Ausgabe 
21.9.1916 Zweites Blatt
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DrvvEnz, der bisher nach Ofsenbach SJtüdj lieferte, einfach die weitere Abgabe der Milch dahin untersagt.

Abg. v. Brentano (Zentr.) wendet sich gegen frühere Aus­führungen des Wg. Dr. Osann inrd betont, daß er seine Be­sch wer^n nicht gegen den Kriegsausschuß als solclren gerichtet lxrbe. Ueber die Arbeitsfreudigkert und die Pflichttreue der Aus- säurs-mitglieder könne niemand den geringsten Zweifel hegen. Es müsse aber bedacht werden, daß der Ausschuß für eine voraussicht­lich r-ür kürzere .Kriegsdauer gebildet worden sei. Lin einer so langen Tauer bedeute er doch eine Beeinträchtigung der übrigen Kamntermitglieder, was nicht im allgemeinen Interesse liegen könne. Die nicht dein Kriegsausschuß angehöreuden Kanrnrermit- glicder würden zu Abge-ordueten zweiter Klasse herabgedrückt. Er wolle auch den Fleiß und den guten Willen der Regierirng bei der Behandlung der ganzen Lebensmittelfrage nicht im geringsten in . Zweifel ziehen, dagegen lasse es die Regierung vielfach an der rwtigen Energie und an der erforderlichen Aufklärung für ihre Maßnahmen fehlen. Das habe zur Folge, daß Unzufrieden heit und Unruhe in der Bevölkerung erzeugt werde. Ta sei cs Pflicht der Volksvertreter, für Klarheit zu sorgen. Ter Redner wendet sich schließlich noch gegen die mißachtlrche Behandlung der Wünsche der lfiffsischcn landwirtschaftlichen Bevölkerung durch einzelne Reickis stellen.

Abg. Mergell (Natl.) macht verschiedene Ausführungen zu einzelnen Ernährungsfragen, bleibt aber auf der Trbüne un­verständlich.

Abg. Fenchel (Bbd.) beklagt, daß die Landwirte mit Ver­ordnungen förmlich überschwemmt würden, und verbreitet sich dann des weiteren über verschiedene einzelne Wirtschaftssragen vom Standpunkt des Landwirts aus.

Minister v. Hombergk erklärt in seiner Entgegnung auf verschiedene Beschwerden der Vorredner, fri* Abstellung der Miß­stände hänge nicht allein von Hessen ab und sei nicht immer der Negierung allein möglich. Vom .Kriegsernährungsamt sei Hessen stets entgegenkommend behandelt worden, man habe vielfach die in Hessen getroffenen Einrichtungen offen anerkannt. Auf die vor­gebrachten Einzelheiten könne er nur dann näher eingehen, wenn ihm dafür genauere. Unterlagen gegeben würden. Es sei außer­ordentlich bedauerlich, daß hier von einzelnen Rednern in der jetzi­gen Zeit solche Vorlvürse erhoben würden, die nur geeignet sein könnten, die etwa vorhandene Mißstimmung noch zu erhöhen.

Abg. Brauer (Bbd.) bespricht die Darlegungen des Ministe­rialrats Schliephake und erörtert besonders dessen Ausführungen über das Schlachtverbot, das sehr störend in dre Verhältnisse auf dem Lande einbegriffen habe.

Abg. Senßfelder (BbdO führt eine Reihe von Einzelfällen über die Preisbildung usw. an. bleibt aber auf der Tribüne bei der Unruhe im Hause unverständlich.

Aba. Cal man (Natl.1 spricht als Antragsteller den Wunsch aus, daß der Kriegsausschuß bald einen ausführlichen Bericht über seine Arbeiten erstatten möge.

Abg. Dorsch (Bbd.) beklagt die hohen Verdienste der .Händler und Kommissionäre, die den Bauern einfach die Produkte vom

Hofe wegholten.

Abg. Tr. S tephan (drall.) stellt fest, ldaß es sich heute hierwm den Antrag über Milchversorgung handle, von der man aber eigent­lich so gut wie nichts gehört habe. Die vorgebrachten Wünsche hätten zumeist in dem Kriegsausschuß erörtert werden sollen, der doch errichtet wurde, um alle diese Einzelheiten mit der Regierung

zu verhandeln. Der Ausschuß habe eifrige Arbeit gleistet. Mcm solle doch wieder auf beu früheren Modus zurückkouQnen, diese einzelnen Dinge im Ausschuß zu erörtern.

Nach einem Schlußwort des Berichterstatters, Abg. Henrich, schließt die Aussprache und das Haus stimmt ohne Widerspruch dem Ausschußantrag zu, den Antrag Calman der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen.

Vizepräsident Dr. Schmitt beraumt darauf zur Erledigung des Restes der Tagesordnung für morgen vormittag noch eme weitere Sitzung an.

Schluß der Sitzung lVs !Uhr.

Meteorologische Beobachtungen der Station Stehen.

Sept.

1916

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Die Zusammenkunft ist auf dem Leihgesterner Weg an der früheren Aktienbrauerei.

Nack,mittags 2 Uhr beginnend wird die Ernte vom städtischen Obstbaumstück an der Licher Straße bei der Kaserne, bestehend aus feinem Tafel- und Wirtschaft-Solist, versteigert.

Der Verkauf findet gemäß Bekanntmachung Großh. Kreiöamrs Gießen vorn IG. ds. Mts. nur an Verbraucher und solche Händler statt, die von der Landesobststelle be­vollmächtigt lind ruid sich hierüber ausweisen können und sind ttäuser, die außerhalb Heffens ihren Wohnsitz haben, nicht zugelaffen.

Gießen, den 19. September 1916.

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