Ausgabe 
29.9.1916 Erstes Blatt
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Schwär - cs Meer: Zwei feindliche Torpeiwboote be-

schossen 45 Mimlten lang die Stadt Mangalia, wo tre mehrere Hckuwr jer ft orten und eijr Tartarenkind röteten.

ooiiu, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des bul­garischen Generalstabes vom 28. September .. ^_

Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert, stel­lenweise schvaches beiderseitiges Artilleriefeuer - ,

Ru m ä ni sche Front: Längs der Donau Ruhe. fdofjcn wir ein feindliches Flugzeug ab. Es fiel auf das lmke Dmrauufer. In der Dobrudscha schwaches beidersettrges Arttllerre-

Än der Küste des Schwarzen Meeres beschoß ein russischer Kreuzer Mangalia eine Sttrndc und 20 Minuten lang. K^ne Menschenoerluste, Schaden unbedeutend. Unsere FluFzerrge 1)ade bei Tuzla und Tagladschakoe: (ungefähr 10 Wometer ludlrch won Tuzla) zwei feindliche Torpedobootzerstörer erfolgrerch angegripen.

Der türkische Bericht.

Kviistantinovel, 28. Srpt. WTB.' Amtlicher Heeres- bericht vom 27. September. r - X y^^ rrM - I<a ^r

Kau kasusfront: Auf denr rechten FLugel S^c^r^- Alls rxnn linke» rvtüsrf ttmtbe bn tfetnb, ber imfcre Trugen mrgE mit Verlusten für ihn Mrückgelchlagem Am 31 AuMlst wanen nnsere Flugzeuge zwischen 6 Uhr 15 Mrrn Md 6 Aw 30 Mrrn nnrmittags aus Materiallager und Eisenbahn bn B°rt sard Sprengbomben im Gewicht von 92 KtlogrMNNi Es wnrde benbach- tet. hast di.- «amLan wiederholt thre Ztele lehr wirksam t^fm, unsere Flugzeuge sind unbeschädigt zuruckgekehrt. Am ll. &tyt. schoß einer unserer Flieger über dem Meer vor El Artsch ern mgUsches Wasserflugzeug ab.

Nichts 'von Belang an den anderen Fronten.

Der rumänische Bericht.

vom 27. September.

An der Nord- und N o rd w e ft fr o n t in den CalrMan- bergen und bei Giurgin Györgiö Patrouillengefechte. Südlich von Sibia (Herma unstadt) finden noch rm ^tu-Tale heftige Kampfe statt. Unsere Trrrpvar griffen den Feind an und ivatten Kieht fick in voller Hast in nördlicher und nordwestlrcher Richtung zurück. Wir erbeuteten zwei Maschinengewehre und machten iuu '.Gefangene, darunter zwei Offiziere. , . r . ,

Sch b r r o u t: An der Donau Herders erttges Artlllerrefeuer.

der Dobrudscha sstuhe. ^

L u f t k a nr p s: Am 26. September warfen feindliche Flugzeuge tagsüber Beuchen auf Birkarest und Dörfer südlich davon. Sie for­derten einige Opfer, es handelt sich fast ausschlreßlrch um Frauen? und Kinder, tiu Zeppelin warf in der Nacht zinn 27 Septem­ber Brandbomben mrf Bukarest, die zwei kleine Brande hervor­riefen und schnell gelöscht wurden. Eine Person wurde getötet, cane Frau verletzt. Der Zeppelin wurde von unserer Artulme Ver­trieben In der Gegend von Toplica zwang unsere Artlllerre em feindlick-es Flugzeug zum Niedergehen.

Amsterdam, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.)Trch er­fährt aus Bukarest, daß bei dem d e ir r f ch e n Luftangriff am Montag 53 Bomben auf die Stadt abgeworfen worden sind. ( wurden dadurch 50 Menschen, darunter Frauen und Kinder getötet.

Ein Kronrae in Athen.

Amsterdam, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Dem LondonerDaily Telegraph" wird aus Athen über den gestrigen Krön rat gemeldet, daß daran der König, der Ministerpräsident, der Minister des Aeußern, General Mo- schopulos und alle Generale teilgenomnren hätten. Ueber die Berhandlungert sei nichts veröffetrtlicht worden.

Die griechischen Gäste in Görlitz.

Görlitz, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der erste Trans­port der griechischen G ä ft e ist nachmittags um 3 Uhr 27 Min auf dem Hauptbahnhof eingettoffen; er bestand aus 2 2 Offizieren und 427 Mann und 15 Gebirgs- kanonen, welch letztere an der so gerra nuten Blockhausrampe ausgeladen und direkt nach dem hierfür bestimmten-Schuppen irber- ""chrt wurden. In Begleitung der Offiziere befanden sich einige uen und Kinder. Das Kommando des Transports hatte der

_rst Kasakallos, der Kommandant von Kavala, die Führung

hatte Oberleutnant Schmitt. Zum Empfang hatten sich eingefunden der Flügeladjutant des Kaisers Oberst von Estorff, welcher vot- nrittags aus dem kaiserlichen Hauptquartier hier eingetrosfen war, ferner u. a. Major t>. Unruh, als Vertreter des. Garnison komm an- dos, von der Stadt Oberbürgermeister Snay, Bürgermeister Riaß, Stadtrat Viebeg, der Bahnhofskomnrandaitt Oberstleutnant Scha- Sor und Offiziere der Garnison. Beim Einlaufen des Zuges spielte die Kapelle des Ersatzbataillons des Infanterie-Regiments von Courbiere, 2. Posensches Nr. 19, die griechische National­hymne. Oberst von Estorff wandte sich an Kasakallos, dem er Grüße Seiner Majestät des Kaisers für die griechischen Truppen überbrachte. Snay hieß diese im Namen der Stadt willkommen. Die Ausschiffung der Mannschaften erfolgte unter Musik. Die Latte empfingen ihre Gewehre aus einem mittekommenen Güter­wagen. Hieraus wurden die Offtziere und Mannschaften in der Kriegsverpflegungsanstalt des Bahnhofes mit warmer Kost gespeist. Den Frauen und Kindern waren Schwestern des Roten Kreuzes behilflich. Während der Speisung konzertterte die Kapelle. Um 4 Uhr 38 Minuten traf der zweite Transport mit 27 Offtzieren und 513 Man nein, welcher wiedertrm mit der griechischen Natio­nalhymne empfangen nnttde. Die Ankunft der weiteren Transporte ist noch unbestimmt. Nach der Speisung formierten sich die Truppen zu einent Zuge und marschierten unter Vorantritt der dchttschen Musik in die Stadt. Hinter der Musik schritt der Oberst Kasakülos mit seinem Stabe, begleitet von deutschen Offtzieren. .Ihm folgten die entfaltete griechische Regimentsfahne, sodann die Truppen mit aufgepflanztem Seitengewehr. Der Marsch ging durch die Eisenbabuuntersührung in die Stadt hinein durch die Berliner Straße über den Postplatz und so fort nach dem Baracken­lager, welches eine Viertelstunde vor der Stadt bei der neuen 'Kaserne nach Mops zu liegt. Das Barackenlager besteht aus einer größeren Anzahl geräumiger, Heller und wohnlicher Baracken. Die Offiziere werden in dar Stadt, teils in Hotels, teils in möb­lierten Zimmern untergebracht, so daß in jeder Weise für einen kameradichaftlichen Empfang der griechischen Gäste vorgesorgt ist.

Englische Angriffe aus deutsche Luftschiffhallen.

London. 27. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Die Mmiralität teilt mit: Heute früh wirrden von. unseren Marineflugzeugen auf feindliche Luftschiffhal­len Angriffe ansgeführt. In Evere, Berchem St. Agathe und Etterbeck bei Brüssel wurden die Hallen mit Bomben belegt und augenscheinlich getroffen. Die auf Evere geworfene Bomben trafen, ein Gebäude, das vermutlich Munitionsvorräte enthielt. In einem geschlossenen Schuppen wurden schwere Explosionen und große .Rauchtvolken beobachtet. Me Flugzeuge sind wohlbehalten zurück . gekehrt.

Die Zeppelirrangriffc auf England.

Berlin, 28. Sept. Mehrere aus London in Bergen ein­getroffene Augenzeugen der letzten Zeppelinangriffe be - richten von furcht baven durch den Angriff angerichtete Ver^ Leerungen. Mindestens 100 Bvmben seien auf verschiedeire Stadtteile Londons gefallen und mehr als hundert Gebäude schwer ^beschädigt worden. Zum Teil seien es nur noch Trümmerhaufen Der ungerichtet Schaden ist mit 50 Millionen Krotten eher zu! niedrig als zu hockt veranschlagt. Verletzt seien fast 300, tot wohl 30 Personen. Tie Schreckensnacht habe furchtbaren Eindruck auf die Bevölkerung gemacht.

London, 27. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Bu reaus Zweiundzwanftg Mitglieder der Besatzung des am 24. September zerstörten deutschen Luftschiffes sind mit militä rischen Ehren beerdigt worden, sechs Offtziere vom Flieger .'korps trugen den Sarg des Kommandanten.

. 2^0£, 26. Sept. (WTB. Nichtamtlich) Die Polizei der

Graft chast Essex wies den Coroner an- kein Leichen schau­

gericht über die Bemannung des serbrannien oeutt- fielt Luftschiffes zu harren, da diese Formluhkett ru eurem. Falle überflüssig sei. wo es sich um feiudllckie^gretwrhandle, die ber einer kriegerischen Unternehmung umüimen. Wahrend von Bemannung des Luftschiffes alle durch Feuer mnkcunm, rst die

der Bemannung - - - ^ . r

Leiche des Kommandanten vom Feuer nicht berührt. scheut aus benTLuftschiff herabgesprungen W sein, ba ferne 2 htä

300 Aard-sH den Trümmern entfernt gesundm wurde. Der Ort in Essex, wo sich das Unglück ereignet hat, u«rd nrcht genannt Die Offiziere und die Mannschaft des auderm Luftsch^es, dav in . der Nähe der Küste von Essex landete, befinden r)ch zurzett im Militärgesängnis (Military detentiens barracke', von wo sre später nach einem Internierungslager übergeführt werden. Einer von ihnen hctt einen Rippenbruch erlitten und befindet sich rm Hospttal.

Die Kphlenerzeugung in England.

London, 28. Sept. iWTB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Nach dem amtlichen Bericht über dre englische K'ohlenindustrie betrug die Ko hlenerKettgung rn ^n Perioden vom 1. August 1913 bis 31. Juli 1914 rund 281 Millionen Tonnen, von 1914 bis 1915 rund 250 .-'ttllwnen, von 1915 bis 1916 rund 254 Milionen; die Ausfuhr von Kohlen sank, wie der Bericht sagt, «ms einen bedenllich ntedrtgen Stand. 1913 betrug sie 73 Müll. Tonnen, 1914 59 Mtll., 1915 nur 46V? Millionen. Ter Bericht sagt, daß die Mittel, durch dre die Kohlenprvduktion im letzten Jahre etwas eryöht wurde, nicht ausreichen könnten, um die Ausfuhr zu vermehren, daher müfte große Sparsamkeit im Verbrauch vo-n Kohlen herrschen. Der Preis für Grubenholz war zu Anfang des Jahres 300 bis 500 Prozent höher als vor dem Kriege, die Einfuhr aus Nortmgen und Rußland und namentlich aus Schweden ist unsicher. Man entschloß sich daher, die englischen Holzbestchrde auszubeuten. Das Kriegsamt hat zunächst lausend deutsche Kriegsgefangene zu diesem Zweck angewiesen.

Die rusfischen Finanzen.

Kopenhagen, 28. Sept- (WTB.)Berlinske Tidende' meldet aus Petersburg: Der Fmanzminister bereitet die

Ausnahme einer neuen inneren Kriegsanleihe vor. Der Reick,sbank und den Sparkassen wird bei der Unterbringung der Anleihe der erste Platz eingeräumt. Bezüglich der Beteiligung, der Privatbauken hat der Finanzminister Besttmnrungen ausge- arbeitet, die besagen, in welchem Maße diese an der Anleihe sich zu beteiligen 'haben. ' . r r *

Ter Vertrag über die Aufnahme der neuen Ersenbahn anleihe über 350 Mülionen Rubel ist vom Finanzmunster Bark gestern unterzeichnet worden.

Der Seekrieg.

Berlin, 28. Sept. (WTB.) Eines unserer Untersee boote hat arn 23. September vortnittags in der Nordsee e l f englische Fischdampfer mit zusammen 1606 Brutto- regrftertonnen, ein anderes Unterseeboot am gleichen Tage anr Eingang vom Kanal vier belgische See leichter versenkt.

Eines unserer Marineluftschifse griff am 27. September morgens die Flugstation Lebara und die Äbwehr- batterien auf Oe sei mit gutem Erfolge an. Das Lustschift ist trotz heftigster Beschießung wohlbehalten zurückgekehrt Berlin, 28. Sept. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M/ meldet aus Kristiania: Der gestern als versenkt gemeldete norwegische DampferKnut Hilde" wurde erst 1915 erbaut und war 1631 Tonnen groß. Er befand sich mit einer Holzladung auf der Reise vom Weihen Meer nach West tziartlepool. Die Mannschaft erhielt 15 Minuten Zeit zum Besteigen der Boote. Das Schiff, das noch schwimmen soll ist vollständig von Granatschüssen durchbohrt. Der Kapitän meldet, daß drei weitere Frachtdampfer vor seinem Schiff fuhren, die wahrscheinlich auch versenkt wurden.

London, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det : Der DanrpferT h e l m a" wurde versenkt. Die Be­satzung ist gerettet worden. Der schwedische SeglerBen- guela" (688 Tonnen) ist gesunken. Die Besatzung wurde gerettet.

Bern, 28. Sept. (WTB.) Nach einer imCorriere della Serct' veröffentlichten Stattstik verlor Italien im Juli fünf Dampfer und zwei Segelschiffe mit 16 871 Tonnen durch den Tauchbootkrieg, im August mehr als das Dreifache, nänllich sieben Dampfer und 39 Segler mit 54135 Tonnen. Die italienischen Verluste im August über­steigen die englischen um rurrd 3000 Tonnen.

Aus drm Reiche.

Berlin, 28. Sept. (WTB.) ImReichsanzeiger" wird ein Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr aller Waren des Ab­schnittes 17 z dos Zolltarifs (Eisen und Eisentegierungerr) kannt gemacht. Ferner werdeir im)Heichsanzeiger" seitens der Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft Höchstpreise für die Fabvikation und den Kleinhandel für Spargelkonserven, Erbsenkonserven und Konserven aus gemischtem Gemüse mit denr Bemerken zur Kenntnis gebracht, datz das Absatzverbot für Gemüsekonserven und Faßbohnen vom 9. September 1916 durch die Bekanntmachung nicht aufgehoben wird.

Aus

Auf

Stadt und Land.

Gießen, 29. September 1916.

KriegSbefchadigten-Fürforge.

Veranlassung des Ausschusftes , für Ber

wundetenunterricht hielt Geheimevat Dr. Dietz-Darm- stadt gestern äbcknb in der großen Aula der Universität einen be­sonders von Verwundeten aus den hiesigen Lazaretten sehr gut besuchten Vortrag über Kriegsbeschädigten-Fürsorge. In seiner Einleitung erläuterte der Redner zunächst die Organi­sation der Kriegsbesä>ädigten-Fürsovge, die ans Anregung der Ge­sellschaft für Krüppelsürsorge in Form von Landes- bezw>. Pro- vinzialausschüsseu ufw. ins Leben gerufen wurde und den Zweck verfolgt, die verwundeten und erkrankten Kriegsteilnehmer wieder zu erwerbsfähigen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu rnachen. Dies gesckiiieht einesteils durch die Militärbehövoe, die für Ge­sundung der Kriegsteilnehmer und Beschaffung der erforderlichen! Ersatzglieder sorgt, andererseits durch bür gerlicheFürsorge, welche dem Kriegsbeschädigten durch Berufsberatung, Be- rufs Umschulung und Arbeitsvermittelung zu seinem weiteren Fortkommerr im Wirtschaftsleben behilflich ist. Was die ärztliche Kunst in diesem Kriege leistet, ffelyt daraus hervor, daß nach Mitteilung des Redners in Feldlazaretten über 86 Prozent, in Lazaretten der Heimat über 91 P^ozerrt (neuerdings 98 Prozent) der Kriegsbesä-ädigten tvieder erwerbsfähig wurden, während nur 1,5 Prozent der dort Untergebrachtw ihren Verletzun­gen bezw. Erkrankungen erlagen. Die Bestr-ebungen der bürgerlichen Fürsorge gehen in erster Linie darauf hinaus, die Kriegsbeschädigten ihrem vor der Einberufrmg zum Heeresdienst aus geilten Söerufc zu erhalten, nur wo dies in­folge der Bettetzung oder Erkrankung unmöglich ist, soll eine llm- sckiulung für verwandten oder ähnlichen Beruf stattftnden. Dank der an künstlichen Gliedmaßen sowie an Werkzeugen und Geräten angebrachten besonderen Einrichtungen ist die Zahl derjenigen Kriegsbeschädigten, die umlerwen müssen, äußerst gering, so daß z. B. Einarmige, bezw. Einbeinige ihren ehemaligen Beruf als Landwirt, Schlosser usw. nach wie vor ausfülleu können, Zur weiteren AusbÜdmig bezw. Berussumschallung der Kriegsbeschädig­ten sind sowohl in Offenbach wie auch in Gießen (Gewerbeschule)

besondera Werkßä^crc emgerichtet, wobei gleichzeittg zur

Teilnahme am rheoretisckien Unterricht (Zeichnen, Buchruhrm^. Rechnen, Arbeiterversicherung usw.- gegeben ist: außerde m wmoen in Gießen im Soldatenheinr durch den Ausschuß für Verwunc^^- urtterricht ^sondeve Unterrichtskurse zur Belehrung der verwunoeven und erkrankten Kriegstellnehmer veranstaltet. ,,

Neben der Beschäftigung von Kriegsbeschädigten m beimwers hierfür eingerichteten Werkstätten ist man in Osserwach beretts dazu übergegangen, in der Ausbildung bereits Borgeschr ttrene zu ihrer weiteren Einarbeitung in Privatwerkstätten unterpüirmgerck Auch der Beschäftigung der Kriegsbeschädigten in den Lazaretmn 'elbst 'wird zum Zwecke der Aneignung von Fertrgkettar, vre für den späteren Beruf oft sehr nützlich sind, besondere Auftnnksam!- kert geschenft. Ndben der Berussberattmg und Berufs um scbuumg erstreckt sich die Tättgkeit der bürgerlichen .Kriegsbeschädigten^xür^ sorge auch auf die Bes chaffung von A rbeits g e l e g e n yerv für die Kriegsbeschädigten. Im 2. Halbjahr 1915 lagen: 1500 Stellengesuche vor, wovon 1351 durch Vermittlung wn. oteuat erledigt werden konnten, während in 1916 !l^retts 4000 Sttuew vermittelt wurden.

Vielfach ist die Anftcht verbreitet, daß mit dem Beginn emer Erwerbstätigkeit eine^uny der Mülüärrente eintrettn würde. Demgegenüber iveist der Redner darauf hin, daß Berstimrmelu nys- und Kriegszulage nicht entzogen werden können, solange emÄ mindestens 10 o'nige Rente gezahlt wird. Auch die Revision der Rertten ist vorläufig nicht rn Arrssicht genommen. Ebensowenig! darf bei Beschäftigung von Kriegsbeschädigten arrs Anlaß des Be­zuges einer Rente Lohnkürzung em.treten: vielmehr haben das Rerch sowohl wie auch die Bund^staaten angeordnet, daß dre Bezähilung lediglich nach den Leistungen zu erfolgen hat. Redner macht noch besonders auf die reichsgrsetzliche Jrrvalidenreute, die neben _ der Militärrente gewährt wird, sowie die Möglichkett einer Kapital- .abftndung an Stelle eines Teils der Bersorgungsgebühnnsse auf­merksam, rrm dann an Hand von Lichtbildern zu beweisen, taß selbst der schwerverletzte Kriegsbeschädigte bei den heuttgen Hrlss- mitteln einen großen Tell seiner Aibeitssähigkeft wieder ge­winnen kann. ...

Allgemeiner Beifall belohnte den Redner für ferne interessan­ten Ausführungen.

** Amtliche Personal nach richten. Der Großherzog hat am 27. d. Mts. dem Kommerzienrat Dr.-Jng. Wilhelm O pel in Rüsselsheim, Mitinhaber der Firma Adam Opel in Rüssels­heim, den Charakter als Geheimer Kommerzienrat verliehen.

Der Großherzog hat am 13. September 1916 dem Werkmeister Ni­kolaus Klein zu Friedberg das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" verliehen.

** Die Zeichnungen auf die fünfte deutsche Kriegsanleihe, bestehend aus fünsprozentiger Reichsanleihe und vrereinhalbprozenftgen Reichsschatzanweisungen, werden von allen Banken, Sparkassen, Lebensversicherungsgesellschasten, Kre­ditgenossenschaften und, falls die Zeichnung die fünsprozentige Rerchsanleihe betrifft, auch von allen Postanstalten bis zum 5. Oktober mittags 1 Uhr entgegengenommen. Das Reich wollte aber denen, die schon jetzt oder bei Ablauf des Monats September über flüssige Mittel verfügen, die Gelegenheit bieten, nwglichst schnell in den Genuß der hohen Zinsen zu gelangen, die die fünfte 5kriegsanleihe gewährt. Aus diesem Grunde ist in den Zeichnungs­bedingungen bestimmt worden, daß vom 30. September an die auf die Kriegsanleihe gezeichneten Beträge bezahlt werden können. Auch Teilzahlungen, in runden, durch 100 teilbaren Bettäaen des Nennwerts, sind vom 30. Sep­tember ab zulässig. Wer also sein für die Kriegsanleihe bestimmtes Geld schon ganz oder tellweise bereit hat, der warte nicht mit der Zeichnungsanmeldung bis zum 5. Oktober urrd mit der Bezahlung des gezeichneten Bettages bis zum ersten Pftichtzahlungstermin, dem 18. Oktober, sondern er zeichne sofort und zahle das Geld am 30. September ein oder weise seine Bankverbindung recht­zeitig an, die Zahlung an dem genannten Tage für ihn zu leisten. Hieraus heute aufmerksam zu machen, erscheint uns im Interesse der Zeichner besonders deshalb wichtig, weil der 30. September unmittelbar bevorsteht.

** Zur Eierverteilungsfrage. Die Reichsvertei- lungSstellc für Eier gibt folgeirdes bekannt: Am 12. und 14. Sep­tember 1916 haben grundlegende Besprechungen zwisch«r der Reichsverteilungsstelle und den Landesverteillmgsstelleir stattgefun- den. Aus Grund derselben wird es möglich sein, in nächster Zelll einen Verteilungsplan für das gesamte Reichsgckiet auszustellen. Jnzwischerk beginnen die Kommunalverbände und die in der Bil­dung begriffenen Unterverteilungsstellen mit dem Emsamnreln bet Eier. Der Ersola dieser Sammlungen wird wesentlich von der Ge­schicklichkeit und den organisatorischer Maßnahmen der Kvmmunal- verbände, sowie insbesoirdere dem Eifer und der Hingabe der vo^ dieser mit der Scrmmeltäftgkeü bettauten Organe abhängen.

** Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur vierten Klasse muß unter Vorlegung des Vorklassenwses bis zmn 2. Oktober, abends 6 llhr, geschehen. Auch müssen bis zu diesem Termine die Freilose gegen Rückgabe dev Gewinnlose eingelöst werden.

** Vom Lande, Wenn man eben durch die Felder geht, so sieht man, wie überall die Bauersleute mit der Bergung der Kartoffelernte beschäftigt sind. Allenthalben rühren sich fleißige Hände. Mt«, wetter gebräunte Männer, dre schon ihre .Hände jair Ruhe in den Schoß gelegt hatten, Frauen, in deren Gesickster die Sorge tiefe Furchen gegraben hat, mrb blutjunge Bürschchen hacken die Kartoffeln aus, während emsige Kinderhände mit dem Auflesen derselben beschästtgt sind. Wenn die Sonne schon längst am Horizonte oerschwrmden ist, wenn schon hier und da ein Sternlein grüßt, dann fahren die schwerbeladenen Kartoffelwagen dem Dorfe zu. Noch schwere Arbeit steht bevor. Der altersgraue Mmm Muß die gefüllten Säcke, unter deren Last er säst zusammen­bricht, abtragen. Die Schulkinder werden zu den schwersten Arbeiten herangezogen. Nervige Frauenarme wissen in nicht gewohnter Weise den Pflug zu führen, und schon stteut hier und da der Säemann nenen Samen für die nächstjährige Ernte aus. Und wenn des Mends dichte Nebelschwaden in den Tälern lagern, wenn der Rauch der Kartoffelfeuer in langen Streifen durch die Felder zieht, dann ist der biedere Bauersmann ftoh, wenn er des Tages Last und Mühe gettagen, dann sehnen sich seine müden Glieder nach Ruhe. Be­denkt man, wie unendlich viele Arbeitskräfte fehlen und wie die ungünstige Witterung die Arbeit dauernd erschwerte, so Muß man alle Achtung vor unserem Bauernstand, der noch in verhältnis­mäßig kurzer Zeit eine ganze Menge Fri'ichte ernten muß, bekom­men. In einigen Wochen wird wieder eine Jahresernte geborgen sein und der Aushungenrngsttlan der Engländer ist wieder einmal fttt ein Jahr aussichtslos. ft

** Mißbräuche Bei Bezugsscheinen. (WTB. Amt lich.) Es sind Klagen laut geworden, daß in einzelnen Geschäfteir die glcicherr Waren zu verschiedenen Preisen angeboten werden und zwar so, daß sie entweder zu billigen Preisen gegen Bezugsschein oder zu höheren Preisen ohne Bezugsschein erhältlich sind. Dem Mblikum wird sogar häuffg zugeredet, oie höheren Preise zu be­zahlen, um die Unbeguemlichkeit des Bezugsscheines zu vermeiden. Derartige Mißbränche sind in hohem Maße bedauerlich: sie ver­größern die Zahl der Gegner der sogenannten Freiliste überhaupt imb führen zur gcnrzlicl>en Beseittgung der Freilrste. Die beteiligte Handelswelt hat also ein besonderes Interesse an der Abstellung solcher Mißstände. Die aus solche Weise Geschädigten haben aber das Recht, wegen Minderung des bezahlten unangemessenen Kauf­preises das bei der Handelskammer bestehende Schiedsgericht anzu­rufen und Strafanzeige zu erstatten.

** Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt von Samstag, den 30. Septernber bis Samstag, den 7. Oktober d. Js. auf dem Stadchaus, Zimmer Nr. 8, zu jedermanns Einsicht offen.

** Plakat-Fahrplan. Der am 1. Oktober in Kraft tretende Fahrplan in Plakatsorm, der die Fahrzeiten sämtlicher lauf der Station Gießen verkehrenden Züge der Linien GießenFrankfurt, GießenCassel, GießenFulda, Gießen Gelnhausen, GießenCoblenz, GießenCöln, GießenLollar Grünberg sowie der Biebertalba hn ertthält, ist erschiene« und zum Preise von 20 Pfennig in der Geschäftsstelle des Gieß^ An-, sowie bei den ZchtmiLstvägMwLN Nl Men,