ben körperlich besten Leuten, die seit Kiffegsbeginn eingetrefen seien. Im ttrefcitfftcfyen* feien sie geistig und körperlich ebenso tückstig wie die an geworbenen, es seien erstklassige Leute. Er bitte das Haus', den Stand der Dinge vor wenigen Monaten mit der gegmwärtigm Lage zu vergleicknm. Damals, sagte Lloyd George, war Verdun in der Schwede, die Oester reicher schienen sich der italienischen Tief- oberre zu nälwrn und machten eine große Beute: die Rassen schienen mit Leichtigkeit von schwäck>erm Kräften zurückgehalten zu werden: die Deutschen guältcn uns an der ganzen Front mit unaufhörlichen, rnttveise erfolgreichen Angriffen. Die ncuausgehobenen russischen Truppen und in sein großein Maßstabe unserer eigenen neuen Armeen waren unerprobt. Niemand wußte, wie sie, aus die Probe gestellt, besuchen umrden. Das war die Lage vor Zwei Monaten. Wie ist sic jetzt? An der ganzen Schlachtfront im Osten und im Westen ist die Initiative dem Feinde entwunden, fast zum ersten Male au der ganzen Front, nur mit edier Au-nahme etw>a inl Mesopotamien, >vo infolge des Klimas unsere Armee sich ruhig verhält. DaS ist keine gewichtige Ausnahme. Nehmen wir den Westen und Osten, so haben die Russen prächtige Siege errungen/ Da sind ferner die bemerkenswerten Siege Italien • und die großen Siege im Kaukasus. Die ganze Lage hat sich vollkommen geändert.
Lloyd George fuhr fort: Ich habe die zweite englische Offensive vielfach kritisieren hören. Einige Kritiker schienen sich vor zu stellen, die einzige Rechtfertigung der Offensive wäre, wenn wir durchbrächen. Nicht im geringsten! Der Feind hatte zwei Möglichkeiten. Er entschied sich für die Möglichkeit, Geschütze und Truppen von Verdun heranzuschaffen, um unseren Durchbruch zu verhindern. Das paßte uns; es erleichi- ,tcrte den Druck aus Verdun und hinderte den Feind, Streitkrästü zur Unterstützung der Oesterreicher gegen den großen Vormarsch des. Generals Brussilow zu verwenden. Lloyd George hob dann die Bedeutung des englischen Vormarsches an der Somme hervor und sagte: Der deutsche Bericht über unsere Verluste war lächerlich übertrieben. Unsere Verluste waren, >venn auch beklagenswert, doch verhältnismäßig gering, während der Feind, zu Gegenangriffen auf einem Felde, das unserer Artillerie ausgesetzt ist, gezwungen, schwere Verluste erleidet. Wir drücken beit Feind über ein Gebiet zurück, von dem jeder Meter von Bedeutung ist, weil es die beherrschende Stellung ist. Wir verschafften uns die lieber legenheit und wir bedrängen den Feind an der Somme. Die Franzosen tun das Gleiche. Bei Verdun gewinnen die Franzosen wieder an Boden. Wir haben die Höhe gewonnen und können den Verlaus des Feldzuges sehen. I ch g 1 a n b c, i n undeutlicher Ferne können wir das Ende schon sehen Frankreich ist gerüstet. Rußland in rascher Ausrüstung begriffen, die italienischen Rüstungen gingen in einer Weise von statten, welche die besten Freunde Italiens in Erstaunen setzte. Deutschland hat die Gelegenheit verpaßt und weiß das. Es wäre ein Irrtum, die Natur unserer Ausgabe zu unterschätzen, die alle Hilfsmittel der Dominions des Reiches erfordert. Wenn es auch ein Fehler wäre, einen zu leichten Sieg zu erwarten, so kann ich doch., schloß der) Minister, wenn ich die ganze Lage in dem Lichte der vorhandenen Tatsache überblicke, auf Grund de^ Rates Sachkundiger die Meinung ausdrücken, die ich ohne Zögern dalnn abgebe: Was unser Land und die Alliierten zu tun haben. ist, standbutt zusammen- nurrschieren und aufrichtig zusaurmmarbeitm,^ wie sie das in der .Vergangenheit getan haben, damit der Sieg auf ihren Fahnen ruht.
Auffaktende Bemerkungen des „Temps".
Bern, 22. Aug. „Temps" erinnert heute, gelegentlich der letzten Rede Lloyd Georges, an das hohe Maß von Willenskraft, mir ber die französischen Truppen seit sechs Monaten vor Verdun unter einem Feuer von noch nie dagewesener Heftigkeit aushielten, obgleich die eigenen Mittel ziveisellos ungein'igend und besonders ihre schwere Artillerie der deutschen unterlegen sei. Leider koste aber die Verteidigung übermäßige -Opfer; auch seien die Franzosen noch nicht am Zrel. Man dürfe nicht vergessen, daß, wenn dieses Ziel erreicht sein, werde, es unendlich viel zu teuer erkauft sei.
Deutschland noch 25 Mdnatm des Krieges Stellungen, die esl im Lande des Gegners besetzt halte, verteidigen könne, obgleich es vier Großmächten gegenüber stehe, die ihm an Menschm- zaHl und Rohstoffen überlegen seien und außerdem über die See- herrschaft verfügten, sei für die, ivelche die Geschicke Frankreichs leiteten, eine schlimme, demütigende Lehre. Die anschließenden Ausführungen im Umfang von 30 Druckzeilen sind vollständig gestrichen. Der Schlußabsatz betont, Frankreich habe den unvergänglichen Ruhm, 1914 und 1916 in den mttcheidmdm Augenblicken an der VAarne, an der Dser und bei Verdun eingegriffen und die feindliche Stoßkraft gebrochen zu haben. Dieser Ruhm /tilge aber nicht die Fehler, die es habe wieder gut machen müssen.
Au- dem englischen Unterhaus.
Rotterdam, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuve Motterdamsche Courant" meldet aus London: In der Sitzung des Unterhauses betonte Churchill die riesigen Gewinne, die durch Reeder gemacht würden. Er sagte, durch seine eigenen Bürger werde England einer Blockade unterworfen. Er empfahl 'der Regierung, die ganze Handelsflotte za übernehmen, fernen wünschte er die Einführung von Brot- und Fleisch karten. — Der Staatssekretär des Innern, Samuel, teilte mit, daß sich der Ausschuß russischer Juden bei ihm angemeldet und sich bereit erklärt habe, in London und anderen Städten unter den Landsleutml sffrr den freiwiUilgen Eintritt in die Armee zu werben. Alle, dis freiwillig Dienst nähmen, müßten das englische Bürgerrecht erwerben und würden nach drei Monaten kostenlos in den britischen Untertcmenverband ausgenommen. Ferner würden eigene Gerichtshöfe gebildet, bei denen die Russen unter denselben Bedingungen, wie die Engländer um Befreiung vom Militärdienst ersuchen konnten. Der freiwillige Eintritt in die Armee sei bis zum 30. September möglich. Verschiedene Abgeordnete, die für die Abschiebung der russischen Untertanen nach Rußland sind, verlangten, daß in dieser Angelegenheit nichts unternommen werde, bis ba§: Parlament im Oktober wieder zusammentritt und ihm Gelegenheit geboten wird, über den Gegenstand zu verhandeln.
London,. 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Unterhaus Mc. Kenna teilte mit, daß die Verhandlungen über die Ausgabe fünfprozentiger zwei- jähriger britischer Regierungswechsel im Betrage von 25 0 Millionen Dollars durch die Firma Morgan in New Zork zum Kurse von 99 abgeschlossen seien. Als Sicherstellung für die Anleihe werden amerikanische, kanadische und andere Wertpapiere bei den Kuratoren hinterlegt.
Das Bölkergewimmel in Frankreich.
Bern, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Marseille: Hier sind 5000Kannibalen für landwirtschaftliche und 1700 Chinesen für die Munitionsarbeit eingekroffen.
Der Ausbau der französischen .Handelsflotte.
Bern, 22. Aug. (WTB. Nichtamtlich./ Wie das „Ionrnrl" meldet, wird der französischen Kammer in den nächsten Tagen ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, durch den der Regierung zum Wiederaufbau der französischen Handelsflotte durch Neubau und Ankauf und als Vorschuß an die Reedereien 200 Millionen Franks zur Verfügung gestellt werden. Bei der Begründung des Gesetzentwurfes führt das „Journal" aus: Wenngleich cs einige französische Schiffalirtsgesellschaften gebe, die gute Gewinne erzielte?:, so befinde sich doch der größte Teil der fraw, zösischen Reeder zurzeit in einer außerordentlich peinlichen, teilweise in einer verzweifelten Loge. Der Bestand der französisch)«! .Handelsflotte sei sclwn vor ^lusbruch des Krieges unzureichend gewesen. Fast SO Prozent deS Seeverkehrs seien vom Anslande bewältigt worben. Seit Kriegsausbruch fabc füh die Lage jedoch noch verschlimmert. Tu Scsnjjsoerluste sowie die Abnutzung des Materials hätten zum verschwinden zahlreicher Schiffe geführt, die da die Wanten still liegen, nicht ernnral ersetzt worden seien. Unter BerÜcksichffigung! dieser schlrMmen Lage fragt das Blatt, ob Frankreich auch) nach! dem Kruge jahrelang in Ausfuhr und Einfuhr miter ungünstig auf- ^wungenen Frachtsätzen von: Auslande ablKngig sein soll Tie Frachrfenen, die in dein ictzigen Kriege immer höher würden und in <*>> > b zahlt werden müßten, hätten eine ungünstige :MckwirkunL aus Den sranKffvschen Kurs.
Zeitungen und Papiermangel.
Budapest, 23. Aug. (WTB.) Vor einigen Tagen hat die Zeitungspapierzentrale verfügt, daß wegen Parier mangels der Umfang der Zeitungen eingeschränkt werde. Inzwischen hat die Zentrale von der Regiennrgsbehördz das Versprechen erhalten, den Papierbedars der Zeitungen in Zukunft zu sichern, worauf die ans eine Einschränkung bezügliche Verfügung außer Kraft gesetzt wurde. Tie Blätter.find heute bereits in dem früheren Kriegsumfang erschiene::.
Afrikanische Verstärkungen für die Engländer.
B e r l i n, 24. August. Die Entsendung neuer s ü d afrikanischer Divisionen nach Flandern wird laut „Bossischer Zeitung" aus Johannesburg angekündigt.
Der ZeeMeg.
Der letzte Zusammenstoß auf der Nordsee.
Berlin, 23. Aug. (WTB. Amtlich.) Die britische Admiralität hat die deutsche amtliche Meldung, daß ein englisches Linienschiff am 19. August durch eines unserer Unterseeboote beschädigt worden sei, als unrichtig bezeichnet. Auf Grund der inzwischen eingegangenen Meldung des betreffenden Unterseebootes wird folgendes bekannt- gegeben:
Das Unterseeboot traf am 19. August in der Abenddämmerung einen aus Schlachtschiffen und Panzerkreuzern bestehenden T e i l d e r englischen Flotte, der von einer größeren Zahl von kleinen Kreuzern und Zerstörern umgeben war. Es gelang, auf bic Schlachtschiffe zu Schuß zu kommen. Das U-Boot fuhr hierbei halbüberflutet. Auf dem Turm standen drei Offiziere. Nach dem Auftreffen des Torpedo erhob sich am Hinteren Schornstein des letzten Linienschiffes eine etwa 20Nieter breite und 10Meter hohe Feuer sä ule, in der der Hintere Schornstein weiß- glühend erkennbar war und die etwa eine Minute stehen blieb. Gleichzeitig erfolgte ein heftiger Ausbruch von Kesseldampf. Nach Verschwinden der Feuererscheinung war nur noch ber Rumpf des Schiffes ohne Schornsteine und Masten zu sehen, wahrend von den Nachbarschiffen noch die volle Silhouette erkennbar war. Der Kommandant hatte den Eindruck, daß der Torpedotreffer, abgesehen von einer schweren Verletzung der Kesselanlagen, einen großen O e l b r a n d verursacht hatte.
Vorstehendes ist ü b e r e i n st i m m" n D von den Offizieren des Unterseebootes beobachte' worden Danach ist das englische Schlachtschiff durch den Angrijs des Unterseebootes zum mindesten schwer beschädigt worden.
Lolndon, 23. Aug. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich^ Tie Admiralität gibt bekannt:
Tas Unterseeboot ,,E 23". das aus der Nordsee zurück- gekehrt ist, berichtet, daß es am 19. August morgens auf ein dseutsches Schlachtschiff von der „Nassau"-Klasse einen erfolgreichen Tttrpedo-Angrisf gemacht habe. Der Kommandant des Unterseebootes berichtet, während das Sck/fff von Mich Zbr-- ftövci’it in beschädigtem Zustande nach dem Hafen zurückgeleitet wurde, habe er wieder angegriffen und mit einem zweiten Torpedo getroffen. Er glaube, das Schiff sei gesunken. Es erübrigt sich sestzustellen. daß die bereits widerlegte und heute wiederholte amtliche Berliner Meldung, nach der Samstag ein britischer Zerstörer versenkt und ein britisches Schlachtschiff beschädigt worden sei, gänzlich unbegründet ist.
Notiz: Die Meldung der britischen Admiralität über Angriffe des, englischen Unterseebocstes „E 23"" ans ein deutsches Linienschiffs der Nassau-Klasse ani 19. August ist insofern zutreffend, als S. M. S. „Westfalen" von einem Unterseeboot bei seinein ersten Angriff getroffen, aber so leicht beschädigt wurde, daß das Schiff gefechts- und numöverfähig blieb. Die ^Westfalen" wird in kürzester Zeit wieder voll verwendungsbereit sein. Es ist auch richtig daß das feindliche Unterseeboot nochmals auf das Schiff zu Schuß kam, das Torpedo aber fehlging.
Ein russische- Torpedoboot schwer beschädigt.
Berlin, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir aus Memel erfahren, ist am 22. August an der kurländischen Küste beobachtet worden, wie etwa sechs Seemeilen nördlich von Klein-Jröen ein russisches Torpedoboot vom Typ der neuesten großen Boote durch eine Explosion-schwer beschädigt nmrbc. Das Boot ist von anderen Torpedobooten nach der Küste von Oesel geschleppt worden.
Aus dem Reiche.
Die fünfte Kriegsanleihe.
Berlin, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Angesichts der bevorstehenden fünftel! Kriegsanleihe sei nochmals darauf hingewiesen, daß nach 8 32 des Kriegssteuergesetzes bei Entrichtung der Kriegsgewinnsteuer sünfprozen- rige Reichsanleihe, sowie fünfprozentige Schatzanweisungen des Deutschen Reiches zum Nennbeträge angenommen werden. Das bedeutet gegenüber dem Ausgabekurs einen Gewinn. Auch für die 4V-prozentigen Schatzanweisungen ist jetzt vom Reichsschatzamt bestimmt worden, daß sie zu einem, den Ausgabekurs übertreffenden Kurse, nämlich zu 96.50 sür je 100 Mark Nennwert, an Zahlungsstatt angenommen werden. Hiernach ergibt sich die Möglichkeit, mit einem Kursvorteil Kriegsanleihen sür Zahlungen der Kriegsgewinnsteuer zu verwenden.
Ans Stabt unb €attb.
Gießen, 24. August 1916. Aufbewahrung von Kartoffeln.
Tie Kartoffel versorgüngsverordnung gibt den Gemeinden und auch 'den Privaten die Möglichkeit, sich größere Mengen Kartoffeln aus Vorrat hinzulegen. Hierdurch wird die Frage der zweckmäßigen Aufbewahrung in dringlicher Weise angeschnitten. Größere Mengen Kartoffeln werden unter allen Umständen in sogenannten Kartoffelmieten besser aufbewahrt als in Kellern . Zur KartoffelanfbewalnANg geeignete Keller müssen vor allen Dingen kühl und luftig sein. Ihre Temperatur darf ztv-eckmäßig, 10 -Grad Celsius nicht übersteigen, darf aber andererseits auch keinesfalls unter den Gefrierpunkt finken. Bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius gedeihen die Fäulniserregcr nicht mehr.
Bei der Anlage von Kartoffelmieten ist vor allen Dingen zu beachten, daß ein trockener, möglichst durchlässiger Boden gewählt wird, auf dem sich unter keinen Umständen Regenwasser sammeln kann. Tie Kartoffeln werden auf ebener Erde dachförmig in einer Sohlenbreite von ungefähr 100—120 am aufgescyüttet und dann Mit trockenem Stroh bedeckt. Hierbei wird so verfahren, daß man zunächst eine Stvohschicht von ungefähr 8 ein Stärke auflnüngt Tann -legt rnlan auf die First! leinen Balken von 8 —10 cm Durchmesser, bringt abermals eine Strohschicht auf unb bewirft diese mit einer 3 ein. starken Erdschicht. Darauf zieht man den Balken weiter nach vorn und verfährt weiter in der angegebenen Weise, bis man die nötige Länge drr Miete erreicht liat, dann wird der Balken entfernt. Durch die Lumdhabung mit dem Balken hat man einen durchlaufenden Gicbelßmal hergestellt, welcher sür eine Entlüftung der Miete sorgt. S'nörcchte Strohschornsteine oder Entlüftungsstützen müssen vennitdcn werden, da sich an Urnen Feuchtigkeit niederschläat, ivodnrch an diesen Stellen Fäulnis ein treten, würde. Nachdem die Kartoffeln in dieser Lage gehörig cwgedunstet sind, wird die Miete Mt einer weiteren Stroh-, Kartoffelkraut-,
oder Neisiasclücht bedeckt und daraus 'koMMt abermals eine gehörigem Schicht Erde, etwa 15—20 cm, welche fest und glatt angeschlagen werden mum damit das Regenivasser gut ablaufen kann. Es muß selbstverständlich dafür gesorgt werden, daß in den bei benr Bewerfen /mit Erde um die Miete herum entstairdenen Gräben kein. Regenwasser stehen bleiben kann. Des weit.wen ist dann nur durch Kontrolle mit einem Stechthermometer dafür zu sorgen, daß die Temperatur in der Miete nicht über 10 Grad Celsius steigt, sonst würde etwaige Fäulnis begünstigt werden. Die eiNGiulagerirden Kartoffeln müssen selbstverständlich vollkommen gesund sein,, kranke und angefaulte Kartoffeln müssen entfernt werden. Die? regelmäßig vor/.unehm!enden und genau zu bnckrenden Messungen mit dem Stockthermometer geben durch Anzeigen höherer, als! die Durchschnittstem/peratur sofort einen Anhaltspunkt, wenn <m einer Stelle der Miete etwas nicht in Ordnung ist. Derarttqe Stellen müssen sofort nachgeprüft und eveirtuel'l entfernt werden.
Für ftcit>tifd>c Haushaltungen, welche Kartoffeln etnlancrit wollen, kommt die Aufbewahrung in Mieten im allgemeine!? nicht in BetrackK. Derartige Haushaltungen nckissen zunäckfft die einz'ulagernden Kartoffeln sorgfältig mit der Hand verlesen, alle kranken, an gefaulten oder verletzten Kartoffeln werden entfernt und zum sofortigen Verbrauch bereitgestellt. Die Kartoffeln müssen in dunklen, alier lustigen Kellern in nicht zu dicken Schichten gelagert werden. In derartigen Kellern dürfen sich unter feinem Umständen Anlagen für Zentral he ff mrg oder Warmwasserversor- gnng befinden. Sind die Keller dumpfig oder zu warm, so wähle man lieber den Hausboden ?ue Aufbewahrung. Man dämpft etwaige Fenster 'durch dunkle Borlstinge ab und schützt die Kartoffeln durch in mlehreren Schichten Über gelegtes Zeitungspapier, alte Teppiche, Läufer usw. gegebenenfalls vor Frost. .Häufigere Kontrolle auf etwaige angefaultc 5l'artofseln muß aber auch hier erfolgen.
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** Flaggen heraus. Aus Anlaß der glücklichen Wiederkehr der „Deutschland" haben die Stadt und die öffentlichen Gebäude geflaggt.
A in 11 i cb e P e r f o n n I it a cb richte n. Der Groß- Herzog hat am 19. August d. dem Piarrassistentcn Siegfried Werner zu Mühlheim a. M. die evangelische Psarrstelle zu Für- seld übertragen. '
Beförderung. Dizekeldivebel Georg Krüger, Res - Ins.-Regt. 224, 10. Komp., rvurde zum Leiltnant der Resedve befördert.
L. U. Robert-Sommer-Garten. Zur Unterhaltung und lveibeven Ausgestaltung des Robert-Sommer- Gartens der Universität Gießen hat sich eine Gesellschaft gebildet, der auster den Dozenten, Studenten und Assistenten auch Freunde der Landesuniversität angehören können. Die Mitglieder erwerben, soweit sie es nicht schon als Angehörige der Universität haben, das Recht zur Benutzung des Gartens. Außerdem soll in jedem Somrnerjemester mindestens einmal eine Veranstaltung der Gesellschaft in dem Garten erfolgen. Das Benutzungsrecht stir Angehörige der Universität ist selbstverständlich auch ohne Eintritt in die Gesellschaft vorhanden. Es wird Wert darauf gelegt, daß auch frühere Angehörige der Universität der Gesellschaft beitreten. Weitere Auskunst erteilt das Sekretariat der Universität Gießen, Bismarckstraße 22.
f ** (ss ct m melzei ch n u n g e n zur K r i e g s a n l e i h e. Die in Gestalt der Kriegssparkassebücher bei der 1. Kriegsanleihe veranstalteten Sammelzeichnungen haben sich im Großherzogtnm Hessen, wie schon betanntgegeben, sowohl hinlichtlich des zahlenmäßigen Crgebnisse's, als auch in ihrer Bedeutung für Die Werbearbeit sehr bewährt. Bei der bevorstehenden 5. Kriegsanleihe werden de^hulb die Sammelzeichnungen in dem ganzen Oirvßherzogtum unter Mithilfe der öffentlichen Sparkassen und der landwirtschaftlichen sowie der Erwerbs und Wirtschafts-Genosssnschaften mit einem vereinfachten System voir Krietzssparkur- ten wieder durchgeführt werden. Diese .Kmegssparkarten ermöglichen es jedein einzelnen, also nicht nur Schülern, und Personen, die zu einem geschlossenen Personenkreis! gehören, kleinere Beträge von 2, 3 und 10 Mart der Kriegsanleihe zuzusühren. Veröffentlichungen über die Einrichtung werden von den genannten Kassen zu gegebeirer Zeit in den Zeitungen erfolgen.
** Leichen f nnd. Am Vormittag des 23. August wurde in der Lahn dahier eine unbekannte männliche Leiche geländet. die etwa 42 Jahre alt, zirka 1,72 Meter groß, von schlanker Statur ist, volles schwarzes, schon etwas graumeliertes Haar, rötlichen Schnurrbart, breites, knochiges Gesicht hat. Die Leiche ist bekleidet mit einem bläulichen Anzug, blauweiß karriertem Hemd, grauen Strümpfen und benagelten Schnürschuhen. Sie führte mit sich einen gelblichen Stock, eine silberne Herren-Rem.-Uhr mit Goldrand und weißer Kette und ein schwarzes Portemonnaie mit Kugelverschluß, in dem sich 5,25 Mark befanden. Wer Auskunft über die Person zu geben vermag, wird gebeten, dies der hiesigen Kriminalpolizei mitzuteilen.
** Zu r Viehzählung. Das heittige .Kreishlatt enthält die amtlichen Bekanntmachnnaert über die am 1. Sep- tember stattfiudende Viehzählung. Wir weisen auf die Wichtigkeit der Zahlung 'hin, da sie die Grundlage für demnächst ergehende Anordnungen bildet.
** Der O b st lv u che r. Mm schreibt der „Kleinen Presse"^: seitdem die hessische Regierung die Höchstpreise und oas A u s f u b r v e r b o t für Obst aufgehoben hat, klettern die Preise für Obst in geradezu unglaublicher Weise in die Höhe. Nicht nur in "ranft'urt, wo man ja schon überhaupt den Obstwucherern auf nade oder Ungnade ausgelicfert war, sondern auch in dm ber- nachbarten hessischen Ocmdestelen. Schuld hieran trägt das 5)ändlcrtnm, das jetzt in Scharm die Dörfer bereist, von Haus zu Haus geht und alles, was da hänjgt oder liegt, ob es reif ist oder nicht, aufkauft. Jeder Preis wird befählt. Geld spielt ^ar keine Rolle. Ein Händler überdietet dm andern mit. sündhaften Angeboten. Kein Wunder, irom da die Obstbesitzer der hessischen Obst gegen den den Lockpreisen der Händler erliege:: und ihre Ernte in Bausch und Bo gm außer Landes vcrkaufm. Die Aufhebung! der Höchstpreise hat das G e g e n t e: l der erhofften Wirkung gehabt. Für Zwetschm bezahlte inian am Samstag in der Wotteran noch 15 Myrk, heittc bereits 35, an einer Stelle sogar 50 Mask. Fallobst bv^ahltm die Händler mit 25 Mark, Frühbirnen mit 40 bis 50 Mark. Tas sind noch nie dagewesenck Preise. Neben den Frankfurter Händlern bereism seit einigm' Tagen auch Scharen rl-einffcher Aufkäufer das Lartd. Kmn Dorf bleibt perschont. Die Hoffnung auf erträgliche Obstpreise ist hier unb auch im obstgesegnetm Hessenland dahin. Das Obst ist buchstäblich ein Luxusartikel gewordeir. — Für die P fa l z sind neuerdings Obsthöchstpreise festgesetzt wordm. Danach dürfen für das Pffmd höchstens gefordert urrd bezahlt werdm: Falläpsel als Erzeugerpreis 7 Pfg., als Verbraucherpvois 10 Pfg.. reife Frül>- äpfel 20 : 28 Pfg., reife Frühbirnm 22 :30 Pfg., Frühzwetschen 20 : 28 Mg., >^väiz:vetsckxn L2 : 16 Pfg., Reineclauden 25 : 35 Mg-, Mirabell«: 30 :40 Pfg.
** Rechnungen könnm im offenen Umschlag mlch nach der Ge.bühren-Erhöhimg als „0) e s ch ä f t s p a p i e r" zu 10 Pfg. verschickt lverden. Sic sind aber vom Msmder frei zu machen und sie dürfen keinerlei schriftliche Mitteilung«: erttlmlte:. Da selbst große Geschäfte noch Rechnimgm zu Lasten des Empfängers mit 15 Pfg. frankieren, sei auf diese Besttmmnng ausdnicklich aufmerksam gemacht.
** Schulfreie Tage. Die nächstei: Wochen bringen in Hessen «ich: weniger als drei schulfreie Tage. Wie in früheren fahren, so fällt auch in diesem Zayre wieder der Unterricht an- Litdwigstage (RamcnLfest des OiroßherzogS am 25. August), an, LedauStage (2. September) und am Geburtstage der Grog- Herzogin (17. September- in allen Volksschulen und höheren Lehranstalten aus.


