Nr. 181
Der Oi«He«er A^cl-er
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Erstes Blatt
166. Jahrgang
Hreitag, August 1916
C \ U (\ <b t> V C t i : monatl. 90 Pf., utectel- lährl. Alt. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Post Mk. 2.45 viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf„ ausw. 20 Pf. — Haupt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuiüeton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge-
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— ci- -ücct, lamtltcl) in Gietzen
General-Anzeiger für Gberhessen
Ein neuer Zeppelin-Angriff auf England, schwere Kämpfe an Somme und Maas.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 3. August. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nördlich der Sonnne ließ das starke feindliche Vordere» ttmgsfeuer zwischen dem Aucrelmch und der Somme einen großen entscheidenden Angriff erwarten. Infolge unseres Sperrfeuers ist es nur zu zeitlich und räumlich getrennten, aber schweren Kämpfen gekommen. Beiderseits der Straße Bapaume—Albert und östlich des Tröneswaldes sind starkeenglischeAngriffezusamniengebrochen. Zwischen Maurepas und der Somme wiederholte sich der französische A n st u r m bis zu sieben Malen. In zähem Ringen sind unsere Truppen Herren ihrer Stellung geblieben. Nur in das Gehöft Monaco und in einen Grabenteil nördlich davon ist der Gegner eingcdrungen.
Südlich der Somme wurden bei Barleur und bei Eftrees französische Vorstöße abgewiesen.
Rechts der Maas setzte der Feind gegen den Pfefferrücken und auf breiter Front vom Werte Thiaumont bis nördlich des Werkes Laufet starlc Kräfte zum Angriff an. Er hat auf dem Westteil des Pfeffcrrückcns und südwestlich von Fleurp in Teilen unserer vordersten Linien Fuß gefaßt und im Laufeewäldchen vorgestern verlorene Grabenstücke wieder genommen. Am Werk Thiaumont und südöstlich von Fleurp wurde der Gegner glatt abgewiesen, im Bergwalde nach vorübergehendem Einbruch durch Gegenstoß unter großen Verlusten für ihn geworfen.
*
Bei feindlichen Bombenangriffen auf belgische Städte wurden u. a. in Meirelbcke (südlich von Gent) 16 Einwohner, darunter neun Frauen und Kinder, getötet oder schwer verletzt. Unsere Flieger griffen die feindlichen Geschwader an und zwangen sie zur Umkehr. Eines von ihnen wich über holländisches Gebiet aus. Im Lufttampf wurde ein englischer Dopveldecker südlich von Roulers und ein feindliches Flugzeug, das 13. des Leutnants Wintgens, südöstlich von Pcronne abgcschofscn. Durch Abwehrfeuer wurde ie ein feindlicher Flieger bei Boesinghe und nördlich von Arras heruntergeholt.
Ocstlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls von Hindeuburg.
Auf dem Nordteile der Front keine besonderen Ereignisse. Russische Vorstöße beiderseits des Nobelsees sind gescheitert. Ein starker Angriff brach südwestlich von Lu- bieszow zusammen.
An der Bahn Komet—Sarny vorgehende feindliche Schützenlinien wurden durch unser Feuer vertrieben. IM Walde bei Ostrom (nördlich von Kisielin) wurden über hundert Gefangene eingebracht.
Beiderseits der Bahn bei Brodp anscheinend geplante feindliche Angriffe kamen nur gegen Panikowika zur Durch- .führung und wurden abgcwiesen. Im übrigen herrschte auf der Front geringere Gefechtstätigkeit.
Bei Mzyfzcze und östlich von Torozpn wurden russische Flugzeuge abgeschossen.
Armee des Generals Grafen von Bothmcr.
Südwestlich von Welcsniow wurden kleine Ruffennefter gesäubert.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
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Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 2 zum 3. August hat wiederum eine große 3ahl unserer Marineluftschiffe die südöstlichen Grafschaften von England angegriffen und besonders Lo n- o o n, den Flottenstützpunkt von Harwich, Bahnanlagen, multarisch wichtige Industrieanlagen in der Grafschaft Nor- folk mit einer großen Zahl Spreng- und Brandbomben mit gutem Erfolg belegt. Die Luftschiffe wurden auf dem Anmarsch von feindlichen Streitkräften und Flugzeugen angegriffen, beim Angriffe selbst von zahlreichen Scheinwerfern beleuchtet und heftig beschossen. Sie sink, s ä m t l i ch u n b e -
schadigtzurnckgekehrt.
™ Berlin, 3. Aug. (WTB. Amtlich.) Mehrere deutsche
e r J, ? u ** f ft a & cn am 2. August früh erneut die russische Flugstation Arensburq angegriffen unb meh
Treffer in den dortigen Anlagen erzielt. Die zur Abwehr ausgeft.cgenen russischen Kampfflugzeuge wurden abgedrängt. Unsere Flugzeuge sind unversehrt zurnckgekehrt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die englischen Patrioten müssen anaZicht^ der sich mehrenden Mißerfolge doch allmählich die ttöofe hängen lassen. Die deutsche Westfront Hot von dem hundertmal vrahlerisch angekündioc/'n mHUiuipubwro ltnrh leinen ernstlichen (^rWr,„
ttne auch der neue deutsche Tagesbericht erweist, und die Feitlandsaktionen des Jnselreiches werden dermal- elnst rn der Kriegsgeschichte eine wenig rühnrliche Rolle spielen. Aber auch am Lordeerkranz der englischen Flotte welken und fallen die Blatter. Sie hindert Deutschland nicht an erner neuerdings wieder sehr regsamen und erfolgreichen Tätigkeit seiner Unterseeboote, erfüllt ihren unkrie^rischen Zweck Der Aushungerung nicht, und ihre Methode gegen r r U rr^ Nvrdstaaten erweckt die zunehmende Un°- belicbtheit Englands. Und auch ,,von oben'' her kommt Eng- land nichts Gutes. In wenigen Tagen haben unsere deut- schen Luftschiffe zum dritten Male London und das östliche England mit Bomben beworfen, und der Abwehrdienst hat alle Male gar nichts erreicht. Das wird wieder arge Verbitterung geben^und den .Kmegs machern an der Spitze des Reiches schwierige Stunden bereiten. Neben der wenig kraft-
n J? r i bcr englischen Kriegführung, neben den klein^- lichen Plackereien, die man den neutralen Staaten auferlegt, Hort sich das schimpfen und Jammern der britischen Presse gegen das „barbarische" Deutschland, das einen englischen Kapitan hat erschießen lassen, während er für sein Frei- beutertum von der englischen Regierung belohnt und be- lobigt uwrden ist, recht bedenklich an. Die ganze Welt sei deshalb gegen uns aufgebracht, verkündet Reuter in einem mangelhatten Ktageartikel. Wir brauchen der Widerlegung solcher Vorhaltungen über einen „verhängnisvollen Justiz- irrtum ' nicht viel Raum zu schenken: die englische Willkür- Justiz hört eben da auf, wo ein anderer Arm daS ehrliche und wahre Gesetzbuch deS Krieges aufzuschlagen vermag. Daß ne deutsche Hand gerade Eiigland gegenüber entschlossen und est zugreift, ist einer der heißesten Wünsche bei allen Ber- tandigen in unserem Lande.
Heute verlautet, -Asguith, der englische Ministerpräsident, habe im Unterhaus dieser Tage „einiges Aufsehen" erregt, atS er sagte, er wisse nicht, wer in der »üichsten Session für ne Arbeitseinteilung des Hauses' verantwortlich sein würde. Man schließt danach auf eine bevorstehende Umbildung des Kabinetts. Neben den besprochenen Niederlagen hot auch die irisck-e Frage, in der die Vermittelungsversuche der enali- chen Regierung gescheitert sind, den stuht des Herrn As- gulth znm Wackeln gebracht. Je entschiedener Deutschland ich die volle Lebenskraft bewahrt, je erfolgreicher es mit allem Angriffen gegen seine Fronten fertig wird, desto wackliger wird es mit der Stellung jener britischen Staatsmänner, die den Hanptanteil an der Schuld dieses Weltkrieges haben. Gelingt es .Hindenbirrg, das' russische Heer wiederum zu rückzuwerfen, so lvird den britischen Politikern'
das Herz dabei vielleicht noch enger werden, als den zur Melancholie neigenden Bewohnern des „unendlichen" Rußlands. Ist es nicht ein freundliches Zeichen der Zeit gewesen, daß ein italienisches Blatt, die „Tribuna", wie wir gestern meldeten, mit der „Furchtbarkeit einer jener U e b e r r a s ch u n g e n" rechnet, mit der Deutschland in der Welt moralisch Eindruck zu machen pflege?
Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 3.August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. August 1916.
NussischerKriegsschauplatz.
Bei W e l e s n i o w warfen unsere Truppen eine feindliche Abteilung, die auf schmalem Frontstück in unsere Gräber eingedrungen war, restlos wieder hinaus. Die Armee des Generalobersten v. Böhm-Ermolli wies südwestlich und westlich von Brodp Angriffsversuche zurück. Auch an der von Sarnp nach Kowel führenden Bahn und am unteren Stochod scheiterten russische Vorstöße. Sonst verhielt sich der Feind gestern wesentlich ruhiger, was vor allem seinen über jedes Maß hohen Verlusten zuzuschreiben sein mag.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Bei erfolgreichen kleineren Unternehmungen wurden gfslern im Borcola-Abschnitt 140 Italiener, darunter zwei Offiziere, gefangen, zwei Maschinengewehre erbeutet. Auf den Höhen südöstlich Vaneveggio wurden am 1. August wieder zwei italienische Bataillone unter den schwersten Verlusten zurückgeschlagen.
Sonst keine besonderen Ereignisse.
Südöstlicher Kriegssch a uplah
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstads v. Hofer, Feldmarschalleutnaut.
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EreignisfezurSee.
Eine Gruppe unserer Torpcdofahrzeugc hat am 2. Anguß morgens militärische Objekte in Molfetta beschossen. Eir Flugzeughangar wurde demoliert, eine Fabrik in Brand ge schossen, eine andere demoliert. Auf der Rückkehr hatten diese Torpedofahrzeuge und der zu ihnen gestoßene Kreuzer „Aspcra" ein kurzes Feucrgefecht mit einer aus einem Kreuzer und sechs Zerstörern bcstebcizdcn feindlichen Abteilung. Nachdem unsererseits Treffer erzielt worden waren, wendeten die feindlichen Einheiten nach Süden ab und verschwanden. Unsere Einheiten kehrten unversehrt zurück.
In den Morgenstunden desselben Tages wurden fünf feindliche Landflugzcuge, welche über Durz (Durazzo) Bomben abgeworfen hatten. oh?,c irgend einen Schaden an- zurichten, von den dort sofort aufgestiegenen Seeflugzeugen verfolgt. Eines der feindlichen Flugzeuge wurde einige Seemeilen südlich Durz (Durazzo) durch eines unserer Seeflug- zcuge (Führer Seefähnrich von Fritsch, Beobachter Seefähnrich Sewere) zum Absturz gebracht und nur leicht beschädigt erbeutet. Von den beiden Jnfasseu, welche die Flucht ergriffen hatten, wurde später ein Offizier von unseren Trup. pen gefangen.
Torpedofahrzcug „Magnet" wurde am 2. August vormittags von einem feindlichen Unterseeboot anlanciert und durch einen Torpedo treffer am Heck beschädigt. Hierbei wurden zwei Vttmn getötet, vier verwundet, sieben Mann werden vermißt. Das Fahrzeug wurde in den Hafen eingebracht
Flottenkommando.
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Der türkche Bericht.
Konstantinopel, 3. Aug. (WTB.) Bericht de- Hauptquartiers vom 1. August:
An der I r a k F r o n t Veränderung.
Süi der p e rsisch, cn Front erreichten unsere Truppen aw dcr Versolguug der aus der Ortschaft Sakim geflüchteten ruspscheu Truppen bvc Ortschaft Buguau nördlich Sakim.
Llu der K aukasus - Front in den Wschnittcn von B l N l } S und M u s ch säflvock>e örtliche Kämpfe. Vom Feinde seit fünf Tacken mit sieden Reguueutern Infanterie, wer Regimentern Kavallerie und über dreißig Kanonen und Händchen l>artnäckig ausgeführtc Angriffe gegen unsere vorgeschobenen Stellungen, die einen iiaä; döordosten gerichteten Vorsprung im Mschnitte von Ognott bilden und von einer gaipz geringen Streitmacht ver- teidigt wurden, wurden blutig adgesäüagen. Der Feind Hatte wahrend dieses Kampfes über 3000 Tote. Unsere Verluste waren berhältnismätzia sebr aerina.


