JHxrhan gttrteEbet. Dreser EMdrische ErsÄg dürfte ganz MDQ>
oildenlliche politische Folgen haben. Er bedeutet nicht Mehr Md {Riefet weniger als den Niederbvuch des russischen OrrenÄrisgSKveseS. Die Russen waren bis Jspahian vorgedeungen, angeblich um dem rin Süden bedrängten englischen Buudesfreund zU Hilfe zu kommen (Kut tt Amava!), in Wahrheit imt Südpersien ziü erobern und am persischen Gjols das freie Meer zu ^erreichen, das ihnen am IBospmUs und an den Dardanellen so Mündlich versperrt ist. 9lber unsere wackeren türkischen Berbimdoben., die deir russischen Vorstoß in Armenien zjum Stehen, brachten, die Mich die Gefahr des feindlichen Vordringens in der Richtung Diabeke und Mossul abzu- Lveuiden mußten, besitzen die Kraft, der russischen UeÜerschwemrmmg auch in Persien Halt Nu gebieten, lind in diesem Bestreben ersteht ihnen.ein wulstiger Bsnrdägeivosse in dem' Stamme der Bachtiaren, sdie vom Misse des Dschihad, des 'Heiligen Krieges entflammt, den Russen in die Flankt fallen. Die Bachtiaren smd nicht eigent- lich Perser, sondern sumritischc Kurden in den f^rsiscki^tür tisckstst GvenZigebirgeii. Sie fühlen sich nicht als direkte Untertanen des Schah, sondern zahlten ihm in früheren ^Zeiten nur Tribute Und stellten eine gelvisse Analst berittener Leibgarden. Die gegnerische Presse wind also vielleicht behaupten, es handle sich der dem Mlfstcrnd der Bachtiaren nicht um Persien, sondern um die Unterstiitzung der Türken durch türken freund l ist-e Grenzbevölke- 'rung. Dieses FcUerchen alver werde rasch zu löschen sein. Ein verhängnistwller Irrtum^ an dem der ganze russische Orientplan schervenr wird! In ^Wahrheit sind auch die schirti scheu Perser schon vom Dschihad ,,angesteckt" und der Brand der Bachtiaren hoivd bald über ganz Persien ausgebreitxst sein. Durch freundliche Vermittlung eines türkischen Kaufmanns erhalte ich die UebersetzUUg eines Artikels, der in dem seit 22 'Jahren in Kalkutta erscheinend den persischen Blatte „Habt Ul Matin" zu lesen ist. JU dem' Artikel heißt es: „Die beiden großen islamitischen Gruppm, Schuten Und Sunniten, halien die Drangsal ierun gen Rußlands und Englands so seist empfunden, daß sie unter HintansetztMg ihrer religiösen >Sekämmrterschiede beschlossen haben, Brüder zu bleiben. Weine Macht der Welt kann die Türkei und Perfi-en nunmehr von- Vinander trennen. Die in den englischien und französischen Kolonien lebenden Muselmanen können rlsten Regierungen nicht mehr treu bleibeu.. Die Muselmanen des Kaukasus, Durkeftans und ^ronskaukafiens können Rußland nie treu sein. Persien besitzt keine ArMee, aber seine Stämme und seine Bauern können zu einer großen Kalamität für Rußland werden. Wenn stiffenweise «Afghanistan, Indian, Aegypten, Marokko, Dmris und Algerien sich empören und ihre Bemühungen nrit den islamitischen Regierungen der Türkei imd Persiens vereinigen, kann dann die Entente, die mühsam gegen Oesterreich-Ungarn und Deutschland Krieg.führt, noch irgmd eine Kraft besitzen?"
Konstantinopel, 6. Oktober. (WTB. .Nichtamtlich.) Fellahiefront: Das überraschende Feuer, das der Feind auf beü>en Seiten unserer FMahiefront eröffnete, wurde zum Schweigen! gebracht. Es ist festsestellt worden, daß der Feind durch das Uebcr- raschrrngsfeucr, das wir am 27. September eröffneten, einen Verlust von .mehr gls 300 Mann hatte.
Persische Front: Ans dem linken Flügel Scharmützel.
Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügel rückten wir unsere Stellung im Abschnitt von Oghnot vor und machten, einige Gefangene. Im Zentrum für uns günstige Patrouillen^ gefechte. Wir schlugen überraschende Angriffe des Feindes an mehreren Wellen ab. Auf dem linken Flügel wurde ein Angriff des Feindes mit für ihn blutigen Verlusten abgeschlagen. Wir machten einige Estffangene.
Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten.
An der galizischen Front unternahm der Feind am 5. Okt. von neuem einen sehr heftigen Angriff mit unseren! Truppen sehr überlegenen Streitkräften. Wie die vorhergehenden wurde auch dieser letzte durch unsere braven Truppen auf allen Teilen der Front abgeschlagen. Der Feind erlitt sehr schwere Verluste. Wir machten 350 Gefangene.
Der MzegeneralifsiMUs.. Ein Kongreß der Jungtürkön.
Aonstantinopel, 6. Okt. (W.T.D. Nichtamtl.) Meldung der Agentur MMt: Der allgemeine Kongreß für Einheit und
Fortschritt dielt gestern seine letzte Sitzung ab rmd beendete feiste Arbeiten. Die dem Kongreß vorgelegten Anträge, die aus eine Abänderung des politische Programms der Partei für Einheit Und Fortschritt abzielen und sich erstens auf die Verernigimg der Schein-Gerichte nrit den gewöhnlichen Gerichten und auf die Vereinheitlichung des Prozeßverfahrens beziehen, zweitens au! die Einfühlung des Gemeindesystems in die Berwaltungspolitik, wurden nach langer Aussprache sämtlich angenommen. Die Versammlung, die unter dem Vorsitz des Großveziers tagte und die sich bekanntlich -aus Senatoren, Abgeordneten und Provinzdelegierten der .Partei zusammen setzte, nahm mit Beifall den dem Kongreß vorigelegten' Bericht an. Es Wurde die große Einigkeit und die Uebeoeinstimmung in den Gesichtspunkten unter den Mitgliedern der Versammlung festgestellt, die, fest entschlossen, dre gegenwärtige Regierung zu rmterstützen, vollkonrmen für den Entschluß der Regierung eintraten, den Krieg an der Seite der Verbündeten fortzusetzen, bis der endgültige gemeinsame Sieg erfochten ist. Im Laufe der letzten Sitzung machte der stellver- treende Oberbefehlshaber EnverPaschader Versammlung Mitteilungen über die allgemeine Lage, in denen er besonders hervorhob, daß diese auf allen Punkten für die Mittelmächte und die Verbündeten günstig sei. Bevor man auseinanderging, schritt die Versammlung zu den Mahlen. Der 'Großvezier Said .Halun Pascha wurde zum sGeneralpräsidenten der Partei für Einheit imb Fortschritt ernannt, Midhcll Schukri Bey zum Generalsekretär. Die Mitglieder des Hauptausschusses für Einheit und Fortschritt sind die gleichen mit Ausnahme von Hilnn Bey, der an Stelle des verstorbenen Emrullah Effendi gewählt wurde. Dem Hauptausschuß ange^iedert wurde ein Generalrat, der sich aus Mitgliedern deZ Kabinetts imb des Hauptausschusses sowie aus Abgeordneten der Partei zusammen setzen wird, die aus den Wahlen hervorgehen. Hadji Ädll Bey und Pjahid Bey, ferner der Kammerpräsident und frühere Minister Djavid Bey befinden sich in diesem Genera! ratt
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Me dttüstfec Retzwrluug weist diese nichtswündige M>
ungeheuerliche Verleumdung mit Entrüstung Zurück. Die deutschen K'riegsgrfangervenlager können von dem mit der Ber- treLung! der Intevessen der mit DeUtschlarid im Kriege befindlichen Länder betrauten Mssrorven jederzeit besichtigt werden. _ Wenn unter den gefangenen Franzosen der Prozentsatz an Schwindsüchtigen größer ist als unter den gefangenen Angehörigen der anderen Nationen, so ist dies darauf MrrüöUufnAben, daß in 'Frankreich aus MenscheUMangtt Und Lvegen der Mächten Ausbildung der Aerzte viek mit den Anfangsstadien der Krankheit Behaftete ins Heer eingestellt werden, die nach kurzer Mt infolge der Strapazen schwer erkranken. Solche Kranke werden (fj&et sofort nach ihrer Einlieferung tunlichst abgesondert und nach« allen Regeln der in Deutschland bekanntlich besvaÄers l-ochentwickelten Schwindsuchts- pflege behandelt, nnd seit dem' Juternierungsabkominen mir der ^chwieiz' Mtm größten Dell in das dortige gesündere Klima über-i geführt.
, Es ist gleich empörend, daß die französische Regierung die Verbreitung solcher Ungeheuettichkeiten billigt, wie, daß die Zeitun- gen, die auch auf Achtung Anspruch erheben, sich dazu hergeben,, dies nachzudrucken und gebildeten Lesern zuzüntuten, den Unsinn zu glauben.
Minen an der holländischen Küste.
Haag, 6.Okt. (WTB. Richtamtl.) Im September wurdei» an der niederländisck-en Küste 12 9 Minen a n g e s p ü l t, von denen 103 britischen, -eine französischen, neun derrtschen und 1b rmbekannten Ursprungs wovor.
Deutsch-dänische Verhandlungen.
Kopenhagen, 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Politiken" meldet: Wie in parlamentarischen Kreisen bestimmt verlautet, wird die dänische^ Regierimg in nächster Zeit Verhandlungen mit der deutschen Regierung einleiten über eine Lösung der Frage der Staatenlosen in Nordschle s wi g. Diese Verhandlungen sind von vorüherein der Zustirrmmorg aller Parteien des dänischen Reichstages jtcfrr. Sie werden auf Grund das dänisckwn Angebots geführt, allen Staatenlosen dadurch das dänische Stcurks- bürgerrecht zu verleihen, >das dem' dänischen Gesetz über das dänische Staatsbürgerrcchjt 'pvrr 1998 rückwirkende Kraft geben wird, so daß alle.staatenlosen uirter das Gesetz fallen. Eine Folge dieser von bäni|{ff,ec Seite erstrebten Lösung wird es sein, daß kein Staatenloser zum deutschen Kriegsdienst herangezogen werden kann.
Der Seekrieg.
Die Arbeit unserer N-Voote.
Berlin, 7. Okt. Die norwegischen und englischen Klagen sind, wie die „Germmricp^ schreibt, nur ein Bew!eis dafür, daß die Arbeit unserer wack>eren U-Boote irn Eismeer unsere Feinde cm einer sehr empfindlichen Stelle trifft. Mag die norwegische Regierung rrrhigi, wie die Presse zu verlangen beginnt, ihre Maßregeln im Sinne der Haager Konvention treffen, wenn sie es nicht längst getan haben sollte, was wir ftcr sehr wahrscheinlich halten, unser U-Boot- krieg wird davon unbeeinflußt bleiben. Er gründet sich nicht auf Maßregeln der irorwegischen Neutralität, sondern auf die Leistungsfähigkeit der deutschen Technik und unserer braven Seeleute. Das wird sich um so klarer zeigen, je mehr die norwegische Regierung auf die Klagen erngeht, die der Einwirkung übereifriger Englmrdsveurtde entspringen.
Die „Tägl. Rundschau" sagt: Die Norweger und ihre Presse haben es ganz in der .Hand, der Verminderung ihrer Tonnage Einhalt zu tun dadurch, daß sie chre Schifte der Unterstützung urrserer Feinde nicht lechen.
V
Berlin, 6. Okt. (Prrv.-Del.) Die „B. Z. a. M." schreibt zu der Versenkung des großen Cunard-Damp- fers „Franco nia", daß die „Franconia" 1911 in New Castle erbaut wurde und zu den großen Ozeandampfern gehörte, die im Frieden den Verkehr zwischen Liverpool und der amerikanischen Ostküste unterhielte^. „Franconia" ist der zwölfte mehr als 10 000 Tonnen zählende englische HandelsdaTupser, der in diesem Kriege versenkt wurde, wenn man von den drei als Hilfskreuzer ausgerüsteten .Haudels- schifsen absieht, die gleick)falls schon auf dem Meeresgründe liegen.
Berlin, 7. Okt. In englischen Schiffahrtskreisen wird nach Meldungen verschiederrer Morgeublätter der Wert des versenkten Dampfers „Frankonia" auf 20400 000 Mk. angegeben.
Berlin, 6. Okt. (Priv.-Del.) Die „Voss. Ztg." meldet aus Genf: „Fnr Mittelmeer wurde der französische Kohlendampfer „Cap Malagan" versenkt. Die Besatzung wurde von einem spanischen Dampfer gerettet. Ferner srnd die Frachtdanrpfer „Blaoet" und „Irma" versenkt worden.
Kopenhagen, 6. Okt. (WTB. NichtanrMch.) „Politiken" -meldet aus Kristiania: I-m Hause der letzten Woche wurden im Eismeer zehn norwegische Dampfer mit einer Gesamttonnage von 13000 Tonnen
von deutschen Unterseebooten zum Sinken gebracht. Die Kriegsversicherung hat hierdurch zehn MiMo- nen Kronen verlloren. Infolge der vielen Torpedierungen beschloß auch die Norderrfteldske Danrpskipsselskab in Bergen die Einstellung des Verkehrs nach Archangelsk.
$i!$ dem Reiche.
Der Heere-ersatz in England.
Rotterdam, 6. Okt. (WTB. Nichtanrtl.) „Nieuwe Rot- herdomsche Eorrrant" meldet aus London: Der Präsident des Llcker- kanamtes hat den «Farmern pritgetellt, daß vor Neujahr eine Zählung der Mämrer militärischen Alters vvrgenvmmcn werden wird, die noch in den Landbetriebeno arbeiten. Indessen werden bis Neujahr und «in einigen Fällen gax bis Mail nicht mehc Männer rrufgerilfen werden, als zum Ersatz der aus dem Militärdienst Entlassenen unbedingt novoendig sind. — „Daily Mail" »staubt, daß in der Frage der irisä>en Dienstpflicht in den nächsten Tagen die Entscheidimg fallen wird. Lloyd George hat gestern an knner ^nichtigen Konferenz über die Rekrutensrage tellgenommer^ und der Staatssekretär für Irland, Duke, ist nach London abgereift.
Die Wirkung der Zeppelin-Angriffe in England.
Berlin, 7. Okt. lieber die Nachwirkungen der Zeppelinangriffe erfährt ein Gewährsmann der „Boss. Ztg." aus London daß die Bevölkerung in allen Tellen des Lrndes ihre Wvh^ Nungen in der Nähe von Munitionssabriken verläßt und sichere Gegenden auffuchtt. Tie Arbeiter vieler Fabriken weigern sich nachts zu arbeiten.
Eine ungeheuerliche Bcrläumdung.
Berlin, 6.-Okt. (WTB. AE) Die ausländische Pres veröffentlicht ?luszüge aus einem angeblich tum der französisch« Regierung zur Verbreitung zugelaffencn Bericht der dänische Schriftstellerin Koren BrvMson, in dem U a d Behauvtwng ausgestellt wird, die in den deutschen Gesm igenenlagern befindlichen Kriegsgefangenen würdett absiclstlich w i ^uberkulvse infiziert und ^demnächst in das neutra f-Mslanv oder me Hermat entlassen, um dort die schreckliche Snw
mnt Verordnung Wer Futtermittel.
Berlin, 6. Oll. (WTB.) JU.der gestrigen Sitzung de Bundesrats wurde den Entwürfen einer Verordnung übe Fnttermittel und ein.er solchen i'iber zuckerhaltige Futtn mittel die Zustinmumg erteilt. Tie Verordmmg liber Futtermitt, tritt an Stelle der geltenden Verordnung über den Verkehr m Kraftfuttermittel vom 28. Juni 1915. Sie erstreckt sich im Gcger satz zu der bisl-erigen Veovrdnung auf alle Futtermittel, nr Ausnahme des Rauhsutters, der Pferdenröhren und Futterrübe sowie derjenigen Futtermittel, für die besondere Vevordnunge bestehen. Zu diesen Futtermitteln gehören insbesondere Hase: Gerste, Kartoffeln und ihre Erzeugnisse. Bei dem bisherigen ki stände luar es Möglich, daß bve aus der Liste nicht aügefiihrte FittöerMittel, die noch dazu in den meisten Fällen mrnderwerti waren, dem fteien Marll Angeführt und zu beliebigen Preise verkautt wurden. Dieser die Interessen der Verbraucher schädigeirb Zustand ist nimmehr beseitigt. Ern weiterer Schirtz gegen de Berllüeb minderwerttger Futtermittel ist in der Verordnung dc durch geschaffen, daß Mischsuttermittel, die häufig al Unterschlupf für die minderwertigen Tinge dietien, in Fukun' nur noch' mit behördlicher Genehmigung hergestellt werden dürsw Ter bisher Sdm .bestehende Zwang, die her Verordnung untm stehenden Futtermittel durch die Bezugsoereinigung deutscher Land Wirte abzusetzen, blieb unverändert, ist aber nunmehr aut all Futtermittel ausgedehnt worden. Die der B^rasvm ernigung znffießende Auflage auf den Preis der Futtermittc drent nach wie vor zur Beschaffung hockMertiger Farttermitte^ Besondere Vorschriften enthält die neue .Verordnung über de Verkehr mit Saatgut und Ackerb-olmeu, Sojabohnen Wicker Lupinen, Peluschken und OKmenge von Hülstnfrüchtcn. Tie Vm ordnung über zuckerhaltige Futtermtttel ersetzt die bestehend VerordiUQig vvm 25. September 1915. Tie Grundzüge der Per vrdnung sind berbchalten. Tie Aenderimgen ergeben sich daran' daß die Verordmmg über den Vermehr nüt Zucker vvm 19 Sep
1916 die Berfütterurng Vvn Rüben und Zucker grimdsätzllich nicht me'hr zuläßt. Ter Fortfall von Zuckerspelzfutter ändert an der bestehenden Lage nichts, da Futterzuckw schon sett langem nicht zur Verfügung ist. Den Wünschen der rüberllxruenden Landwirte, die Rückgabe von.Melasse zuzulassen, konnte leider wegen den entgegcmstehendeu berechtigten Llnspriichen der Ersatz-Nahrrmgs- und Futtermittelerzeirgung nicht crrtfpr'xfrnx werden. Tie Mange der an hie Erzeuger vcm den Zuckerfabriken zurück zu lieferndni Schnitzel konnte gegen das Vorjahr mit Rücksicht ans die Lage des Fnttermittelmarktes nicht heraufgesetzt werden. Wenn die viel- saeh ^toeitergehenden Erwartungen der Rübenbairer ans Rückgabe der .Futterabfälle iücht erfüllt ioerden konnten, so ist die Ursache daflir schon der eingettetene und noch zu erioartende starke Ausfall m der ^rlltermitteleinsuhr mcs dem Auslande.
Der Reich chg; i -chaltscmsschuß.
setzte am Frertag feilte Beratungen über auswärtige Politik und danttt zusammeuhängeilde Fragen fort. Den Verhandlungen, die nach wie vor streng vertraulichen Charakter tragen, wohnten eine gmcze Atrzahl Reichstagsabgeordneter als Zuhörer bei: von der Regierung waren crnwesend die Staatssekretäre Dr. Helfferich, v. Jagow, v. Capelle. Nach Eröffnung der Sitzung um 10 Uhr vormittags ergriff zuerst der Wgeordnete Dr. Stresemann (natl.) das Wort; nach ihm sprachen die Abgeordneten Hoch (Svz.), Gothein (Farftchr. Vp.) und Dr. Roesicke (kons.). Darauf trat die Vftttagspause ein. Um 3 Uhr nachmittags sprachen zuerst die Regierungsvertteter Staatssekretär v. Jagow und Staatssekretär D. Helfferich. Darauf ergriff das Wort der Abgeordnete Gröber (Ztt.), chm folgte der Mgeordnete Westarp (kons.). Nachdem noch Dr. Pfleger (Ztt.) gesprock)en hatte, vertagte sich der Ausschuß. Die vertraulichen Vorhandlnnaen sind noch nicht zum Ausschuß gelarrgt und werden am Samstag fortgeführt tverden. >
Berlin, 6. Oll. (WTB. NtchtanEchi.) Don weiteren Verhandlungen im Hauptaus schusse des Reichstages wohnten mißer dem Stoatsstlletär Dr. üisco Graf Medern bei. Nachdem noch die Redner der Fortschrittlichen Volks Pattei und der .>toniervativen gnprochen hatten, gärgen die Staatssekretäre von <5agow und Tr. Helfferich cucs die Aiisfühoungen der Vorredner ein und beantworteten eine Iteihe der gestellten Fragen. Sodaiin führte em Redner des Zentrums die Erörterungen weiter, dem ein konser- vatioer tiedicer folgte. Hieraiff nahmen Staatssekretär Capelle, der ^ ^^ Wahnschaffe, der mecklenburgische Bundes-
ratsbevollmachtrgte und Staatssekretär Tr. Helfferich das Wott zur Aufklärung rmd Richtigstellung vei'schiedener Fragen und 'An- gaven. Aus Wunsch des Zentrumsabgeordneten gab Staatssekretär Auskunft aus eine Reihe weiterer Fragen. Hierauf vertagte der Hanptailsschnß die Weiterberatung auf Samstag vor- Mittag, -rre Parteien im Hauptcrussckmß waren ursorünglich über- emgecommen,oen nächsten Dienstag flir Fraktionssitzungen freizu- ta„en. üllest Berevibarung wurde hmte mit Rilcksicht ans die tangs ?f r C'rorterungien über die auswärtige Politik Niid tonstigev ^??^ ^'EMeuhangeuder Fragen dahin gewidert, daß deW^nrup-t- ansschuß Dienstag doch zu meiner Sitzung zusammeiitreton soll, die aber auf die stunden von 9-s12 Uhr beschränll werden soll. So
r bCr Jj? a -l- Verhandlungen vor Mittwoch nächster
^.-ocl'e, wo die Vvllvernrmnilung w'ieder z-usamnicntteten tvird, zu S^oS^^ briNgeu. sollte sich dies nicht ermöglick^n lassen, so daß am Mittwoch der Vollversammlung nicht Bett'ht erstattet iverdeu so wäre die Folge, daß die weiteren Sitzumteii der Voll- Versammlung wiederum hinausgeschoben Werder t müßten.
Der Verkehr mit Wasch- und Minigungsmitteln.
’cSjf r s l 1 H' 6 V? ft : Bundesrat hat eine Bekanntmachung!
erlassen, durch welche der Reichskanzler ermächtigt wird, den Ber- «yj*' 1 I? tt chund Reinigungsmitteln, die ohne Verwendung vvn pflanzlichen, ticriichen. Oelien, Fetten, Ott- oder <>ettlaurcn hergestellt sind, zu regeln. Eine derartige Regelung war erforderlich well infolge der Knappheit an fttthalttgen Wasch- notweiidig gewordenen Deschränllmgeni ihrer Abgabe auf besttmmte dTLonatsmengen, „fettlose Wasch- nnd Reinigungsmittel" in großem Umfange in den Verkehr gebrach- w^en Zur Anpreisung dieser Waschmittel werden vittfach irre, führende Bezeichirungen verwandt; auch werden Preise dafür gr- dre in keinem BerhäLttvis zu ihrem Wqttc und den Htzp- stellungskosten stehen.
Durch eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vvm gleickrett Tage ward daher angeordnet, daß für sttttose Wasch- und Rttni- gnmrsmttttt das Wort „Seife" nicht verwendet werden darf, und dag diese aus Ton oder ähirlichm anorganischen Stoffen!
Mineralien oestehenden Wasch- und ReinigungsNiittel nur in bestimmten Formen und Gewichtstellen in den Verkem gebrachk werden dürfen. Ferner werden Vorschriften über die Pockmrg und den Klemverkaufspreis gettoffen. Bei 9tb<nrbe an den Verbraucher darf der Preis, bm WaschnnttelN in Stücksorm 1 Pfennig für je 25 Groinm, ber Waichmitteln in Pulverform! 25 Pfennig für ein Mogvamm Nicht überfchreiten.
König Wichttm II. von Württemberg und Graf Zeppelin.
Daß der König von Wütttemberg zu den ersten und treuesten Zeppttin bei der Erfüllung sein«Ä Lebenswerkes gefunden, tvar bisher schon in engeren Kreisen be* fannt Nun fnchen Mr in der Festnunrmrr, die die Zettschristj ,,U r b e r^ Lau d u n d M e e r" zum 25jährigen Regierungsjubi- laum dev Königs hermrsgrbt, ein schönes und auffchlnßreiches ankesbekenntms t^s Grafen Zeppelin, detr die Redaktion der genannten Zeitschrift um eirre Aeußerung zu dem festlichen Tag gebeten hatte. Graf Zeppelin schreibt: „Wobt nennen die Schwab^ nut ^tolz chr Württemberger Land die Wiege der Zcpt>ttin-Luft- länffe, dre Bogei,termlg des ganzen Deutschen .Volkes aus Hey Asche des Echterdinger Opfers einst neu erstehen ließ, und von denen heute in unserem Tascinsringen eure wesentliche Mit. wrrllmg zur Niederzwingung unseres schlimmsteil Feindes' er- watttt wird; aber wenige wissen, wie sehr das Zusammenfällen! bä; .Regierungszelt König Wilhelm II. mit der Entstehung und Entimckelung dieser Luftschiffe entscheidend für letztere g^vesen ist. Bon den vielen Kundgebungen lebendigsten Fnterffses des Königs für meine Godcrnven und Arbeiten Und des mir geschnllen Vertrauens seien nur drei in ihren Erfolgen misschlaggebende Taten hervorgehoben: Ms im Jahre 1893 Kaiser Wllhelm II. sich zur Besichtigrmg der wüttteinbergischen Truppen in Stuttgart einfand, _ da nahm unser König die Gelegenheit wahr, um die Hiuoerinffe zU beseittgen, die es mir bis dahin unmöglich gemacht liatten, die persönllck,e Förderung des Kaisers für das weitere Vorgehen zu geioinnen. Tie nächste Folge davon war die Einsetzung eines Asusschusses Unter bent Vorsitze von Helmholtz zur Prüfung meiner Entwürfe. Wenn .dobei zwiäckK auch ein ablehnender» Beschluß zsuwoge kctm, so liegt doch der Ausgang der ganzen Wetter- entwicllung des Unternehmens in den Verhandlungen dieses Ausschusses. Im' Jahre 1904 waren» ein erstes Ddal alle Meiue evgenm Und vvn mir aufzetreiben gewesenen Wrtttt erschöpft: da rettete! der König das ^ftschstffbaumtterneihmen vor dem sonst unausbleiblichen Untergang .durch die sBewMgurng einer Lotterie iu Wütttunberg. Ein wirksameres Mittel, wn der ganzen Welt Vertrauen zu meiner Schöpfung zu sckienken, konnte es nicht geben, als wie im Jahre 1908 das ^>ttütttembeogische Königspaar, allen gekrönten .Häuptern voraus, sich) auf einem Zeppelin schiff durch die Lüfte tragen ließ Schon aus den angefühtten Beffpielen ist die dauernde, auf ivttllichem Verständnis gründende Teilnahme des Königs für wein Tunt und die Mächtige Fördettmg zu erflnneu, die inir dadurch zutell wurde. Und es darf ülierzeugim gsvoll be- ljauptet fveödeii, daß König.VW-ttmi II. in vorderster Linie derjenigen stcht, deneii man die Verwirklichimg nreiner Erfindung z>u verdanken hat.
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Frankfurt o. M„ 6. Oft. (WTB. Nrchtanrtlich.) Der Kaiser hat den K'onnnandierenden Gen<wal des 18 Amnee- korps, General der Infanterie v. Scheinck durch Verleihung des Ordens Pour le merite ausgezeichnet.


