Nr. M
Der Gjrtze»er
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Erster Statt
M. Jahrgang
Donnerstag. 2ch Auguh Wh
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(WTB.) Großes Hauptquartier. 23. August. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zwischen Thiepval und Vozißres wurden die englischen Angriffe vergeblich wiederholt. Nördlich von Ovillers fanden während der Nacht Nahkämpfe statt, festlich des Foureaurwaldes, ebenso wie bei Maurepas mißlangen feindliche Handgranaten-Unternchuiungen. Die Artillerien entwickeln fortgesetzt große Tätigkeit. Südlich der Somme sind bei Eströrs kleine Grabenstücke, in denen sich die Franzosen vom 21. August her noch hielten, gesäubert. Drei Offiziere, hundertdreiundvierzig Mann fielen dabei als Gefangene in unsere Hand.
Rechts der Maas wiesen wir im Fleury-Abschnitt feindliche Handgranatenangriffe ab. Im Bergwalde fanden für uns günstige kleinere Jnfantericangriffe statt.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Vom Meere bis tzu den Karpalheu keine besonderen Ereignisse. Im Gebirge erweiterten wir den Besitz der Stara Wipczyna durch E r st ü r m u n g neuer feindlicher Stellungen, machten zweihundert Gefangene (darunter einen Bataillonsstad), erbeuteten zwei Maschinengewehre und wiesen Gegenangriffe ab. Beiderseits des Czarnp-Ezeremosz hatten die russischen Wiedercroberungsvcrsuche keinen Erfolg.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Die Säuberung des Höhengcländes westlich des Ostrovo- Sees hat gute Fortschritte gemacht. Wiederholte serbische Vprstötze im Moglena-Gebiet sind abgcwiesen.
O b e r st e Heeresleitung.
Unser Handelsunterseeboot „Deutschland" ist wieder im heimischen Hafen. Noch einmal erhebt sich, ein Jubel unter allen Deutschen, denn die Prüfung ist jetzt vollends bestanden: Die gespannteste Wachsamkeit der Engländer hat das Schiff nicht, aufzubringen vermocht, und sicherlich haben sie unverhältnismäßig viel Mühe und Arbeit daran verwendet. In gewissem Sinne schreiben wir also «ruch zur See dem Feinde das Handeln vor. Und welcher Aerger mirb heute über dem Kanal herrschen, während wir die Fahnen heraushängen! Das kleine Schiff „Deutschland" hat seine friedliche Mission erfüllt und uns seine Gummi- und Nickelladuug zurückgebracht; die englische Flotte ist v e r g e b l i ch und müßig in den Meeren herumgesteuert. Und wie wird cs künftig werden? Man wird sich in London vielleicht damit bescheiden, daß der Fang von Handelsunterseebooten zwecklos und kostspielig ist, und die Fahrten einer „Deutschland" werden vielleicht ungefährlicher sein als die Reise so manches englischen Dampfers, der sich des Auftauchens deutscher Tauchboote gewärtig sein muß. Nur drei Tage hat die Rückkehr der „Deutschland" länger gedauert als ihre Hinfahrt. Sie war am 23. Juni in Bremen ausgefahren und am 10. Juli in Baltimore angekommen. Am 1. August erfolgte die Abreise in Baltimore.
Wir jubeln nicht über den alücktichen Empfang einer wertvollen Gummi- und Nickellndnng; wir freuen uns viel mehr über den Sieg, den wir über das meerbeherrschende Albion auch hier davongetragen haben. Aus der Tatkraft unserer deutschen Gründer und Unternehmer, aus der Entschlossenheit, mit der von allen Beteiligten ans Werk gegangen worden ist, aus dem überlegenen Geist, der uns der eitelsten, verwöhntesten und hochmütigsten Ncrtton auf solche Weife Trutz bieten läßt, schöpfen wir in biefem großen .Kriege mehr als materiellen Gewinn: Sicherheit und Selbstbewußtsein, auf nuferem Wege weiterzugehen, uns nicht blenden zu lassen von fremden Vortäuschungen und von Neid und Haß unserer Widersacher!
Entfaltet die Fahnen und Wimpel, ihr deutschen Städte und Dörfer! Die Tage des Erfolges unserer „Deutschland" sind auch in anderer Beziehung Tage stolzen Aufstieges. Eben erst ist den Engländern wieder aufs neue bewiesen worden, daß unsere Flotte die Ausfahrt ins feindliche Meer nicht scheut! An der englischen Ostküste wurden drei englische Kriegsschiffe vernichtet, ein Linienschiff schwer beschädigt, und wiederum tritt es bei allen Ableugnungen und Beschwichtigungen der englischen Berichterstattung deutlich zutage, daß der deutsche Kämpfergeist dem feindlichen in Zielen und Erfolgen weit überlegeii ist. Wie weit bei diesem erfreulichen Tatbestände unsere Luftschiffahrt mit im Spiele ist, ob sic auch bei der Rückkehr der „Deutschland" nützliche Dienste geleistet hat, wird erst eine spätere Zeit erhellen.
Tage wirklicher^Erfolge auf unserer Seite sind in England Tage neuer Schönrednerei. Lloyd George lobte im Unterhause die englische Offensive in Flandern und Frank- reich! Er überpinselte das gesamte Kriegsgeschehen mit englischer Ruhmestünche, Mißlungenes stellte er als erfreuliche Ergebnisse fest unb Enttäuschungen gab er als gewollte Ziele feiner Taktik aus. „Wir haben die Höhe gewonnen mtb können den Verlaus des Feldzuges scheu. Ich'glaube, in un
deutlicher Ferne können wir das Ende schon sehen." Wir haben unter diese Ruhmesrede des Engländers die neuesten ^k^achtungen des „Temps" gestellt. Dieser ist wahrer und ehrlicher. Ist es nicht eine höchst ausfallende Bemerkung von diesem Blatte, daß die jetzt offenbarte Kraft Deutschlands eine schlimme, demütigende Lehre sei für diejenigLn,- die die Geschicke Frankreichs zu lenken hatten? Dämmert es bei unseren Nachbarn im Westen? Die englischen Minister reden, aber bei ihren jetzigen Bundesgenossen wird dafür das schweigen vielleicht desto größere Fortschritte machen. „Noch ^ Ende nicht gesehen, und mich schrecken ahnungs
volle Träume", so scheint der „Temps" Herrn Lloyd George erwidern zu wollen. Wir brauchen dem nichts weiter hinzu- zusügeu.
Die Kücffdjr der „Deutschland".
Bremen, 23. Aug. (WTB.) Boosmanns Telegraphisches Bureau meldet: Die Deutsche Ozean-Neederei-Gesell- schaft meldet: Das erste Handclsuuterseeboot „Deutschland" hat heute nachmittag vor der Wcsermündung geankert. An Bord ist alles wohl.
Berlin, 24. Aug. Zur Rückkehr des Handels-Unterseebootes „Deutschland" sagt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Mit Jubel wird im ganzen Reiche und bis; in Feindesland hinein, wo unsere heldenhaften Truppen die feindseligen Absichten unserer Gegner zuirichte machen, die 'Künde ausgenommen werden, daß das kühne Unternehmen die zweite Probe glänzend bestanden hat. Der glückliche Gedanke, den Verkehr mit neutrale: überseeischen Ländern durch Tauchboote herzustellen, kann ein schönes Gelingen feiern. Stolz dürfen wir auf die weitblickenden und schöpferischen deutschen Männer fein, die mit raschem Entschluß und Unbeugsamer Tatkraft eine Aufgabe lösten, die im Auslände für undurchführbar erklärt wurde, als die Lötung schon Wirklichkeit geworden.
Die „Kreu z z e i t u n g" schreibt: Die Sicherheit, mit der die Letter der Deutschen Ozean-Reederei auf die glückliche Heimkehr rechneten, hat sich bestätigt. Umso größer ist die Genugtuung, daß das Boot mit der wertvollen Ladung ungefährdet den heimischen Vasen erreicht hat.
In der „Germania" liest man: Einen einzigst lauten Jubelruft wird die Freudenkunde über ganz Deutschland auslösen: U-„ Deutschland" heimgekehrt! Der Feinde Zahl lauerte auf allen Wegen des Weltmeeres, dem kleinen Schifslein den Untergang zu bereitem Ihnen allen ist es nun entwischt. Der kühne Streich gegen Englands übermütige Seewillkür ist völlig geglückt und eröffnet den Ausblick aus weitere größere Erfolge.
Worin liegt die Bedeutung dieser Fahrt? fragt die „Vossi- s ch e Z e t tu n g". Sic ist vielfacher Art. Die Zukunft der Untersee- vandelsboote liegt in der Gegenwart, in der hatten Gegenwart, für die ste erdacht wurden. Was später mit ihnen werden wird, das kann ruhig der Zukunft Übertassen werden
Köln 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische Zei- V 1 au ^ Bremen zu der Heimkehr des U-Bootes "ch^.! ( 7 ™* , u. n.: Die amerikanische Regierung ver- hielt lich durchaiis korrekt neutral. Die amerikanische Flotte Ijattc ntit Strenge darauf gesehen, daß die Grenze von uilseren Feinden, wwoht von Engländern rvie den Franzosen geachtet wurde. Diese Vornchtsmaßregel nnirde besonders verschärft, nachdem ein eng- l i sch er Kreuzer nachts heimli ch in die Bucht e i n - g esa h r e n war. Bei der Ausfahrt besauden sieb nicht weniger als a ch t en gl i s ch e Kr i e g s s chi f f e aut der Lauer, umgeben von zahlreichen gemieteten amerikanischen Fischdampfern zum Zwecke der Auslegung von Netzen uiid der Benachrichtigung des Feindes. Trotzdem gelang die Ausfahrt. Die Ozeanfahtt war anfangs stür- Mi,ch. chater weniger bewogt. Aii der englischen Küste fiel Nebel ZU ber WorMec war das Wetter stürmisch. Das Schiff erwies sich als ausgezeichnetes Seeschiff. Ditz M,aschinen habeti tadellos ge- aroettct, ohne fede Stockung. >Es wurden hundert Seemeilen unter tt.ayer gefahren bei 4200 Seeineilen im ganzen. Es wurden keine Eisberge payiert.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W i e n , 23. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. August 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
Westlich von M o l d a w a erstürmten deutsche Trupven nne weitere Jnfanteriestellung der Russen, wobei sie 200 Mann und zwei Maschinengewehr? eiubrachtcu. Bei Zabic wurden russische Vorstöße abgeschlagen. Im Gebiet des Kukul stchcirdes Gefecht. Weiter nördlich bei geringerer Kampf- tätigkeit und völlig unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
An der k« sten ländischen Front unterhielt die feindliche Artillerie gegen einzelne Rämiie zeitweise ein lebhafteres Feuer. Die italienischen Flieger entfalteten rege Tätigkeit. Bei Wochcin-Feistritz fiel ein Doppeldecker in unsere Hände. Die Insassen wurden gefangen genommen. In Tirol brachte uns eine Unternehmung an der Fleims- talfront 80 unverwundete Gefangene uni) zwei Maschinengewehre ein.
webel Arigi geftihrt — schoß im Kampf mit vier Farmcne- Doppeldeckern zwei ab; einer liegt zunächst der Skumbi- Mundung. der zweite stürzte ins Meer und wurde von einem feindlichen Zerstörer geborgen.
Der Stellvertreter des'Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Der Kampf in Mazedonien.
Ter bulgarische Bericht.
or ^ ofia . 22. August. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers.
der Struma brachten wir dem Gegner am 21. August eine Niederlage bei. Dieser rettete sich durch die Flucht auf das rechte Ufer. Das ganze Gelände in der Umgebung der Dörfer Entteuy, Hevolen und Topalovo ist mit feindlichen Leichen bebetft,
■ run c^ r "^hüere Offiziere. Wir erbeuteten acht Maschinengewehre, eine Menge G?tvehre. Granaten, Artilleriemateriil, Wagen usw.
1 ^rwunde t e Gefangene, darunter vier Offiziere und 00 verwundete Gefangene blieben in unserer Hand. Die große Menge von Ausrüstungsgegetrständen, die das Schlachtfeld bedecken, tntzeugt Lu? vMtändige Niederlage des Feindes. Ein oug feindlicher Kavallerie, der durch ein geschicktes Manöver unterer Kavallerie in das Feuer unserer Infanterie gelockt worden war, wurde buchttäblich vernichtet. Aussagen von Gefangenen be- Itattgen, daß außer der Brigade Bretter 'ein englisches Regiment VI kneten Gegenden operierte. Die Angriffe, die die Franzosen wct zer.n -vagen gegen unsere Stellungen,südlich und westlich des ^oiran-Secs durchgesühtt haben, scheiterten üollständig. steter Umttand ließ v-er'mutlich den Generalftab des Generals ^arratt die Einnahme von Punkten melden, die immer in der Gewalt der Franzosen waren, wie dies der Fall ist mit dem Bahnhof von a.!ojran und dem Dorfe Doloudjeli, das der Feind verlassen bat- Unsere Truppen haben 50 tote Franzosen auf dem! rechten Wardaruser begraben. Im Laust eines Angriffes' in der Umgegend Mayadagn nahmen wir eine feindliche Abteilung gefangen und erbeuteten ein Maschinengewehr. Tie Franzosen ließcm 70 'Tote aus dem Gelände. Ter rechte Flügel setzt seine Operattonen sott.
Der französische Bericht.
Orientarmee. Der Kampf dauert am 21. August auf der ganzen Front der Armee der Alliietten von S^a l o n i k i an. j^ 111 Sjn(rum beschossen Engländer und Franzosen heftig die biügarischen Stellungen auf beiden Seiten des Doiran-Sees ' Wahrend unsere Infanterie sich in den südliche!: Gegenforts der Belev-Bcrge aus dem Westtrfer des Wardar feftsttzt, bemächtigten ttch untere Trupven der Linie auf den Höhen bei Lfumnica und > behaupteten tcch dott mit Atcsnahme einer einzigen Stelle. Trotz heftiger Gcgenangttffe des Feindes stSte die serbische Armee iw der Vergebene zwischen Zerna und Mgleittoa den Vormarsch fort Alle der ^mantette zugewresenen Ziele sind im allgemeinen er- rercht. Aus beiden Flügeln gelang es dem Feinde um den Preis großer Verluste unsere vorgeschobenen Abheilungen zurückzu drängen. Einerseits zog sich eine' BcdeckungSabtettung, die westlich von Serres auf mehr als'eine a.lvition geschätzte bulgarische Streitkräfte angviff, um ihren Marsch auszuhalten, auf die Struma zurück, deren Uebergänge alle fest von den Alliierteii gehalten werdm. Andererseits zog sich der äußerste linke Flügel der serbischen Armee, nachdem er fast zwei Tage lang gekämpft hatte, um den Marsch des rechten bulgarisck>en ttlügels zu verlangsamen, auf seine Hauptwiderstandsstellung in der Nähe des Otrrowo-Sees zurück.
Ein englischer Bericht.
Sa l o n i f i, 23. Aug. (WTB.) Das Rentersche Bureau meldet amtlich: Keine Veränderung an der T o i r a n -- F r o n t Wir z^r^ ftörtcil eine Eistnbahubrücke. An der Struma front hemmte unsere Artillerie das Vorrücken des Feindes. Scharmützel bei der Brücke von Kopriva. i'lllch feindliche Arbeitergruppcn wurden zer- tteilt.
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m Bern 23 Aug (WTBll „Pettt Parisien" meldet aus- Rom: Am 4. August hat die erste italienische nach Sa- l o n 111 b e st i Ui mtt e B r i g a d e Rom unter General P c t t i t i verlassen, der den Oberbefehl ül>er die italienischen Truppen im Salo i i in üb e nt i mmt.
Dasselbe Blatt erfährt aus Saloniki: Das vierte gric^ ch i sck e Armee kor vs mit je einer Division in Seres, Dramc und Kavalla hat das seither besetzte Gebiet vollständig geraum ne Bulgaren tteheii zurzeit in Hermanli.
Der türkische Bericht.
K o n st a n t i n o p e l, 22. August. (WTB. Nichamtlich ^ Be» riebt des Haiiptguattiers.
, An der Irak-Front imd an der persischen Fr-mtt: ltt di«' Lage unverändert.
Aii der K auka sus-Front tvurdeii aiff dein rechten Flügel vereinzelte, gc^gen einen Teil unserer vorgeschobenen Steltungew gerichtete feindliche Angttfst durckf einen Gegenainfriff unserer Truvt>en völlig zurückgeschlagini und' zlvar mit ungeheure-- Verlusten für den Feind, der allein im Mschnttt von Ognott 3000 Mann verlor. Außerdvin Kühlten >vir 400 Tote, darirnter vier Offiziere, allein vor lmseren Stelluiigen hei Kighi' Wir macksteri ferner eriiige Gefaiimme imd erbeuteteti ein Maschinen- gelvt'hr. Bfti Zentrum aufstr einigen unbedeutenden Patrouillen- gefechten kein Ereignis.
S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Im Raume von Valona entwickelt der Feind erhöhte Tätiakeit. Eines unserer Kamvffttlazeuae — vom Stabsfeld-
Neue Prahlereien Llohd Georges.
^ London^ 22. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung de>, Reutertcken Bureaus Unterhaus. Lloyd George er- klcvtte. die Monster, die jetzt in die Armer einttttrn.' gehörten


