Nack dem „Tally Telegraph" ist er einer der ersten Philo 'apyen und AlchaUogen Griechenlands. Er hat bis jetzt noch keine Holllrsche Rollt geipielt. Er gilt als deutschfreundlich, soll aber M -symspachren für Italien <?! haben. Wahrscheinlich ward A l e x a n d ropn l o s Winister des Aeubern werden. Er war -früher Gesailvderin Belgrad mib Geschäftsträger in Konstanti ßwvel- Werter wird in das Kabinett vermutlich Professor An drindes emtveten, der ebenso wie Mexandropulos der Entente ^nreigt.
Die Italiener auf dem Balkan.
Amsterdam, 9.Okt. (WTB. Nichtamtl.) Die „Mvrningl Post berichtet aus Athen vom 7. Oktober': Die Italiener besetzen ruuner ausgedehrrtere Strecken von Epirus. Die ganze! Strecke gegenüber der Küste von Korfu ist in ihrem Besitz. Das in ^anrrra stattonievte 5. griechische A.-K. macht sich abmarschfertig
Der Seekrieg.
Deutsche N-Boote an der amerikanischen Küste.
Newport, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Vom Nantucket-Leuchtschiff wird berichtet, daß neun S chiffe versenkt worden sind. Drei U-Boote seien an der Arbeit. Ein Passagier des Dampfers „Stephano" hat erzählt, daß nach den Aussagen der Offiziere des Dampfers dieser von dem U-Boot „61" an gehalten ivurde.
i. Köln, 10. Okt. Vom U-Bootkrieg an der amerika irischen Küste meldet der Washingtoner Korrespondent der „Köln. Ztg." unterm 8. Oktober: Bis zur heutigen Mitter nachtsstunde sind schon 6 englische Schiffe als versenkt gemeldet worden, die aus amerikanischen Häfen ausgelaufen waren. Drahtlose Hilferufe laufen den ganzen Tag über ein. 17 amerikanische Zerftörerboote sind -zur Hilfeleistunga usgelanfen. Die Aufregung ist ungeheuer Zahlreiche Schiffe lvurden zurückgerufen oder sie wurden ausgefordert, auf See ihren Kurs zu ändern. Botschafter iBiernstorff erklärte, die Aufgabe von U. 53 sei, die Schiffs transporte der Miierten zu hemmen.
New York, 8. Okt. (WTB.) Der britische Dampfer ,^trathdepe", auf der Fahrt von New Jork nach-Bor deaux, wurde torpediert; 20 Manu der Besatzung wur -den von dem Nantucket-Leuchtschiff ausgenommen. Eine ! amerikanische Zerstörerflottille verließ New Port, um sie an fLcmd zu bringen.
B o st o n , 8. Okt. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bei der hiesigen Marinewerft traf ein drahtloses Telegramm von dem britischen Dampfer „Westpoint" : ctn, in dem gemeldet wird, daß der Dampfer in 40 Grad [25 Minuten nördlicher Breite und 69 Grad westlicher Länge [von einem Tauchbootangegriffen wurde. Nach einem Arivattelegramm wurde „Westpoint" torpediert und befindet sich in sinkendem Zustande. Die Besatzung war in die Aoote gegangen. Die Stelle, wo der Angriff stattfand, liegt um der gewöhnlichen transatlantischen Route.
Boston, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- iterschen Bureaus. Der britische Dampfer „Kingston" ist ver- -fenft worden. Ein amerikanischer Zerstörer rettete die Besatzung. »Ern anderer Zerstörer rettete die Besatzung des Dampfers „W e st- bmnt". Ter Dampfer „Stephano" hatte zwischen 80 .and 90 (Passagiere an Bord, meist Touristen, die von Neufundland nach i'New York zurückkehrten.
New York, 9. Okt. ^WTB. Nichtamtlich.) Meldung des 'Reuterschen Bureaus. Die Blätter berichten, daß der nieder- klündrsche Da mp per ,Bl om m c r s d i i k" und der nor- wegis che D ampfer „Christian Knud s e n" an der Küste 'von Massachusets versenkt wurden. Tie Besatzungen sind ge :rettet worden.
Ein
lich vollbringen. Möge es Eurer Majestät vergönnt sein, in nicht allzu ferner Zeit allerhöchstdero Volk auch die Segnungen oes Friedens wieder vermitteln zu können und möge dieser alle Opfep lohnen, di? Fürst und Volk in diesem schweren Kriege dem Vater lande darbringen. Ich habe wseinen auferoroentlichen Gesandten; und bevollmiächttgten Minister an allerhöchstdero Hofe, den Wirk lichen Geheimen Mt Freiherrn von Seckendorfs, beauftragt, Eurer Majestät dieses Handschreiben zu überreichen unv dabei auch mündlich den Enip-sfindungen Alp so ruck zu geben, die mich der diesem freudigen Anlaß beseelen, insbesondere aber Eure Majestät miss neue der wahren Hochachtung mtb Freundschaft zu versichern womit idi verbleibe
Großes Hauptquartier, den 1. Oktober 1916.
m. p. Eurer Majestät freundwilliger Vetter und Bruder
(gez.) Wi the ckm I. R.
Au des Königs von Württemberg Majestät.
Stuttgart, 9. Okt. (WTB.) Der Reichskanzler hat folgendes Telegramm an den König gerichtet:
Eurer Majestät bitte ich zum 23-jährigen Regierungsjubiläirm meine ebrfurchtoollsten Glückwünsche zu Füßen legen zu dürfen. Dem Reich allezeit ein treuer Bundesfürst, Württemberg ein weiser Landesvater, haben Eure Majestät an dem glänzeirden Aufschwung beider vor dem Kriege hervorragenden Anteil. Ter Feind hat uns den Aufstieg mißgönnt. Heute stehen alle.streitbaren Söhne Wärt tembergs Mit den aller deutschen StämMie in hartem, heldenmütigen Ringen um Deutschlands Zukunft. Möchte Gott der Herr in seiner Gnade diesen Kampf bald zu einem für uns glücklichen ruhmreichen Frieden führen, gefolgt von neuer Wüte alter Teile des Reiches', und möchte es Euerer Majestät vergönnt sein, alsdann noch lange Jahre hindurch diesen neuen Auffchwung in segensreicher Regierung zu fördern.
Euerer Majestät untertänigster Reichskanzler.
, von Bethmann Hollweg
Ter König antwortete hierauf:
Eure Exzellenz bitte ich. meinen wärmsten, herzlichster Tank empfangen zu wallen für die überaus gütigen Worte, welche Sie aus Anlaß meines Jubiläums in mich wahrhaft beglückender Ge- intuung an mich gerichtet haben. Wtnn es mir vergönnt war, mit Gottes Hilfe einiges zu erreichen für meines Landes Wohlfahrt, wie für unseres Herrlichen, großer: Vaterlandes segensreiche Entwicklung an meinem schwachen Teile beizutragen, so ist Zweck und Ziel meines Lebens erreicht. Daß meine tapferen Krieger an der eite ihrer Kameraden alkerndeutschen Stämrne in West und .Ost, zw Lande und zur See ihre Schuldigkeit getan und die Zufriedenheit unseres Obersten Kriegsherrn erworben haben, ist mein Stolz und Glück. Gott gebe nun einen baldigen, ehrenvollen, die Segnungen weiteren Fortschritts uns verbürg c nd en J?t i c beu. Er leite dabei Euere Exzellenz, auf dessen w eise Führung i ch au ch fest vertraue. In der Hoffnung, daß Eurer Exzellenz erprobte und bewährte Kraft uns noch lange erhalten bleibe.
Ihr ganz und verehrungsvoll ergebener
Wilhelm
Aus dem Mchs.
ReichshnuShaltsausschuß des Reichstags
trat am Montag nachmittag in die Beratung der A utr ä g e a Einsetzung von Ausschüssen für auswärtige Pol t i t, ein. Na cf { der B'grü ndung der n at i o n a l l i b e r q l e n u
Der
Pasiaqierdampfer mit Amerikanern an Bord angehalten und versenkt.
St. John s (Neufundland), 9. Okt. (WTB. Nichtamtl.) [Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer „Ste- »phano" (3449 Tonnen) ist in der Höhe von New York ltorpediert worden. Dreißig" amerikanische (Passagiere, darunter vier Frauen, befanden sich an Bord des Schiffes. — Nach Lage der Dinge kommt ein Tor- lpcHieren, das heißt eine Versenkung ohne vorhergehende Marnung, nicht in Frage. Das Schiff wurde vielmehr zwei- lfeUos von „U. 5 3" im Kreuzerkrieg angehalten, aufge (bracht und, da es nicht eingebracht werden konnte, versenkt nachdem die Passagiere und die Besatzung in Sicherheit 'ivaven.
:Eiu französischer Truppentransportdampfer versenkt
Paris, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der .„Agence Havas". Der Transportdampfer „Gal stEa" (14 966 Tonnen), der ungefähr 2000 französische und .serbische Soldaten beförderte, ist am 4. Oktober von keinem Unterseeboot versenkt worden. Die Zahl (der Geretteten beträgt, sotveit bis jetzt bekannt, 1362 Mann -Das Torpedo rief eine Explosion in der Munitionskammer hervor und zerstörte die Funkenstativn, wodurch das Schiss vo njeder Verbindung abgeschnitten war.
*
Bern, 8. Okt. (WTB.) Der „Matin" meldet aus Brest: |21 Ueberlebende des torpedierten englischen Dampfers ,^le of Hastings" kamen in Brest auf dem Dampfer „Rrsholm" an. — Der norwegische Dampfer „Trinitas torpediert worden. 24 Mann wurden von einer (.Fischerbarke gerettet.
L o n d o n , 9. Okt. (WTB.) Lloyds meldet aus Amsterdam: Der britische Dampfer „L a n t e r n e" ist a e s u n k e n Lo ndon 9. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds glaubt, daß cher englische Dampfer „Jupiter" (2124 Tonnen) versenlkt
worden ist.
3nnt Reglerungsfubnäöm der Königs
von Württemberg.
.. Stiuttgart, 9. Okt. (WTB.' Zu seinem Regierungs lubrlaum echrelb wie der „Staatsanzciger" meldet, der König Mücllcünsche vom Kaiser und sämtlichen Bundesfürsten und freien .Stiften, sowie vom Kaiser von Oesterreich, der Königin »er Niederlande und der Großherzogin von (Luxemburg.
Das Ha ndschreiben des Kaisers hat folgenden Wortlaut:
Durchlauchtigster Grvßmächtrgster Fürst, freundlich lieber ^Vetter und Bruder!
r Zur Feier des 6. Oktober, als des Tages, an welchem Eure »Majestät vor 25 Jahren die Regierung über das Königreich ^Württemberg angetreten haben, ist es meinem Herzen ein tiefes .Bedürfnis, Eurer Majestät meine innigsteil Glück- und Segens- Dcunsche zum Ausdruck zu bringen. Dem Reiche ein treuer Bundes- ,'fürst, mir selbst ein lieber Freund, iyahm Eure Majestät in den lvergaugeuen Jahrzehnten mit sorgender Hand und in segensreicher sArbeit die Geschicke Württembergs geleitet. Nicht allein das eigene Volk, dessen Wohl und Wehe enger als je mit Eurer Majestät erhabener Person verknüpft ist, erkennt dies dankbaren Herzens ! Mi, sondern weit über die Grenzen des Landes hinaus bringen) i^llichlaRds 7<fürfteii und Stämme Eurer Majestät die herz- 'Nchisdei, Wüiisch^ für eine fernere lange und segensreiche Regierung, cwr. -tobet kann ich nicht unterlassen, der hervorragenden skaten zu gedenken, die Württembergs Söhne in den
Oü denÄhl achneLem in West und j Parlament mü|)cn acrrcimt gepai
1 n ***&%& mw UuÄVMv vollbvaM hchqn Md «och Uw fanlex ocMndete Grundsatz t
li- und
r t) N r i t t l x ch e n _ Anttäge erklärte ein Z nt truNisre d -« er: Ein Beirat für das Auswärtige Amt sei ettvas ganz anderes, als der in den vor liegendst drei Anträgen geforderte Au ss chu ß. Von eineni Beirat könne keine Rede sein. Ein solcher lm'irde selbständige Beschlüsse fassen^ diese. Frage scheide aber. aus. Cs baüdle sich iiur um einen besonderen Ausschuß oder um eine erweiterte Behandlung auswärtiger Fragen im Haushalisausschuß. Die Heranziehulig frühererStaatsmäiiner mid Diplomaten würde eine Ant L e ich e it kam me r sein. Der Redner wirft die Frage auf, o§ besondere Ausschüsse vorzuziehen seien ober" ob her Haus- bairsai(sschus) selber die Kontrolle ansüben solle. Die auswärtigen An ge legen hei teil gehörten in den Haushaltsausschnß: denn dieser Ausschuß lei der M i t t e l p u n kt des parla men tar i sch eti Lehens imd müsse es feilt. Ein solcher Mittelpunkt, ein solcher leitender Ausschuß sei dringerides Bedürfnis. Auslvärtige und innere Politik dürsten^ nicht getveirnt werden, sie gehörten zusammen in dieselbe Kommission, getrennte Behwchlung sei nicht möglich Trenne man sie, so hattni die beiden Sonderausschüsse auch zu- sanlmengeuvmmen nicht die gleich' Bedeuttmg wie der einheitliche Ausschuß. Man könne ja den Haushaltsansschuß in Nebenaufgaben nitlasteu. Notwendig sei, daß der Ausschuß namentlich in politisch hochgespannten Zeiten jeder Zeit mü der Regierung tri Verbindung tretest könne. Hierfür müsse ein Weg gesunden werden, im Frieden aber nainentlich in Kriegszeiten. M^an brauche nur die Ermächti gung auszuspreckfen, daß der Hausl-altsausschuß auch ohne,das Pleiiuni zusammentreteii dürfe. Er habe dam: nicht forrncsic! Beschlüise zri fassen, sondern iiur Jnsorlnationen zu sammeln Und Beschlüsse des Plenums vorzubereiten. Sei der Reichstag ge schlossen, so falle damit allerdings auch der Hanshaltsausschuß fort: während einer Vertagung könne dagegen der Ausschuß anstmidslos zusämmenttcteii, wenn der Reick>stag die Ermächtigimg dazu erteilt hat. Weiter willdas Zentrum nichtgehen. Der Reichskanzler könne nach Schließung des Reichstages den Zusammentritt des Ausschusses uur veranlassen, wenn dieser vorher durch ein besonderes Gesetz ermöglicht worden sei.
Ter Staatssekretär des Au sw artigen Amtes erklärt, daß die Regicriing vollkommen die Wünsche des Reichs tages verstehe. Kein Parlament werde so gründlich über auswärtige Fragen inform ie r t, wie der deiitsche Reichs tag. Jeder Abgeordnete Chatte die von ihm gewünschten Jnsor mationerl, weim er sich ins Auswärtige Amt begebe. Andere Regierungen informiertni ihre Parlanrente weit weniger tfrt'ind lich, als dies bei uns geschehe. In Frankreich herrsche Absolutismus und Terrorismus der Regierung. Der Haushalttmgsausschuß reick>e für die vor geschlagenen Ausgaben nicht ans. Welche Funktionen wolle man aber den Sonderausschüssen gebet: ? Die Verantwortung bleibt trotz alledem bei der Regierung. Wichtige Entschlüsse müssen schnell gefaßt werden: höre man erst den Ausschuß an, .so sei es nackfher zu spät. Letzten Endes käme allles nur auf E r t e i I u- n q) von Informationen hinaus.
Was die nationalliberale Partei wünsche, sei eine Art Mitregieren des Par l a m e n t s, hiergegen sprächen aber z a h l * lose Be denken. Gerade bei den wichtigsten Eittscheidungien sei schnelle Entschlußfähigkeit notwendig, free nrirke der Ausschuß hemlnend.
Ejn Redner der Soz. Arbeitsgem. weist auj^ die sozialdemokratischen Aiiträge aus ,deM,J^abre 1908 .hin. Wären diese seinerzeit angenommen worden, brauchste män sich heute mit der ganzen Frage nicht zu befassen. Ter Redner hez-eichnet die vorliegenden Anträge als V er leg enhei t s p ro d i: kte. Der Redner spricht sich für den Zentru m siantra g aus, ohne an seine Wklkungen optimistisch' Hoffnungen zu knüpfen.
Ein Redner der sozialdemokratischen Fraktion ist der Ansicht, der Haushaltsausschuß sei der geeignete Platz für Du Beratung der auswärtigen Politik, denn er ist gewissermaßen d c r Reichstag i nt Kleine n. Der Redner ist gegen einen e s o n d e r e n Auss ch u ß für die auswärtigen Angelegenheiten. Von einem Staatsrat für auswärtige Angelegenheiten ver- preche sich die Sozialdemokratie nichts.
Ein konservativer Sprecher hält die versassungs- rechtliche Darlegung der Regicruitg für Uitansechtbar. Der unbefriedigende Zustand liege darin, daß man in Aeußerungen über die auswärtige Polittk vielfach behindert sei. Der Redner erklärt bie liberalen Anträge für unannehmbar, das gle ich e gelte aber auch von deni Zentrumsantrag. Bei eister Ansprache mit den leitenden Stellen käme nicht viel heraus: geteilte Verantwortung sei vom Uebel. Die Reichsleitung tue doch schließlich, was sie für gut hielte. Exekutive und I Parlanient müssen getrennt gehalten werden. Ter vom Reichs-
' reiß Bah« jedem Tüch-,
t t g en" f e t doch bei uns wohl j a>o u durch^eführr^ wie Limite man in der auswärtigen Politik dulden, daß der weniger Tüchtige dem Tüchtigen ins Handwerk pfusche!
Ein Redner der Deutschen Fraktion hält den Z c n 1 r u m s a n t r a g für den richtigen; es fehle an Männern, die sich dauernd den Arbeiten eines Sonderausschusses widmen köirnten. Man könne doch auch den Haushaltsausschuß nicht von den Beratungen der auswärtigen Politik ausschließen, so hätte man, wenn ein Sorrderausschuß beschlossen würde, zwei Ausschüsse nebeneinander.
In der Abstimmung werden die liberalen Anträge abgele,huch, dagegen lvird der Antrag Gröber (ZtrZ Kegen die Stimmen der Konservativen angenomme
Nach Erledigung dieses Punktes werden die Verhandlungen fortgesetzt. In den weiteren vertraulichen Beratungen ergrisi der Reichskanzler von Bethmann Hollweg das Wort zu längeren Ausführungen. Die Verhandlungen wurden bis 6y,> ?lhr abends fortgesetzt: dann vertagte sich der Ausschuß auf Dienstttg, 9 Uhr vormittags.
Das Zentrum und der U-Bootkrieg.
Berlin, 8.Okt. Tie Zentrum- Parlaments-Cor^ respondenz schreibt: In einem „Reichstag und die auswärtige ffsolitik" küberschriebenen Arttkel behauptet der Berliner Lvkabi 'Anzeiger Nr. 516 bolm 8. Oktober, die Frennde der bekannten^ „Rücksichtslosen" in der Kriegführung gegen England hätten „aus dem Zentrum bedeutenden Zuwachs erhalten", svdaß sie Aussicht hätten, die Mehrheit des Reichstages für ihren Standpunkt zu «gemimten. Diese Deutung, welche der Berliner Lokalanzciger der Stellnngnahmc der, Zenttumsmitglieder im Haushaltsausschusse «gibt, ist, wie nur auf das bestimmteste versichern können, nach allen Richtungen völlig Unberechtigt. 2'ie Erklärung des Zentrums und die Stellungnahme seiner Acitglieder im Ausschuß, die, wie wir ausdrücklich hervorheben 'möchten, durchaus einbeitlich ist, ist nur in der Richtung zu deuten, die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers bem Reichstage gegenüber festznlegen ^ür die polittsche Seite der Frage -des rücksichtslosen U-Bvotkrieges. Für die Beurteilung der militärischen Seite der ganzen Frage kann natürlich nur die Oberste Heeresleitung, also letzten Endes Hindenburg, maßgebend sein. Aus dreier Haltung der Zentrums Mitglieder des Ausschusses aber eine Annäbernng an jene Gruppe, die unter allen Umständen den rucklichtslosen U-Bootkrieg verlangen, m folgern, das geht denn doch, nicht an. Das Zentrum wird im übrigen, wie schorr so oft, so auch hier den ehrlichen Versuch machen, die innere poki-- tische Geschlvfseuheit des iReickMages aufrecht zu erhalten und zwischen iden einander ander strebenden Anschauungen zu vermitteln.
Aus Stadt und Cattd.
G ießen) 10. Oktober 1916.
Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- Herzog hat an: 7. Oktober den Lehrainlsassessor Jakob Beck zum Oberlehrer an der Höheren Mädchenschule zu Gießen ernannt.
A ttj§ % e i cf) n it li g. Leutnant Erich Völker im
mit dem Eisernen Kreuz
n Ji erst
ns.-
er
Regt. Kaiser Wilhelm wurde Klasse ausgezeichnet.
_ "^Hessischer Verbraucherausschuß. In der Vor- Uandsgitzung, die am 4. Oktober in Tarmstadt stattfand und die von Vertretern der größeren hessischen Städte besucht war, konnte anerkennetid fcstgestellt werden, daß^ die hessische Regierung der Grundsorderung des Ausschusses auf Zuziehung von organisicir- leu Verbrauchern zu den amtlichen Lebensmittelorganisatione^i Rechnung zu tragen beginnt. So wurde in letzter Zeit je ein Verbraucher in bic Landesfleisch-, die Obst-, die Fetr- und die Milchüelle aufaenommen. Lehrer Valentin Müller ist als Verbraucher zur Landeskartosfelstelle zugezvgen worden. Zur Milch- srage konute der Ausschuß auf Grund der ihm bisher bekannt gewordenen Mitteilungen .über die schw-ebenden Verhandlungen noch incht zu einem abschließenden Urteil Kommen ^ *-* Mustern na und Nnshcbnng. In der Zeit »nur u. ins zum ,28. Oktober findet in Gießen in der Turnhalle der Ltadtmadchenschule. Schillcrstraße 6, die Musterung . 1 . der im ^ahre 1898 geborenen Landsturmipflichttgen, 2. der bei srichereii. Musterungen als zeitig untauglicki zurückgestellten, m 1892 bis 1896 geborenen Militärpflichtigen, 3. d^r bei den Frievensmuste- rungeii als dauernd untauglich erklärten, in der Zeit vom 8. 9. 1870 bis einschließlich 1875 geborenen LandsturmMichtigeu, insoweit sie nicht bei der Musterung im Febvuar/März d. Js. als kriegs- 'verwendungsfällig oder als dauernd untauglich befunden worden sind, statt. Siehe Bekanntmachung.
** Landsturmrolle. Tie im September 1899 geforemm Landslurmpflichttgen der Stadt Gießen müssen sich anr 16 Okt d. Js., vormittags von 8—12 und nachmittags von 2—6 Uhr :m alten Rathause am Marktplatz zur Lan dfturmrolle melden.
. ** Zigaretten st e uer. Fm Interesse unserer zahlreichen mit der Zigarettensteuer unterliegenden Waren Handel treibenden Leser machen wir an dieser Stelle auf die einschneidende Besttmmung in 8 15 des Zigarette n st e n e r g e s e tz e s besonders aufmerks-am, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhülsen und -Blättchen befassen will, dies vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu erfolgen. — Die Beachtung dürste um so mehr erforderlich sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betrestenden gesetzlichen Vorschriften nrit besonders hohen Strafen, bis zu 300 Mk., geahndet werden.
*• Stadttheater. Aus dem Stadltheaterbureau wird uns geschriebeu: Nochmals sei auf die heutige Eröffnungs-Vorstellung hingewiesen, die Lessings .Nathan der Weise" in guter Be° setzung und sorgfältiger Einstudierung bringt. — Don unserer Bühnenleitung sind die neuen Einakter von Ludwig Thoma- »Brautschau^, ^DichterSEHrentag^ und „Die kleinen Verwandten" zur Aufführung erworben worden.
** Beeren, die uns das Feld schenkt. Zu den Beeren, die uns im Herbst das Feld schenkt, gehört die Bwm> beere und die Fliederboepe oder bie Frucht des Hollunders Tie Brombeere wächst an Wällen undlKnicken, an sonnigen Waldbeständen und Slbhängen. Ihre süße, aromatische Frucht ist im September reif. Sie eignet sich sehr zur .Herstellung von Marmelade, freilich am besten in Milverwendung einer anderen Frucht, wie z. B. Apfel «oder. Birne. (Aber auchj mit der Mohrrübe zusammen gibt die Brombeere eine wöhlschmeckcndelMarmislade. Suppen oder -L-aft zum Getränk für den Winter macht die Hausmutter ebenso gern von der Brombeere wie 'von der.Fliederbeeve. Dieser Saft ersetzt Tee und ähnliche Getränke aufs beste. Neben der Brombeere reift in roter Pracht «die Hagebutte. Hagebuttensast mid Hagebuttenbrei gehören auf dem Lande zu den Bestandteilen der Speisekammer. Ta Hagebutten für Kinder ihres Nährgehaltes wertvoll sind, ist zu hoffen, daß steißige Hände auf den: Lande auch diese Frucht für die Städtekinder miternten werden. Aber auch Nüsse sind jetzt reif. Ihr Nährivert steht überall an erster Stelle, da die Nuß außer Eiweiß und Kohlehydrat viel Fettgehalt hat. lind der Wald schenkt Bucheckern und Eicheln, die für uns reiche Verwendung finden zur Gewinnung von Oel, zum Herstellen von Kaffee und zu Futterzwccken. Das sind nur wenige Beeren und Früchte, die hier angeführt lsind. Wald und Feld sind überreich^ und wir lernen immer besser, uns ihre Schätze nutzbar inachcn.
** E r s a tz t ee. Die wiederholten Anregungen, Ersatz für den teureii chinesischen Tee aus unseren Wälderir zu Men, scheinen, bisher auf wenig dankbaren Boden gefallen zu sein. Deshalb sei jetzt in letzter Stunde bor Begimt der Winterzeit itochnnrls daran erinnert, daß die Blätter unserer Erdbeerm, Brombeeren, Himbeeren, Preißelbeeren, ja selbst des Heidekrautes und des Schlehdorn einen sehr brrnichbaren Tee liefern. Tie Blätter werden sofort itach dem Sammeln in hellen lustigen Räumen, am besten auf den Böden, unter wiederholtem Umwenden getrocknet und, dann zerkleinert. Me Zubereitung ist tm bdm chinesische Ax.


