Ausgabe 
5.10.1916 Erstes Blatt
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dienst. Im Weichrnstetterbienst sotten elienfatts Frauen zugelassen werden. Borbedingurtg ist, daß sie dttrclxms gesund lP-d unbestraft sind, daß sie, n^as von den Balmärzten rwrher festzusteNcn blnvt, normal Horm und sehen, und das; fte m Alwbtlduntz fite den Dienftrweiq vollenden. Tie Ausbildung Dt fast überall abge­kürzt. »Lack Beendigung der Ausbildung fandet eme kurze Prü­fung statt. Sch r i f t l i ck e Meldungen (keine persönltchen Vor­stellungen) nehmen die Eisenbahn-, Betriebs- und Verkehrsamts entgegen. Die Beschäftigungen sind sämtlich vorübergehend und einstweilen nur für die Kriegsdauer berechnet. Für die SchaN- nernmen, Streckmarbeitermnen ustv. tmrd eine geeignete D renst - kleidung geliefert.

** Im Lichtspielhaus wild angenblicttich eiü Film gezeigt der schon rein äußerlich besondere Aufmerksamkeit erregen (bar?, denn es ist nach langer Zeit der erste größere kolorierte Füm den man zu sehen bekommt. Auch >der bistorische Stofs des Stuckes erweckt besonderes Interesse. Das Stück ,.T ie Opfer der Ka­tharina von Medici" ^bietet eine Episode aus der Zeit der Huqenottenversolgung. So wird uns in einer Zeit, in der uns so bäufig das Mort von der hochst-l-eudeu französischenKultur gepredigt wird, ein Bild jener. Kultur entgegen gestellt, Me sich uter Kataharina von Medici durch eine Sittenverderbnis sonder­gleichen kennzeichnet.

** Bodenleder. Die Hess. Handwerkskammer teilt uns mit: Die Reichslederlmndelsgesellschast m. b. H. zu Berlin hat sich zur Verteilung des für das Kleingewerbe freigegebenen Bodenleders besonderer in jedem Kammerbezirk unter dem Vorsitz der Hand- werkskanckn,ern errichteter Bezirkskommissionen bedient. Wie die übrigen Kammern, hat sich auch die Hess. Handwerkskammer der hiermit verbundenen mühsamen und undenkbaren Ausgabe im Interesse des Sckuhmacherhandwerks unterzogen. Die Verteilung ist nunmehr beerwet und das Leder gelangt an die Lederhändler zur Mrsendung. Leider entspricht aber das zugeführte Leder in keiner Weise den Erwartungen, die man mit Rücksicht auf die schwierige Versorgung der Zivilbevölkerung mit Bodenleder mit Recht for­dern kann. Die Handwerkskammer hat sich durch Uebernahme des Vorsitzes in der von Lederhändlern und Schuhmacher meistern gebildeten Kommission bemüht, die vorbereitenden Arbeiten und die Verteilung aus möglichst zweckmäßige und gerechte Weise vorzu­nehmen, sie muß jedoch jede Verantwort nngfür die Qua­lität des Leders ablehnew Ebenso hat auch die Bezirkskommissioiy keinen Einfluß hierauf, es ist dieser Stelle vielmehr aus Beschwerden kurzer Hand erklärt worden, das Leder sei zu nehmen, wie es zugewiesen werde. Um die bei ihr schon zahlreich ein­gelaufenen Beschwerden hiNtanzuhalten, sieht sich die Handwerks- ßrmmer genötigt, über diese peinliche Angelegenheit die Interessen­ten aufzuklären.

** Für etwa 900 erholungsbedürftige Kinder aus Darmstadt suchte man durch Aufruf einen 14 tägigen kosten­freien Aufenthalt auf dem platten Lande des Gros; Herzogtums Hessen. Darauf gingen bei dem Darmstädter Ausschuß mehr als 1800 Angebote ans allen Teilen des Landes ein. Vor einigen Tagen ivurdcn mm 371 Knaben und 557 Mädchen ausgesclückt, und zwar nach Oberhesscu 536, nach Rheinhessen 272 und nach Starken­burg 120 Kinder. Ob die Wünsche ber übrigen 900 hochherzigen Landlente nicht auch noch, zu befriedigen wäre;:? Es könnte hierbei auch- an Gießen gedacht werden.

Meldepflicht der Ausländer. Es wird nochma ls darauf hingewiesen, daß Angehörige verbündeter und neutraler Staaten beim Wechsel i h r e s A u s e n t h a l t s o r t e s sich so. wohl bei ihrer Abreise wie bei ihrer Ankunft, bei der Polizeibehörde mnerhalb der vorgeschriebeuen Frist zu melden haben, und daß diese An- und Abmeldung auf den Pässen vermerkt sein muß. In Zukunft werden alle Personen, die hiergegen verstoßen oder die ohne Pässe angetrossen werden, sofort in Hast genommen.

Bon der Verband- uudKranken-ErfrischungS- stelle des Roten Kreuzes am Bahnhof Gießen wurden im Monat September 1916 12 088 durchreisende Soldaten und Verwundete erfrischt, sowie 630 Transporte ausgesührt und in 167 Fällen sonstige

Hilfe geleistet.

** DieBesitzer ausländischer oder im' Ausland befindlicher Wertpapiere seien daraus hingewiesen, daß die Vordrucke fite die durch Bundesratsverordnung vom 23. August dieses Jahves vorgeschriebene Mmteidung der ausländischen Wert­papiere tmd der im Lliusland ruheirden (inländischen oder ansländt- schen) Wertpapiere nunmehr bei .sämtlichen Reichsbankanstalten, in Berlin bei dem! Kontor der Reichshäuptbank für Wertpapiere am Häusvogteiplatz Nr. 14) ausgegeben werden. Schriftliche Ab- forderungen von Anmeldebogen durch die Post und etwaige An­fragen sind ebenso wie die Anmeldung selbst an diejenige Reiehs- bankanstalt l Mücksbankhauptstelle, Reichsbankstelle oder Reichs­ban knebm stelle), in deren Bezirk der Mmeldepffichtige seinen) Wohnsitz, dauernden Aufenthalt oder Sitz hat, in Berlin an das Kontor der ReichshaUptbank für Wertpapiere, Berlin SW 19, zu richten. .

* Krieg sgesan ge ne Studenten in Rußland. In Ehristiania hat sich eine Gesellschaft gebildet, die, aus gute Be­ziehungen gestützt, den Zweck verfolgt, kriegsgesangene Akademiker, besonders Studenten, die sich in russischer Gefangenschaft befinden, mit wissenschaftlichen Büchern zu versehen oder »hnen sonst Erleichterungen zu verschaffen. Eltern und Freunde kriegsgesangener Studenten in Rußland mögen sich, um Weiteres zu erfahren, an Professor Gunkel, Moltkestraße 18, wenden, am besten persönlich, von 34 Uhr nachmittags.

" Die Hess. Landesbezugsscheine f ü r Z u ck e r für die Zeit vom 20. bis 31. Okt. sind eingetroffen. Die Scheine müssen bis spätestens 15. Okt. durch einen zugelaffenen Großhändler bei der Einkaussgesellschait für das Großh. Hessen in Mainz zum Um­tausch in Reichszuckerscheine vorgelegt sein. Siehe Bekanntmachung.

Die Bäcker -Zwangs-Innung Gießen teilt mit, daß von hellle ab der Ladenschluß aus 8 Uhr festgesetzt ist.

** .T a s Stocken der K a r t o s f e l z u s u h r in den Groß­städten ist darauf zurückzusühreu, daß die Landwirte auf Weisllng des Kriegsernährirngsamts in letzter Zeit, mit dem Ausdrusch des Getreides beschäftigt waren. In den nächsten Tagen setzt die Kartoffelzusuhr wieder ein.

** Buggelsberger Schnu rren. In unserm gestrigen Familienblatt haben wir aus Anlaß der ErzählungDie landwirt­schaftliche AusstÄling in Gäiße" auf eine Anzeige Bezug genommen, die in gleicher Nummer erscheinen. sollte. Durch ein Versehen ge­langt diese Anzeige erst heute zuM Abdruck. Ihr zufolge sind die Buggelsberger SchnurrenGroad zäum dout lache" von der gleichen Verfasserin. Marie vom Oherberg, in der Rickerschen Buchhandlung erhältlich.

** Das h euti ge Kreisblatt Nr. 122 enthält Bekannt­machungen über Richtpreise für Sauerkraut, über Laudespolizeiliche Prüfung des Entwurfs zur .Herstettung eines Anschlußgleises für die Firma von Essen & Lindenbanm zu Frankfurt a. M. in Kilometer 21,5 Z-62 der Nebenbahn.GrünbergLich und über Musterung und Aushebungder Jahrgänge 1898, 18921896, 1870 bis 1875. Wir machen ^aus diese Bekanntmachung ganz besonders aufmerksam.

Landkreis Gießen.

ga. Grünberg, 5. Okt. Die Stadt zeichnete 8 0 0 0 Mark zur Kriegsanleihe.

** Lang-Göns, 4. Oft. Das Ergebnis der Sammlung am M a r i u e - O p f e r t a g ist recht erfreulich. Es konnten 304 Mk. 80 Pfg. an die Präsidialgeschästsstelle in Berlin abgesandt werden.

'Stangenrod. 5. Okt. Die Schule dahier brachte zur 3. Kriegsanleihe die ansehnliche Summe von 1614 Mk. zusammen. Die Zahl der Schüler beträgt nur 58.

Wa. Watzenborn, 4. Okt. Vorgestern ereignete sich hier durch Fahrlässigkeit ein Unglücksfall. Zwei 15jährige Bürschchen gingen aus das Feld und machten sich von Kartosfelftränchern ein Feuerchen. Der eine von beiden hatte scharfe Militärpawonein bei sich, wovon er eine ins Feuer warf. Tiefe explodierte sofort und das Geschoß ging ihm direkt über dem Auge in den Kopf. Er mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werden, iw> iva'hr- schsinlich das Auge her ausgenommen werden muß. Eine Warnung für andere.

Kreis Alsfeld.

02. Elbenrod, 4. Okt. Welchen Erfolg die Werbung von HauS zu HauS zeitigt, mag aus der Tatsache erhellen, daß in unserem kleinen Ort gestern auf diese Weise allein über 9000 Mark gezeichnet wurden.

pp. Aus dem Unteren Bogelsberg, 5. Oktober. Der Z wetschensegen konmtt jetzt zur Verarbeitung. Da es keine oder wenig Birnen gab, wird umsomehr ZwetschenHonig gekocht. Die alten Obstdörren in den Gärten, die meist dem. Verfall ausge­setzt waren, sind, Ivo noch angängig, betriebsfähig gemacht. Meist «hat man diese Obstdörren durch kleine in den Kirchen ersetzt. Sre reichen aber nicht aus, und die Zlvetschen inüsscn rasch verwendet werden, sollen sie nicht Schaden nehmen: die warmen Tage lassen die Ueberreife eintteten, sie faulen an den Bäumen Und hutzeln cm. Zwetschenkuchen fehlt nicht. Wo es kein Weißmehl gibt, wird auch Schwarzmehl gebraucht. In letzterer Zeit besuchten und versuchten Ibte Stare die Zwetschen, sind aber wieder verzogen.

np. B o u v e r O h m , 5. Oft. Draußen in den Garten hört man jetzt im Oktober Amselschlag, das ist um diese Zeit un­gewöhnlich. Vorgestern konnte man aus einem Garten in der Nähe eines Friedhofs den Gesang einer Ainsel hören wie sonst nur im Frühjahr.

Kreis Lauterbach.

ri. Angersbach, 3. Okt. Unsere Gemeinde, die lange Zeit verwaist war und überhaupt einen ungewöhnlich großen Piarrer- wechsel erdulden mußte, hat nun in Pfarrer Kietz von Oppen- heim wieder einen eigenen Geistlichen erhalten. Auch ist der Bau eines neuen Psarrhaujes beschlossen, dessen Inangriffnahme indessen wohl erst nach dem Krieg erfolgen kann.

Kreis Schotten.

r. Ober-Lais, 5. Okt. Psarrer Weidner wurde als Lazarettpfarrer nach Mainz berufen.

Kreis Friedberg.

" Nieder - Esch t a ch, 4. Okl. Dem Leutnant der Reserve und Ordonnanzoffizier Ernst Dirla m aus Nieder-Eschbach, Ober­lehrer zu Remscheid, ist das Eiserne Kreuz 1. K l a s s e ver­liehen worden; das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt er bereits im September 1914.

Starkeriburg und Rhemhessen.

f --- Ofsenbach, 4. Okt. Pressevertreter neutraler Länder besuchten unter Führung eines Offiziers vom Kriegsmintstenum vie Offenbackier Lazarett- und KrtegsbesäMtgten-Einrichtimgen., Sie sprachen sich über die mustergültigen Anstalten tu schmeichet- haster Weise aus. Vertreten waren die Staaten Dänemark, Hol­land, Schweden und Amerika. ^

ö. Mainz, 4. Okt. Ein Zusammenstoß der Straßen­bahn mit einem Montagewagen des Straßenbahnamtes fand gestern vormittag an der nach Kastell gelegenen Kostheriner Brückenrampe statt Ter Montagewagen konnte nrcht rechtzetttg ausweimen, während es dem Wagenführer der Straßenbahn trotz allem Biremsen nicht mehr gelang, seinen Motor zum stehen zu bringen. Der auf dent Wagen arbeitende 40jährtge Monteur Gg. Vogel sowie der Hilfsarbeiter Bader, stürzten durch den An­prall voin Wagen. Bader erlitt eine schwere Schädelverletzung und war sofort tot, während Vogel erheblich verletzt wurde und tns städtische Krankenhatts kant. Bei Vogel sind die Verletzungen ntclft lebensgefährlich. Der Fliegerleutnant Hans M t n o r Mlrde gestern hier auf den: Ehrensrtedhof beerdtgt. Das E Futz- Artillerie-Megiment, bei dem Minor frül>er gedient, stellte Me Ehrenkompagnie und die Regimentsmustk. Sämtliche Osftztere mrch die Verwandten nahmeit att der Begräbnisferer teil Dte Ka- Mlle )t>ar mit Blumen und Pflanzen mtd den Falinen unserer Ver­bündeten geziert. Die eindrucksvolle Leick-enrede htelt Herr peeld- vrediger Wa tt e nb er g. Während der ganzen Feier und als auch die Leiche der Erde übergeben wurde, kreiste über dem Friedhof ein Doppeldecker zum Andenken an den verstorbenen Kameraden.

Kreis Wetzlar.

" Wetzlar, 4. Oft. DerWetzl. Anzck schreibt: Einen der G e r ü ch t v e r b r e i t e r und Miesmacher, die so unter der Hand unwahre Alarmnachrichten in die Welt setzen^ und ver­breiten. hat man endlich einmal hier gestellt. Der Betreffende hatte die vollständig erlogene Nachricht verbreitet, an der Somme sei ein großer Durchbruch erfolgt. Zur Rede gestellt, erklärte er, er habe die Nachricht von vertrauenswürdiger Seite. Da Anzeige erfolgt ist, wird den Beweis für seine Behauptung antreten müssen und sieht, da er ihn nicht erbringen kann, einer entsprechenden Bestrafung entgegen.

Wa. Wetzlar, 4. Okü In der gestrigen Stadtverordneten­sitzung wurde der Ankauf von 5 0 M i l ch k ü h e n durch die Stadt nach eingehender Begründung des Vorschlages durch deit Bürgermeister eiltstimntig gertehmigt.

Wa. Griedelbach, 4. Okt. Unsere Schulkinder zeichneten aus die sün'te Kriegsanleihe 1670 Mark.

Wa. Kröffelbach, 4. Okt. 1824 Mark wurden von den hiesigen Schulkindern auf die netie Kriegsanleihe gezeichnet.

Wa. Oberkleen, 4. Okt. Die hiesige Schule zeichnete znr Kriegsanleihe den ansehnlichen Betrag von 4900 Mark.

Hessen-Nassau.

[] Marburg, 4. Okt. Die Werbetätigkeit der Schüler der hiesigen Lehranstalten für die diesmalige Kriegsanleihe^ brachte dem Vernehmeit nach etwa 700 000 Mk. ern. Die Behringswerke seichneten 100 000 Mk. Die strichweise, besonders in den ge- chützten Lagen, überreichliche Z w e t s ch e n e r n t e bringt den Land­wirten eine gute Einnahnte, werden doch von den amtlich be­stellten Aufkäufern 10 Mark für den Zentner bezahlt.

ra. B i e d e n k o v \, 4. Oft. Mit Recht hat auch der Landrat tinseres Kreises zur Sammlung der Früchte des Weißdorns Anregung gegeben.

---Frankfurt a. M., 4. Okt. Ter Konsumverein für Frank­furt a. M. und Umgvgenb hat versuchsweise W a l f i s ch f iTe i f di bezogen, das, wenn es anspricht, in größeren Diengen eingeführt werden soll, utrr einen Ersatz für Fleisch, zu bilden. Das Fleisch ist stark geräuchert und schmeckt als Belag auf tnxfeatent Brot speck­artig und lachsähnlich. Allerdings kostet das Pfund 3 Mark, wäh­rend die Stadtverwaltung von Freibevg i. S. das Pfund Walftsch- fleisch, Zeitungsmelduvgen zufolge, schon für 1,80 Mark verab­folgen konnte.

Frankfurt a. M., 3. Okt. Die gemeinnützige B a n t ä t i g k e i t in der Provinz Hessen-Naffau ist einer Zusammen­stellung des Sozialen Musettms zuiolge während des KriegsjahreS 1915 auf ein Mindestmaß zusantnte»,geschrtnnpst. In beiden Re­gierungsbezirken wurden nur 107 Häuser (181 int Vorjahr) mit 324 Wohrrungen (658 int Vorjahr) sertiggestellt. An biejem Er­gebnis war die gemeinnützige Bautätigkeit in Frankstcrt mit 36 Häusern und 132 Wohntmgen beteiligt.

X Hanau, 4. Okt. Wie der Landrat des Kreises Hanau bekannt gibt, ist festgestellt worden, daß voit den Landwirtett nicht für den eigenen Bedarf benötigte Kartoffeln z u r ü ck g e h a l tvn werden, so daß die Lieferungen «n die Städte Hanau und Frank­furt beeinträchtigt würden. In allen Fällen, in denen ein Ztrrück- hallen der Kartofielit nachgewtesen sei, werde eine Enteignung der Kartoffeln mit 3 Mk. tmter dem Höchstpreis stattfinden.

= Falken st ein i. T., 4. Okt. In der Nähe des Genesungs­heims riß einem schtver beladenen Kraftwagen die Triebkette: der Wagen sauste die steile Dorsstraße hinab und gegen das Wohn­haus des Schreiners Hasselbach. Hier drückte er die Wmtd ein und blieb schließlich^ in eurem Wohnraum stecken. Die Bewohner be­fanden sich zufällig nicht in dem Hause. Das Auto konnte nach fast 12stündigent Bemül>eu noch nicht aus dem Hause gezogen wer- den. Der am Gebäude angerichtete Schaden ist sehr erheblich.

g. Eschwege, 5. Okt. (Drahtnachricht.) Jedenfalls infolge des Genusses von frischer Wurst sind hier ehva 100 Personeit ait Vergiftungserschein ungen erkrankt. Die Ursache ist noch nicht bestimmt ermittelt.

R o t e n b u r g a. F., 4. Okt. Der Hegemeister Zentner feierte mit seiner Gattin das d i a m a n t e n e H o ch z e i t S f e st.

ra. Aus Nassau, 4. Okt. Im Genterndewald E l z wird gegenwärtig eine 12 Morgen große Flüche, wo dieses Jahr Eichen­lohholz abgetrieben rvnrde, mit Raps bestellt. Die Arbeiten! werdeit von russischen Gesangenen tmter sachge>näßer Anleitung! auSgesührt.

r». Bom vverwesterwald, i. Oft. DaS schöne Wetter der letzten Zeit hat es ermöglicht, daß der letzte aus den Feldern liegenoe Hafer in bestem Zustande eingebracht werden konnte. Ebenso sind auch die Wiesen von Grummet gesäubert worden. Obwohl die ganze Ernte eine Verspätung erfahren hat, kann man doch sagen: Ende gut, alles gut. Gegenwärtig beginnt man allent­halben mit dem Ernten der Kartoffeln.

RirchNche Nachrichten.

Zrraelitische Seligionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag, d e n 7. O k t o b e r 1 9 1 6:

V e r s ö h n u n g s s e st. Vorabend : 6 Uhr. Predigt: 6.30 Uhr. Morgen?: 7.45 Uhr. Seelenfeier: 1130 Uhr. Schlußpredigt : 4.45 Uhr. FesteSnusgang: 6.30 Uhr. NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.

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Israelitische veligionrgesellschaft.

Freitag: inorgens 5.00, nachmittags 2.30 Uhr. Samstag, den 7. Oktober 1916: Versöhnungsfest Vorabend 5.45. Predigt. Morgens 5.55. FesteSausgang 6.32 WochengotteSdienst: morgens 6 30, abends 5.00 Uhr.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel, übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerle- Verantwortung.)

Schwindlerinnen auf dem Lande.

** Frischborn, 4. Okt. Vorige Woche erschien hier ein Mädchen von 1618 Jahren und bot Ijöufierettb Wäschegegenstände (Taschentücher rmd dergl.) zum Verkauf an mit der Begründung, ie sei vom Roten K r e UO mit dem Vertrieb beauftragt. Die ge- ordertett Preise überstiegen den Wert um das fünf- und mehrfache. Unter einem wahren Strom von Augenwasser erzählt sie ihre Lei­densgeschichte: Sie stamme aus dem Elsaß, wo ihr Vater ein großes Gut gehabt habe^ das bei dem Franzofeneinfall verwüstet worben s'ei. Ihr Väter und ihre Brüder seien von den Feinden bei der Feldarbeit überfallen und utngebrach't worden, ihre Mutter liege, durch den Schrecken schwer krank gewordem im Mankenhaus. Da die Dummen nicht alle tverden, geht das Schwindelgeschwfk glänzend. Leute geben zehnmal so viel, als sie für die dringendste Rote-Kreuz-Sammlung etwa gegeben haben würden. Die auf den Schwindel hereinfallen, braucht man nicht zu bedauern, denn Dummheit und Gutgläubigkeit kann nur durch Schaden geheilt wer­den. Bedauerlich ist der Schadm, der dem Ansehen und der Sache des Roten Kreuzes durch solchen Schwindel, der offenbar weithin hier auf den Dörfern des Vogelsbergs von mehreren Schwindlerin­nen getrieben wird, zugefügt wird.

Meteorologische Veodachtüngen der Station Gießen.

Okt.

1916

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Regen

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Bew. Himmel

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Höchste Temperatur am 3. bis 4. Okt. 1916: -f- 15,6° C. Niedrigste 3. 4. 1916: + 6,2 0 C.

Niederschlag 2,3 mm.

tehte Nachrichten.

Teuerung in England.

Basel, 5. Okt. Ein Journalist bestattgt in der hiesigen Nationalzeitung", daß trotz aller Maßnahmen der Behörden die LebensmittelpreiseinEnglandsehrerheblichge- st i e g e n sind. Vergleicht man den Marktbericht vom Juli 1914 mit dem vom Jum 1916, so ergibt sich eine Preiserhöhung von 53 vom Hundert, einzeln sogar eine solche von 59 vom Hundert. Gerade die allernottvendigften Bedarfsartikel sind meistens verteuert. Be- sottders die armen Schichten der Bevölkerung leiden sehr. Die eng­lische Landwirtschaft hat unter Arbeitermangel ganz wesentlich zu leiden und es wäre ein Münder, wenn sich die Folgen davon nicht bei den Erntearbeiten bemerkbar mackien würden. Aus London wird dem Blatte über denselben Gegenstand berichtet: Tie Lebensmittel- preise steigen dauernd. Tie Verpftegungskosten haben sich für die Arbeiter um! die HÄfte verteuert.

Aus Griechenland.

R '0 t t e r d a m, 5. Okt. Aus Athen wird gemeldet: Im Mi­nisterium des Aeußern herrscht große Tättgkeit. Der König kommt täglich nach Athen, um dort Besprechungen mit dem General­stab und dem Kabinett abzuhalten. Aber die Lage ist noch ebenso utrgewiß wie zuvor, well die Eirtentemächte über ihre Pläne völliges Schweigen beobachten. Immerhin werden alle möglichen Kabinetts­formationen in Erwägung gezögert. Die gunaristischen Zeitungen! wurdeit amtlich angewiesen, über Benizelos keine verletzenden Worts zu äußern. Tie Agitation für Deutschland aber dauert an.

Kriegsmaterial für Spanien.

i. Stockholm, 5. Okt. DieKöln. Ztg." meldet: Nach Stockholms Tagbladet" ist das spanische KriegsschiffAlnrirante Lobo" in Gotenburg angekommen, irm für Spanien bestelltes Kriegs­material abzuholen, namentlich Geschütze und Munition. Das Schiff wird eimge Wiockien iml Hafen verbleiben, bis die Destellunss fer- ttg ist.