Ausgabe 
19.10.1916 Erstes Blatt
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bestimmt l-at, daß die Pr-vtelLfri.it für WqMel, die in E-tiuß- Lothringen zahlbar sind, frühestens mit dem 31. Januar 1917 statt mit dem 31. Oktober 1916 abläuft, ist die Postordnung Bvm 20. März 1900 entsprechend geändert worden. Danach werden bic Postp rot e st a ufträge mit Wechseln, die in diesem Gebiete zahlbar sind und deren ZahlungStag in die Zeit vom 30. Juli 1914 dis einschließlich 29. Januar 1917 Mt, am 31. Jannar 1917 Nochmals zur Zahlung vorgezeigt werden.

** Die hessische Lazarettzeitung Nr. 30 enthält folgende Beiträge: Heimat o Heimat, von Walter Schwerer: Rat­schläge für die Träger eines Kunstbeines, von Oberstleutnant z. D. Beigel: Verwundetenkurs an der elektrotechnischen Lehranstalt des Physikalischen Vereins zu Frankfurt: Die Angestelltenversicherung «m Kriege III.; Kriegsbeschädigter als Qualttätsarbeiter; Laza­rett-Beratung : Rätselecke. Die Gießen er Beilage ent­hält: Die Kriegsbeschädigtenfürsorge in, Gießen (Gewerbehaus), von Dr. Krausmüller: Die Hessen miter Napoleons Fahnen 16. bis 19. Oktober 1813, von Tr. H. Berger; Arbeitsmarkt; Ver- \m ndetenunter ircht.

** Vom Lande. Allenthalben sind die Dreschmaschi­nen an der Arbeit. Weizen und Roggen laufen nicht so gut, wie man vorauszuseheu glaubte. Die Erntevorschätzungen dürftet: in Bezug auf diese beiden Getreidearten. etwas zu hoch gegriffen sein. Wegen der andauernd nassen Witterung lagen die Wintergetreide­felder größtenteils am Boden, so daß die Körnerbildunjg) notleiden mußte. Auch der Rost beeinflußte in manchen Gegenden, besonders in der Wetterau, den Körnerertrag. Sehr gut ist di? Klörnerernte bei dem Hafer; auch der Ertrag der Gerste ist gut. Durch die Freigabe von 20 Zentner Gerste ist auch den kleinen Land­wirten Gelegenheit geboten, Schlachtvieh zu mästen. An Stroh wird es nächstes Jahr nicht mangeln. Im Frühjahr und Sommer dieses Jahres ivar das Stroh, besonders das Futterstroh, sehr knapp. Zum Streuen konnte man in waldreichen Gegenden als Ersatz für Stroh Laub benutzen. Im großen und ganzen können wir mit dem Ernteergebnis dieses Jahres recht zufrieden sein, wenn auch die Kartoffelernte hie rund da piel zu wünfchpsn übrig läßt. Tie als gut" zu bezeichnende Brotfruchtcrnte wird die geringe Kartoffel­ernte völlig ausgleichen. Wir halten durch!

Landkreis Gießen.

n. ANendorf a. d. Lda., 18. Okt. Ten Ehrentod fürs Vaterland starb der Weißbiudergeselle Eberhard Senner, der vor zwei Jahren freiwillig als Seesoldat eintrat und zuletzt au der Svm'me kämpfte, sowie der Tienstknecht Ehristoph Rein­hardt. dem eine eigne Handgranate die Brust zerschmetterte. Verwundet wurden: Schäfer Christoph Damm, Kaufmann

Ehristoph Ranft, Schlosser Heinrich Schneider und Vieh­händler Felix Spier. Der Maurer Christoph Paulus^ .seit Alugust 1914 beim Pionier-Regiment Nr. 25, erhielt das Eiserne Kreuz.

** Alten^Buseck, 19. Okt. Dem Wehrmann Wilhelm Becker von hier, zurzeit bei einer Munitionskolonne in den Kar­pathen, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Dem Musketier Ludwig Schmidt von hier, bei der Maschinengewehr- Kompagnie im Jns.-Rgt. Nr. 81, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Im vorigen Jahre wurde er mit der Hessischen Tapfer- kettSmedaille ausgezeichnet.

3. G r o ß e n - B u s e ck, 18. Okt. Der Landsturmmann

Berlin. Sohn des Kaufmanns Solomon Berlin, welcher zum 6-^eiten beordert wurde und das Eiserne Kreuz erhielt, hat auch jegr bic Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten.

wa. Odenhausen Rabenau, 17. Okt. Gestern ereig­nete sich hier ein Unglücksfall. Der älteste Sohn des in Ruhe lebenden Lehrers Schweitzer, der in Wiesbaden wohnt und seinen Urlaub hier verbrachte, shüvzte beim Ausäst^u eines Baumes aus beträchtlicher Höhe ab und fiel so unglücklich auf einen Stein, daß er ins Haus getragen werden mußte. Dr. Fritz von Grünberg, welcher zugezogen wuÄe, ordnete die Ueberführunh in die Klinik zu Gießen an. Dort wurde Veckenknochenbruch fest­gestellt Von unserem Wachkommando ist ein russischer Ge­fangener entwichen.

** Steinbach, 18. Oft. Ersatzreservist Heinrich Becker, Sohn des KreisstraßenwärterS Becker, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Becker diente in der 8. Kompagnie Jnf.-Rgt. 222. Er wurde am 1b. Sept. durch Schrapnells verwundet, am 22. Sept. trat er in die Kompagnie zurück, wo er am 31. Sept. zum zweiten­mal durch ein Explosivgeschoß verwundet wurde und den rechten Zeigesinger und den rechten Fuß verlor. Becker liegt gegenwärtig .in Gießen.

** Watzenborn, 18. Okt. Der Wehrmann Ludw. Schmitt, der schon seit Kriegsbeginn beim aktiven Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm II. Nr. 116, 12. Komp., steht, wurde am 13. dS. Mts. zum Unterofsizier befördert und erhielt gleichzeitig daS Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Watzenborn-Steinberg, 19. Okt. Dem Vize-Feld- webel Karl Schäfer, Jnf.-Rgt. Nr. 116, 3. Komp., wurde vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen.

Kreis Büdingen.

A Nidda, 17. Okt. Den Heldentod fürs Vaterland fand im Osten beim Jnf.-Regiment Nr. 222, 2. Kompagnie, infolge eines Halsschusses der Schreinergeselle Karl Rau von hier. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes und stand im 22. Lebensjahre.

Kreis Alsfeld.

fc. Alsfeld, 19. Okt. Für die Zeit vom 16.22. d. Mts. wird versuchsweise im diesseitigen Kreis anstatt wie bisher 150 Gramm 250 Gramm Fleisch vro Kops abgegeben.

ap. R u p p e r t e n r o d , 19. Okt. Ein zweites Opfer für das Vaterland brachte jetzt die Familie Konrad P r e i ß hier. Ihr zweiter Sohn Otto starb in der Sommeschlacht, im Alter von 20 Jahren, den Heldentod. Die Wertsachen des Gefallenen, die an die Eltern gesandt waren, brachten der Familie die traurige Kunde. Noch ist eS nicht ganz ein Jahr her, fiel der älteste Sohn, Konrad, bei Verdun. Die hiesige Volksschule zeichnete zur b. Kriegsanleihe die Summe von 3209 Mark.

np. Aus dem Ohmtal, 19. Okt. Es muß als eine meteo­rologische Seltenheit bezeichnet werden, daß ein Jahrgang von Anfang an bis zu Ende derselben Charakter behält ganz gegen alle Regel. Hat inan sonst in der einen Hälfte des Jahres Trocken­heit, so folgt in der anderen das Gegenteil und umgekehtt. J!st diesem Jahre bleibt es durch alle Jahreszeiten: naß und kalt. Ueberall glaubte inan, einen trocknen Herbst zu erwarten, das Gegenteil ist' der Fall. Dabei bleibt es zu verwundern, daß die gute Futter- und Getreideernte unter Dach gebracht wurde.

up. Vom Vogelsberg, 19. Okt. Viel Sorgen machten unseren Hausfrauen die neuen Kessel, die an Stelle der kicpfernen angeschafft worden waren. Man befürchtete, sie würden sich beim Honigkochen (Mus) nicht bewähren. Diese Befürchtungen haben sich nicht erfüllt. Die Neuen Kessel, einerlei, ob Gußkessel oder Stahlblech, haben alle die Probe bestanden. Der an und für sich Me Zwetschenhonig konnte überall zur vollen Zufriedenheit gekocht werden.. Verzinkte oder verzinnte Kessel gibt es auf dem Lande nicht. Nur kleinere Wäschekessel sind davon vorhanden. An eine gesund­heitsschädigende Einwirkung von Kesseln kann demnach hier nicht gedacht werden.

Kreis Lautcrbach.

Grebenhain, 18. Okt. Schon längere Zeit wurden mesigen Orte nächtlicherweise allerhand Unfug und Verdrießlichkci Mrsgeüvt, ohne daß es gelange die Täter zu ermitteln. In vorigen Samstag auf Sonntag wurden vier halbwüchj Jüpchen dabei ertappt, wie sie einem hiesigen Einwohner in sei rovsrecke einen Apfelbaum plünderten. Hoffentlich werden sie bu vite Anzeige einen gebührenden Denkzettel erhalt KJ l £iSf n bangere Zeit des Nachts ihr Unwesen getrieben Hab 8?"®^ <2# schon im Verdacht, im Laufe dieses Frühja dem Schneidmuller Weitzel, welcher als Wehrmann im Felde sh L ÖIt Sägemühle eingeschjlagen, das Fensterblei e

Händler verkauft zu haben. Der Unt ? fmtffet fcm hier, Inhaber des Eisernen Kren 2. Klaffe und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde we- ^rvormg^Er Leistung in der Sommeschlacht mir dem Eisen .9*%* Lj ~ Der Briefträger Heinr. M a ftn »öMeg. 116, 9 Komp., welcher entlassen wurde, erh das Eiserne Kreuz nachträglich verliehen. Der LaudsturUrnw

Äernr. Gauß, welcher im La nb wehr-Reg. 81 diente und in den Kämpfen bei Verdun durch Verwundung des linken Armes invalid geworden ist, hat ebenßllls vorige Woche das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten.

Kreis Friedberg.

Friedb erg, 19. Okt. TerOberhess. Anz.* schreibt: Es wird zur Beseitigung von Zweifeln darauf hingewiesen, daß aus dem gesperrten Bezirk der 20 Gemeinden nur die Molkerei Nieder- Wötlstadt als amtliche Sammelstelle befugt ist, Milch aus dem Kreise auszuführen. Die übrigen Teche des Kreises bleiben von den Anordnungen unberührt.

Q. Bad Nauheim, 19. Okt. In der gestrigen Stadt­verordnetenversammlung wurden folgende Beschlüsse ge­faßt: Tie Lieferung von Gaskohlen, wird zum! Preise von 185 Mk. für den Waggon an die Firma Stück & Fischer in Bingen vergeben. Da sich! die in zahlreichen Sttaßen an ge pflanzten Lindenbäume so stark entwickelt haben, !daß sie für die anliegenden Häuser lästig werden, soll der Versuch gemacht werden, die Ausdehnung des Laubdaches der Bäume durch Kuppen zu verringern. Für Erdabhub von eineur zur Bebauung ftei gegebenen Bauplatz in der Bennecke- straße werden 1800 Mark bewilligt. Zwei in Bausachen vorliegende Gesuche vrr Sanitätsrat Dr. Schntidt und Richard Spren­gel wert? genehmigt. Gestern nachmittag hatte die Großh. lBa.de- und Kurverwaltung über 1000 hier zur Kur weilende? Kriegsteilnehmer zu einer musikalischen und dellamatorischen Un­terhaltung in dem großen Saal des Konzerthauses eingeladen.

oa. Weckes heim, 19 Okt. Dem Unterofsiäer Georg Piee, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

:: Pohl Göns, 18. Okt. Von dem in englischer Gefangen­schaft sich besindenden Gefreiten Robert Arnold von hier traf heute aus dem Gefangenenlager zu Schottland bei Pfarrer Nau­mann ein Gruppenbild einiger Kriegsgefangenen ein, auf dem neben Arnold sich noch ein Unterofsizier sowie 8 Mann besinden. Unter denen drei Inhaber des Eisernen Kreuzes sind. Arnold, der in den Kämpfen an der Somme in englische Kriegsgefangenschaft geriet, stand im Jnfanterie-Reg. 186. Die auf dem Bilde Befindlichen sind jedenfalls Angehörige desselben Re­gimentes.

* Aus der Wetterau, 19. Okt. Wieder hat heftiges Regempetter eingesetzt. Tie Kartoffelernte ist geborgen; nur hier und da liegt ein einzelner Kartoffelacker, der noch nicht abgeerntet ist. Mit der Herbstbestellung hat man kaum beginnen können; sie wird zum größten Teil in den November fallen. Falls die ungünstige Witterung wieder längere Zeit anhält, ist es nicht ausgeschlossen, daß ein großer Teil des zur Bebauung von Winter- getreche vorgesehenen Ackerlandes liegen bleibt und im Frühjahr mit Sommerfrucht ausgestellt werden muß. Gegenwärtig ist man mit dem Einbringen der Runkeln beschäftigt. Tie Ernte ist in Bezug auf Güte und Menge sehr gut. Ueberall an den Bahnhöfen werden Tickwurz zum Preise von 2 Mk. pro Zpntner eingeladen. Bei dieser guten Bezahlung wird voraussichtlich nächstes Jahr der (Zuckerrübenbau noch mehr eingeschränkt, da die Zuckerrüben billi­ger sind und viel mehr Arbeit erfordern wjie die Runkeln. Trotz des großen Leutemangels wäre die Ausführung der Arbeiten, wenn nicht immer wieder längere Regenperioden eingetreten wären, wie in normalen Jahren verlaufen, da jung und alt seinen Mann stellt.

Starkenburg und Rheinhessen.

** Darmstadt, 19. Oft. Hohe Förderung wird der G o l d- ankaufsstelle zuteil. Der Groß Herzog nahm gestern den Vortrag eines Vertreters der Goldankaufsstelle entgegen und gab zu erkennen, daß ihrer ernsten vaterländischen Ausgabe seine Unter­stützung sicher sei. Der Großherzog wird die Goldankaussstelle mit seinem persönlichen Besuche auSzeichnen.

Kreis Wetzlar.

Wa. Wetzlar, 18. Okt. Für das Vaterland sind gestorben: Grenadier Friedrich Emrich, akt. Garde-Elisabeth-Rgt. Nr. 3, aus Aßlar. Musketier Kärl Daniel, Res.-Jns.-Rgt. 40, aus Kl.-Altenstädten. Infanterist Moritz Sternberg, Bahr. Res.- Jnf.-Rgt. 20, aus Werdorf. Mit dem Eisernen Kteuz 2. Klasse ausgezeichnet wurden: Telephonist Karl Lehn Hardt, Res.-Ers.- Jnf.-Rgt. 1, aus Wetzlar. Musketier Wilhelm Schönberger, akt. -Jnf.-Rgt. 116, aus W.-Nieder girrUes., Feldwebel Otto Schmidt, Jnf.-Rgt. 186, aus Braunfels, Sohn des Gerichts- dieners Schmidt. Unteroffizier K o o b, Jnf.-Mgt. 186, aus Burg­solms. Gefreiter Otto Weber, Jnf.-Rgt. 168, aus Biskirchen. Musketier Kärl Lotz, Jnf.-Rgt. 116, aus Volpertshausen. Unter­offizier Fritz Diehl, Jnf.-Rgt. 116. Gefreiter Heinr. Müller, Jnf.-Rgt. 116; beide aus Ehringshausen. Die Hessische Tapferkeits­medaille besitzen beide schon. Mit der Hess. Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet wurde: .Musketier Jakob Fink, akt. Jns.-Mgt. Nr. 118, aus W.-Niedergirmes.

X N i e d e r k l e e n , 17. Okt. Musketier Heinrich I u n g, Jns.-Rgt. Nr. 30, starb den Heldentod. H. Jung ist 20 Jahre alt und Sohn des Landwirts Hch. Jung.

Hessen-Nassau.

Kriegs-Volksakademie.

--Diez a. L., 18. Okt. Während die erste Woche der 'Kriegs- Volksakademie des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung ntehr der Erörterung und Verttefung allgemeiner Volksbildungs- siagen gewidmet war^ traten in der zweiten Woche wirtschaftliche Probleme in den Mittelpunkt der Verhandlungen. Auch hierfür hatte der Ausschuß nur erprobte Fachleute gewonnen, die nnrklich Neues und Nachahmenswertes boten. In das GebietVolksbildung und Landwirtschaft" führte Tomänenpächter Schneider vom Hof Kleeberg im Westerwald durch einen Vortrag, in dem er für die deutsche Landwirtschaft nach dem Vorbild der dänischen Volkshoch­schulen eine möglichst hohe Allgemeinbildung forderte. Seminar­lehrer Bäuerle (Backnang) sprach überKrieg und Schmie" in progranimatischer Weise. Besondere Fragen der Kriegswirtschaft behandelten Redakteur Feiler (Frankfurt a. M.), Reichstags­abgeordneter Tr. Quarck und Rechtsanwalt Dr. H. Sinzhei- m e r aus Frankfurt in Vorträgen überKrieg und Geld",Frauen­arbeit im Kriege" undFormen der Kriegswirtschaft". Ueber be­sondere Erfahrungen in der Volksbildungsarbeit während des Krie­ges hielten Pfarrer und Direktor Becker und Dr. R. Kahn aus Frankfurt Vorträge. Besondere Einzelfragen der Kriegswirtschaft behandelten Stadtrat Rößler (Frankfurt), Bürgermeister R o d y (Niederlahnstein), Konsumvereins gef chäftsführer L i e b m a n n (Frankfurt). Frau Prof. Krukenberg (Kreuznach) und Pfarrer K ü st e r (Höchst a. M.). Theaterreformpläne trug Generalsekretär G e r st (Hildesheim) in fesselnder W«eise vor. Ten meisten Bor- trägen schlossen sich fruchtbringende Besprechungen an. Viel be­sucht Zpurde die mit der Tagung verbundene kriegswirt­schaftliche Ausstellung, die in reicher Fülle eine Uebersicht über die Nutzbarmachung der bisher unbeachtet gebliebenen deut­schen Gespinst- und Oelpflanzen bot. Reichen Zuspruchs erfreuten sich ferner die Kochkisten-Lehrgänge des Frankfurter Nationalen Frauendienstes, die prachtvolle Pilzsammlung und die Ausstellung für Lazarett- und Feldlektüre.

ra. Biedenkopf, 19. Okt. Der O p s e r t a g für die deutsche Flotte ergab den schönen Betrag von 575 Mk. in unserm Städtchen. Leutnant der Reserve Heinrich Seelig, Res.-Jnf.-Regt. Nr. 20, Inhaber des Eisernen Kreuzes, starb den Ehrentod.

H Biedenkopf, 18. Okt. Dem mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse bedachten Unteroffizier I. H a i n b a ch aus Wallau wurde auch das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen.

r». W e i d e n h a u f e n (Kreis Biedenkopf), 18. Oft. Dienstag nachmittag wurde Pfarrer Karl Weldert unter großer Anteil­nahme der vereinigten Kirchengemeinde Weidenhausen-Römers­hausen zur letzten Ruhe gebettet.'

ra. Ca mb erg, 19. Okt. Aus Camberg stehen zurzeit 429 Einwohner unter den Waffen, davon sind bereits 38 mit dem Eifer-' nen Kreuz ausgezeichnet und 5 weitere Kämpfer tragen Kriegs­auszeichnungen anderer deutscher Bundesstaaten. Daneben ist ein­mal das Eiserne Kreuz erster Klasse Oberleutnant Ed. Lieber und einmal der Orden vom Zähringer Löwen mit Schwertern Stabsarzt Tr. G r e ß verliehen. Leider deckt aber auch schon 40 unserer Krieger der grüne Rasen.

Bad Homburg v. d. H., 18. Okt. Der Leiter der hiesigen Bürgerschule, Hauptlehrer Heinrich Herrmann, feierte heute in großer Frische und Regsamkeit jein goldenes AmtS- jubiläum als Lehrer. Im Dienst der hiesigen Schulen steht der Jubilar seit 1872. Vorher war er im Kreise Biedenkopf und als Hauslehrer in Sickeubach bei Lautcrbach tätig.

Aus Nassau, 18. Okt. Der Bezirksausschuß zu Wres- badeu beschloß!, die Schonzeit für Rehkalber für den Regierungs­bezirk Wiesbaden auf das ganze Jahr auszudehnen. Der Schluß der diesjährigen Jagd aut Rebhühner ist am 14. Dezember. Die Schoirzeit für Wachteln und schottische Moorhühner beginnt tfm 1. Dezember.

vermischtes.

Armenspeisung.

Würzburg, 18. Okt. Zur dauernden Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig stiftete König Ludwig I. von Bayern eineArmenspeisuug", die abtvechfelud in den Städten A schaffen- bürg, Würzburg 'und Regensburg am Jahrestag der Schlacht bis heute abgehalten wird. Die Speisung, an der sich jeder Arme beteiligen kanrc, fand heute mittag im Beisein von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden im gro­ßen Gartensaal des hiesigen Residenzschlosses statt und fand eine überaus starke Beteiligung. Statt der sonst üblichen zwei Fleischgäirge gab es diesmal nur ein Fleischgericht. Wohl aber erhielt jeder Teilnehmer sein halbes Liter Steinwein aus dem Kgl. Hofkeller, wie es schon seither Brauch war. LustigeMusikstticke einer Milrtärkapelle würzten das Kriegsmahl. Zum Schluß des Essens nahm jeder Gast das von ihm benutzte Besteck als Andenken mit nach Hause. Im nächsten Jahr findet die Speifttng in Regens­burg statt.

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* Heiteres aus Frankreich ist jetzt nicht gerade häufig, dennoch sorgen unsere Nachbarn über'm Rhein mit ihrer unverbesserlichen Naivität, Unkenntnis und Unehrlichkeit, auch heute noch zuweilen für unfreiwilligen Hunror. So schreibt z. B. Le Telegramme von Toulouse unterm 19. Sept:

^Wenn man an Hand des Wörterbuchs sich damit unterhält, dre am meisten im Vordergrund stehenden Namen der Boche-Welt ins Französische zu übersetzen, so kommt man zu bizarren Entdek- kungeu. So führt z. B. der wilde Hindenburg einen Operetten­namen:Feld maröchal de Castelbiche" (Hiudiu = bi che, Burg = ckateau), der von Luneville her mrd^ neuerdings von der Somme berühmte General von Faßbender heißtCercle-de-barriaue" =>* General Faßreif" (Faß --- berrique, bender --- cercles"). Der Reichskanzler von Bethmann >Hollweg selbst besitzt einen hochsym- bolischen Namen:L'homme qui fait son lit sur le chemin de l'enfer" (Mann, der sein Bett auf dem Weg zur Hölle macht) ? Was den Vater Spahn, den Zentriumsführer und wütenden Annexionisten betrifft, so müssen wir ihn:le pere l'espion" = (Vater Spion, übersetzen. Balzac hat ein Kapitel über die feststehende Vorbe­deutung der Eigennamen geschrieben."

Es bedarf kaum der Feststellung, daß die sämtlichen Boche- Namen mit echt sianzösischer Ungründlichkeit d. h. falsch und nach dem Grundsatz:Ter Zweck heiligt die Mittel" übersetzt sind.

Universiiäts-ricsckrichten.

Frankfurt a. M., 18.Okt. Der neue Rektor der Uni­versität, .Geheimrat Prof, von Arnim, übernahm heute bei Be­ginn des Winterhalbjahres 1916/17 die Rektoratsgeschäfte. Die erste öffentliche Immatrikulation findet am 21. Oktober, die zweite am 28. Oktober und die dritte und letzte am 8. November statt. Landrichter Dr. Ha y mann hat den Ruf an die Universität Rostock als Professor für römisches und bürgerliches Recht ange­nommen. Professor Dr. Titze (Göttingen) erhielt einen Ruf als ordentlicher Professor au der juristischen Fakultät der Universi­tät Frankfurt.

& ent, 18. Okt. Am 21. Oktober wird die in eine vlämi- sche Hochschule umgeivandelte Universität Gent durch den General­major von Belgien, Generalobersten v. Bissing dem Lehrkörper übergeben.

«Serichtskaal.

Berlin, 18. Okt. (W. B.) In dem Mordprozeß gegen die Witwe Jda Wie mann, die am 23. Aiärz d. Js. ihre sieben­jährige Tochter Irma getötet und in Rauhenbergen bei Steglitz verscharrt hatte, bejahten die Geschworenen nach kurzer Frage die Schuldfrage nach Mord. Das Gericht verurteilte demgemäß die Angeklagte z u m Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit.

Sricffoflttt der Redaktion.

M«»uhme Anfragen bleiben unberücksichtigt^

G. v. Urofdorfer 5trahe. Leute, die bei der jetzt stattfindenden Musterung für tauglich befunden worden sind, müssen nicht am gleichen Tage einrücken. Sie erhalten einen Gestellungsbefehl hierfür erst später.

Letzte Nachrichten.

Ein englischer Beschwichtigungsversuch.

London, 19. Okt.Daily Chronicle" schreibt iu einem Leitarttkel, daß es nicht notwendig sei, die Landung von Ma­trosen und Marinesoldaten der Alliierten in Athen sensationell aufzufassen. Gemäß deu-Iediuguugen des Ultimatums, das vorige Woche von der griechisck>en Regierung angeiwmmen worden^ sei, haben die Alliierten die Kontrolle über die Eisenbahn von Piräus nach Larissa und über die griechische Polizei übev^ nommen. Eine derartige Kontrolle könne klarerweise nicht ef­fektiv gemacht werden, ohne daß man sich dazu einer gewissen Zahl von Truppen bedierre. Die Landimg der kleinen Truppenmacht, die jetzt gemeldet wurde, sei nur zu erwarten gewesen. Die innere Lags in Griechenland sei chaotisch und den ReservisteTtbünden sei zu viel Freiheit gelassen worden. Das Ziel der Entente ist, dieser Freiheit ein Ende zu setzen und die innere Ruhe wiedetherzustellen. Man solle nicht vergessen, daß, als Zaimis Ministerpräsident wurde, der Körng ein Programm angenommen hatte, wonach ein Parlanrew gewählt werden sollte.

Streik in England.

iH aa g, 19. Okt.Daily Mail" meldet, daß wegen der nicht sofort erfolgten Wiedereinstellung zweier Fuhr knechte, die wegen Diebstahls verurteilt worden warm, 2000 Angestellte der Great Western Bahn einen sogen. Langsamkeitsstteik begvnnenj liaben. Tie Transpottgüter, darunter zahlreiche rasch verderbende Lebensmittel, die nicht nach London gesandt werden könuen, häufen sich ay. Täglich verderben Waren im Wjerte von tausenden von) Psftmd. Die Angestellteir der Lotrdorr und South Western Bahn er­klärten ihre Sympathie und lassen die von den anderen Arbeitern nicht weggesch,afften Waren ebenfalls liegen. Bec der liertt'chenden Nahrungsmittelteuerung in London macht sich der passive Wider­stand, gegen den es keine gesetzliche Handhabe gibt, sehr urrange- nehm berrrerkbar.

Die Karwffelfrage.

Königsberg i. Pr., 19. Oktober. Ter Allensteiner Regie­rungspräsident erklärt im Regierungsblatte, er l-abe die Ueber- zeugung gewonnen, daß bei Anspannimg aller Kräfte größere Mengen Kartoffeln hätten abgeliefert werden können. Er weist die Landräte an, sofort znr Enteignung von M.rtvssAn zu schreiten, wenn die Kartoffelerzeuger nicht irach besten Kräften der Ablieferungspssicht Nachkommen. Ta einige Landwittc zwar den gesetzlichen Höchstpreis verlangten, sich aber für die Anfuhr bis zu zwei Mark für den Zentner zahlet: ließen, sind die Laudräte crw. gewiesen worden, bei derartigen Preisforderungen sofort die gesamte Kartoffelernte des betreffenden Erzeugers zu «tteignm mW außer­dem die Anzeige wegen Preiswuchers bei der Staatsanwaltschcht zu eytatten.