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21.8.1916 Erstes Blatt
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den Berg Kreta in Besitz. An den Nordosthängen der Erna Hora wird weiter gekämpft. Nördlich vom Tartarcn-Berg scheiterten stärkere Vorstöße des Gegners. Südlich von Horo- zankn zersprengte unser Geschntzfeuer eine vorrückende russi­sche Kolonne.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

Bei K i s i e l i n vertrieben deutsche Abteilungen den Feind aus einigen vorgeschobenen Gräben. Bei Rudka Crerwiszeze, wo die Nüssen auf das westliche Stochod- Ufer vorgedrungen sind, ist ein Gegenangriff in er­folgreichem Fortschreiten. .

Der Gegner liest sechs Offiziere, 367 Mann und sechs Maschinengewehre in der Hand der Verbündeten.

Italienischer und südöstlicher

Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Feldmarschall Erzherzog Friedrich an Kaiser Franz Joses.

Wien, 19. Aug. Ans dem Kriegspressequartier wird gemeldet: ... _

Feld marsch all Erzherzog Friedrich erlöst nach­stehenden Armeeoberkomm and o oesehl:

Soldaten und .Kriegskameraden! Ich stabe Seiner Ma­jestät unserm allergnädigsten obersten Kriegsherrn zum allerhöchsten Gebnrtsfeft in Eurem Namen folgenden tele­graphischen Glückwunsch unterbreitet:

Eure Majestät, allergnädigster Herr! Oesterreich-Un­garns Heer und Flotte begehen zum dritten Male das Geburtsfest Euerer Majestät im Donner der Geschütze. Das erste Mal fiel der große Tag in die Erwartung der knapp bevorstehenden Feuertaufe. Vor Jahresfrist war er voll von dem Glücksjubel einer der schönsten Siegeszüge, die die Weltgeschichte kennt. Heuer feiern wir ihn mitten rm Ringen gegen eine erneut zusammenyerafste Uebermacht jener Feinde, die sich noch immer an oie Hoffnung klam­mern, den Erfolg durch die Zahl an sich reißen zu können. Eure Majestät! Harte Kämpfe hatten die meinem Ober­befehl allergnädigst anvertrauten Streitkräfte in den letzten Wochen abermals zu bestehen: mit nie dagewesenen Opfern versucht der Feind, uns den Sieg zu entwinden, und doch erfüllt uns gerade das Ergebnis dieses Ringens ent- gegengehalten dem wider uns fechtenden Kräfteaufgebot, entgegengehalten den Hoffnungen, mit denen die Feinde zum Streich ausgeholt haben, und entgegengehalten den Erfolgen, auf die wir in zweijährigem .Kriege zu Land und zur See zurückblicken dürfen bei aller soldatischen Be­scheidenheit nrit stolzester Zuversicht. Der Tag der Einkehr für unsere Gegner wird kommen Die auf Leben und Tod zusammen geschweißten österreichisch-ungarischen und deut­schen Heere und Flotten und die Armeen ihrer Bundes­genossen sind nie und nimmer niederzuringen! Eure Ma­jestät wurden vor zwei Jahren in schwerer Stunde ge­zwungen, das Schwert zu ziehen Eure Majestät werden es in Sieg und Ehren wieder versorgen, mag der Augen-- blick dazu schon nahe sein oder noch in der Ferne liegen. Diese stolre Gewißheit erfüllt heute mehr denn je unsere Herzen, dre alle in Nord und Süd, zu Land und zur See zu einem einzigen inbrünstigeu Gebete zusammenschlaaen: Gottes Gnade ftir Eure Majestät, Gottes Segen für unfern innigstgeliebben Kaiser und König!

Der Kaiser antwortete darauf:

So tief zu Herzen mir die Glück- und Segenswünsche drangen, die Sie, mein lieber Feldmarschall, mir zu meinem Geburtsfeste im Namen meiner in harten Kämpfen stehen­den Wehrmacht zu Lande und zur See aussprachen, so freudig begrüße ich die Zuversicht, mit der Sie und all unsere Streib- kräfte den kommenden Ereignissen des gewaltigen Ringens entgegensehen. Ungebeugt stehen Oesterreich-Ungarns Streit­kräfte, gehoben durch das Bewußtsein ihres Wertes, gestärkt durch das Gefühl des festen Zusammenhaltens mit ihren verbündeten ruhmvollen Waffenbrüdern, und begleitet von den Segenswünschen des alle Lasten der schweren Zeit des Krieges tragenden Vaterlandes dem Feinde gegenüber, dessen umfassender Ansturm sich an nie versagender Standhaftigkeit und dem Drange zum entscheidenden Erfolge brechen wird.

So trete ich mit Ihnen, mein lieber Feldmarschall, in das dritte Kriegsjahr im Vertrauen auf meiner Wehrmacht .Kraft und Ausdauer und mit der Bitte um Gottes Beistand. Dankerfüllten Herzens grüße ich meine treue, heldenhafte Wehrmacht. Franz Josef.

Ich bin glücklich. Euch diese Botschaft unseres aller­gnädigsten Herrn mitteilen zu dürfen, und bin ftofft zu wissen, daß Ihr des Wortes Seiner Majestät würdig seid. Es lebe unser Kaiser und König.

Erzherzog Friedrich, Feldmarschall. Die Feier de- Geburtstags des Kaisers Franz Josef im ostreichisch-ungarischen Hauptquartier.

Wien, 20. Aug. (WTB. Nichtamtl.) Aus dem Kriegs- presseguartter wird gemeldet: Der Geburtstag des Kaisers Franz Josef wurde im Standorte des Armee- Oberkommandos feierlich begangen. Frühmorgens durchzog eine Militärmusik mit klingendem Spiele die Stadt. Um 9 Uhr morgens wurde auf einem die Stadt überhöhenden, einen weiten Rundblick gewährenden Platze eine Feld- messe zelebriert, welcher Feld marschall Erzherzog Friedrich mit Gefolge, der Chef des Generalstabes Generaloberst Frei­herr Kvnrad von Hötzendorff, die Herren der deutschen Mili­tärmission beim K. K. Armee-Oberkommando und der bul­garische Militärattache beiwohnten. Um 2 Uhr nachmittags fand beim Ormee-Oberkommando eine Festtafel statt, die durch die Anwesenheit des Deutschen Kaisers einen be­sonderen Glanz erhielt Nach dem Mahle begab sich Kaiser Wilhelm in den Schloßpark und zeichnete mehrere Persön­lichkeiten durch Ansprachen aus. Nach fast dreistündigen! Verweilen verließ der Monarch unter begeisterten Hochrufen der Anwesenden und unter den Klängen vonHeil dir im Siegerkranz" das Schloß.

Bulgariens BundeSgenossenschast.

Sofia, 19. Aug. (WTB) In der letzten Verfaminluug der Abgeordneten der Regierungspartei gab Ministerpräsü dent Radaslawow folgende Erklärungen über die Lage ab:

Bulgarien ist heute gerüstet, um jeder! Angriff abzuwehren, der auch kommen möge. Entgegen allen von feindlicher Seite ver­breiteten Intrigen steht Bulgarien in herzlichen Beziehungen zu allen seinen Verbündeten, die Bulgariens Freundschaft vollauf wür­digen Sie sind ebenso wie diese bereit, mit Ehren aus dem jetzigen Kamme hervorzugchi'n. Tie Lage ist aus allen Fronten günstig. Es bestehen durchaus keilte Gründe zu einer Beunruhigung. Tie all- am&m Offensive des Vieroerbandes hat neuerdings bestätigt, daß

die Kraft der Mittelmächte nräst gebrochen ist uns oer ^ieg ihnen nicht entwunden werdet« kann. Es ist nnden^ar, betonte der M:- nislerpräsidcnt, daß Bulgarien während des Weltkrieges jicq von seinen Verbündeten trennen könnte. Es wird vielmehr mit ihnen bis zum Ende durchhalten, weil der Sieg unserer großen Mtndes- genossen die beste Bürgschaft für die Bewahrung unserer bisherrgen Erwerbungen und unserer politischen Unabhängigkeit darstellt.

Sofia, 19. Aug. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Ministerpräsident Radoslawow gab in der So b r a n j e vor der Schließung der Parlaments- tagung folgende Erklärung ab:

Tie Politik Bulgariens gegen seine Verbündeten mrd dre Nachbarstaaten bleibt so, wie sie ist, und im besonderen die Be­ziehungen der Regierung zu den Nachbarn Rumänien und Griechenland bleiben dieselben wie vor dem' Eingreifen der bulgarischen Armee in den gegenwärtigen Krieg. Ta die bulgarischen Truppen an der Südostsront seit einigen Tagen Gegenstand be­ständiger Angriffe der Entente truppen waren, ordnete das Ober­kommando einen Gegenstoß und ihren Vormarsch an, um fid) die besten Stellungen zu sichern. Tas ist bereits geschehen. Die Regierung hofft, daß dies nicht andere Verwickelungen nach sich ziehen werde.

Der Ministerpräsident bat sodann, den tapferen Truppen und ihrern Führern, namentlich dem Generalissimus Schekow den dank­baren Gruß zu entbieten. Der Vorschlag des Ministcrpräftdenten wurde mit begeisterter Zustimmung ausgenommen.

Die Gegenoffensive in Mazedonien.

Svfia, 20. Aug. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Tele­graphen-Agentur. Tie Presseleitung veröffentlicht folgende Note:

Die letzten Berichte des Generalstabes erwähnten häufig cne -Offensivtätigkeit der Truppen des Generals S a r r a i l an den Grenzen bulgarischen Bodens. Diese Tätigkeit der Engländer und Franzosen, zu denen sich letzthin auch Serben und Russen unter dem Oberkommando des Generals Sarrail gesellt haben, bildete für bulgarische Grenzgebiet eine beständige, wachsende Drohung, dre selbstverständlich nur durch einen energischenGegenstoh be­seitigt werden konnte. Hier kämpfen Schulter au Schulter, jetzt wre früher, rntec dem gleichgeblicbenen Oberkommando bulgarische unddeutsch «Truppen, welche, das ist für jedenunparteiischen Menschen einleuchtend, durch das Gebot der berechtigsten Abwehr dazu gedrängt waren, in das Operationsgebiet des Geg­ners einzudringen, naäsdem sie lange Zeit die Angriffe der Ententetruppen, deren Anwesenheit seit Monaten in Griechenland geduldet wird, ettrugen. Es ist nicht unsere Schuld, noch die unserer Verbündeten, wenn griechisches Gebiet zum Schauplatz ern­ster Kämpfe iwird. Wir und unsere Verbündeten dürfen vielmehr er* warten, daß bei dieser Abwehr die Verbündete Truppen dieselbe Handlungsfreiheit genießen werden, wie jene, deren ftch die Ententetrupven so lange Zeit zu unserem Schaden erfreuten. Das griechische Volk hat wahrscheinlich bereits eingesehen, daß un­sere Truppen bei dieser Abwehr keineswegs als Feinde den griechi­schen Boden betreten und daß sie sich der griechischen Interessen klar bewußt und bereit sind, diese bis zu der unter den gegenwärtigen! Umständen möglichen äußersten Grenze zu wahren. Der Gegenstoß Wird zu dem einzigen klar umschriebenen Zweck begonnen, um den bulgarischen Boden gegen eine Offensive und Anwandlungen des Generals Sarrail zu sichern und ihm der Möglichkeit zu berauben, bulgarische Städte und Dörfer zu bombardieren und Einbrüche in bulgarisches Grenzgebiet zu versuchen. Das ist der Zweck dieses Gegenstoßes, bei dessen Durchführung bulgarische und deutsche Trup­pen zusammen unter einem gemein^ amen Oberbefehl Vor­gehen, um dem gemeinsamen Feind jedes Gelüste zu nehmen, in bulgarisches Gebiet einzufallen. Keiner Drohung wird es gelingen, diesen gebieterischen 9U*t berechtigter Abwehr anzuschwärzen, zu dem unsere Truppen gereizt werden. Es werden durch ihn von der bul­garischen Grenze jene verjagt werden, welche dott beständig die -Ordnung stören, und es wird eine Bürgschaft dafür geschaffen wer­den, daß diese sich nicht werden als Herren aufspielen können in eineni Lande, in dem sie nicksts zu suchen haben.

Saloniki, 20. Aug. -MTB. 'Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der erbitterte Kampf dNann gegen Mann um das Torf D o l d z e l i, das am 16. ds. von den Franzosen besetzt worden ist, geht weiter. In der Nacht zum 17. nahmen die Engländer einen Doldzeli beherrschenden Hügel. Die griechischen Truppen sind aus Temir Hissar und Starchiste abgezogen, ent­sprechend der bulgarischen Forderung. Tie Bulgaren besetzten diese Stellungen.

Der bulgarische Bericht.

Svfia, 19. Aug. (WTB.) Bericht des Generalstabs vom 18. August:

Gestern ustesen unsere Truppen einen serbischen An­griff auf der Front zwischen den Seen von O st r o^v o und P r e. - soa ab, verfolgten den Feind und nahmen die Stadt Lerine (Florina). Gestern abend griff der Feind nach langer Attillerie- vvrbereittmg unsere vorMchobneen Posten im Dorfe Doltscheni an, wurde aber durch unser Feuer, an einigen Punkten durch einen Gegenangriff und im Bajonettkampf, zurückgeschlagen und ge­zwungen, sich unter erheblichen Verlusten zurückzuziehen. Später erneuette er den Angriff, ohne Erfolg zu erzielen.

Aus der übrigen Front leichte Kämpfe von Erkundungsabtei­lungen . Ein Geschwader deutscher Flugzeuge griff in der Frühe Eisenbahn bauten beim Torfe Lanetschewo, feindliche Lager bei den Dörfern Harsovo, Gavaliantzi, Dragomirtzi und Kalabak wirksam an. Alle Flugzeuge sind zu ihrer Basis zurück- gekehtt.

Die Haltung Rumäniens.

Bukarest, 20. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Ministerpräsi­dent Bratianu ist gestern auf sein Landgut Florica gereist, von wo er anfangs nächster Woche nach Bukarest zurückkehrt.

In seinen täglichen Bemühungen, dem rumänischen Volke den Krieg an der Seite des Verbandes gegen die Jüteressen des! Landes gerichtet nachzuweisen, behandttt heuteSteagul" dis Frage eines Krieges mit Bulgarien.Es mag," so heißt es,im russisckien Interesse liegen, Bulgarien niederzuwersen, uv! den offenen Weg nach Konstantinapel zu bekommen. Was hilft (aber Rumänien diese Besiegung der Bulgaren, da ja die rümäni scheu Forderungen in den Karpathen liegen. Es ist unmöglich, gleichzeitig einen Krieg gegen Bulgarien zu führen und Siebenbür­gen zu erobern. sDie rumänischen Rnffcnfreunde sehen dies ein und machen dal)er geltend, daß Rmnänien Bulgarien auf sich neh­men solle. Es roürde dann aus den Händen des Verbandes zum Lohne Siebenbürgen erhalten. Sie vergessen indessen, daß, selbst !venn man annimmt, daß der Verband siegreich sein wird, er nur solche Gebiete loird verschenken können, die seine Armeen erobert haben werden. Die letzte Provinz, zu deren Eroberung der Ver­band schreiten wird, ist gewiß Siebenbürgen. Dies witt> vielmehr mich bei den Friedensverhandlungen in den Hcnrden des jetzigen Besitzers sein, der die Herausgabe verweigern wird. Es ist wen:- Aussicht vorhanden, daß der Verband, der genug an sich zu denken haben lvird, ttnen neuen Krieg lvird führen wollen, damit Rumä­nien zu Siehenbürger kommt. Darum ist der Kttcg gegen Bul­garien ein Wahnsinn und ein nationales Verbrechen, wobei noch zu bemerken ist, daß er keinen Anklang im Volke' suchen würde."

Der rumänische Gesandte in Konftantinopel.

K o n st a n t i n o p e l, 20. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der rumänische Gesandte Mano ist infolge des Ablebens seiner Mutter nach Bukarest ab gereist.

Die Neuwahlen in Griechenland.

Bern, 20. Aug. (WTB. Nichtamtlich.! WieTemps". aus Athen meldet, hat der gestrige griechische Minisberrat die Auf­lösung der Kammer aus den 18. September beschlossen. Die Neuwahlen finden am 8. Oktober statt.

Berlüt, 21. Aug. DerDeutschen Tageszeituttg" zufolge berichtet dieReichspost" aus Athen, daß der griechische or­thodoxe Metropolit v o n T r a m e am letzten Sonntag in einer Kanzel rede über den Weltkrieg unter anderen! gesagt hat. England und Frankreich sind die eigentlichen Urheber des Weltkrieges. Mt pvrner Bewunderung und DechnMn-e stehe ich

aus Seite der Deutschen, die ihrer vaterländische!! Be- srtzstano verteidigen. Ter Metropolit verherrlichte dann dre Tupfer-' reit und Großmut der Deutschen und wendete sich aßen gegen dre Benizelisten und deren Agitation. »

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 20. Aug. (WTB.) Berichs M quartier#. _ _ _

An derJrak-Front ist du Lage unverändett. Im Trgns- Abschnitt überflogen fünf feindliche Flugzeuge in der .Nacht zunt 15. August unsere Stellungen und roarfen wirkungslos Brnnben ad. Am folgenden Morgen warf eines unserer Flugzeuge zur Erwide­rung mit guter Wirtüng Bomben auf Lager und Brücken des Fein­des ,uNd aus die Quais am Tigris.

In Persien ist die Lage aus dem rechten Flügel im Ab-- schnitt von Hamadan unverändert. Im Zentrum! endeten vereinzelte' Scharmützel zu unseren Gunsten. Am linken Flügel wurden die von östlich Revanduz an die Grenze getriebenen Russen genötigt, infolge unserer Angriffe sich auf Sandschboulak und Uschnu zu-- rückzuziehen, die Unsrigen verfolgen sie.

An der K a u k a s u s f r v n t am rechten Flügel im allgemeinen, nur Patvouillenzusammen stoße. Durch lieberfall nahmen unsere Truppen die Höhe Karamisch in der beherrschenden Bergkette 28 Kilometer nordöstlich Musch. Im Zentrum und am linken Flügeb keine bemerkenswette Tätigkeit. Gestern wiesen wir einen lieber- raschungsversuch des Feindes durch einen Gegenangriff ab und nahmen ihm Gefangene und Waffen ab. Drei Stunden beschossen ein Kreuzer und drei Monidore ohne Wirkung Phvtscha. Ei.nl feindliches Beobachtungsflugzeug nmrbe durch den Angriff eines, unserer Flugzeuge in der Richttmg auf Midilli verjagt.

An den anderen Fronten keine Veränderung.

In ihrem Bettcht vom 12. August melden die Russen, daß Gefangene ausgesagt hätten, unsere Truvpen hätten die Spitzen ihrer G e s cho sse eingesägt, aus Befehl ihres Regiments- Kommandeurs seien sie zur .Anfertigung solcher Geschosse mit be­sonderen Feilen ausgerüstet ivorden. Diese Behauptungen, die iw allen Stücken erfunden sind, stellen wir ganz entschieden iw Abrede.

Kon st an tinopel, 20 Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amt-» licher Bericht des Hauptquartiers.

Bon ber Jrakfront ist keine Nachttcht von Bedeutung zat melden.

Per s i e n: An der russischen Front wurde der Feind infolge unseres Angttfses auf die Russen in der Gegend von Zuka, 25 Kilo­meter südlich des Ortes Ochnu, 15 Kilomtter östlich der Grenze, ge­zwungen, sich auf Ochnu zurückzu.ziehen, wobei er 150 Tote und einige Gefangene zurückließ.

K a u k a s u s f r o n t: Vom Kaukasus ist nichts zu melden. Im mittleren Abschnitt haben die Scharnultzel wieder begonnen. Eine.Abteilung griff an und erbeutete Telephrmapparate, Zelte und Ausrüstungsgegenstäudc.

An den anderen Frontest nichts von Bedeutung.

Der Geburtstag des Sultans.

Ko n st a n t i n o pe l. 20. August. (WTB. Nichtamtlich.'! Dkk Blätter widmen dem G e b u r t s f e st e des Sultans Artikel, in denen sie auf die gegenwärtige bedeutsame Zeit Hinweisen, !vo türkische Truppen von der Ebene Galiziens bis zu den Bergest Persiens und zur Wüste Sinai gegen Feinde im Kampfe stehen.

Die englisch-italienische Verständigung.

Bern, 20. August. (WTB. Nichtamtlich.).Giornale d'Jtalia" meldet aus C a i r o : Hier wiegt dre Ansicht vor, daß die englisch-italienische Verständigung betreffend die Sanussen nur in allgemeinen Formeln gehalten sei und sich aus die Vereinbarung beschränke, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, gemeinsam vorzugehen. Für den Augenblick wnue keinesfalls von einer Expedition nach dem Innern ge­sprochen werden. Man müsse sich begnügen, die Blockade der Küste zur Verhinderung des Handels mit Bannware aufrecht zu erhalten und die militärischen Grenzen, bescmdters das Niltal, KU bewachen.

Neubau sranzvsischer Handelsschiffe.

Bern, 19. Aug. (WTB.) Wie die franzö-sischen Blätter melden, empfing der Unterstaatssekretär der Marine die Reedereibesitzer und drang im Laufe der Unterhalttmg auf beschleuniate Wiederaufnahme neuer Schisfsbauten. Zwischen der französischen uird der eng­lischen Negierung hätten zu diesem Behuf Berhandlurrgen stattgeftrnden, die das Ergebnis gehabt hätten, daß England für den Neubau französischer Handelsschiffe das nötige Rohmaterial liefern werde.

Vom englischen Kabinett.

Haag, 19. Aug. (Zs.) Reuter meldet aus London offizwll: Lord Creme ist zum U n t e r r i chtt s m i n i st e r als Nachfolger Hendersons ernannt worden, der zum Sckiatzminister und Ratgeber der Regierung in Arberteraugelegenheiten ernannt worden ist und seinen Sitz im Kabinett behält. Lord Newton ist zum zweiter: llnterstaatssekretär des Aeußern ernanrtt worden. Crewe bleibt Lordpräsident des Geheimen Rates. Im Kabinett ftnden also keine Veränderungen statt.

Aus Ostafrika.

Amsterdam, 20. Aua. (WTB.) Nach einer Meldung des Neutersckwn Bureaus ist die Hasensbaidt Bagamoyo in D e u t s ch - O st a f r i k a am 15. August von englischen Marinetruppen besetzt worden. Geme-ral van Deventer rückt an der Zentraleisenbahn vor und General Northey führt seinen Vormarsch im Süden aus, ind^m er den Feind zwischen seinen Truppe nab teilun gen und dem Hauptheere einschließt.

Der Seekrieg.

Die englische Flotte.

Vissingen, 20. August. (WTB. Nichtanttlich.) Ter Dampf« Prins Hendrik" von der Zeetand-Schiffahrts-Gesellsck>ast meldet, daß er l)eute früh 14 englischen Kriegsschiffen, darunter 6 Dreadnoughts, aus See kommend, begegnet ist.

London, 19. Aug. (WTB.) Lloyds meldet. Der ita* lienische DampferSt a m p a g li n" ist v ers e n k t worden.

Au; dem Reiche.

Die ft'infte Kriegsanleihe.

Köln, 20. Aug. ImKirchlichen Anzeiger" der Erz­diözese .Wln fordert daH erzbischöfliche General- Vikariat sämtliche Kirchenvorstände aus, sich an der fünften Kriegsanleihe zu beteiligen. Bei der letzten Anleihe habe die Werbetätigkeit auf dem Lande und in den kleineren Städten in: Gesamtergebnis recht guten Erfolg habt. Durch die eifrige treue Mitarbeit habe die Geistlichkeit' zu diesem günstigeu Erc^ebnis uicht unwesentlich deigetragen. Diese wird ersucht, in ihrem Eiser nicht imcl)zulassen, damit auch diesmal alle bereitstehenden Mittel sür die zur Ver­teidigung des Vaterlandes notwendige Krieasanleihe ge­zeichnet 'werden. Diese Mittel seien notwendig, um dei^,< Welttrieg z-u einem siegreichen Ende jyu führen.