Ausgabe 
12.10.1916 Erstes Blatt
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gtctft bet Ergänzung von Brennstoff, Lebens- mittem nffv. nicht etimtal Gebrauch gemacht Morgen ist. Daß

E»er Msoe der Bereinigten Staaten von Amerika heim­liche Versorgmijgsstellen füi deutsche Unterseeboote ein- gerichtet^»vett>en könnten, wird kein einsichtiger amerika- m ^^ v . Staatsbürger glauben. In auffallendem Gegensatz zu diesen dreien Klagen steht die Tatsache, daß seit Dttegs- begnrn englische Kreuzer amerikanische Häfen be- )P c ^ en u ?^_^ or New Aork z. B. so nahe an die Küste heran- kommen, daß man sie von den Dächern der hoh-en Häuser der ©tafrt mit unbewaffnetem Auge sehen kann.

Amerika und U 53

« Ä5* Dork, 11. Oft. (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuter»chen Bureaus. In amtlichen Kteisen wird die Frage auf Mvorfen, ob Deutschland an der amerikanischen Mste des Atlan-- tischen -Ozeans eine Basis für U-Boote habe. Das Justizdeparte- weni erklärt. Lerne Beweise dafür zu besitzen. Das Marinedepar tement richtete an die Funkeinstattonen die Wlarnung, daß sie ge- sasichsen werden würden, ivenn sie sich nickst der Zensur und den! bestehenden Regeln unterwürfen. Tie Funkenstationen erhielten von dem Marinedepartement den Auftrag, alle Berichte unerwünschten Inhalls aufzuhallen.

Mnniral Gleaves, der das Kommando über die Torpedo- bootsswttille führt, erklärte, daß seine Offiziere alle darin einig irren, daß Sonntag nur.ein U-Boot, wahrscheinlichU 53", ivar. Am Montag suchten die Torpedojäger ver- Erch die Gewässer nach der Besatzung des DampfersKingston" A- Admiral glaubt, daß sich die Leute an Bord eines nach Osten fahrenden Schiffes befinden rmd daß dem Schiffe untersagt worderr »er, drahtlos Nachricht von der Rettung zu geben. Admiral Glear^s erklärte ferner, daß er über die Absichten vonU 53" bn setn^ Abreise von Newport nichts wußte. Er habe erst durch das Nolsrgnal von dem DampferWestpoint" erfahren, daß das U-Boot Angriffe auf Handelsschiffe unternehme. In Offiziers- .^ersen der Marine glaubt man, daß das Unterseeboot nach der Dattgtttt am Sonntag Mangel an Munllion haben muß. Die Gerüchte, daß sich an der Küstt des Atlantischen Ozeans eine Basrs für U-Boote befinde, werden immer zahlreicher Gestern ging das Gerücht, daß in Georgs Bank (südlich von dem Bovgebrrge Code) eine solche bestehe. Der TorpedosägerSamson" erhielt gestern abend den Auftrag, nach der Buzzard-Bay zu fah-

da das Gerücht geht, daß in der Nachbarsck>aft ein U-Boot

An der Strvmafrvnt schwache Pativerillengesechve.

^ dln der ä gar scheu Küste beschoß ein feindlicher Kreuzer tfim Erfolg dve Hohen nördüch Kavalä.

Rumänische Fiuont: An der Donau bei Bidin schwache Artülerretätl gkett. Unsere Batterien brachten die Kindlichen Battr- rren zum Lchweigen.

In dm: Tobrudscha westlich der Eisenbahn Dobric-Nedjide RuHe.^ Oestlich dieser Linie schwaches Artilleriefeuer

An der Küste des Schwarzen Meeres ^schöß ein feindlicher >1 Manyalia.

Torpedojäger die Stadt'

motDit sei. Von den DampfernCameronia" undFre- oenck 8 sind drahtlose Berichte eingelaufen, daß sie sich auf dem Mcffe nach Newhork befinden, aber weit außerhalb der normalen Schiffsroute fahren.

m Rotterdam, 11. Oft. DieTimes" erfährt aus New DE Es beftnden sich etwa 20 Schiffe in der Nähe der gefährlichen Zone. Man ist sin «gjvöjtzter Sorge wegen derC a- V* o tt t a" von der Anchir-Lnie und des französischen PostdanrpfersEspagne" Beide sollen heute hier an- konrnven. Der erste habe etwa 600, der zweite etwa 50 Passa­giere an Bord. Trotz der Gefahr ist der italienische Passaaier- dmnpferDante Aliaieri" mit 400 Passagieren an Bord gestern von hier nach Neapel ausgefahren. Das Schiff ist Jg* ^ ^Dreizollschnellfeuergeschützen auf dem Achter- schtss bewaffnet. Die Kanoniere waren, als der Damvfer ausfuhr, auf ihrem Posten. Die Korrespondenten der englischen Blätter melden übereinstimmend, daß in den Derelmgten Staaten große Empörung darüber herrscht, daß y 16 Pchs<rgrere gezwungen wurden, sich in offene Boote zu begehn. Der Korrespondent derMorning Post" zitiert "WfafcetyJjia Jnqnirer", die schreibt:Die deutschen Mrlrtaristen taten bkt etwas gefährliches, es sei denn, daß sie entschlossen sind, die Vereinigten Staaten § mau3gu M>mt."Boston Jonvncrl" schreibt:Wenn die UdE mittelbar oder unmittelbar Verluste von amerika Mchen Ncenschemeb-en an der nordamerikanischen Mste ver­ursachen, so werden die Bereitnaten Staaten nichts anderes als den Krieg zu erklären. Wilsons Lage ist sehr

Au- Griechenland.

London, 11. Okt. (WTB.) DieTimes" meldet aus Athen: Das neue Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen: Lambros Präsidium und Unterricht, Zalo- caftas Aeußeres, Tselos Inneres, Drakos Krieg, Daminos Marrne, Tsanotouleas Finanzen, Argyropoulos Eisenbahn, Justrz und Handel.

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Feindliche Flieger über Lörrach.

Lörrach, 11. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Heute nacht griffen ferndliche Flieger Lörrach au. Dem Angriff sielen bm Perlonm zum Opfer. Ter Sachschaden ist gering. Militärischer Schaden ist nrcht angerichtet worden. Ein Angriff auf Mühlheim blleb erfolglos.

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Amerikanische Freiwillige an der Westfront.

Genf, 12. Okt. Wie die Blätter melden, wird die kanadische RegreruTig demnächst Die amerikanische Legion", die sich aus tteiwilligen amerikanischen Staatsangehörigen rekrnttert, an die ftanzosische Front schicken. Die amerikanische Legion hat ihre Offiziere und trägt an den Mützen eine Sternen ko karde, ähnlich dem amerikanischen Sternenbanne.

Der Kaiser besichtigt Kämpfer gegen Rumänien.

* '? erI Ä,i L Okt. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser besichtigte im Laufe des Tages Truppen, die auf dem Transport nach dem rumärrischen Kriegsschauplatz das Große Hauptquartier berührten.

Die Verfolgung der geschlagenen Rumänen.

Berlin, 13. Okt. (WTB. Amtlich) Aus dem Großen Haupt- Mieb^ ^ über die dreitägige Schlacht von Kr^nft^dt

Am Westmnde des Geiste rwaldes war die zweite Armee am 5^Oktober zum ersten Male ge^ sich «lf den mm beiderseits Kronstadt ernwt I ? mc!t ' uuksomehr, als sie hierhin nennenswerte Ver- ^ungen herangezogM hatte. Aber bereits am 7. Oktober warben

Ät f m' b lL ^ S^ ttänt>em bes Geisterwaldes

scharf nachdräMenben verbMdetan «Wen getoorfen. Noch am gleichen .Tage drangen diese Ä 8 *? 9 . v»r. tn der die Rumänen hartnäckige Widerstand lerstet^i und durch einen Gegenstoß der Berwlgung ^ 2? LU sttze" versuchten. Am 8. Oktober morgens war der Ra^d ^Kronstadt gewomrew In der Stadt entbrannte ein oier-

Am morgen

ögJL Oftober ftri btc Entscheümng. Ter Feind wich der ^n Westen aus der Rrchdmg.Toerzbürg tDoerezvar) und von

angesetzten doppelten Umfassung. i 0 ? Gebrrge restlos verfolgt Tie bluttaeu Mrlnite des lFnudes waren auch in dieser Schlacht wieder sehr

Unter den erbeuteten 25 Geschützen bffiTiden ftch vier 10 Zerrttmeter-Kanonen. Die in unsere

sind fast alle mit LeL Mitteln, ernige mtt Bekleidungsstücken belüden^

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Der bulgarische Bericht.

Sofia, 11 Ott (W.B.) Amtlicher Bericht vom 10. Ott.

< devonische Front: Zwischen Prespa-See und Tscherna lebhafte Klrttllerretatigttit An der Front Tscherna-Kni«, WUMN wir alle Angrrffe des Femdes durch unser Artillerieseuer,- y2l^l Kr havd) Gegenangriffe, ab. Im M o gl en rc a-Ta le K?^k^^^eseuer. Auf beiden Seiten des Wardar Ruhe. mm Fuße der Belaste« schwaches Artillerieseuer. An der x ^ ma ^^ xx>nt Patrouillengeftchte. Au der ägäischen Mste 'lebhaftes Kreuzen. ,

Längs der Donau und in der >Ddbrudscha Ruhe. Au der Mste des Schwarzen Meeres beschossen füns russische Kriegsschiffe den .Hafen I n i a d a. Auch die Doyen um Tatladjeköj wurden von der feindlichen Flotte beschossen

ILO® 5 - Amtlicher General-

An der mazedonischen Front vom Prespa-See bis zur Cerna swwachx Arttllerietätrgkeit. Im Cerna-Bogen das gewöhnliche Ar- E etl eseuer, das von Mt zu Mt stärker wtztrde'. Nördlich und nordöstlich des Dorfes Skotchivrr nahmen Wir das Dorf Brvd Eer und wresen mehrere Nachtangriffe ab. Auf den Hängen der ^ri^ben »vir ztvei scindliche Kompagnien, di« ^^obwpols vorzugehen versuchten. Im Mocleuica-Tal die gewöbickiche Artillerie- und Mmeutätigkeit.

des War dar »chlvaches Artillerieseuer unb Gefechte

Sto oerTi? t ? fl : en AbteilnngM. Bei dem Dorfe .Hadiibatoi^ Achteten Mir durch Feuer und einen Bajonett- IW 4 & £ Xt <$ e Kompagnien. Oestlich des War-

Kano^sÄseH^ ^ P'lanin« stellenweise «rein-elto

Der Seekrieg.

Der versenkte Truppentransport.

\ n r ' H (WTB. Nichtamtlich.) Zur Versenkung derGallia" meldet .Llemps", daß die Zahl der Opfer dadurch vermehrt wurde, daß der Torpedo in den Vorrats- rammern am Heck explodierte. Nach einer Meldung des Kriegsministeriums befanden sich an Bord das 35. Infan terre-Regiment, ferner die Landwehr-Regimenter Nr. 55, 59, ^3 und dre 5. Tvain-Schwaidrvn^ außerdem 13 fra.nzösische .Rttttars verschiedener Einheiten und eine serbische Truppen- aoteilung.

Die Versenkung norwegischer Schiffe.

' 11 - Okt- (WTB. Nichtamtlich) Meldung des ^wrwegiichcu Telegramm-Bureaus. Da in letzter Zeit eine Reihe Schiffen von deutschen U-Bootett w ^ ? buk t Worden sind, sind der Presse vom Minister

^leußern folgende Mitteilungen zugegangen: t norwegische Regierung hat bereits Verhandlungen mit der

SL euigeleitct und wird dies auch künftighin tunl

wegen aller Falle, wo nach Erkundigungen der norwegischen Re- ^ernng gegeii die Pflicht verstoßen wurde, unter allen Umständen Personen, welche sich an Bord der Schiffe beftnden, in Sicherheit zu bringen, bevor das Schiff versenkt wird. Alle Fälle von Vier- Schffft, welche letztlftn stattgefroiden haben:, hmlängliche Rücksicht

auf die Sicherhell der Besatzungen genommen worden ist, werden! genau von der Regierung untersucht. Die Regierung »vird dann in J lct) ver Anlaß dazu hevaussteltte, aufs neue Rutschen RegErung vorltellig werden »vegen der Außer- völkerrechtlichen Bestin.mnn^

11 0rt (WTB.) Vom 30. September bis §um 5. Oktober versenkte eines unserer Untersee­boote nn englischen Kanal fünf feindliche, be- zrehungsweise mit Bannware beladene neutrale Han- Tonnen 1 ^ C e ^ nem Ges am tto nnengehalt von 5575

Kristiania, 10. Okt. (WTB.) Meldung des Norske Telegrambyran. Bis heute betrugen die G e s a m t v e r - lüfte Norwegens 171 Schiffe von zusammerr 235 000 Tonnen und die Versicherungssumme 84 Millionen Kronen Moglicherlverse 140 Seeleute fanden bis zu diesem Zeit- punkt den Tod. In den Häfen Nordnorwegens liegen zurzeit 6 biv 8 Schiffe, dre Isür die Mittmianhäfen besttmmt sind iJlrL a £$^S. lten worden: neue Befrachtungen finden Nicht statt. Dre Kriegsversicherunjg! zeichnet bis aus tveiteres kerne Versicherungen für diese Gewässer.

m ^ -i V Okt. (WTB.) Der norwegische Dampfer ,,£81 r l rft un Mtttellneer auf der Reffe nach Marseille tvr v e d i e r 1 ivorden. Die Msatzung nmrde gerettet.

Von Bcndö hatTwens TeM" die Nachricht erhalten, daß DampferAstoria" (4262 Tonnen) 40 Seemeilen außerhalb Nordskyn am 9^ Okwber 7 Uhr mvrgens von einem Tauchboot versenkt wurde. Die aus 16 Maun bestehende Be satzung umrde gelandet. ^

A«O Stadt und Land.

Dießen, 12. Oktober 1916.

Kartoffelernte.

Vom Lande schreibt man uns:

Tie Kartoffelernte ist größtertteils geborgen. Manche Sorten llewrn einen guten Ertrag, während aridere »nieder recht gering« (H:ttage ^gcben Tie Bodenverhältnisse »'pielarr dveses Jahr auch cme große Rolle. Auf stach gelegenen urrd feuchten Aeckern wird die Arbeit des Landmanns schlecht gelohnt: auf trockenen, durch­lässigen Böden sind die Kartoffeln grtt geraten.

In der Wetterau kann die Kartoffelernte als gute Mittelerrtt« bezeichnet werden; in den meisten Gegerrden des Vogelsberqes ist das, Ernteergebnis sehr gering. Wenig Kartoffeln ernten auch die- lerngen Laiidwrrte, die berells zum 4., 5. oder 6. Mal ihre Kar- als Saatgut ver»oenden; es sollle jeder Bauersmann daraus bedacht »ein, daß er miiidestens alle drei Jahre die Sorten! wechselt und neue, in anderem Bodeii geioachsene Kartoffellt »teckt. Dies wird von sehr vielen Bauern noch nicht genügend be­achtet.

Hier und da beginnt die Einerntung der Hackfrüchte. Vor- aussichttlch kommen sehr viele Rnnkeln zmn Verkauf. Gut ge- valen sind auch die Zuckerrüber. Trotzdem ja der Zuckerrübenbau! emge»chräntt worden ist, dürfte infolge dev Zuckert-erteilungsr- regelung eine Znckerknappheit nicht eintreten.

.. Die Herbstbestellung hat begonnen; die Sämaschinen Nnd in Tättgkert. An Grünsutter mangell es nicht; der Stop- pel> klee hak, t eine sehr sellene Ersckieiming Köpfe. Einen Stand zeigt auch der Raps. Tie Schlagmühlen siird nt ^angreü, und manche Bauerssamilic kann sich freuen, daß deM ^.elkrugleiii nicht mangelt. Von 60 Psstmd Samen, die ja be­kanntlich v<der Samenzüchter für seinen Haus7)all verivendeni darf, gibt es 9 bis 10 Liter Oel. Jeder Landlvirt, der es einiger- matzni errnöglichen konnte, hat deshalb Wintersainen gesät.

.^n den Buchenwäldern liegen die Bucheckern wie gesätt Emsige Frauen- und Kinderhände sind nrll dem Auslesen beschäf- ttgt. Das Bucheckernöl ist noch ans Großvaters- imb Großmutlers- ägitot {Kicnu tt. Es tuiLtbe haupffächlich. da es elli sehr gittes Oel Pt, Zum Kreppelbacken benutzt. Auf das Sammeln der Obst- ^rne und Roßkastanien sei auch hingewiesen. Die Weißdorn-- ^ behängen, Holunderbeeren geben einen

guten Gelee. Die Hagebutten wollen auch nicht vergessen sein Sammele tedes,, dem es die Zeit erlaubt: Buch­eckern, Obitkerne, Roßkastmiien, Mehlbeecen, Holunderbeeren mtb! Hagebutten und liefere sie an eine Sammelstelle ab? Dann wird un»er Vaterland wirtschaftlich gestärkt, und die Aussichten unseres Erzsemdes, der Engländer, tverden immer trostloser.

<- < Da»nim, d eutscheSchuljngend, betätige dich m vater- lancn»a>em (Stirne und s a m me l e!

Am dem Reiche.

König Otto von Bayern f.

München, 11. Okt. (WTB.) Die Korvespvndenz Hofft mann meldet: König Otto von Bayern ist aestern unter Magenblutungen erkrankt. Der Zustand ist mtft München, 11. Okt. Mnig Otto ist heute abend 8.50 Uhr rn Fürsterrrted gestorben.

König Otto war am 27. April 1818 als der zweite Sohn des Königs Maximilian II. und der Prinzessin Marie von Preußen geboren. Ms junger Prinz von 18 Jahren nahm er nn Hauptquartier seines Oheims, des Prinzen Karl von Bayern, an dem Feldzug 1866 teil; im Feldzug 1870 war er im Großen Hauptquartter Kaiser Wilhelms I. An der Käiser- proklamation in Versailles nahm er in Begleitunig seines Oherms, des späteren Prinzregenten Luitpold voii Bayern, terll Damals schon, aber noch stärker und deutlicher im Jahre 1872, zeigten sich bei ihm gieisttge Störungen, die es nottg machten, ihn einer sorgfältigen ärztlichen Ueber- wachung zu überantworten und ihn von der Oefsentlichkeit tunlichst auszuschließeii. Er bekam zunächst seinen Aufent­halt im Bayerischen Wald, in Ludwigstal, später in den Königlichen Schlpfferii zu Schleißheim und Nymphenburg. Vom Fähre 1883 cch war Fürstenried sein ständiger Aufent­halt.

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.B>(enlin, 11 Oktober. (WTB.) Der Aeltestenrat des Reichstages ist vor Beginn der Vollversammlung zusaniwen- getreteii und erntgte sich dahin» in dieser Woche drei Voll-- versa m wl n n g«n abzuhallen Nrll den Tagesordnungen Aus­wärtiges Ami und kleinere Gesetzmttvürft. Der S«mstag soll ätzuirgsfter bleibet, da die ReichstagAlnitglieder an diesem Tage die charllativen ^Krregseinrichtungen der Stadt Berlin besichttqent tt Die nächste Woche soll für den H a n p t a u s s ch ü ß reigelassen werden und zwar zur Beratung über GtnälwuNas!- wagn,-und rn der Deitffchrift über »virtschaftliche Maßnahmen! erortette Materten der übernächsten Woche sollen die Voll­versammlungen wieder entsetzen.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 7. Ottober dem Obettehrer i. R. Geh. Schulrat Eduard Wirnter zu Darmstadt die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse dev Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Der Gr ob Herzog hat a»n 7. d. M. dem Obersteuerinspettor Finanz- rat Pull mann zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme uiw zum Tragen des ihm vom Kaiser verliehenen Roten Adler­ordens vierter Klasse erteilt.

"Auszeichnung. Leutnant d. Res. Joseph K ü b e l von hier, der rm 8. Rhein. Fuß-Art.-Rgt. im Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

** Maßregeln zur Siche ru na der M armeladen- c r z e ugun g. Ter Präsident des Kriegsernährungsamts hat die zuständigen Behörden ersucht, Taseläpfel von der an geordneten Beschlagnahme der Aepfcl sreizngeben und dabei besttmmt, daß als Tasclapsel ausschließlich gepstückte, sortterte, in festen Gefäßen verpackte Aepftl anzuseheii sind. Wo Tapseläpfel ohne besondere Verpackung ortsüblich in Kähnen verladen werden, kann die untere Venvaltungsbehörde diese ausnahnrsweffe als Taseläpfel aner- kennen. Zugleich hat der Reichskanzler für geschüttelte und Fall­apfel einen Erzeugerhöchstpreis von 7,50 Mk, für gepstückte Wirt- sstaftsapsel erneu solchen von 12 Mk. vorgeschrieben. Beim Ber- kaus durch den Kleinhandel erhöhen sich diese Preise um 5 Mk für den Zentner. Tie Spannung fft absichtlich gering bemessen, damit die Aepsel nicht dem Kleinhandel, sondern der Industrie zugeführt werden. Um den Verhältnissen einer angemessenen Ueber- gangszeit Rechnung zu tragen, ist gleichzeittg bestimntt, daß dieser Kleinhandelspreis erst am 13. Ottober in Kraft tritt. Die Preis­bestimmungen finden ihre Ergänzung in einer in der Verordnung vorgesehenen Enteignungsbesugnis bezüglich solchen Obstes. Diese Maßnahmen waren neben der Ausrschterhaltung der Beschlag- nähine der Schüttel- und Wirtschaftsäpsel unvermeidlich, weil die Anlieferung von Aepseln für die Marmeladcnrindustrie noch well hinter dem Bedarf zurüchbleibt. Es ist noch nicht einmal der Rohstoff für deti Heevesbedars an Aiarmelade, geschweige denn für den Bedarf der Groß- und Industriestädte, sich,ergeMlt. Diese Sicher­stellung ist aber unbedingt notwendig, damit nicht bei der herrschen­den Fettknappheit unmittelbar unerträgliche.Zustände im nächsten Winter eintreten. Es ist bedauerlich, daß die Bevölkerung wenig! oder gar keine Wirtschaftsäpsel für den eigenen Gebrauch er­halten kmtn, sie muß aber verzichten, da die höheren allgemeinen Interessen vorzugehen haben. Es ist zu hoffen, daß durch An­ordnungen der Landeszentralbehörden auch die noch seiend« Aepsel menge bald aufgebracht wird.

** Der Kartoffelzusatz im Roggenbrot bleibt. Durch dre Blätter ging eine Meldung, die dre Wiedeveinführimgj eines reinen Roggenbrotes in Aussicht stellte, da einerseits ge­nügende Reserven an Roggen und Roggen»nehl vorhanden seien, andererseits mit einer Knappheit an Kartoffeln gerechnet werden müsse. In der Berliner Bäckerinnung sollten berells Mittetlungxn darüber gemacht worden sein; und zum weiteren Belege wurde ein Bescheid des Kriegscrnährungsamtes angeführt, der im Junis auf eine Beschwerde eines Hermsdorser Blirgers erteilt worden war und Mitteilung von Erivägungen machte, die damals üb«! den Wegfall des Kartoffelzusatzes zum Brot im Gange waren. Um kerne Jrrtümer auskvmmen zu lassen, muß darauf hingewiesen werden, daß jener Bescheid vonr 26. Juni inzwischen veraltet rft- Der Kartvffelzusatz bleibt. Es hat sich nicht als zweckmäßig erwiesen, ihn in Fortfall zu bringen.

** Anmeldung von Angehörigen verbÄndeter u nd fremder »DtaevteN Es wird nochmals darxruf hinge- wiesen, daß Angehörige verbündeter und neutraler Staaten beim Wechsel rches Aufenthaltsortes sich sowohl bei ihrer Abveift wie bei ihrer Anttmft bei der Polizäbehörde innerhalb der vvrge- schriebenen «Frist zu melden haben, und daß diese An- und Ab- Meldung^ auf dcm Pässen vermerkt sein muß. In Zukunft werden alle Per»onen, die hiergegen verstoßen oder die ohne Pässe ange- troffen werdqn, sofort in Haft genommen.

Stadttheater. Llus dem Stcchttheaterburvau wird mit- geteilt: Die morgige Vorstellung des VolksstückesWo die <3.!^*1/0^ nisten" gibt noch verschiedenen neuverpstichteten Mitgliedern Gelegenheit, sich in größeren Rollen einznsühren. p 0 hat Herr Steinmeyer, der neue jugendliche Konnker m dem,Miops" eine stücktragende Rolle, und auch die »reue Naive Frl. Kall mar (vordem am neuen Theater in Frankfurt) kann ich rn einer bedeutenderen Aufgabe zeigen. In erster Linie rnd außerdem beschäftigt die Damen Delosea und Scheidler, sowie die Herren Goll, Falken, Theilig und Werthmann. Die Neuhell hat sich bisher überall als sehr wirkungsvoll erivieseu, in den letzten Tagen wiÄ>er am Hoftheater in Deffau.

** Radsahrverkehr. Es wlld nochmals darmff hin­gewiesen, daß die bis 1. Ottober einschließlich nicht frviivillia abgelieferten Fahrradbereisimgen bis spätestens 15. Ottober bei dem Oberbicrgermerster der Stobt Gießen nach bestimmten Vvr- druck angenreldet welchen ntt'ffsen;

** Kohlen und Kartoffeln. Hmlshaltungsvorständen deren steu^crres Einkommen 900 Mark nickst übersteigt werden Koisten ärnd Kartoffeln auf .Antrag zu ermäßigten Preisen ae- Blickte 33efanittmacrjlllt9 bL ' § Oberbürgermeisters im feutim

** Eine Bekanntmach u n g im heutigen Blatte reoelt die Futtermengen und die Beschaffung beS Hqfers. "gelt