Nr. 182
Der Gietzener
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Erstes Blatt
166. Jahrgang
Samstag, 5. August 1916
General-Anzeiger sür Oberhessen
Bezugspreis, monatl. 90 Bf., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pi.: durch diePosl Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf.. ausw. 20 Pf. — Haupt schristleiter: Aug. Eoetz. Verantwortlich für der politischen Teil und da^ Feuilleton: Aug. Goetz', für Stadt und Land Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz:
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Beck, sämtlich IN Gießer
heftige Nampse bei Zleury und Chiaumsnt.
(WTD.) Trotzes Hauptyuartier. 4. August. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Der Arttllcriekampf erreichte iwrduch des Ancrebaches wieder große Stärke. Er wurde Mischen Ancre und Somme mit unverminderter Deftigkeit fortgesetzt. Kräftige feindliche Angriffe sind nördlich von Ovillers, südwestlich von Guille- Nwnt und nördlich des Gehöftes Monacu abgewiesen. — Südlich der Somme scheiterte nachts ein Angriff des Gegners bei Barleux.
Den Fran^sen gelang cs gestern abend, sich in den Befitz unserer Stellungen am Dorf Fleury und südlich des Werkes Thiaumont zu setzen. Unsere henke morgen einsetzcn- den Gegenangriffe brachten uns wieder in den vollen Besitz des Dorfes Fleury und der Gräben nordöstlich dieses Ortes. Feindliche Angriffe nordwestlich des Werkes Thiaumont und gegen unsere Stellungen am Chapitre- und Bcrgwalde wurden gestern cibend unter großen Verlusten des Feindes abgewiesen. Die Lage ist jetzt wieder so, wie sie vor dem mit überaus starken Kräften geführten französischen Angriff war.
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Leutnant Mulzer setzte im Luftkampfc bei Lens seinen neunten. Leutnant Frankl vorgestern bei Beaumetz seinen sechsten Gegner außer Gefecht. Ferner wurde ein feindlicher Doppeldecker gestern bei Peronne, zwei weitere, wie nachträglich gemeldet ist. am 1. August südwestlich von Arras und bei Lihons von unseren Fliegern abgeschossen. Durch Abwehrfeuer wurde je ein feindliches Flugzeug bei Derles- au-Bois (südwestlich von Arras) und bei Namur heruntergeholt. letzteres aus einem Geschwader,' das Namur mit geringem Sachschaden angegriffen hatte.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.
Nordwestlich von Postawy zwangen wir durch Feuer den Feind zur Aufgabe vorgeschobener Gräben und wiesen in de^ Gegend von Spiagla (zwischen Naroez- und Wieszniew- See) Vorstöße gegen unsere Feldwachstellungcn ab.
Am Scrwetsch (östlich von Gorodischtschc) und an der Schtschara (südöstlich von Baranowitschi) lebhafte Hand- granatenangriffe.
.Bei Lubieszow scheiterten abermals starke feindliche Angriffe. Im Abschnitt Sitowicze—Wielick entspannen sich hefttge Kümpfe, in deren Verlauf der Gegner in das Dorf Rudka-Mirynska und die anschließenden Linien eindrang. Im Gegenangriff gewannen deutsche und österreichisch-ungg- rische Bataillone, sowie Teile der polnischen Legion den verlorenen Boden restlos zurück. Sie machten dreihunderteinundsechzig Gefangene, erbeuteten mehrere Maschinengewehre und wiesen erneute russische Angriffe glatt ab.
Weiter südlich, sowie bei Ostrow und in der Gegend östlich von Swiniuchy kamen feindliche Unternehmungen in unserem Feuer nicht über die ersten Ansätze hinaus.
Front des Feldmarschalls Erzherzog Karl.
Bei der Armee des Generals Grafen von Bothmer keine besonderen Ereignisse.
In den Karpathen in Gegend des Kopilas gewannen deutsche Truppen Boden.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Vor den Stellungen südlich von Bitolj fanden für die bulgarischen Vorposten erfolgreiche Gefechte mit serbischen Abteilungen statt.
Ober st e Heeresleitung.
Die Stimmungen und Verstimmungen in Sachen der Kriegsziele wuchern noch immer weiter, und die Versammlungen des „Nationalausschusses" haben in den Blättern der Rechten und der Alldeutschen heftige Gegnerschaft gefunden. Wir haben uns für die Versammlungen aus zwei Gründen nicht erwärmen können. Einmal weil uns die Form solcher Agitation in den jetzigen Zeitläuften nicht recht ge- sällt, dann aber auch) aus einem Grund, der in der Sache selbst liegt. Wir wissen alle, daß die Kriegsziele in letzter ^inre nach unseren Erfolgen auf den Kriegsschauplätzen bemessen werden müssen. Könnten wir hoffen, daß das Kriegsglück uns im reichsten Maße begünstigt, so würden wohl viele, die heute unter der Fahne des „Nationalausschusses" sw he n, sich selber froh zu den Kriegszielen der sechs großen !Wrrtschaftsverbände bekennende ja bekanntlich von Haus aus in keiner Weise unter alldeutschem Einfluß stehen. Nur weil wir nicht wissen können, ob die militärische Zage und die .Kriegsdauer nach irgendwelchen Richtungen Mäßigung vorschreiben werden, will man sich liicht jenem bestimmten -Plan" verschreiben, besonders nicht allzu laut öffentlich für ihn Propaganda machen. Aber der Nationalausschuß geht emer ähnlichen, vielleicht noch bedenklicheren Gefahr entgegen als die großen Wirtschaftsverbände. Auch von ihm muß man voraussetzen, daß er über die Aussichten der Kriegslage nicht mehr weiß als andere Sterbliche. Wenn er sich daun aber in die mittlere Linie zwischen „Annexionisten .Alldeutsche usw.) und Flaumacher stellt, steht er auf keinem festen Boden, sondern höchstens in einer Flug- rrch tun g, die von einer u e b e r w a ch ii tt g der kommen-
den Ereignisse und einer Anpassung an die spätere Kriegslage geführt werden mußte. Wenn er in diesem Sinne lernen und studieren will, tut er recht. -Aber es stecken in den Bestrebungen des „Nationalansschnsses" doch wohl auch „Grundsätze" anderer Art. Die „mittlere Linie" ist kein goldener Mittelweg, wenn dein deutschen Michel die alte Neigung erweckt wird, groß im Kämpfen, dann aber klein, bescheiden, ungeschickt in der Ansmnnznng seiner kriegerischen Erfolge zu sein. Wer beim Fried-ensschlnß dem nationalen Egoismus Schranken setzen will, die nicht in der Notwendigkeit der Lage, sondern nur in den Forderungen unpolitischer oder kosmopolitischer Samariter begründet sind, der vertritt einen verkehrten Standpunkt, auch wenn er ans der mittleren Linie steht und dem nationalen Erfordernis etwas abhandeln möchte. Festigkeit, Willensstärke, das sind die Elemente, die in der jetzigen Zeit vorzugsweise gepflegt werden müßten. Der „Nationalausschuß" würde als Kampsvrganisation nicht nützlich und ruhmvoll wirken, denn er kann wohl einen gesunden Gedanken, aber kein bestimmtes Ziel, kein positives Programm verfolgen. Frhr. v. Zedlitz-Neukirch, der kürzlich den großen Wirtschaftsverbänden eine Revision ihrer ursprünglichen Kriegsziele angeraten hat, stellt in der „Post" folgende Betrachtungen über die Richtlinien an, die man den Verhandlungen des „Nationalansschnsses" habe entnehmen können:
Wenn in bezug aus die Sicherung nach Osten die in den Reden hervorgetretene Auffassung sich durchweg mit der unserer gesamten Bevölkerung deckt, so lassen sich aus den minder klaren Aeußerungen unserer Sicherung nach Westen doch! auch einige feste Punkte herausschälen. Exzellenz von Harnack hat das in dieser Richtung in erster Linie in Betracht kommende belgische Problem rein negativ gekennzeichnet. Er führte aus, daß Belgien keine englische Satrapie werden dürfe und daß ebenso aus dem europäischen Festlande ein Klveites Irland zu vermeiden sei. Versucht man diese Kennzeichnung mit positivem Inhalt zu erfüllen, so kommt man zu folgenden Schlußfolgerungen:
Soll Belgien keine britische Satrapie werden, so muß es der britischen Macht- und Einflußsphäre entzogen werden. Das kann wirksam sicher nicht ander- gesa-ehen, als daß Belgien, soweit dies zu diesem Zweck erforderlich, der deutschen Macht und dem deutschen Einflüsse unterworfen wird. Darüber, wie weit die deutsche Macht über Belgien auszudehnen sein wird, kann man verschiedener Meinung sein. Hier ist auch zwilchen dem Wünschenswerten, und den: Notwendigen sicher ein gewisser Spielraum: aber darüber wird man nicht zweifelhaft sein können, daß der Harnacksche Ausspruch, Belgien dürfe keine englische Satrapie werden, zur unerläßlichen Konsequenz der Einordnung dieses Staates in die deutsche Machtsphäre hat. Daß es sich dabei nicht um rein vertragliche Sickerungen handeln kann, hat der Reichskanzler selbst auf das bündigste erklärt, indem er das Wort von den „realen Garantien für unsere Sicherheit" prägte. Wenn man unter der Voraussetzung einer solchen Einordnung Belgiens in die deutsche Einflußsphäre das Wort Harnacks weiter ausdehnt, daß auf dem europäischen Festlande kein zweites Irland entstehen dürfe, so würde man zu dem Schlüsse gelangen, daß mlan diesem Gedanken gerecht wird, wenn Belgien beim Friedensschluß das Maß staatlicher Bewegungsfreiheit und Souveränität behält, das mit seiner Einordnung in die deutsche Machtsphäre vereinbar ist. Belgien würde dann, um an England anzu- knüpfen, im vollsten Sinne das erhalten, was man „Homerule" für Irland nennt und eä : würde demzufolge das Entstehen eines Irlands im Harnackschen Sinne nicht zu befürchten sein. Uebersetzt mJart daher die Harnacksche Negative ins Positive, so gelangt man ganz zweifellos zu dem Schlosse, daß Deutschlands Mächtsphäre über Belgien so ausgedehnt werden müsse, daß Englands Einwirkung völlig ausgeschlossen werden kann,, daß aber im übrigen Belgien möglichst fteie staatliche Bewegung erhalten soll. Ob dieses Kriegsziel richtig gesteckt ist, soll hier nicht untersucht werden: für jetzt kommt es wesentlich daraus an, die von dem „National-Ausschuß" vertretenen Richtlinien unserer Kriegsziel- politik nach Westen aus der etlvas nebelhaften Gestalt, in der sie in den Reden erscheinen, zu voller Klarheit heraus- zuarberten."
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 4. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart i 4. August 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
Westlich der oberen M o l d a w a und am Czarny Czere- mos am rechten Flügel der unter dem Oberbefehl des Feld- marschalleutnants Erzherzog Karl Franz Joses gebildeten Heeresfront entwickeln sich neue, für die verbündeten Trupen günstig verlaufende Kämpfe.
An der Mitte und am linken Flügel der Heeresfront des Erzherzogs keine besonderen Begebenheiten.
Bei Palosce griff der Feind unsere Stellungen an. Er wurde abgeschlagen; die Kämpfe dauern fort.
Bei der Armee des Generalobersten von Tersztyanszky schlug unsere Kavallerie im Bajonettkampf einen Angriff zurück. Einer unserer Flieger hat in diesem Raum vorgestern einen feindlichen Farman-Doppcldecker abgeschossen.
Westlich von Kaszowka am Stochod brach gestern vormittag ein starker russischer Angriff zusammen. Nachmittags gelang es dem Feinde durch erneute Vorstöße, bei Rudka in unsere Linien einzudringen. Herbeieilende deutsche und österreichisch-ungarische Bataillone und Teile der polnischen Legion warfen die Russen des Abends vollends zurück.
Südlich der Dahn Sarny—Kowel wehrten die Truppen des Generals Fach einen starken russischen Angriff ab. Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert. In mehreren Abschnitten der Jsonzofront entwickelte die feindliche Artillerie gestern eine lebhafte Tätigkeit.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Der türkische Bericht.
Ko n sta n t i no pel, 4 Aug. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 21. Juli (türkische Zeitrechnung).
An der I r a? f r o n t und im Mschnitt von Felahie keine Aenderung der Lage. Eine unserer Freiwitligen-Wtestnn-gen fügte dein Feinde in einem Treffen, das zwischen ihr und einer schwachen Abteilung des Gegners stattfand, Berlnste zu und erbeutete Gespanne und Vieh. — In Persien wurde der Feind in einen Kamxst, den unsere Truppen den Russen am! 16. Juli abends in der Gegend des Ottes Bukan liefetten, gezwungen, sich nach Norden zuruckzuziehen. Er ließ 200 Tote am Kampfplatz zurück. Wir erobevken drei Maschinengewehre in gutem Zustand mit allem Zubehör, eine Menge Munition, Gewehre unt> Vieh.
Kaukasus front: In den Abschnitten von Bitlis und Musch keine Veränderung. Ein Angriff, den.die Russen gegen, einen Teil unserer Stellungen im Abschnitt von Okrwtt, etwa 80 Kilometer südlich! von Erzerum, unternahmen, wurde zum Stehen gebracht und von unseren Streitkräften zurückgewiesen. An den anderen Frontabschnitten im allgemeinen Ruhe.
(sin russisches Torpedoboot beschoß Treboli Kires und ungeschützte Orte an der Küste. Einige Häuser wurden zerstört, sechs Einwohner getötet oder verwundet.
An der ägyptischen Front fanden in der Umgebung von Katia fortgesetzt Scharmützel statt.
Am 19. Juli beschoß ein feindliches Kriegsschiff auf der Höhe von Muhamedre eine Stunde lang ergebnislos die Tattelwälder von Hut-el-Nedjot und Ogratyna. Oestlich von Katta wurde ein Kriegsschiff durch Bombenabwürfe von ernem unserer Flugzeuge gezwungen, das Feuer cinzustellen und sich zu entfernen. Don den anderen Fronten ist keine wichttge Nachricht ein gelaufen.
Ein englischer Bericht aus Aegypten.
London, 4. August. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reu- tersche Bureau meldet amtlich: Der Kommandierende in Ae^hpten meldet: Am Morgen des 3. August griffen zwei feindliche Aeroplane Schiffe aus dem See Timsa und die Stadt Jsmaila an. Es wurden zahlreiche Bomben ab- worfen, aber kein Schaden angerichtet. Am 2. August zwang einer unserer Aeroplane bei Salrnania einen Aviatikapparat zum Niedergehen und beschädigte ihn.
Der bulgarische Bericht.
Sofia, 4. August. (WTB.> Amtlicher Bericht vom 2. Aug. Es wird keine Veränderung von der mazedonischen Front gemeldet. Nach den in unserem Bericht vom 27. Juli erwähnten Kämpfen hat sich nichts Erwähnenswertes ereignet, außer dem all- täglichen schwachen Artillerieseuer und unbedeutenden Patrouillen-, zuftkmmen stoßen. Die Verluste des Feindes an Toten in - den Gefechten am 25. und 27. Juli sind zweimal so groß, als die in unserem letzten Bericht angegebenen. Unter den Toten würden vier Offiziere festgestellt. Wir Erbeuteten ein Maschinen-, gewehr und eine große Anzahl französischer Gewehre.
Malta, 4. dlug. (WTB.l Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter italienische Postdampfer ,Letimbno" (2210 Tonnend ist von einem U-Boot versenkt worden. 28 Ueberlebende sind hier angekommen. Sie erklärten, daß der „Letimbno" mit einer Besatzimg von 50 Mann imd 113 Passagieren auf der Reise von Syrakus -nach Benghasi begriffen war, als das U-Boot zuerst einen Warnungsschuß löste, und darauf das Schiff unter fortwährendem Feuern verfolgte. Das U-Boot holte den Dampfer ein, der Rettungsboote anssetzte. Innerhalb einer halben Stunde wurde die Beschießung fortgesetzt. Man glaubt, daß die Insassen ertrunken oder durch Granatfeuer getötet worden sind. Wie verlautet, sind zwei Boote in Syrakus angekommen.
Die wirtschaftliche Ausnutzung der Türkei.
Berlin, 5. Aug. In einer Unterredung, über welche der „Bert. Lokalanz." berichtet, Hut ein türkischer Staatsmann geäußert: Es kann uns und unseren Verbündeten an nichts fehlen, wenn man die ausgedehnten fruchtbaren Ländereien und die Bodenschätze der Türkei wirklich ausnützt. Die Erzeugung von Getreide, Baumwolle und Zucker, um nur diese zu nennen, famt gewaltig ausgedehnt werden.
Die Lustschiffangriffe aus England.
London, 3. Aug. (WTB.) Amtlicher Bericht. In der Nacht vom 2. zum 3. August erschienen einige feindlich Luftschiffe' über den östlichen und südöstlichen Grafschaften. Die ersten Be- ' richte hierüber liefen gegen Mitternacht ein. Nach diesen Berichten - chcinen es nicht weniger als seckus Luftschiffe gewesen zu sein, die, bei bc.it Angriff aus die Grafschaften Norfolk, Suffolk und EsscZ mehr oder minder gleichzeittg beteiligt waren. Der Angriff dauerte ungefähr IV 2 Stunden. s )JHt Ausnahme eines Punktes drangen die Luftschiffe nicht sehr weit in daS Innere des Landes, sondern R- 'gnügten sich mit dem Abivurf weniger Bomben auf weit mtSein- anderliegend^ Ortschaften, hauptsächlich in der Nähe der See. Einige Bontben fielen, wie berichtet wird, in die Soe. An einem Punkto traten die Abwehrgeschütze in Tättgkeit. Mer das dort beftndliche Luftschiff erttkam. In Verbindung mit diesem Angriff sttebte ein Lull schiss der Küste von Ke nt zu. Aus den Meldungen vieler Beobachter gelst hervor, daß ein zweites dem ersten Luftschiff folgte. Die Zahl der bei diesem Angriff abgeworsenen Bomben läßt diese Behaupt tung ganz wahrscheinlich ersckwinen. Tie Mwehrgesckuitze ttaten in Tätigkeit. Ein oder zwei Treffer gegen daS erste Luftschiff ivurden beobachtet. Einschließlich der Bomben, die man aus die See fallen sah, wird bis jetzt im ganzen von 80 Bomben berichtet. Der äuge richtete Gesanrtschaden ist erstaunlich gering. Wenn Pferde wurden getötet, drei Pferde verletzt. Ein militärisches Ziel des Angrisi^ ist nicht ersichtlich.
Berlin, 4. August. (WTB. Nichtamtlich.) In Ergänzung der amtlickwn Meldurtg über deit Angriff unserer Marinen lultschifse auf England am 2. pnd 3. August ersah-l


