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9.10.1916 Erstes Blatt
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Der Giestener Anzeiger

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Erstes Blatt

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General-Anzeiger für Overyeßen

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sämtlich in Gießen.

MW Millionen Kriegsanleihe!

Ein deutsches U-Ssst in Nordamerika gelandet.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 7. Oktober. .(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

Fortdauer der großen Artillerie-Schlacht an der Somme! Sie griff auch auf die Front nördlich der Ancre über und verschärfte sich südlich der Somme besonders beiderseits von Vermandovillers.

Unser Sperrfeuer hat zwischen Ancre und Somme feind­liche Angriffe fast durchweg unterbunden und einen zwischen Lesvoeufs und Bouchavesnes gegen Truppen der Generale von Boehn und von. Garnier gerichteten Stotz im ersten An­satz erledigt. Es kam nur zu kurzem Nahkampf südwestlich von Sailly mit schwachen bis M unserer Linie vorgedrunge­nen Mteilungen. Ein aus der Front DeniccourtVerman- dovillersLihons gegen den Abschnitt des Generals von Kathen antretender französischer Angriff führte bei Verman- dovillers zu erbitterten Nahkämpfen. Sie sind zugunsten unserer tapferen schlesischen Regimenter entschieden, an deren zähem Widerstand schon während des ganzen Juli in der­selben Gegend alle Anstrengungen der Franzosen gescheitert waren. Im übrigen brachen die feindlichen Angriffswellen auch hier im Feuer zusammen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern.

Die Zahl der am 5. Oktober bei Batkow (am Sereth) gefangen genommenen Russen ist auf Ober 300 gestiegen.

Die gestern nwrgen beiderseits der Z l o t a L i p a fort­gesetzten russischen .Angriffe wurden wiederum blutig ab­geschlagen. Eine kleine Vorstellung südlich von Mieczyszczow wurde aufgehoben. Südöstlich von Brzezany wurde eine am 30. September vom Gegner besetzte .Höhe im Sturm wieder genommen.

Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.

Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.

Aus der ganzen Ostfront machten die verbündeten Truppen F o r 1 s ch r i t t e, sie drängten dem durch den Gei­sterwald zurückgchenden Feind scharf nach; Nachhuten wur­den geworfen.

Bei Abwehr rumänischer Angriffe beiderseits des R o Een--Turm-Passes wurden zwei Offiziere einhundert undddremnddreitzlg Mann gefangen genommen.

Südlich von H e tz i n g (Hatszeg) wurde den Rumänen der Grenzberg Srgleu entrissen. Bei Orsova ist wieder Gelände gewonnen.

Balkan-Kriegsschauplatz.

dln mehreren Stellen zwischen Donau und Schwär zem Meer griff der Feind an. Er wurde abgewiesen.

Mazedonische Front.

. Putzer kleineren vergeblichen Vorstößen brach ein star­ker feindlicher Angriff westlich der Bahn Monastir-Florina vor den bulgarischen Stellungen zusammen

Ergehst/beschossen^ ****«

Der erste Generalguartiermeister Ludendorff.

(Amtttch^^ Großes Hauptguartier. 8. Oktober.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Kronprinz Rupprccht von Bayern.

englisch-französischer Durchürnchsversuch zwi- IchvN ftncre und Somme ist gescheitert Die dauernde Steigerung der artilleristischen Kraftentfaltung des Feindes in den letzten Tagen wies bereits auf jyn hi» F» zuhem Auvhalten und schwerem Kampfe hat die Armee des Generals von Belo«> den Riesenstpß - vielfach im Sand- gttncngc oder durch Gegenangriff s m ganzen ab ae-

1 U ^ unö 1X1 ^llen unserer Stel-

lung nordöstlich von Lesboeufs sowie zwischen Morvol un^m Walde St. Pierre Vaast ist d'er'Aner dS

Südlich der Somme sind französische Angriffsversuche beiderseits von Bermandvvillers vor den deutMn Ltnien im Sperrfeuer erstickt. ^

^ ^ünf feindliche Flugzeuge sind im Lustkampf und durch IRSÄ? 1 TSt V ' Ummann 'etz-c den

Oestlicher Kriegsschauplatz.

l^'s ist nichts von besonderer Bedeutung zu berichten.

Kriegsschauplatz in Siebenbürgen

büiiL^^!! weichen auf der ganzen Ostfront. Die per. i»haben den Austritt aus öenr Geisterwalü

warfen ^düngen. In frischem

Draufgehen warfeinsiechn Fe.nd weiter zurück. K r o n st a d t

Balkan-Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls von Mackensen.

An der Front keine Ereignisse.

Bahnanlagen nordwestlich von Bukarest wurden von unseren Fliegergeschwadern mit Bomben angegriffen.

M a z e o o n i s ch e F r o n t.

An vielen Stellen zwischen Prespa-See und W a r -- dar lebhafte Artilleriekämvfe. Beiderseits der Bahn Mo- nastirFlorina wurden einzelne feindliche Vorstöße ab- gewiesen.

Der erste Generalauartiermcister Ludendorff.

Die neue sinanzielle Entscheidungsschlacht ist siegreich ausgefallen, und manche Kopfhänger im Reiche sind dadurch wieder elektrisiert worden. Draußen, über den feindlichen Grenzen, wird Deutschlands Ruhm und Größe wieder auf- leuchten. Matzr hatte solch großen Sieg des Vertrauens im Volke nicht erwartet, auch an den höchsten verantwortlichen Stellen nicht. So erklärte der Staatssekretär v. Rödern im Esausschuß, das Ergebnis der Zeichnungen habe Mlrerchen Pessimisten unrecht gegeben, die dem Reichs- schatzamt schriftlich ihre Bedenken und Aengste vorgetragen -f mir i 11 fc&oit in den fünf ersten Oktobertagen seien o /2 Milliarden emgezah.lt worden! Die ersten vier Krieqs- A^VL^ ttn folgendes Ergebnis: ym September 1914 4 400 Milttonen, im März 1915 9 061 Millionen, im Sep­tember 19lo 12101 Millionen, im April 1916 10 712 Milio- d. Js. haben wir die unerhörten Anstürme an unseren Fronten gehabt, und sie haben sich geruhmt, uns m kurzer Zeit besiegen zu können. Mer die

und schneidig. Unsere Fronten

oÄJto*a b ft iK r ~ bt,e Erste Offensive der Feinde rm Westen ist nach dem letzten Tagesbericht wieder erfolg­los zusammengcbrocheu - und unsere Heeresleitung hat | n Dsten- Siebenbürgen und am Ufer des Schwar- ^et Schauplatz neuer deutscher Tatkraft ge- Kraft unseres Volkes er- Sfff 1 :. ® ^ nicht zu viel gesagt, daß wir einer ganzen Welt sregrerch begegnen können. Und langsam hebt sich denn auch das nationale SelbstbeNmßtsein. Als Ausdruck dessen haben wir die neuen IO 1/2 Milliarden zu verzeichnen die unsere Sparer sstr Kriegszwecke flüssig gemacht haben ^? tt beredtem Munde die Bedeutung bw^ m seinem Erlaß gebührend hervorge

. Wrr dnrsen stolz um uns blicken! Ruß­land, ein außerordentlich reiches Land, hat an innerer Kriegsanleihe bisher nur 5 Milliarden Rubel ausqebracht f/bher zum Teil nur auf dem Papier stehen und dabe,'

wEn" b -E^ ^f°bon vollständig erschöpft ^ a <l n '. 8^oukreich hat ,mr eine innere Kriegsanleihe aus, brock,?'«"' gewagt und damit 13 MiNiardeu Franke» aufg'e- von benen aber em Teil und sicher ein beträchtli^er Teil nt umgetauschter Rente besteht. Mit der zweiten mneren Kriegsanleihe macht die französische Reqftrnnq

gekw'no««'^ einat Ht ^ch besorgten ftanzösischen

^,ow!Est"nmen nicht gerade die besten Aussichten hat Hof dem Volke zwei langfristige Kriegsanleihen zu- rs 18 1 /, Milliarden aufzubrinqen ver- mochte. Der dritte Versuch schwebt noch in Verbindung mit auf arnen großenSieg. Im übrigen haben sich

5 s!,l me r Frankreich mit einer türzftistiqen

schuld beholsen, die einen außerordentlich

6 Prs-mt" ^ ^ englische Schatzwechsel zu

bre Finanzmann er tn London und Paris belastet. Alles in allem haben wir m den Landern des Vierverbandes und gerade in den

tt?EwttssckmttFrankreich ^eine Kriegs- ^u^rtschast, die auf emem verwickelten und nicht über-

ruaß'g tragfähigen System anfgebaut ist ln Deutickilaud

Kri^kosten'^o^de^N7is

dftn breiten, tragfähigen Schultern >es gesamten Volkes, ^-re ruht auf einem Svsteru

Zn KÄffj" das Volk^hmabreicht'und bg ^ unmer neue Früchte

bringt, sobald eine neue Ernte von ihm gefordert wird.

. rf Vertrauen, neue Zuversicht, neuer Mut zu kraft- ?° e ' n W-'terringen! Es ist auch ein Zeichen des wach- 7n'7er^"s 'N mistre Leistungsfähigkeit, daß man von oer obersten potttrschen Führung des Reiches ein Ein- '»neue Bahnen fordert. Bisher haben wir uns "u

nal^^id^o" be f Auslandes gerichtet: die nativ- L " 0 ^ 5 ^denhelt ging beinahe rm Schatten mttorn- grogcr .Kulturvölker. Heute wollen wir die Rücksichten die uns nur zu oft als SchwÄhe ausgelegt worden siud mehr ^er Saushaltsausschuß des Reichstags verhandelt ,n den letzten Tagen in langen Stunden mit den Regierungsvertretern über unsere auswärtige Politik, und wir sind überzeugt davon, daß dort nichts anderes zum Aus­druck kommt als wachsende Zuversicht, wachsender Mul und

ein Drängen auf die großen Ziele, die unsere 'Zukunft sichern sollen. Der BerlinerLok.-Anz." kündigt an, durch eine offenbare Schwenkung eines erheblichen Teiles des Zen­trums werde voraussichtlich sogar eine Mehrheit für den Unterseebootkrieg im Reichstag geschaffen! Das wäre eine Wendung von großer Tragweite. Es wäre aber damit im Gruiide nichts anderes gesagt, als daß die Deutschen Mut suhlen,suh an die Welt zu wagen, der Erde Weh, der Erde Gluck zu tragen". Die Kommandogewalt bleibt dem Kaiser, und die Entschließungen über unsere Kriegstaktik müssen von der Heeresleitung ausgehen. Aber mit einer wunderbaren Flammenjchrift wird heute der Welt das stolze Bismarckwort noch einmal verkündet:Wir fürchten Gott und sonst nichts aui der Welt." Diese Stimmung, die der Kaiser gelobt hat, muß auch dem Reichskanzler genehm sein; nur mit ihr kön­nen wir einer siegreichen Zukunft eiitgegengehen!

hoA.? vom Reichstage eines: Daß er darauf drangt, die Mängel der politischen Zensur abzustellen. Ge- rade heute haben wir wieder einen Fall, der peinliche Auf- merksamkeit erwecken muß. DieNorddeutsche Allg. Ztg.", das Organ des Reichskanzlers, teilt uns heute in seltsamen Wendungen die Existenz einer Denkschrift des Admiralstabes in machen des U-Boot-Kaieges mit, und indem sie eine Gegenschrift des Staatssekretärs Dr. Helffertch daneben hält und zwischen den Zeilen die Augen rollt über Indiskretionen, hat man den Eindruck, als sei der Vorhang der Zensur emen Augenblick in die Höhe gegangen, um dann schnell und vorzeitig sich wieder zu senken, so daß in den Gedanken­bahnen der Leser die interessante Mitteilung unsicher um- herjchnngert und vielfach sogar entgleisen wird. Man wittert Unsttmmigkeiten und firhlt, daß dieNorddeutsche" den ^.opf nur flüchtig auf- und dann schnell wieder zu-i edeckt hat. Am besten wäre der Tops verschlossen ge­neben! Doch das sind nur bureaukratische Dämpfe, die uns nicht irre leiten sollen. Die Ankunft eines unserer U-^oote in einem amerikanischen Hafen, seine Rückreise nach weni­gen Stunden Aufenthalt, wobei alle Regeln des internatio­nalen Rechtes befolgt wurden, überwiegen alle Eindrücke von Unbesttmmtheit und Unsicherheit. Wir kennen den Wert unserer Waffen, wir wissen jetzt aber auch, daß unser Volk sie mutig und schneidig führen will ohne überflüssige Rück­sichten, und wir vertrauen unserer Regierung, daß sie danach alles prüfen und das beste behalten werde

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

en, 7.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird

verlautbart: 7. Oktober 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Bei Orsova haben unsere Truppen wieder GeläM gewonnen. Südlich von Hatszeg verloren die Rumänen den Grenzberg Siglen, im Fogaraser Gebiet den Surul. Die den Geisterwald uno das Persaner-Gebirge durchschrei- ttnoen ostcrrcichisch-uiigarischcn und deutschen Kownnenbra- chen in der Verfolgung schwachen rumänischen Widerstand Auch an derevenbürgischen Ostfront wurde der Feind an mehreren Punkten geworfen.

?, n .~ !f. n alizien kam es zwischen der Narajowka und der Zlota Lipa im Raume südöstlich von Brzezany wieder zu rröittertcn Kämpfen. Der Feind erlitt, von der Ein- navme eines vorgeschobenen Grabens abgesehen, wieder einen vollen Mißerfolg. Ocsterrcichjsch-ungarischc Abteilungen er­oberten durch Uebcrfall eine am. September verloren, gegangene yohe zurück. Weiter nördlich nichts von Belang.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das starke italienische Feuer auf der Karsthochfläch, ließ gestern etwas nach. Einzelne Unterabschnitte wurden je­doch zeitweise mit großer Hefkigkcir beschossen. Zu Jnfan- teriekampteii kam cs nicht. An der Flcimstalfront standen die Fassaner Alpen, die Stellungen im Gebiete der Lusia und die Front nördlich des Pellegri,totales bis zur Marmo- lata unter heftigem Feuer alflr Kaliber. Wiederholt« An- ltnssk auf Gardinal. Busa Alka und Lima di Eeee wurden abgewiesen. Nördlich des Pellegrinotales setzte nach Steiqe- ru»g des Feuers abends ein allaemeiner Angriff gegen die Stellungen von der Eofta Bella bis zur Marmolaka -charkc ein, der bis Uhr nachmittags überall bluttg abgnvie-

fk»i tour.

Südöstlicher Kriegsschauplatz, dei Sen k. u. k. Truppen nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chrfs des Gencralstabs v. Höfcr, Fcldmarschallciitnant.

Wien, 8.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wirk verlautbart: 8. Oktober 1916.

Oestlichrr Kriegsschauplatz.

Ocsterreichisch-ungarische und deutsche Truppen sind gestern abend in B rasso (Kronstadt) eingedrungen Andere Kolonne» gewannen das Olt- (Alt-) Tal öitlicki des «i,l sterwaldcs. Ungarische Landsturm-Husaren haben Siete/n!