Nr. 194 «Meiler
Erscheint lö-llch mit Ausnahme des Sonntag-, O
166. Jahrgang
Die ..Gietzener Kamittendlätter" werden dem «Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das -.«reirblatt für den Nreir Gießen- zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Sett. ttage»" erscheinen monatlich zweimal.
euer An
General-Anzeiger für Gberhefjen
5am§tag, ly. August 1916
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Universttäts - Buch- und Steindrnckerei.
R. Lange, Gießen.
Schriftleitung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schlü» straße7.Geschästsstelle ».Verlag: Schrift«
leitung: €^§*112. 'Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.
Zalkanofsensive und Rumäniens Zch-cksalsstunde.
,,Nach den vergeblichen Angriffen der Entente in den letzten Tagen traten die verbündeten Truppen zum r e ?. e - 7? 0 ^ 8 lo r ina ist nach Kampf gegen die
ierorscheDonaudivisiongenomme n." So verkündet der deutsche Genernlstabsbericht vom Freitag und gibt me bedeutsame Tatsache bekannt, daß die Truppen der Mittelmächte auf die verschämten Offensivhandlungen der britisch-sranzösisch-serbischen Balkanarmee, zu der sich setzt auch Italiener und Russen gesellen, mit einem kräftigen Ge Anstoß geantwortet haben, getreu der Losung, daß der die beste Deckung ist. Schon vor mehreren Tagen war bekannt geworden, daß der Oberkommandierende der bunt- gemlschten Balkan-Entente-Armee von Paris und London üus die Weisung erhalten hatte, loszuschlagen, es koste, was es wolle, und zwar einmal, um das Bild der „Generall- vffensive" zu vervollständigen, und zweitens, um durch dies ^ockmittcl den auf Griechenland und Rumänien ausgeübten Druck noch zu verschärsen. Sarrail soll aber auf jene Weisung nur sehr sauer reagiert und eingewandt haben, daß die militärischen Aussichten für eine Offensive außerordentlich ^näßrg seien. In der Tat hat er sich auch nur zu einer sehr schwächlichen OffensivtattV entschlossen, deren Erfolge gleich Null waren und die der Ententearmee schwere Verluste ein- haben, wie aus dem deutschen Heeresbericht ersichtlich ist, die Truppen der Mittelmächte den Spieß umgekehrt, haben in kräftigem Vorstoß die serbische Donaudivi- swn zurückgeschlagen und Florina genommen.
Das militärische Ziel der so viel erö-rterten, so prahlerisch angekündigten und so wenig fühlbaren Offensive der
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** Spiritus-Verteilung. Infolge der Knappheit der der Stadt zur Verfügung stehenden Menge Flaschen- spiritns und in Anbetracht des stetK steigenden Bedürfnisses hat sich die Stadtverwaltung genötigt gesehen, höchstenfalls bis zu 3 Bezugsmarken für den Monat an .Haushaltungen oder Einzelpersonen abzugeben, soweit das Jahreseinkommen der Einzelpersonen 1000 Mk., bei Haushaltungen von 2 Personen 1500 Mk. und von 3 und mehr Personen 2000 Mk. nicht übersteigt. Personen mit höherem Einkommen können ihren Bedarf ohne Bezugsmarkeir decken. Der Preis fitr den freien, ohne Marken erhältlichen Spiritus ist von der Reichs branntweinstelle auf 1.50 Mk. pro Liter festgesetzt. Spiritus ist zu haben in den Geschäften von: W. Kilbinger, Seltersweg 79, Gebrüder Berdux, Bahnhosstraße 27, R. Stuhl, Neustadt 23, A. Plack, Neuen Baue 17. Bei der Verteilung können nur solche Pe-rsonen berücksichtigt werden, die den Spiritus zum Kochen oder zur Beleuchtung nötig haben und denen ein Ersatzmittel in Elektrizität oder Gas nicht zur Verfügung steht, oder die den Spiritus für Zwecke der Gesundheitspflege benötigen. Gewerbetreibende, welche Spiritus in ihrem Betriebe verwenden, beziehen diesen von der Firma E. Silbereisen hier ohne Bezugsmarken; zuvor müssen sie schriftlich auf Vordruck erklären, daß sie den Spiritus nur in ihrem eigenen Betriebe verwenden. Die Vordrucke sind bei der Firma E. Sitbereisen zu haben. Es ist notwendig, daß der Spiritusverbrauch mcht gesteigert, sondern möglichst eingeschränkt wird, audernsalls eine weitere Beschränkung eintreten müßte.
** Ein ernstes Wort an die Flurspitzbuben. Es
gibt immer noch gewissenlose Menschen, die glauben, da ernten zu
Armee Sarrail besteht selbstverständlich darin, Bulgarien j können, wo andere gesät l-aben, d. h. sie'stehlen anderer Leute Feld niederzuwerfen und damit die durch die Niederringung und Gartenfrüchte. Tie Anzeigen über Obstdiebstähle und sonstig
Serbiens geschaffene Verbindung zwischen den Mitteinächten und dem Orient wieder zu unterbrechen. Daß ^ die etwa eine viertel Million Mann starke Armee, welche die Entente zu diesem Zweck auf dem Balkan versammelt hat, jenes Ziel zu erreichen imstande ist, reden sich die Drahtzieher in Londori und Paris ebenso wenig ein wie der General Sarrail. Aber nach dem alten Satz, daß der Krieg :den .Krieg ernährt, soll hier die Offensive die Offensive ernähren. Das heißt, General Sarrail sollte durch seine Offensive gegen die Truppen der Mitternächte auf Griechenland und Rumänien anspornend wirken, um diese mitzureißen und so die ersehnten Verstärkungen für die Balkan- offensive zu schaffen.
Kann und wird dies gelingen? Wird das geknechtete Griechenland sich wirklich den 'englischen Kriegskulis beigesellen, und wird Rumänien, das bisher noch nicht unter der Fuchtel der Entente steht, verblendet genug sein, das Schicksal Griechenlands über sich heranfzubeschwören? Was die Dinge in Griechenland betrifft, so haben die dortigen Neutralisten, au deren Spitze der König steht, getun, was in ihren Kräften stand, um das Schlimmste von dem unter der Knute Sarrails stehenden Lande abzuwenden. Aber sie konnten, da die Entente das Mittel der Hungerpeitsche anwandte, zum Schluß nicht mehr erreichen als einen Aufschub der Entscheidung bis zur Vollziehung der Neuwahlen, die Ende dieses Monats stattfinden sollen. Cs' ist natürlich eine falsche Annahme, daß dadurch das Hellenenvolk in die Lage kommt, ffei über sein Geschick zu entscheiden, denn der Wahlkampf geht unter der Leitung von Sarrails Gendarmen vor sich, und so muß man mit der Möglichkeit rechnen, daß der Vierverbc^idssöldling Beniselos als Sieger aus der Wahlschlacht hervorgeht. Ob König Konstantin dann noch die Macht haben wird, zu verhindern, daß seine Griechen zur Schlachtbank geführt werden, kann als ftaglich erscheinen.
Rumänien befindet sich nicht in einer solchen Zwangslage, denn es kann sich eher seiner Haut wehren als das arme Griechenland, und noch hat es die Russen nicht in das Land, in die Dobrudscha gelassen. Zwar setzen die Filrpescm, Take Jonesku und Konsorten, angefeuert durch den rollenden Rubel, Franc und Sterling, alle Hebel in Bewegung, den Anschluß Rumäniens an die Entente dnrchl- zusetzen, aber die Konservativen unter der Führung Carps, Marorescus und Marghilomans haben sich, unterstützt von den grundsätzlich kriegsfeindlichen Sozialisten und von der neugegründeten Osfiziersliga, um den König geschart, um die Unabhängigkeit des Landes zu wahren, dessen Schicksal bei einem Siege des Vierverbandes nicht zweifelhaft sein könnte, da Rußlands offen erklärtes Kriegsziel in der Beherrschung der Dardanellen und der Donaumündungen besteht. Die Erinnerung daran, daß Rumänien für seine 1878 dem Zaren geleistete Kriegshilfe mit dem Raub Bessa- räbiens und der Abfindung durch die unfruchtbare Dobrudscha „belohnt" wurde, sollte die verantwortlichen Staatsmänner in Bukarest davon abhalten, den Russen den Durchmarsch durch die Dobrudscha zu gestatten, ein Neutralitätsbruch, den die Mittelmächte als feindselige Handlung an- sehen müßten. Die Tatsache, daß deutsche Truppen unweit der unteren Donau stehen, sollte eine ernste Warnung für die rumänischen Kriegstreiber bedeuten, die eine Selbstmordpolitik ^reiben würden, wenn sie jetzt vor Schicksalstoresschluß, leichtfertig und mit politischer Blindheit geschlagen, sich auf das falsche Pferd setzen. /
Sofia, 18. Ang. (WTB.) „Tnevnik" zufolge machte Mr- nifterpräsident R a d v s l a w o w im Ministerrat Mitteilungen über die äu ßer e La g e. Bulgarien ser gegenwärtig vor jeder äußeren lleberrasckmng geschützt. Tie allgemeine Lage sei gut, und es beständen Aussichten, daß sie sich weiter bessere. 2luch bezüglich der Versorgung. von Armee und Bevölkerung sei das Land gut gesichert. Die diesjährige Ernte sei mehr als zufriedenstellend.
Aus Stadt und (and.
Gießen, 19. August 1916.
L. U. Von der Landes-Universität. Herr Tr. med. C lenre n %, der Leiter der Uelmngen für Studenten auf dem Tnrn- Und Spulplatz der Universität Giesen, hat bei dem vom „Frankfurter Verband für Turnsport" für den 13. August 1916 ausgeschriebenen „Militärischen und Verbands-Kriegs-Meisterschaften" in Frankfurt im Hochsprnng und im Speerwerfen die erste, im Diskuswerfen die zweite Meisterschaft errungen. Zu diesem ausgezeichneten Resultat l jat die Einrichtung des Turn- und Spielplatzes unserer Universität mit bei getragen. Diese ist neuerdings durch eine *Umklndehalle und Aufstellung von Geräten ergänzt 'vordem
^ . , - - - ---löchrige
tfelbtrcöcl mehren sich so bedenklich, daß sich verschiedene Gemeinden gezwungen sahen, die Anzahl der Feldhüter zu vermehren. Recht jchars geht die Polizeiverwaltung einer thüringischen Stadt gegen Feldspchbuben vor. Sie erläßt eine - Bekanntmachung, in der es u. a. heißt : Wir werden gegen Feldfrevler nicht nur die schwerste Strafart, sondern auch das zulässige Höchstmaß der Strafe zur Anwendung bringen. Entschuldige sich kein Feldfrevler damit, daß er aus Not gehandelt habe. Wo wirkliche Not ist, treten die Kriegs- surjorge-Behörden helfend ein. Wer seine Mitmenschen heute um me Früchte mühevoller >seeld- und Gartenarbeit bestieht, handelt ehrlos .Für solche Frevler cstbt es keine Geldstrafen, sie gehören ins Gefängnis! Ties zur Warnung!
oc or* hrpr eisermäßig ung. In der Zeit vom 21. bis -6. August 1916 findet in Cöln der Kongreß für Kriegs- b e s ch a d i g t e n f ü r so r g e statt. Ten Teilnehmern wird auf den meisten deutschen Bahnen eine Fahrpreisermäßigung in der Wer^e gewährt, daß bei Vorzeigung eines vom Reichsausschuß, provinzial- oder Landesverband für Kriegsbeschädigtenfürsorge ausgestellten Ausweises Fahrkarten 2. oder 3. Klasse znm halben prerse vorn Wohnort wach Eüln >und bis einschließlich 1. September solche für die Rückreise von Cöln nach dem Wohnort ge- !oft werden können. Mit dem Kongreß ist gleichzeitig eine A u s- 7-0 ?• ^' ]t rf-® y X iegsbeschädigtensürso.rge verbunden,
dre bi^. Ende Oltobcr 1916 dauert. Solchen Kriegsbeschädigten, die in die pürrorge einer öffentlichen oder bchördlich anerkaarnten Qr- ganiiation für Kaiegsbeschädigte ausgenommen sind, wird bei Be- fuch der Ausstellung die für deutsche Kriegsbeschädigte vorgesehene Eahrpreisermapigung (hälftiger Fahapreis 2. und 3. Klasse) gewahrt. Nähere Auskunft erteileri die Fahrkartenausgaben.
** Znm amtlichen Verzeichnis der Postscheckkunden b e i d c n P o st s ch e ck ä m t e r n im Reichs-Post- gc bi et wird im September der zweite Nachtrag heransgegcben werden, ^n dem slcachtrag sollen die Postscheckkunden aufgenomnien werden, denen vom 1. Maii bis Ende August ein Postscheckkonto eröffnet ist — allein voii Anfang Mai bis Ende Juli war cnn erfteulicher Zugang von mehr als 11000 Postscheck- kunden zu verzeickmen. Für diejenigen, die dem Postscheckverkehr veitretm und in den dcackckrag noch aufgenonrmeii werden sollen, empstehlt es sich, möglichst bald die Erösstning eines Postscheckkontos zu beantragen. T-ie Vordrucke zu den Anträgen sind bei wder Postanstalt erhältlich.
** Paketeinsammlung durch die Post. Es ist noch nicht genügend bekmmt. daß die Post abzusendeni>e Pakete auf Beftellung aus den Wohnmigen abholcn läßt. M-in brarlcht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: „Paket abholeii bei (Name und Wohnung)" unfrankiert an den näckfsten Brieskaften zu werfen oder einein Briefttäger mit- zugeben, wid die Sendung wird bei der nächsten Paketbcstelliahrt gegen eine Gebühr von 10 Psg. vom Hause des Abf'mders abgelwlt. ^.as Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen kein Dienstbote ziur Verfügung steht
** Die Kriegsgesellschaft für O b st k o n ser v e n und Marmeladen m. b.H. Berlin. Kochsttaße 6. macht be- r^Et, daß 1 - Ter Verkauf von Obstkonserven — Kompottfrüchten, Dunstobst, Obstmus. Obstmark. Belegs,stichten, kandierten Früchten, Gelees. Fruchffaften. Fruchtsiriipen, Obstkrant. Dörrobst — im Sl^rnc des § 10 der Verordnung vom 5. August 1916 mit Ausnahme von Naarmeladen bis aus weiteres sreigegeben ist, 2. der Verkauf von Marmeladen Sorte II. III, IV unb V zu den vom Reichskanzler festgesetzten Höchstpreisen und Bedingungen — Bekanntmachung vom 14. Dezember 1915, Reichsgcsotzblatt Seite 817, — ebenfalls bis auf weiteres freigegeben ist, 3. für Marmelade Sorte I neuer Herstellerpreise und Kleinhandelspreise als Höchstpreise festgesetzt, sind mit Wirkung vom 15. August 1916 ab, und daß die noch im Handel vorrätigen Mengen bis 1. September 1916 zu den seitherigen Preisen abgesetzr werden dürfen, 4. Rhabarbermarme- lade als Sorte I vom 15. August 1916 ab nicht mehr hergestellt und vom 1. September 1916 ab nicht mehr in den Vermehr gebracht werden darf.
** Wie weit erstreckt sich die Erlaubnispflicht? Das Kriegseriiährungsamt hat auf verschiedene Anfragen unter anderen folgende Gegenstände, bei denen Zioeisel bestanden, ob sie unter die Vevvrdnung über den Handel niit Lebens- und Fntter- mitteln vom 24. Juni 1916 fallen, für Lebensmittel im Sinne dieser Verordnung erklärt: Kaffee, Kakao, Tee, Wein, Sckiaiiiw- wein, Obftrvein, Mer, Spmtnosen aller Art, Fruchtsäfte, Mrnercklwaffer, Selterrvasser, Limonaden, Speise- und Backöle sowie deren Ersatzrnittel. Leinöl, getrocknete Früchte aller Art. Marmeladen, Salz, Fleischertrakt, Pffawzen- steischextrakt, Suppewvürsel, Puddingpulver, Backpulver, Natrrnm-Bicarbvnat, Hopfen, Knnsthoing, Kunsthonigpulver. Mar- meladenpUlver und ähnliche Erzeugnisse. Ter Handelserlaubnisj bedürfen wich Fabriken und so^ge Betriebe, die Lebens- oder Futtermittel Herstellen, für den Msatz ihrer Erzeugnisse, zum Beispiel Brauereien. Schvkoladesabriken. Kunsthonigfabrikcn. .Konservenfabriken. Fl eischwaresfabriken usw. dttcht erlaubnispslichtig ist der Handel mit Tabak, Zigarren und Zigaretten.
Kreis Schotten.
us dem oberen Vogelsberg, 18. Ang. Durch die veränderte Witterung hat die Heuernte vorläuftg ein schnelles Ende gefunden. Hier und da war ja noch immer einiges Gras zu
mähen und dies wird auch iveiter geschehen, wenn der Hnnmek wieder ein heiteres Gesicht macht. Hauptsächlich galt es noch junge Fichtenbestände und Schneisen auszugrasen, die in diesem Jahre zu diesem Zwecke bei der Heu gras vorsteigeruckg der fiskalischen Wiesen mitversteigert wurden. Eine große Menge Heil ist in diesem Jahre geerntet worden, unbestreitbar der dreifache Betrag wie voriges Jahr. Täglich herrscht nun auch auf den Bahnstationen der Vogelsberger Bahnen ein reger Betrieb mit Heuverladen. Und welche Güte hat das Hm? Es wird in diesem Jahre wohl kerne Beschlagnahme behördlicherseits stattzufinden brauchen, denn überall war die Ernte mehr wie günstig. — Ein anderes, worin sich der Segen des Himmels in diesem Jahre ganz besonders bemerkbar macht, ist der überaus herrliche Stand der Frucht. Nrirr darf es leine starken Niederschläge geben, denn sonst lagert sich die Frucht. Wir, die wir ans unseren Bergen Weizen und Roggen wenig oder garnicht bauen. h»ben aber an Sommerfrucht eine ebenso günstige Ernte zu erwarten, dem Verhältnisse nach, we andere bessere Gegenden. Hader und Gerste zeigen einen so herrlichen Stand, daß es jedermann das Herze entzückend macht, der feite Schritte dem Felde znwendet. Wenn der Himmel die Ernte will und fördert — und das hoffen wir doch —, in anderen Gegenden ist das Getteide ja schon so ziemlich alles ein gebracht, dann ist es, nichts mit der teuflischen Absicht, uns auszuhunh.ern. Nun aber fragen wir uns auch, wie danken wir nnserm Herrgott ßär die gute und reiche Ernte in diesem hochwchtigen Kriegsjahre 1916? Würde ein von dfr Regierung eingesetzter Feiertag, der auch für spätere Zeiten nnserein Volke erhalten bleiben möge, nicht am Platze sein? Einer solchen Zeit mit solch reichem Erntesegen müßte man doch auch stets, gedenken. Jahren, in denen der Hagel alle Entte einmal vernichtet hat, wrd hierzulande jetzt auch noch durch einen allgemeinen Feiertag gedacht, warrtm wohl auch nicht eines, erntereich>etr Jahres und zumal in diesem historischen Kriegsjahre 1916.
Usr^lrche NtrehrLchten.
Evmsge!ljche Geineinde.
Sonntag, den 20. 2l u q u ft, 9. und) Trinitatis.
_© o 1 1 e § b i c « ft. 3it drr Ztadtlirche. Kollekte flir die innere Misfioiu Voran. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmiertcn aus der Marktisgemeittde. Vorm. 9 '.'2 Uhr : Pfarrer Di a h r. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirehe flir die Matthätlsgenreinde. Pfarrer M a h r. — )n der Iohanneskirche. Kollekte für die innere Mission. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Ztlgleieh Christenlehre für die Neukonsirikkierten aus der Johannes- tzenreinde. Voran. Uhr: Pfarrer B e ch t 0 l s h e r m e r. Beichte und heil. Abendmahl für Lllkas- und Johannesgeniein^e. An- tneldnng vorher bei dein Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vornt. UV« Uhr: Kinderkirche für die Ltlkasgemeinde. Pfarrer Bechtols- h eiiner. — Aiittwoch, den 23. Atrgust, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.
Kirchbcrg: Sonntag, den 20. Ang., vorm. 10 Uhr. 11 Uhr: Christenlehre für die inännliche Jugend. — Mainzlar: Sonntag, den 20. Ang., nachni. IV, Uhr. Dekan G u ß m a n n.
Uatholische Gemeinde.
G 0 t t e s d i e n st. Samstag, den 19. A u p u ft: Nachm. 5 Uhr und abds. 8 Uhr: Gelegenheit ztir heil. Beichte. Sonntag, den 20. A n g ir st, 10. S 0 n n t a q nach P f i n g st e n.
Vorm. 6V, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte; 7 Uhr: Hl. Messe. 8 Uhr: Austeilung der bl. Kommuniorr. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 1l Uhr: Hl. Messe nfft Predigt. Militär- gotlesdiettst. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre, darauf sakramentalische Bruderschafts-?lndacht. — Dienstag und Freitag, abends 8 l L Uhr, ist Kriegsbittandacht.
D i a s v 0 r a- G 0 t t e s d i e n st a m 20. A u g u st: In Httuqen 8 Uhr. In Lich 9^ Uhr.
Spielplan öes Grohh. Rzrhanstheaters Vad-Nauheim.
Sonntag, den 20. Äluaust: ^Tie statische Fliege.' Diontag, den 21. August: Operetten-Gasrspiel dos'Albert Schumann-Theaters Frankfurt a. M: .Der liebe Pepi." Aiittwoch, den 23. August: .In: weißen Rößl." Freitaa, den 25. August: .Zwei glückliche Tage." Sonntag, den 27. August: „Die Haubenlerche."
Sptclplan ke; Königl. Nurlheaters Vad-Lms.
Dienstag, den 22. August: „Das Opferlamm." Samstag, den 26. August: Opern-Gastspiel: .Martha."
Spielplan der vereinigten Sranffurter Stadttheater.
Opernhaus.
Sonntag, den 20. August, nachmittags 5 Uhr: „Parsisal." Montag, den 21. August, abends 7^ Uhr: „Salome" Hierauf: -r-anze von Brahms. Dienstag, den 22. August, abends 7% Uhr: .Die ideale Gattin." Dlittwoch, den 23. August, geschlossen. Donnerstag, den 24. August, abeiids 7 Uhr: .Carmen." Freitag, den 2o. Anglist, abends Uhr: „Die Kaiserin." Samstag, den 26. August, abends 7 1 /, Uhr: „Das Glöckchen des Eremiten." Sonntag, den 27. August, abends 6 1 /, Uhr: „Lohengrin." Montag, den 28. August, abends 7 Uhr: „Der Nosenkavalier." 5chauspiclhaus.
Sonntag den 20. August, abends 7 l / ? Uhr: „Alt-Fra.ckfnrt." Montag, den 21. August, abeiids 7 1 /, Uhr: „Tie gutgeschnittene Ecke." Dienstag, den 22. August, abends 77, Uhr: Politischer Satiren- Abend: Der Schlachtenlenker." Hierauf: „Der Stammgast." Zum Schluß : „Zeitungsausschnitte." Mittwoch den 23. August, abends 7 /, Uhr: „Rosmersholin." Donnerstag, den 24 . August abends 77, Uhr: „Heimo, der Bauer." Hierauf: „Tie Komödie der Irrungen." Freitag, den 25. August, geschlossen. Samstag, den 2b. Auguft, abends 77. Uhr: Gastspiel des Herrn Albert
S te in ru ck voin Königl. Hoftheater in München: „Judith " Sonntag. den 27. August, abe.ids 6 Uhr: Zur Vorfeier von Goethes Geburtstag: Gastspiel des Herrn Albert St ein rück: Faiist "
Montag, den 28. August, abeiids 77, Uhr: Letztes Auftreten des Herrn Anton D a n e b 0 r g : „Tie deiitschen Kleinstädter "
Märkte.
Gießen. 19 Ang. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfuiid 1,90—0,00 Mk.- Hühner- erer das Stück 20 Psg ; Käse 10 Pfg.. Käsematte 3 Mg. das Stück: Ochsenfleisch das Pfund 2,10-0,00Mk.. Kuhflcisch 2,10-0.00 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1 80 - 0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00-0,00 Hammelfleisch das Pfund 2,20-0.00 Mk.: Kartoffeln das Pfund 7“7/. *4%: Zwiebeln das Pfund 00 Pfg.: Milch das Liter
30 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00—00 Pfg.: Spiiiat 00-00 Pfg das
Pfund, Kopfsalat 5-10 Pfg.. Gelbe Rüben 15-20 Pfg. das Pfund Weißkraut das Stück 20-50 Pfg., Rotkraut 25-60 Pfennia Wirsmg »0-40 Pfg., Römisch Kohl'l0-12 Pk. dasPäckchen, Erbsen 30 Pfg- das Pfund. Kohlraben 5-13 Pfg, Gurken, gr. 00 bis 00 Pfg., kl. 3—7 Pfg.: Blumenkohl 00-00 Pfg.: rote Rüben 15 bis 20 Pfennig das Pfund; Bohnen 25-30 Pfg. das Pfund Birnen das Pfuiid 30 Psg., Aepfel da« Pfund 30 Pfennig. — Marktzett von 7 bis 1 Nhr. M 9


