Ausgabe 
24.8.1916 Erstes Blatt
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N hl Die Hundstage erreichten, ohne bisher die eigentliche ^«rschaft angetreten zu haben, mit gestern ihr offizielles Ende. ^Einige, wenn auch verspätete-Hundstage würden den noch au! den Feldern stehenden Roggenhaufen uno dein Hafer wirklich nichts schaden.

** Die Zugvögel beginnen sich für die Reise nach dem Süden zu richten. In grasten Scharen sieht man sie bereits Feld und Wald durckytreichen.

** W i e man Seife f p a r e n kann. Legt man Seife an­statt in einen Porzellan- oder Blecheinaillenaps ans ein Stüek Hol-, am besten weißes, abwaschbares, natürlich unlackiertes Holz. r. B Buchenholz, so hält sie sich nach wiederholt gemachten Er­fahrungen viel langer. Sie wird dann wieder ganz trocken und der Hauptverlusl der Seile, der dnrch das Weichwerden der obersten Schickt entsteht, fällt fort.

** I n de m heutigen Kreis blatt sind Bekannt­machungen entl-alten betreuend: Viehzählung am 1. September, Verkehr mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Be­völkerung, Berkehr mit Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916, eWalzarbeiten, Förderung dex Ziegenzucht, Fernhalten unzuverlässiger Personen vom Handel, Beschlagnahme und Ab­nahme der Fahrradbereifungen, Schlachtnngsstatistik.

Landkreis Gießen.

-g- .G r o st e n - L i n d e n , 24. August. Viehhändler Louis fllosenbaum, der dem 1. Landstunw-Jnf.-Bataillon Gießen seit seiner Zusammenstellung, vor zwei Jahren, angehört, und im Westen in Feindesland steht, ist zum Gefreiten befördert worden. In den galizisch-wolhpnischm Kämpfen wurde der Architekt Heinrich Fischer durch Bein- und Armschutz, verwundet. ^m Frühjahr vorigen Jahres wurde er als Landsturm-Rekrut^ eingestellt und rückte nach seiner Ausbildung beim Gießener Regt, im Herbst aus.

lck Lang-Göns, 24. Aug. Die D r e s ch e r e i mit der Dreschmaschine hat heute ihren Anfang genommen. Als Wiegemeister sind bestimmt Nachtwächter Johs. Hardt und Johs. Schäfer I.

Kreis Büdingen.

44- B l e i cb e n b a ch . 23. 2lup. Die Hessische Tapferkeits­medaille erhielt der Gefreite Ernst Naumann.

ffßHitzkirchen, 23. Aug. Durch Verschüttung starb den Heldentod im Osten der Musketier Karl Schäfer.

nt. Leidhecken, 24. Aug. Dem Wehrmann Albert Schneider III. vom Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 196, und den: Musketier Karl Stelz vom Reserve-Jnsanterie-Negt. Nr. 88 wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

G Bon Hausen, 23. Aug. Im Westen starb den Helden­tod durch Granatschub der Reservist Friedrich Nagel.

Kreis Alsfeld.

,oz. Alsfeld, 24. 2lug. Den Bäckereibetrieben war es bisher untersagt, Kuchenteige, die in den Haushaltungen hergestellt waren, auszubacken. Diese Beschränkung ist für Obst- und Beercnkuchen nach einer kreisamtlichen Bekanntmachung unseres Blattes wegge­fallen. Andere Kuchenteige, als Teige von Obst- und Beerenkuchen, Dürfen die Bäcker auch setzt nicht zum Ausbncken annehmen.

up. Ät ü ck e, 24. 'ttiig. Einen ausgezeichneten Eindruck, der volles Vertrauen auslösl, machen unsere Feldgrauen, die während der jetzigen Erntezeit mit voller Rüstung von der West- oder.Ost­front Zur Hillelelstung in Urlaub heimkehren. Fast jeden Tag kann man solch tapfere Helden sehen, die uns die Botschaft künden: allen Anstrengungen der Feinde zum Trotz, allem Trommelfetter gegenüber wir halten durch. Und wir daheim im Vaterland wir halten auch durch.

oz. Reimenrod, 24. Aug. Dem Ecsatzreservisien Georg Naumann von hier, der bei einer Munitionsabteilung im Westen steht, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.

up. Vom unteren V o g e l s b e r g , 24. 'Aug. Auffallend ist das Ausbleiben der' Schmetterlinge in diesem Sommer. Man steht kein Tagespfauenauge, keinen Schwalben­schwanz, keinen Distelfalter, keinen Zitronenvogel, noch sonst einen Falter dieser Gattungen. Höchstens, daß ein. verblaßter Fuchs auf dem Wege torkelt. Sicherlich hat die naßkalte Witterung des Vorsommers den Schmetterlingen ihre Entwickelung unmöglich gemacht.

up. Aus dem O h m t a l, 24. Aug. Den Schlagmühlen kamen die bisherigen Niederschläge sehr zugunsten. Sonst im Sommer standen die alten Schlagmühlen an den kleinen Wasser­adern wegen Wassermangels stille und mußten die Herbstzeil ab- warten, bis wieder ihre Tätigkeit ausgenommen werden konnte. Da die Ölversorgung eine wichtige Cache ist, läßt sich der Wert der jetzigen Schlagmühlenbenutzung beurteilen.

oz. Aus dem Gründchen, 24. Aug. Leider hat die jetzt ein getretene Witterung die so schön begonnene Ernte unterbrochen. Noch der größte Teil der Kornernte steht auf Hausen im Felde und ist dem Regenwetter' aus-gesetzt. Gerste. Hafer und Weizen stehen in der Reife, können aber noch nichst eingeerntet werden. Hoffent­lich laßt sich die liebe Sonne bald wieder blicken, damit der Segen unter Dach und Fach kommt und damit nicht eine allzugrotze Häu­fung der Feldarbeiten eintritt, die bei dem Leutemangel sehr emp­findlich würde.

Kreis Schotten.

Laubach, 24. Aug. Die Landwehrmänner Georg St eng et und Georg Jäger, die seit Beginn des Krieges im Felde stehen, wurden mit der Hessischen Tapserkeits- medaille ausgezeichnet.

Kreis Friedberg.

oa. Friedberg, 24. Aug. Musketier Friedrich Mühl, Jnf.-Rgt. Nr. 56, Sohn der Frau Marie Mühl Wtw., erhielt das Eiserne Kreuz.

Q. Bad-Nauheim, 23. August. Einen verwerflichen Ver­trauensbruch beging ein im Palast-Hotel angestellter Bursche da­durch, daß er Fel dpo st Päckchen , die ihm von seinen: Dienst- Herrn oder Kurgästen zur Beförderung zur Post übergeben wurden, dutzendweise unterschlug und beraubte. Die Diebstähle wurden da­durch entdeckt, datz man eine große Anzahl geöffneter und beraubter Päckchen in halb verbranntem Zustande in den städtischen Anlagen und Wiesen fand. Der Bursch«, der seinen Timst verlassen hat, wird von der Polizei gesucht.

oa. Ober-Rosbach, 24. Aug. Dem Musketier Peter K o p p von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Ein Bruder Kopps hat die Auszeichnung auch schon erhalten.

Starkenburg und Rheinhessin.

äb. D a rm st a d t, 24 'Aug. Die Freilicht-Ausführung von GrillparzersSavpho" auf der Mathildenhöhe hat einen Rein­ertrag von fast 1600 Ajk. ergeben.

--- König st ädten, 24. Aug. Bei Nauheim ließ sich ein hiesiger junger Mann von einem Zuge t o l s a h r e n.

Kreis Wetzlar.

ra Wetzlar, 24. Aug. Um die Allgemeinheit genügend mit Dörrobst zu versehen, hat die Stadtverwaltung zwei Dörr- Apparate beschafft, welche in den unteren Räumen der Franzis­kanerschule zur Aufstellung kommen. Jeder Apparat ist für 26 Hür­den eingerichtet mit 33 Quadratmeter Bodenfläche, m welchen ca 201 Kilogramm Aepfelringe oder ea. 322 Kilogramm Zwet- schen ausgenommen werden können. Die Aepselringe sind in 2 bis 4 Stundet! und Zwetschen in 10 bis 12 Stunden getrocknet.

Wa. BiSkirchen, 24. Aug. Mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet wurde Kanonier Eugen Weber, Res.-Feld- Artillerie-Rgt. Nr. 25.

Lj Dorn l, olzhausen, 24. Aug. Musketier W. B r ü ck im 6. Garde-Regiment ist am 17. August aus dem Felde der Ehre gefallen. W. Brück ist der Sohn des Maurers Johs. Brück.

ra. Hohensolms. 24. Aug. Ter bisherige Beigeordnete Landwirt Jakob B r ü ck ist aus eine weitere Amtsdauer von sechs Jahren zum Beigeordneten der Landbürgermeisterei Hohensolms ernannt und bestätigt worden. ,

ra. Obcvque m buch, 24. Aug. Unser Dorf ist die jüngste Kreisgemeinde, in welcher die Zusammenlegung der Ländereien in einer Größe von 582 Hektar erfolgte.

Hessin-Nassau.

= Frankfurt a. M., 24. Aug. Seit Samstag wurde die Ehefrau des Arbeiters Burk Hardt aus der Assenheimcr Straße vermißt. Am Dienstag fand man ihre Leiche in der N i d d a. Anscheinend liegt Selbstmord vor.

= Frankfurt a. vx., 23. August. Im Hauptbahnhof ent­gleisten heute früh mehrere Wagen eines Personenzuges In­folgedessen entstanden auf einigen Hauptgleften längere Verkehrs­störungen, die sich besonders auf der Darmstädter Strecke schwer bemerkbar machten. Bei einem Ei n b r u ch in die Rödelheimer Kricgsküche erbeuteten die Diebe sämtliche dort aufbewahrten Lebensmittel. Auch die Wittschaftsräume des Palmengartens wurden von Einbrechern heimgesucht, die für mehrere hundert Mark Lebensmittel stahlen.

-- Frankfurt a. M., 24. Aug. DieZentral-Küchen- kommission Hot während des Monats Juli in ihren 18 Kriegslückfen 337 000 Portionen Mittagessen verausgabt. Das sind täglich 12967 Portionen gegen 10 700 im Monat Juni. Die Kosten für die einzelne Portion erhöhten sich im Laufe eines Mo­nats von 33,7 auf 10,7 Pfg. Der Zuschuß der Zentrale für pri­vate Fürsorge stteg für den Monat Juli aus 43 272 Mk. Eine Be- jlucherabnahme zeigen die Vorortküchen, eine Erscheinung, die auf die starke Zunahme der Eigenzucht der Bewohner von Gemüse und Kartoffeln zurückgeführt wird. .

X Hanau, 23. August. Im Landkreise Hanau ist die Kar­toffelernte so reichlich ausgefallen, daß außer der Versorgung der Stadt Hanau noch über 300 000 Zentner an die Stadt Frank­furt a. M. abgeliefert werden konnten. Der Wirtschaftsverband Hanau Stadt und Land hat beschlossen, für das sofort abgelieferte Brotgetreide 2 Mark Druschprämie für den Doppelzentner auszuzahlen. Die an den Opfertagen am 1. und 2. Juli ds. Is. in Stadt und Land veranstalteten Geldsammlungen zugunsten der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen erbrachten rund 12 930 MarkIn dem unterfränkischen Orte Maßbach kam der 17 Jahre alte Sohn des Msihlenbesitzers W. Geyer in das Getriebe der Kammräder i!nd war auf der Stelle tot.

-- Dillen bürg, 24. August. ,Bom Landratsamt wird den Kreisbewohnern in eindringlicher Weise ans Herz gelegt, ordent­lichen und verdienten Kriegern aus dem Dillkreise, die aber nähere Angehörige 'in der Heimat nicht mehr besitzen, während ihres Heimaturlaubes kostenfreien Aufenthalt mit völligem Familienanschluß bei sich zu gewähren. Zur Durchfüh­rung dieser dankenswerten Anregung werden die Gemeindebehör­den ersucht, bis zum 1. September ein Verzeichnis der Familien einzureichen, die zur Aufnahme solcher Urlauber bereit sind. Die Anregung des Landratsamtes verdient ihres guten Zwecks wegen Nachahmung.

ul. Limburg, 24. Aug. Lluf dem gestrigen Wocheumarkt bot eine Händlerin Weißkraut köpfe, das Stück zu 70 Pfg , feil. Eine Frau machte der Polizei davon Mitteilung. Diese beschlagnahmte sofort den ganzen Vorrat und verkaufte in kurzer Zeit den gesamten Weißkrautvorrat, den Kopf zu 25 Mg. Da: Händlerin, die ein langes Gesicht dazu machte, wird außerdem wegen Ueberschreitens der Höchstpreise der Prozeß gewacht werden.

--- Kassel, 23. Aug. In einer Tannenschonung nahe Will belmshöhe fanden Spaziergänger ein menschliches Skelett, dessen Knochen schon auseinander gefallen waren. Im Schädel befand sich ein Loch. Neben den Knochen lag ein Revolver. Ob ein Mord oder Selbstmord vorliegt, dürste kaum noch festzu­stellen sein. ^

fc. Von der Lahn, 24. Aug. Der Metzgermeister Stroh von Odersbach brachte einen Stier von Hasselbach nach Weil- burg. Unterivegs wurde das Tier scheu, warf seinen Führer zur Erde und bearbeitete ihn mit Füßen und Hörnern. Passanten rissen den nullenden Stier von seinem Opfer, daS schwere Ver­letzungen davon getragen, los.

Fc. Aus dem Kreise Fulda, 24. August. Du Ernte des Fl achse s , der im Kriegsjahr 1916 wieder augcbaut wurde, hat begonnen. Die Ernte ist'sehr ergiebig: der Flachs ist 80 bis 100 Zentimeter hoch und reichlich mit Knoten vergehen.

ra. Aus Nassau, 24. Aitg. Am SonNtaq fand in Lim­burg die 62. Hauptversammlung der Adolf-Stiftung zur Ausbildung von Lehrerwaisen statt. Danach wurden im letzten Jahre 51 Unterstützungen in der Höhe von zusammen 7035 Mk. ausgezahlt. Der Gesamteiunahme von 14 798'M. liehen cm Ausgaben 10 225 Mk. gegenüber. Der Stand des Vermögens beträgt 195 810 Mark.

nach zweijährigem und bei den übrigen Bewerbern na h dr^ jährigem Frontdienst, davon ein Jahr Mindestens als untcrvl>imr oder Unterosfizier-Ärensttuer. Sie dauert bis zur ckoleftfaNA Zahlmeister-Prüfung 3^ Jahve und biZ zur Ab-egung- der tär-Prüfung weitere l 1 /* Jahre. 3. Tie Dien slge,chasie eine Intendantur-Sekretärs umfassen sämtliche Gebiete »er Ober ­verwaltung. Die genauen Vorschriften und Bestimmungen über die Anstel lungs- und Dienstvechältnisse der Jntenoanturbeanften sind im 2. Teil des Taschenfalenders für Müttar-BUMte, mt Sickmann, Verlag Georg Bath, Berlin SW. .Dernbilrm Straße 24/5 enthalten, außerdem farm sie von Militarpersvne bei Militär- usw. Dienststellen ein gesehen werden.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen

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Höchste Temperatur am 22. bis 23. August 1916: Z- 18,3 0 C. Niedrigste 22. 23. 1916: +11,8 C.

Niederschlag 0,0 mm.

Kitdyc nnd Schule.

Köln, 23. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) DieKölnische Volkszeitung" meldet aus Fulda: Die Fulda er

Bischofskonferenz hat an den Deutschen Kaiser tele­graphiert:

An den gewaltigen Kämpfen von ganzer Seele Anteil nehmend, erflehen die deutschen Bischöfe am Grabe des heiligen Bonifazius Euer Majestät Heeren und Volk unbesiegliches Gottvertrauen und opfermnttgc Ausdauer, bis Gott uns den Frieden sendet.

Kardinal von Hartmann.

DieAntwortdesKaisersan Kardinal von Hart­mann lautet:

Ten dort vereinten deutschen Bischöfen meinen wärmsten Tank für die freundliche Begrüßung und treue Fürbitte. Dem auf dem Schlackftfelde, wie in der Heimat unerschütterlich im Kampfe um seine Existenz und Freiest durchhaltenden deutschen Volke wird Gottes Gerechtigkeit den Sieg verleihen.

ficrid)^Saal.

. Liebknecht zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Berlin, 23. Aug. (WTB) Das Oberkriegsgericht ver­urteilte Liebknecht zu 4 Jahren 1 Monat Zuchthaus, Entfernung ans dem Heere und sechsjährigem Ehrverlust. Bei Beginn der Sitzung beantragte der Vertreter der Anklage Ans schlnß der Oeffentlichkeit «egen Gefährdung der öffentlichen Ord nung, insbesondere der Staatssicherheit und Oiesährdung militäri- scher Interessen. Diesem Anträge wurde vom Oiericht stattgegeben

Tie Verhängung einer schwereren Strafe als in erster In­stanz erscheint trotz voller Würdigung der zugunsten des Air­geklagten sprechenden Umstande gerechtfertigt, wenn man berück sichtigt, daß Liebknecht seine Pflichten als Soldat und Staats­bürger zur Kriegszeit zum Schaden des bedrohten Vaterlandes! in schwerster. Weise verletzt hat. Er I>at auch selbst ein gestanden daß «er durch die Flugblattverteilung und durcks die Veranstaltung einer öffentlichen Demonstration eine Schwächung der deutschen KriegÄniacht bezweckte. Ueberdi.es war Liebknecht bereits früher wegen eines ähnlichen Vergehens mit einem Jahre sechs Monaten bestraft worden. Gegen das heutige Urteil steht Liebknecht Rechtsmittel der Revision zu.

das'

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst- Gießen. Wetteraussichken in Hessen am Freitag, den 2 . Aug. 191b Unbeständig, strichweise 9tiederscbläqe; feine Temperakuranderung

Letzte Nachrichten.

Die Heimkehr derDeutschland".

Bremen 24. Aug. Tie Nachrfcht von der Ankunft Handels-U-BoofasDeutschland" vor der Wesermündung wurde tn Bremen kurz nach 7 Uhr abends bekannt und rief naturgemäß große Freude und Genugtuung hervor. Mit einem Schlage kam m die ganze Stadt eine frol)« Feiertagsstimnrung. Immer und immer wieder in den letzten Tagen waren Gerüchte ausgetaucktt. dap MS .Deutschland" bereits auf der Weser emgetroffen in. Hunoerte und Aberhunderte von Mensckmr verbrachten Tag für- Tag mehrere Stttnden am Strande, lim nur nicht den Augenblick der Ankunft des Schiffes zu verpassen. Tie Lamvfer nach Bremerhaven waren itber- filllt. Tie Redaktionen der Zeitungen wurden mit Anfragen über- häuft. Auch die Mitglieder der Ozean-Reedern hatten Mühe und Arbeit, um alle mündlicknt und telegra­phischen Anfragen zu beantworten. Bei der verhält­

nismäßig längeren Fahrtdauer auf der Hermrnie muß berücksichtigt werden, daß trir noch nicht tvtsien, wre lange Kapitän König sich noch in der Nähe der amerikanftchen Kulte aufgelxilten l-at, welche Zick-Zack-Weae er nnlch.agen mußte, um auf der Lauer liegende englische Schifte irrezusichren, iie Reederei hat über alles, mit dem Unter,eEandil-bootk

Teutschland" zusammeuhängr, bisl-er berechtigtes ^ttipchiveignt bewahrt. So war es bei der Ausreise und ebenso bn der .Heim fahrt Dieses System hat sich bewährt, denn daß dieDeutsch­land" heil zuriickkehrt, hat hier in Bremen wohl kaum femand be­zweifelt Das Verttauen auf die Tatkraft und auf die Umsicht der Führung des Kapitäns König war grenzenlos und uumchutlerlich. Auf den Fülirer, seine Offiziere uno die Mannschasken ist Bremen, ist Deutschland stolz. Für ihre Leistungen ist kein Wort des Lobes zu hoch. Bremen le bt in der Tatsache, daß heute die Augen der gjanzen Welr auf die Hansestadt an der Weser gerichtet und, eine moralische (Genugtuung dafür, daß^ es, trotzdem der Krieg gerade dieser Stadt, die von, der Lochiftahrt lebt, schwere

Wunden geschlagen hat, niemals geklagt, sondem ver­trauensvoll und siegreich in die Zukunft geblickt und

itrotz des Darnieder! i e gcns vieler Geschäfte eine Opser-

freudigkeit in allergrösftem Maßstabe bewahrt hat rn der festen Zuversicht, daß nunmehr durch die Handels - Unter- ft-eboote ein regelmäßiger Handelsverkehr mit Amerika während des Krieges zustande kommen wird. Tie Falsrtcn iverden in größerem Umfange fortgesetzt iverden. Frackft ist für viele Fahrt« vorlianden. Bei den leitenden Miätmevn dar Deutschen O^ean- Reederei sind noch rm Laufe des heutigen Abends zahlreiche Glück­wünsche eingegangen. TieDeutschland" liegt vorläusig nocksi au der Wesermimdung verankert. Ihre Einfahrt in Bremen torrd fest­lich begangen werden.

Briefkasten dev Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben nuberücksichttgt.tz

O. si. in W. 1. Das Anfangsgehalt beträgt 2100 Mk. und steigt von drei zu drei Jahren bis 4500 Mk. jährlich: hierzu eine nicht pensionsfähige Zulage von 150 Mk. jährlich. 2. Tie Er gänzung der Boamteii für den Jntendanttu'sekretariatsdienst erfolgt aus Zahlmeister-Aspiranten, die das 28. Lebensjalw bei der Zu­lassung zur Ausbildung noch nicht überschritten l>ab«u., Der nötige Bildungsgrad ist nachzuweisen a) durch bat Ausweis über die mindestensgut" bestandene Zahlmeister-Prüfung und durch das Reifezeugnis einer preußischen oder gleichbereckstigten deutschen höheren 'Bürgerschule usiv. mit sechsjälTrigem Lelxrgang l>ezw. das ZeuMiis über die Versetzung nach Obersekunda oder b)

durch durch

den Ausweis über dievorzüglick)" bestandene Zahlmeistev-Pkilfung

Intendantur, bei der die ZablMnst

und durch ein Zeugnis der Prüsimg abgelegt worden

ist, über die hervorragende praktische Begabung. Bis auf iveitereö werden z-n a nur Bewerber zuge lassen, die das Reifezeugnis für die 1. Klasse einer nenn stufigen höheren Lehranstalt nachweisin. Die Dlusbilduna bnsinnt nach Ableistung der vorgeschriebe neu DienstAeit d. h. bei Ernj.-Frerw.

Mrßiaer Kriegsausichlag

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