihren Erkundungsfahr- '* e ^r2 n amerikanischen Küste auf Ersuchen der amerr-

: kam scheu Regierung zurückgezogen worden seien, erwiderte Grey, die amerikanische Regierung hätte, obwohl sie zugab, daß die britischen Lxhiffe die ihnen nach dem Völkerrecht zustehenden Rechte ,mcht überschritten, England sehr nachdri'icklich aufge fordert, keine : Eickundungsfahrt auf der Höhe der anrerikanischen Küste zu unter- , nehmen. Es sei daraus den britischen Schiffen Anweisung gegeben .worden, alles zu vermeiden, was unnötige Beunruhigung ver­ursachen könnte und das Ersuchen Amerikas soweit wie möglich zu ^ erfüllen. Betreffend U 53" sei die englische Regierung versichert, -daß die amerikanische Regierung .die Angelegenheit vollständig ^untersuchen und über ihre Haltung zur gehörigen Zeit Mitteilung > machen werde. Während die Untersuchung schwebe, beabsichtige Eng­land mcht, amtliche Vorstellungen wegen des Unterseebootes zu .erheben. 0

Die russischen Kriegskosten.

London, 18. Okt. (WTB.) Nach demEconomist" be­tragen die russischenKriegskoften 33 Millionen Ru­bel pro Tag. Während des ersten Kriegsjahres bezifferten sie sich auf etwa 1 675 000 Pfund Sterling täglich, sie haben sich also verdoppelt und steigen weiter.

Sine U-Bootbafis an der atlantischen Küste?

LEVossischer Zeitung" fand am eme heftige Explosion in E a st M a ch i a s an -der Oslluste von Marne statt, was zu der Vermutung An­laß gab, daß dort an der atlantischen Küste eine deutsche Unterseeboot-Basis besiehe. Ein unbenütztes Gebäude wurde Trümmer gelegt Die Detonation war so stark, daß man 0re 10 Merlen wert hörte. Die Regierung leitete eine Unter- ffuchung ein, um festzustellen, wie dort ohne Wissen der Be­hörden Explosivstoffe gelagert werden konnten.

Amerikanischer Flieger gefallen.

0ft (WW- Nichtamtlich.) Nach demEcho

lirFfrf ^ ber . f cf) e Stieger Norman

25X111 ce, einer der Teilnehmer am letzten Streiffluae nach

Oberndorf, der durch ein deutsches Geschoß schwer verwun­det worden war, seinen Verletzungen erlegen. Der Flie- >ger Marcel Poinsot wurde im Luftkampf getötet.

... J 8 9 ft MTB. Nichtamtlich.) Nach demPe-

fttt Parisren wurden außer Prince auch die amerikanischen !Flieger Chapman und Rockwell, ebenfalls Teilneh­mer am letzten Streiffluge nach Oberndorf, getötet.

Holländische Ausfuhrverbote.

hrm 18 ' (WTB. Nichtamtlich.) Die A u s f u h r

Gurken-, Zichorien- und Endivl-n-

Die rumänischen Greueltaten.

Sofia, 16. Oktober. Vom Korrespondent des WTB. Tie von mir auf Ersuchen der bulgarischen Regierung vorge- uommene Untersuchung Wer die Greuel, welche die rumänischen Soldaten gelegentlich chrer Landung bei Rahovo am 1. bis 3. Oktober verübt hatten, ergab die fürchterliche Bestäti­gung der in den deutschen und bulgarischen amt­lichen Berichten erhobenen Beschuldigungen. Tie Rumänen schleppten alles fort und machten fast alles nieder, zum Teil unter scheußlichen Martern. Nur wenige konnten durch be­sondere Zufälle dem furchtbaren Schicksal entgehen. Glücklicherweise hatte sich die Mehrzahl der Bevölkerung vor der Ankunft der Rumä­nen durch. die Flucht retten können. Trotzdem ftelen der Mottffucht der Rumänen in den Dörfern Borisowo, Kaja Machte, Para Machte, Q/menio, Wranowo Breschlian, Babowo, Ranowo und Slivo Pole achrz-ig Personen zum Opfer, vierundzwanzig wurden verschleppt.

wurde weder auf Alter noch auf Geschlecht oder National ft ät Rücklicht genommen; Frauen, Kinder und Greise, Türken wie Bulgaren, wurden unterschiedslos niedergemacht oder verschleppt. Am schlimmsten hausten die Rumänen im Torfe Babowo,welches vom sechsundvierzigsten Infanterieregiment besetzt umrde. Hier wurden drciundfünfzig Personen getötet, nämlich fünfundzwanzig Männer, vierzehn Frauen mtb vierzehn Kinder. Tie Bewohner wurden meist in die Keller getrieben, soweit sie nickt selbst Dorthin geflohen waren, und von den Fenstern aus erschoss i, das Haus wurde dann angezündet. Im Keller des Hauses ^' sünfundachtzigjährigenl Passe Wassftew wurden einundzwanzig kohlte Leichen gefunden, darunter die der Marina Tekova und ihrer sechs Kinder im Alter von achtzehn bis zu einem halben Jahre, (die Leiche der Mutter hatte noch den Säugling im Arm), ferner die Leichen oer drei-, jährigen Jana und der zweijährigen Simeona Jliewa. Mehrere Leichen waren zusammengebunden; dem örtlichen Befunde nach waren diese Personen von den Rumänen mit Stricken gefesselt, dann mit Petroleum begossen und verbrannt worden. Neun Frauen, zwei Mädchen und zwei Kinder waren von den Rumänen verschont worden, da sie Essen zubereiten sollten, wobei ihnen die Rumänen ankündigten, daß sie später getötet weichen würden. Das plötzliche Auftretens der bulgarischen Truppen jagte jedoch die Rumänen in die Flucht, ehe fte ihre furchtbare Ankündigung verwirklichen konnten Daß die Mordtaten der Rumänen nicht nur auf ihre aus dem Bauernauf­stände 1907 bekannten grausamen Gelüste znrückzuführen sind, geht a!ns verschiedenen Aussagen hervor, welche darin überein-- stimmen, daß die Soldaten aus Befehl ihrer Vorgesetzten handelten. So sagte ein Gefangener vor den bulgarischen Leutnants Weki- low und Petronow, vor dem Uebergang über die Donau hätten die Offcziere den Soldaten erklärt, daß nach dem Kriege das gaftze besetzte Land unter die rumänischen Soldaten verteilt werden würde; deshalb müßten alle Bewohner niedergemacht werden. Athanasa ^imitrova sagte aus, sie sei drei rumänischen Soldaten begegnet und habe sie um Gnade angefleht. Einer davon habe gesagt, er wolle sie nicht töten, doch solle sie sich vor den anderen hüten, da sie Befehl hätten, die Bevölkerung zu töten. Baba Dona sagte aus sie sei verschont worden, wejfl fte infolge ihres langer/ Aufenthalts in Rumänien gut rumänisch! gesprochen und sich als Rumänin mrsgegeben habe. Die rumänischen Soldaten hätten sie herumgeführt, damit sie ihnen die Häuser der Reichen zeige. Dabei sah sie, daß eine Gruppe von rumänischen Soldaten die Hauser aufbrach, alles Wertvolle raubte und das übrige zerstörte; eine andere Gruppe, die Häuser cmtzüvfnte und eirte dritte, die Bewohner wegschleppte und tötete. Ein rumänischer Offizier sagte W r '_ daß die rumänischen Soldaten Befehl hätteii, alles zu töten, ^.ar. die rumänischen Soldaten bei ihrem Raub- und Zerstöruugs- werk systematisch vorgiugen, ergibt sich aus dem furchtbares Zustaud der Häuser, von denen keines der Zerstörungswut der Rumänen entging. Alle Möbel und Fensterscheiben sind zertrüm­mert; stellenweise ist der ganze Hausrat aus den Hof oder in den Garten geschleppt und dort zerschlagen Und angezündet. An das

selbst wurde zweimal Feuer gelegt. Nur deni regnerischen Wetter und der weitläufigen Bauweise ist es zu danken, daß trotz­dem von hundertvierzig Häusern nur vierzig ein Opfer der Flammen wurden. Vielfach wurden wohlhabende Bewohner ge­foltert, damit sie das Versteck ihres Geldes angaben, und dann doch getötet. Ter Gesamteindruck der furchtbaren Ausschreitungen der Rumänen kann am besten wiedergegeben werden durch das Wort eines preußischen Stabsarztes: Ich bin ein alter Afrikaner und habe den Kolonialkrieg in Deutsch^Südwestafrika mitgemacht selbst die Hottenwtten und Herero begingen mcht derartige Greuel.

der Zcnsurverhaltnisse anerkannt. In anderen Ländern, nanrentlfttz auch in FrMitveich und England, sei die Zensur viel strenger^ Die jetzt beantragte Entschließung über den Belagernngszustantt stehe in Widerspruch zu einer ftüheren, derzusolge ein Gesetz nach 'Friedensschluß vor gelegt werden solle. Während des Krieges Aen- derungen vorzunehmen, sei außerordentlich schwierig. Ein Zen­trumsredner verlangte beim Generalstab des Feldheeres eine Zen­tral- And Weschwerdeinstcmz. Er stimme im wesentlichen dem nationalliberalen Jnitiativgesetzentwurf zu. Staatssekretär Dr. Heffferich führte aus, er könne sich nicht vorstellen, daß die Zensur mit zwei Spitzen, einer politischen und einer militärischen, zu­friedenstellend durchgeführt werden könne. /Er wies darauf T)m, daß die Oberzensurstelle bereits bisher den Generalkommandos die Richllinie gegeben habe. Er wandte sich gegen den Vorwurf/ als unterstütze er das Oberkommando in den Marken gegen die Kanzlerfrvnde, auch die entgegengesetzte,Behauptung fet mit Unrecht aufgestellt.

In der weiteren Aussprache ging ein Konservativer Redner auf die Beschwerden wegen der Haltung der ..Norddeutschen All­gemeinen Zeftuncff" in der Frage der Kriegsziele ein. Staatssekre­tär T-r. H e l f f e r i ch wies den Borwirrf zurück, als ob insbe­sondere dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" mit zweierlei'Matz imesse und jede kritische Anerkennung als einen persönlichen An­griff auf die Reichsleitung ansehe. Schließlich wurde der naftv- nalliberale Jnftiativgesetzentwurf demselben Ausschuß überwrescn, idem der nationalliberale Jsntiativgesetzentwurf über Schutzhaft überwiesen worden war.

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Berlin, 18. Okt. (WTB.) In der Goldankaufsstelle des Preußischen Abgeordnetenhauses erschien heute am Ge- ^enktaae der Völkerschlacht bei Leipzig ein Kammerherr der Frau Kronprinzessin und überbrachte im Aufträge der hohen Frau eine große Anzahl von Goldschmucksachen, darunter Armbänder, Ketten und Brochen. Auch die Damen des Hofstaates der Frau Kronprinzessin legten ihre Schmuck­sachen auf dem Altar des Vaterlandes nieder.

Der Seekrieg.

DaS erfolgreichste U-Boot.

Berlin, 18. Okt. Dem Kauitanleutnant Arnauld de la Psritzre ist vom Kaiser oer Orden Pour le me- r i t e verliehen worden. Damit hat wieder ein U-Bootkom- mandant die höchste Kriegsauszeichnung verliehen bekom­men, der mit seiner Waffe ungewöhnliche Heldentaten voll­bracht bat. Seit dreiviertel Fahren führt Kommandant Ar­nauld de la Periöre das Unterseeboot 35 mit ungewöhn­lichem Schneid und mit Erfolgen, wie nur wenige sie erringen konnten. Er war es, der seinerzeit in Carta­gena ernllef und die Post des Kaisers an den König von Spamen brachte. In erfolgreicher Tätigkeit hat er wahrend der neun Monate 126 Schiffe mit einem Gesamtgehalt von 270 000 Tonnen ver- s e n k t. Er hat den Rekord aller U-Bootkommanbauten ge­schlagen, indem er bei einer eirrzigen Fahrt 91000 Tonnen versenken konnte. Der Wert der vori ihm versenkten Schiffe betragt rund 45 000 000 Mark. Unter seiner Beute sind zwei kleine Kreuzer, nämlich Primula und Riegel, ferner die drei Hilfskreuzer Gallia, Provence und Mineapolis. Sie alle ruhen auf dem Meeresboden. Eine große Anzahl Trans- portdanipfer und Munitionsdampser, die für die Saloniki- Expedition bestimmt waren, sind ebenfalls U 35 zum Opfer gefallen. Nicht weniger als elf bewaffnete Dampfer befinden sich unter den versenkten Schiffen.

Mit welchem Schneid und welchem Geschick Kapitän­leutnant Arnauld de la Psriöre vorging, beweisen die 17 zum Teil heftigen Gefechte, die er als Kommandant von U 3o mit versenkten Schiffen zu bestehen hatte. Darun- ter waren wiederholt die besonders gefährlichen U-Boot­fallen. (Eine U-Bootfalle ist ein Schiff, das nicht, wie an­dere bewaffnete Handelsdampfer, mit einem Geschütz und ein paar Mann zur Bedienung, sondern das stärker bewaffnet

wor 1 * s?^^nal besetzt ist.) Bei diesen Kämpfen hat Arnauld de la Periere sogar vier Geschütze erbeu- tet, eine Leistung, die bei der Eigenart des Unterseebootes eine ganz gewaltige zu nennen ist.

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London, 18. Okt. (WTB.) Nach einer Lloyds-Mel­dung ist der norwegische DampferKong Alf" am 14 Ok­tober v e r s e n k t worden. .

Au§ dem Reiche.

Der Hauptausschuß des Reichstags und die Pressezensur

Berlin, 18.,Okt. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstages beschäftigte sich heute weiter mit der Presse- zensur. Ein sortfchrittlicher Redner verlangte die Einsetzung einer verantwortlichen Zentralstelle zur Durchführung einer ein- heitlichen Zenmr. MMisterialdirektor Tr. Lewald erklärte es ^ 9e9 ^ 1 t fr-fe Zeitungen vorgegangen. Ter Rei'chs-

verband der Deutschen Presse habe ausdrücklich eine .Befferungj

Aus Stabt unbanb .

Gießen, 19. Oktober 1916.

Die weiblichen Hamster.

Wer sich nicht Augen und Ohren verschließt, wird gestehe!.', daß die weiblichen Hamster in Deutschland außerordenllich zahlreich sind und nach Möglichkeit große Vorräte von Waren aller Art aufgeipeichert^ haben. Bon Anfang gn waren wohlhabende Kreise m beit Großstädten daran meistbcteiligt, insbesondere Börsenkreise, wo man aus Erfahrung weiß, daß wenn Butter steigt, auch Käse tm Preise hmaufgcht, daß der Krieg alle Lebensmittel verteuert. Viele Haiisßaltungen haben erstaunliche Vorräte an Mehl, Grieß usw. aufgehäiift. Eine Bestätigung dafür ist in manchen Zeitungen zu finden, die aus häufige Anfragen Anskimft darüber geben, mit welchen Mitteln Milben aus Grieß entfernt werden können ii. dergl. Einzelne Leute kauften Eier, Speck und besonders Seife für Hunderte von Mark auf Vorrat! In Ihrer Selbstsucht bedachten sie nicht, daß sie dadurch die Allgemeinheit schädigen, die Preise in die Höhe treiben und anderen gemeinnütziger gesinnten oder minder­bemittelten Kreisen die Waren verteuern. Was auch immer die Besiandserhebung au Lebensmitteln auf dem Papier ergeben mag, darüber besteht wohl nirgends ein Zweifel, daß die weiblichen/ Hamster mit ihrem starken Eigentumsgesühl sich nicht gescheut ha^n, ihre Vorräte zum größten Teil zu verheimlichen. Dazu verleitete u. a. auch Ibfr Aufnahme selbst, die nur Fleischkonserven oder Gemüsekonserven mit Fleisch ausführt und nicht auch Gemüsekonser ven. Wer kann wissen, welche Büchsen auch Fleisch enthalten? Will man an zuständiger Stelle sich^darüber einige Klarheit verschaffen^ so möge man veranlassen, daß bei einigen Bankdirektoren, Ver- waltungsräten, Mgeordneten, Villenbefttzern und Rentnern die Bestandsangaben durch eine amtliche Aufnahme der wirklich vor­handenen Vorräte nachgeprüft werden. Davor sollte man nicht ziirückschrecken, demr es ist für das Durchhalten des deutschen Volkes von größtem Wert, genaue Angaben über die tatsächlicher Lebensmfttelvorräte zu erlangen. (Aus dem Türmer.!

m

L. U. Von der Landesuniversität Gießen, Dr. C. August E m g e aus Frankfurt a. M. wurde gestern die venia legendi an unserer Universität für das Fach der Rechtsphilosophie und des Bürgerlichen Rechts erteilt. Seine Habilitationsschrift behandeltdas Grunddogma des rechts­philosophischen Relativismus".

** A m tl iche Personal nach richten. Der Großherzvgi hat am 20. September d. Js. dem technischen Eisendahnobersekretär Franz Geyer zu Wiesbaden, den Bahlnhofsvorstehern Augiust Kvanichstein, Jakob Mehkbrech zu Rüffelsheim, ^Albert Möhn zu Bischofsheim und Bernhard Neef za Mainz, dem Werkmeister Wilhelm Beck zu Bischofsheim, dem Tähnmeister Karl Kolb zu Erbeirheim, den Oberbahnassistenten Jakob E h r - hard zu Bischofsheim, Peter Euler Lu Groß-Umstadt, Otto H a m m a n n zu Mainz und Johann H e b e r l e zu Schierstem, so- wie den Elsenbahnassistenten Heinrich Feyh zu Remherm und, Ludwig Vogel zu Schierstein, särnllich in der Hessisch-Preußischen Ei>enbahngemeinschaft, die unkündbare Anstellung verliehen. , Am 20. September d. Js. wurde den Lokomotivführern Wilhelm Bir e n d e l und Wilhelm S t i e p zu Bischofsheftn, Friedrich H orn, Anton ckert Ludwig Schneider und Johannesi Weißmantel zu Darmstadt, Friedrich Petri, Philipp Schä­fer und Josef S co tt i zu Mainz, i>em Zugführer Ernst Har - tenbach zu Saarbrücken, den Werkführern Kcmrad Bender zu Mainz und Christoph M a y zu Darmstadt, dem Wagenmeister Heinrich Bickel zu Deulsch^-Ehlau, !^m Rckngrermeister Peter Borger zu Darmstadt, den Eisetibahn-Unterassistenten Georg Bsucksmaier zu Mainz, Jakob Götz M Seligenstadt, Phllipp Habich zu Darmstadt, Gustav Held zu Arheilgen, Johannes I hle zu Höchst i. O. rmd Karl Müller zu Lretzbach, dem Bahn- hossauffeher Jakob Koch zu Hohen sülzen, sowie den Weichenstellern I. Klasse August B är zu Darmstadt, Heinrich H ö reth zu Wie­belsbach, Pieter Kirch zu Bodenheim, Heinrich Weis zu Ingel­heim und Johannes Zecher zu Bischofsheim, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn genreinschaft, die unkündbare Air- stellung verliehen.

** Aus dem Bur eau des Stadttheaters: Ter vor­teilhafte Eindruck, den die ersten Vorstellungen und die neuen Mit­glieder gemacht haben, hat die erfreuliche Folge gehabt, daß noch weitere Abonnementsanmeldungen erfolgt sind. W sei darauf hin- gewiesen, daß an der Theaterkasse auch weiterhin Neuanmeldungen auf Abormementsplätze entgegengenommen werden und daß für die verflossenen Vorstellungen kostenlos Gutscheine gegeben werden. ' Ter siür Sonntag abend vorgesehene S. Kadelburg'sche Schwank F a m i l i e Schimek" wird im Abonnement ' nicht gegeben Werden; das SMck hat in Berlin mit dem Komiker Pallenberg in der Titelrolle an die zweihundert Aufführungen erlebt und sich als überaus bühnenwirksamer Schwank erwiesen.

** D i e erhöhten Strohpreise. Durch die Bekannt­machungen bezüglich der Erhöhung der Strohpreise vom 12. 2. und 28./1. 1916 (Reichs-Gesetzbt. S. 93 und 344) sind Unklarheiten darüber entstanden, ob für die Zahlung der dort angegebenen Preise der Tag des Kaufabschlusses oder der Tag der Lieferung maßgebend ist. Nach dem Wortlaut dieser Bekanntmachungen können die Höchstpreise nur für diejenigen Strohmengen Geltung haben, die bis zum 1. August 1916 geliefert worden sind.

D a s heutige K r e i s b l a t t Nr. 131 enthält Bekannt- machnngea über den Verkehr mit Cumaronharz. den Verkehr mit Zucker. H a s e r z u l a q e während der Herbstseldbestellung, Ver­kehr mit fettlosen Wasch- und Reinigungsmitteln, Bewirt- 'chaftung von Milch und den Verkehr mit Milch.

*[ Das Fest der Silbernen Hochzeit feiern am Frei­tag, den 20. d. Mts., die Eheleute Gerhard Jahres und Mar­garete Jahres, geb. Kreiling, Steinstraße 17.

^ ^dvstp ro t e sta u ftr äge für El sa ß-Lothri ngen.

Nachdem der Kundesrat laut Bekanntmachung vom 5. Okpcher