** Warnung Der Berem sur SäugUngsfürjorge, Vorsitzende Frau Dichter, teilt uns mit, daft er zurzeit keine r l e i S a m m l u n g v e r a n st a l t e t. Die Beiträge werden in den nächsten Tagen wie üblich gegen Quittung erhoben.
** Verkehr mit Web-, Wi rk- und Strick- waren. Wir verweisen auf die Bekmrntnrachung im heutigen Anzeigenteile.
** Sammelarbeit. Auf die Sammlung der Obstkerne ist säon öfters hingetviesen wurden, aber es dürfte nicht überflüssig sein, gerade jetzt in der Zeit des ZwetschtenhonigkochenS mxh ein- nial dringend zu bitten, keinen Kern restlos wegznwerfen, ime das vielfack) beobachtet werden kann, vielmehr die Zwetschenkernd sorgsam M samnreln, vorher aber tüchtig durchzuwaschen, damit alles dranghänyende Fleisch sich völlig löst und dann zu troeknen. Wenn jeber hier sich der kleinen Mühe unterzieht, me nichts kostet und noch Geld einbringt, kann in vaterländischem gemeinsamen Interesse — aus den Kernen wird bekanntlich Fett ge-, Wonnen — etwas ersprießliches erreicht werden.
** Sonnen blumensamen. Die EisenbahndienstMIen, Bahnhöfe. Güterabfertigungen und Bahnmeistereien sind tmch m diesen: Jahre ermächtigt worden. Sonnenblumensamen und Mohn- isamen — von letzteren rare in Mengen urrter 50 Kilogramm: — entgegenzunehmen und den Sammelstellen usw. zur Oelgewinnung z/n- »uführen. Gs wird später vergütet für das Kllogvanrm Sonnen- blnmensamen 45 Pfg. und für Mohnsamen 85 Pfg. Der Samen muß gut ansgereift, gereinigt nnd völlig ausgetrocknet sem. Vor Vogelfraß schützt man den Samen bis zur Reife aM Stock durch Einbinden in altem Vorhangstoff oder dünnen Leinwandlappen.
" D t e Auszahlung der F a m i l i e n u n t e r stützen a e n an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen für l —15. Oktober bezw. für Sevtember findet vom 30. September bis 7. Oktober statt. Die Auszahlungen finden von 8-1 Uhr vormittags im Stadthaus. Zimmer Nr. 7, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den im Anzeigenteil bekannt gegebenen Tagen ab- geholt werden. ,. _ _
** Das heutige Kreisblatt Nr. 120 enthält Bekanntmachungen über Saatkartoffeln: Abänderung tfc't ^orvrd- nung über Höchstpreise für Gerste, Roggenlieferung und Druschlöhne.
Landkreis Gießen.
(-) Eberstadt, 2^. Sept. Auf die 5. Kriegsanleihe zeichnete die hiesige einklassige Volksschule mit 72 Schülern den Betrag von 1372 Mk. Bei der 4. Anleihe wurden von der Klasse HOI Mk aufgebracht. _ J . >
* Großen-Lin den, 29. Sept. Unteroffizier Heinrich Muhl in einer Maschinengewehr-Scharffchützentruppe. welcher seit dem 3. August d. Js. vermißt wurde, hat zur Berich,gung seiner Angehörigen anS französischer Gefangenschaft geschrieben.
Kreis Büdingen.
F. C. Büdingen. 29. Sevt. Der Landwirt Karl Wolf in Effolderbach beging sein 2 5 j ä h r i g e s B ü r g e r m e i st e r Jubiläum. - Das hiesige Kreisamt bestimmte, daß der große rheinische Bohuapfel, die große SchafSnase und Jakob Lebel als T a s e l ä v s e l gelten. Sie dürfen also frei veräußert und ver
steigert werden. _ . . .
# Büdingen. 28. Sept. Die Hessische Tapserkeitsmedaille
erhielt Unteroffizier Ernst Kreiling.
* Berstadt, 29. Sept. Die Aepfelbaume an der Kreisstraße Berstadt—Utvhe liefern einen guten Ertrag. Ueber Haupt kann inan hier mit der Obsternte recht zufrieden sem. D,e Zwelschen haben infolge der anhaltend nassen Witterung etwas gelitten, und es ist höchste Zeit, daß sie geerntet werden. — Gegenwärtig werden täglich einige Waggons Kartoffeln auf dem hiesigen Bahnhof verladen.
G Dauernheim, 29 Sept. Em hiesiges Mädchen wollte ihren in einem Frankfurter Lazarett liegenden Bruder besuchen und starb dortfelbst an einem H e r z s ch l a g e.
Z Lißberg, 29. Sept. (Drahtnachricht.) Gestern abend gegen 7 2 9 Uhr ging der sogenannte Mühlhof des Herrn Fort in Flammen auf. Das Feuer griff mit solcher Schnelligkeit um sich daß die sofort erschienen Wehren der umliegenden Dörfer nur mit Mühe oen Haupt fcrff des Wohnhauses schützen konnte. Die Mühle selbst und die Wirtschaftsgebäude brannten vollständig nieder. Der Sckadcn ist deshalb besonders groß, weil der Besitzer der Mühle die Geschäfte des Kommunawerbandes Büdingen führte und deshalb besonders viel Getreide und Mehl in der Nähe lagerte. Es sollen etwa 9000 Doppel tzentner Frucht und Mehl verbrannt sein. Die Entftehungsursache des Feuers ist noch nicht aufgeklärt.
2 . Nidda, 28. Sept. Zu dem Brande aus dem benach barten dosgut O b e r d a n e r n h e i m ist zu melden, daß bereits drei Verhaftungeu russischer Saisonarbeiter stattgefunden haben.
Kreis Lauterüach.
ri. Frischborn, 29. Sept. Ein frecher Raubüberfall wurde gestern vormittag bei Hellem Tag auf den hiesigen Briefboten auf dem Wege zwischen hier und Dirlammen gemacht. Der Brief träger, ein Kriegsbeschädigter, fuhr aus dem Rad durch den Wald, Mn die Post nach Dirlammen m bringen, als aus dem Dickicht em Mann von schmalem Wuchs, mit gebräunter Gesichtsfarbe, angetan smit braunem Rock, grauen Hosen und grauem Hut hervortrat, ihn am Weitersahren hinderte und durch einen Schuß aus einem Revolver den Briefträger an der Hand verletzte; zwei weitere Schüsse gingen fehl. Dem Briefträger gelang es, m das Dor zurückzukommen. Der Räuber verschwand durch den Wald m der Richtung nach Allmenrod. Bereits am Tage vorher hatte de^elbe Kerl den Briefträger oberhalb des Dorfes angesprochcn. Hoffentlich gelingt es bald, seiner habhaft zu werden.
Kreis Schotten.
L Schotten. 29. Sept. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt Kanonier Wilhelm Schiebelhuth im Feld-Art.-Rgt. 102. — Die bronzene Medaille für Kriegssürsorge erhielt die Oberschwester Christine Sch ad im hiesigen DereinSlazarett.
# Boden Hausen, 29. Sept. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Seminarist S ch u ch a r d. Sohn des hiesigen Lehrers Schuchard, ebenso wurde der tapfere Soldat zum Unterossizier befördert. - Frau Pfarrer Buhler er hielt vom Großherzog das KriegSehrenzeichen.
L Feldkrücken, 29. Sept. Durch den Luftdruck emer Granate starb im Westen der Musketier Otto W t n g e f e l d im
L Laubach, 29. Sept. Der von hier gebürtige Lehrer Julius S i l ß , Leutnant im Landwehr-Jnf.-Regt. 116, erhielt das Eiserne Kreuz e r st e r Klasse. _
H Wohnseld, 2S. Sept. Auf dem Felde der Ehre starb der Wehrmann Karl Fritz im Res.-Jns.-Regt. 322.
Kreis Frledverg.
Friedberg, 28. Sept. (WTB. Nichtanrttrch.) Die am vergangenen Montag aus dem Offiziersgefanigenenlagier entwichenen drei englischem Offiziere haben sich nicht lange ihrer Freiheit erfreut. Zwei von ihnen, der eine in deutscher Jnfrnrterievffizievs uni form, der andere in Zivilkleidung, ino durch die Umsicht eines Bahnwärters bei Klein-Krotzen- )urg (Kreis Hanau) bereits ergriffen Der dritte in deut- 'cher JnfantNÜeoffiziersuniform spricht nicht deutsch und wird bald das gleiche Schicksal wie seine Kameraden haben.
Hessen-Nassau.
sj Marburg, 28. Sept. Anläßlich ihres 00jährigen Ge- chästsjubilänms hat die bekannte Banksirma Baruch Strauß im Anschluß an frühere wohltätige Stiftungen den Armen 1000 Zentner Kartoffeln und 1000 Zentner Kohlen überwiesen, außerdem ollen etwa 150 arme Schulkinder vorläufig ein Jahr warmes Frühstück erhalten. Ferner haben die Inhaber der Firma der Stadt die Errichtung eines Monumentalbrunnens auf dem Marktplatze zugedacht. Auch dem Kreis ist eine besondere Zuwendung überwiesen worden.
[] Aus der Rabenau, 28. Sept. Die Eheleute Zimmermann Weimar und Frau in Winnen begingen heute ihre Goldene Hochzeit. Sie erhielten das Kaiserliche Gnadengeschenk von 50 Mk. Dev Jubilar ist Kriegsveteran von 1870/71 20 . Frankfurt, 29. Sept. Im Zoologischen Garten ist am Sonntag der Eintrittspreis bis 1 Uhr auf 30 Pfg. (Kinder 20 Pfg.) und das Aquarium mit den Reptilienhäusern an? 20 Pfg. Kinder 10 Pfg.) ermäßigt. Um 1 Uhr wird der Garten für die Vormittagsbesucher geschloffen.
— Frankfurt a. M., 28. Sept. Für die Nacht vom 30. September zum 1. Oktober setzte die Polizei die Polizeitu n d e auf 12 Uhr nach der Winterzeit fest; sie gibt also den Lokalen die ersehnte Stunde zur Feier des Tage? zu.
— Hanau, 28. Sept. Durch Selbstentzündung entstand in der Mehlwarenfabrik von I. G r e i n ein G r o ß f e u e r, das an den fertigen Waren, den Gebäuden und Maschinen erheblichen Schaden anrichtete.
X- Hanau, 29. Sept. Die Stadtverordneten haben eine Erhöhung der Hundesteuer beschlossen. Vom 1. Okt. d. Js. ab wird der erste Hund mit 50 Mk. (bisher 20 Mk.), der zweite Hund nüt 100 Mk. (bisher 40 Mk.) besteuert werden. — Die Stadt Hanau wird sich mit 500 000 Mk. an der fünften Kriegsanleihe beteiligen F. C. Langenschwalbach, 28. Sept. Die Kgl. Bade anstalten, die Brunnen und das Kurhaus dahier werden am 80. Septe>nber geschlossen.
fc. Spangenberg. 29. Sept. Der Ortsgeistliche in Heinebach verkaufte seine Zwetschen an Kriegerfrauen den Zentner für nur 3,50 Mk. statt 10 Mk., wie der Höchstpreis ist. Zur Nach ahmung empfohlen.
Augen funkeln wie die eines Jünglings, ivenn er s«rne Landlturmer iramnr vorbeimarschieren sieht! — Vorbei ist die „Musike^ T^e Menschen zerstreuen sich nach allen Seiten. Das gewohnte 2llltags- bild tritt wieder in seine Rechte. Wer eine Wachtparade des deutschen Landsturms int Felde mitangesehen hat, der vergißt das eigenartige Erlebnis so leicht nicht wieder.
Es starben an
Zus.
Er
wachsene
Altersschwäche
1
1
Keuchhusten
1
—
Lungentuberkulose anderen Krankheiten des
2
2
Nervensystems
hi)
1 (1)
Krebs
2(2)
2(2)
Summa
7(3)
6(3)
Nie wachtparade des Landsturms.
Vom westlichen Kriegsschauplatz wird uns geschrieben : Es ist gegen Mittag. Obwohl heiße Sommersglut in b:n Straßen liegt, ballen sich aus dem großen Platze der französischen Stadt doch zahlreiche Menschen zusammen, Männer und Frauen und Kinder. Und zahlreiche Feldgraue mischen sich dazwischen. Ein überans friedliches Bild. Als sei man garnicht im Kriege, sondern dal)eim im tiefsten Frieden. Nur die fremden Laute der Zivilisten, namentlich das temparentvolle Schwatzen der Frauen erinnert daran, daß man sich in einer französischen Stadt befindet. Was ist denn los daß das Volk so zusammen strömt? Ter Landsturm zieht auf Wache Jeden Mittag, mit klingendem Spiel. Und das ist ieben Tag wieder ein reizvolles Schauspiel für die Franzosen, wie für dienstfreie Feldgraue. In der Ferne hört man plötzlich die dumpfen Schläge der großen Trommel. Tschrngbum? Tschingbum ! Jetzt ist auch das Blech Mi vernehmen. Und NUN wälzt sich eine Riesenschlange heran Kein glitzerndes Bild, wie im Frieden! Kein „bunter Schmetter ling", wie es im Liliencronschen Gedichte heißt! Bunte Uniformen gibt es im Kriege nicht mehr, und den glitzernden Helm, der früher jeden Tag so sorgsam geputzt werden Mußte, deckt der graue Ueber- zug. Einzig und allem die Geivehrläufe funkeln ab und an in der Sonne. Aber es ist das drohende Funkeln braunen Metalls. Näher und näher kommt die araue Schlange. Einzelheiten sind erkennbar. Voran geht die „Muftke", das Trommler- und Pfeiferkorps, und dahinter die Musikkapelle: „Ich hatt' einen Kameraden, / Einen bessern findst Du nit!" Ter liebe ftöhliche Marsch, den wir schon so oft gehört haben, und der uns immer wieder wie etwas Neues! erklingt. Daheim pfeifen ihn die Buben, singen ihn die Mädchen auf den Straßen. Hier in Feindesland ist's ebenso. Die lleinen Franzosenbengels singen und pfeifen das Lied genau so wie die Buben daheim: „Die Vochem im Walde. / Sie singen so wunderschön! / In der Heimat, m der Heimat, / Da gibt's ein Wiedersehen! Was die Kerlchen sich mrr dabei denken Mögen, wenn sie singen . . . in ber 'eimal, in der 'eimat . . . Fetzt sind die Kompagnien! auf dem großen Platz angekommen. Alle Zuschauer drängen sich auf die breite Fußgänger in sel. Schnurgerade ausgerichtet marschieren die Gruppen vorüber. Große, stramme Männer sind es, die Landstürmer. Breite, wuchtige Gestalten, die fest einherschreiten. Ter Rücken ist ungebeugt, trotz des schweren Tornisters. Die mefften tragen einen dichten Vollbart oder einen gewaltigen „Schnauzer" Wahrlich, ein Vergleich fällt nicht gerade zugunsten der kleinen durchweg schmächtigen Franzosen aus. „Achtung!" — D>er Exerzierschritt wird dufgenontmen. Der Parademarsch beginnt. Her die Augen, ihr jungen Rekruten, wenn ihr sehen wollt, wie ein deutscher Paradeschritt gemacht wird! Die Kompagnien marschieren mit einer Wucht dahin, daß. das Pflaster erdröhnt. Plötzlich erstarrt die große Kvlonne. Nirgends mehr eine Bewegung! Tie Gruppen schwenken ein. „Achtung!" — „Präsentiert das — — Gewehr?" Das ist der große Augenblick, auf den die Franzosen neugierig sind. Enrsig spähen sie an der langen Front enllang. Aber jeden Tag muffen sie aufs neue zu ihrer großen Verwunderung feststellen, daß auf das Kommando sämtliche Gewehre wie mit einem Ruck in die Präsentierlage fliegen. Wie ist das nur möglich? sagen die Blicke die von einem zum andern wandern. „Das ist deutscher Schneid/ sagen die Blicke der Feldgrauen, die sich ieden Tag über die Ge sichter der Franzosen amüsieren, „das ist die Disziplin, durch die Teutsckland groß geworden ist!" — Dröhneirden Schrittes marschieren die..emzeliien Wachen jetzt an dem Herrn Hauptmann vorüber. Auch er ist kein junger Mann mehr. Ein langer, schlohweißer Bart umrahmt sein Gesicht. Mit 65 Jahren noch, ist er ins Feld gezogen. Wer aufrecht und stramm sitzt er auf seinem Gaul, und seine Kommandos erschallen so laut über den Platz, als habe er sein ganzes Leben lang kommandierte Und seine
Die Gsldankausstelle
st morgen von JO bis (27- Uhr geöffnet!
wöcheirtl. lleberstcht der Todesfälle L -.Stadt Siche«.
37. Woche. Vom 10. bis 16. September 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (itikl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 10,99 7 0l .
Nach Abzug von 3 Ortsfremden: 6,29
Kinder
tat l. Lebensjahr
vom 2 bis 15. Jahr
1 -
Anm.: Die in Klarmnern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen.
Dr. W a l g e r, Med.-Rat.
BHcffaften der Revaktton.
ttlnouhme Anfragen bleiben uuberückstchtiLt.D
£. £. xi7. Wenden Sie sich an die Oberpostdirektion Tarin- 'tadt, die Ermittlungen über den Grund der verspäteten Zustellung der Depesche anstellen wird. Falls ein fahrlässiges Verschulden der Post bezw. eines Beamten sestgeslellt wird, ist Schadenersatz zu leisten.
kehte Rachricht«».
Pressestiminen zur Kanzlerrede.
i. Köln, 29. Sept. Zur Rei chskanzlerrede bemerkt die „Wln. Ztg.": Die glänzende Rhetorik eines Brrand, die ver-
chmitzte Verstellungskunst Asguiths mib Greys wurden vom Kanzler nicht benutzt. Der ruhigen Sachlichkeit in der Darlegung einer reinlichen Sache und des packenden Ausdrucks der nationalen Entschlossenheit kann man bei ihm immer sicher sein. Jenen Teil der Rede von der Gauirerpolitik Bratiauus bezeichnet das Blatt als eine aus den Geschichtsakten geschöpfte, unwiderlegliche Anklage, die in der Geschichte fortleben wird. Der gegenüber der englischen Kriegsftihrung gebrauchte Ausdruck von: ,,Gehäugtwerden", sei eine Erkläriing, die jede Mißdeutung ausschließe, daß ihr gegenüber zwar das Recht auf sachlick>e Meinungsverschiedenheit hinsichtlich der Anwendung gewisser Kriegsmittel bleiben inüsse, daß aber bezüglich der grundsätzlickeii Ansichten des leitenden Staatsmannes zu einer gründlichen Kriegsführung gegen England kein Zweifel bleiben könne.
Der deutsch-schweizerische Wirtschaftsvertrag unterzeichnet.
Zürich, 29. September. Bmidesrat Hoffmann hat am Mittwoch dem Nationalrat mitgeteilt, daß der Wirtschaftsvertrag mit Deutschland von den Vertretern der beiden Staaten unterzeich n e t worden ist. Bundesrot Hosfmccnn fügte hinzu, das Ergebnis sei für die Schweiz bedeutend. Sie l)abe das erreicht, was sie für die Volksernährung urrd für den Betrred für Industrie und Gewerbe benötige.
Der deutsche Botschafter in .Konstanffnopel.
i. Berlin, 29. Sept. Wie die „Köln, Ztg." hört, wird der deutsche Botschafter in Konstantinopel zur Regelu 2 ig dringender Privatangelegenheiten auf einige Wochen in Urlaub gehen.
Griechenlands Kriegserklärung?
i. Kopenhagen, 29. Sept. „National Tidende" ver- öfftntlicht ein über Rom eingelaufenes Telegramm aus Athen, wonach Griechenland beschlossen habe, den Mittelmächten den Krieg zu erklären.
Die Ereignisse in Griechenland.
Lugano 29. Sept. Der Vertreter des „Secolv" in Athen telegraphiert: Nachdem bereits über 1000 Offiziere zu BewAebos über gegangen sind, und die Flotte im B egriffe steht, sich b-er, Ententeflotte anzuschließen, bleibe dem König nur noch der Verzicht aus die Krone und der Beitritt zur Entente übrig. Venizelos werde sich an der Spitze der in Kreta stehenden regulären Truppen (4000 Mann» und 10 000 Insurgenten nach Saloniki begeben, wo die provisorische Regierung bereits ein Trinmphat, bestehend aus Veni^elos, Conduriotis und Tanglis, eingesetzt habe. Der Korrespondent fügt die nüchterne Beinerkung hinzu, daß angesichts der so wichckgen Ereignisse für die Zukunft Griechenlands Athen in unerträglicher Gleichgültigkeit verharre.
Kopenhagen, 29. Sept. Nach einem Athener Telegramm des „Dafly Chronicle" wurden durch Vermittelung des früheren Kriegsministeriums Yarakitsos zwischen dem König Und Venizelos Verhandlungen eingeleitet. (?) Der König verließ Tatoi und befindet sich gegeravärtig wieder in Athen.
Gärung in Indien.
Zürich, 29. September. Tie Zürcher Nachrichten" bringen von französischer Seite stammende Mitteilungen, nach denen es i n Indien unter den Eingeborenen furchtbar gährt. 90 vom Huiidert der Bevölkerung l>aßten England und dürsteten nach Rache. Aber zu eiitem gefährlichen Aufstand werde es wahrend des Krieges nicht kommen, da die tüchtigsten Leute der Kriegskaste in den englischen Vrilitärdienst gesteckt wurden und da .fte als Nichtmilitärs keinerlei^ Waffen besäßen. Tvotzdein England vorläufig keinen größeren Aufruhr befürchte, sei die Lage doch hoch ernst. Es drohe eine all g enuine Sabottage der JUder, und darin sei auch der waffenlose Hindu furchtbar, geradezu teuflich. Ter französische Gewährsmann erllärt: Ich bin mit dem Eflidruck von Indien geschieden, daß für Eirgland das Gericht tür seine in Indien begangenen Smrden näher kommt.
Oer siegreiche Frieden
ist das Ziel der Kriegsanleihe. Deshalb muH jeder zeichnen, soviel er kann. Das ist er seinem Vaierlande, seiner Familie und sich selbst schuldig.


