Der- bulgarische Bericht.
§£> H <i. 25. Sept. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht oom 21. oe.5teni3)cr:
Mazedonische Front. Bei Florina ist die Lage unoer- äirdert. — An: 23. Septei:cher wiederholte der Feind nach langem ombereilendem Artillerie- und JUfanterieseuer und Bombenwürfen: seine Angriffe auf die Höhe Ka: ina k c ha l an. Feindliche Ab- reiinngen gingen vor und griffen nacheinander die rechte Flanke, die linke Flanke 'und endlich die Mitte unserer Stelttrng an. Urr- erschnttcrlich ließen die Verteidiger den Feind 50 bis 60 Schritt an die Gräben herankommen, dann wiesen sie ihn mit luftigem Geloehr- nnd Maschinen gewebrseuer sehr verlustreich ab. Im Moglenisa-Talc und beiderseits des Wardar schwaches Artilleriefeuer. Lttn Fnßc der B e l a s i c a Plan: na Ruhe. — An der S t rumafront lebhaftes Geschützsener. Mehrere feindliche Bataillone gingen gegen die Dörfer Nevolen, Dolno, Tarad- ivvo und Gudeli vor: von imseren Truppen angegriffen, wimdeu. sie auf das rechte Flußufer zurückgeworfen. An der ägäischen Küste Ruhe.
Rumänische Front: Längs der Donau Ruhe. In der Dvbrudscha Artilleriekampf und Jnfailleriegefechte von gerrnger Bedeuttlng. — An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe.
Der türkische Bericht.
Kon ftantinopel, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Verspätet eiwretroffen. Amtlicher Heeresbericht. An der F e l l a h i e - Front Jnfanteriefeuer und Handgranatenkämpfe auf beiden Seiten.
P e r s i s ch e F r o n t: Feindliche Abteilungen, die sich unseren in Corrdjan untergcbrachten Truppen zu nähern versuchten, wurden 35 Mlometer nördlich von Hamadan zurückgeschlagen. Die Ortschaft Ban wurde besetzt.
Kaukasus-Front: Auf dem rechten Flügel fanden Schar- mützel und an einzelnen Stellen Artilleriekampf statt. Unsere Anf- klärmigspatvourllen machten eine Anzahl Gefangener.
Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten.
Sven Hedin Gast de- Kaisers und HindenburgH.
Kopenhagen, 25. Sept. (WTB.) „BerlinskeTidende" meldet aus Malmö: Sven Hedin ttmr auf der Heimreise von seinem siebennwnatigen Verweilen an der türkischen Front im deutschen Hauptquartier Gast des Kaisers nnd Hindenburgs. Sven Hedin sagte, daß beide unerschütterlich von dem Siege der Deutschen überzeugt seien. Der Kaiser habe sich bei bestem Wohlsein befunden.
Die Gefangennahme einer griechischen Kompagnie
Präsident des Al>gc-ordnetenhauses, Dr. Sylvester, der Obmann, des deutschen National Verbandes, Dr. Groß und andere deutsch- österi'eichisch? Reichsrats- und ^Landtagsabgi?ordnete eingefunden. Tie Beratungen )>egaraten am Samstag und wurden anr Sonntag fortgesetzt. Ten Vorsitz führte abwechselnd ein veichsdeut scher und ein österreichischer Abgeordneter. Die Besprechungen umfaßten eine ganze Reihe von Angelegenheiten der jetzt im Kriege verbündeten Mächte. Ter Inhalt der Berattmgen selbst wurde aber als vertraulich erklärt. Dr. Naumann hält heute einen Vortrag über das Thema: „Ter Kampf um Mitteleuropa."
Der Seekrieg.
London, 25. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Zwölf Fischdampfer aus Grimbsby wurden rn der Nordsee versenkt; die Besatzungen sind gerettet.
Berlin, 25. Sept. (WTB.) Der holländische Dampfer „Batavier II" der Niederländischen Dampfschiffs-Gesellschaft, mit Bannware auf der Reise von Rotterdam nach London, wurde am 24. September morgens von einem deutschen Tauchboot angehalten und nach Zeebrügge eingebracht. Unter den 38 Passagieren befanden sich vier Russen, die offenbar aus einem Gefangenenlager entwichen waren. ,
Kopenh a g e n , 25. Sept. (WTB.) „Nationaltidende" meldet aus Kristiania: Die Besatzung des versenkten norwegischen Schiffes „Elizabeth" berichtet, daß das Schiff an der Küste von Sardinien torpediert worden sei. Die Besatzung, bestehend aus 47 Mann, ging in die Boote und wurde nach vier Stunden von einein vorbeifahrenden Dampfer ausgenommen. „Elizabeth" war das größte S ch i f f N o r w e g e n s , sein Heimatshafen Drammen. Das Schiff war, als es torpediert wurde, mit einer Zuckerladuna nach Italien bestimmt. Der Gesamtwert des Schiffes und die Ladung werden.auf neun Millionerr Kronen veranschlagt.
London, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß der b r i tis ch e.Damp fer „Dresden" deren k t worden ist.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 26. September 1916.
durch die Bulgaren.
Athen, 25. Sept. (2ßTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Wie verlautet, hat die Regierung eine Note über die Gefangennahme einer griechischen Kompagnie in Florina durch die Bulgaren nach Berlin gerichtet.
Ein rumänischer Offizierszug von eigenen Soldaten in die Luft gesprengt.
Berlin, 25. Sept. (Priv.-Del.) Der „Berl. Lokal-Anz." rneldet aus Stockholm: In der Nähe einer Stadt au der Donau verübten kriegsnnlustige rumänische Soldaten ein furchtbares Attentat. Ein dichtbesetzter O s frzi ersz u g , der über Kronstadt zur transsylvanrschen Front sollte, lvurde durch eine Dynamitbombe in die Luft gesprengt. Von 400 reisenden Offizieren find nur sieben gänzlich unversehrt geblieben. Das zweite Ar- tlllerieregiment, welches in Jassy steht, ist stark der Begehung des Verbvechens verdächtig. Die Stimmung dies« Truppe wird als besonders ausgereizt geschildert, so daß mcm nicht einmal wagte- fie unmittelbar an die Front zu überführen. Es soll schon zu den schwersten Gehorsamsverweigerung«: gekonunen sein. Sechs Leute, darunter zwei Unteroffiziere, sind standrechtlich erschossen ivorden Seitdem verweigert das ganze Regimjent den dienstlichen Gehorsam.
Eine neue MinifterkrifiS in Griechenland?
Bern, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.' Wie der „Temps" berichtet, HAI man in Athen eine neue M i n ister kr i s e für unverineidlich. Um Schwierigkeiten bei der Neubildung ans dem Wege zu gehen, spricht man von der Berufung offizieller Persönlichkeiten, die nicht dem Parlament angehören. Köing Konstantin werde seinen Aufenthalt in Athen nicht weiter verlängern. Das königliche Palais sei bereits geschlossen worden.
London, 25. Sept. (WTB. Nicktumtlich) „Daily News" erfahren ans Athen von gestern, daß Venizelo,s, der wiederholt ausgefordert worden sei, nach Saloniki zn kommen, be- ' schlossen hat, sich dahin zn begeben und die Leitung der revolutionär- .nationaler: Bewegung selbst in die Hand zn nehmen. Mehrere Führer der liberalen Partei sind bereits abg^reist.
Berlin, 26. September. Ter griechische Ministerpräsident -Calogeropulos beschloß laut „Voss. Zeitung" die kriegs- -gerichtliche Verfolgung aller Militärpersonen, "die an der Sal o niker Revolte beteiligt sind. — Eine weitere Meldung besagt, daß das nationale Komitee an Bord des tnt Piräus angekommenen Dampfers „Chios" den Metropoliten von Drama, Agmtthengelo, einen bekannten Ententsgegner, verhaften ließ.
Aufstand auf Kreta.
Athen, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Meuterschen Bureaus. Die Insurgenten auf Kreta beherrschen die ganze Jttset; sie besetzten Kamen, Heraklion und andere Msüenstädte. Die griechischen Behörden haben alle -Megierungsgebäude den Führern der separatistischen Bewe- .-gung ausgelresert. Man betrachtet die Insurrektion für völlig gelungen. Die kretische königliche Leibwache hat sich aufgelöst, nur elf Leute sind loyal geblieben.
Die aufständische Bewegung auf .Kreta kommt nicht über- vafchend. Es war zu erwarten, daß Benftelos in seinem Heimat- brnde alles versuchen würde, um seiner Anhängerschaft die Gewalt zu sichern. Nicht minder wirkungsvoll waren die britischen Umtriebe, und das britische Geld wird hier, wie überall wohl die Hauptarbeit geleistet haben. Saloniki und Kreta sind die Hauptherde des Avffruhrs geworden, Saloniki unter dem Druck der Fremdherrschaft und Kreta aus Mangel an müicmalpotttischer Erziehung.
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Eine Zusammenkunft reich-deutscher nnd deutsch-österreichischer Parlamentarier.
Wien, 25. Sept. lWTB. Nichtamtlich.) Die „Deutsche Nachrichten" veröffentlichen folgende Mitteilung über die Zu samm-enkunft Reichsdeutscher und deutsch-öfter ichischer Parlamentarier in Salzburg: Am 23 und 24. d M. fand in Salzburg eine Zusammenkunft reichs Deutscher und deutsch-österreichischer Parlamentarier statt, be welcher eine zwanglose Aussprache über die künftige Gestaltung Der polttffchim, militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen de< Deuffchen Reiches und der österreichisch-ungarischen Monarch:! Dnolgte. Die eingehenden Verhandlungen führten zu einer voll ständigen liebereinsti-nmung über gewisse Richtlinien, durch welch eitne weitere Annäherung der befteundeten Mittelmächte bezweck werden sott. Die Tagung :var von dem Gedanken getragen, das ein militärisches und wirtschaftliches Durchhalten bis zum end gültigen Erfolge unbedingt nötig sei, wobei auch allerseits de, Ueberzeugung Ausdruck gegeben wurde, daß der Heldenmut de: weübündeten Armeen und die Opferwllligkeit der Bevölkerung in Dinterlande die sichere Gewähr für den endgültigen Sieg buten W:en, 25. Sept. lWTB. Nichtamtlich.) Dü „Deutscher Nochrußten" melden aus Salzburg: Zur Aussprache nndgegew fertigen Annäherung haben sich in .Salzburg die reichsdeutschen PoiMker ^r. Schiffer, Dr. M üller-Mei ui n g e u , Freiherr von Zedlitz, Dr. Naumann, Graf W e st a r p Sternhold Dietrich, Dr. H e r s ch e n stei n e r, Dr «ö u n ck und Oe,er, ,owie chterreichische Politiker, darunter dm
** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß-, Herzog hat dem Poftsekretär August B ö l z i n g in Groß- Bicberau das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ober-Briefträger Andreas Kl e i n - kauf in Ofthosen das Allgemeine lEhrenzeichen mit der Inschrift „Für laugiahrige treue Dienste" verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder fteiwilliger Feuerwehren wurde vom Großherzog verliehen Johann Jakob Bausch 1. zu Kelsterbach. — In den Ruhestand versetzt wurde am 23. September der Gerichtsvollzieher m:t dem Amtssitze in Darmstadt Karl Wilhelm T h ü r e aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1916 unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gestullcheit. Gleichzeitig wurde ihm die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Phllipps des Großmütigen verliehen. In den Ruhestand versetzt wurde am 20. Septeinber 1916 der Kauzlist am Oberlairdesgericht Peter Grünewald in Darmstadt aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1916. Aus Anlaß seiner Versetzung in den Rul-eitand in Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste wurde ihm das Silberne Kreuz des Verdienstordens Phllipps Des Großmütigen mit der Kvone verliehen. — T>er Großherzog hat am! 23. September den Privatdozenten an der Universität Straßburg i. Elf. Professor Dr^ phil. Paul Hartmann zum ordentlichen Professor der Kunstgeschichte an der Technffchen Hochschule zu Tarmstadt, mit Wirkung vom 1. Oktober 1916 an, ernannt. — Der Großherzog hat am 23. September d. Is. den Steuereinnehmer des Steueramts Pfungstadt, Mlll-elm Lotz, zurzell in Mainz, zum' Hauptsteueramtsasfistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz ernannt.
** Auszeichnung. Dem Unteroffizier Maxinnlian B u s ch e r, Landw.-Jnf.-Rgt. 81, 5. Komp., wohnhaft Gießen, wurde vom Großherzog von Oldenburg das Großh. Oldenburg. Friedrich-Auqust-Kreuz 2. Klasse wegen Tapferkeit vor dem Feinde verliehen. Bufcher ist bereits Inhaber des Eisernen 5lreuzes 2. Kl.
ProvinzialauSsch uß. Am Samstag, den 30. September 1916, vormittags 9 Uhr, ftndet in dem Sitzungssaal des Regierungsqebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Pro- vtnzialausschusses derProvinzOberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Verkündigung der Entscheidungen in Sachen: Konzesstonsgesuch Kgrl Reuß von Friedberg.
Kartoffelvcrsorgung. Um hervvrgetrebenen Zweffelr, entgegeirzutreten, loird wiederholt darauf hiu- gewiesen, daß Kartoffeln zentnerweise sowohl von den Kartoffelhändlern wie auch von sämtlichen Landwirtennur gegen Kartoffel-Bezugsscheine abgegeben werden dürfen. Es enrpsieht such, daß diejenigen Hanshaltnn- gen, die den Bezugsschein auf weniger als die zulässige Höchstmenge von 5 Zentnern für die Persmr ausstellen, die vorgedruckte Zahl 5 durchstreichen und die von ihnen gewählte einsetzen. Bei einer Familie von 3 Köpfer:, die zwölf Zentner einlagern will, müßte der Bezugsschein in folgender Weise ausgefullt werden: Kopfzahl 3 mal 4 Zentner -- 12 Zentner, abzüglich eiaerver Ernte oder Vorrats 0 Zentner, Gesamtbedarf: Rest 12 Zentner.
** Diebstahl. Am 25. September 1916, vormittags gegen 10 Uhr, wurde von einem in den Neuen-Bäuen stehenden Milchwagen eine glanzlederne Handtasche entwendet, in der sich ein schwarzes .Kopftuch und zwei Notizbücher mit Kilndschaftsverzeichnis befarchen. Ferner an: 12. September 1916 ein schwarzgrau meliertes Schülerkapes mit Kaputze. Um sachdienliche Mitteilungen ersucht die hiesige Kriminalpolizei.
** Zur Lahn kanalisier lang. Daß der Wan der Kanalisierung der Lahn auch in der sbrisgszell ltad* Kräften gefördert wird, zeigt die in diesen Tagen vorgenvmme::e Bereisung der Lahn durch en:e Ministerialkomimssion. Tie Besichtigungsreise nahm in Gießen ihren Anfang m:d wird die Teilnehmer bis nach Lahnstein führen. Zn einer vorberellenden Besprechung hatten sich im Liinburger Hvtel „Preußischer Hof" unter Vorsitz des Minfftcrialdirektors Peters nahezu 30 .Herren, unter ihnei: Vertreter der Provinzen Hessen-Nassau und Hessen, des Lahnkanal- vereins, vom Hütten- und Bergwesen, sowie der Schwerindustrie an der Lahn eingefunden. Bei dieser Gelegei:hkit tvurden die Erfahrungen mit dem Lahnfchiffe einer Würdigung unterzogen. Wenn auch ein mdgültiger Beschluß über die Frage der Lahnkanalisierungj noch nicht gefaßt wurde, so raun doch gesagt lverden. daß der Plan eine erfteuliche Förderung erfuhr.. Im Jntcreffe der Industrie des Lahngebiets ist eine baldige Lösung der Angelegenhell sehr zu begrüßen.
** E s herbftelt. Im botanischen Garten sotvie in allen Gärtnereien rüstet man sich in den Ueberwinterimgshäusern, um die zarten Kinder der Flora unterzitbringen, die ldie rauliere Witterung des Herbstes -nicht verttagen rönne::. Ueberall auf den Feldern gilt es, den letzten Grntesegen einzubringe::, und der Pflug ist für die Aussaat des Roggens bereit gestellt. Vereinzett sah man in diesen Tagen schon die ersten Kartoffelfeuer rauchen, die Kartoffel- errtte scheint befriedigend auszusallen. Auch in mrsern Gärten inü> besonders in den 'Anlagen herbstelt es merklich, wenn auch vereinzelt Blumen mrgepflanzt sind, die jetzt rn Blüte stehen.
** Z u m Verzeichnis der P o st s ch e ck k u :: d e n bei den Poftscheckämtern im Reichsvostgebiet wird in den nächsten Tagen der 2. Nachtrag (Slanö vqn: 1. Septeinber) erscheinen; er wird den Beziehern des Hauplvec;eichnisses kostenfrei geliefert.
** I n großer Aufregung nrtuxi: gestern mittag b:<! Fahrgäste aus einem Wagen unserer Sttaß«:bahn. Unmittelbar vor dem, zum Glück langsam rollenden Wagen, der m: der Weiden- gaskse vorüber fuhr, kam ein etwa dreijähriges Kind mtt Schiene:: getrippelt: ttotzdem der Wagenführer läutete und sofort die Bremse ar^og, wurde das Kind zusammengerissen, aber min der als Radkranz dienenden Schutzvorrichtw:g bei Selle geschoben^ ohne ernstlich Schaden genommen zu haben. Das fünfjährrge Schwesterchen der Kleinen nalM das schreicnrde Kind an der Hand und brachte es nach Hause. Ettern, die m der Mähe der Schveneu-- gleise der Elekttischen wohne::, sind :viederl>ott gewarnt worden, Kinder auf der Straße ohire die Aufsicht von Erwachsenen umherlaufen zu lassen.
M Das heutige Kreisblatt enthält Bekanntmachungen, betreffend Durchführung der Verordnung über Gerste vom 6. Juli 1916: Absatz von Sauerkraut; Web-, Woll- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung; Schlachtverbote; Einführung von Freizngigkeitsbrotmarken; Bezngsscheinansfertigung für Web-, Wirk- und Strickwaren; Richtpreise für Geflügel; Fahrradbereifung; Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche.
** Bissige Hunde a n die Leine! In den letzten Tagen werden wieder Klagen laut, daß bissige Hunde frei uncherlaufen und Schaden anrichten. Wir warnen die Besitzer solcher Hunde, da sie für den Schaden haftbar sind.
Landkreis Gießen.
ra. Alten-Buseck, 24. Sept. Mit der abgelaufenen Woche hat in unserem Tale die Obsternte begonnen. Sämtliche Obst-- qattungen sind diesrnal sehr begehrt; zn der Rabenauschen Versteigerung waren viele Kauflustige erschienen, ein hiesiger Bewohner erzielte für ein Obstbauingrundstück den schönen Betrag von 290 Mk. — Ueber die Ursache des Brandes, der die Scheune des Schuhmachers Vogel in der Donnerstagnacht zum Opfer fiel, fehlt bis jetzt noch jegliche Aufklärung.
u. H eu che l he im, 25. Sept. Um in unseren auf dem Wmd-- t fr rer Genesung und Erholung untergebrachten Feldgrouen. nicht das Gefühl anfkommcn zu: lassen, daß sie in dieser vbstveicherr Zell d:e allein ftiefnllitterlich Bedachten seien. !>atten sich am! L-amstag lzum zweiteniiml eine Anzahl hiesiger Fllanen und Jungfrauen in an erkennen slverter Weise bereit gefunden, den derzeitigem Bewohnern des Windhofs eine reichliche bernessene Anzahl Zweffchcuv^ kuchen M bereiten, zu denen die Verwaltung das Mehl, der Garten, des Windhoss die Früchte geliefert hatte. Unsere Feldgrai^n selbst beförderten die Kuchen tzium Bäcker, und es gewÄhtte einen heitereir Anblick, als diese, jeder mit einem Kucken bewaffnet nnd jm Gcn:semarsch von und Nack) dem Wrndhof marschierten. — Wiederum forderte der Krreg mehrere Opfer au^ unserer Gemeinde. Es sind dies die Mrrskeliere Karl Rinn. Adolf Rinn und Wlllr Rens ch l i n g. Das gleiche Schicksal traf den bis zn Ausbrirch des Kr:eges hier tättgen nnd allgemein beliebten Schall verwalten: Keller, während der ebenfalls hier wirkende SchillVerwalter B x e tz schm: lange als vernnßt gilt. Als vermißt gemeldet werden auch Landsturmmanll Karl B e n n e r und Musketier Richard Sa ck. — Landsturmmann Oe streich wurde zum Unterofftzier befördert und init dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Für ihre überaus rege Tättgkeit m:f dem Kriegsfürsorgegebiet wrnde Frau Dr. H o i m a n n mit dem Elirenzeiche:: für Kriegsstirsorge bedacht.
** Langsdorf, 26. Sept. Wegen Tapferkeit vor dein Feinde in den schweren Kämpfen an der Soinme wurde den Gebrüdern Lehrern Otto Roth und Hermann Roth von Langsdorf die Lavferkeitsmedaille verliehen. Beide find bereits im Besitze des Eisernen Kreuzes. Der Leutnant Otto Roth ist heute als schwer verwundet gemeldet worden.
Lollar, 25. Sept. Ersatzreservist Alwin I u g h a r d, be: Krieqsbeginn zum Jnf.-Regt. Nr. 144 einqezogen und alsdann den: r^estungslazarett Kriegsschule zu Metz als Bandagist zugeteilt, wurde mit den: Ehrenzeichen für Kriegsverdienste am rot-weißen Bande ausgezeichnet.
g. S t e i n b a ch, 25. Sept. Unteroffizier d. R. JaLib Gerhard von hier, in einem Landwehr-Jnfanterie-RegimenL an der West front stehend, empfing zn Arffang ds. Mts. die Hessische Tapserkeitsmedallle. Gerhard rückte Herbst 1914 im Regiment der Bischweiler (Res.-Jnf.-Regt. Nr. 222) ins Feld imrd nahm an den Kmrrpsen in Flandern, danack) an dem schweren Ringen in Polen bis Lodz teil. Mll Kopfwunde in die Heimat zirrückgekÄM, zog er nack) seiner Genesung, :mchde7n er noch einige Zeit sin Ersatz- Bataillon zu Gießen sich mit der Mannschaftsausblldung besaßt batte, zum zweiten Male ins Feld und zwar auf den tvesllichen Kriegsschauplatz.
* Utphe, 25. Sept. Der Bezirksausschuß Gießen für vermißte und kriegsgefangenc Deutsche vermittelte vorgestern der Familie Friedrich Feuerbach eine Nachricht von llxrrm, in russischer Gefangenschaft vornberge^hend in Darnitza bei Kiew befindlichen Sohn Musketier Wilhelur Feuerbach. Der älteste Sohn des Friedrich Feuerbach ist seit 10. Septenrber 1914 :>ernrißt. — Der Leutnant der Reserve Lehver Otto K n e i p v wurde am 14. ds. Monats in der Sommeschlacht durch> Granatschuß in den rechten Oberschenkel verioundet. Im Oktober 1914 trirg er iüne leichte Verwundung an der ehten Hand davon. — Der Gefreite August B ä h r befiirdet sich nach einer muerlichen Mitteittrng des Roten Kreuzes von Genf in einem englischen Geftmgeillager an der Nordküste Frankreichs. *
Kreis Lauterbach.
*'Landenhaufen, 26. Sevt. Am 23. August 1916 starb den Heldentod fürs Vaterland auf dem westlichen Kriegsschauplatz Jost Wahl, Sohn de? Gastwirts Nikolaus Wahl von hier. Es ist dies das 19. Opfer der kleinen Genreinde.
Kreis Friedberg.
oa. Friedberg, 26. Sept. Den: Leutnant S e l h e t m wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
oa. Nieder-Erlenbach, 26. Sept. In hiesiger Schule wurden zur 4. und 5. Kriegsanleihe 3834 Mk. gezeichnet.
— Aus der Wetterau, 26. Sept. Während in frühere:: Jahren nach der Grununeternte eine lleftre Panse einzntreten pflegte, hat man in diesem Jahr davon absehen müssen; dem: durch die :mgünstige Witterung war man mit allen Arbeiten um 14 Tage später. .So ist der Bauersmann eben am Kattofselausmachem Schon die Frühkartoffeln reichten im Ertrag nicht an die Grille des Vorjahres an: so ist es auch mit der Ernte der Spätkartoffeln. Tie Sonne scheint dm Bauer nicht aus dem Land, sagt ein altes Sprichwort. Das gilt gai^ besonders für den Kartoffelbm:. Dieser kann lcher Trocke::heit als zu große Feuchtigkeit verttagen. Besonders auf sehr schweren, sogenannten Tonbödei: entsprickft die Ernte keineswegs den Erivarttmgen. Hier und da ivaven auch die Stöcke ersöffe::, wie der Bauersmann sagt, besonders an fotcfwrrt Stellen, wo das Wasser nicht abftießen konnte. Auch sind die Knollen sehr mit Schmutz behängen. Tie beste:: Erträge liefern die selrniglvp Aecker. Tie allgemein bekannte Speisekartoffel „Jndnsttie", die überwiegend angebaut wird, liefert eine:: mittleren Ertrag. Danebatz ist man mit ,Bater Rhein" sehr zufrieden. Neben diesen Arbeitet ist man jetzt fteißig daran, die Obsternte ernzubtingen, so daß der La::dmam: eben alle Hände voll U: tun hat. Bor allem müssen die Zwctschen abgemacht werden, da sie durch das anhaltende Regenwetter aufgeplatzt sind und bereits anfangen zn faulen. Deshalb wird eben auch der Honig gekocht. Um nichts zu versäumen, wird diese Arbeit in der Nacht vorgenommen, indem die Familieirmit- glieder abwechselnd am Kessel tätig sind. Daneben .m^n>ielt es an Kesseln, well die Fabriken nicht schnell genug Kupfer-Erst:tzkessel! liefern können. Aepsel und Birnen werden m:ch gepflückt. So ist jetzt für den Bauersmann die arbeitsreichste Zeit des ganzen Jahres her ein gebrochen, eine Zeit, von denen UneingQveihte sich keinertz Begriff machen können.
Starkenburg und Rheinhessen.
- Wersau i.O., 25. Sept. Der 51 jährige unverheiratete Arbeiter Wllhelm Atdendorff von hier, der :urch 29jährigem Zuchthausleben im Landeszuchthaus Marie::schloß bei Butzbach vom Großherzog von Heffm: im vorigen Jahre begnadigt war und sich 'eitdem anstä:ll>ig geführt hatte, es aber nirgerchs recht aushielt, zündete bei seine,: Streifzüge:: kürzlich in der Gemarkung Aschaffenburg einen Heuhi'.ufen an. Das Wü^buvger Schwurgericht verurteilte Oldeiworff, dyc aus Berzwkifttvrg gehaichelt l)aben will, dafür zu emeut Jahr Zu ch M nu s.


