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1.9.1916 Erstes Blatt
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z«m Rücktritt entschlossen.

Rotterdam, 31. Aug.Daily Telegraph" erfährt ^rus Athen: DerNea Hellas" zufolge sei Zaimis nicht bereit, die Verantwortlichkeit für die Regierung länger zu tragen. Er sei entschlossen, zurückzutreten und habe dem König bereits vor zwei Wochen diese Absicht zu erkennen ge­geben, indem er sagte, daß er zurücktreten wolle, falls Ru.- mcmtert in den Krieg eingreife. Alle politischen Kreise in Griechenland seien sich darin einig, daß bie_ Krise ihren Höhepunkt erreicht habe. Diese Woche sei entscheidend für die Haltung, die das Land schließlich einnehmen werde.

Bern, 31. Aug. (WTB.)Secolo" meldet aus Salo­niki: Während man in dortigen militärischen Kreisen der Entente hoffe, das Eingreifen Rumäniens werde für die Er­eignisse auf dem Balkan von entscheidender Bedeutung sein, glaube man in griechischen Kreisen, Griechenland habe viel­leicht die endgültig passende Gelegenheit zur Aufgabe seiner Neutralität versäumt.

Die Zentralstelle zur Rekrutierung Freiwilliger gegen Bulgarien teilt der Presse mit, daß sich bis jetzt 17 Mann gemeldet hätten.

Athen, 25. Aug. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Ungefähr 20 000 Personen nahmen an Gegenkundgebungen teil, die organisiert waren, um deni König und der Regierung das .Vertrauen auszudrücken. Gunaris griff die Politik Veniselos an und klagte ihn an, die geegnwärtige Lage Griechenlands verschuldet yu haben. Gunaris erklärte, das Volk und die Integrität der vaterländischen Erde liefen 'Seine Gefahr angesichts der bestehenden Garantien.

Rücktritte im griechischen GeneralstaS.

Bern, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) DerDemps" pietdet aus Athen: Drei weitere dem General stab an­geh ü re n d e Ober st en haben ihre Entlassung genom­men, ein vierter hat eine Verlängerung seines Urlaubs um 45 Tage erbeten. Der Beschluß ist anscheinend im Ein­verständnis mit Dusrnanis und Metaxas gefaßt worden. Es ist unbekannt, ob die Rücktritts gesuche angenommen Morden sind.

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Amsterdam, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldungen hiesiger Blätter berichtet Word Price aus Salo­niki über die Beschießung der Forts von Kavalla: Die ^Beschießung dauerte über 50 Minuten und wurde von zwei Monitoren und einem Kreuzer durchgeführt, die zwölf Forts mus einer Entfernung von zehn Meilen unter Feuer nahmen, jföin Flugzeug gab den Schiffsgeschützen Richtung und Ent­fernung an.

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Untaten der Franzosen.

Berlin, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) DieNordd. Elg. Ztg." veröffentlicht eine Reihe vor: Protokollen jrüber eidliche Zeugenaussagen, aus denen hervorgeht, daß französische Soldaten größtenteils auf Geheiß, Offi­ziere und deutsche Soldaten, die sich ergeben hatten oder verwundet wurden, kaltherzig ermordeten. Das Matt bemerkt dazu einleitend: Umfangreiche Aktenbände chezeugen Gewaltakte Und unerhörte Schand­staten an Wehrlosen, teilweise an schwerverwundeten ^deutschen Heeresaugehörigeu. Die meuchlerische Tötirng von ^Gefangenen, die planmäßige Ermordung wehrloser Menschen, die grausame Verstümmelung unglücklicher Ber- t-wundeter, röhe Mißhandlung, gehässige Beleidigung und schamlose Plünderung bezeichnen die Spuren des fran­zösischen Heeres, so oft sein Weg den der deutschen Gruppen kreuzt«. Nachdem die französische Presse durch vnaßlose Berleumdungen gegen Deutschland immer deut­licher die Absicht erkennen ließ, den deutschen Namen im ,Auslande systematisch zu erniedrigen, ja zu entwürdigen, yjoti aller Welt gezeigt werten, daß die französische Kultur und Menschlichkeit nichts weiter ist, als Wrahlerer und Eigenlob und daß die wahre Mensch­lichkeit nicht zu finden ist bei einem Volke, das in verblen- .betem Haß sich selbst aller Menschenwürde entäußerte.

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Bergeltrmg»rnatzregelrr gegen Rußland.

Berlin, 31. Aug. (WTB.) DieNordd. AllgeM. Zeitung schreibt unter dem Titel: Vergeltungsmaßnahmen gegen .russische Marinean gehörige :

Seit über Jahresfrist tutwai in Sibirien die deutschen See- offnere und Mannschaften, die das Unglück halten, in russische ^Kriegsgefangenschaft fallen, einer besonders unwürdigen Ve­rhandlung unterzogen. Man behandelt sie nicht wie Seeleute, dis mür ihre Pflicht getan haben, sondern wie genteine Ver­brecher. Der Grund hierfür soll in dem fteundschaftlicheir Rate .Englands liegen, das Rußland gegenüber erklärte, diese Deut­schen feien keine ordentlichen Seeleute, sondern Seeräuber, die, .Man dementsprechend behandeln müsse. Da alle diplomatisches 'Verhandlungen nichts gefruchtet haben, im! Gegenteil der russische Genevalstab irewerdings die oben erwähnten, einwandfrei festgestell­ten Tatsachen einfach ablengnet, sieht sich die deutsche Heeresver­waltung nunmchr veranlaßt, zu scharfen Gegen maßre- g c l n zu schreiten, um das Los ihrer Kriegsgefangenen zu bessern. Die russischen Marineangehörigen, Offiziere und Mannschaften, werden einem Vergeltungslager zugesührt, wv sie genau der glei­chen Behandlung unterworfen werden, wie sie rmsere Sockeute in Rußland zu eMrlden haben. Diese Maßregel wird erst ein Ende finden, wenn die russische Regverrmg sich veranlaßt gesehen hat, die deutschen Ma rinekriegs gefangenen sürderlstn nicht mehr wie Verbrecher, sondern wie Soldaten, die dem Vaterlande gegenüber- treu ihre Pflicht erfüllten, m behandeln.

Dänemark neutral.

Wien, 30. Aug. (WTB.) Der hiesige dänische Ge­schäftsträger hat im Mimsterium dos Aoußern die Erklärung cch^geben, daß Dänemark gegenüber dem .Krieige zwi­schen Oestrvveich-Ungarn und Rumänien Neutralität bewahren wolle.

Berlin, 31. Aug. Heber die Haltung Dänemarks waren in diesen Tagen hier und da völlig unsinnige Gerücht« verbreitet. Dänemark denkt selbsrverständlrch nicht daran, die Politik der Neutralität mrszugeben, die es bisher in absvlut korrekter Weise befolgt hat.

Berlin, 31. Aug. (WTB.) DieNordd. Mg. Ztg." meldet: Der hiesige dänische Gesandte hat im Aufträge der däuischen Regierung mitgeteilt, Dänemark werde im deutsA-itäkientfthen Kriege absolute Neutralität be-

Ver Leekrreg. '

Amsterdam, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Folgende holländische Dampfer mußten die Post in England zurücklassen. Boeroe" von Amsterdam nach Batavia,Rindjani" von Rotter­dam nach Batavia,Pveldijk", von Rotterdam nach New Berk, Merdam", von New Uork nach Notterdmn,Timor", von Batavia nach Amsterdam.

Kopenhagen, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung derPolitiken" aus Stockholm ergibt sich aus den Be­richten aus Finnland in Stockholm eingetrossener schwedischer Seeleute, daß die Anzahl der in der letzten Woche in finnischen Häsen plötzlich gesunkene Dampfer der Alliierten größer ist, als zuerst gemeldet wurde. So wurden auch in Uleaborg zwei englische Dampfer und in Kenn ein englischer Dampfer versenkt. Die schwe­dische Besatzung des in Pxpila versenkten englischen Dampfers Miandnria", die unter dem Verdacht, an dem Anschlag gegen das Schiff beteiligt zn sein, verhaftet worden war, erhielt die Erlaub­nis zur Rückreise nach Schlveden, da sich ihre Unschuld heraus- stellte. Nach ihren Aussagen war ihre Behandlung in der Ge­fangenschaft schlecht.

Stockholm, 31. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie amtlich mitgeteilt toird, hat die nffsiscye Negierung die Auslegung eines Minenfeldes in dem Meere bei den Alandsinseln bis zur schwe­dischen Territorialgrenze zwischen 59 Grad 40 Minuten und 59 Grad 52 Mn. nördlicher Breite ungeordnet. Der iproße finnische DampferWellamo" auf der Reise von Sundsvall nach Gamlo Karleüy (Finnland), 'wurde nahe der ftnnischen Küste versenkt. Tie Ladung bestand ans Stückgütern von 599 Tonnen. Die Be­satzung wurde gerettet.

Kopenhagen, 31. Aug. (WTB.)Berlinske Tidende" Meldet aus Stockholm: Die Besatzungen der beiden ftnnischen DampferWellamo" undSten 2", hie, nach Axpila bestimmt, an der filmischen Küste von deutschen Unterseebooten torpediert und zum Sinken gebracht wurden, sind in Gamlo Karleby (Finland) eingetrofsen.

ZU2 dem Reiche.

Ztmtschenhöchftpreise.

Berlin, 30. Aug. (WTB. MchtaMtlich.) Vom Kriegsernäh­rungsamt wird geschrieben:

Tie schwerer: und berechtigten Klagen über Preistreiberei aus den: Obstmarkt nehmen ihren Fortgang. Besorrders aut dem Zwetschemnarkte Mächte sich in neuere: Zeit eine sehr starke Preis­treiberei vor allem' durch, Händler bemerkbar, obwohl nach, den Ar:s- sichten >der Zwetschenernte 'kein Anlaß zu einer sehr hohen Preis­gestaltung vorliegt. Durch!die Preistreibereien leidet die Versorgung der Bevölkerung mit Zwei schm Gefahr. 'Zugleich wird der Erwerb ausreichender Mengen preiswerter Rohstoffe für die Viarmelade- industrie und in der Folge die Sicherstellung billiger Marmeladen für Heer imd Volk, deren Bedarf an Streichmitteln groß ist, in Frage gestellt.

Daher hat sich der Präsident des Kriegsernährnngsanttes trotz der allgemein in bezug aus die Höchstpreissech'ctz.ung für Frisch­obst bestehenden Bedenken entschlossen, den Höchstpreis für Haus- zwetschen oder Dan na: pflaumen aller Art ans der Eriite von 1916 beim Verkauf gepflückter, reifer Marktware durch den Erzeuger m\ '10 Mark ftir 50 Kilogranrn: sestziusetzen. To mach nrüssen Zwetschen, die nicht vom Erzeuger, sondern: vorn Käufer geerntft werden 'wollen, ebenso wie das für die obstv erarbeitende Juditstrie ersvrderlick>e halbreife Obst erheblich billiger verkauft werden.

Die >für den Pflcncm-eneinkaus der Industrie zuständige Kriegs- gesellschast für ObM.-u.strven und Marm': laderr hat eine ent­sprechende Anweisung beZuumen. Daß die Industrie nicht zu viel Zwetschen für sich wcfkauft, b.rftcr sorgt der vom' Präsidenten des Kriegsernähwungsamtes ernannte Devvllmächtigite. Damit sie auch bei erwaiger Zurückhaltung der Zwetschen solche erwerben kann, ist ein Enteignirngsrecht vorgesehen.

Tie Höchstfweisc für den Kleinverkaus (Absatz in Mengen bis zu >20 Pftmd) sind in der Verordnung auch vorgesehen, uird zwar mit 25 Pfennig ftir das Pfund.

Kommunal verbänden und Geineinden ist das Reckst gegeben, hiervon Abweichrmgen zuzulassen. Sie Wunen also örllichen Ver­hältnissen Rechnung tragen.

Wenn durch diese Preisregelung Händler, die zu übertriebenen Preisen gekcaftt haben, Schaden erleiden svlltzeir, so ist das nichlt zu vermeiden. Sie sind oft genug davor gewarnt Morden, sich <m» den Preistreibereien zu beteiligen.

Bei dieser Gelegenheit sei daraus hingewiesen, daß die g!elten- bm Gesetze bei zweckmäßiger und energischer Durchfr'ihrung dev Verordnung genügen, nur unges^mden Preistreibereien durch Er­zeugung oder Handel entgegenzritreben. Der Festsetzung bestmtmter Höchstpreise bedarf es zu diesem Zwecke nicht. Im Streitfälle hat das Gericht darüber zu entscheiden, ob eine nnrechltmäßige Preis­treiberei Vorgelegen hat oder rächt. In den letzten Wochen ist von den gesetzlichen Verordnungen schon vielfach Gebrauch gemacht worden. Gehen die örtlick>en Behördm und Gerichte energilch gegen die Preistreibereierl Mit Frischobst irnd Frischgemüse vor, so 'erreicht :Ucm damit mehr als mit der Festsetzung allgemein-^ Höchstpreise, Lue gerade bei Obst Und Gemtüft, die schon im Friede die all erverschiedensten Preise hatten, sehr leicht dayu führen, daß der Höchstpreis in deM einen Bezirk mit reichlicher Erzeugung zu hoch Ist und die Ware unnütz verteuert, während derselbe Preis für den anderen Bezftck so niedrig ist, daß er die ErzeivArngs- und MlieferungsWsten Tcmrt deckt und die Ware dem Markt fernhält.

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Berlin, 31. Mrg. (WTB.) Der Bnnde^rat hat folgen­den Vorlagen zngestinmrt: a) Aenderung der Bekannt-- nmchung betreffend die Erntevorschätzungen für 1916 vom 21. Jnni 1916; b) Entwurf einer Bestimmung über die Einrichtung Upd den Betrieb von Anlagen zur .Herstellung von Bleifarben usw.; c) betreffend Änderung der Ver­ordnungen zur Regelung des Msatzes von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei usw.; ä) über den EnllvUrf der Bekanntinachung über Bestätigung des Schecks durch die

Reichsbank. . ^ ^ t

Berlin, 31. Aug. (WTB. Nrchtamtftch.) Der Bundes- rat hat in seiner heutigen Sitzüng eine Verordnung über die Regelung des Msatzes von Erzeugnisien.der Kar­toffeltrocknung und Karto s felstärke-Fa b ri- kation erlassen, die sich im wesentlichen <rn das bisher geltende Recht anschließt. Ergänzt ist vornehmlich die bis­herige Strafbestimmung dahingehend, daß die Geldstrafe nicht geringer sein darf, als der Wert der hinterzogenen

Ware.

Berlin, 31. Aug. (WTB.) Die Kriegs gesell- schaft für Sauerkraut m. b. H., Berlin W., Pots- damerstrahe 75, hat mit Zustiminung des Bevollmächtigten des Reichskanzlers' auf Grund von 8 2 der Verordnung vom 5. August 1916 über die Verarbeituirg von Genrüse bestirnmt, daß Sauerkraut bis zum 15. September 1916 noch ohne ihre Genehmigung im Einzelfalle geliefert werden darf. Es wird dadurch Fürsorge getroffen, daß in dem .Handel mit Sauerkraut keine Stockung eintritt. Die Gesellschaft wird bis zmn 15. September 1916 den Preis und die näheren Bedingungen für den späteren Msatz von Sauerkraut fest­

setzen.

Neues perfifches Kabinett.

Petersburg, 30. Auq. (WTB. Nichtnamtlich.) Meldtmg der P-chcrsbuvger Telegraphen-Agentnr. Wie aus Teheran gemeldet tmtb, wurde ein neues Kabinett vvn^ Dossough ed Daul eh ige- !M>et, d« bm Vorsitz und das Ministerium des Aeußern über- n«mm. Mle cmderen Mitglieder des neuen Kabimtts gehören geneigten, Rußland und England ftenndschaftlich gesftrnten Arftseu an.

AUS Hessen.

ha D armstadt, 31. Aug. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag unter Vorsitz des Abgeord­neten Dr Osann seirre letzte Sitzung vor Beginn der Plenarbera timgcn ab' als Regierungsvertreter wohnten der Sitzung bei: Staatsnnnister Dr. v. Ewald, trister des Innern v. Hom- bergk, Finanzminister Dr. Becker, Staatsräte Lorbachcr und Hälzinger, Mmisterichrat ScWiep hacke, der neuer­

nannte Ministerialrat Dr. Hellwig, Geh. Legationsrat Dr. Neidhart und Oberjustizrat Schwarz. Der Ausschuß geirehmigte zunächst die von den Aussckmßreserenten Dr. Osöitti, Soherr und Henr i ch fertiggestellten Berichte über früher ge­faßte Ausschußbeschlüsse inbetreff einiger Anträge und Borstellun- Zur Beratung kam heute zunächst rrochmals die Vorstellung der Unterbeamten, betr. Teirerungszulagen während des Krie;res mit dem darauf bezüglichen Antrag Henrich. Bei den wiederholten Ver­handlungen, welche diese Angelegenheit bereits im Ausschuß er­fahren hat, stellte sich die Großh. Regierung-stets aus den Stand­punkt, daß eine allgemeine Kriegs zu läge für die Unterbeamten nicht gegeben werden körme, sondern daß jeder einzelne Fall geprüft >verden müsse, um zu entscheiden, ob die Lage des Beamtem eine Unterstützung richtig erscheinen lasse. Die Regierung wies daran? hin, daß seit dem letzten Ausschreiben, in welchenr die Unterbeamten aufgesordert wurden, sich zn melden, 422 Gesuche bewilligt worden seien, was eirren Kostenaufwand von über 40 000^Mark venrrsachte. Sie werde auch weiterhin in wohlwollender Weilst die Verhältnisse prüfen, auch insbesv'ndere Kvhlenbe-züge zu billigeren Preisen för­dern rmd Vorlagen zur Anschaffung von Kartoffeln und Kleinvieh an die Lllrgestelltrn bewilligen. Der Mrsschuß stimmte dem seither an gewendeten System der Negierung zu und richtete an diese zu­gleich daS Ersuchen, daß sie angesichts der drückenden Teuermigs- verhältnisst bei der Bewilligung von Unterstützungen möglichst wohlwollend mrd entgegen ko mnvend Vorgehen ^üöge. Dem Antrag Henrich, welcher eine allgeuteim Anchesserung sämllicher Unter- beanrten ins Auge faßte, ivurde danach nicht entsprochen. Vom Ausschuß wurde ferner ein Antrag .Henrich, betreffend die Schaf­fung von Heimstätten für Kriegsteilnehmer, für erledigt erklärt. Eine Vorstellung des Werkmeisters Steinbrecher bei der Zellen­strafanstalt zu Butzbach, betreffend eine anderweite Regelung seiner Ge Halts verhälllrisse, wurde vom Ansschn.ß befürwortet, eine Vor­stellung des Geometers erster Kläffe Huber in Worms um Anrech- irnng von Besoldicngsvordirnstzeit wurde abgelehnt. Damit hat der Ausschuß seine jetzigen Beratungen beendet.

ha. D arm stadt, 31. Aug. Tie Zweite Kammer der Lan d st ä n d e ist vom Präsidenten, Oberbürgermeister Köhler- Worms, jetzt endgültig für Dienstag, den 12. September, zum Be- lginne ihrer Plenarberatungen einberustu worden. Die Tagesordnung umfaßt zunächst 25 Beratungsgegenstände, darunter auch die RegicrungsDorlage, betreffend die Verlängerung der Man­date der Landtagsabgeordneten. Für die Abhaltung der Plenar- bevatungen sind vorlänftg vier Sitzungstage vorgesehen.

Zeichnet die fünfte Kriegsanleihe!

© er Krieg ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Die Anstrengungen der Zeinde haben ihr Höchstmaß erreicht. Ihre Zahl ist noch größer geworden, weniger als je dürfen Deutschlands Kämpfer, draußen wie drinnen, jetzt Nachlassen. Noch müssen alle Kräfte, angespannt bis aufs lleußerste, eingesetzt werden, um unerschüttert festzustehen, wie bisher, o auch im Toben des nahenden Endbampfes. Ungeheuer ind die Unsprüche, die an Deutschland gestellt werden, in jeglicher Hinsicht, aber ihnen muß genügt werden, wir müssen Zieger bleiben, schlechthin, aus jedem Gebiet, mit den Waffen, mit der Technik, mit der Organisation, nicht zuletzt auch mit dem Gelde!

Darum darf hinter dem gewaltigen Erfolg der früheren Kriegsanleihen der der fünften nicht Zurückbleiben. Mehr als die bisherigen wird sie maßgebend werden für die fernere Dauer des Krieges; auf ein finanzielles Erschlaffen Deutsch­lands setzt der Feind große Erwartungen. Jedes Zeichen der Erschöpfung bei uns würde seinen Mut beleben, den Krieg verlängern. Zeigen wir ihm unsere unverminderte Stärke und Entschlossenheit, an ihr müssen seine kjosfnungen zu­schanden werden.

Mit Uänken und Kniffen, mit Uechtsbrüchen und Plackereien führt der Feind den Krieg, Heuchelei und Lüge sind seine Waffen. Mit harten Schlägen antwortet der Deutsche. Die Zeit ist wieder da zu neuer Tat, zu neuem Schlag, wieder wird ganz Deutschlands Kraft und Wille aufgeboten. Keiner darf fehlen, jeder muß beitragen mit allem, was er hat und geben kann, daß die neue Kriegsanleihe werde, was sie unbedingt werden muß:

Für «ns ein glorreicher Sieg, für Sen Feind ein vernichtender Schlag!

Aus Stadt und Land.

Gießen, 1. September 1916.

Die Natur im September.

Mt dem Blühen geht es so alknäMch zu Ende. Einige Som- merpslanzerr holen es noch nach) so die Kreuzkräuter (Sencriv vul­garis, paludosus), die Rfenthaarten, die häßlich riechende Färvec- kamille (Anthemis tinctoria), die in Süddc-ntschVcmd vorkommende Brrgllsaster , Aster amellüs) mit plauvivletten Rnndbküt^> dazu die schon im August genannte Callama vüligcrrrs, Soab-wsaj succisa i deutsch: Teufelsabbiß oder Peterskoaut), goldgelb Pullearm dysenterica, Tollkirsche und neu natürlich Achtum autumnale, die Herbstzeitlose, die von Msmarck einmal zue- /icem politischen Ver­gleich heran gezogen wurde. Sie ist sehr giftig, wird aber noch in den Apotheken benutzt. Wenn es feucht nftrd, hat der PilMcher girte Ernte zu erwarten. Von Insekten und Käfern kommen jetzt ans der Puppe Carabidae (Lmifkäser), Ontophagen, Ndarienkäfer, Adrmonra tanaeeti und auch der Maikäfer entpuppt sich, aber bleibt m der Grde. Tut er das nicht, so ioandert er sofort in ein«kllous> hurean als seltenes Naturspiel. Von den Schmetterlingen sehcmj wir bei vielen Arten z. B. Vanessa, wie Admiral, Ncsseffäller dl« letzte Generation. Ihre Zeit ist um, die nächsten. Wock>en gehöret den eigentlichen HeckbsMmetterlftrgen, uärd darunter besondnsl den Eulen, deren Färbnug sich dem welkenden Lande gut anpaßt, ßo Danthia ocelläris, citrago ceragv uftv. Rstndenscrrbe dagegen; tragen Agratis vestigalis und dazu Apamea testacea und andere. Sphinx convolvuli (WndigschNurrer) und Acherontia AtropvA (Dotenkopf) fliegen. Auch Raupen Machen sich unarlglemehm beinerk- bar, so täc des Pappelschwärmjers, die schon mehr als bnirt ge­kannt werden kamt, demr sie ist gelblich-grüni, hat gelbe Quer- streifen, oft noch zwei Reihen rotgelber Seitenftecke und ein grünes 5wrn, und die gelbe des Rotschwanzes oder Kopfhängers, dm große Buchcnbestände ratzekahl frißt. Ast es kalt, so kommen mitunter schon Froftspanner zum Vorschern. Wespen aller Art besuchest Mannestreu und Quendel, Blattschneiderbienen sägen Stücke aus Äkazienb'lättern aus, Wafferjungsern, Blattlansflie^n und Teusels- ,radeln fliegen umher. Zweiflügler gibt es in Menge: da sind Bohrffiegen, Schnepfenfliegen, Mcknzenfliegen, Railpenffregen und .Hnn'.melfliegen. Hornißfliegen liegen mit den Bremsen im Strnt. m Wanzen'. Heuschrecken und dergleichen fehlt es nicht. Ment- l-alb^en hängen die Kreuzspnrnen ilwe Netze aus. und inc klarer Qufft unternehmen kleine Spinnen in lockerOn. Uieißen Gewebe Zeppelln^ Fahrten Altweibersommer. Im Wasser gibt es viele junge, Fiscl>e, Lachse "md Forellen laichen aber erst. Ost kann man ganze Scharen ftmger Kl'öten nach erneut warmen Regen \t\ym. Wer voaelknndig ist, hat jetzt Gelegenheit, Arten kenne?: zu lerrven. die onst in seiner Gegend nickt vorko«»n:en, denn der Herbsftug ist an- gebwchen ^md der geht ii* Gegensatz zum Frühlinqszug long^ farrt vor sich. Nun streichen Krähen, Enten, Reiher, und in großen Gesellschaften haben sich Spechte, Rstken und die vielerler Störche zusoinmengetKN. Man hat wirllich die Auswahl: da ist die ^ube.NM inieise mit einer Aät HjelM aus dem AhchHe, die mitz