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5.10.1916 Erstes Blatt
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Stotem *£>ee schtnrches Geschütz ftuer. Unsere Artillerie bat zwei feindliche Shmpnoivvcn, die südöstlich vom Dorfe Tvl de Cheli am Fuße der Bestn^oa -Pbrnina scyanzven, zerstreut.

Air der Struma-Front Ruhe. Erbitterte Kämpfe UM die Dörfer Karadscktakioei, Ienikoeij und Kodrietz. Feindliche Jtifvn- terie, welckie (tri» cm Morgen dem brettnettben Dorfe Itonikoeij hatte &crn können, nmrbe angegriffen mrd in ihre alten Stellungen/ znrückgeworsen.

An der ägäischeu Küste lebhafte Kreuzertätigkeit.

NumÄnr^che Front: An der .Donau-Front tvvren diel 15 o4xx 16 Bataillone ohne Artillerie zähl enden fern blichen Truppen, welche die Donaubei Rjaho wo überschritten hatten, vorgerückt und hatten die Dörfer Sliwo- pol. Kojarnhle, Bvriffowo, Mallowranowo, Jolemowwnowo und Bveschlion besetzt. Um sie zurückzmmrfen, führten wir zwei Kolon­nen von Ruftschuk und vvN Tutrakan gegen die feindlichen Truppen Vvr. Gestern, am 3. Oktober, griffen die vvn Ruftschuk verrückenden Truppen den Feind an imb zwrngen ihn bald, seine Rettung in Richtung aus die von der Mpnitvrflvttille zerstörte Brücke zu suchen. Das Schlachtfeld ist bedeckt mit den von den Fliehenden! ziirückgelassenen Gefallenen. Gegen Abend besietztcn wir die Dörfer Rjahmoo und Bahorvlo. Die ftindlickton Truppenteile gingen in Unordnung ostwärts zurück, wobei sie auf unsere «m Tutrakanj vorrückenden TrnpPen stiegen. Der umfaßte Feind flieht in ver­schiedenen Richtungen und heute vollenden unsere Trup­pen seine Vernichtung.

Die rumänischen Truppen haben in den von ihnen besetzten Dörfern, ebenso wie auf ihrem Rückzuge aus der Dobrudscha, schwere Grausamkeiten begmrgen. Viele Greise und Kin­der wurden hin geschlachtet, vielen der Opfer sind die AugenaNs- geftochen und die Zunge abgcschnitten.

In der Dobrudscha starke Tätigkeit vvn Artillerie und Infanterie auf der ganzen Front. Alle Versuche der feindlichen! Infanterie, vorzudrrngen, wurden durch unser Feuer und glück­liche Gegenangriffe erltickt.

jAm User des Schwarzen Meeres flat ein russisches Kriegsschiff die Höhen bei dem Dorfe Tatladschiekioej beschossen. Unsere Wasserflugzeuge haben einen feindlichen Wasserflugzeug­schuppen am Toschalvlo-See, nördlich von Evnstantza, mit großem Erfolg angegriffen. gez. Minister Radoslaivvw.

Die Lage in der rumänischen Hauptft«dt.

Bern, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das PariserJÄur- nal" bringt eine Drahtung seines Bukarester Mitarbeiters über die Lage in der Rumänischen .Hauptstadt. Deutsche Luftschiffe und Flugzeuge hätten die Städte Evnstantza, Piatta, Neamtau und Bukarest bei Tag und bei Nacht mit Bomben beworfen, die viele Opfer gefordert hätten, da sich die Bevölkerung allen AnordMmgen' der Behörden zNm Trotz während der Bewertung aus'den Sttaßen piufhalte, UM das seltsame k^clMcspiel ,zu genießen. 9lnch die; Schrapnellsplitter der rmnLnisckxen -Abwehrkanvnen hätten schon diele getö.tt. Erhebliche Belohnungen seien bereits für die Herab- holuug von Luftschiffe,: mid Flugzeugen ausgesucht worden.

3m einem Bukarester Briefe desPetit Parisien" heißt es. daß nach 9 Uhr abends jeder Verkehr unterbrochen ist. Nur mit blonderen, Ausweiskarten des lPolizeipräkekteN dürfe stnäU die, Sxraße betveteu. Lllle Theater seien geschlossen, vorläufig auch die drei größten Cafös, darunter das berühmte Cafs Capsa, um der Verbreitung aufregender Nachrichten durch Pessimisten vorzubeu gen. Acht Tage sei kein Eisenbahnzug gegangen. Post und Tele­phon arbeiteten nicht mehr. ,

Aus Griechenland.

London, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Rom wird demDaily Tblegraph" berichtet, daß zwei der neuesten griechischen Turpedobvotstzerstörer, die in England gebaut wurden, sich der revolutionären Bewegung an- ge schlo ssen haben.

Berlin, 4. Okt. (Priv.-Del.) TerBerl. LokalaNz." meldet aus Lugano: Wie dieAgenzia Nationale" aus diplomatischen Kreisen erfahre,: haben will, ließen die Entente Mächte König Konstantin eine Note zugehen mit der Forderung, unverzüg lich zur Befreiung des griechischen Bodens von den b u l g a r i ° scheu Truppen zu schreiten, widrigenfalls sie in ganz Griechen- land den Belagerungszustand erklären und die Entwaffnung des griechischen Heeres und der Marine vornehmen werden.

London, 4. Okt. (WTB.) TieMorning Post" meldet aus Athen, daß eine italienische Abiteilung Argyrokastro besetzte. Eine andere italienische Abteilung wurde von britischen Schiffen in Santi Quaranta gelandet. Sie besetzte Tel- v i n o. Tie griechischen Trrrppen zogen sich in beiden Fällen zurück.

London, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.)Dailh TÄegraph" meldet aus Athen: Eine gsroße Schwierigkeit für die fgriechischr' Regierung sei die Finanzlage. Es ft? Unmöglich, das notwendige Geld für die Verwaltmrg zu beschaffen. Im September hätten die Ausgaben 80 000 Pfund Sterling be­itragen, während sich in den Staatskassen nur noch 20 000 Pfund befunden hätten. Tie jüngsten Ereignisse hätten die Einnahmen noch mehr beschräntt.

Rücktritt des Kabinetts.

London, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det: Der norwegische DampferAda" ist ge­sunken.

Amsterdam, 4. Okt. Nach einem drahtlosen Bericht ist das DampfschiffS-erula", das heute nacht nach London ausgefahven ist, sieben Meilen westlich vom Noord- Hinder-Leuchrschiff torpediert worden.

Am tzM Reiche.

London, 4. Okt. (WDB.) Meldung des Reuterschen Bu­reaus.Daily Telegraph" Meldet aus Athen: Das Kabinett hat mit Ausnahme des Ministerpräsidenten und des Ministers des Aenßern demissioniert. Man erwartet, daß Kplogero- pu l o s das neue Kabinett bilden wird.

Die provisorische Regierung auf Kreta.

London, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.)Daily Telegraph" mÄdet aus Kanea vom 2. Oktober: Tie provisorische Re­gierung habe ihre Stellung gestärkt und auf der ganzen Insel Kreta eine eigene Verwaltung eingerichtet. Die Beamten, die sich nicht fügen wollten, feiert entlassen und andere an ihrer Stelle er­nannt worden. Außerdem seien Verordnungen erlassen und neue Gesetze über den öffentlichen Timst eingesührt worden. Im west­lichen Teil der Insel, wo die Gegner Venizelos' stark seien, sei das Kriegsrecht verhängt worden, um Unruhen vorzubeugen. Alle willi­gen Offiziere der Reserve und Mannschaften seien aufgefordert wor­den, in das Heer des neuen Staates einzutreten. Tie Insel könne eine geübte Truppenmacht liefern, wenn die provisorisck>e Regierung die Mobllmachung befehle. Tiefe Maßregel soll aber nicht ergriffen werden, ehe die Ereignisse in Athen eine entscheidende Wendung nehmen. Dem Mobilisierungsbefthl wird man in Kreta sicher Folge leisten, denn die Bevölkerung sei bereit zu kämpfen. Auch von den anderen Inseln kommen Nachrichten, daß sich die Bevöl­kerung der Bewegung angeschlossen hat. Aber in Ältgriechen- land ist der Geist der Bevölkerung anders. Tort würde einem Mobilmachungsbefehl wahrscheinlich nur mit Widerwillen gehorcht werden. Eme Versöhnung zischen dem König und Venizelos würde zwar vielleicht die Lage bessern, aber selbst in diesem Falle würde noch viel zu tun übrig bleiben, ehe man den ist Altgriechnckmd ausgehobenen Truppen Vertrauen schenken kömttc.

Tie Garnison von Samos hat sich ergeben und der größere Teil der Gendarmerie hat sich der Bewegung angeschlossen.

ver 5eekrieg.

Norwegen und die deutschen N-Voote.

Kopenhagen, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.)Mp- tionaltidende" meldet aus Kristiania: Die norwe­gische Presse drückt ihre Mißstirmnung über das Auf­treten der deutschen Unterseeboote im Eismeer immer lauter aus.Mvrgenbladet" behauptet, daß die Unterseeboote die gastfreie norwegische .Küste als Operationsbasis für An­griffe auf norwegische Schifft benutzen.Tidens Tegn" sagt: Die norwegische Regierung wird gezwungen, Maß­nahmen dagegen zu treffen, daß die norwegischen Gewässer als Basis für feindliche Operationen gebraucht werden. ,Merdensgana" führt aus: Die deutsche Regierung sollte irüssen, daß sie durch ihr Auftreten. die norwegischen Ge- rnm^r rntt einer Erbitterung erfüllt,'die Generationen hin- dwkch anhcklten wird.

Der König von Bayern und die Volksernährung.

München, 4. Okt. (MTB. Nichtamtlich.) König Lud­wig richtete aus Berchtesgaden am 3. Oktober nachstehendes- kHa ndschreiben an dar Staatsminister Frhr. tron Sodcn: Mit lebhaftem Interesse verfolge ick> alle Maßnahnren und Ein­richtungen aus dem mrter den .gegebenen Verhältnissen so wich­tigen Gebiet der V d l k s e r n äh n g. Unter den Vorschlägen, durch die besonders in den Städten die Lage der von Ernährmrgs- fdffüimflfeiten bedrängten Bevölkerung'kreise erleichtert wscden soll, erscheint mir der (!^edanke, in groß^zlügiger Weift Volks­küchen und ähnliche öffentliche Speiseanstalten eirnzlunchten, vor- zügsweiser Berücksichtigung und nachdrücklicher Unterstützung wert. Mit Besriedigurrg höre ich, dvß dir weitere Ausgestaltung und Einführung derartiger Einrichtungen in den Städten des Landes tatträstig in Angriff grnom'mar werden soll. Ich finde mich des­halb bewogen, der FEStwulrg solcher Uwernehirrnngen die Summe fokm 200 000 Mark aus den pr meiner Verfügung stehenden Mitteku zuMwenden. Möge es der zielbewußten und lknverdros­senen Arbeit der staatlichen wrd gemeindlichen Stellen gelingen, im Volke die Erkenntnis stärken, daß für seinen Ernährung stand ausreichend gesorgt ist. Ich verttaUe daraus, daß alle Volks- kreise in ihrer Während des ganz>en Krieges bewährten Opsersreuj- digkeit ausharretc, gekracmr von deni Bewußtsein, daß sie hierdurch »U Hause Mitwirken au drm siegreichen Kampfe gec-ffar stnser-1 Feinde und daß die in der Heimat gebrmckitei'. Opftr >oeit zurück" stehen hinter den ungleich größeren Mühen und Drangsalen un^ serer heldenlsasten Kämpfer aus den Krieg^sch»uplätzen.

München, 4. Oktober. (WTB. Nichtanttlich.) Ern baye­risches K r re g sw nt che ra mt, daß auch ständig mit den gleichartigen Zentralstellen anderer Bundesstaaten, wie dem preußischer und sächsischen Kriegswucheramt, im Mstanschverkebr stehen wird, wird nach derBat>errsch>en Staatsz-eitmrg" denrnächst in Tätigkeit treten. Iyr Ministerium des Innern sind die Vor arbeiten zu einem solchen Amt. das der^ Polizerdii^tron iitz München ungegliedert wird, bereits abgeschlossen.

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Berlin, 4. Oft. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstags führt heute die streng vertrau­lichen Verhandlungen im engeren Kreise mit der Regierung fort. Inzwischen sind diese Beratungen, zu weichen bekanntlich die Reichstagsmitglieder als Zuhörer keinen Zutritt haben, so gefördert, daß sie voraussichtlich heute zum Abschluß kommen werden. Dann wird, wie gestern angefündigt, der .Hauptausschuß morgen die am Scnnstag abgebrochenen Beratmrgen wieder ausnehmen, die zwar ebenfalls vertraulicher Natur, zu denen ccher Ab­geordnete als Zuhörer wieder zu gelassen si-nd.

B e r l i n, 5. Okt. An einer Konferenz des D e u t s ch e n Holzarbeiterverbandes in Berlin nahmen, wie der Vorwärts" berichtet, Vertreter aus 110 Vertragsorten teil. Nach der Stimmung, die zum Atlsdruck kam, sei zu erwar­ten, daß es zur Kündigung des am 15. Februar 1917 ab- gelauftnen Vertrages kommen werde, wenn sich die Unter­nehmer ablehnend gegen die Forderung verhalten sollten, die eine sofortige Teuerungszulage von 337s Prozent oder eine Lohnerhöhung von 20 Pfennig füt die Stunde bezweckt.

Köln, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) DieKöln. Volks­zeitung" meldet aus München: Der Präsident der bayeri­schen Zweiten Kammer, Dr. v. Orte rer, ist schwer erkrankt. Er wird in die Klinik gebracht und mit den Sterbesakramenten versehen.

Hut Stadt und Land.

Gießen, 5. Oktober 1916.

Versichert Eure Krieger bei der Hessischen Krre-Svcrsicherung

einer von den Krankerckassenverbänden unter dem Vorsitz des Direk­tes des Großh. Oberverjicherungsamts für den Krieg gegründeten Sterbekasse auf Gegenseitigkeit, einem ohne jede Erwerbs ab ficht le­diglich ehrenamtlich betriebenen, ministeriell empfohlenen Wohl- tätigkeitsnnternebmen.

Gerne wird jeder ans den eingezahlten Betrag verzichten, wenn der Versicherte ans dem Kriege zurückkehrt! Verstirbt er dagegen den Heldentod, so kann aus dem Sterbegeld manche Not gelindert oder das Geld fitt die Ausbildung der Kinder verwendet werden.

An Beiträgen, einschließlich Zinsen, sind bis jetzt beinahe 600 000 Mk. eingegangen.

Jeder Anteilschein kostet 10 MV.; Anträge nimmt die Haupt­geschäftsstelle im Großh. Oberversicherungsamt Darmstadt, Neckar­straße 1 (Fernruf Nr. 2141) entgegen. Auch die Großh. Bürger­meistereien, Krankenkassen und deren örtliche Melde- und Zahl­stellen vermitteln wohl gerne die Bersichierungsanträge an uns, denen wir, wie auch den Gesuchstellern selbst, das erforderliche An­tragsformular auf Wunsch kostenfrei znsenden.

Um die raschere Auszahlung der Sterbegelder nach Friedens­schluß zu ermögkichen, ersuchen wir die Gemeinden, Arbeitgeber, die ihre einberufenen Gemeindeangehörigen und Arbeiter und die­jenigen Personen, die ihre Angehörigen versichert hatten, uns jetzt schon die Ainteilschein« mit den standesamtlichen Sterbe- nrkünden M übersenden. Dabei ist die Angabe des Regiments er­wünscht, welchem der Verstorbene zuletzt angehört hat.

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Wohin mit den Eiern?

Vor diese Frage sind jetzt viele Gefiügelzüchter und ländliche Händler gestellt, die bisher Gier über die Grenze ihres engeren Heimatgebietcs hinaus versandt haben und denen nunmehr durch die Bestimmungen der BundeSratsVerordnung vom 12. August 1916 die gewohnten Handelsw^ abgeschnitten sind. Damit sich hieraus keine Stlxkungen in der Versorgung der Bevölkerung mit Eiern er­gebet und die eingeleitete Neuordnung sich schnell und möglichst störungslos vollzieht, sei daher mitgeteilt, wie dieser Teil des Ver­kehrs mit Eiern sich in Zukunft gestalten Wird. Während sonst icdermann das Recht hatte, inländische Eier in jeder Menge auf­zukaufen und sie nach Belieben über das ganze Reich zu verschicken können in Zukunft nur solche Personen Eier znm Zwecke der Weiter- veräußerung erwerben, denen hierzu die Erlaubnis erteilt worden ist IM allgemeinen werden dies dieselben Personen sein die auch früher den Einkauf bei den Produzenten ausgeübt haben. Es braucht also kerne Eierfrau und kein ländlicher Eierhändler zu besorgen, daß ihnkm durch die Neuordnung die Ausübung ihres Gewerbes ent- mm wird, vorausgesetzt, daß gegen ihre Zuverlässigkeit keine Be­denken Vorlagen. Der Unterschled gegen frllher wird lediglich darin bestelnm, daß sie sich nttt einem EAmtbnirschein ihroö Kontmunal- verbandes ver scheu mnsftn und daß sie ihre Eier rächt mehr nach Ben eben wert er verkaufen oder -versenden dürftn, sondern sie an die überall emzurichtenden Gemeiirde-, Stadt- oder Kreisstellen ab- zuiresern haben Diese Stellen übernehmen die Sammlung der ab- 9 euerer len Eier Und sorgen dafitt. daß die ans sotchr Weise znsam- menkommenden Mengen allloöchentlich ben itoten von der znstäii dtgen Bezirks-, Provinzial- »bet Landeseierstelle bezeichneten Be- darfsgebteten zu<vführt roerden. Personen, die sich ferner mit dem Etrtkam von Eiern beschäftigen Ivollen oder Geflügelzüchter, die ihre Produktron bisher wmiWbor in die Sbadt gesandt haben, tun

daher am besten, sich sck>lelmigst mit ihrer zuständigen Kommunal^ behörde bezw. mät der für ihre Gemeinde eingerichteten SammÄ-i stelle in Verbindimg zu setzen.

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** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzogi Tat zum 1. Oktober dem Oberlehrer an dem Lehrerseminar zui Friedberg Dr. Wilhelin Schäfer tim Charakter als Professor er­teilt. Durch Entschlrestung Großh. Ministeriums des Jnnent tmirdezi eruannt die Lvyramtsresercntmre: Dr. Gottfried Bell zu Buchschlag, Dr. Hermmm B u ß ziu Gi e ßen, Dr. Heinrich Hann zu Rimbach i. O., Hermann Kaiser zu Drrmstadt, August Klamp zu Frickderg, Heinrich Lauckbard zu Lauterbach>, Dr. F-rßÄrich Müller zu Mainz, Heinrich SÄacker zu Worms, Heinrich Schott zu Worms, zu Lel-ramtsassessyren. Der Grvß- herzog hat zum 1. OktlSer dem Ratsdiener der Stadt Darmftccht Leoichard Scheidler das Allgemeine Ehrenzeickien mit der In­schriftFür langjährige treue Dtt^tstze" verliehen. Das Ehren- zeick^en für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Groß- berzog verliehen Heinrich Christoph Anthes, Peter Hahn VII., Johannes Merlau und Johann Ludwig Maldmann zu Ar- heilgen. Der Großl-erzvg hat am 30. September dem Post- vgerchsn a. D. Konrad Stahl in Kailbach die Erlaubnis zur Annaft«e und zum Tragen des i'tmr vom Deutschen Kaiser verliehe­nen Verdienstkreuzes in Silber erteilt. Durch Entschließung Grosth. Ministeriums des Innern wurde der Lehramtsreserendan Kvrl Leib zu Gernsheim zum Lehramtsassessor ernannt.

** Die Stadt Gießen hat zur 5. Kriegs­anleihe 413 000 Mk. gezeichnet und ist bei den früheren Anleihen mit 1 285 OOO Mk. beteiligt, int ganzen also mit 1698000 Mk.

** Iungwehr. Nächsten Sonntag bei schönem Wet­ter Schießen 3 Uhr. Anmeldung an Vizefeldwebel Weeg, Neuenweg 11.

** E i ne Regelung der Milch - und Käsever- s o r g n n g, in der versucht werden soll, den großen Schwie­rigkeiten, namentlich der Milchversorgung, gerecht zu wer- den, wird heute vom Kriegsernährungsamt für das gesamte Reichsgebiet herausgegeben werden. Die vorhandene Voll­milch soll an Kinder, stillende Mütter, Schwan- gere und Kranke und Kinder bis zum 6. Lebensjahr, abgesttlft in der Menge nach dem Alter verteilt werden., Sttllerrde Mütter (statt der Kinder) und Schwangere in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft, sowie Kranke auf Grund atytlicher ärztlicher Bescheinigungen, sollen versor- gungsberechiigt sein. Die ärmere Bevölkerung soll sich ärzt- lick)e Atteste möglichst unentgeltlich beschaffen können. Den Kommunen außer den Vorzugsberechtigten verbleibende Milch soll unter teilweiftr Anrechnung auf die Fett­karte Kindern von 714 Jahren zusatten, oder zu S ch u l) p e i s u g e n verwendet werden. Eine Be- schränkung der Erzeuger ist mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten der Kontrolle und bei der Umnöalichkeit der Beschlagnahme nicht vorgesehen. Um möglichst Mol an Voll­milch aus der Produktion herauszNhölen, ist eine Art Prä- m i en sYstem ein ge führt, in dem die gut liefernden Kreise in hvlftrem Maße mit Kleie versorgt werden, als die Kreise, die mit ihrer Lieferung hinter dem Durchschnitt zurück- bleiben. Um der völligen Entblößung des Marktes an Käse zu begegnen, sind ebenfalls neue Maßnahmen ge­plant. Es wird zurzeit nicht weniger .Käse herqestellt als früher, aber die Produktion wird direkt vom (Äzeuger in Postpaketen an den Verbraucher versandt. Nutrmehr soll der Versand von Käse in Po st Paketen an die Verbraucher zum Kleinhandelspreis untersagt werden. Zugleich ist für einzelne Sorten Magerkäse eitre Preis­erhöhung beabsichtigt, die dem erhöhten Milchpreis ent­spricht und zur verstärkten Käsebereitung anreqen soll. Diese entscheidenden Maßnahmen waren erforderüch, um den I n d u st r i e b e z i r k e n wenigstens ein Minimum an Voll­milch auch während der Winterzeit zur Verfügung zu stellen, und die verantwortlichen Stellen hoffen, daß in einiger Zeit möglichst gleichmäßige Regelun,g für das ganze Reich platzgreisen wird.

** Fahrraddieb stahl. Am 4. Oktober nachmittags gegen 4 Uhr wurde eit: vor dem Lazarett Braugasse Nr. 7 oahier aufgestelltes Fahrrad, MarkeRosmania", mit der Polizeinumtiter Novawes 6 4192, entw-endet. Das Rad hat schwarzen Rahmenbau und ebensolche Felgen, die des Hinterrades sind mit einem rotetr Stteifen versehen. Die Feder des Sattels ist gebrochen und der Griff der stark ver­rosteten Glocke ist abgebrochen.

** Gießener Fröbel-Seminar. Am 23. bis 25. Sep­tember fand die Ansitellnng der Arbeiten der abael)enden Schüle­rinnen des Gießener Fröbel-Seminors statt. Dre reichgestjaltete Ausstellung zeugte von großem Fleiß der Schülerinnen und lieferte ein ttesfliches Bild der vielseitigen Ausbildung der jungen Mäd­chen. Waren die technisckien Arbeiten durchweg schön und teiüoeift mit hervorragender Geschicklichkeit ausgefül/tt, so erregten die Ar­beiten auf dem Gebiete der Hanshattnng ungeteilten Beifall. Von den technischetr Arbeitet: verdienen die teilweise künstlerisch auÄ- gesühtten, ausgeschnittenen Bilder besonders hervorgehoben zu werden. Auch die gelungenen Nachbildungen eines Bauerngutes- die Puppe,'kräppe, der Wagen mit dem Bttby, die Schwebebahn,, das Karussell, der Laufslall, Rotkäppchen im Walde, die Bade­anstalt, der Turnplatz, der Zoologische Garten, der Spielplatz, der Ausflugsort mit Mühle usw. fanden durch überaus sorgfältige' Ausführung ^uneingeschrätrktes Lob. Korbsleck)?tereiet: und Arbeiten!' ans dem Beschäftignnasunterricht stellten die eig-entlick^n Fröbel- schen Beschäftigungen dar. Die prakttschen Tättgkeiten der Schüle­rinnen ivurden durch die Ausstellung der Hausarbeiten, Ällrtei- lung I: Wasck-e,: und Bügeln, Reinigen vor: Kämmen, Bürsten und Silber, Abtellnng II: Erzeugnisse der ^rtenarbeit und Ein- machen der Fruck^tt gezeigt. ausgestellten Kinderarbeiteti. ließen erkennen, in welcher Weise >die jungen Mädchen die Kinder' beschäftigen. Die ganze Ausstellung bewies den Besuchern, die in überaus großer Anzahl erschienen waren, daß Lehrerinnen unbj Schülerinnen das Möglichste geleistet haben. Wie üns übri- getis gesagt Wurde, kann die Anstatt dem sich ^beständig steigernden! Verlangen nach Kindergärtnerirmen und -vflegeritrnen nicht mehr entsprechen. Es wäre somit tvünschenswerr, ,venn sich noch weit Mehr junge M«dck)en als bisl^r dem schönen Beruf tvidmen wür- ° den. Nachdem die hier abgelegte Prüfung n^euMdings mul, in Preußen anerkamrt »nir4», erfäytt das Arbettsseld für die ab-^' gehenden Schülerinnen eine bedeutende Erweiterung. Freilich wer­den auch grös^re Anforderungen an die Vorbildung der junges Mädä)en gestellt, da infolge dieser llebjemnfünft das Ziel der lOllassigen Mädck-ensckmle oder der 9 kläsiigen Mittelschule erreicht sein muß. Leider find die hessischen Mittelschulen bis jetzt mir 8klassig, so daß sich die aus ihr hervvrgehenden Schülerinnen einer Prüfung unterziehen nrüssen. Es liegt somit in ihrem Interesse, sich noch ein Jahr lang weiter ausz,wilden, damit sie die vorge- schLiebene Prüfung bestel-en können. Bei genügender Beteilignngj soll im Seminar eine cÄinderkvasse zu meftm Zwecke eingerichtet ,»erben. Auch junge Mädchen, die eine andere Mnsbildung im. Auge höbe,:, könnet: an diesen Unterrichtsstunden teilnehmen.

** Frauen im Gisentza hndienst. Für die Vern>endungj von Frauen in: Eisenbahndienst sind mm mehr svlgende Bestinr- mung«: gettvsftn wvrdsn: Aslff den Hauptbahnen sind

Frauen im Zu gbe gleitUn g sdien fte zugelassen: bei Trieb­wagen, bei Persotumzügan, ftrner bei genäschttn und Güter- züaem Bei letzteren soll die SchaffnerMhl zur Hälfte aus Frauen bestehn. Starkbesetzte Personenzüge sollen ,wch einen urnnnlickienl Schaffner mitftihren Bei den tt-Zügen sind außer dem Zuasühver und einem Wagmmufseher in der ReMel nur weibli che Ähasfner zu verenden. Im Neben bahn betrieb sind ebenfalls tun­lichst Frauen zu lteschäftigen. Ebenso im Bs,rr«m- ,md Abfetti- gungsdienst, ferner im Pförtner-, MaMzin- und Buremchiener-