m.2\b
Zweites Natt
M. Jahrgang
Erscheint mit
des <r>s»mtagS.
Die „Eichener F«vtttte«bl-tter" werden dem
.Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das
..Ureisblatt für de« Ureis Sichen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschastttche« Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejjen
Donnerstag, tl. September Mb
RotattonSdruct und Verlag der Brühl'schea Universitäts - Brich- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Schttstleitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul» straße 7.6)eschäitsst-tlcn.Berlaq:^W5!,Schrisl« lettung: ^E I12. Tldresse für Drahtnachrichtenr Anzeiger Gießen.
Eine neue Mobilmachung sür das Heimatheer.
Durch jede Kriegsanleihe ergeht eine neue Mobilmachung an alle, die trxrrm und wieich in der geschützten .heinrat sitzen. Sckge nicht: Ich habe schon früher gezeichnet! Unsere Soldaten sagerr auch nicht: Ich habe schon früher gekämpft! Tag und Nacht liegen sie ans blutiger Wacht; Zehn- tauseude haben schon auf allen Kriegsschauplätzen gelitten ltrtb gestritten, und verwtrndet, kaum gesirnvet, zchlen sie dem Feinde hemr mit den sickerndezr uud rieselndenr Tropfen ihves warmen, roten Lebensblutes. Wer dürste da sagen oder nur flüstern: Ich habe schon früher gezeichnet!? Wer aber früher nicht zeichnen formte oder nicht wollte, weil er ein elender Drückeberger war, der raffe sich ans zur 5. Kriegsanleihe. Er müßte sonst vor Schcmr in den Unterstand kriechen, wenn unsere Feldgrauen. heimkehren.
,F), schöner Tag, trenn endlich der Soldat JuS Leben heinrkehrt, in die Menschlichkeit,
Zmn frohen Zug die Fahnen sich entfalten
Und heimwärts schlägt der sanfte Friedensmarsch "
Ob dieser Tag nah oder fern — er ist unlösbar auch mit b&it .Heimatheer verknüpft, tveil Geld, unendlich viel Geld zum Kriegen und Siegen gehört. Ueber 36 Milliarden Mark haben wir schon zürn Schrecken der Feinde ins Feld gestellt! Ich MUß erst tief Atem holen, daß ich diese glorreiche Zahl ausspoechen kann. Dein Geizhals läuft bei all dein Geld das Wasser im Munde zusammen, dem Vaterlandsfteunde aber werden die Augen feucht vor stolzer Freude.
Aber wozu brauchen wir so unendlich viel Geld? Für uns selber, für unsere Soldaten, für unsere Väter und Brüder und Nachbarn, daß sie reichlich ausgerüstet sind und ordentlich zu essen haben, daß sie als Verwundete ihre gute Pflege finden und, wtznn es sein rnuß, für den Winterseldzug warm eingelvickelt werden. Wer nicht für Kriegsgeld sorgt, der sorgt auch nicht für die Heimat und die eigenen Angehörigem, der ist nicht wert, daß ein Tropfen Mut Mr ihn vergossen wird. Und unendlich viel Keieysgeld brachen wir jeden Tag, jede Stunde. Der frühere Schatzmeister des Deutschen Reiches, Reichsschatz- sekretär Dr. helfferich, hat ausgerechnet, daß wir jeden Monat ungefähr zwei Milliarden Mark für den Krieg ausgeben müssen; das macht für der: Tag über 66 Millionen, Mr die Stunde fast 3 Millionen, Und für die Sekunde gar noch 770 Mark. Unsere Feinde brauchen freilich noch viel mehr, England z. B. täglich 120 Millionen Mark, und Amerika lacht sich dabei ins Fäustchen. Solche Kriegskosten halfen uns ztvar inittelbar, aber wir können doch keinen einzigen Soldaten davon ansrüsten. Und viel, viel Geld brauchen wir noch bis Mn siegreichen Ende! Die silbernen, Engeln der Engländer, die uns besiegen sollten, müssen wir fÄft ins Rollen bringen.
Me wäre es uns ergangen, wenn ruffische Roheit französische Rachsucht und englischer hohn über uns herein- gebrochen wären! Die furchtbaren Greuel in Ostpreußen haben uns eine ergreifende Feldpredigt gehalten, und was die anderen Feinde in ohnmächtiger Wut uns noch heute androhen, formen wir jeden Dag aus den Zeitungen lesen. Bei dem gewaltigen Ansturm von allen Seiten war es wahrhaftig nicht selbstverständlich, daß alles so gekommen, ist, wie es jetzt groß und hoffnungsvoll vor uns! liegt. Unsere lieben Soldaten haben jeden von uns, unsere Eltern und Geschwister, unsere Schulen und Kirchen, unser Hab und Gut nrit Leib Und Leben verteidigt; wir dürfen sie nimmermehr im Stich lassen und wollen auch nicht dulden, daß andere sie treulos verlasserr. Ohne Geld aber formen sie nicht weiter siegen. Wehe uns, wenn unsere heimkehrenden Bater^andsverteidiger mit Erbitterrmg sagen dürften: Von den Feinden nicht besiegt, aber von deir Freunden verlasserr! Wer sich nicht an der Kriegsanleihe beteiligt, der begeht eine schwarze Tat des Undanks. Der sagt zu unserem Kaiser mr ergrauten Kriegshacrr: Du bist wohl immer mit dabei in Wind und Wetter, in West und Ost, aber i ch helfe dir nicht mehr! Der sagt zum Feldmarschall hindenburg: Du hast zwar noch im weißen .Haar die russischen Schinderknechte vertrieben und wirst jubelnd empfangen von Millionen Soldaten an der unerrdlich langen Ostftont, aber i ch helfe dir nicht mehr! Der sagt zu den kühnen Seglern der Lüfte: Und steigt ihr empor und späht und kämpft wie die Adler, ich helfe euch nicht mehr! Und brecht ihr zusammen Mischen Himmel und Erde ohne Anker urrd Boden, ich halte mein Geld fest! Der sagt zu den sterbenden Siegern vom Skagerrak: Grüßt England, ich werfe euch kein Rettungsseil M! Der sagt zu den U-Boot-Helden der nassen dunkeln Tiefe: Ich halte mein Schiffchen im trocknen! Ach, der sagt endlich zu jedem Musketier: Du liegst wohl in Eis und Schnee für uns im Schützengraben und stürmst in Sonnenglut mit Handgranaten gegen den Feind, aber ich helfe dir nicht mehr! Pfui, des schwarzen Undanks!
In manchen Soldatenbriefen aus dem Felde haben wir die Frage gelesen: Denkt man in der Heimat auch aü uns? Wre aus großen sehnsüchtigen Augen spricht daraus! die Herzensgut eines Menschen, der sich für andere hinopfert und nicht weiß, ob er Dank erntet. Denkt man in der Heimat auch an uns? Gib Antwort, aber nrcht mit schönen Worten, sorrdern durch die 5. Kriegsanleihe! Wenn daun im Oktober die Blätter fallen, dann geht ein freudrg Raunerr und Rauschen durch Millionen .Heimatstreiter, und die Milliarden antworten: Fa, wir denken an euch!
Unsere Feinde fürchten nicht bloß unsere Waffen, sondern Mich Unser Geld. Mit denr Schwerte konnten sie uns nicht unterkriegen, mit HUrrger rnrd Luge auch nicht, denn wir wurden immer sparsarner und ließen die Wahrheit sprechen; nun liegen sie schadenfroh auf der Lauer, haben selbst fast nichts mehr zu beißen und zu brechen und hoffen und harren doch auf unseren leeren Geldbeutel. Aber Hoffen und Harren macht manchen zum Narreir. Ich ahne schon, wie das Hurra über alle Länder uud Meere fliegt: Die deutsche .Herrnarmee hat wieder einen großen Sieg errungen durch die neue Kriegsanleihe. Ich höre schon, wie unsere Feinde die Rresensnnrme verkleinern, weil sie ihnen wie ein drohender Recke erscheint, und ich sehe schon, wie die Glocken auf allen Kirchen und Kapellen leise schwingen und singen, weil die Kriegsanleihe den furchtbaren Krieg abkürzt und den jübeluden Friedenstag näherrückt. Oh, niöchten doch alle, alte mitsiegen! Mit jeder Mark zur Kriegsanleihe flechten wir ein Lorbeerblatt in den großen rauschenden Sieges- und Friedenskranz, der unsere )eimkehrenden Truppen schmücken soll.
Keiner darf denken oder sagen: Auf meine paar Mark kommt es doch wohl nicht an. Auf jede Mark kommt es an, und gerade auf dich.kommt es an wie auf jeden Svl^ daten! Oder sagst du auch bei den geltenden Höchstpreisen: Auf mich kommt es nicht an, ich fordere wie in Friedens- zerten!? Gerade die kleineren Zeichnungen haben bei den rüheren Kriegsanleihen fast 18 Milliarden eingebracht, die ich auf 13 Millionen Ernzelzerchnnngen verteilten. Gewiß werderr auch die großen Vernrögensverwattungen und reichen Leute wieder tüchtig mitzeichnen; sie haberr Vaterlandsliebe und Geschästsverstandnis genug dafür, doch ihre Zahl ist viel zu klein, wo Milliarden in Frage stehen. dlber viele Körner machen einen Hansen, viele Bäche einen Strom, viele Mark eine Million. Im vorigen Herbst haben fleißige Kinder die Nachlese ans deir Stoppeln gehalten. Was sollen ein paar Handvotl Aehren, könnte man sagen. Sei still! Weil es viele, viele taten, ist mehr Korn zusammengekommen als ein Dutzend Großgrundbesitzer einsahren konnten. Das selbe meint auch der Dichter Rückert mit seinem weisen Sprüchlein:
„Wenn die Wassertein kämen zuhauf, gab' es wohl einen Nuß,
Weil jedes nimmt seinen eigenen Lauf, eins oder das andre vertrocknen muß.'"
Wie aber die Wässerlein in Millionen Tropfen und Rinnsalen van Acker und Wiese, aus Feld und Wald, aus Stadt und Land zu unseren freien deutschen Strömen an- wachsen, so müssen Bauern und Bürger, Arbeiter und Handwerker, Beamte und Rentner, Kaufleute und Fabrik- Heroen, Kinder und Greise, Verschwender und Geizhälse das Geld zusammenfließen lassen zu dem gMaltigen Strome einer neuen .Kriegsanleihe. Und dieser Millrardenstronr hat vor allen anderen Strömen noch eins voraus: Er entspringt und mündet im eigenen Baterlande. Ist das nicht ein fruchtbarer Kreislauf?
Wer dem Vaterlande durch die Kriegsan leihe einen Dienst erweist, ist sich selbst der beste Freund. Darum werden auch diejenigen zeichnen, denen der Geldbeutel nähersteht als das Vaterland. Leihe mir 95 Mark, sagt das Reich bei der 5. Kriegsanleihe, so zahle ich dir 100 Mark aufSchatzanweisung zurück; leihe mir 950 Mark, so bekommst du auf Jahr und Tag 1000 Mark wieder. Wo in aller Welt wird dir ein solches Geschäft ange- boten?! Laus doch umher in Stadt und Land — wer schenkt dir einen Taler oder eine Mark? Das Deuffche Reich tut es, und du brauchst nicht einmal „Danke schön" zu sagen. Und wer zahlt dir pünktlich und halbjährlich noch 472 vom Hundert Zinsen dazu? Das tut wieder das Reich. Die Sparkasse gibt 4 v. H. Laß deine 100 oder 500 Mark dort liegen, und du hast in 10 Jahren 5 oder 25 Mark weniger als bei der Kriegsanleihe. Oder zahle bloß 95 Mark ein und sage nach ).0 Jahren, du möchtest gern 100 Mark wiederhaben und dazu die Zinsen von 100 Mark, nicht von 95 Mark, für 10 Jahre. Man wird dich anslachen! Du hast die Wahl, sagt ferner das Reich; leihe mir 98 Mark, so gebe ich dir eine Schuldverschreibung über 100 Mark; leihe mir 490 Mark, so erhältst du eine solche über 500 Mark usw. bis in die Millionen. Ich frage noch einmal: Wer schenkt dir 2 oder 10 oder 100 Mark in dieser teuren Zeit, und wer zahlt die oben- drein für diese Anleche 5 Prozent Zinsen? Aber vielleicht möchtest du dein Geld einem guten Freunde leihen und vergissest dabei ganz, daß das Vaterland der beste Freund ist. Er zahlt wohl auch 4 J / 2 oder 5 Prozent, aber für 100 Mark nicht für 95 oder 98 Mark. Und wenn er in Sorge und Not gerät, wo bleiben dann die Zinsen? Willst du ihn mahnen und pfänden? Bei der Schatzanweisung und der Schuldverschreibung (beide auch Kriegsanleihen genannt) brauchst du halbjährlich nur den Zinsschein abzuschneiden und in Zahlung zu geben, so ist alles erledigt ohne Rücksicht, Mahnung nnd Verzögerung. Das Abschneiden ist eine schöne Ar beit, viel mehr angenehm als anstrengend. P
Woher du das Geld nehmen sollst für die 5. Kriegsanleihe? Wo immer du es bekommen kannst, ohne zu stehlen. Es handelt sich um ein ehrlich Geschäft: mehr noch; das Vaterland ruft, und Sieg und Frieden ist mit in deine Harte gegeben. Klopfe an bei den Sparkassen und Darlehnsvereinen, wo du noch ein Guthaben haU benutze die anständige Gelegenheit, urn alte Ausstände beizutreiben, und raffe zusammen, was zinslos in verschwiegenen Ecken liegt! Ueberdies ist zum Zeichnen noch gar kein bar
Geld ntowendig. Wer z. B. 1000 Mark anmeldet, braucht erst zu folgenden Terminen zu zahlen; 18. Oktober (30 Proz.), 24. November (20 Proz.), 9. Januar und 6. Februar (je 25 Proz.). Wer nur 100 Mark anmeldet, darf bis zum 6. Februar mit der ganzen Zahlung warten. Aber verschiebe die Anmeldung oder Zeichnung nicht bis auf die letzten Tage! Das Deutsche Reich läuft keinem nach; am 5. Oktober ist die Frist verstrichen, und die Anmeldeklappe wird zugemacht.
Zeichne reichlich zum vaterländischen Danke, wenn der Herr deine Aecker und Ställe gesegnet hat, wenn deine Werk- tatt im Betriebe blieb, wenn dein Arbeitslohn gestiegen ist oder der Würgengel des Krieges an deiner Hütte vorübeö- ging. Zeichne nach Kräften zur Aufbesserung deiner Lage, wenn du unter dem Kriege wirtschaftlich gelitten hast, der Witwe vergleichbar, die ihr letztes Scherflein in den Opfer- ästen warf. Zeichnet alle zum E h r e n d e n k m a l für die Gefallenen, die ihr Letztes und Bestes für Heimat und Vaterland gegeben haben! Mir ist, als hörte ich aus fernen, fernen Gräbern von welscher Erde und russischem Sunde, ans den Schluchten der Karpathen und den Tiefen des Meeres die Mahnungsstimme des .Heldenjünglings Theodor Körner;
,Vergiß, mein Volk, die treuen Toten nicht!"
Mr haben oft gehört, wie der beliebte Offizier und der chlichte Soldat die Kameraden durch Wort und Beispiel fortrissen zum siegreichen Sturme, oder wie sie nicht rasteten und ruhten, bis sie den Verwundeten geborgen hatten. Das sind wiederum Beispiele für das Heimatheer. Wo dir auch stehst im bürgerlichen Leben, hoch oder niedrig, du kannst durch lebendig Wort 'und Beispiel andere nrit sortreißen zur siegreichen Kriegsanleihe, und wenn er schon verwundet ist durch Gleichgültigkeit oder Mißtrauen, raste und ruhe nicht, bis er geborgen ist für unsere große vaterländische Sache! Und wieder haben wir gehört in seliger Jugendzeit; Das Gebet dev Kinder dringt durch die Wolken. Dann wird auch auf den Geldern, die durch die H ä n d e der K i n d e r und Schulen der Kriegsanleihe zufließen sollen, Gottes Segen und deut- che Siegeskraft ruhen. Vergiß das nicht, wenn deine Lieblinge, für deren Zukunft Millionen kämpfen und bluten, um eine Beisteuer zur Kriegsanleihe bitten.?
DuwillstauchflüssigesGeldbehaltenfür
die Zukunft? Ach ja, du möchtest deine Werkstatt erweitern, deine Scheuern größer bauen oder einen Garten kaufen; dein Sohn soll studieren und deine Tochter will heiraten — alles gut und schön, aber flüssiges Geld brauchst du dazu nicht verstauen, und ein hochgemutes deutsches Mädchen mit Kriegsanleihen und vaterländischem'Sinn möchte ich schon gleich in meine Arme schließen. Wenn die Zeit gekommen ist, kannst du doch deine Kriegsanleihen gut verkaufen oder kannst sie verpfänden bei der Sparkasse oder den Reichsdarlehnskassen, die auch sicher nach dem Kriege so lange bestehen bleiben, als ein Bedürfnis vorliegt. Um flüssiges Geld brauchst du also niemals zu bangen, solange du Kriegsanleihen hast.
Aber wie ist es mit der Sicherheit der Kriegsanleihen? ftagen Herr Angstmeier und Fräulein Zitterig wie aus einem Munde. Sei ruhig, lieber Angstmeier, unser Vaterland ist groß und reich und treu. Es stellt sich selbst zur Sicherheit mit seiner Ehre mte mit seiner und aller Bundesstaaten Steuerkraft, mit seinen Eisenbahnen und Staatsgebäuden, mit seinen Forsten und gewerblichen Anlagen, und der gute Wille wird gewährleistet durch die Reichsgesetze und durch unsere Abgeordneten, die selbst wohl ohne Ausnahme Kriegsanleihen haben. Und die Zahlung der Zinsen in der versprochenen Höhe und Zeitdauer ist ebenso sicher wie das Kapital. Für Fräulein Zitterig aber haben wir noch an die 400 000 Quadratkilometer Feindesland fest in der Hand, ein wertvolles Pfand, fast so groß wie das Deutsche Reich selber. — Wenn alles gut geht, flüstert Tante Miesmacher? Ach ja, bei der ersten Kriegsanleihe hätte sie vielleicht so flüstern können; wenn sie es aber jetzt noch tut, dann muß sie nach Rußlarrd, von Posen aus 13 Stunden in einem 0-Zug durch erobertes Land an die undurchdringliche Hindenburg-Front gerast, oder an die Somme, wo eine Schnecke in acht Wochen weiter gekommen wäre als die Engländer und Franzosen, und sie wird mit eigenen Augen sehen, wie alles gut geht. — Auch unsere bombensichern Sparkassen können keine größere Sicherheit bieten als das Reich. Wenn aber der Feind über uns hereingebrochen wäre, so würden auch sie ins Wanken gekommen sein. Frage einmal die Sparkassen in Arras, Bpern und Verdun, wieviel ihre be- liehenen Häuser, Bauplätze und Aecker noch wert sind! Es gibt aber Leute, die sind noch klüger und vorsichtiger als Herr Angsttneier, Fräulein Zitterig und Tante Miesmacher. Und doch haben sie viele Millionen für Kirchen, Stiftungen und Mündel den Sparkassen entnommen und für die Kriegsanleihen nutzbar gemacht. Und die vorsichtigen Sparkassen selber, die doch gewöhnlich nur zur Hälfte des Wertes beleihen, haben Millionen und aber Millionen Kriegsanleihen gezeichnet, und da will noch einer fragen, wie es mit der Sicherheit steht? Nun gut, so sage ich kurz unv bündig; Die Kriegsanleihen fallen erst mit dem Deutschen Reich, nnd das Deutsche Reich steht so fest wie der Himmel über uns. Aber nun kommt alle her — auch Herr Angsttneier, Fräulein Zitterig und Dritte Miesmacher — und ruft mit dem ganzen großen Heimatheer des deutschen Volkes;
Heil nnd Sieg in Ost und West über Land und Meer durch unsere herrlichen Truppen; Heil und Sieg aber auch in Haus und Hütte und ehrenvollen Friede n d u r ch unsere 5. Kriegsanleihe!


