chweinehaltuirg unö Hallsschlachtungen.
Errichtung einer Dausbesitzer f a m m e r,
, T r . , 3 . . . , , in Verbindung mtt dem Antrag Dr. Osann über bat Dans- imb
,7^521, das seinerzart aus technischen s Grundbesitz. Dieser Antrag lautet:
1. Die Regierung zu ersuchen, das; noch »Ehrend des Krieges
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^rund en, e rlassen würbe, Et vielfach zu Beunruhigungen unter ovl - »ervaltern geführt, dre nvck> immer nicht ganz oerschwunden
^>llen Umfang war jenes "Berbo?nur"'ga»rz"forz^Zttt kann au» das Bestimmteste versichert werden, daß Zanckcklachttmgsvcrbot nicht wieder erlassen ivird.
Andererwlts ist es selbstverständlich, bas» ein bestimmter Teil oe^ve» oer Vauslchlachtung sich ergebenden Fleischertrags dem be- ^^fitzer au» die ihm durch die Rcichsfleischkarte zu- rrUNlchlnvrugmenge angerechnct iverdeu mutz. Ein anderes -vanavieu wurde zu ungemein großen und sehr ungerechten Ver- terlungsunterlri »ehxn in der Bevölkerung führen. Jedoch ist die - 1 - 1(en ^ c geivählt, daß der Tierhalter noch immer "^.oer -Ulfzucht und Fütterung einen bedeutsamen Vorteil gegen- JvfJ F»»iemgen hat, die sich ein Schlachttier nicht halten können, iwi^cn. Dieser Vorzug ist auch notwendig, »veil jede Tier- uatnmg nicht nur mit Arbeit, sondern auch »nit einem zNnr Teil nicht geringen Risiko verbunden ist.
Andererseits aber mutz sich »eder, der in der Lage ist, ein oder ^ ^cknveüre halten und füttern zu können, sagen, daß er Nm selber schwer schädigt, »venu er die Tierhaltung aufgibt. Dann 4^at er nicht nur »richt das Fleisch, das er bisher selbst gezogen hat, »cniöent ntujj sich's beim Metzger kaufen. Mit jedem Esser mehr
vorbereitende ALgßirahrnen zur Erleichterung des städtischen Rech kredits getroffen werden, eiitweder durch einer» Ausbau der Law- des-DhPothekenbank, oder durch öffentlich-rechtliche Kreditanstalten (Pfandbriefanstalten für den städtischen Grundbesitz) oder durch Förderung der Garantie der Gemeinden für zrveite Hypotheken.
2. Großh. Regierung zu ersuchen, die Herabsetzung des Immobilien- und Hypothekenstempels anläßlich der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse erneut in Erwägung zu ziehen.
3. Daß Großh. Recherung beim Bkmdesrat dafür eintrete, daß die Zahlungsfrist bei Hypotheken »rnd Grundschulden laut der Bekanntmachung des Bundesrats vom 22. Dezember 1914 bis aufein Jahr erstreckt werden kann, we»rn die Lage des Schuldners dies rechtfertige und dem Gläubiger kein unverhältnismäßiger Nachteil entsteht.
4. Großh. Regierung zu ersuchen, zu erwägen, ob »richt in besonderen Fällen ein Erlaß von Grundsteuern an not- leidende Hausbesitzer einzntreten hat.
- 5. Großh. Regierung zu ersuchen, zu erwägen, ob zur Ver tretung der Interesse»» des Hausbesitzers eine Hausbesitzer kämm er errichtet werden soll.
<*« mflffrn-«.«», WÄtärbk ^ ^"det
reue immer gernrger »verdeu. A u ch in den S t ä d t e n i st es ' ^
e . T ^ n i a) t, die Schweinehaltung zu fördern. Wer einen Hof, etn Lotück Land hat, auf dem ein Stall steht oder errichtet werden rann, sollte diese Gelegenheit benutzen. Nach9 der Verordnung! über dre Regelung der Fleischversorgung vom 21. August 1916 »st es zulässig, auch mehrere Persorren, die gerne infam ein Schwein lralten »md nrästerr, als Selbstversorger anzusehen und die -ihnen dadurch zukommende Bevorzugung zu gewähren. Dabei ist .E rtälle gedacht worden, in deneir mehrere Familien aus den- seiveri oder benachbarten Grundstücke»» »vohnen und in einem gemeinsame»» Stall ein Schwein halten. JmMer ist hierbei eine, ! ? nliche Betätigung des oder der Eigentümer des Schweins bezw. ihrer Angehörigen an dem Schlachttier voraus- ,-gesetzt.
Die Kamnrcr wolle Großh. Regierung ersuchen:
3 ) Die Frage der Errichtung einer Hausbesitzerkammer im Hinblick auf die zutage getretener» wichtigen Bedenken als noch nrcht spruchreif zu vertagen und zunächst das Vorgehen anderer Bundesstaaten auf diesem Gebiete abzuwatten.
b) Dem Landtag alsbald Vorsckstäge zu »rnterbreiten. welche die Sicherung der zweiten Hypotheken durch Gewährung von hypothekarischen Darlehen aus Mitteln der Larrdeshypothekeribank unter Garantie der Gemeinden und unter Mitwirkung der Treuhandgesellschaften crmöglicht.
o) Auch fernerhin in geeigneten Fällen dem notleidenden Hausbesitz in steuerlicher Hinsicht entgegenzukommer».
Abg. Adelung sSoz.) führt hierzu aus, daß mit der Errich
Er.FN»ß eben das Mer ijt ^mittelbaren» I Hausbesi'tzerckammer lvürde'als"Konseguenz air'ch dtt'Nifoung^von .^>ewahrsa»n l»^>eu, sonst halt er es nrcht selbst. Drese Bestimmung Arbetterkammern nach sich ziehen »nüssen
schon letzt geltenden Bvrschttfte»» Zu be- Abg. Henrich (frctf. Äp.) legt dar, daß der hessische Haus- Dettiebes ab-' I ^ l P ^? r maI)I - ein ^t darauf habe, sich behufs Wahrung seiner
-elbstversorger in Betracht kommt, sondern der Haushalt, der die eigene Haltung und Mästung eures Schweines 'iL^tattet, dazrr berechtigt, an der Bevorzugung des Selbstversorger^
Anlorl zu haben.
ßcffifcbcr Landtag.
Zweite .Kammer der Landständc.
Darmstadt, 13. Sept.
Am Regiorungstische: Staatsminister Dr. v. Ewa l d Minister
des Innern v.Hombergk, FinairzministerDr. Be cke r , Staats- l SV' ‘ ^ ^ ucuuyi ^,vnu^
rat Hölzinger. Ministerialräte Dr. Kratz, Schliephake I? ^die Wernbergsarberten franzosrsche Ge-
vr w u;i u. u i c , TmirrPTtP nprmniiii( i hMT inm-^n s»,
Dr. Wagner, Helwig.
Präsiden Köhler eröffnet die Sitzung um 9h'y Uhr.
Das
Interessen zu einer Organisation zusammeirziuschließen
T^er Ausschutzantrag wird darrrach angenommeri. Tie Vorstellung des Darmstädter Ausschusses Für Konsunrenteninteressen, Ibetr. die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl aus dein Ernteiahr 1915, wird nach dem Ausschußantrag für erledigt erklärt.
Den dringlichen Antrag Wiegand, betr. die Kärtoffelver- sorgung, begründet der Antragsteller: der Antrag wird darnach für erledigt erklärt.
Der Antrag Korcll-Jngelheim, betr. dieWeinberg- arberten, begründet der Antragsteller. Er beklagt besonders, daß in RbernHessen für die Weinbergsarbeiten fra»rzösrsche Gefangene beranzuziehen verboten »vorden sei, während dies z. B. in der Pfalz erlaubt war un,d davlon auch reichlich Gebrauch! gemacht wurde. Nachdem jetzt der Antrag überholt sei und'»hin auch
di^B-elasmng'GrimMü^ck-n^r^^mchl^u und ^?änäe->-lich?ri! lveseirtlichcn seitens der Behörden Rechnung getragen nrnrbe'
SS" Ä l S ä ÄrS't>ıS,£ s- g«B» S*S-Ä5Äf’AÖ s,
Staat<eminü^ 7 - n hr^uu- »V ßA _X am Familientrsche sätzen. Sie hätten nach einer Anordnung sogar
ÄÄÄ S Ä*" m ^ “ ien ^ d» «ntra.
^chairpnächlick) um die Gewinnung von sch»ver,pat in den Ter Antrag K o r e l l - Frraelbeim betr den Reninn hrr
Nr^^o m - back ^ O de'? ih^'rf Ä^^^bach, Ober- »rnd Schule nach der »reuen Sommerszeit, geht dahin, zu beschließen,
^ MaMlba*, 6«lkengesatz urrd das Großh. Ministeriurn zu ersuchen, anzuvrönen, daß der Unter- ^arnz-Lager, dn' von der ok«ren Bergbehörde auf 2 Mrllrorwrii richt in allen Schulen von Pfingsten an um 8 Uhr beginnt. Ter
wf.SwLh™ w? 11 * lrTa ^0 N^rttroiren Mark Antragsteller begründet seinen Arrtrag ausfjchrlick). Für die Land-
*üid) §ips, . Kalk, carmor, O<ker, Ä)n Porzellanerde und das Wirtschaft wirke die frühe Svnmrcrszeit geradezu schädlich. Aus dem zrrr AlunrrnrumhersteUung ertorderlrcke Bauxrd kommen in Be-> ^ T, . ..
trachr. Ta die Kapitalisten zur Hebung der 'Bodenschätze rege!
Salztal konnte infolge derselben nur weniger Milch in die ~'r\" £~~ ,W T^-/ V ‘ - Städte geliefert werden, n»eil es vielfach nicht nröglich war, sie in
nra'-rg erfordert »che Auswendung erheblrck>er Geldmrttel scheuen der kurzen Zeit c;
werden, solange die Reckte auf Abbau mit dem Tode des Bersch- rigten erlöschen, inuß im öffentlichen Interesse für Abhilfe in der
zu beschämen. Besonders hätten sich auch die chwerarbeiter gegen die »reue Somnrerszeit ausgesprochen. Am schwersten aber »verde dadurch die Schule betroffen; bk frühe
0^0^511 ng geschossen werden. Das erfordert arrch das Jrrteressc ?Nvrgenszeit bewirke, daß die Kinder häufig nicht genügeird ge der Gmndeigentumer wre der Abbauberechttgten. Daher »st die stärkt zur Schule müßten und namentlich die Frauen, deren Mann alsbaldige Regelung der Angelegenhert geboten. Hrerzu bieten sich im !Felde ist übel dran seren
M«r Wege: Einreihang der genmmten Mineralien in den Art. 1 Uhg. Adelung bemerkt, daß sich die frühe Sommers- w c»der Erlaß eines bescmderen Gesetzes. Wir haben zeit bei der Industrie doch im allgemeinen bewährt habe. Lediglich!
ben I enteren Weg vor gezogen, »wü er dre Rechte des Gvundelgew-I für den Schulunterricht mache sie sich sehr unangenehnr fühlbar, tumers auf die 0sa»mnmmg der Mmevalren schont. — Ter Aus- mg. Münch (natl.) legt dar, daß er als Leiter einer höheren tcknmntrag wrrd danach angerrommen. I Schule keine Klagen über UnMträglichkeiten »vegen des frühereni
Zur Beratung gelangten darnach die Borsdetlimgen des Landes- Schulbeginns erfahren habe.
Verbandes der Hausbesitzervereine des GroßherzogtuMs, Sitz ins Geh. Oberschulrat Nodnagel wies u. a. daraus hin, daß die JJcaxTift, Und des Os»er»bacher Hausbesrtzervereins, betr. die Schulleitung sich den Bestimmungen, die »vegen der neuen Som-
werszert für das ganze Reich getroffen lvurden, fügen nrüßte. Die von der Schulaliteilung eingeforderten Berichte über die Wirkung des früheren Schulbeginns hätten im allgemeine»» günstig getaute». Tie »oeitere»» dlusführungen des Regierungsvertreters blieben aus der Jourrralistentribüne »mverständlrch.
Rach einer längeren Pause, »nährend der der Finairzausschuß erne Beratung abhielt, besprach nock» Abg. W o l f - Gonsenherur (fr. Bp.) die sanitären Wirkungen der Sommerszeit. Er sei verwundert, daß man in Tar»nstadt noch keine gesundhertsschädlick-err Wrrkrcngen der den Schulkindern bemerkt habe. Wem» die Aerzte in der ganzen Frage noch nicht gesprochen hätten, so liege das daran, daß die Aerzte niock) »richt gefragt »vorden seien. Redner hofft, daß im nächsten Jahre Tricht »oieder so gesündigt werden möge, wie in diesem Jahre.
An der weiteres Debatte beteiligen sich noch die Abgg. Schott (natl.), Dorsch (Bbd.), Bach >»ratl.) und der Antragsteller, worauf der Ausschußantrag aus Annahrne des %n* trags Korell-Jngelheim ohne Widerspr»»ch genehmigt wird.
Die Vorstellung des Amtsdieners Georg Kehr-Darmstadt um Gewährung frerer Heizung und Bele»icht»»ng. und des Fo-rst- warcks r. P. Schulz in Messel um Dierrstbeschädigungszulage und Erhöhung fernes Ruhegehalts werden abgelehnt, ein Antrag des verstorbenen Abg. I o u tz, betr. die Freigabe der Waldungen izur Beweidrmg durch Gemeirtdeschast und Schwerere- Herde»», wird dem Ausschußantrag entsprechend erledigt erklärt.
Die Vorstellung der Maschinisteri Thöt und Erb auf Kraftwerk Ludwigshoffnung um pensimrsfähigc Anstellung und Gleichstellung nrit den Maschiinften von Bad-Nauher»n wird dem Aus- schußantvag entsprechend der Regierung zur Berücksichtigung über»viesen, nachdem die Abgg. Dorsch und Ulrich für die Vorstellung eingetteten waren, Frnanznrrmster Dr. Becker aber dre dagegen sprechenden Gründe der Regierung dargelegt hatte.
Die Vorstellung der Gerichtsvollzieher, bett. die Sicherur'lg ihres Diensteinkommens, wird dem Ansschußantrag ercksprechenb erledigt; die Vorstellung des Verbmrdes der staatlichen Ur»terbe- ainten, betr. die Besoldungsverhältnisse der Gerichtsdiener, wird für erledigt erklärt, die Vorstellung des Zahlmeisters Lösch-Darn»- stadt, betr. Jmmobilienstempel, abgelehnt.
Zrveiter Vizepräsident Dr. Schmitt, der den letzten Teil der Sitzung geleitet hat, vertagt darauf die Weitetberatung ui»' 1 Uhr auf morgen früh 9 Uhr.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gieken.
Sept.
1916
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Niedrigste
Niederschlag 1,1 mm.
12. „ 13.
»cb. Himmel
1916: -st 16.0° C. 1916: 4- 8,7 0 C.
Honst, Wissenschaft und Leben.
— Krie gere-hrunaen ein ft und jetzt. Unsere Feinde haben das Eiserne Kreuz erst verspottet, dann aber nach- gemacht; überall schmückt man gegenwärtig den tapferen Krieger mir sichtbaren Zeichen für seine Tapferkeit, ähnlich wie es bereits im Alterwm der Brauch war. Wie sich die Auszeichnungen, die man tapferen Soldaten verlieh, im Laufe der Zeit gewandelt haben, erzählt A. Scarlatti in einer Plauderei in einer italienischen Zeitschrift. Tie alten Römer hatten kriegerische Auszeichnungen in allen möÄichen Abstusurrgen: es gab Ringe, Armspangen, Ketten, Stäbe, Faleren — fine Art Brustschnruck — und besonders zahlreich »varen die „Kronen", die für die Ersteigung yiner feindlichen Mauer, für die Eroberung eines Lagers usw. als Auszeichnung verliehen wurden. Eine Sonderstellung »rahmen die Schiffsschnabel- koonen ein, die für Tapferkeit zur See verliehen »vurde»» uird eine dem Schiffsschnabel nachgebildele gotderre Verzierirng Mswiesen; eine solche Kckone erhielt, nne rnan bei Virgil Nachlesen kann, der Feldherr Agrippa nach der Schlacht bei Actium. Einzelne Krieger formten es auf eine stattliche Menge solcher Auszeichnungen bringen: Siernius Dentatus hatte mr 120 Schlachten teilgenommen, tvav 45 mal verwundet worden und hatte 84 Auszeichmmaen erhalten, und als er eine neue verdiertte, durfte er bei dem !riumphzuge. des Fekdherrn - der höchsten Auszeichnung — zum Kapitol auf dem Triumphwagen Platz nehmen. Erst zur Zeit des Kaiserreiches »vurden solche Ehrungen abgeschafft, mrd an ihre Stelle traten große Geldgeschenke, die znroeilen ganzen Heeren verliehen, wurden. Tie Griechen waren sparsam nrit kriegerischen Au^eich- nungen, und als Miltiades nach der Schlacht bei Marathon erwartete, sich mit dem Lorbeerkranze öffentlich zeigen zu dürfen, »vurde dies abgelehnt, da er ja »richt allein die Schlacht gewonnen, hatte. Tie Ma^^edonier dagegen »vandten kriegerische Ehrenzeichen viel an, besonders Alerander der Gnoße. Nach der Schlacht bei Jisus verteilte er eine große Anzahl Goldkronen an seine tapferen Soldaten. Im frühen Mittelalter scheint man Ebrenzeichen nicht gekannt haben, vielmehr sah der Soldat eine Belohnung seiner Tapferkeit darin, »venn er reiche Beute bekam. Erst allmählich verfeinerte sich die Form der Beuteve»:deilung: Heerführer erhielten krvoße Besitzungen zum Lehen, und zur Ritterzett wirrdeir »oieder Ehrenzeichen verteilt, freilich in anderer Form, als ipt Altertum und in der Neuzeit: der Ritter durfte sich irgend ein Symbol ins Wapp»» setzen usw. Eine der seltsamsten Auszeichnungen stanimt aus dem (iahre 1203: sie »st um so merkwürdiger, als sie »wch in Kra»l ii» König Johann von England sockt mit Philipp August rxm Fronkrerch damals eine Menrungsverschiedenheit dadurch aus dotz »eoer cmcn Rmer zum Zweikampfe stellte. Für König Johann ww» ch op*t de Eourcy, Lord von Kingsale, ein wahrer Herkules, der >erncn »rarrzosrschen Gegner leicht besiegte. König Johann.
forderte ihn auf, sich als Belohnung etwas auszubttten, mrd Lord Kingsale erklärte, Geld und Gut habe er genug; er erbäte für sich und seine Nachkominen das Recht, in GegenNxrrt des Königs den Kopf bedeckt zu halten. Settdem hat jeder der zahlreichen dtach- kommen jenes Rttters bis auf den heutigen Tag das Recht „to wear his hat in the royal presenoe"! Die Engländer gingen gegen Ende des 17. Jahrhunderts dazu über, verdiente Heerführer durch Geld zu belohnen. So erhielt im Jahre 1697 Marlborough das prächtige Schloß Menheim, und die Riesensummen, die Wellington irr» Jahre 1812 »»ach der Schlacht von Salanlanca, so »vie die, die er für sich und seine Nachkommen nach Waterloo erhielt, sind ja bekannt. Tie Franzosen schafften z»rr Revolutionszeit TitSl und dergleichen ab, de»r»wch aber wurde im Jahre 1792 ein Ausschuß bestimmt, der eine geeignete Anszeichnurrg für verdient^ Soldaten ausfindig machen sollte. So käme»» die frarrzösischens Revolutionssoldaten zu Ehrengewehren, Ehrentambourstäben usw., bis schließlich Napoleon das Kreuz der Ehrenlegion stiftete.
— Tie franzö fische Barietebühne im Kriege. Tie Geschmacklosigkeiten des Kriegrsprvgramms der französisÄen Varietebühnen rufen allmählich die Entri'istung der befonnenereni Parrser Blätter Hervor. Ta aber alle Proteste bisher nichts genützt haben und selbst die Klage eines e»»glischen Generals, daß die englische»» Soldaten in Frankreich durch die Varietebühnen verdorben würden, keine ^lenderuirg herbeizuführen vernrochte, entschloß sich nunmehr „L'Oerwre" den Kampf gegen diesen Unfug anfzunehmen, zu »velchenr Zweck der Besuch eines Kriegsvattetss m Rouen ausführlich geschildert nürd: „Um mich selbst davon zu überzeugen, inwiefern die Klagen über die Geschmacklosigkett urrd die Unrnoral unserer Varretes im Kriege berechtigt sind, besuchjte ich eiire Bühne in dem gegenwärtig von zahlreichen Tommies bevölkerten Rouen. Das Theater, das ftüher einen »veniger hochtrabenden Titel geführt haben mag, nennt sich jetzt stolz George's Hall. Ter Saal ist klein. Er ist besetzt von englischen Soldaten, die ihre kurzen Pseiseni rauche»». In den Logen erblickt man eine Menge Offiziere. Im letzten Rang sieht man einige der jüngst in Frankreich eingetroffene»»! überseeischen Munitionsarbeiter. Um die Vorführungen, die dieser Versammlung geboten werden, »rur einigermaßen »vahrheitsg-e»näß zu schildern, müßte man Worte gebrauchen, die lieber ungeschrieben bleiben »nögen. Ein Couplet folgt dem anderen, u»»d eines ist immer roher als -das vorherige. Tann erscheinen merkivürdig spärlich gekleidete Mädchengestalten, in deren Gesänge»» die seltsamsten Tvrlettegeheimnisse in mehr oder minder poetische»» Verse»» beleuchtet werden. .In der Schlußstrophe »vird imrner wieder ver- ftchert, daß nichts in der Welt so großartig sei, »vie die französische Mode Hreraus erscheiirl eine ne»»e Künstlerin, in einem schwarzen Korsett mit roten Bändern. Sic „macht in Patriotismus" und lächelt srenndiich, »venu das Publikum ihren Ausfordenmgen, Vater-
lcnrdsliebe zu betveisen, dadurck) nachfommt, daß es lleine Geldstücks <uif die Bühne wirft. Als ich dgs Lokal wietzxr verließ, fragte ich mich nicht ohne ernstliche iiurere Unruhe, was diese Soldaten ihren Frauen und Kindern daheim erzählen »verden und »velche Erinnerung an unseren „Kriegsgeist" und an die frairzösischc Frau sie mitnehmen nrögen. Es ist bezeichnend gerrug, daß in Rouei», wo wir seit vielen Monaten zahlreiche englische Gäste beherbergen, kein Theater es der Mühe für wett hielt, sie »nit der ernsthaften fvairzösischen Kunst bekannt zu machen. Nichts als si»rnlose Späße, hinter deren angeblichem Pätriiotismus sich primitivster Geschäftsgeist versteckt, nichts als Frivolitäten mrd Anzüglichkeiten »vider- lichster Att. Wieder eimnal n»uß inan sich frage»:, »vonrtt die französische Zensur sich eigentlich beschäftigt, da sie keine Zeit findet, gegen diese Schande vonzugehen."
— Woher stammt der „chinesische Drachen?" Tie Herkimft des Drachensymbols, das bekanittlich m China als Wappen, Flagge»rzeichen, religiöses Orna»n>ent und auch heute noch als kunstgewerblicher Schnruck eine so hervorragerrde Rolle spielt, gab bereits zu zahlreichen UntersuckMngen Anlaß. Die meiste»» Vermuttlngen gingen bisher dahin, daß der chinesische Drachen der westlichen Mythol'ogie entlehnt sei. Neuerdings aber bererh ttgcn am Jangtze gemaclM Steinftmde zu der Anrrahme, daß der chinesische Drachen wett mehr hisbonsche Realität besitzt, als man allgemein glaubte. In eftier der vielen Höhle.n am Jairgtze entdeckte man nämlich, wie .der Pvomttheus bettchtet, ber Ickiang versteinerte Ueberweste vorgeschichtlicher Reptilien, die eine auffallende Aehnlichkeit nrit dem bekarrnterr Drachen im chinesischen Wappei» zeigen. Tie Höhle liegt am rechten User des Flusses, ungefähr eine Vkeile oberhalb der Wachtstation Ping Shan Pa. Sie erstreckt sich »rach Aussagen der einheimische»» BevölSeru»»g in eine Ausdehnung von 20 Meile»». Bereits 10 Meter Istnter dem Eingang fand man ei»» eii»-el»res krnnrnres Felsstück, das aus Reptil- Überreste schließe»» ließ. Hieraus stieß man eirrige Mtter tiefer auf Felsgebilde, die riesigen, am Boden sich »vi»»deuden Schlange»»! glichen. Nach gena»»eron Untersuchungen konnte »nan 6—8 solcher ver stein etter Reptilien .unterscheiden. Tie Leiber sind verknäull, m»d nach Isolierung eines freiliegenden Stückes ist darauf zu schließen, daß die Länge des ganze»» Leibes ungefähr 50 Meter betrug. Die Höhe des Gebildes ist 60—70 Ze»tti»ncter. In einer Höhlenivmrd kannte ent verstei»»etter Schädel fes!gestellt »verdeu, der breit »rnd flach gewese»» zu sein scheint. Wahrscheinlich gi»»geu diese Reptilien zugrunde, nachdem sie durch eine Erderschütterung von der Auße»»tvelt abgeschlossen »varen, »md Wasserüberflutm»ge»» haben ihre Konservierrmg ermöglicht. Tie mit der Erforschung der Funde beschäftigte»» Gelehrten glailben es hier »nit dem uatürtichcn Urbild des ckstnesischen Trachcn zu tun zu haben.


