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{66. Jahrgang
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General-Anzeiger sür Oberheffen
Dienstag, ff. Oktober WL
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Die Rumänen bei Mönstadt ges eutjche Tauchboote an der amerikanischen
(WM.) Großes Hauptquartier. 9. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Herzog Alörecht von Württemberg.
Nahe der Kiffte und südlich von Ypern, sowie auf der Artois-Front der
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern rege F 2 uer- und Patrouillentütigkeit.
Die gewaltige S o m m e s ch l a ch t dauert an. Fast steigerten gestern unsere verbündeten Feinde noch ihre Anftren- gungen. Um so empfindlicher ist für sie die schwere vertu st reiche Niederlage, die ihnen Die heldenmütige Infanterie und die starke Artillerie der Armee des Generals von Below bereitet haben. Nicht das k le i nstc G ratz e n st ü ck auf der 25 Kilometer breiten Schlachtfront ist verloren. Mit besonderer Heftigkeit und in kurzer Folge stürmten Engländer und Franzosen ohne Rücksicht auf ihre außerordentlichen Verluste zwischen Gucudecourt und Bouchaves- nes an. Die Truppen der Generale von Boehn und von Garnier haben sie jedesmal restlos zurückgeschlagcn. Bei Le Srrrs nahmen wir bei der Säuberung eines Engländcr- nestes neunzig Mann gefangen und erbeuteten sieben Maschinengewehre.
Der Artillerrekantpf erreichte muh nördlich der Ancre und in einzelnen Abschnitten südlich der Somme, so beiderseits von Vermandovillers, größere Heftigkeit.
Front des Deutschen Kronprinzen.
Umfangreiche deutsche Sprengungen in den Argonnen zerstörten die französischen Gräben in beträchtlicher Au^deh- nung. Ocstlich der Maas frischte das beiderseitige Feuer merklich auf.
*
Die äußerste Anspannung aller Kräfte verlangt auch von unseren Fliegern im Beobachtungsdienst der Artillerie und bei den hierfür erforderlichen Schuhflügen außerordentliche Leistungen. Die schwere Aufgabe der Beobachtungs-Flieger ist nur zu erfüllen, wenn ihnen die Kampfflieger den Feind fernhalten. Die hiernach auf eine noch nie dagewesene Zahl gestiegenen Luftkämpfe waren für uns erfolgreich.
Wir verloren im September: 20 Flugzeuge im Lustkampf. 1 Flugzeug wird vermißt.
Der französische und englische Verlust beträgt:
im Luftkampf .... 97
durch Abschuß von der Erde.25
durch unfreiwillige Landung innerhalb unserer Linien 7
im ganzen 129
Flugzeuge.
Er verteilt sich etwa zu gleichen Teilen aus unstren und den feindlichen Bereich.
Oeftlicher Kriegsschauplatz. [Z Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Gegen einen Teil der kürzlich angegriffenen Front westlich von Luck wiederholten die Russen gestern ihre Angriffe. Sie haben an keiner Stelle Erfolg gehabt und wiederum grötzteVerluste erlitten. Auch hier eine blutige Niederlage unserer Feinde.
Südöstlich von Brzezany wurden russische Vorstöße abgeschlagen.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
In den Karpathen schoben wir durch überraschendes Vorbrechen an der Baba Ludowa unsere Stellung v-r und verteidigten den Geländegewinn in heftigem Nahkampf.
Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.
Der Vormarsch in Ostsiebenbürgen wurde fortgesetzt.
'DieRumänen sind in derSchlncht vonKron- stadt (Brasso) geschlagen. Vergebens griffen ihre von Norden eintrefteuden Verstärkungen in den Kampf nordöstlich von Kronstadt ein. To e r c z v a r (Toerzburg) wurde genommen. Der Gegner weicht auf der ganzen Linie.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Deutsche Truppen, uutersttitzt durch öfterreichisch-unga- rMe Monitors, setzten sich durch Handstreich in Besitz der Donmnnftl nordwestlich von Svistov, nahmen zwei Offi- L!^-5' 5?^""^Ertfünfäig Ältann gefangen und erbeuteten sechs Geschütze.
Mazedonische Front.
Westlich der Bahn Monastir—Florina wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. Ocstlich der Bahn gelang cs dem Gegner, auf dem linken Cerna-Ufer Fuß zu fassen.
Der erste Generalguartiermeister Luden darf f.
* * *
Ein neuer Tag und neue Erfolge im Weltkriege! Wir feiern nicht, läuten nicht mit den Glocken und hängen nicht einmal die Fahnen heraus — unb doch ist der neueste deutsche Tagesbericht eine einzige frohe Botschaft. Ein neuer englisch-französischer Durchbruchsversuch zwischen Ancre und Somme ist gesck-eitert, und Ludeirdorff spricht von einer schweren, verlustreichen Niederlage sür den Feind. Im Lustkampf waren wir in den letzten Wochen den Engländern und Franzosen in überraschend starkem Maße überlegen, nicht was die Zahl unfern: Kampfflieger anlangt — zahlenmäßig ist der Feind uns über—, sondern wgs die Zahl der S i e g e r im Einzelkampfe angeht. Auch im Osten dasselbe erfreuliche Bild. Westlich von Luck haben die Russen wiederum eine blutige Niederlage erlitten: sie müssen allgemach doch wohl die Hoffnung aufgeben, an dieser Stelle die deutsche Front aufzu- brechen. Die deutsche Heeresleitung scheint mit dem siegreichen Abschluß dieser Kämpfe zu rechnen, sonst würde der Kaiser nicht an die Truppensübrer, die dort Wacht halten, aus dankerfülltem Herzen Auszeichnungen verliehen haben.
Aber das hervorstechendste Ereignis ist doch der neue glänzende Sieg Falkewhayns über die Rumänen, die 'in der Schlacht bei Kronstadt geschlagen wurden und auf der ganzen Linie weichen. Von Norden herb ei geeilte feindliche Verstärkungen find ebenfalls besiegt worden. Unsere Front schob sich im Burzenlande bis nahe an die Grenze vor, und Törzburg sowohl wie Kronstadt sind zurückerobert! Nicht genug damit, haben Truppen Mackensens auch an der Donau einen erfolgreichen Vorstoß rxenracht uiid durch Handstreich sich in den Besitz einer Donauinsel nordwestlich von Svistov gesetzt. Was das bedeutet, ist leicht zu erraten! Wir gehen kaum fehl, daß der eiserne Besen, der den in die Länder unserer Verbündeten eingedrungenen Feind zurückgetrie- ben hat, bald auch in Rumänien selbst ein Reinemachen anheben wird. Läuten auch nicht die Glocken im Lande zu unseren Siegen — die lange Kriegsdauer, die Gewöhnung an schwere, sich fortschleppende Kämpfe haben uns äußerliche Feierfreude etwas eingeschränkt —, so läutet es doch in unserem Herzen ob der stolzen Tage, da die feindliche Welt, in ihren Kräften gebunden, vergeblick) sich gegen uns abmüht, indessen unsere überschüssigen Kräfte ein 'Kriegsspiel entfalten, das die Landkarte noch e i n m a l zu unseren Gunsten umzugestalten verspricht. Und drüben, über dem atlantischen Ozean, hat unsere Marine eine ganz ungewöhnliche Arbeit ausgenommen! In der Nähe der amerikanischen Küste wirken unsere Tauchboote zum Verderben der feindlichen und unneutralen Handelsschiffahrt! Die „Ratten" Churchills, die in ihren Schlupflöchern aufzusuchen die englische Flotte sich vermessen wollte, scheinen sich tüchtig vermehrt zu haben, und neue Gattungen sind entstanden, die ihre Wanderungen in die entlegenen Gebiete des Eismeers und sogar bis an die Gestade der „Neuen Welt" erstrecken konnten. Wie benft Amerika, wie denkt Herr Wilson, der zur Stunde noch die Politik der Vereinigten Staaten leitet, von dem neuen, deutschen Unternehmungs.geist? Brennt seine Fackel der Menschlichkeit noch, unter deren Rauch die Munitionstransporte für unsere Feinde ungehindert dahinziehen konnten? Das Reuter-Bureau meldet, daß auf einem der versenkten Dampfer dreißig amerikanische Passagiere sich befunden hätten. Zweifellos soll dies ein Rippenstoß für den Wächter im Weißen Hause sein. Allein da wird sich nichts machen lassen. Wenn das deutsche Tauchboot den Dampfer angehalten, seine Passagiere in Sicherheit gebracht und erst dann ihn versenkt hat, wird die internationale oder neutrale Polizei nichts dreinzureden haben. Allzu große Aengstlichkeit scheint die Führer unserer U-Boote bei ihrem Werke nicht mehr zu beeinträchtigen, und unter den Augen der Amerikaner geht deutsches Kriegsrecht unbeirrt und furchtlos seine Bahn . . .
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Dien, 9. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 9. Oktober 1916.
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
Front gegen Rumänien.
Die verbündeten Truppen des Generals von F a l k e n - kayn haben gestern den Feind bei Törczvar (Tocrz- burg) geworfen und Brassoin erbitterten Straßcnkämpsen gesäubert. Die aus der Haronrszock herbeieilenden Verstär
kungen des Feindes wurden südöstlich von Foelbvai (Ma- rienburg) angehalten und geschlagen. Die Rumänen räumen überall das Schlachtfeld.
Gegenüber der in das Hargitta- und Gocrgeny-Gebirge eindringenden Armee des Generals von Arz leistet der Gegner stellenweise Widerstand.
Nächst Svistov an der bulgarischen Donau bemächtigte sich unsere Donau-Flottille, unterstützt durch deutsche Abteilungen und österreichisch-ungarische Pioniere einer von den Rumänen besetzten Insel, wobei 6 Geschütze eingebracht und 3 Offiziere, 155 Mann gefangen wurden.
Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Im Ludowa-Gebiet entrissen deutsche Bataillone den Russen eine Höhe. Auf dem Pantyr-Sattel wurde ein Vorstoß des Feindes abgeschlagen.
Hecresfront des Generalfeldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Unsere Stellungen zwischen S w i n i u chy und K i s i e - l i n bildeten gestern abermals das Ziel starker russischer Angriffe, die beiderseits von Zaturcy drei- bis viermal nacheinander wiederholt wurden, aber für den Gegner neuerlich mit einem vollen, von den schwersten Verlusten begleiteten Mißerfolg endeten.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die feindliche Artillerie- und Minenwerftrtätigkeft im südlichen Teile der küstrnländischen Front dauert fort. Italienische Infanterie, die an der K a r ft h o ch f l ä ch e südlich von Nova Vars und aus dem Abschnitt Görz gegen St. Katarina zum Angriff vorzugehen versuchte, wurde durch Sverrfeuer abgcwiesen.
In den F a s s a n e r Alpen kam es im Abschnitt Gar- dlnal-Coldose zu stundenlangen erbitterten Nahkämpfen. Der angreifende Gegner — mehrere Bataillone stark — wurde völlig abgcwiesen. Alle Höhenstellungen wurden von unseren Truppen behauptet.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
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EreignissezurSee.
In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober haben unsere Seeflugzcuge Bahnhof und militärische Objekte von San Giorgio di Nogare und Latisana, ferner die Abwchr- batterien von Porto Buso, den Jnncnhafen von Grado und Batteriestellungen am unteren Jsonzo erfolgreich mit Bomben beworfen. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung unversehrt eingerückt.
Der bulgarische Bericht.
Sofia, 9. Okt. (W.T.B. Nichtamtl.) Amtlicher Bericht des GenerälstabeS:
Mazedonische Front: Westlich der Bahnlinie Lerin (Florina)—Bitolia (Monastir) ans beiden Seiten das gewöhnliche Artillerieseuer. Oestlich der gleichen Baihastrecke eröffnet^ die feindliche Artillerie gegen unsere Stellungen von Kenali bis Skotschioo ein Srotnlmirffeirer, unter dessen Schutz einige feindliche Bataillone die Cerna überschritten. Es wurde aber alsbald ein Gegenangriff auf sie gemacht. Der Kampf geht weiter. Im Moglenica^Dal beiderseitiges Artillerieseuer und Minenkampf. Oestlich und westlich ldes Vardar, am Fuße der Belasica Planina, schwache Artillerre- tätigkeit. Wir Zersprengten durch unser Ferner einige feindliche Kompagnien, die sich bei den Dörfern Skolowo und Radlle vev-« schanzten. An der Strumä-Front Pattouillengefechte.
An .der Küste des Aegäischen Meeres Ruhe.
R n m ä n i s ch e Front: An der Tionau besetzten wir durch einen plötzlichen Angriff mit Unterstützung der Donanflottille eine Insel am Ostausgang des Belen-Känals, westlich von Zinnrca. Wir Wächtern zwei Offiziere und 150 Mann zu Gefangenen tund erbeuteten sechs Geschütze. In der Diobrudscha Und an der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe,
Aus Griechenland.
Athen, 9. Okt. (WDB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter Führer der > griechischen Arbeitern neppe Drakoules batte eine Audienz beim König. Er stellte dem König uor, daß er eine gefährliche Politik verfolge, die ihm schließlich den Thron kosten könne. Ter König erwiderte. daß, wenn das Land unter- ginge, es wenig darauf ankäme, was aus den: Thron toürd?. Ter .König gab zu verstehen, daß er noch immer au diemilitäris che llebermacht T e u t s ck l o n d s glaube, und daß eine deutsche Invasion das Ende Griechenlands bedeuten würde!
Haag, 9. Okt. zf.) Reurer meldet aus Athen: Professor L a m b r o S wurde mit der Bildung des neuen. Kabinetts betraut.


