' Die GMankallfsteLe
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Au» SLa-t und Land.
Gießen, 21. August 1916.
Kriegskinderspende Deutscher Frauen.
Von dem Haupt Vorstande des Alice-Frauenvereins wird uns geschrieben: Tie von der Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen am 20. September 1915 ins Leben gerufene Stiftung „Kriegskinderspende Deutscher' Frauen" lyat den Zweck, unbemittelten Kriegersrauen, die während des Kriegs einen: Kinde das Leben schenken, im Fall einer besonderen Notlage eine einmalige Beihilfe im Betrag von 20 Mark zu gewähren. Die Mittel, werden ausgebracht durch freiwillige Spenden bemittelter Kriegsmütter. Gesuche von Kriegersrauen, die im Großherzogtum .Hessen wohnen, werden dem Hauptvorstand des Alice-Frauen- vereins z-ugesandt, der die Begutachtung durch die zuständigen Vertrauensdamen veranlagt. Bei der außerordentlich großen Zahl der Gesuche (es gehen bei der Geschäftsstelle des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin täglich 1200—1300 Gesuche ein) ist es notwendig, die Gewährung der Spende auf die Fälle einer außergewöhnlichen Notlage zu beschränken, und für die Bewilligung! der Spende bestimmte Grundsätze aufzustellen und streng zu beachten. Tie zurzeit -gültigen Grundsätze 'für die Bewilligung der Kriegskin der spende sind:
1. Das Kind muß nach dem 10. September 1915 geboren sein.
2. Ter Ehemann muß zurzeit der Geburt int Heeresdienst gewesen sein.
3. Ter Ehemann darf nicht über 20 Mark Löhnung monatlich beziehen.
4. Tie Gesuche müssen innerhalb drei Monaten nach der Geburt eingereicht werden.
5. Tie Mutter muß durch besondere Umstände in außerordentliche Notlage geraten sein und darf außer Kricgsunterstützung und Wochen hilft keine anderen Einnahmen oder Vorteils haben, als da sind: freie Wohnung, freie Lebensmittel, freie Feuerung, freier Garten, freies Ackerland, oder sonstige Vorteile haben.
Das Gesuch muß von der Mutter selbst geschrieben sein: es
ist an die Privatkanzlei Ihrer Kaiserlichen wrd Königlichen Hoheit der Frau Krön Prinzessin zu Potsdam zu richten. Tie Vertrauensdamen 'des Alice-Frauenvereins sind zur Entgegennahme und Weitergabe der Gesuche bereit.
Gesuche, bBi denen die vorstehenden Voraussetzungen für die Bewilligirng der Spende nicht zutreffen, können nicht befürwortet werden Derartige Gesuche sind also zwecklos.
Ta die Zahl der berücksichtigenswerten Fälle immer noch recht groß ist, so sind, um die verhältnismäßig bescheidenen Gäben gewähren zu können, recht erhebliche Mittel erforderlich. Es ergeht deshalb an alle bemittelten Kriegsmütter die herzliche Bitte, ihrerseits durch eine ihren Verhältnisses entsprechende Spendci dazu beizutragen, daß der schöne Gedanke der Frau Kronprinzessin, Unterstützung der notleidenden Krieqsmütter durch die bemittelten, zur Durchführung gebracht wird. Spenden nehmen auch die Vertrauen sdamen des Alice^rmrenvereins gerne entgegen.
•• Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom lGroßherzog verliehen Adolf G ä b l s ch , Friedrich Keil, Friedrich Noll, Karl Schmidt, Heinrich V o l z und Georg Mahl, sämtlich zu Gießen.
** Auszeichnungen. Karl Fix, Kaufmann. Gießen, zurzeit Vizefeldwebel im Landsturm-Jnf.-Bal. Gießen, 18/9., wurde vom Großherzog von Hessen das Allgemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste am Kriegsbande verliehen. — Desgleichen erhielt Heinr. Müller, Kaufmann, Lich, von der Firma Reger, ebenfalls bei derselben Formation als Offizier-Stellvertreter, dieselbe Auszeichnung. — Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Kanonier Martin iffieiiitcaut, Fuß-Artillerie-Batterie 134. — Oberflugmaat Siegfried Menfer ivurde mit dein Eisernen Kreuz erster Klasse und dem türkischeil Halbinond ausgezeichnet.
** Begnadigt. Dev G-etteidehöndler Leopold Born- gässer, der durch seine Mankowechsel viele Landwirte, Geschäftsleute und Bergleute im Kreise Gießen und im Kreise Wetzlar geschädigt und eine Zuchthausstrafe von vier Jahren erhalten h-atte, ist nach dreijähriger Verbüßung in der Butzbacher Strafanstalt jetzt begnadigt worden.
” Rotes Kreuz. Unsere Malerialienabteilunq besitzt noch einige S t r i ck w o l l e. Frauenvereine, die gewillt sind, für das Rote Kreuz Strümpfe zu stricken, werden gebeten, sich an die genannte Abteilung in D arm st a dt, AlteS Palais, zu wenden.
Landkreis Gießen.
•* Allertshausen, 21. Aug. Laut Regimentsbefehl wurde dem Musketier Georg Waldfchmidt, 2. Komp. Jnf.-Rgt. 116, als Teilnehmer einer gewaltsamen Erkundung am 3. 8. 16 in Anerkennung seines tapferen Verhaltens das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille ausgehändigt.
-s-Bersrod, 19. Aug. Musketier Becker von hier sollte nach amtlicher, an hiesige Bürgermeisterei ergangener Mitteilung f am 3 Juli ds. Js. in den schweren Kämpfen bei Kolomea in Südost-- Gälizien gefallen sein. Dieser Tage erhielt jedoch die Mutter, eins Witwe, von der Abteilung für Gefangenenfürsorge des Roten Kreuzes die erfreuliche Nachricht, daß ihr Sohn nach Mitteilung einer deutschen Schwester vom Roten Kreuz in russische Gefangenschaft geraten sei: er habe sich in Kiew auf dem Transport befunden; sein dauernder Unterkunftsott sei aber noch nicht bekannt.
4ß D a u b r i n g e n, 20. Aug. Das Eiserne Kreuz erhielt der Schulverwalter Philipp Mahlerwein.
la. Ettingshausen, 21. Aug. Wehrmann Karl Brock im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. IIS erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.
** Lauter, 21. Aug. Der Erlös aus Kirschen von Ge- meindebäumen betrug in 1916 — 1700 Mark.
H Leihgestern, 20. Aug. Der Wehrmann Wilh. S e i p p bei der Eiovven-Hilfskomp. Nr. 10 der Kaiserlich Deutschen Süd- nrmee tvuub: zum Gefreiten befördert und mit der Hess. T a p f e r- k e i t s in c d a i I [ e ausgezeichnet.
da Lich, 21. Aug. Dem Bezirkskaffier Anton Ko p p , z. Zt. Leutnant d L. im Landsturm-Inf.-Ball. Gießen, wurde das All- I gemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste am Bande der Tapser-- keitsmedaille verliehen. Leutnant Kopp ist seit Kriegsbeginn in Feindesland. — Tie IFruch lernte fällt in hiesiger Gemarkung sehr gut aus. Besonders schön ist der Hafer. Da durch die Ungunst der Witterung die Ernte nur langsam fortschreitet, hat der hiesige Schulvorstand die Ferien der Volksschule um 8 Tage verlängert.
Kreis Schotten.
A l t e n h a i n, 20. Aug. Aus dem Felde der Ehre starb der Sohn des Gutspächters Rausch, Musketier Hermann Rausch vom benachbarten Obernseeuer Hof
la. Gonterskirchen, 21. Ang. Seit dem 29. Juli wird der Musketier Heinrich Lind, der zweite Sohn von Aug. Lind III., auf dem östlichen Kriegsschauplatz vermißt. Sein älterer Bruder siel am 28. März bei Verdun.
8 Aus dcm Vvgelsberg, 21. 'Aug. Tie Haselnuß, die wegen ihres süßen und wohlschmeckenden Kernes von jedermann gern gesucht loird, gedeiht in diesem Jahre wieder inj außevordeicklichem Maße an jeder Haselnußhecke. Tie Hecken, die überall in unsere,n Gebirge, an Wegen, Rainen und sonstigen anspruchslosen Plätzen wachsen, sind in diesen: Jahre zur Freude aller reich mit Früchten behänden. Meist sieht man die Nüsse in Träubchen zu drei und vier Stück hängen, selten zu zweit und einzeln. Tie Kinder, die hauptsächlich aut die Haselnüsse versessen sind, werden sie aber wohl kaum zur vollen Reife gelangens lass«,. Eigentlich sollte rnan die Nüsse auch, mehr dem Feld- schutzc überweisen, denn ans Weihnachten — der eigentlichen Zeit,
Ivo jung und <m öte Nujle mu Vorliebe knackt — werden die vorzeitig abgepslücllen dann sehr als verlustig geschätzt.
Kreis Friedberg.
Butzbach, 20. Slug. Heute nachmittag von 4 Uhr ab fanden in: großen Saale des Hessischen Hofes Liedervorträge der Vereinigten Butzbacher Chöre unter Leitung des Dirigenten M a r g u t h von Bad-Nauheim für die Verwundeten statt.
-- Butzbach, 20. Aug. Die Freiwillige Feuerwehr feierte Ijeute in einfacher, schlichter Werse, dem Ernst der Zeit entsprechend, ihr goldenes Jubiläum. Auf dem Friedhoft fand um 9 l / 2 Uhr vormittags eine Gedächtnisfteier statt, an der fick der Gesangverein Eintracht, der Krieger- und Turnverein beteiligte Um 10 Uhr fand ein geyneinjamer Kirchgang üt die Stadtkirche statt Herr Pfarrer Loos hielt eine der Zeit entiprechende Festpredigt. Gegen 12 Uhr versammelte sich die Feuerwehr mit den erschienenen auswärtigen Vertretern der Feuerwehren-im Schulhofe am Lahntor. Ter Regierungsvettreter, Regierungsrat Herberg von Friedberg übermittelte dem Verein die Glückwünsche namens der Großh. Negierung imd des Kreisamts und überreichte aldann einer Anzahl Mitglieder, die 25 Jahre dem Verein Dienste geleistet, die vom Großherzog verliehenen Auszeichnungen. Ter Kommandant der Wehr, Ludwig H e r b o l d , dankte der Regierung für die übermittelten Glückwünsche und die verliehenen Auszeichnungen. Er wies in seiner Ansprache darauf hin, daß, die Wehr durch den Krieg sehr gelichtet sei, daß neun Mitglieder bereits den Heldentod gefunden und noch eine große Anzahl im Felde ständen. Er bat Gott, daß dev Friede bald En kehr halte und die Wehr unter seinem Schutze wieder vollzählig werde. Nachmittags um 1 Uhr fand gem>einsamer Mit- tagslftch in: Gatthaus „Zum goldenen Löwen", Ehrung der Gründer und Vortrag des Kommandanten über 50 Jahre Tätigkeit der Feuerwehr statt.
= Vilb el, 21. Ang. Vorn Ausschuß für Bolksvor lesuugeu wurde heute nachmittag in der „Alten Post" einem großen Zuhörerkreis eine Freilichtaufführung von Wildenbruchs Ritterschauspiel „Die R a b e n st ei n e r i n" geboten. Die Aufführung lag in den Händen von Mit gliedern des Rhein-Mainischen Verbandstheaters und hinter ließ infolge ihrer abgerundete:: Darstellungsweise bei den Zuhörern tiefen Eindruck. Die Spielleitung hatte Oswald Stein vom Knrtheater Bad Soden inne.
Starkenburg und Rhemhessen.
— Worms, 21. Aug. Inahen Osthofen feierte der im Ruhestand lebende 92jährige Pfarrer W ey el l mit seiner um zehn Jahre jüngeren Gattin das diamantene Hochzeitsfest.
4ß G u n t e r s b l u m, 20. Aug. Die hiesigen drei zum Heere einberufenen Lehrer sind sämtlich aus dem Felde der Ehre gefallen.
Hessen-Nassau.
.= Bad Homburg v. d. H., 20. Aug. In der ehemaligen englischen Kirche wurde am Samstag das neuein gerichtete Städtische historische Museum eröffnet. Oberbürgermeister Lübke hielt die Weiherede. Die bereits aus 4000 Einzelnummern bestehende wertvolle Sammlung Hom- burgischer Altertümer besteht in erster Linie aus der Sammlung der Geschwister Balmer, deren Ankauf ein ungenannter Wohltäter ermöglichte, und die viele Erinnerungsstücke aus der landgräfl. und Althomburger Zeit umfaßt. Eine interessante Abteilung ist dev einstmals so bedeutenden Spielzeit gewidmet. Bon großem Wert ist die in ihrer Art einzige Sammlung von Briefen fürstlicher Persönlichkeiten alle': Länder und Zeiten. Auch mancherlei Gegenstände aus dein Besitz des Erfinders des Fernsprechers, Philipp Reis, in Friedrichsdorf sind vorhanden. Aus der Geschichte des Hom- buraer Fürstenhauses, hat der Kaiser, der kürzlich das Museum besuchte, eine Anzahl von Gedenkstücken und Er innerungen in Aussicht gestellt.
— Bad Orb, 20. Aug. Durch ein Schadenfeuer wurde am Samstag der Dachstuhl eines Tovpelhauses der Neu- Häuserbaustiftung eingeäschert. Der Schaden ist erheblich, da durch die Wassermassen auch die oberen Geschosse arg litten.
--Gelnhausen, 20. Aug. Der' hiesige Leichen- kommissar Albert Prescher, ein Veteran von 1870/71, bestellte in Vorahnung seines baldigen Eides am Donnerstag persönlich beim Schreiner seinen Sarg und traf, wie er es in langen Jahren bei Todesfällen in der Stadt getan hatte, alle mit seinem Abscheiden zusammenhängenden dienstlichen Anordnungen. Dann ging er frohgemut nach Hanse, legte sich hin nnd starb noch in gleicher Nacht.
x. He.rsfeld a. d. Fulda, 20. Aug. In dem benachbarten Schenklengsfeld stürzte am Freitag vormittag der verheiratete Zimmergeselle Lichte von einem Neubau ab. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde der Mann in das hiesige Landkrankenhaus eingeliefert, in dem er gestern früh verschied
-- R o t e n b u r g a. d. F., 20. Aug. Für den Kreis Rotenburg setzte das LandratSamt folgende Z w e t f ch e n h ö ch st p r e i s e fest: Der Zentner kostet bei Abnahme an Ort und Stelle 3 Mark bei Lieferung nach auswärts 3,50 Mark. — In Frankfurt mußte man am Samstag für den Zentner 40 Mark bezahlen, also 1333 Prozent mehr.
fc. Aus dem Kreise Fulda, 20. Ang. In Margretenhaun und Wchsels gingen gestern wölkenbruchartige Gewitterregen nieder, die in den Gemarkungen nnd in den Orten selbst bedeutenden Schade:: crnrichteteu Ans den Wiesen wurde viel Grunnnet fortgespült oder ver- chlanrmt. In den Ortsstraßen stand stellenweise das Wasser einer: halben Meter hoch.
Gerichtssaal.
Eine verunglückte Kahnpartie.
. Höchst a. M., 20. Ang. Der 40jährige Sch-weinehändler I. G. Klein hatte sich unter Beilegung eines falschen Namens ::: Rhemhessen Schreine für den hessischen Ort Kelsterbach gekauft. In Kelsterbach verstaute er die Tiere in einen Kahn und wollte damit mainauswätts nach Höchst fahren, wurde abe:' beim Ueberrckt ins „ftemde" Preußenland erwisch. Tie Darmstädter Strafkammer verurteilte den „Seefahrer" zu einer Woche Gefängnis und 150 Mark Geldstrafe.
vermischtes.
Erdbeben in Italien.
* Bern, 20. Aug. (WTB.) Der „Corrieve della Sera" meldet: Am Freitag abend wurde an der Adriaküste ein neuer Erdbeben stoß verspürt. Ans dem Bericht geht hervor, daß das Erdbeben größere Verheerungen an gerichtet hat, al s bisher angenommen wurde. Die Bevölkerung der größeren und vieler kleinen Küstenortschaften muß auf Anordnung des Präfekten in Zelten übernachten nnd darf die Häuser nicht betreten, die fast alle Risse anftveisen und vielfach u:rbe- wohnbar geworden sind. Die Verwirrung nnd das Elend ind um so größer, als anhaltend Regenwetter und Sturmwind herrscht. Die Küstenstraßen sind nur schwer befahrbar, da viele Erdrutsche stattfinden Ms Kuriosum mag verzeichnet sein, daß die Bevölkerung von Pafaro ein ununterbrochenes, deutlich erkennbares unterirdisches Beben wahrnimmt. Rimini, Cattolica, Riccione und Monte Baroecio ind am meisten betroffen. In Rimini lvnrde bereits der Bau größerer Baracken begonnen, da die Altstadt unbewohnbar ist. Nach Meldungen aus Bussolerre und Cunso wurde am Samstag früh in Piemont ein Erdstoß bemerkt, der keinen Schaven anrichtete.
* Hettstedt (Südharz), 2L. Aug. Prwatielegramm. > Zwischen Mansfeld Kloster und Mansfeld Stadt entgleiste heute abend der elektrische Personen zu g. En Wagen schlug um, wobei eine Anzahl Personen Verletzungen teils schwerer Natur erlitten.
Bern, 20. Aug. (WTB.) Bei dem Unwetter in der Provinz Verona wurden dem „Secolo" zufolge strichweise 3 0 Prozent der W e i n e rnte v e r n : cht e t.
vücherüsch.
— Heinrich von Kleis:: Die Verlobung in St. Domingo, Das Gebet des Zoroaster, Anekdote aus dem letzten preußischen Krieg, und andere Anekdoten. Das ist der Inhalt von Nr. 34 der „Weltliteratur", die in geschmackvoller Aufinachung allwöchentlich zum Preise von 10 Pfg. einen der besten Romane und Novellen aller Zeiten nnd Völker bringt. Verlag der „Weltliteratur", München 2, Färbergraben 24. __
Amtlicher Wetterbericht.
Oessenll: cher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 22. August 1916 Wechselnd bewölkt, slrichiveise Regenfälle._
Letzte Nachrichten.
Der Vormarsch an der mazedonischen Front.
Berlin, 21. Aug. Ter Korrespondent der „Voss. Ztg "" meldet von der griechischen Grenze unter dem 19. August: Läßt sich auch über den operativen Zweck des bulgarischen! Vormarsches in Nordost-Griechenland vorläuftg ebenso wenig sagen, wie über sein vorläufiges Ziel, so mag doch darauf hin- gewiesen sein, daß< von feindl:cl>er Seite bereits tviederholt das Erstaunen darüber geäußert ivurde, daß man damit nicht eher begonnen habe. Aus Rücksicht auf Grieckienland wurde der z:vin- geuden Notwendigkeit erst nachgegebe::, als gegenüber den feindlichen Maßnahmen ein -GegenzM unbedingt erforderlich wurde. Ich hatte Gelegenheck, bald nach den bulgarischen Truppen eing griechische Grenzstation zu besuchen und stellte fest, daß die griechische Flagge noch auf den Gebäuden belassen >var Auch bewegte sich die dort von dem bulgarischen Vormarsch überraschte griechische Ltationsabteilung völlig ungehindert. Während meines Ver- weilens nwldtten sich bereits die ersten feindlichen Flieger und wurden von den alten verschanzten Stellungen der Griechen aus von den Bulgaren lebhaft beschossen. Das vergebliche Ziel der Fliegerangriffe rvar eine von den B::lgaren gebaute Pontonbrücke. Tie griechischen Offiziere waren resigniert. Si-e sagten, daß sie den Anmarsch der Bulgaren seck Atonalen erwartet hätte::. Vor der Uebermacht sei jeder Widerstand vergebens getvesen. Tie Bulgaren werden, sagte einer der Offiziere, jM Gelegenheit haben, unserem Volke zu zeigen, daß sie nicht die Barbaren sind, als die man sie uns schildert. Ueberall in den besetzten Orten herrscht Hungers-- not, die nach Möglichkeit sofort behoben 'werden wird.
Die Verluste der russischen Garde.
Stockholm, 21. Aug. Bon durchaus zuverlässiger Seite erhält der Korrespondent des „Berliner Lokal-Anzeigers" die Verlustziffern der russischen Garde an den Kämpfen bei Stanislau übermittelt, wo infolge der erzwungmen sinnlosen Sturmangriffe die berühmtesten der in Petersburg stehenden Gardereginrenter derart . dezimiert luurden, daß sie geradezu aus heu Kämpsftn crus- scheiden muß. Die Verlustziffern sind nach ämtlickwn russischen Berichten folgende: Leibgarde-SemenMvsches-Regiment 42 Offiziere, 2781 Mann, Leibgarde-Dragoncr-Regiment 31 Osftziere, 1659 Mann, Leibgarde-Moskawa-Regiment 56 Offtziere, 3078 Mann, Leibgarde-Paivlowsches Regiment 61 Offiziere, 3157 Mann. Leibgarde-Finnländisches-Regiment 48 Offiziere. 2681 Man::. Do die Gardetruppen schon eine Woche vorher im Feuer geweftin ivaren und die Rekrutendepots mit erst soeben Eingezogenen belegt sind, dürste die Petersburger Garde über ein halbes Jahr völlig aus den Kämpfen ausscheiden, da bei der dar ch schni ttkicben Stärke eines Regiments von 70 Offizieren und 3500 Mann die jetzigen Frontttupven völlig erledigt sind.
Ein in den Blättern ab gedruckter offiziöser Kommentar zu den Kttegsoperalionen sagt für ?1uMst allen Sttls große Operationen voraus, weil sich die russischen Arnteen zu neuen großen Anstrnr- gnngen auftaffen würden, lieber die russisä^n Kriegspläne berichten die Blätter verschieden, lieber die Absiäffe:: an der ''Nordfront wird nichts gesagt. „Rjetsch" meint, das Operattonsziel bilde Lemberg, während Schumski in der „Börsenzeitung" den Besitz Lembergs als gleichgültig bezeichnet nnd die Offensivrichtung in de:: Karpathen winkel vorschreibt.
Die Lage an der Kau k a sus fr on t wird in de:: Blättern durchgehend als ernst bezeichnet. „Djen" berichtet, die Armee JzzetPaschas, welche im Mtlis-Gebiete am westlichen Wannsee operiere, besitze eine ungeheure Uebermacht. Die russische Offensive an der westlichen türkischen Flanke sei zum Stehen gekonnne::, weil die Türken jeden Offensivversuch durch todeS- verachtende Verteidigung unmöglich machten._
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