Ausgabe 
29.8.1916 Erstes Blatt
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einem vollen Mißerfolg, sie wurden überall, zum Teil im Gegenangriff, zurückgcschlogen und ließen viele Gefangene in unserer Hand.

Heeressront des Generalfeldmarschalls von Hindcnburg.

Die Armee des Generalobersten von Tersztyanszky ver­eitelte russische Angriffsversuche. Sonst keine besonderen Er­eignisse.

I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l l? h.

Am Zanriol wurde wieder heftig gekämpft. Nachdem ein Angriff des Feindes in unserem Geschützfeuer geschei­tert war. gelang es abends einer italienischen Abteilung, mit starker Artillerieunterstütznng in unsere Grpfelstellung einzudringen. Heute früh warf ein Gegenangriff den Feind wieder hinaus. An der küsterlländischen Front wurden der Monte San Gabriele und die Gegend von Nowa Vas von der italienischen Artillerie lebhaft beschossen.

S ü tz ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Bei den k. und k. Streitkrästen nichts von Belang.

Der Stellvertreter des Ehcfs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

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Armeebefehl Erzherzog Friedrichs.

Wien, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Heute ist fol­gender Armee-Oberkommando-Befehl erlassen worden:

Soldaten! Kriegskameraden! Ich habe euch mitteilen lassen, daß in der Reihe unserer.Gegner ein neuer Feind aufgetaucht ist: das Königreich Rumänien. Euer ehrlicher Soldatensinn wird für diesen räuberischen Uebersall bas rich­tige Maß an Verachtung finden. Wir haben in den ver­gangenen Jahren manche schwere Stunde überwunden. Wir werden auch den neuen Strauß in Ehren durchkämpsen, un­serem Eidschwur zu den Fahnen des Allerhöchsten Kriegs­herrn getreu! Gott mit euch!

Erzherzog Friedrich.

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Rumänien.

Auf der rumänischen Gesandtschaft.

Berlin, 28. Aug. Der hiesige rumänische Gesandte Doldiman befindet sich zurzeit nicht in Berlin. Er wird heute oder morgen abend auf der rumänischen Gesandtschaft eintveffen. Er wird durch den Gesandten Botolli vertreten, der heute vormittag von seiner Regierung die Bestätigung über die Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn erhalten hat.

Der Falschspieler.

Wien, 28. August. (WTB. Mchtamtlich. > Wie dieNeue Freie Presse"" von drplvnmtischer Seite erfährt, hat der rumänische MinisterpväsideM Bratianu noch am Sonntag früh den öfter-, leichisch^ungarischen Gesandten Grafen ° Czernin, empfangen und ihm erklärt, er könne und wolle die Neurralität aufrecht erhalten. Ter Kronvat, der nachmittags stattftnde, werde dies beweisen. Mt tle n veüe war jedoch das Schrift stück, tvelches die Kriegs- erftäxantg enthielt, mit der eigenhändigen Fertigung des Ministers des Aeußern, Poramibaru, versehen worden und war bereits im .Besitze des rumänischen Gesandten in Wien. Am 26. August vor­mittags wurde Graf Czernin von König Ferdinand empfangen, der dem Gesandten erklärte, er wolle keinen .Krieg und 'hoffe, der « K ro n v at tveckde sich im Sinne der Ajufrechterhaltung der Neutralität entscheÄen.

Die Führer der rumänischen Armee.

Basso, 26. Aug. Es wird als .Kommandant der ersten lArmre General Cu leer, als Kommandant der zweiten Armee; General Arier«seu und als Kommandant der dritten und werben Armee die Generale A s l a n und Br«s<rn genannt.

Berlin, 28. Aug. (Priv.-Tel.) Sicherem Vernehmen nach ist in maßgebenden Kreisen schon seit längerer Zeit mit dem Aufhvren oer Zu fuhr von Levens m itteln aus Rumänien gerechnet worden. Bei dem großen lieberschuß unserer diesjährigen Ernte über die vorjährige wird insbe­sondere die beabsichtigte Erhöhung der Brot- Kations zus chüs se in keiner Weise betroffen.

Budapest, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die ru- j manische Kriegserklärung rvird hier ohne besondere Er­regung ausgenommen, da die Presse seit längerer Zeit ans die verdächtige Haltung Rumäniens aufmerksam gemacht hatte.Az Est"sagt: Siebenbürgen kann ruhig sein. Ungarn wird bis zum letzten Mann fechten, um diesen räuberischen Uebersall auf seine Grenzen zurückzuschlagen.

Italien.

J Bern, 28. Aug. Nach Zeitungsnachrichten wird die Italienische Kriegserklärung in Mailand gar vielfach kom- ^mentiert Demonstrationen fanden jedoch nicht statt.

BE r n, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich. ) Das BlattP o- ptjfo b&talia", das sich in dem Leitartikel und in einer sMarrefpondenz aus Rom selbst rühnrt, daß sein Kriegs- )prvgramm nunmehr endlich in Erfüllung ging, kann doch nicht folgende Warrrung an die italienische Oefsentlichkeit unterlassen : Deutschland ist nicht entkräftet, wie die meisten hartnäckig glauben wollen. Es ist gut, dies festzustellen, cdamit die Italiener ihre Nerven für noch größere Opfer Stählen. Deutschland ist noch stark, und seine Soldaten sind ffogar besser ausgerüstet, als zu Anfang des Weltkrieges. Mir müssen den Feind in richtiger Weife einschätzen, der nicht besiegt, vielmehr in der Lage ist, in einem verzweifelten Zeitpunkt, bis zu den Zähnen bewaffnet, auf Tod und Heben sich zu verteidigen.

Die Bulgaren in Kawakla?

I Kaag, 28. Aug. (Miv.-Tel., zf.) Reuter meldet aus jSaloniki: Die Bulgaren zogen .-am 25. August in Oawalla ein. Alle Forts bis auf eines wurden ihnen iübergeben mit der gesamten Bewaffnung und dem Muni- tionsvorrat auf Grund der Befehle, die der griechische ^Kommandant aus Athen am 25. August erhalten hatte. .Die britischen Kriegsschiffe auf hoher See eröff- neten sofort das Feuer auf die durch die Bulgaren besetzten Forts. Bis jetzt finb keine Einzelheiten bekannt. Zwei grie- -chischt' Offiziere ^entkamen in einem Boot aus Äawalla und erreichten Thasos. Sie verfügten sich zu der Freiwilligen- abteilung, die dort gebildet wird, um gegen die Bulgaren zu ziehen.

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9*i*c*r6 an der Somme.

Paris, 28. Aug (WTB., Meldung der Agence Havas. Pcäftdent Poincare begab sich gestern in Begleitung MimiKs, des Kriegsministers lstoques und des (Aeneralifsi- rnus Joßfre an die Somme, wo er eine Begegnung mit den mtneraüv Haig und Foch hatte. Der Präsident, Briand, und Joffre besichtigten daraus die Tvuvpeu und ,die Lager.

Ctzittefen in Paris.

Paris, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) LautPetit Parisien" sind die ersten tausend Chinesen in Paris am- gekommen, wo sie in den Munitionswerkstätten Verwendung finden sollen.

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Brand einer Leuchtkörperfabrik.

B e r it, 28. August. (WTB. Nichtamtlich.) In der pyro­technischen Fabrik in Ssaint Denis brach einer Meldung der Agenee Havas"" zuststqe Feuer aus. Die Fabrik stellte besonders Lenchtkörper für die Front her. Angeblich ist nur ein Gebäude eingeäschert worden, jedoch mußten die Feuerwehren von Saint Denis, Samt Ouen und Paris herangezogcn werden.

Der englische Gesandte in Bern.

Bern, 28. August. (WTB. Nichtamtlich.) Das Journal de Geneve" meldet: Grand Dass, der Gesandte Englands in Bern, scheidet aus Gesundheitsrücksichten »us dein Dienst aus.

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Reue Einberufungen in England.

Stockholm, 28. Aug. Die Einberufungen in Eng­land werden fortgesetzt. Ein neuer Erlaß beruft die Marine­landwehr erster Kategorie bis zum 37. Jahre ein.

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TNiicrika und England.

Washington, 28. Äug. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch vom Veistreter des Wolffsck?en Bureaus. Die Regierung veröffent­lichte ein Weißbuch, das die Korrespondenz zwischen den Verseng­ten Staaten mrb England während des Krieges enthält und ver­schiedene Falle.,zeigt, in welchen Amerika eine energische Sprache gegen England anwandte.

Der 5eekrüg.

Ein englisches Dementi.

Haag, 28. Aug. (Priv-Tel., zf.) Reuter dementiert offiziell aus London den Wolfs-Bericht beglich der Bewasst- n n n g engli s ch e r Ka u s s a h r t e i sch i ) f c. Es fet bestimmt unwahr, daß die britische Regierung irgend welck? Mitteilung dieser Art an die niederländische Regierung habe gelangen lassen.

Holländisch-englisches Abkommen.

A m fte r d a m , 28. Aug. (WTB.).Handelsblad" zufolge gelaugte die Vlaardinger Fisch ereivereinigung zu einem Abkommen mit der britischen Regierung, nach welchem die Fischerei fortgesetzt werden kann und die von England zurückgehaltenen Mitglieder der Ver­einigung freigetassen werden sollen. Einzelheiten über die Art des Abkommens fehlen noch.

London, 28. Aug. (WTB.)Daily Mail"' meldet: Am Samstag wurde von Vertretern der holländischen Fischereivereinigung und der britischen Re g i e- rung ein Abkommen über die zukünftige Verteilung der von den holländischen Fischern gefangenen Heringe unterzeichnet. Die in Schottland zurück gehaltenen hollän­dischen Fisch erfahrz enge werden unter der Bedingung frei- gelassen, daß D eutschland nur 20 P r o z e n t des ganzen Fanges der Saison erhält. Holland behält,weitere 20 Proz.; die restlichen 60 Prozent geheit an die Neutralen.

Rio t t -er d a m, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie demNtzeuwe Rotterdamschen Courant"' von seine« Lon­doner Korrespondenten berichtet wird, gilt das. Abkommen zwischen der britischen und niederländischen Regierung über dii Heringsfischerei bis Ende März 1017. Im Januar sollten weitere Verhandlungen geführt werden. Die Vereini­gung der niederländischen Fischerreeder verlangte für die Aufbringung und das Stilliegen ihrer Schiffe keine Ent­schädigung. Es wurde den Reedern aber das (stecht zuerkannt, eine Vergütung für den Verlust von Menschen und anderer Schäden zu fordern. Die britische Regierung werde alle Materialien für die Ausbesserung der Fischerfahrzkuge und Netze unter den' Bedingungen der Meistbegünstigung nach Holland aus führen lassen.

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Bern, 28. Aug. (Priv.-Tel., zf.) TerTcmps"" meldet aus Bordeaux: Ter englische Schoner Katharine Park aus Glasgow, 4854 Xcrmen, ist mit einer Ladung Hafer von Portland (Oregon> kommend, auf eine Mine gestoßen und im Berdon aus (Strand gesetzt worden. Die Havarien sind ernst.

DerPetit Parisien"" meldet aus Marseille: Dqs Paketboot Lotus"" ist von Alexandria nrit 18 Mann der Besatzung des jüngst von einem Tauchboot versenkten englischen DampfersCoquet" in Marseille angekommen.

Deutschland"- Arr-zeichnungeri.

Bremen, 28. Aug. (WTB.) Der Kaiser f>at Dr. Loh­mann anläßlich der glücklichen Heimkehr des Unterseebootes Deutschland"" und in Anerkennung der hervorragenden V«r- dienste um das gesamte Unternehmen, den Kronenorden zweiter Klasse verliehen, ferner aus gleicher Veranlassung dev Herren Paul Hilten jun., H. T. Hilten seit, und dem Llopdkapitän Hins ch in Baltimore den Roten Adlerovden vierter Klasse, dein Prokuristen Hoxchse und Bohrmiann den Kronenorderi vierter Klasse, dem Schisssdaud-ire Ucrc Zetzmann (Kiek) den Roten Adierorden vierter Klaffe mit der Krone, dent Oberrngenieur Tochel (Kiel' den Roten Adlerorden vierter Klasse, bem Schiffsbvuingenieur Prusse den Kronenorden vierter Klaffe. Weiter wurden der gesamten Besatz­ung des Schiffes Auszeichnungen verliehen und zwar dem Kapitän K"önig das Ritterkreuz des Hausordms von Hvhenzvllern, dem ersten Osftzier KrapohL, dem zweiten Offizier Eyring und dem Obermgschinisten Klees der Königliche Kronenorden vierter Klasse, dem Verwalter Kessel, den Maschinisten Frechte, Kießling und Weaener das Verdienstkreuz in Silber, den Matrosen Nacken, Pickert, Born und Möller, den Heizern Schneider, Obrriter, Stein. Dscherner, Schwrrrtzschild und Mitterer die Rote Adler- medaille, den Maschrnerrwärtern Nagel, MMste, Albers, Hultsch, Höfelmann und Zimmer, dem Funkentelegraphisten Geilenmd und dem Bootsmarm Humcke das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze, Beni Koch Simon und dem Aufwnrter Stucke die Kronen- orden-Medaille.

Av5 dem Küche.

Die Brstverforgung.

Berlin, 28. Aug. (DTB. Amtlich.) Nach dem Ergebnis der vorlänfigen Ernteschätzung von Brotgetreide, war das Kurawrium der Reickrsgetreidestelle im Einverständnis mit dem Präsidenten des Kriegsernähruugsamtes in der Lage, die Atrbeiterbrot­zul agen, tvelche in den beiden letzterr Monaten des alten Erntewstres hauptsächlich loegen des Mrtosfelmangels als Sonderzulagen gewährt lvorden war, nunmehr als dauernde Ver­mehrung der Brotpürtioneu zuzubilligen, und außerdem allen fuqendlühen Personen zwischen 12 undl? Jahren, ab 1. Oktober, eine Zulage von 50 Gramm Mehl ftir den Tag zu gewähren. Die Brotgetreideernte des Jahres 191t> ist als eine mittlere Ernte zu berechnen, die Wer das Ergebnis der vorjährigen Mittelernte nicht unwesentlich hinaus geht. Sie übertrisft die vorjährige Ernte nicht in demselben Maße, wie die Ernte an Futtermitteln, iHs- besondere an .Hafer und Gerste, ermöglichte aber, wie die Mit­teilungen der ReickMetreidestelle an anderer Stzelle sagen, eine nicht unerhebluhe Wervesterimg der Brotvech-orgung der Bevölkerimg

vorzunchmen. Die recht erheblichen Zulageü, welche ui den letzlen beiden Monaten des alten Wirtschaftsjahres Schwerarbeitern, ins­besondere wegen der Str^ungen in der Kartoffelveriorgung be­willigt wurden, können als dauernde, für das ganze neue Erntejahr in Aussicht gestellt werden. Daneben nnrd dem ml- eitig geäußerten Wunscl), der Jugend mit ihrem erhöhten Er- nährunasbedürfnis in der Hauptzeit chres Wachstums eine Zulage zu bewilligen, Rechttur»g getragen. In der Bemessung der Brot­ration zurzeit noch weiter zu gehen, ist nicht,möglrch. Es muß vor allen Dingen vermieden tverden, daß ettt« später, wenn dre end­gültige Bestandsaufnahme irgendwie geringere Quantitäten ergeben, sollte, eine nachträgliche Herabsetzung stattfüiden müßte, wie fte leider im Dezember des vorigen Jahres hat emtreten müssen, s^er Preis des Brotgetreides blecht derselbe. Ebenso werden die Mahl­preise der Reichsgetreidestelle keine Erhöhung erfahren; ja, es war möglich, den Preis für Roggenmehl ab 1. August uin eine Mark für dev. Doppelzentner herabzusetzen. Sodann hat cs die Gcschäftsabteilung der Reichsgetreidestelle möglich ge- macht, den Preis ftir Weizengrieß.aus den von ihr b«ftMerteni Grießmühten, und zwar den Kleinhandelspreis, vou 45Psg., auf 28 Pfg. für das Pfund herabzusetzen. Auch die Verhand­lungen im Kriegsernährnngsamt wegen vermehrter .Herstellung und Verbilligung von Suppensto ffen, Grauben, Grüche Und H a f e c f l o ckdn sind soweit gefördert, daß auch in dreser Hinsicht eine baldige Verbesserung zu erwarten ist. Die Verbilli­gung und vermehrte Bereitstellung dieser Suppenstoffe, die sich ja crfteulicherweise durchführen ließ, entspricht vielfach geäußer­ten Wünschen wrvs der Bevölkerung und ist bei der unvermeidlichen Knappl-eit an Fetten von erheblicher Bedeutung für die Ernäh­rung. Alles in allem kann sonach gehofft werden, daß die Versor­gung der Bevölkerung mit Brot, Mehl, Gries üud der schrigen aus Getreide hergestellten Na'ch'ungsbeihilse und Ersatzmitteln eine bessere werden wird, als bisher. _._

Ans Stadt und Caitö.

Gießen, 29, August 1916.

Zwischen Sommer und Herbst.

Ein SonlMer ohne Sonnenscheiti, ohne die warmieu DüftS wolkenloser Tage ging durch das Land. Nack der Frühlings- arbert verschmähte es i*e Natur, in goldener Fülle zu ruhen, still zu stehen auf der Hölir des Jahres uud die Reife wie ein Glück zu genießen. Nicht wie eine hohe leuchtende Frau sdand sie über der Erde. Die stolzen Blumen, die um ihren Kleidersaunt blühten, lernten es. vor dem Regen die Kelche zu neigen, die buntechs Schmetterlinge stoben auseinander, und der Troß der Käfer arbeitete sich nur mühsam durch feuchte Wiefenwälder. Auf den Weiden stand unter rieselndem Regän geduldig das Vieh. Neben seiner Herde hält in ver.virtertem Fkausmantel der Schäfer Wacht. Das Gras an den Wegrändern drängt sich üppig übereinander; am Waldrande vor den Birken und rot gesprenkeltem Brombeer- gesträuch schimmert es von iveißen Perlen. Nur einnral um JUli- Augnstwende spannte der HimNrel seinen goldenen wolkenlosen. Togen über die Erde, als der Ernte schw^er Segen eingebracht wurde.

Draußen schlagen noch grüne Zweige an die Fenster; nicht Winter ist es oder Herbst, sondern August. So sagt der Kalender. Aber wenn von den Bäumen Blatt nm Blatt zur Erde taumelt upd die Fackeln herbstlicher Farben in jedem Gartenwinkel ans- glimmen, dann vermag man dem Kalender nicht mehr zu glauben.

Die Finten halten schon Versammlungen ab und üben sich zum großen Fluge. Nur wenige Männchen ^vevden sich dem RöisrMge nicht anschließen, sondern daheim bleiben u.nd sich schlecht und reckst durch den Winter schlagen. Xtz Schwalben sitzen in Reih und Glied auf den Drähten und Gittern, plustern sich auf mrd überlegen, wie lange sie noch hier bleiben sollen und ob es nicht ratsam sei, je eher, je .lieber einem Lande zu entrinnen, in dem die Jahres­zeiten aus den Fugen gerieten, das sich unter einem ewig grauen Himmel frierend nach Sonne sehrrt vmd zwischen SvMmer Und Lrerbst den Winter vor der Tür wähnt. Aber^dann naht ein Tag, der mit lichter Stirne emporsteigt, der die Sonne in den blauen Glanz des Himmels geleitet. Ein Tag, vor dessen Heiterkeir das Andenken langer Regenwv'chen versinkt, der die Erde mit Licht und i Wärme segne: und denn Sc!>eiden die Hoffnung zurückläßt, daß er der Ersl^ uitk) Auserivä.hlte sei. von einer Reihe glad) holder

Brüder. ,

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'* Amtliche Personalnachrichten. Der G r o ß- h erzog bat nm 26. August den Vortragenden Rat im Ministe-- rium der Finanzen. Abteilung für Steuerwesen, Geheimen Ober- finauzrat Dr. Georg Hellwig zu Darmstadl zum Ministerialrat int Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden seiner Abteilung für Ste»ierivesen ernannt.

** Auszeichnung. Am Gründungstage des Landsturm« Bataillons Giessen 16. August hat der Grotzherzog den Leutnants Hermann M e n d -e l s o h n , Otto Wagner, sowie dem Feldwebl Akbort Wallenfels und den Nndm-offisiiere-n Fritz A dami und Wilchckm Bärm au n. welche seit Bestehen dem Bataillon augchären, das allgemeftre Ehrenzeichen für Kriegs- Verdienst ani Kriegs da nd,e verliehen. Denr Infanteristen Wcgifft Leinweber aus Giesen, im bayer. Res.-Jns.-Regt. Nr. 21, nnirde das königl. daher. Militär Verdienstkreuz 3. .Klasse mit Sckffvcrtern verliehen; außerdem erhielt er moch vmr seinem^ Divi- sions-Komlnandenr für hervorragende Leistmrgen bei PatrvUrllen- nnternehm'imgen eine besondere Anerkennung in Form eines Diiplvms.

** Die Wett? ä^m pfe um den Hindenburg- Schild uahinen ääu Samstag nachinittag auf d-er Hcrrdt den schöust-en Verlauf. Alle hiesigen Knabenschulen lprtten Gruppen entsandt, so daß iusgesenut 11 Gruppen mit M- sammen 88 Schülern gegeneinander kÄnrpften. Die Hebun­gen bestanden in Schnellans, Zeitklettern, Hoch-, Weit- sprung und KugÄstoßen. Da bis zu 5 Ueberpunkdear ge- reckknet wurden, konnte der einzelne Schüler höckfftens 125 Punkte erhaltet!. Die höchsten Leistungen nrit 123 Punkten hatte der Oberreal^chüler Karl Waag (llndersürfe). Den Hindenbürgschild errang für das nächste Jahr mrt insgesamt 846 Punkterl die Mittelftiuse des Gym­nasiums (A. Störiko, L. Engisch, 5p. Sievers, G. A. v. Jehrina, L. Oßnurld. A. Walter, W. Cram-er und E. Henkel). Die Mittelstrife des Realgymnasiums, die den Schild im vorigen Jahre erkürnpft hatte, blieb mit 842 Punkten nur 4 Punkte zurück. Der Vorsitzende von Jung- deirtschland wies bei der Verkündigung des Ergebnisses darcnlf hin, daß die Beftrebunaetl von Jungdeutschlandi zimr Ziel hätten, einmal die Jirgend gesuudheitlich zu fordern, zmu andern aber neben Wergenrut auch die höchsten deutschen Tugenden: Selbstlosigkeit mrd Treue zu pflegen. Dr. .Gern übernahnl für das Gymnasinm den Schlbd uild brachte ein Hock) auf Juug'deutschland aus. Nach dem Gesang des LiedesO Deutschland hock) in Ehren"" zogen die jugend­lichen Streiker wieder der Stadt zu.

** Jung denttschlan d. Mittwoch Antreten beider Konlpaanien 8 V 4 Uhr in der TurnhaUe des Realgynmasiums.

** L i ch t b il d e r vo'r t ra g übe r den U-Boot-Krieg. Ans Einladung des Gvoßh. Garnisvnkommandos hält am 30. d. Mts., abends ? Uhr, Herr Oberleutnant Zowe aus Berlin für die Gesigen Truppen in der Reuen Allla d-er Universität eftren Lichtlstldervmch^g über den U-Baok Krieg, d-er do»ckens!l»erterweise auch bn Zivi^oökkerung, zugänglich gemacht nürd. Anhand eines dem Bortrammden T. vom Reicbsmarincamk zur Berfügnng gestellten reichen Bildermatcriales bringt der Vortrag zahlreiche Ein^elheilen von der Einrichtimg mrd der taktisck)en Mrwendimg des Unterseebootes und der übrigen Waffen des Unlerivasftnckampses, des TsrpetttzS und der Se^nHne. Karten zu 21., 1 M. und 50 Pfg. bei Chatlier, MüsikalienHandlung, NeueMve'g 9.

Kriegs-Sparkarten. Die Bezerk»parkasse Giespm mackst i» der vorliegendcku Nummer dtckannt, daß.die bei ckn ilmymld der Zeichnnngsfrift der neuen KriegSmllatlie auszirgH«^d«i sog.