Am 1. August Morgens griff bet Feind mit herangeführten SerftärEiritgcii nach einer siebenstündigen Beschießung Don neuem diese SteMmgen <nt und erlitt wiederum außerordentliche Per- lüfte. Unsere vvrgesck-obene Abteilung umrde, da ihre Anwesenheit in dieser Stellung für nutzlos! gehalten wurde, in ihre ein wenig rückroärts gelegenen Stellungen zurückgezogen. Im Zentrum und auf dem linken Flügel an der Küste keine bedeutende Kamps Handlung. Tie vom Feinde entfaltete Tätigkeit, um namentlich nack) Westen von Erzindjan vorzurücken, war vollständig fruchtlos. Tie Ortschaft Kalsburnu, .westlich von Polothane, wurde vom l Feinde besetzt.
Ern russisches Flugzeug .wurde an der Küste des Schwarzen Meeres abgeschossen. Tie Insassen, ein Marineoffizier nnd ein Soldat, sind gefangen, txr3 f Flugzeug erbeutet.
Am 30. Juli landeten östlich der Insel Samios, an der Küste von Tipe Burnn, ungefähr 500 Räuber in verschiedenen Trachten unter dem Schutze feindlicher Kriegsschiffe. Aber angesichts unseres Widerstandes und Angriffes konnten sie nicht borrücken, sondern nrnßten zu den Landungsstellen zurückflüchten, wobei sie durch unser heftiges Feuer Verluste an 'Toten und Verwundeten erlitten.
In Richtung nordwestlich von Katia warfen unsere Flieger Bomben nnd griffen mit Maschinen gewehrsener erfolgreich, englische Stellungen und Lager bei Muhammedie an der Küste und in Rumnianie südlich des -Ortes an.
Bor zwei Tagen beschossen ein Hilfskreuzer und ein bewaffnetes Transportschiff, die im Golf von Akaba einliefen, die Ortschaft und seine Umgebung. Sie versuchten Truppen zu landen. 'Sonnten aber infolge unseres Feuers nicht dazu gelangen und mußten sich zurückziehen. Tie feindlichen Verluste waren bei diesen Zusammenstößen ernst.
Der neueste Luftangriff auf England.
London, 3. Ang., 1,30 Uhr morgens. lWTB.) Amtliche Meldung. Eine Anzahl von Luftschiffen passierte um Mitternacht die OsMste. Ihr Ziel ist noch nicht festgestellt, da der Angriff noch, im Gauge ist. An verschiedenen Orten wurden Bo-mben abgeworfen.
Amtliche Meldung von 2,30 Uhr morgens. Es haben offenbar sechs bis sieben Luftschiffe an dem Angriffe teilge- nommen. 'In den östlichen und südöstlichen Grafschaften wurde eine beträchtliche Zahl Bomben abgeworfen. Es liegen rasch keine bestimmten Nachrichten vor. Es wird kein militärischer Schaden gemeldet. Biele Abwehrkanonen waren in Tätigkeit. Wie gemeldet wird, ist mindestens ein Luftschiff getroffen worden.
Amsterdam, 3. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Aus verschiedenen Orten in Nord-Holland, auf den westffiesischen Inseln nnd aus Overiffsel wird das Passieren von Zeppelinen gemeldet. Sie wurden vielfach von holländischem Militär beschossen.
Ein italienischer Bericht.
Rom, 3. Ang. (WTB.) Meldung der Agenzia Stefans. Gestern früh beschossen z we i s ei n d l i che T o r p e d o b o o t s z e r ft ö rer mit Kanonenschüssen fen Hafen v on Bisceglie. Der ganze Landstrich ist mit keinerlei Verteidigmigswerkzeugen versehen und bietet keinen militärischen Angriffspunkt für den Feind. Sechs Personen wurden verwundet, darunter zwei Frauen schwer. Der infolge der Leinen Kaliber der gebrauchten Geschütze verursachte Sachschaden ist unbeträchtlich. Unsererseits wurde gestern früh D u r a z zo von Flugzeugen aus sehr wirksam bombardiert. Zahlreiche Bomben wurden auf Landungsstegen nnd Gebäude abgeworfen. die Flieger- ftation wurde mehrmals getroffen. Alle Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt, mit Ausnahme eines, das infolge Schadens ans feindlichem Gebiet landen rnußte.
Die Heimreise der „Deutschland".
Washington, 3. Aug. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Der Schleppdampfer „Timnttns" teilt mit, daß die „D e u t s ch l a n d" am 2. August 8 Uhr 30 Minuten die Vorgebirge Virginiens passiert habe.
B e r l i n, 4. August. Französische Blätter melden einem Genfer Telegranrm der „Vossischen Zeitung" zufolge, daß die Abfahrtder„Deutschlartd" dus Baltimore einem Triumphzuge geglichen habe. Die Besatzung, die mit dem Kapitän auf Deck gestanden habe, sei Gegenstand begeisterter Kundgebungen von den im Hafen liegenden Schiffen gewesen. Die „Deutschland" sei von Begleitschiffen und Polizeibooten umgeben grwesen.
Ein Gefecht auf dem Tanganjikasee.
.Paris, 3. August. (WTB.) Nach einer helgischen Meldung soll in einem Gefecht auf dem Tanganjikasee der deutsche Dampfer „Graf von Goetzen" gesunken sein.
Eine Flaschenpost des „L IS".
Kopenhagen, 3. August. (WTB.) „Berlingske Ti- dende" meldet aus Goeteborg: Ein Fischer aus Nartrand fand bei Skagerrak eine Flasche, die den letzten Bericht des Kommandanten L o e w e von dem am 2s. Februar 1916 in der Nordsee verunglückten Luftschiff „L 19" enthält. Der Bericht, der an den Korvettenkapitän Straßer gerichtet ist, lautet: •
„Mit 15 Mann auf der Plattform des „L. 19". Unter 3 Grad östlicher Länge schwimmt die Hülle ohne Gondel. Ich versuche den letzten Bericht zu. erstatten.' Dreimal Motorhavarie. Leichter Gegenwind auf dem Rückwege verzögerte die Reife und führte mich im Ncchel nach Holland, wo wir aus Gewehren beschossen wurden. Drei Motore versagten gleichzeitig und machten unsere Stellung sAwieriger. Nachmittags ungefähr um 1 Uhr brach unsere letzte Stunde an. L o e we."
Die Flasche ist eine gewöhnliche Bierflasche. Sie enthält ferner einige Postquittungen und außerdem 15 letzte Kartengrüße der Besatzung an die Angehörigen.
Loewe schreibt an seine Gattin:
Tie letzte Stunde auf der Mattform mit meinen Leuten! Lange denke ich an Dich, vergib mir alles! Erziehe unser Kind!
Obermaschinist Fla de schreibt:
Meine inniggeliebte Martha und Kinder! Jetzt tft also der Augenblick gekommen, wo ich mein Leben lassen muß. Auf hoher See, auf dem Wrackstück unseres Luftschiffes, sende ich Dir die letzten Grüße. Es muß aber sein. Grüße auch die Eltern und Geschwister. Tie letzten herzlichen Grüße und Küsse von Deinem treuen Manne?
In einem anderen Schreiben heißt es:
11 Uhr vormittags, 2. Februar 1916. Wir leben noch alle, haben aber nichts zu essen. Heute früh war hier ein englisches Fischdampser, wollte uns sedoch nicht retten. Er hieß „King Stephan" und war aus Grimsby. Ter Mut sinkt, der Sturm ttimntt zu. Euer an Euch mxfj im Himmel denkender Hans. Um 11V» Wr hatten wir ein gemeinsames' Gebet, dann nahmen wir voneinander Abschied.
Der gesamte Fund mtt dev Flaschenpost ist dem deutschen Konsul in Goeteborg übergeben worden.
Asquilh über die Beschlüffe der Pariser Wirtschaftskonferenz.
i London, 3. August 1916. (WTB.) Meldung des Rcuterschen Bureaus. Unterhaus. Asquith erösfnete die Debatte über die Beschlüsse der Pariser W i r 1 s ch a s t s k o n f e r e n z mit einer Rede, in der er sagte: Der Zweck der Beteiligung Englands an der Konst enz war erstens, den Feind zu überzeugen, daß die Alliierten «mtschlonen sind, den Krieg mit voller Einigkeit zu führen, auf dem rtirtfstatt!Ldeu eben)o wie aus dem militärischen Boden, M-eitens die Vorbereitungen für die Zeit nach dem Friedensschluß hi an spräche der bekannten Haltung Deutschlands zu treften Deuckchlano wird fortsähren, nach dem Kriege von demselben Geist ****** |a fein und organisiert bereits seine Industrie für einen
| Angriff aus die Märkte der Allii-erten, sowie einen kräftigen, ivenn möflltd) siegreichen Angriff auf die Märkte der Neutralen. Es sei eine wesentliche Friedensbedingung, daß Belgien und Serbien, die besetzten Teile Frankreichs und Polens materiell und wirtschaftlich! wiederhergestellt würden. Asquith betonte, es sei eher jedem einzelnen unter den Alliierten anheim gestellt, die Politik zur Durchführung der Beschlüsse der Konferenz auszuarbeitem Diese Beschlüsse seien nicht gegen die Neutralen gerichtet. Inzwischen sei aber in den neuttalen Ländern, namentlich in Amerika die Befürchtung entstanden, das: 'die Beschlüsse gegen die Neutralen, gerichtet seien. Aber dies sei nicht der Fall. Sie würden bloß die notwendigen Selbstverteidigungsmaßnahmen gegen einen wirtschaftlichen Uebcrfall ins Auge fassen, der die Lebensinteressen der Alliierten bedrohe. Aber bei der T>urchführung der Maßnahmen würde alle Anstrengung gemacht, Um sicher zU verhindern, daß die Neutralen darunter leiden.
Vergehungen im englischen Kriegsamt.
London, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyd George
t it int Unterhau.se einen Gesetzentwurf ein gebracht, um ein riegsgericht einzusetzen, has gewisse Anklagen gegen einen hohen Beamten im Kriegsamt prüfen soll. Wäre dieser Schritt nicht getan worden, so würden mehrere Abgeordnete öffentlich im Unter- Hause auf diese Dinge hingewiesen haben. Unter den Anklagen gegen den betreffenden Beamten ist die, daß seine Handlungsweise in gewissen Armeeangelegenheiten nicht allein von nationalen Rücksichten bestimmt gewesen wäre. Die Angelegenheit hat natürlich in militärischen und politischen Kreisen großles Aufsehen erregt.
Cafement hingerichtet.
London, 3. Mgust. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Heute um 9 Uhr früh wurde Sir Roger Case- m e n t erschossen.
Amsterdarn, 3. August. (WTB.) Aus der Meldung des Reuterschen Bureaus geht nicht hervor, ob Casement gehängt oder, wie zuerst gemeldet wurde, erschossen worden ist.
Rotterdam, 3. August. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Maasbote" veröffentlicht eine Meldung der „Central News" aus London, derzufolge Robert Casement mit dem Strang hingerichtet wurde. Zur Hinrichtung wurde kein Publikum zugelassen. Bor dem Gefängnis von Penton- ville hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Schweden und England.
Kopenhagen, 3. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) „National tidende" ineldet aus Stockholm: Die schwedische Presse spricht sich mit den schärfsten Worten gegen den englischen Versuch aus, den schwedischen H e r i n g s f a n g bei Island ziu verhindern. Das schwedische Volk seufze unter der herrschenden Teuerung. Der Hering sei einer der wichtigsten Nahrungsmittel. Die englische Maßregel treffe daher in erster Linie die breiten Volksschichten Stockholms. Die Presse weist ausdrücklich darauf hin, daß die schwedische Regierung den Gesanttsang der Fische vertragsmäßig zum Preise von 62 Oer für ein Kilogramm übernommen habe.
Der Seekrieg.
Vlissingen, 3.August. (WTB. Nichtamtlich.) Zwei holländische Torpedoboote landeten hier um 12 Uhr 15 Min. die aus 15 Mann bestehende Besatzung des norwegischen Dampfers „John Wilson" aus Stavanger, der von Rotterdam nach London mit Lebensmitteln unterwegs war. Das Schiss wurde gestern ungefähr 10 Uhr morgens in der Nachbarschaft des Maas- Feuerschiffes von einem deutschenUnterseeboottor- pediert. Der Kommandant des Unterseebootes forderte den Kapitän der „John Wilson" auf, mit den Schiffspapieren an Bord des Unterseebootes zu kommen. Er gab ihm fünf Minuten Zeit, um mit der Besatzung in die Rettungsboote zu gehen. Hierauf wurde der Dampfer torpediert. Das Unterseeboot schleppte das Rettungsboot mit der Besatzung nach dem Leuchtschiff Schouven-Bank, wo es von zwei Torpedobooten abgeholt wurde
L o n d o n, 3. August. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Bemannung des niederländischen Dampfers „Z e e l a n d" ist in South Shields angekommen. Die Leute berichten, daß das Schiff in der letzten Nacht auf der Nordsee durch das Geschützfeuer eines Unterseebootes zum Sinken gebracht wurde.
L o n d o n, 3. August. (WTB.) Lloyds meldet aus Tyne- mouth: Die vier englischen Fischdampfer „Bra- conask", „Titania", „Rhodesia" und „Helvetia" wurden durch deutsche Unterseeboote in der Nordsee versenkt. Die Besatzungen wurden gerettet und in England gelandet.
Aus dem Räche.
Das Verbot der Verfiitterung von Kartoffeln aufgehoben.
Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) Durch Anordnung des' Kriegsernährungsamtes vom 2. August ist das bisher bestehende Verbot der Verfütterung von Kartoffeln ausgehoben worden.
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Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) Als leitendes zusammenfassendes behördliches -Organ für die organisatorü- scheu Aufgaben der Beschaffung und Verteilung der Rohstoffe, derer: die deutsche Volkswirtschaft beim Uebergange vom Kriegs- in den Friede ns zu st and in großen Mengen bedürfen wird, wurde durch eine Verordnung des Bundesrats vom 3. Augiust 1916 ein Reichs- k o m m i s s a r für die U e b e r g a n g s w i r t s ch a f t bestellt. Die Ernennung des Reichskommissars erfolgt durch den Reichskanzler. Dem Reichskommissar werden Mitarbeiter — in erster Linie sachverständige Männer aus der: beteiligten großen Jnteressentengruppert — und ein Beirat an die Seite gestellt, in dem der Staatssekretär des Innern den Vorsitz führt. Die Mitarbeiter und die Beiratsnntglieder ernennt der Reichskanzler. Damit der Reichskommissar sich einen ausreichenden Ueberblick über den Rohstoffbedarf und die Rohstoffvorräte sowie bereits erfolgte Ankäufe im Auslande beschaffen kann, ist die allgemeine Verpflichtung eingeführt, ihm und seinen Beauftragten Auskünfte zu erteilen, Einsicht in Geschäftsbriefe und Geschäftsbücher zu gewähren und die Besichtigung in den Lägern zu gestatten. Die Verweigerung und Erfüllung dieser Verpflichtungen wird mit Strafe bedroht. Ebenso ist natürlich auch die Geheimhaltung der zur Kenntnis des Reichskominissars und seiner Mitarbeiter oder Beauftragten getaugten Einrichtungen ocker G-eschäftsverhaltnisse durch! Strafvorschristen gesichert. Als Reichskommissar wurde der hambnrgische Senator Stha- mer bestellt.
Berlin, 3. Aug. (WTB.) Ter Minister des JNnern hat die Errichtung einer besonderen Zentralstelle zur Bekämpf fung des Wuchers und sonstiger unlauterer Gebarungen im Verkehr mit Gegenständen des täglichen Bedarfs verfügt, die oem königlichen Polizeipräsidium in Berlin angegliedert wird und die BczciichM.ng „Kriegswucheramt" führt. Das KrieMvucheramt wird seine Tätigkeit am 15. August aufnehmrn. Es soll mit Heu Polizeibehörden und den Behörden der Staatsanwaltschaft im ganzen Lande in rege Verbindung treten und namentlich auch aus ein enges
Zusammenwirken zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und den Gerichten hinwirken. Xaber wurden ihm sowohl Verwottungs- beamte wie auch Beamte der Staatsanwaltschaft zugeteilt. Fwe obere Hand des Kriegswucheramts liegt in der Hand des Polizeipräsidenten von Berlin.
Berlin, 3. Äug. (WTB.) Der Staatssekretär des Auswärtigen, der sich während der letzten Woche wit Großen Hauptquartier aufhielt, ist heute früh nach Berlin zurückgekehrt.
Stuttgart, 3. Aug. (WTB.) Herzog Alb recht von Württemberg, der unter dem 1. August zum Generalfeldmarschall ernannt worden ist, ging aus diesem Anlaß folgendes H a n d s ch r e i b e n d e s Kaisers zu:
,/§ure Königliche Hoheit führen seit nunmehr zwei Jahren den Oberbefehl über die vierte Armee. Zu Beginn dieses Krieges in der Mitte der deutschen Heere, haben Eure königliche .Hoheit in raschem Siegeszug die Armee von Erfolg zu Erfolg geführt, haben dann den Ansturm des Gegners in Flandern zum Scheitern gebracht und halten nun, allen Schwierigkeiten des dortigen Kriegsschauplatzes mit den tapferen Truppen trotzend, die Wacht bis zur Meeresküste. In unermüdlicher Hingabe i'wd Tatkraft geben Eure Königlich)« .Hoheit insbesoudere den KönigM Württembergischen Truppen, die in bewährter Treue und unvergleichlichem Heldenmut mit allen übrigen deutschen Stämmen wtztteifern, ein leuchtendes Beispiel. Die rastlose Friedensärbeit Eurer Königlichen Hoheit an der Spitze des Königlich Wüttembevgischen Armeekorps hat ihre schönsten Früchte getragen. Mit größter Anerkenmmg und wärmstem Danke gedenke ich dessen heute,'und e3' ist strein lebhafter Wünsch, dem besonders Ausdruck zu geben. Ich ernenne deshcklb Eure Königliche Hoheit, den ruhmvollen,Führer der vierten Armee, zum General- feldmarschall."
Aus Hessen.
Die Einschränkung der Arbeitszeit in den Schuhfabriken.
Die Abg. Ulrich nnd Eißnert stellten in der .Zweiten Kammer den Antrag, die Regierung zu ersuchen, den Ständen alsbald eine Vorlage 'zugehen zu lassen, durch welche die Verpflichtungen des Groß Herzogtums Hessen den in ihrer Arbeitszeit durch Bundesratsverordnung beschränkten Schuhfabriksarbeitern gegenüber geregelt nnd die dazu erforderlichen Mittel vorgesehen werden.
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Darm stadt, 3. Aug. Es ist beabsichtigt, das Plenum der Zweiten Kam m e r auf Dienstag, den 1 2. September zu einer etwa eine Woche dauerndem Sitzungsperiode zu berufen.
Die Goldankausftelle
ist morgen von w bis \ 2 % Ahr geöffnet!
Aus Stadt und Land.
Gießen, 4. August 1916,
Achtet auf Ernte-Brandstifter k
Tie endlich angebrochenen heißen und trockenen Tage haben zunt Aerger unserer Feinde, aber zur dankbaren Freude des deutschen Volkes die besten Aussichten, für eine qute Ernte gebracht, freilich aber auch eine Gefahr, der miau in diesen Tagen die allergrößte Aufmerksamkeit zuwendeu sollte: der Ernte - Brandstiftung durch gekaufte lElemente und feindliche Kriegsgefangene. Schon im vorigen Jahre hatten sich landwirtschaftliche Vereine und Landwirtschaftskammern mit dieser äußerst wichtigen Frage beschäftigt. Ein englisches Müllerbbatt hatte damals Vorschläge gemacht, wie durch Meger-Brandbomben die deutsche Ernte aus den Feldern und in den Scheunen geschädigt werden könnte. Daß, diese Kampses- weise — sie ist echt englisch —> in der Tat durchführbar ist, haben die Mitteilungen der amtlichen bulgarischen Heeresberichte über Vorgänge in der Näl)e der griechisä^en Grenze schon mehrfach vollauf bewiesen.
lFür uns, so schreibt die „Tägl. Rundsch." kommt diese Gefahr wohl hauptsächlich nur für die Grenzbezirkc in Betracht, wo man sich freilich ebenso planmäßig wird schützen müssen. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellsck)aft regte damals — und das gilt wohl auch noch heute — besondere Schu tzmaßregel n für Mühlen und Speicher an, und die Schlesische Landwirtschaftskammer riet, das geschnittene Getreide im Felde in möglichst kleinen und räumlich weit von einander getrennten Bündeln aufzustellen. Män wird gut tun, sich gerade in den jetzigen Erntetagen dieser Vorschläge zu erinnern.
(Äöfter aber, als die Gefahr der Brandbomben ist bei uns die Gefahr der !Ernte-Brandstiftung durch arbeitende Kriegsgefangene. Die Gefangenen bewegen sich zuweilen ohne jede Aufficht — und wie nKte es möglich, jedem Mann noch eine besondere Auffichtsperson an hie Seite zu stellen? Man sieht^z. B. Russen ziemlich abseits und allein Garben binden und anfftellen nsw. Hofsenllich sorgt man dafür, daß diese leidenschaftlichen R a u ch e r wenigstens während der iFeldarbeit ohne Zigarre und Zündholz bleiben. Wie leicht könnte eine „llnvorsickstigkeit" dieser Menschen, die ja vielfach vpn ihren einstigen Vorgesetzten zu regelrechten Brandstiftern abgerichtet worden sind, schweren Schadmi anrichten. Die gnttnütige denffche landwirtschaft-» liche Bevölkerung läßt sich auch leicht durch die „S chw e r m ü t i g - feit" der slawischen Rasse täuschen, für die sie Mitleid empftndet, und ist dann nicht selten zu unberechtigtem Vertrauen geneigt. Für die jetzige Erntezeit kann aber nicht gemig Mißtrauen empfohleis werden. Für jeden Deutschen gilt es jetzt: habt acht auf die feindlichen Erntearbettcr! Unsere Feinde wissen, was eine gute Ernte für Deutschland bedeuten würde und ihr heißer Wünsch est, unsere Ernte zu schädigen. Darum: Augen auf! Es droht Gefahr! (zb.)
** P e r s v n a l n a ch r i ch t e n d e r O b e r - P o st d i r c-f 1 1 o it in Darm st ad t. Verliehen wmvde das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens' am Bande des Militär-Verdienstkreuzes dem Armeen Postdirektor, Postrat L a e nt nt [ e i n , aus^ Darmstadt, das Eiserne Kreuz erster und ziveiter Klasse, die Schwarzburger Verdienstmedaille, das Reußische Ehrenkrenz und das Reußische Küiegskreuz dem Leutnant d. R., Pvstassiftent Fa ßhane r aus Darmstadt, das Eiserne Kreuz zweiter Kla/sse und die Hessisckie Tapferkeitsmedaille dem Leutnant d. R., Posteleve Herbst aus Darmstadt, das Eiserne Kreuz zweiter .Klasse dem Feldpostsekretär S ch w e r dt aus Offen- bach (Main), dem Unteroffizier d. L., Ober-Postaffistent Sack aus Gießen und dem Grenadier, Postassistent Bö ck aus Butzbach, die Hessische Tapferkeitsmebaille dem Leutnant d. L., Postsekretär Schäfer aus Gießen. Aus Älnlaß des Scheidens aus dem Dienste: das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Postsekretär Reinhard aus Darmstadt und dus Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" dem Postagenten Meininger in Mittel grün bau. — Versetzt wurde: der Poftassistent Altvater von Rüsselsheim nach Darmftadt. — A n g e n o m m e n wurde: zum Postgehilfen der Realschüler Otto A l t m a n n s p e r g e r in Darmstadt, zum Postagenten der KriegÄnvalide E i fe rt in Schwarz (Kr. Alsfeld). — F n den R u h e st a n d tritt: der Posffekretär Reinhard in Darmstadt. — Freiwillig a u s g e s ch i e d e n ist: Postagent Kru g in Schwarz (Kr. Alsfeld).
** _ Ausz e i ch n u n g. Gefreiter M a u s, Inf. Regt. 116, aus Gießen, seit Beginn des Krieges im Felde, ivurde mit dent Eisernen Kreuze ausgezeichnet: Inhaber der Hessischen Tap- serkcitsmedaille ist er schon seit einem Jahre. - Wehnnann 0)eorg Tanges im Landw.-Inf.-Regt. 116, loelcher seit Kriegsbeginn im Felde steht/erhielt das Eiserne Küerrz 2. Klasse.
** Gemein de steuerrück stünde. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen be-
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