Ausgabe 
12.8.1916 Erstes Blatt
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fäfftat ihm schwere Bettusie at int b nahmen ihm einige hundert (#efcmffeTte a£. Auf dem Karst drückten -unsere tapferen Truppen in ernem heftigen und harten Kampfe mächtige Linien der feind­lichen Lerschanzungen nordwestlich) des Monte San Michele m bei Umg-efcura von San Martins ent 'Midi besetzten kleine ^.bcuder- Auf den Stationen, wo die Gefangenen gesammelt wer­den, zahlen wir bis jetzt 268 Öftere und 12 072 Mann. Tie Gefangenen, strömen fortgesetzt zu. Der Gegner versuchte am gestri- gen^ -rage ur der vergeblichen Absicht, unsere Aufmerksamkeit zu zeritreuen oder unfere Tätigkeit am unteren Jsorrzo zu verlang- -anien, heftige unerroartete Angriffe oder führte an verschiedenen Enklen des Restes der Front heftige Beschießung aus. Solche Attwneu sanixu: auf dem Tonaro, im Judiearum- und im Laga- rriia-Lale, auf dem Painbim auf dem Monte Cimone, im Tra- Mgnola-Tccke und ans dem Mrzl (Monte Nero) sratt. Ueberall be­haupten wrr unsere Stellungen. Gin Geschtvader von 18 Caproni, das ppn Rieuiport-Verfolgungsapparaten begleitet war, machte gestern erneu glänzenden Vorstoß gegen die Berpflegungsslation' pon f^ruaclana und Dornberg.- mehr als 3 Tonnen mächtiger Ex- plchlvstosfe wurden mit sichtbar wirksamen Ergebnissen auf die Eiienoaynanlagen und die militärischQi Magazine geworfen. Trotz des peners der ^lbwehrbatterien und der imederholten Angriffe! vtw ferndlicheii Flugzeuge, poii denen eins abgeschossen wurde, lehrte das tapfere Geschwader wohlbehalten nach seinem Aus- gangspunkte zurück. Feindliche Flugzeuge warfen gesterii zahl­reiche Bomben ckuf Vcnrsdig. Gs waren 2 Tote in der Bevölkerung ulid einiger Schaden zu beklagen.

Türkische Truppen an der Ostfront.

Berlin, 12. Aug. Wie dasBerliner Tageblatt" aus dem KrDegspressequartier Meldet, sind unlängst größere Transporte tür­kischer Truppen au die Ostfront abgogaugen. Es waren fast durchweg stvamnre junge Leute zwischen 25 und 35 Jahren, fast alle ans den afiattsävn Provinzen stammend. Die Aus­rüstung der Türken ist ffmkelnagelneu. und bequem. Verschiedene hatten bereits am Sue^Lanal oder auf Gallipoli mit gekämpft.

Bon der feindliche» mazedonischen Front.

PariS, 11. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Auf Wunsch des Genevals Sarrail! Jrtufflbe ihm General Cordonnier beige-- ordnet, um dre svanzösisckfen Divisioiien unmittelbar zu befehligen, ^irrrail wurde beauftragt, den Oberbefehl über die gemeinsamen Strettkräste der Allnatten in der Gegend von Salonicki zu über­nehme.

Der Reichskanzler in Wien.

Wien, 11. Aug. (WTB.) Der Reichskanzler v. Beth- nrann H>vllweg und Staatssekretär v. J-agow begaben sich vormittags IO /2 llhr nach dem Ministerium desAeußern, wo sie mit dem Minister des Aeußern Baron B u r i a n eine zweistündige Unterredung hatten. Um iy 2 Uhr nachmittags nahmen der,Reichskanzler und der Staatssekretär als Este Baron Buriarrs das Frühstück im Schönbrunner Stöckel­gebäude.

Der Reichskanzler wurde spater vom K a i ser in Audienz, empfangen. Kürz darauf empfing der Kaiser auch den Staatssekretär v. Jagow.

Wien, 11. Mrg. (WTB. Nichtamtlich.) Zu Ehren der An­wesenheit des Reichskanzlers fand abends beim de-ttscheu Botschafter von Tschrrschky und Gemahlin inr Botschaftspalais mn Abendessen statt. Erschienen waren der Reichskanzler, Legations- rat Graf Zech, Staatssekretär von Jagow, der Minister des Aenßern Baron Burian mit dem ersten Sektionschef, Botschafter Freiherr von Maochio, KrbinEhef Legationsrat Graf .Hoyos, der gemeinsame FinanAmtnister Kverber, .Kriegsminister Gencral- vberft Fvecherr von Krvbattn, Mmfftzerialpräsident Graf Stnerak u. a. M.

Die in Rutzland.

Berlin^ 12. Sbeg. Wie derBsttiner Lokalartzeiger" ans Kopenhagen mttdet, Lcherte sich ein amerikanischer Groß- der gm Rußland bereist hat, Über Stimmung vxfo ZnstLnde in Rußland folgendermaßen: ©? herustht die Mge- meirve Ueberzentzung vsr, daß Rußland die Belastungsprobe eines Mmen Winterfelbzugetz nicht müyv aushalten kann. Die (Not s« infolge der unzulänglichen Organisation und des schr.rnken- lojen Wuchers entsetzlich, die Kindersterblichl^it infolge des Milch- mangels sehr groß. Die Hoffnung auf die militärische Nieder- zwurgrmg Deutsästands sei erloschen.

Die Finanzlage Englands.

London, 10. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Bei Beratung der Finauzbill sagte Fmunzminister Mac K e n n a: Unsere Gefmrttverschuldiiug wird für Ende März 1917 auf 3440 Millionen Pfund (gleich 68,8 Milliarden Mark) angenommen. Nach Abzug der 'unseren Alliierten und den Donttnien gewährten Vorschüsse im Betrage von unge­fähr 800 Millionen Pfund (gleich 16 Milliarden Mark) be- träch die Schuld netto 2640 Millionen Pfund (gleich 52,8 Milliarden Mark). Das geht gnnz über alles Maß dessen hinaus, was wir je gekannt haben. Das gesamte Nattonav- ein kommen beträgt ungefähr 2 700 Millionen Pftmd (gleich 64 Milliarden Mark), so daß die gesamte Nationalschuld un­gefähr dem jährlichen Nationaleinkommen gleichkommt. Das ist rrrcht als eine unerträgliche Last zu betrachten. Wir geben täglich auf dem Festlande mehr als eine Mllion wahrscheinlich nahe an zwei Millionen Pfund (40 Millionen Mark), fiir eigene Rechmmg und Rechnung unserer Alliier­ten aus. Mac Kenn« verteidigte die Finanzpolitik in Be­zug auf, die kurzfristigen Sicherheiten und sagte weiter, wenn bte finanzielle Verschuldung es rechtfertige, werde man ohne Zögern eine Anleihe auflegen und das Ver­sprechen auf Umwandlung der schwebenden KrieasschuLd in Anleihen erfüllen.

Der Seekrieg.

Marseille, 8. Aug. (WTB. Nichtanttlich.)Central News" melden: Der DampferAscar" ist in Algier angekommen, nachdem er von einem deutschen U-Boot mit 30 Granaten beschossen worden war. Die Ankunft eines französischen Hilfskreuzers veranlaßte das U-Boot, zu verschwinden.

London, 9. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Schoner Demarie" ist versenkt worden.

L 0 n d 0 n, 11. Aug. (WTB. Nichtanttlich.)Daily Tele­graph" meldet: Die beiden SchiffeA g e n d a" undP r e- ference" sind vom Feinde in Brand geschossen worden und gesunken.

London, 11. Aug. (WTB. Mchtamtlich.) Meldung des Reuterschen Dnreaus. Der foa nz ö sische Se g lerAn­nette Marie", der franz. DampferHennry Elise", der DampferRobert" und der Damp­ferSan Bernardv" aus Glasgow sirrd versenkt worden. Die Besatzung desSan Bernardv" ist gerottet.

Bern, 11. Aug. (WTB. Nichtamtlich.)Temps" meldet aus Toulouse, daß der spanische DampferGans- kogo r ta Men di" (3061 Tvmren), der der Gesellschaft Solay Amar in Bilbao gehört, am 9. August von einem osterreichisch-ungarischeu Unterseeboot versenkt worden ist. Die ans 24 Mann bestehende Besatzung wu.rde in zwei Rettungsbooten in Port Vendres gelandet. Der englische DampferBayeraig (?) hat in Marseille die Märrnschaft des englischen Dampfers Imperial" (3818 Tonnen), der kürzlich im Mittelmeer versenkt worden ist, gelandet.

Kopenhagen, 11. Aug. (WTB. Mchtamtlich.) Der dänische DampferDanevang", mit zugeschnitte- nein Holz von Haparanda nach Hüll unterwegs, wurde in der Nordsee von einem Unterseeboot to rpeh i'e r t. Die Be­satzung wurde gerettet.

Kristiausand / 11. Aug. (WTB. Mchtcmrtlich.) Der zwischen Kristransand und .Höganäs verkehrende schwedische DampferEnid" hat 16 Mann der Bes^atzmig des Berge- ner Damp fers a g narck" gn Bord des-Oxc>er Lotsen- scyrffes gebracht.Ragnarck" war von Gothenburg am 5. Augirst abends nrit Stückgut nach Rouen ab gegangen Am 7. August sank das Schiff mitten in der Nordsee binnen 2f/ 2 Minuten nach einer Explosion. Die Besatzung wurde von einem schwedischen Schoner aufgewunmen und später auf denEnid" übergefichrt. Da die Explosion im Achterteil stattfand, so ist sre nach Ansicht des Kapitäns nicht die Wir kung einer iNine, sondern auf eine im Lastraum mtter gebrachte-llemnajchine zurüötzuführen.

Die holländische Brotausfuhr nach Velgieu.

Berlin, 12. Aug. Nach demBerliner Tageblatt" berichtet das hollLndis^ Blatt Het Bolk", daß infolge beTAnhaltung ?--°J I( L nb . I1 ^ cr Schiffe m'Tt Getreide durch die en^ lilche Regierung du hoiländische Brotausfuhr nach Belgien für dnse Wost-e um vre Hälfte verringert worden sei und nächste Wock» ganz eurgestellt werden würde. *

Aus Irland.

. August- (WTB. Mchtamtlich., Dar rS°

misch-knthvlttche Bischof von Limerick wendet sich gcgenj J' l ! l s ch iv i s t über den Pätriotisuvis, die in den Schuleii

snnm Dwzese verbreitet wird. Der Bischof erklätt, daß die Flug- Rekrutterungsmanifest sei, und w-nrn man sie wvlle, sMride das vermutlich einen un- l^porrusen. In diesem Augenblick, er- Tl<M- der Bischof, herrscht m Irland größere Erbitterung, üs ich seit langer Zett erleM habe. Die jmigsten Ereignisse in Dublin^ die Perftdle der enskischni Reglung in der Homerulefrage, diä Unehrlichkeit, mrt der man uns eine SeMregrerung ^sprach als Belohmms fnr unsere Uittersttchung Eiglands im Kriege, so daß unser Volk dazu ^bracht wurde, zu glauben, daß wirklich der Krieg >ttland pn, aller» dav nnd drc vielen anderen Beispiele voii Ziverdeuttgkett, dir soebm rm ^Parlament enthültt nwcden sind hab-nr das iNsche Volk in eine Stnmmmg versetzt, daß es von Ena- Imid keme Lehven über Patriotismus mshr anninwtt.

London, 11. August. (WTB. Mchtamtlich.) Die Arbei- terpartei versammelte ffch gestern im UMerl-ause und nahm eu:,e Entschließung über die I ren f r a ge an, in der^ bedauert wird to'ö eine vorlcnmge B ilegung der Homerule-Streüftage für die Dauer des .Krieges nicht zustande gekommen ist, nnd die den iri- ld>en Nationalisten wegen des nstederholten Aufschubes K>r (frfüfe unrg ihrer nationalen Münübe ihre SümvatLie aus spricht

Der verkauf der däufsch-Weftindrscheu Inseln.

Kopenhagen, 11. Mig. (WDB.) Jtn gpleething ivurde Festem das Gesetz, über den Verkauf der dänisch-west­indische n I n s e l n in erster Lesung beraten. Ter M i n i st e r des Aeußern erklärte, für die Regierung sei der Umstand l>e- stttnmend gervesen, daß der dauerrtde Besitz dieser ferneii Inseln eine Gefahr für den dänischjen Staat bedeuten könne, der dort in streit:gketten verwickelt werden könnte. Ter Führer der oppiv- fftivnellen Linken, C'hriftenseN, erklärte, er könne nicht glauben, bütj eine große Gefahr entstehen kömtte, denn diese würde eine Beleidigung eures großen irr Frage Sommenden Staates serrr, Er empfahl, während des! Krieges keine endgültige Entscheidung^ zu tvefferr. Tie Angel-ogenhert erscheine <M UebarastÄng, um Mt zu sagen als Handstreich. Die radikalen Sozialisten spachen für das Gesetz. Ter Finanz-Minister hob hervor, daß rnternattonale Ertoägungen M diesem Schritt geführt l-aben. Weder die uureve La^ der Inseln, noch der ökoironcksche Gewinn warm bestimmend. Schon im Jahre 1913 habe die Regierrmg am Kauisangebot erhalten, sie lehnte aber den Borkcarf der Inseln ab, da sie d«e dänische Flagge nicht ohne zwingenden Grund M streichen wünschte. Die OMosttstm habe es' leicht in dieser An- geleqenht-tt, da die Regierung nicht in der Lage fei, die -wichtigsten Grunde mitzutecken. Was sollte man aber tun, wenn zum Beispül Me Berernrgten Staaten von den Inseln Besitz mgrerstn würb^r? -Lallte Täneniark den Br-rttmgten Staaten .Krieg erklären oder sich um Hilfe an Europa >oendeir? Die Regierung halte sich vestpffrchitet, dem Wunsch eines großen Staates nachzugeben; ec bedauere, dag die Fahne ein gezogen werden müsse, aber wenn ein Orkmr rase, müsse man fix^ üxm beugen . Ter Minister erklärte es für Mrmvglich, die Angelegenheit aufzuschieben,- aber warm das 6>esttz abgelehktt werden sollte, fei die Regierung bereit, eincNi neuen Reichstag die Entsch-idrmg zu überlassen. Jedoch falle di-e Bevakttwrtun g für die etwaigen Folgen eitrer solchen Vermögen mg auf den Reichstag. Der Minister des Aeußern sagte, die Lage her ernst, wenn die Angelegenheit aufgeschoben würde. Er betonte dhß der gegenwärtige Reickistag durchaus zuständig sei, eine Ent^ s-cheümng zu tteffen. Tie Beratungen werden heute sottgefetzt.

Ans Stadt unk Land.

Gießen, 12. August 1916.

Ssnntagsgedanken.

Haß ikberflntzet die Welt. Seit mehr als zwei Jahren. Heimlich, lang, langher muß sich das schmutzige Wasser an- gesamnrelt haben aus tausend dunkeln Quellen. Mm ist aus den Gerinnseln ein Sttom, aus dem Strom ein Meer ge­worden, eine Sintflut, in der Liebe und Güte zu versinken drohen. Wir wollen die trüben Quellen hier nicht Unter­suchen. Genug, der Strom Und das Meer sind da. Was hülf e es dem. Ertrinkenden, wenn man zuvor, ehe mau ihn zu retten suchte, eine lange Nachforschnug nach den verbor­genen Ursprüngen der SittirmMtt anstelleu wolltet Ich bcnte es gilt zugreifen, das Rsettungswerk vollzichen. tun, was der Augenblick gebietet. Ist denn Rettung überhaupt mög­lich? Wo sind die Kräfte, wie benennen sie sich, die schweren Kampf gegen das Ungeheuer mrfnehmen könnten?

Die Kräfte sind da. Langst haben sie unter uns auf deutscher Erde fröhlich gedeihen wollen. Kampferprobte deutsche Helden haben sie in sturmbewegtem Leben für sich errungen, sie in dem' Gemüt ihrer Heben Deutschen groff- ziehen wollen. Ich sage mit Bedacht: kampferprobte Andere herbeizurüfen, wäre in dieser Zeit ein vergebliches Be­mühen; sie würden die Luft, die -wir atmen, gar nicht zu ertragen wissen. Aber Kampfer, wenn die reden, die hören wir doch. Wer aber kann nrrs detttffche Helden nennen, deren Leben nrehr Kampf gewesen wäre, als Luthers nnd Lessitras'? Zorn, wenn man will: auch .Haß, haben leidenschaftlich in rhrer Brust getobt. Und doch waren sie überzeugt, daß das Letzte und ^ Höchste die Liebe sei. Wenn man Gott malen wollte, meinte der eine, dann müßte man ein solch Bild treffen, das eitel Liebe wäre. Und wieder, wenn mcur die Liebe bilden ws-llte, dann mühte man ein solch UM macherr, das Gott selbst wäre. Kann er '.wch höher hinaus? Äll- rnächtig denkt er den einen und die andre. Und der zwette, den ich nannte, schrieb in schwerster Kampfz^t seines Lebens eine Keine Schrrst, der er den wunderlichen Titel gab - das Testament F-hannis. Das Testament I-shEris^ Es ist apo- kryphisch, sagt er, aber daumn nicht minder gvEch Das Testament des greisen Alwstels, von dem eine sagenhafte Kunde berichtet, lautet kurz, sehr kurz:Kinderchen liebet einander^'! Warum so kurz? ,LSell das allein, das allein

1 wenn es ge^cyleyr, genug, ynttangncy genug t|E." Mehr c 1 genug läßt sich ja wohl wieder nicht bieterr und fordern.

Das ist beides freilich an noch ältere Worte angeknüpft, die nicht ursprünglich auf deutscher Erde heimisch sind. Wäre es darum minder wahr? und minder Veuffch? Mit den Narren freilich, die die Weltgeschichte am liebsten auf deut­schem Boden anfangen lassen nwckuen, verhandle ich lieber nicht. Deutsche jedenfalls haben der Gewißheit gelebt: Liebe, eine andre Kraft, dem Haß zu steuern, gibt es nicht.

Aber wenn sie sich nun einnml nicht lieben lassen wollen? Ich rede ja garnicht zu ihnen, und will darum auch nichts von ihiien reden. Wir haben vor der Hand genug mit uns selbst zu tun. Genug und übergenug. Urrd wenn ich nicht weiß, wie der Flut des Hasses in der wetten Welt zu wehren sei, da sehe ich doch, wie Liebe allein uns helfen kann in Heimat nnd Vaterlarid. Wenn man die Geschichte dieses Krieges erzählen wird, dairn wird man nicht nur reden von Kämpfen und Schlachten, von Gas- und Fliegerbomben. Man wird auch reden, und zwar mit hellen Zungen, von dem, rvas die Liebe getan, die Wuitden zu heilen, der M>t zu wehren, das Elend zu lirrdern. Sollten die Tausende und aber Tausende, die in dieser Zeit Liebe zu üben lernten, nicht in gcm* neuer Weise dies Glück helfender, wirkender, schaffender Liebe erfahren l)aben? Und wie sie's in sick) erfahren, sollten sie mit ihrem Empsinden und Tun nicht eine Saat der Zukunft in deutscher Seele geworden sein und immer weitex werden? Der Haß wird doch vergehen, aber die Liebe wird bleiben. Eck.

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** Amtliche Persona ln achrichle». Der Groß-

Herzog l-at am 9. August den Lehramtsäffessin: Tr. Eduard ^tohr aus Gießen zuM Oberlehrer an der I^cckschule m Mm mtb den LchraiMsiassessior Karl Emmel aus Vacha (SLftsen-Wettnar) zum Oberlehrer an der Realschule und dem Prvgymnajmm zu Alzey ernannt.

^ * nn*,-5 U r? ^ e * d) n u n ? c n - Don dem Großherzog wurde

wlltar-Danitätskreuz verliehen an Medizinalrat Dr. O s w n I b, Medizmalrat Dr. Wagner, Sanitätsrat Dr. Alker, Dr. H o s- m a n n, Sanitätsrat Dr. K a e ß, Sanitätsrat Dr. S ch l i e p h a ke.

S ein 25jShrrgeS Arbettsjubiläum begeht Mon- tag, den 14. August, der Schneider Hermann Müller bei der Firma I. Pfeffer.

** Rinderkraftfleisch und Leb'erwurst in Dosen werden im hic-siaen Schlachchvfe am Mvntag von ^ 12 und von 36 wieder ohne FleischUrarken «ch-

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gegeben.

** D^r Verschönerungsverein Gießen hat b« Ausbruch des Krieges 500 Mark fürs Rote Kreuz gespendet Da di ihm Wetter zur Verfügung stehenden MittÄ durch die Faffun vcrschredener Quellen, durch die Ausstattung von Wegen mit Rtühr banken, dre Errichtung der Schutzhütte am alten Annerödcr Wo (Kotzlettreg) aufgebrauäst sind, sieht sich -der Verein gezwungen Jahre eineir Beitrag z-u erl-eben, inrumn im Jvhc 191o uberhtnrpt abgesehen war. Der Beitrag ist tn Anbett»ch der Krregszett aus 1 Mark ermäßigt. Ohne diese Urttersd'chung dre um so dringender notwendig ist, als böswillig beschädigte Au lagen wieder hergestellt werden müssen, wird der Weiterbe stand des Verems in Fra ge gestel11. Da dies für unsev Vaterstadt emen sehr fühlbaren Verlust bedeuten wi'irde, wett« hosfimttrch,, dem^ Verein von Mttgliedern und NichLnttchüedern me stchi seiner Einrichttlngen zu erfreuen haben, die ^wtwerrdig« Mrtrel wreder zuflreßen.

** Entwendet wrrrde aus einem Garten d« Hinteren Wilhelmskrcche verschiedenes Gartengeräte: Spaten Rechen nnd .Hacken, gezeichnetR. W." undC. D.". Sach drenlrche Mitteilungen nimmt die hiesige Krrmtt«ckvoltte entgegen

)** Das heutige Kreisblatk enthM folgende Bekannt machungen: Aendenmg der Bekauntmachmrq über die Sichenm der Ackerbeftellung vom 31. März 1915, Verkehr mit Tauben.

^hr unt Mchllatten, Einschränkung des Fahrrabverkehrs Ergänzung der Bärord-nung über den Händel mit Lebens- ms Futtermitteln und zrrr Bekämpfung des Kettenhandels, Kmtvffü t'rescrrmg, Regelung des Bettrauchs mm Brot und Mehl acrs de Errttc 1916 im Mmrmunalverband (Kreis) Gießen, Brottartou Nachweisung für vorüüeraehend anweserkde Persom-n, (Gesuche va Landwirten um Ueberlassimg von Mannschaften zur Hilstteistun- m der Landwirtschaft.

Landkreis Gießen.

"Bellersheim, 11. Aug. Leutnant und Kompagnie iührer Adolf Math es, der schon im Besitz des Eisernen Kreuze 2. Klaffe und der Heff. Tapferkeitsmedaille war, wurde fünlic mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Kreis Büdingen.

ad. Büdingen, 12. Ang. Landwehrmann Gg. Meuse erhielt aus dem russischen Kriegsschauplatz die Hessische Tapferkeits medaille.

na. Borsdorf, 12. Llug. Auf dem! Felde der Ehre fort gefoffen: Otto Koch Gebrüder Otto und Ludwig Schmidt 5)einrick^ Jäger, Heinrich Döll, Willi Schmidt und Willen Fleischer. Vermißt .[mb: Martin Döll I., Otto Klaus Rudolf Scherer und. Otto Michel. In russischer Gefangenschaf beftndet sich Geftetter Heinrich Michel. Das Eiserne Kreui haben erhalten Willi Schmidt, gefallen, Untervffsiier Eise- und Wehrmann Wilhelm Michel: die Tapferkeitsmedaille Landst Gefreiter stein, Wkhrmänn Otto Kirchner, Res. Otto Döll und Otto E i s e r. Die Spende für die Kriegsgefangenen bettiv 118,80 Mark.

4- Hirzenhain, 12. Aug. Schon wieder forderte de, Krieg ein Opfer arrs unserer Gemeinde. Im Feldlazarett flarl nach schwerer Verwundung am 3. August der Musketier Heinriö Seum, der einzige Sohn unseres Bürgermeisters, den Heldentat sürs Vaterland am 4. Llugust.

na. Kohden, 12. Augirst Richard Lind, der als alliva UntevofflZier bei Kriegsbeginn mit dem FeDattillei-i^.Regimvn Nr. 61 ins Feld zog und schon vor lairgerer Zeit das Eiserne Kr«p erhielt, ist z-um etatsmäßigen Wachtmeister befördett worden. - Me Hessische Tapfetteitsmedaitte erhielt Vizefeldivebel H. Wol -aus Nidda, bei eiriem Pionierregiment an der S mcme stehend. Da^ Eiserlre Kreuz besitzt er bereits.

na. Nidda, 12. August. Vermißt wird fett 20. Juli Lehre, Fritz Geiger, Nnter-offtzier bei sttvem Insanteris-R^iEtt in Westen, sett 16. Juli NTetzgergeselle Heinttch Orth, mbe nah men an der Somme an den schweren Kämpfen teil.

4- Ortenberg, 12. Aug. Der Maurer Wilh. Kneip, von hier, der seit Beginn des Ktteges bei einem Landwehr°Regi ment im Felde stcht, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Kreis Alsfeld.

0 %. Eudorf, 12. Aug. Dem Unteroffizier Heinttch Steuer n a q e l dahier wurde das E i s e r n e K r e u z zweiter Klasse ver- ttehen. Im vergangenen Jahr wurde er mit der Hessischen Tap^- kertSmedaille ausgezeichnet.

02 . Romrod, 12. Aug. Forstmeister Nikolaus. Rvai° mentsadjutant im Thüringischen Inf.-Regt. 94, ivurde mit dem Ersernen Kreuz ersterKlasse ausgezeichnet.

Kreis Lauterbach.

n ,,^ a : \ ra ^«5 e J^r H' Die am vorigen Samstag hier

^ttgeffmdene Krrchensammlung des Kirchspiels für die Kriegs- beschädigten ergab 37 Mk. *

. Ifc I 1 - A>>». Tie 95oI.tSfpe.ibe ffl,

mifett beutfrf)«,. RrtegS. und Zioi>-,efmnie,.°n betrug in hiesig« Gemeinde 94 Mk. 20 Mg., die Jiollcttc fiic die Kriegsbeschädigte,i m der Kirche am vorigen Sonntag 36 Mk. a

iq cl a, r 6 ,Q,L ä ' U *3 u 0* Johannes Herchenröder II. ist am 19. Jul: 1916 vor Verdun gefalle».