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5.8.1916 Erstes Blatt
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mt mir nwfj nachstchenbe SinMkhe i t«: In darwich wurdet

in zweimaligem Angriff die im Lasen liegenden Seestreilkräste, ferner die Werst und die Bahnanlagen ausgiebig mit Bomben be- legt. In der Gvaffchast Norfolk wurden die Industrieanlagen und Scheinwerferbatterien von Norwich und Wrndetton erfolg reich angegriffen. Ferner galt ein Angriff Lowe st oft, in dessen N2he eine größere Fabrikanlage infolge Bombenwurfes unter immer neuousbrechenden Feuererfcheinicngen in Brand gefetzt wurde. Ueber die feindliche Gegenwirkung ist zu bemerken, daß «ruf dem Hinmarsch über den Hoofden plötzlich ein ans einer Dol kenschicht hervustretendes feindliches Wasserflugzeug dreimal eines unserer Marineluftschiffe anzugreisen versuchte. Das feindliche Flugzeug wurde jedoch jedesmal durch Maschinen gewelw- feuer zum A bbrelycn veranlaßt und verschoand dann in westlicher 'Richtung. Auch vor Darmmckh traf eines unserer Luftschiffe auf einen englischen Wafferflieger, der ebenfalls in die Flucht ge­schlagen wurde.

Die Verschleierung der englischen Goldbewegung

London, 4. Aug. ^WTB.) Die Bank von Eng land hat die bisher täglich veröffenl lichten Angaben über die Goldbewegung eingestellt.

Dazu bemerkt dieVoss. Ztg : Aus den bisherigen Vewfferrtliclplngen über die Gotdeingange unb Ausgänge 'konnte nran die Goldrnenge errechnen, die, ohne im Wochen­ausweis der Bank von England sichtbar zu werden, ins Ausland abgeflossen war. Wenn die Bank von England jetzt plötzlich es für nötig hält, diese Bewegung den Blicken der Oeffeutlichkeit zu entziehen, so ist der Schluß erlaubt, ^daß stch die Goldabgänige, die wohl in der Hauptsache von , New Bork stammen, neuerdings in sehr unbequemer Weise verschlechtert haben. Es ist erinnerlich, daß schon der Lon doner Diskontsatz in der Hauptsache als von New York ab­hängig betrachtet wird, und daß der Bankausweis der vorigen Woche (die dieswöckftgen Ziffern liegen hier noch nicht vor) trotz des Golvabffussos eine Zunahnre zeigte. Ver- nrutlich wird England zur Befriedigrmg der amerikanischen Ansprüche und auch zur Verbesserung der Wechselkurse in den «ruderen neutralen Ländern von seinem Bundesgenossen neue große Osoldab gaben zur Weiterverseirdung fordern. Die Beobachtung dieser Bewegung wird künftig sehr er­schwert sein. Immerhin wird es im Zusammenhang damit interessant fern, den neuerdings bei der Bank von Fr^rnk- oeich mngeft'ihrten PostenGold im Ausland" in seiner Be wegung zu bedachten.

England und die holländischen Fischer.

Berlin, 4. STug. (WTB. Amtlich.) Folgender Befehl \)t auf einem durch ein deutsches U-Boot versenkten englischen Vorpofteuboot aufgefunden worden:

Geheim! Narr.Admirals Office.

Veterhad, 5. 7. 1916.

L-agalorder.

T^e Abteilung hat am Donnerstag morgen anstatt Freitag nach Aberdeen zalrückznkchren. Vorläufig sollen keine holl ändischen Fischerfahrzeu ge mehr nach Peterheab angebracht werden.

^ gez.: C. H. S impson, Rear Admiral.

An Lt«tt. C. Asquith, R. D. R. H. Mi. T.Onward".

Aus diesem Geheimbefchl folgt, daß die englische Re- Mernng Befehl gegeben hat, ajle holländischen Ft scher fa h rze ug e, deren man habhaft werden konnte, nach England einzubringen. Es war der englischen Regie- rnng also gleichgültig, ob gegen die einzelnen eingebrachten Frschersahrzeuge ein Verdacht vorlag, der die Aufbringung gerechtfertigt hätte oder nicht. Es kam ihr offenbar allein darauf an, durch eine nackte Vergewaltigung Mittel in die Hand zu bekommen, um die beabsichtigte Erpressung gegen­über der holländischen Regierung gegen die holländische Fischerei dnrchdrücken zu können.

Zur Heimfahrt derDeutschland".

Berlin, 5. Aug. Nach einer Meldung derVoss. Ztg " aus Kopenhagen bot die dlbftchrt des Handelstauch­bootesDeutschland" aus Paltimore ein seltenes Schmrspiet. Es machte eine Rundfahrt durch den Hafen, imrgeben von Dampfern mit Journalisten, Photographerr rmd Ftlmoperateuren. Zum Mschied sang die Mannschaft auf DeckDeutschland, Deutschland über alles" und das mnerrkanische Nationallied. Die amerikanischen Zeitungen bringen lange Artikel voll Sympathie für die kühne Besatzung.

LautBerl. Lokalanz." berichtet die ftanzöfische Presse nach Erzählungen des SchleppdmnpsersTemmins": ähwe rer See nwgen hatterr die englischen Moborbvote sich be- rerts zurückgezogen, als dieDeutschland" am Mend die Krrgrnrakaps verließ. Auch die feindlick>en Kriegsschiffe rreuzr<m weit draußen. Die Heimfahrt beamm unter den günstigsten Verhältnissen. r

Wfrot imb volitischm Gründen h-rvor. Sein Aufsatz Der dir

Schlacht enrhält^die folgende inkerc''wnre Bemerkung: Die Behauv- cungEnglischer Bdfnitiic.let, daß die Aufspürung eures Geschwaders m>n ^chtachtkreuzern in einem hinhaltenden Gefechr gegen Schlach tschiff e gerechtfertigt geweffn sei, kann nich. als richtig an­gesehen werden, da die militärische Lage kcine enrscheidende Schlacht erwrderte. Es m 8nn Grund vorhanden. zu glauben, daß die Deut­schen die Absicht hatten, ihre Flotte in einem enlscheidenven Kampff zogen emen üb«rloglmen Feino aufs Spiel zu setzen. Dagegen be­steht Grund, zu glauben, oaß die Teutsä-en wußten, was sie wollten. Eine verrrunstige BernmtungM. daß sie ihre Abrichten ausiübrten, näm lrch Englands Schlachtkreuzer rn eine Falle zu locken und sie zu vernichten, ehe sie von der Hauptmacht unterstützt wurden.

Kopenhagen, 3. August MTB.)National Tidende" mvlder: Die Gefahren für die d -i ni s ch e n Dampfer, die Kohlen nach dem Mttclmt'er e-desötdtrn. sind noch immer nicht geringer geworden. Der dänische TampierKat Holm", der inu Kohlen von Newport nach Düalta unterwegs »vor. wurde, wie ein Telegramm des Kapitäns aus 'Amtellaria an die Reederei be­richtet, bei Kvp Bon in der Nahe von Tunis von einein deut- ichen Tmichboot versenkt. Die Bemtzung ist gerettet.

London. 4. '»lug. ;WTB Ltövds meldet: Der Englische DampferHei g hing ton". der itolienyche Dampfer ,Lerim- dro", das italienyche SegeljcknsfRosarrna", sowie die nor­wegischen FischcrsahrzeugeEinar" undErling" sind vcr- e n kt worden.

London, 3. .Aug. -WTBd Lloyds meldet: Ter englische KampierBritaiinic" <2240 Donnen der Eocker Linie ivurde von einem Tauck dovt versenkt. Der englisch.' SeglerM a r - a r c t S u t t o n" wurde ebenfalls versenkt.

London, 4 Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds- mel det, daß der italienische'DanrpferCitta Messina versenkt worden ist, ferner, daß oer britisck^ Schooner G r a d w e l l", der japanische DampferC o h i n a M a r.u' irnd die BarkeF f' vor London Versenkt wurden Der dänische DampferKatholm" ist wahrscheinlich ge­sunken.

Die russischen Schulden in Frankreich.

> Bern, l. Anguss (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Sondermeldung desTcmps" aus Pelersburg erklärte der Flnanziinnnter Bark, daß die zwischen chm und Ribot actroffenenBereinbarun gen Rußland bis zum Eriegscudc Kredit für die von ihm in Frankreich qcmachten Materialbcstellungen und zur Bezahlung der Zinsen für alle von Rußland bis heute mit Frankreich vorgeuommenen i5manzoperatlonen sicherte.

Zwei italienische Nnterseeboote untergegangcn.

Rom. 4. August. cWTB.) Meldung der Agcnzia Stefanr unserer Unterseeboote, die vor längerer Zeii mwrmueu mit anderen zu einer Unternebnrung an den feindlichen Mlten ansgewbre.i waren, sind nicht mit den anderen zu ihren stutzWniUm zurückgekehrt. Man nuls; sie als verloren betrachten.

Der Verkauf von Tänisch-Wcstindien.

Washington, 4. Slug. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Reuterfchen Bureaus. Staatssekretär Lansina nnd der dam,che Gesandte .Konstantin Brun haben den u'lterzcichnct,' kraft dessen die Bereinigten Staaten Danlsch-Wcsttndicn für 24 Millionen Dollar erwerben.

Der §eekrieg.

Ei» Amerikaner über die Seeschlacht am Skagerrak.

Z»rk 3. Aug (WTB.) Funkspruck vom Ver­treter des WTB. Der Bericht des Kapitäns William Sims von der Marine der Vereinigten Staaten iiber die See­schlacht am Skagerrak ist vom tzauptanss-ttuß sür Mcrri-ueangel^Fenhoiteu veröffentlicht worderi.

^ J aqt ' baö bine gut zusnmmmgcsetzte Flotte über

Schlachtkreuzer verfügeri muße, nne Nvttvendigkeit die man schon lwr der Seeschlacht im Zusanmienh.rng nnt dern amliika ui scheu Hotteirprogronrnr vertreten hrbe. In seiner Besprechung der Se-- ichiacht l)ebt Sims die Möglichkeit der Entwicklung gewisser ivesent- lrcher Grundzüge in den Berichten über die Schlacht aus militäri-

oie deutsche Uriegswirtschaft.

Berlin, 4. Aug. DieNorddeutsche Allgem. Zeitung" gibt in ihrer wirtschastspolitischen Wochenschau einen Ueberblick über die wirtschaftliche Bilanz Deutschlaiids ani^ Beginne des dritten Kriegsjahres. Aus den zahlreichen Festltellungen, mit denen der Nachweis der unerschütterteu und unerschütterlichen S t a u d f c st i g k e i t der d e u t s ch e u Kriegswirtschaft geführt?vird, sei folgendes erwähnt:

-pie gute Ernte, die zu erwarren steht, verbürgt eine völlige und MlSrcick>cude Deckung des pslanzlick)en Ernährungsbcdar'c' der deutjcheii Bevölkerung: mich firr die Förderung der Piehwirt- schast wird aus ihrem ckrttage mehr aufgeweudet werden können als bisher. Tie Erhaltung der l^ruirdlageu unserer Viehbestände v^d durcki die weitgehende planmäßige Berbrauchsbeschränkung ge rchert. -lau diese sowie die übrigen Einschränkungen aus dem 6)e uete der Ernähnmg weder zu wirklich dringender Not noch zu ge undheitlichen Schlwigungen geführt l)aben, ergibt sich einmal aus der bisher auffallend geringen Frequenz der Massen pcisungen, die jetzt in zahlrächm Städl^n eingeiichtn wer r ' r J 1 ??- und noch schlcrgendei 1 au6 o^u it'ranfiKit?^ uno

^terblichkeitszipern der deutschen Zivilbevölkerung, die nu-driger lnd als im Frieden. Die Verbreitung des Rahmens der lmrt- W.aMicheii Arbeit Deutschlands wird vor alleni durch tue Statistik der Entwicklung des A r b e i t s m a r k t e s und des Beschäftigungs­grades erwiesen. Tie Zahl der rvankenkossenveesickVerurlgpjlichti- gen wannlichen Beschäftigten ist vom Januar bis Juli um 2,1 v. H. gelttegen. .;01 industrielle Betriebe verschiedener Gewerbezweige, die Zahl der von ihnen beschäftigte Arbeiter dem Reichsarbeitoblatt Mitteilen, hatten im Juli 1916 einen um 17,6 v. H. größeren Ar- beiterstand als im Jnli 1915; der Zuwachs verteilt sich fast gleich­mäßig auf männliche und weibliche Kräfte. Bei den Betrieben, icr die mich die Zahlen vpm< ßunr 1914 vorliegen, ergibt sich auck) dreieni Friedensmonat gegenüber ein Mehr'der beschas- N.^L^beiter von insgwamt 2,5 v. H. Von je 100 mann licken Mrtglvdern der Arbeitenlichverbände fft seft Monaten kaum eines arbeitslos. ^le Rohei'enproduktivn war im erstei, Halb- iahr 1916 um 17,5 m. H., die Flußstahlerzeugung um 25 v. H. großer als m der gleichen Vorjahrs Periode. Ter Einlagenzufltiß der deutschen Sparkassen tvar um annäbernd ein l«lbes ^Güterverkehrseinnahmen der prcnißl)ch-hesftschen ^»taatsbahnen libertresfen die der Friedens- parallelwoiiatc seit der Jahreswende um purckisckmütlich erwa 10 . .ocu tsch e Ausfuhr tvvr in den ersten 6 Monaten

25 D größer als im ersten .Valbiahr 1915, wobei d«e Ziffern deS zlveiten Quartals 1916 eine tarte ^iergerung gegen die des ersten auffneisen. Der Gvldiwrral der Reichs bank deckt «ohne Kassen- nnd Darlelmssckninc ben laut mit mehr als dem gesetzlichen Drittel, ivährend die Golddcckiuig der Bank von Frankreick> von 62 v. H. bei lckrieg^- ausbruch auf 26 bis 27, der Russischen Staatsbank von 98 auf nickst viel mdfr als 20 v. H. zurück.^egangen ist. Bon den bis- v<?gen. Kr»egsaiisgaben sind rimd sieben Achtel durch fast

Liisschließlich rm ^nlanbe aufgebrachte Anleihen gedeckt, der Rest in der^swrm 'ckwebender schulden aus anlagesuchenden Mitteln des daitsch^i Kapitalmarktes. Die Fundierung auch dieser 'chn>>beir den Dulden steht linmittelbar bevor.

^harren, so schließt dieNorddeittsche Allgemeine Zeitung" i^s^^LMcken die Bierv-wl^ndsmäckte darauf, die Stand- sestigkvit ilnserer Kriegswirtschaft noch wefter auf die Probe zu Erch^diese Probe bestehn, wenn wir es aiick aus das ttettte beklagen, daß das Grauen dieses Krieges fortdauern muß.Aus urchere Fernde allein fäNt die Schrckd des weiteren Vlntvergreßens.

Aus dem Reiche.

>D r e s d e n 4August. (WTB.) Heut e vornrittag ist der Staatssef^tar des Innern Stellvertreter des Reichskanzlers lner eingettoffen. Mit dem gleichen Zuge kam Ql Staat ssekretär imjfnrf)--manneantt v. Eapi-lle in B.'gleittlng des stellvertretenden Admtanten Korvettenkapitän Rayon an. Sie statteten bald damuf den amveseiiden StaatSministern Besuck>e ab.

Uhr ^Muttsten wurde 1'ldunral v. Eavelle. um 1 Ulw 45 Minuten Staats,ekretär Dr. Hclfferich in N^vritzbarg vom König, dcrletztereni ba* Gwßkreuz des AlbrechtsordenS mit Gol­denem Sttrn überreichte, in Audienz empfangen.

Aus Stadt undan&.

Gießen. 5. August 1916.

Sonntaqsqevanken.

^ cr l^ nb r c . onstlische Minister hat iw Unterhause n> nnrt, er hoffe binnen kurzem mitteilen zu können, daß ein Gesetz angenommen werden nrüsse, aus dem hervvraehen wurde, daß England sich rveigert, das deutsche Volk in der Gemeinschaft der Nationen zu dulden, bevor solche Misse tatm bestraft worden sind. Die Missetat hat in der'Voll strecknng eines deutschen kriegsgerichtlichen Urteils beitan. ^ A?Iand also droht, deutsche Richter für die Erfülluna ibrer Pflicht < Ausübung deutscher Relt,tspftege in, Kricac zur Rechenschaft zu ziehen. Aber diese kindische Drohuua wird durch die weitergehende überboten: das deutsche Volk imbn, U§ bCt ^bmeinschast der Nationeri ausgeschlossen

.Wir sind begierig zu erfahren, wie selbst ein allmäch­tiges Albroii dies Ungeheuerliche mit dem Mittel eines fetzes zustande bringen will. Einz-elne Verbrecher kann man

aus dem Verkehr der menschlichen Geselllckatt enkfernen FS

gibt zu diesem krauvigen Zweck GefangTrisse, ZuLtlüiuser. Galgen. Aber selbst diese Mittel kömren unter Umständen versagen. Ter ddime und Geist Roger Easements wird weder durch den mißlungenen Versuch eines Meuchelmordes nock> durch den Boltzeg des richterlichen Todesurteils aus der Ge­meinschaft seiner Nation entfernt werden körmen. Er wird da, wo man seine Lebensziele als dreeigenem fenart, über den sinnlichen Tod hinaus lebendig fortwirken zu Englands Schrecken und Irlands Segen. Aber ein Volk nicht mehr in der (^emeinlscbaft der Nanimen dulden?! Ich denke, über Leben und Sterben eines Volks entscheiden nicht menschliche Bosheit und Wahnwitz. Und ern lebendiges Volk wird marr in der (-emcinschaft der Nationen dulden müssen, nran mag es wollen oder nicht.

Die Drohung schreckt uns nicht Sie ruft uns nur ein­dringlich auf, uns auf die Lebenskräfte unseres Volkes im­mer schärfer zu besinnen. Deutsche Geschichte weist uns auch hier den Weg. Mit Blu. utw Ersen fteilich ist unser Reich schmiedet und gekittet worden. Die Frucht dieser Eisensaat ernten wir heute. Unsere Wehr steht stark und fest gegen jeden Feind. Aber niemals doch haben wir gemeint, daß der Schutz des Lebens das Leben selbst sei. Langher vielmehr haben deutsche Staatsmänner gewußt, daß der Sturm des .Krieges, lvenn er dittch alle Herzen des Volkes braust, ge­rade das rechte Wetter ist zur Saat sür Friedenszeit. Fern, nahe der Grenze des zerschlagenen Staates, hat der Freiherr von Stein in den Iahreri bitterster Not die Reformen ge­dacht, die den Städten ihre Selbstverwaltung, denr Bauern­stände Freiheit und fftecht schufen. Und während die Geschütze nock) un feindlichen Lande ihre donnernde Sprache führten, wrcrde zum inneren Bau des deutsck)en Reiches der feste Grund gelegt. Wie sollte es uns die Seele weiten, wenn wir diese Ueberlieserung: Friedensarbeit mitten im Krieg, fort­leben sehen in unseren Tagem. 9ttuorieruierung im Imiern heißt das vornehmste Kriegsziel des Karr^lers. Hinweg nicht nnt dem Streit der Meinungen und Parteien: er ge^ hört zum lebendigen Leben aber hinweg mit dem blinden undeutschen unsitilicheri Mißtrauen, mit dem im riflenesi Vaterland ein ^taui> den andern und eine Partei die arrdere bisher zu behaudelri wagte. Der Tag, an dem vor jetzt zwei Jahren Sozialdemokraten die Kriegskredite bewilligten, der andre, an dem den deutschen Gewerkschaften der Darrk sür ihre segensreichen Dienste in schwerer Zeit ausgesprochen wurde, die Jahre, in denen wir nun alle gemeinsam ge­kämpft nnd geblutet, gesorgt und gelitten l>aberi, sie sollen im Krieg die unvergeßlichen und unzerstörbarst öftund- lagen für den Friedensbau der Zukurfft schaffen. Atis Ver­trauet! rulst alles, schlechthin alle menschliche Gemetnschasr. ES ist die Seele der Einigkeit, die uns heute stark macht, cs soll die Seele der Arbeit iverden, die unsere Zukunft gestal­ten wird, lind dann, wenn wir in Berttauen einig sind und bleiben, wollen wir den sehen, der unser Volk in der Ge­meinschaft der Nationen nicht wird dulden wollen.Der im Htmmel wohnet, lacht; der Herr spottet ihrer." Eck.

** Amtliche Personalnachrichten. Am 29. Ittli D$. Is. nmrde der schreiöqehckff )ttrrl P e t e r m a n n zu Groß Gerau vom 1. Oktober dS. Is. ab m den Ruhestand vett'etzt.

Für die Volksspende für die deutschen bgs - und Zivilgefangeneu gingen in der Ge. schastsstelle des Gteßener Anzeiaers ferner ein: Geburt^ tagsspende Ehr. L. .5. Mk., Kurt Grünstein, z. Zt. im Westen 5. Mk., Ungenannt 1.50 Mk., N N 8Mk Th. Haubach, Moltkesttaße 50. Mk., Ww Hüttenberger £ Mk., Frau Spieß 2. Mk, Brackemann 50.- Mk Adam Bender 3. Mk., insgesamt 864. Mk. Die Samm­lung tn unserer Geschäftsstelle ist damit geschlossen.

** Kartoffel-Versorgung. Es war der Stadt Gteßen mögltch, mehrere Eisenbahnwagen Frühkartoffeln unter dem derzeitigen Höchstpreis zu kaufen, die den de- kanntgegebenen hiesigen Kartosfelhändlern zu Verkauf über- wteseu werden. Der Preis stellt sich aus etwa 7,6 0 Mk. für den Zentner. Die genauen Preise werden an den Verkaufsstellen angeschlagen. Die Abgabe der Kartoffeln erfolgt gegenEintragungin eine bei den Verkäufern obltegende Liste, ohne Abgabe der Kartoffel- tn a r k e n. Es können Mengen bis zu einem Zeutner ab­gegeben werden: Mengen unter 30 Pfund werden nicht abgegeben. Der Verkauf begirrnt heute vormittag den 5. August.

** Die Verkaufs stunden für die Fleischer- geschafte in Gießen sind jetzt wie folgt festgesetzt: Montag, Mittswochs, Donnerstags und Samstags vor­mittags von 811 Uhr und Donnerstags und Samstags nachmtttags von 58 Uhr.

** Für Ausstelkung einer neuen Brotmarken- auswetskarlebei Verlust der alten ist die Gebühr cmi 50 Pfa.

** Die Erlaubnis zum Handet mit Lebens - und Vewrdnunq vom 24. Iran 1916 \ 2 . .>8N betrifft eine Bekanmmachung im Anzeigenteile unieres heungen Blattes, auf die wir besonders hmweisen.

Förderung der Kaninchenzucht durch die P o st v e r w a l t u n g. Die Reichspostverwaltung bemüht sich durch Forderung der Kanmchenzucht der Fleischknappheit zu steuern, und bat zu diesem Zwecke den P o ft n n t e r b e a m t e n. dre sich eine Kaninchenzucht einrichten wollen, aus den UnterstüßunaS- nntteln der Oberpostdirektionen einmalige Beihilfen bewilligt.

. Sammrlt P-tronrn ZSgrr wnt«, ^brtrn, k-im abge)choffenen oder unbrauchbar gewordenen Pattonen sott-.:-werten sondern ne an die oantmrIiielte des :Koten .Kreuze bei Büchfen- Augu,t. Dickorä in (»fteßcn, Schanzenstrvße zu schicken.

Schrot Patronen, jede unbrauchbare und nicht mehr ladewlnge Hülse von Kugelvarronen. von Revolver--, Sebsckade- v'itolen- und Flobett-Paironen enthält wertvolles Metall. Man denke mcht, daß die Metallmenge der einzelnen Pattone nur gering andern bcdentt, me viel Patronen in Bttracht kommen, deren LKetallteile zusammen ein itmtticheS Gewicht haben. Auch in kletnlten Dingen muffen wir «ms Sammlung und Erhaltung unterer Vorräte bedacht sein.

** Lederkarten. Eine Bekanntmachung des Oberbüraer- meittcrs un heutigen Blatte verweist aui die Bekanntmachung Grotzh KrerSamtS Gießen vom 31. Juli 1916 im Kreisblatt vom 4. d. Mts.

Landkreis Gießen.

^ 5, St U Li" Jb- brachte der ff-nn, über

^ S°vvel. Siet eine 3jfm, l'TmbfBtrmrdhrt Wrw Vavpe!, fiel beim Einmarsch der

^ ^Qw-Satfn. Stal Ltavel.

und deute erhielten die Eltrr^ die Nachricht, da» der dritte L«hn. Mtak-tier ?rrichrich Han»el t^r rniolge einer ickuneren LnAgenerkranknnn ans F-rankreÄ >mch Erfurl gebracht wvrdcn war. dort im La^rett grftarbcn fei Tie ganze Gemeinde nrmmt herzig Anteil an dem großen Zchmern« der so «chtoer berwsgenen Fnmilie. Zwe, ioeileoe Dchne sZr >amtlte Happel ,md zmn Heereeoienttc ein gezogen, dex eine steht

Wil^lm^Nr^NK E ® lt6elt ' bei anöete "" Znf.-Regt. ..SüifJc

dx. Hungen, 5. Aug. Mil dem Eisernen Krcu- wurden ausgczcichnel Unterosfizier W. C ch u l tz e von hier und