Kr. 246
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f66. Jahrgang
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sämtlich in Gießen.
(WTD.) Trotzes Hauptquartier. 18.Oktöber. (Amtlich.)
WestlicherKriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls
Kronprinz Rupprecht von Bayern.
Der Artilleriekampf erreichte besonders nördlich der Somme in breiten Abschnitten beträchtliche Stärke.
Zwischen Le Sars und Guendecourt griffet! die Engländer, von Lesboeufs bis Rancourt die Franzosen abends an. Unser Vernichtungsfeuer auf die gefüllten Stnrmgräben des Feindes brachte den Angriff beiderseits Eauconrt l'Ab- baye im Entstehen zum Scheitern. Bei Gneudceourt kam cs zu heftigen Nahkümpfen, in denen unsere Stellungen voll behauptet wurden. Die aus der Gegend von Morval und Rancourt vorbrechenden Franzosen wurden nach hartem Kampfe angewiesen, in Sailly ist der Gegner cingedrungen. Der Kampf ist dort noch im Gange. Seitlich der Haupl!- angriffsstellen, bei Thiepval, Courcelctte und Bouchavesncs brachten Vorstöße dem Angreifer keinerlei Erfolg.
Fünf feindliche Flugzeuge unterlagen im Luftkampf.
Front des Deutschen Kronprinzen.
Auf dem östlichen Ufer der Maas rege Feuertätigkeit.
Oestlichcr Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold vonBayern.
Nach dem verlustreichen Scheitern der starken Jnfan- terieangriffe gegen die Front westlich von Luck beschränkte sich dort der Feind auf lebhaftes Artilleriescuer.
Gegen die österreichisch-ungarischen Stellungen bei Zwyzin (nordwestlich von Zalocze) angreifendc Infanterie wurde unter starken Verlusten durch Feuer in ihre Gräben zurückgetrieben.
Auf dem westlichen Narajowka-Ufer, südwestlich von Herbutow, stürmten nach ausgiebiger Artillericwirkung bayrische Bataillone einen russischen Stützpunkt und brachten zwei Offiziere, dreilyrndertfünfzig Mann, zwölf Maschinengewehre ein.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Au der Bystryca-Solo'twinska scheiterte ein Angrift gegen unsere vorgeschobenen Stellungen. In den Karpathen lag die Luvowahöhe unter starkem Geschützfeuer. im Kirlibaba-Abschnitt wurden Vorstöße zurückgewiesen.
Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.
Die Gesamtlage hat sich nicht geändert.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Mazedonische Front.
Gesteigertes Artilleriefeuer leitete westlich der Bahn Bitolj — Florina, sowie nördlich und nordöstlich der Nidze Planina feindliche Teilangriffe ein, die mist- langen.
Ein bulgarischer Vorstost säuberte ein Serbennest auf dem nördlichen Ufer der Cerna.
Der erste Generalquartiermeister Ludendorff.
Französische Truppen sind in Athen gelandet, hak dort öffentliche Gebäude und Straßen besetzt! Als Gru für dieses Vorgehen werden Unruhen angegeben, die sich < Montag in der griechischen Hauptstadt abgespielt hak sollen, als Ko mg Konstantin die Marinetruppen besichtig die der Führung der Entente unterstellt werden sollten. fou das griechische Volksgefühl sich in Hochrufen für d Ko mg und in Kundgebungen gegen die freinden Unterdrüc Luft gemacht haben. Die Behandlung Griechenlands du den Vrerverband erinnert an eine Schlangenfütterung: d Reptil ubergießt,sein Opfer zuerst mit Schleim und Sp chel bevor es dieses verschlingt. Unendlich lange dauert di Schlangenmahlzeit Englands und Frankreichs, und sie bie emen Anblick widerlichster Art. Es hätte der Welt einen iw deren Grad von Abneigung eingeflößt, wenn der britis LZeu sich mit einem Male wütend auf Hellas gestürzt hat um es sich gefügig zu machen. Aber man zögerte, das Et weder-^Oder allzu rauh herauszubrüllen, weil man imn wreder hoffte Griechen and werde ..fteiwillig" sich dem ql. realen Troß der Verbündeten anschließen, Freiwillig Da Ware Albwn nt der Toga des Retters erschienen, seine W ätschen Scheines hatte neue Sonnenstrahlen aufgcfang und ausgeiandt. Frankreich hätte woht lieber, wie n öfter aus seinen Zeitungen ersehen konnten, kurzen Pi M«°macht: es verfügt nicht über dieses ausgedehnte 3 ^t^"^°""tucke Tartüsferie und — Verschrobenheit ti ,m Grunde laust doch diese Litnausschleppu Der Vergewaltigung des kleinen Landes auch auf eine Tl
bakt 'ft "ach allen Seiten hin uiang
Ifn« imberftreöt noch, der Wühler Bei
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E,». E^nR^^?°ntraaer der Entente im griechisch Volke allmählich verhaßt. An seinen Kräften haben uns!
Ausruhr in Athen.
Feinde sich verrechnet. Schon die zuerst geforderten Neuwahlen gaben England und Frankreich eine Enttäuschutig. Sie mußten schärfere Mittel anwenden, eine Erwartung und Hoffnung über die airdere aufgeben. Mit leuchtenden Gesichtern verrichten unsere Feinde gegenwärtig die Schlußarbeit an Griechenland sicherlich nicht. Hilfe können sie sich von dem unterdrückten Lande nicht versprechen^ und wenn nun auch in der Hauptstadt die Wachtposten aufgezogen sind, so bleiben allerlei Gefahren unvermindert bestehen. Sarrails Feldzug verspricht nichts rechtes. Die Lage bleibt so unsicher wie zuvor. Der neue Eingriff in Athen bewirkt außer der Gestellung von Eisenbahnmaterial nur eine Trübung des Glanzes hellenischer Staatshoheit, die aber den Gewalttätern nicht nützt. König Konstantin soll den Willen kundgetan haben, sich nach Larissa zurückzuziehen. Wahrscheinlich wird man ihn ungefährdet ziehen lassen; da ec von der Regierung seines Landes ohnehin ausgeschaltet ist, wird man zögern, ihm Gewalt anzutun; auch die Rücksicht auf die Volksstimmung wird dabei mitsprechen. Wie aber in Athen fortan „regiert" werden soll, wissen auch die olympischen Götter nicht. In Griechenland gibt es zurzeit, genau genommen drei Regierungen: Das Geschäftsministerium Lamüros, mit dem König Konstantin verhandelt hat, ferner das Kabinett der „Gegenregierung", dem-die Entente jedoch noch nicht die offizielle Anerkennung gezollt hat, und schließlich die an- gemaßte Gewalt des Venizelos und seiner .Helfer. In London und Paris hat man die Wahl. Ohne neues Würgen wird es bei dem noch nicht beetrdeten Schlangenschmaus nicht abgehen.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 18.Okt. (WTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Oktober 1916.
Oestlichcr Kriegsschauplatz.
HeeresfrontdesGencr^lsder Kavallerie
N Erzherzog Karl.
An der ungarisch-rumänischen Grenze trat auch gestern leine wesentliche Aenderung ein.
Oestlich von Kirlibaba wehrten unsere Truppen mehrere russische Angrifte ab.
An der Bystryca Solotwinsta Vorpostenkämpfe.
Heeresfront des Generalscldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
. Nordöstlich von Bolszowce an der Narajowka bemächtigten sich bayerische Truppen eines starken russischen Stützpunktes, wobei sie dem Feinde zwei Offiziere, 350 Mann, zwölf Maschinengewehre abnahmcn. Am obersten Sereth wurde ein russischer Angriftsversuch im Keime vereitelt.
In Wolhynien ruhte der Kampf.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Gestern abend griffen beträchtliche Kräfte des Feindes unsere Stellungen am Monte Testo—Boite-Rücken und nördlich des Pasubio-Gipfels an. Die tapferen Verteidiger schlugen diese Vorstöße blutig ab.
An einzelnen Stellen der Fleimstal- und Dolomiten- Front. sowie auf der Karst-Hoch fläche war die Artillerie tätigkeit zeitweise recht lebhaft.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Zn Albanien nichts Neues.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfcr, Feldmarschallentnant.
Aus Griechenland.
Die Kundgebungen vom Montag.
Bern, 18. Okt. (WTB.) „Secolo" meldet: Am Montag abend fanden in Athen ^Kundgebungen von griechischen Marine, oldatcn und anderen Teilen der Bevölkerung statt. Die Demonstranten seien mit griechischen und amerikanischen Fahnen unter Rusen: „Nieder m:t 'dem Die rv er band!" durch Idie Straßen gezogen. Kavallerie habe ein schreiten müssen. In Athen solle alles drunter und orüber gehen.
Bern, 18. Okt. (WjTB.) Aüs Athen nwldet „Coroicre della Sera" weiter, daß am Tage der Königs Parade immer mdyi Demonstranten eme drohende valttnrg eümahmen. Sie hätten „Nieder mit der Entente!" .gerufen. Polizei, Kavallerw Und griechische Marinetruppen hättet: (mit aufgepflanztcm Seiten- güivchr eingegrisien und die sPlätze gesperrt. Die Menge ser mit Mrechrschen Und amerikanischen Fahnen wor die Gesandtschaft der Bereinigten Staaten gezogen, wo (sich aber niemand am Fenster gezeigt hätte. Das gegenüberliegende,Haus' des Venizelos habe die Menge plündern wollen, doch (seien die Demonstranten von der Polizei zurückgehalten worden, wobei jes zu Zusammenstößen gekommen sei. Die Dcnwnstraitten -hätte:: die Umzüge bis in die späte Nacht fortgesetzt. Um,9 Uhr abends sei der Ministerrat zusammengetreten. Der Korrespondent fügt hinzu, die Lage sei bis letzt mcht besorgniserregend.
Be rlin, 19. Okt. Ueber die Kundgebu ngen für Kö- n 1 J ^ 0TI stant: n aut Montag, die den Vorwand zu niuen Tnip- ^ulaaDungen gegebei: haben, benähen verschiedene Blatt« sehr ausftchrlrch. Mw König habe au die Marimosftziercsl. a. das Versprechen gegeben, daß gr sie schützen werde gegen jeden, der es wagen sollte, sie zu bedrohen.
Die französischen Truppenlandungen.
London, 18. Okt. (WTB.) Die,Times" meldet aus Athen:
M a t r o s e n der Alliierten, die unter dem' Befehl französischer Offiziere stehen, wurden von griechischen Polizisten angegriffen: 'infolgedessen werde:: Verhandlungen Uvischen der: Gesandten der Entente und der griechischen Regierung geführt. Man hofft, das Mißverständnis beseitigen zu können. Jn- Kvi,chen ersuchte der französische Gesandte Admiral Fournet, die Kontrolle über die Polizei archers einzurichten.
Weiter meldet dasselbe Blatt: Ter amerikanische Gesandte, dem ohne Abordnung ein Protestfschreiben ge- g e n d a s Vorgehen der Entente übergab, antwortete darauf, seine Regierung könne unmöglich eingveisen. Er stimme aber W zu, das Dokument nach Amerika weiterzuleiten.
,, _^ 0 stöo n , 18. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Morning Post erfährt aus Athe:: von: 17. -Oktober, daß Lambros eine .lange U nterredung n: it dem französischen Gesandte n 7-atte, in der dieser erklärte, daß die französischen Ma- troien wegen der Re s er v : st en nur uher: an: Sonntag und.der feindlichen Kundgebu::gen am Montag gela ndet seien, v keine Besetzung der Stadt, sondern irur eine Verstärkung der Po l i z e i. Wer::: in den nächsten Tagen keine weiteren Ruhestörungen mehr vorkonnnen, loürden die Laudungstruppei: wieder eingefchisst werden. —^ Das Gerücht, daß gestern der griechischen Regierrlng eine neue Note der Alliierten überreicht worden sei, ist vollkommen gnindlos. Die griechisck)^: Kreuzer „Aveuoff", „M- kis" und „Lemnos" wurden heute vom Arse:ial von (Ärlamis nach der Stelle in der Nähe des Ankerplatzes der Flotte der Alliierteiv gebracht.
Athe n, 17. Okt. (W.T.B. diichtamtlich.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus: -Um 3 Uhr nachmittags' wurde in einem Mi- n iste r r a t über die Lage berate::. Es wurden die Präsidenten der Gewerkschaften gerufen und ihnen geraten, sich aller Knndgeburr- gen zu enthalten: auch die Leiter der Polizei und Gendarmerie wurden gerufen. Nachher wurde eine Kundmachm:g veröffentlicht, d:e das Publikum über^ die Absichten der Alliierten- beruhigen« sollte. — Die franz ösi sche Abteilung in Athen wurde später mit 100 Mann und vier Ptaschinengewehven vefttärkt. Tie Franzosen wurden, als sie durch die Straßen marschierten, mit Beifall begrüßt.
Bern. !8.^)kt. (WTB. Nichtamtlich.'! Der Mitarbeiter des ,,Eorricre della Sera" meldet aus Athen: Tie Nacht ist ruhio verlaufen. Ter Platz am Stadttheater ilt andauernd von griech:'chen Truppen besetzt, welche Kundgebungen gegen die französischen Vta- rmesoldaten verhinder::. Tie Franzose,: selbst besetzten das Theater, um das Wachtposten mit aufgepflanztem Seftengewehr stehen. Auf den: gegenüberliegenden Bürgersteig sind griechische Truppen ansgestellt.
Der Entschluß des Königs.
London, 18. Okt. (WTB.) „Daily Mail" meldet aus Athen vom 17. Oktober: Das Schicksaldes Königs und der Regierung hängt an einen: Faden. Ms der Ministerpräsident gelten: dem K'önrg meldete, daß Admiral Fournet sich weigere, die jüngsted: Forderungen der Alliierten zu mäßigen, fielen heftige Worte. Lambros begab sich hierauf nach den: Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten, uw er sagte, ec beabsichtige zun'ick- zutreten. Schließlich entschloß er sich aber doch, nicht um seine Demission zu ersuchen. '
Ms abends französische Seeleute landet«:, eilte Lambros rasch zum K ö n i g. Er fand :lm in einem Zustande der hö chisten Entrüstung. Der König sagte, es bleibt mir nichts aiüwres übrig, als mit den Meinen nach Larissa zu gehen. Ter Ministerpräsident vermochte den König nicht von diesen: Entschluß abzn- lbringen. Er begab sich deshalb schleunigst nach Athen und beratschlagte mit Skuludis, Gunaris und Tragumis, die auf sein E:'- sucken nach Tatoi gingen, um den König zu beschwören, er möge diesen Schritt nicht tun. Ter König versprach Nun, die Abreise nach .Larissa vorläufig noch an f zu s chi eb en. Inzwischen gebt au^ allen:, was geschieht, seine Absicht hervor, in Larissa alles zuv Verteidigung fertig zu machen. — Ter Korrespondent der „Daily Mail" will erfahren baden, daß an einer der Stationen der Larissa-Linie 16 000 Geschosse, 30 000 Kisten Patrone,: und 40 Feldkanon en angesammelt seien, an zwei anderen Stationen lägen 4000 bis 5000 Gewehre.
Eine neue Forderung des Bierverbandes.
Athen, 17. Oktober. (WTB.) Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschien Bureaus. Die Alliierten verlangten vom Verkehrs min ister die Gestellung von 200 Eisenbahnwagen aus der Lorissa-Bahn für die Bedürfnisse der Alliierten in Mazedonien. Der Minister bewilligte sic ihnen.
Der bulgarische Bericht.
Sofia; 18. Oktober. (WTB.) Anttlicher Heeresbericht vom 17. Oktober.
M a z e d o n i s ch e F r o t: t. Keine Veräicherung an der Front. Oestlich des Prespa-Soes und in: Cerna-Bogen lebhafte Artillcrie- tätigkeit. Wir schlugen schwache feindliche Angriffe bei den Dörfern Gradeschnitza und Tarnova (Nidze Planina) ab. In der Moq- lenitza-Gegend Ruhe. Auf beiden Wardar-Usern stellenweise schwaches Artilleriefeuer. Bei einem Patrouillerrgefecht östlich des Wardar nahmen wir zwei Engländer gefangen. Am Fuße der Bela- sitza-Plauiua^ schwaches Artilleriefeuer. An der Struma-Front Patrouillen-Scharmützel. An der Küste des Aegäischen Meeres Ruhe.
Rumänische Front. Kerne Veränderung. Längs der Donau Ruhe. In der Dobrudschia stellenweise schwaches Arttllcri:- feuer und Gewehrschüsse. Wir zersprengten zwischen Kujus Mamut trnd Enidje durch unser Feuer eine aurA drei Bataillone:: unü zwei Batterien befteheiche feindliche Mteilung. M:f der Flucht ließ die Bedicnuusisu:am:schaft Geschütze ,:nd Mmntionskisteu zurück. An der Küste des Sckpvarzen Meeres Ruhe.
Sv fia, 18. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Berickst des Generalstabes vom 18. Oktober.
Mazedonische Front: Oesllich des Prespa-Sees mrd im Cerna-Bogen lebhafte Artillerietätigkeit. Ein Angriff zweier feindlicher Negerkompagnien in der Umgegend des Dorfes Nogotschieni tourde leicht zurückgesetzlasm. Der sich


