Ausgabe 
13.9.1916 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

Der französische Mtnisterpräsident auf der Meise nach Rußland?

i derlin, 13..Sept. Laut .LZoss. Ztg." .hätte ern B-latt in fKriüiania erfahr«!, der s r a n z ö si s ch e M i n i ste r v r ä s i d e n t >1 «mit einem größ-nen Stabe von Offizieren cun 11. September >abenr»ö, vmi Cnaland komnvvnld, in der norwegi s chen H a u pt- ÜEöt emgvlroffcn, um am TäenStag nach iltußland weiter zir! Wrccti. Dvefe Meldung fei mit Vorbehalt auszunehnven.

Die russischen Verluste.

Berlin, 12. Sept. (Priv-Tel.) DieBoss. Ztg." mel­det aus Sofia: Laut einer BerÄff-entlichung des .Biewer -ZLntzralbureaus enthalten die russischen Ber lu st- !listen vom 1. Juni bis zum 20. August die Namen von ; 54*4500 Offizieren und 685 000 Mann. Bon den Offizieren jfind 18 000 tot, darunter 23 Generäle und 88 Regimen ts- .ksmmandeure.

®erBerl. Lokalmiz." meldet aus Kopenhagen: Einer »Petersburger Meldung zufolge hat der russische Mi­ni sie xxat beschlossen, wegen der ungeheuren Ber- ,lu ste an Menschenleben teils durch ^»idemien, teils in \btzi Msnpfen, das Mindestalter für männliche Personen zum Eintritt in die Ehe von 20 aus 18 Jahre herabzusetzen.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 12. Sept. (WTB.) .Der Bulgarische Generalstab be­achtet unterm 12. September:

Rumä ni sche Front: Am Donau-Ufer herrscht Ruhe. Das Borrücken unserer Truppen in der Dobrudscha dauert fort. f

Mazedonische Front: Gestern, am 11. September, in der Gegend des Ostrowo-Sees schwaches Artilleriefeuer und> Patrvuillenkämpfe. Im Mogle na gebiet Hot der Gegner mit Leinen Abteilungen angegriffen, wurde jedoch überall durch Feuer «rkgewstsen. Im Wiardartal und bei Doiran lebhaftes Ar- EleriefeMr. Beim Butkowo-See sind zwei italieni­sche Kompagnien mit Maschinengewehren, sowie eine Eska­dron in Richtung auf Dorf ButkowoDzuntja vorgedrungen, wur­den iedoch durch euren kühnen Gegenangriff unserer Truppen zer- sprengt. Es wurden 30 Italiener gefangen. Dies ist unser erster Zitsirntmenstoß mit Italienern. Im S t r u m a t a l hat der Gegner in dem Kampfe arn 10. September bei den Dörfern Nevolen und .Kcrrdzikoej 7 Offiziere und gegen 100 Mann an Toten verloren. -Es winden viele Gewehre, Tornister, Munition und anderes Kriegs- rckrterial, das der Feind auf seiner panischen Flucht weggeworsen hotte, erbeutet. In diesem Kampfe wurden zwei schottische Offiziere und IjMri&ett Mann gefangen. , ,

An der AegÄischen Küste kreuzt die feindliche Motte. Unsere Bscffserflugzeuge haben die feindliche Flotte im ,üttfen von Kavalla erfolgreich angegriffen.

Ein rumänischer Ksrpskommandeur ertrunken.

Berlin, 12. Sept. (Priv.-Del.) DieB. Z." meldet <nts Sofia: Wie nunmehr berichtet wird, wollte sich der rumänische Korpskommandeur Bessarabescu. in Tu- krackan nach dem Falle Tutrakans als erster in einem Kahn auf das jenseittge Donauufer retten. Der Kahn tvurde von der bulgarischen Arttllerie in den Grund geschossen und Ge­neral Oessavabescu ertrank.

Enver Pascha im österreichischen Hauptquartier.

Wien, 12. Sept. Aus dem Kriegspresseguartier wird ge­meldet:

Bon der Front der in unseren Reihen stechenden .Kaiserlich ' SÄom anischen Truppen kommend, traf der türkische B^egeneralis- ßnmg ®5.tjer f cha am 10. September nachmittags im Stand­ort des K. K. Armeeoberko mmandos ein. Es war das

peiimüifie Zusarnmentreffen der beiden Höchstkommandieren- öen der verbündtten Österreich ischmngarifchen und türkischen Heere, ernr bÄXLtsarne Begegnung, zumal, da sie in einem Zeitpunkt er- wtgt, t m d ie Kampfgemeinschaft unter so glücklichen Auspizien «yen euren warnt, hinterrücks errtstandenign Feind eben ihre Früchte zeitigte. Die dankbare Würdigrlng der treuen Maf­ien b rüder s chafA kam denn auch in dem überaus ffer&lidjen; Empfange der dem Vize-generalissimus allerseits zuteil wurde, zu irchLavem Ausdruck. Enver Pascha, von dem österreichischer-^ .^arischen Mrtttüchevvllmtächtvgrdvr, Generalmajor von PomiaN- kowski, dem Kaiserlich deutschen Generalmajor v. Lossow, dküi dem deutsch«! Kaiser zugeterlten Kaiserlich osmanisck^n General- leutuaut Zekki Pascha und dem Sanitätschef der türkischen Armee, fkramm Pascha begleitet, hatte seine wichtigsten Abteilungsck>efs ^Gefolge. Die Besprechungen im Hauptquartier) Nahmen den ganzen Nachmittag des 10. und den Vormittag des 11. lÄptemLer in Anspruch. Am 10. September abends fand bei «m Armeaoberkommandanben Erzherzog Friedrich eine Tafel statt, M? Der Enver Pascha mit den Herren seines Gefolges teilnahm und bie Heroen der Kaiserlich deutschen Mllitärmiffion bmm K K. Oberkommando und der bulgarische Mrlttärattacho in '.Wien, Oberstleutnant Tentilvw, ferner der Chef des Generalstabs 'Generaloberst Freiherr Crmoad von .Hötzendors mit den obersten Funktionären des Armeeoberkonrmandos zugezogen ivaren. Am 11. pepternber urittags verließ Enver Pasckia das öfterreichisch- nngarncho Hauptquartier. Aus der Fahrt vom und zum Bah'n- yos sowie überall sonst, wo der türkische Vizegeilergttffimus sich aggte, wurde er von der Bevölkerung -der Stadt auf das sympa­thischste begrüßt.

Dre japanischen Forderungen an Ilryina.

. Anist er dam, 12. Sept. (WTB.) Einem hiesigen Blatte zufcol ge meldet dieTimes" ans Peking: Nach dem Zusammen­stoß tzwischeu chinesischen und japanischen Truppen in Chengchiatung hat ote japanische Regierung an die chinesische durch ihren Gefandten rn Peking folgende Forderungen gestellt: 1. Be- strasung der chinesischen Offiziere; 2. Errichtung japanischer Poli- zerstattonen in verschiedenen Orten der Süd Mandschurei und der Ostmvugolel: 3. Ernennung japanischer Berater für diese Orte und Plakatierung von Aufrufen, in denen die chinesischen Trup'pen vvr Zusammenstößen mit japanischen Truppen gewarnt werden; 4. Schadenvergütung und Bestrafung des chinesischen Militar- gouverneurs; 5. wird verlangt, daß bei jedem Hauptgnartier dgr Befatzungstruppen in der Südwandschurei und der Ostmongolei ein jaMnrscher Tnilitärffcher Berater angestellt werde und daß japanische Zehrer an die Militärschulen und die Akademie berufen werden.

Der §eekrieg.

London, 12. Sept. (WTB. Nichtanrtlich.).Lloyds mel- det: Der DampferLy der hem" aus Bergen ist ge­sunken. Die Besatzung ist in Sicherheit.

Bern, 12. Sept. (WTB. Nichtanttlich.)Echo de Paris" meldet: Der FrachtdampserSuint-Marc" der Com­pagnie Trans-atlantigue ist gestern versenkt worden. Die Besatzung von 34 Manu, ist gerettet.

Die russische Zommeroffensive M6.

H. Aus den Kämpfen um Baranvwitscht.

Erster Abschnitt.

Aus dem Gwßen Hauptquartier wird uns geschrieben:

Anfang Juni hatte die russische Heeresleitung das Gewicht ihrer Menschenmassen in Bewegung gesetzt zu der einheitlich ge­planten, gwtz angelegten Offensive mit den strategischen Ziel«^ BaranowitschiKvwelLemberg.

d« Wygodo. und ^Zirin gegen du' Srellungen unserer BerbunbettR! bleibt erolgloi- Tie russische Artillerie mag am 13. und 14. Juni gegen den ganzeil Arrgrifssabschnitt etwa 30000 Sckxuß verfeuert haben. Sie besck>ädigte unsere Gräben, sie zerstötte die mühsame Arbeit vieler Mmiate sie beugte aber nicht den Geist der Truppe: | das beweisen etwa 6000 Tote und Verwundete, die der zurück- wercheirde Angreifer nach sieben vergeblichen Sturniversuchen liegen la^eu mußte. Ueberläufer gaben einige Tage später die Verluste des Grenadierkorps aus 8000 bis 10 000 Mann an. Ten Grena­dieren war der Angriffsbefehl erst am Morgen des 13. Juni bekannt gegeben worden. In gedrückter Stimmung hatte ihn die Truppe ausgenommen. Sie wußte, was ihr bevorstand. Sie hatte Erfah­rung gesammelt in russischer Angriffsmethvde und deutschem Ber- teidigungsfeuer.

J£cv völlige Zusammenbruch des Greuadierkorps hatte seine emdrucksvolle Wirkung auf die russische Führung wohl nicht ver­fehlt Jedenfalls wurde ein für den 14. Juni geplanter nvch- malrger Massenangriff durch Gegenbefehl zunächst aufgehoben. Cmrge Tage verhältnismäßiger Ruhe ttaten ein.

Kriegsbriefe aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Die .Kämpfe bei Stara-Czerwiszce.

.. 11. September

Auch gestern haben die Russen den Versuch, ihre Stel­lungen am Unterlauf des Stochod gegenüber Doboly zu verbessern, tviederholt. Ein Auariff um 4 Uhr nachrnittags wurde bereits durch unser Artilleriefeuer erstickt, ein zweiter um 5 Uhr brach in den Hindernissen zusammen. Nach 6 Uhr setzte nach neuer kräftiger Artillerievorbereitung ein stär­kerer Angriff ein, der sich auch nach Norden ausdehnte, er wurde ebenso wie die anderen abgeschlagen. In der Nacht begannen um 9 Uhr und 4 Uhr neue Angriffe, die bis dicht an die Drahthindernisse kamen, dort stockte die Vor­wärtsbewegung, und Handgraniaten und Minenwerfer setzten den Russen, die bei der beginnenden Helligkeit nicht mehr zurück konnten, hart zu. Die Kämpfe, in denen die Bcchern sich nnt unerfchütterlicher Ruhe und Tapferkeit schlagen, haben durchaus örtliche Bedeutung.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Die Neutralität Norwegen-.

Berlin, 12. Sept. (WTB.) DieNordd. Mg. Ztg." .meldet: Der norwegische Gesandte hat hier im Austrage feiner Regierung die Neutralitätserklärung Nor- 'wegens erneut bestätigt.

Die Haltung der norwegischen Presse.

Be r l i n, 12. Sept. -WTB.) DieNordd. Mg. Ztg." schreibt Unter dem TitttNochmals die Haltung der norwegischen Presse"' 'MlÄags Avisen" ein viel gelesenes norwegisches Blatt, »nuckle am 31. August unter der großen UeberschriftDantes Hölle" den Wortlaut emes Arttkels derNorddeutschen Mgemeinen Zei­tung" über die Behandlung deutscher Kriegsgefangener in Rußland, *nrsbe,ondere an der Murmmiküste, an hervorragender Stelle in fetten Lettern ab Am 1. September verüffknrtlichteMiddags Avi- Der gleichen stelle einen von einem Belgier eingesandtem AE, m welchem die Behauptung aufgestellt nmrde, dieNord­deutsche Allgenrnne Zeitung" habe gswiß aus Tatsachen geschöpft, aber aus den Grei^ die von den Deutschen in Belgien verübt 4^>rden stren. Daran knü-pft die Rddaktivn folgende bezeichnende Nottz:Wir ichlretzen uns vollkonrmen den Worten des belgischen Einsenders an mrd wir haben rnrch der haarsttäubenden Schilderung .derNorddeutschen Allgemeinen Zeittmg" Platz gewährt, well es gleicht von JnteMe war, ein für alle Mal zu zeigen, was in d«ser Zeitoffrzrell" geschneben werden kann. Red." DieNord- deutfch . Allgemeine Zeitung" bemerkt hierzu: Dieser Fall bietet E.^Beämel ftcr die .Haltung der norwegischen Presse in der letzten Zert Mögen dre Deutschen in Rußland zugrunde gehen, das ist . dreier Krt von Presse glerchgülttg. Sie zieht es vor, immer noch an die abgel-ackten .Hände der belgischen .Kinder *u glauben mit (mten rn allen neutralen Ländern Reklame gemacht wurde, die aber

Algier und ihrer Freunde nirgends emoertt we^en konnten. Jetzt ntuß sogar imSemenr Baudois" ein Utttersuchungskvntmission zugeben, daß Art nicht aufrecht erhalten werden können Wir uorwegffchen Presse, daß sie davmr Notiz

B

«tJn. ^ WäKW

Während der Gang der Ereignisse den operativen Schwerpunkt über die Gegend von Luck zunächst auf den Turchbruchspnnkt Kvtoel verlegte, vhne das pvlüisch wichtige Ziel Lemberg aus dem Auge Zu lassen, entwickelteic sich auch an der Schtschara- und Serwetsch- Fwut erbitterte Kämpfe, deren nächstes Ziel der wichtige Eisen- bahnknvtenpunkt Barmrowitschi war.

Tie zunächst fortschreitende Offensive über Luck schlug nach dem Ern setzen stärkerer deutsck>er .Kräfte ein lastgsanreres Tempo ml und kam dann zum Stillstand. Um diesen Zeitpunkt mag vielleicht für die russische Heeresleitung das ursprüngliche Ziel Baranowitschij einem werter Aelegenen Ziel gewichen sein: etwa dem Gedankerr. unes strategischen Durchbruchs über Baranosvitschi in Richtung Brey Lrtvwsk gegen den Rückerr der HeeresgrirpPe von Linsingen. Unter dreser oder erner ähnlichen LlnnalMe wäre die maßlose Er- brtterung der russischen Angriffe am Sschtschara- imd Serwetsch- User, wäre der Ernsatz so ungeheurer Opfer gegen Barmrmoitschi lerchter erklärlrch.

, Brandenburger, twsener und schlesische Truppen, sowie öster- rerchrsch-nngariscke Verbände Wten unter Generaloberst v. Woyrsch dre Wacht an Sschtschara und Serwetsch. Tie Stellimgen folgen im allgemeinen Lew Lause des Oginski-Kanals, erreichen beim Wy- Mnowskoje-See die Sschlfchara, durchqueren das Gelände östlich BaranowitschiGorodischtsche und ziehen sich dann aus dem linken ^erwetschuser nack, Norden lstn.

Etwa Mitte Juni setzte hier die russische Filhrung den ersten gwlyeii Angriff im sttategischen Zusammenhang mit den Operatio­nen im Gelände LuckKowel an.

, Tie Vorboten jeder großen Offensive trafen ein:Baranowitschi loll genommen werben" sagten Ueberläufer. OstfMigene des Gre­nadierkorps erzählteii auch von einem Armeebefehl des Zaren, der den Kamps Üuls^lands bis zum letzten Mann und die Eroberung Warschaus ankündigte.

Am 13. Juni bricht das Unlvetter los. Starkes Artilleriefeuer setzt em gegen unsere Stellungen im Gelände von Stvlowitschi Und

l aIb Tn n ^ b li cb ? T Richtung aus die österreichischmnga- mschen Gräben aus^ Bald liegt der ganze Msckpiitt Sagorse (östlich AholvwitsclTi -Skrobowa (östlich Gorodttschtsck^> unter heftigem Artilleriefeuer, dem Sturmboten des Jnsanterieangriffes

Ueberläufer behaupten, der Feind iovlle noch an demselben Tage Mi greifen, ztver Korps seien,dicht hinter die Fwiit he.rangezogen^ Rasendes Artillerrefeuer schernt ihre Aussagen zn bestättgen. Auf unsere Gräben westlich Massy allem >virft der Gegner 12000 Lchutz. Nach etwa zwölfstündiger Artillerievorbereitung bricht der Angreifer gegen Mend in mehreren Wellen über die Linie Kra- schlii - Wcnkowitschl vor. Siebenmal treibt er seine Sturmwellen gegen die teibveise erheblich beschädigten Gräben vergeblich an Weder das zwölfstündige Trommelfeuer, iwch siel>enmaliger Angriff noK seine Begleitiing durch belgische Panzerautomobile erschüttern das Selbstvertrauen des Verteidigers, ^lusl den zersckiv-ssenen Gräben werden dre sieben Sturmangriffe restlos abgeschlagen. Ter deritschm Artillerie und den weltlich des Koldytschewo-Sees stehenden öfter reichisch-ungarischen Batterien gebühtt die Anerkennung entscheiden­der Mitwirkung bei der Mwehr der Angriffe. In die unter schwersten Verlusten mrnckflntenden Grenadiere der 1. und 2 Gre- nadier-Division feuert die russische Artillerie ihr Strafaerickst Tee Einnahme von Baranowitschi ist nnißglückt

Ä. Morgengrauen versucht der Russe sein Glück noch einmal, ^vem Vorgehen beiderseits der Bahn KraschinBaranowitschi sowie

Ms dem Reiche.

Reichszuschüsse beim Kartoffelbezug.

Berlin, 12. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Verhandlun­gen über die Bewilligung von Reichszilschüssen. durch welche der Kartoffelpreis frei Keller auf 4,75 Mark für den Zerrtner, im Kleirc- vettauf aus 5,50 M-rk für den Zentner ermäßigt werden soll, sind Niiiimehr abgeschlossen. Das Kriogsernährungsaint gibt hier­über folgendes bekannt: Gemeinden, die für .Kartoffeln aus der 7*^^1916 i>en Preis frei Keller des Verbrauchers auf höchstens 4 7o Mark für den Zentner und den Kleinhandelspreis bis ein­schließlich 15. Februar 1917 auf höchstens 5,50 DLark festsetzen, er­halten ab 1. Oktober ein Drittel der Kosten für die über die genannten Satze hinausgehenden Aufwendungen aus Reichs- Mitteln e r fta t t e t, ivenn diese Kosten im übrigeii anderweitig mlfgebracht werden. Die Gemeinden lfoben jedoch der höheren Vor'- wal tun asb e Hörde nachzuweiseii, daß sie mit Rücksicht aus die ört- lichen Verhältnisse höhere Anfwendungen machen mußten, als sie durch den Preis von 4,75 Mark bezw. 5,50 Mark gedeckt werden.

Aus Stadt unv Land.

Gießen, 13. September 1916.

Können wiraufhören"? Dürfen wir Nachlassen?

Geknebelt und geschwächt, zerstückelt und ge­knechtet, das sollle Deutschlands Los sein. So wollten eS 1914 die Feinde. Was wir zu erwarten hätten, wenn wir heute aufhören wollten, uns gegen wilde HoÄxm zu verteidigen, rvas rntfer Schicksal wäre, wenn wir auch nur nachließen, das erkennen nur au denk verimisteten Ostpreußen. Allein die unntittelbaren Kriegs­schäden in Ostpreußen haben den Betrag von 1 * 1 U Milliarden Mark erreicht. 2000 Zivilpersonen wurden getötet, noch mehr verschleppt 30 000 Gebäude gänzlich zerftött, der Hausrat von 100 000 Woh- miugen, die damalige Ernte im Werte von 100 Mwncn ver­nichtet imb -ein Viehschaden von 300 MMomtn m blinder Zer­störungswut angerichtet.

Man ideitke weiter Mi deri Si'idwestwmkel des oeuttck^en Reiches! Als die Fieinde von damals ihre grausamen Absichten nicht durch- jctzen komtten, iwell die Waffen sie zurückschlugen. ließen sie da etwa ab ? Nein, sie preßten andere Völker zur Hilfeleistung. Denken wir an Griechenland. Nur ein Beispiel; nicht das einzige Die rol>e Gttralt sollte herrschen, nicht die Menschlichkeit, auch rncht die Gerechtigkeit. Das besagen die unaufhörlichen Vergewal­tigungen des neutralen .Handels. Sogar Amerika hat gvklcmt. daß England, der angebliche Beschützer des' Rechts mm der Natioir«:, auch einem Großstaat gegenüber gelegentlich die ge­wöhnlichsten Regeln der Rechtlichkeit selbstsüchtig verletzt

Walde Senegalneger und andereTräger der Zivi- lisatton werden gegen unsere Angehörigen, gegen deutsche Truppen gehetzt, Gefangene unmenschlich mißhaichelt und aufs Unwür­digste geguält.

.Kann das deutsche Volk in seiner GittmÄtrykett so rasch ber- gelten, daß es nach den Plänen der Feinde ntit allen Frauen und Kindern znm Hungertode verurteilt war? Daß es nicht dazu kam lag wahrhaftig nicht an einem menschlichen Rühren der Feinde , .Wonn^ wir uns rächt selbst preisgeben wollen, gibt es in dieser Schicksalsstunde nur eine Antwort an die Feinde, da sie es nicht anders wollen:

Dur ch halten und mit Ehren bestehen! Dazu gehört: Stark bleiven und sich unbeugsam zeigen, auch mit dem Gelde. Das dlent dem Frieden, den wir alle wollen. Und das ganz allein' Darmftadt. Bastian.

** Jung wehr. Heute abend 81/4 Uhr: * _A^^lwillige zur Feuerwehr'

Turnhalle

. Y o't'MTiiwtHii Infolge ber

melcn Einberufungen ist der Mannschafts bestand der beiden htesten freiwilligen Feuerwehren derartig ziurückgoaangeri, daß ihre Verstärkung mit Rücksicht auf einen ausreichenden Feuerschutz der Stadt dringend erforderlich erscheint. Iir der heutigen Nnnrmer wendet sich der Oberbürgermeister wnnnltchen Einwohner der Stadt rnit der Mtte, sich frerw-llltg zum Diettst in einer der beiden Wehren zu melden Altbewährter Büraersinn wird diesen Aufruf nicht ungehört verhallen lassen, so daß vmi der Errichttmg einer Pflicht- feuerweyr, wobei alle männlicheri Einwoh-ner vom vollende­ten 17. bis zum vollendeten 60. Leliensjcchre zum Feuer- wehrdienst herangezogen werdet: können, und ans ein N:ch bersche: nen bei Uebungen, Bränden usw. hohe Strafen stehen, abgesehen tverden kann.

** E r m i t 1 e l u n a v 0 n V e r m i ß t e n. DieNorddeutsche Allgememe Zertung" schreibt: In derErnnttelung von Ver­mißten" überschriebenen Notiz in Nummer 196 ber Norddeutschen Allgemeinen Zeitung war bemerkt worden, daß Anfragen nach Vermißten nicht an das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Noten Kreuz zu richten seien, da dieses für die Ermittelmig von deutschen Vermißten nach den utzigen Vereinbarungen nicht zu­ständig sei. Diese Angabe ch nach den neuesten Vereinlmrnngen dahin zu berichttgen, daß die Nachforschung nach einzelnen deiitschen Vermißten nicht nur den zuständigen Organen der Laiches und Provinzialvereine des Roten Kreuzes und den Ausschüssen für deutsche Kriegsgefangene in 5>amburg und Frankchrt a M sonden: auch dem Zentralkomitee der deittschen Vereine vorn