Ausgabe 
4.8.1916 Erstes Blatt
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findet sich auch die Mahnung des 1 . und 2. Zieles Gemeirrde- steiler und Kaualgebühreu für das Rechnungsjahr 1916. Die Zahlung kann noch bis zum 25. August eins'chl., ohne Kosten bei der Stadtkasse erfolgen. Ueberweisung im Bank- und Postscheckverkehr miissen.an diesem Tage bei der Stadtkasse ebenfalls gutgeschrieben sein. Am 28? August beginnt die Beitreibung, wobei Psändungskosten erhoben werden. Am 26. August 1916 ist die Kasse geschlossen.

** Rentenempfänger bei Ernte arbeiten. Die diesjährigen Erntearbeiten drängen sich mit Rücksicht auf die Wetterverhaltuisse auf einen engen Zeitraum zu­sammen, so daß infolge des Leutemangels bei der Ein­bringung der Ernte auch alte und gebrechliche Personen vielfach mithelfen werden. Da sich eine große Anzahl dieser Personen im Genüsse der reichsgesetzlichen Invalidenrente befindet, liegt die Annahme nahe, daß sich manche dieser Leute von der Teilnahme an den Erntearbeiten abhalten lassen, weil sie befürchten, es könne ihnen die Rente als­bald auf Grund dieser Tätigkeit entzogen werden. Es sei hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Landesver- sicherungsanstalt Großh. Hessen angesichts der Tatsache der Beteiligung an diesjährigen Erntearbeiten an sich keine Veranlassung nehmen wird, das Rentenentziehungsver- sahren einzuleiten. Auch werden etwaige Anzeigen gegen solche Rentenempfänger von dritter Seite bei der Landesver- sicherirngsanstalt keine Berücksichtigung finden.

** Futter für Zuchtsauen und Ferkel. Zur Unterstützung der S a u e n - u n d F e r k e l z u ch t wird eine größere Menge Futtermittel (Nachmehl, in- und auslän­dische Kleie, Mastfutter, Fischmehl, Strohkraftfutter und Ei­weißzusatz) als einheitliches M i s ch f u t t e r von der Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt zur Verfügung gestellt, dtach den von der Reichsfuttermittel­stelle erlassenen Bestimmungen dürfen auf die einzelnen Zuchttiere, und zwar Sauen, die zur Zucht w e i t e r v e r w en d e t we r de n sollen, für 1/4 Jahr berechnet, 4 Zentner Mischfutter als Höchstmenge abgegeben werden, soweit die vorhandenen Bestände diese Zuteilung ermög­lichen. Die Halter von Zuchtsauen und Ferkeln werden aufgefordert, ihren Bedarf an diesem Futter unverzüglich bei der örtlichen Verteilungsstelle ihrer Gemeinde anzu- meLden, die den Gesamtbedarf bis längstens 10 . August 1916 der Zentralgenossenschaft der Hess, landw. Konsumvereine in Darmstadt aufzu­geben hat.

** Mehlausgabe. Bezugsberechtigte, die bei der einmaligen Mehlzuweisung das ihnen zustehende Mehl nicht abgeholt haben, können es D i e n s t a g , d e n 8. A u g u st in Empfang nehmen. Näheres siehe Bekanntmachung.

bei Gesprächen. DieTimes" vom 19. >ziur bringt die zweite Folge einer ArtikelserieEindrücke von Berlin" von einemNeutralen". Darin schreibt dieser u. a. auch eine Eisenbahnfahrt, die ihm Gelegenheit ge­geben hat, den Gesprächen von deutschen Offizieren zuzuhören.Es fiel mir aus," so schreibt er,daß Offiziere in demselben Ab­teil, m dem ich rühr, sich über ihre Arbeit an der Front unterhielten und fachsimpelten, ohne von den Mitreisenden Notiz zu nehmen. Jedenfalls wären diese Gespräche für die Ohren eines Spions fehr geeignet gewesen." Die große Zahl von Offizieren, die der Neu­trale überall beobachtete, scheint ihm besonderen Eindruck gemacht zu haben. Dieser Bericht mag allen denen, besonders aber den Angehörigen des Heeres, die es nicht unterlassen können, an öf- fentlick-en Orten militärische Gespräche zu führen, als Warnung dienen. .

** Ueberwachung des Feldpostbriefverkehrs Im Interesse der Landesverteidigung und mit Rücksicht auf die militärischen Operationen müssen die Kommandobehörden zeitweise eine vorübergehende Ueberwachung des Feldyostbrrefverkehrs an­ordnen. Auf diese Maßnahme kann aus rein militärischen Rück­sichten zurzeit nicht verzichtet werden. Der einzelne Mann kommt trotz nlehcsaäier Belehrungen oft nicht zu dem vollen Bewußtsein wie gefährlich auch schon die kleinste Andeutung militärischer Ab­sichten in Familienbriefen wirken und wie sie im Heimatsande von heimlich unseren Gegnern nahestehenden Personen ausge­beutet werden kann. Es ist dringend nötig, daß sich jeder Heeres- angehörige dieser Gefahr bewußt wird und daß er lieber in schälen AMnblicken der Postüberwachung dem Vaterlande das Opfer bringt, seine Briefe so abzufassen, daß sie von seinen Vorgesetzren gelesen werden können, als daß er sich durch diese Maßnahme be­hindert und bedrückt sülK. Soweit der Dienst und die militärische Lage es irgend gestatten, wird bei dieser Postüberwachuug dem Empfinden der Heeresangehörigen in jeder Weise entgegenge­kommen und die Ahsendung der Briefe ohne Verzögerung 'durch­geführt. Erwünscht wäre es auch, wenn alle Angehörigen daheim sich die Wichtigkeit solcher Anordnungen klar machten. Sie er­streben lediglich den endgültigen Sieg und damit die Beendigung des Krieges.

** Der Rhein-Mainische Verband für Volks­bildung veranstaltet Sonntag, den 6. d. Mts., vor­mittags 9% Uhr, i n Frankfurt a. Main im Sozialen Museum, Neue Kräme 9, einen Kursus über die Einführung in die Kenntnis und Verwertung der eßbaren Pilze. In, Anschluß daran findet eine Anssvrache über die Sicherung der Obsternte 1916 statt. Die Teilnahme ist unentgeltlich.

" P r e u ß i s ch - S ü d d e u t s ch e K l a s s e n l 0 t t e r i e. Die

Erneuerung der Lose zur 2. Klasse muß unter Vorlegung des Vor- klassen-Loses bi- zum 7. August, abends 6 Uhr, geschehen. Auch müssen bis zu diesem Termin die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose eingelöst werden.

** Das h eutige Kreisblatt enthält folgende Bekannt­machungen betreffend Aussührungsbestimmungen zur Verordnung über den Verkehr mit Seife, Seifenpulver und anderen fetthaltigen Wäschmitteln, über Beschaffung des Grüukerns, Verkehr mit Obst, Lederkarten, Verteilung von billigem Bodenleder an die Gruppe Kleinverkehr und den Verkehr mit Oelfrüchten.

** Zehn Gebote fürdiehäuslicheOb st Verwertung z u r K r i e g s z e i t werden in derZeitschrift für Obst- und Ge­müseverwertung- der dringlichen Beachtung empfohlen:

1. Dns Leichtverderbliche nutze zuerst.

2. Meide alle unsicheren Verwendungsarten.

3. Devorznge jene Benutzungsarten, bei welchen die Nähr­werte ain vollkommensten erhalten bleiben.

4. Spare an Zucker.

5. Nutze den in den Früchten selbst sich bildenden Zucker.

6. Verwende alle brauchbaren Gefäße zun, Eindünsten.

7. Nutze jede Jruchtart in der für sie passendsten Weise aus und gib dabei der einfachen Herstellung den Vorzug.

3. Verschmähe zur Kriegszeit auch die Anwendung außer­gewöhnlicher Hilfsmittel nicht.

9. Nutze die entstehenden. Abfälle und Kerne.

10. Laß überhaupt nichts unbenutzt.

* iTee - Ersatz. Der Kriegswirtschaftliche Ausschuß bein, Rhein-Mai,rischen Verband für Volksbildung hat eine von Stadt-

schulinjpektor H e n z e, Frankfurt o-JE?., verfaßte Flugschrift heraus- gegeben, welche eine Anleitung zun, Sannneln und zur Derarbertuug einheimischer Tee-Ersatzpflanzen gibt. Die Schrift ist in einen, Exemplar von der Geschäftsstelle des Verbandes, Frankfurt a. M., Paulsplatz, kostenlos zu beziehen. An Gemeinden, Behörden, Schulen, gemeinnützige Körperschaften usw. wird die Schrift in größeren Mengen zun, Selbstkostenpreis von 3 Pfg. pro Stück ab­gegeben.

** Die ungarische Sprache ist fortan auch im P 0 st- verkehr zwischen Deutschland und den, Generalgouvernement Warschau einerseits und dem österreichisch.ungarischen Derwaltungs- gebiet in Polen, dem Generalgguverneinent Lublin andererseits, zugelassen.

Landkreis Gießen.

Kd. E b e r st a d t b. Lieh, 4. Aug. Au, Schluß des zweiten Jahres hat der furchtbare Krieg erst das zweite Todesopfer aus unserer Gemeinde gefordert. Karl G ö r l a ch, an, 25. Juli bet Thiaumout vor Verdun schwer verwundet, starb am 26. Juli den Heldentod fürs Vaterland. Der feit dem 15. Juni in Galizien vermißte Karl Buß befindet sich nach den letzten Nachrichten in russischer Gefangenschaft. Außerdem werden hier drei Vernüßte aus 1914 und 1915 betrauert. Die H a u s s a n, n, l u n g für die deutschen Kriegsgefangenen ergab 310 Mk.

e. W i e s e ck, 4. Aug. Am 2. August begingen Werkmeister Karl Stolzen Hauer und dessen Ehefrau, Margarethe geb. Schmidt, das Fest der silbernen Hochzeit.

Kreis Büdingen.

Fc. Büdingen, 3. Aug. Der hiesige Metzgerverband hal an- gcordnct, daß küirftig alle Metzger im Kreis aus jeder Schweine- schlachtung nur 25 Pfund Wärst Herstellen dürfen, und der hierdurch ersparte Speck mit mindestens 10 Pfund als Fett zu ver­kaufen ist.

Kreis Alsfeld.

^ oz. Bleidenrod, 4. Aug. Dem Unteroffizier Wilhelm cbe r (Sanitätslompagnie 205» wurde als zweite Auszeichnung das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

Kreis Schotten.

= Stumpertenrod, 3. August. Letzten Sonntag wurde auf dein hiesigen Friedhof der Reservist Albert Weber zur letzten Ruhe gebettet. Er war mit seinem treuen Freunde Otto Hahn von hier ausgezogen, der bereits inzwischen den Heldentod gefunden bat: kämpfte über ein Jähr in Galizien und zog sich dort eine Krankheit zu, der er dann erlegen ist. Er war ferner Eltern ein­ziger Sohn, seit Kriegsausbruch verheiratet, hintertäßt er eine Witwe und ein Kind. Pfarrer Gbock von hier hielt die Begräbnis­rede. Der Verstorbene war Mitglied des Kirchengesangvereins, der unter Leitung des Lehrers Kunz dem Verstorbenen die letzte Ehre in schönen Liedern erwies. Für die hier beerdigten Krieger wird ein besonderer Platz ange,viesen, der später mit einem Denk­mal geschmückt werden soll. Bis heute sind in unserer Gemeinde 9 Krieger gefallen: es sind dies: Gesr. Wilh. Stein, Feldwebel M 0 m b e r g e r , Gefr. Otto H ahn, einziger Sohn des .Bürger­meisters, Will). Günther, Friedr. Hornberger /'Karl M 0 m- berge r, Landwehrm. Heinr. Ler ch. tätlich verunglückt war der Sanitätsunteross. Will). Jost, Alb. Weber. Vermißt sind 2 ge­meldet: Heinrich Stein und Karl Jost, Bruder des gefallenen Wilh. Jost. In Gefangenschaft befindet sich Friedr. Günther. Kreis Friedberg.

:: P 0 h l - G ö 1 , § , 3. Aug. Ersatzrejervist Anton Marx, bei einem Armierungs-Bataillon, wurde in den Westkämpsen verwui,det und befindet sich im 2. Marine-Kriegslazarett zu Ostende.

Kreis Wetzlar.

K. 6. W e tz l a r, 4. Aug. Der diesseitige Kreis hat für seine Gemeinden die Frühkartoffeln zu einem Preise vermitteln können, der beträchtlich hinter dem augenblicklich geltenden Höchst­preise bleibt.

Wa. Wetzlar, 4. August. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurden: Ersatzreservist Fritz Sott, Res.-Jnf.-Reg. Nr. 221, z. zt. beim hiesigen Landsturmbata-illon: Ge-frefter Wilh. Lang, Inf. Reg. Nr. 10, aus Kraftsolms und Reservist Karl Becker, Res.-Jnf.-Reg. Nr. 253, aus Stockhaufen.

Hessen-Nassau.

ra. Rodheim a. d. Bieber, 4. 2lug. Tie Bezirks sparkasse Rvdherm hatte für Mrttuwch eine Generalversammlung fest­gesetzt, in welcher die Wahl eines Direktors für den aus dem Amt geschiedenen Hanptlehrer Heynmnn auf der Tagesordnung stand. Es wurde mit großer Stimmenmehrheit der bisherige Kon­trolleur, Maurermeister S t e i n m ü l l e r, als Direktor der zirkslasse und an dessen Stelle mrser Gemeindecechner Duden- höser als Kontrolleur gewählt.

]\ Marburg, 4. 2hug. Dein Gerichtsassessvr Leutnant d. R. Alfred König von hier und dem Unteroffizier E n g e l b a ck aus Niederasphe wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse tvrliehen.

-- Frankfurt a. M., 4. Aug. Tie st ä d t i s ch e I a h r e s- rechnung für das Geschäftsjahr 19151916 schließt mit einem Ueberschuß von 1 005 756 Mark ab, der durch das günstige Ergebnis des, Elektrizitätswerks und der städtischen Straßenbahnoerwaltung hervorgerufen ist. Tie Steuern, Abgaben und Gebühren stellten sich gegen den Voranschlag um 621054 Mark günstiger, blieben al.«r dennoch um 2 450 379 Mark hinter dem Voranschlag zurück Das Ergebnis der Einkommensteuer stellt sich um 1 110 000 Mark ungünstiger als der Voranschlag. Bei den Betriebsverwaltungen übersteigen die UebersckMe die ZusckMe um 2 220 953 Mark Außerdem ergaben (yieftriäität^-crf I 597 259 Mark und die Straßenbahn 1 167 031 Mark Ueberschüsse. Wie der Magistrat mitteilt, ist die Entwicklung der Einkommensteuer im allgemeinen als befriedigend zu bezeickmen, sie rechtfertigt, daß die Steuer­erhöhung während der Kriegsjahre zunächst in mäßiger Grenze gehalten wurde.

X Hanau. 3. Aug In erhitztem Zustande hatte der 10jährige Sohn des Dealers B 0 n i s e r in D ö r n i g h e i m ein Bad im Main genonnnen. Von einem Herzschlage betroffen, ging er unter und ertrank. Die weltbekannte Silberwarenfabrik I. D. Schleiß n er Söhne, Hofsilberschmiede, feierte gestern ihr hundertjähriges Bestehen.

ra. fiombnq, 4. Aug. Füsilier B c r ni b a ch und Musketier Joh. C a f p e r erhielten beide das Eiserne Kreuz.

Hofgeismar. 3. Aug- Auf dem Bahnhose Lauenförde ließ sich gestern der 17jährige Sohn des Zugführers Vogel aus Göttingen \n selbstmörderischer Absicht von einem Personenzuge überfahren. Ter Lebensmüde war sofort t 0 t.

F- 0. Fritzlar, 4. Aug. Als der Bahnbeamte Klaus ein Kalb aus der Edder retten wollte, fiel er in den Fluß und ertrank.

hl-. Sterzhausen, 4. Aug. Beim Kornabmachen bekam eine hiesige Frau einen H i tz s ch l a g und war sofort tot.

ra. B 0 ttenh 0 rn . 3. Aug. Lehrer Karl Pfeiffer, Ge­freiter im Juf.°Regt. 96, 5. Komp., starb den Ehrentod fürs Vaterland.

g. Esch wege a. d. Werra, 3. August. In der Nähe des benachbarten Werradorses P f e r d s d 0 r f stürzte ein Stück Acker­land voll etwa 1000 Meter Umfang in die Tiefe. Der Erdeinsturz ist wahrsclieiulich durch die Auslauguug unterirdischer Salzlager durch Schichtwaffer herbeigesührt worden. Der in Hess. Olden­dorf verstorbene Privatmann Karl Schräder hat seiner Vater- stadt R i n t e l 11 ein Vermächtnis von 32000 Mark hintcrlassen,

dessen Zinsen zur Unterstützung von verschämten Armen der evan- getischeu und lutherischer'. Gemeinden Verwendung ftnden sollen.

ul. He rborn, 4. Aug. Beim Baden in der Dill ertrank in der Nähe der Badeanstalt Burger, Landstraße, der 21 Jahre alte Schneider Karl I 0 p p. Seine Leiche wurde kurz nach dein Unfall geborgen. Ter Arzt stellte Herzschlag als Todes­ursache fest.

Ul. Limburg, 4. August. In der Tienstagnacht gegen V 2 I 2 Uhr verunglückte der 17 jährige Eisenbahnarbeiter Ga st ei. er aus Niederhadamar auf dem hiesigen Güterbahnhof, vermutlich durch Anprall mit einem mit Heu beladenen Güterwagen. Der Schwer verletzte wurde durch die Sanitätsmannschaft in oas Berbandslokal des Roten Kreuzes verbracht, wo er bald darauf seinen schweren! Verletzungen erlag.

8°. 33 e b t (i, 3. Aug. Auf der Eisenbahnstrecke BebraHers- feld wurden gestern in der Nähe der Station Oberhaun zwei auf dem Bahnkörper arbeitende I7jährige Maurerlehrlinge von einer leerwhrenden Dlaschine, die sie infolge des starken Nebels nicht be­merkt hatten, überfahren und schwer verletzt.

<?. Von der Werra. 3. Aug. Beim Baden in der Werra ertranken zwei zwölfjährige Jungen aus dem Dorfe Allendors bei Salzungen.

(ßcricbtsfaaf.

Rum.

_ ][ Marburg, 4. Aug. Das Schöffengericht verurteilte einen hiesigen Einwohner, der zur Anzeige gebracht worden war, weil er 96 prozentigen Spiritus zunächst mit Wasser verdünnte, dann, angenehni färbte und diese Flüssigkeit als Rum verkaufte, zu 750 Mark Geldstrafe und zur Bekanntgabe des Urteils in den hiesigen Zeittrngen.

F. C. Darmstadt, 3. Aug. Der kaum 18jährige Post- aushelser Christian Vogel aus Ofsenbach a. M., der sich als P 0 ü ni a r d e r betätigte, erhielt von der hiesigen Straikamnrer 9 Ätonate Gefängnis.

Airehörche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeiutze.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag, den 5. August 1916:

Vorabend: 8.30 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. Abends: 9.20 und 9.55 Uhr.

Israelrtlsche Relrgionsgesellschafl.

Sabbatieier am 5. August ISIS:

Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vorm. 8^0 Uhr. Nachm. 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.55 Uhr. Woehengottesdienst morgens 6.30, abends 8.00, Montag abends 9.45, Dienstag morgens 6.55, abends 8.30 Uhr.

Märkte.

(c. Wiesbaden, 3. Aug. Heu- und Strohmarkt. Dtan notierte: Heu, neues, 5,006,50 Mk., Stroh (Richtstrolß 4.00-0.03 Mk. Alles für 100 Kilo.

MeteorologjZche Seobachtungen der Station Eietzen.

Aug.

1916

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Höchste Temperatur am 2. bis 3. August 1916 : ff- 24,4*0. Niedrigste ,2. .3. . 1916: -i- 13,0'C.

Niederschlag 0,0 mm.

Amtlicher Wetterbericht.

1 Oeffentlichcr Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen a,n Sarnstag, den 5. August 1916 : Wechselnd bewölkt, meist trocken, etwas kühler.

Müller'sche Badeanstalt.

W a s s e r w ä r m e der Lahn am 4. August: 18 ° R.

--M-- _ -

Letzte Nachrichten.

Die Fahrt der Zeppeline.

Kopenhagen, 4. Aug-ust. Wie dieNational Tidmde" aus London meldet, melden englische Blätter, daß die deutschen Luftschiffe bei ihrem letzten Angriff sich in so bedeutender Höhe hielten, daß sie sich unmöglich über ihr Ziel orientieren konnten. Man verrmrtet, daß die Luftschiffe beab­sichtigten, durch Brandbomben die englischen Kornfelder in Brand zu stecken. (?)

Die englischen Erpressnugsversuche in Norwegen.

K r i st i a n i a, 4. August. Nach einer Meldung derAften- posttn" soll die englische Regierung die Ueberlassung der ge­samten norwegischen Kupfer- und Kupferkiesel­produktion verlangt haben, da England andernfalls sich weigere, das von Norwegen in Amerika airgekaufte elektrolytische. Kupfer nach stdwwegen gelangen zu lassen. Eine Meldung des Londoner Vertreters des Blattes, die norwegische Regierung hab»> Englands Verlangen inzwischen erfüllt, wird als unzutreffend bezeichnet.

Rcvolutionsdrühung in Italien.

^ Zürich, 4. August. Von sehr gut unterrichteter italienischer Seite wird denNeuen Zürcher Nachrichten" berichtet: Durch die Maßnahme der deutschm Banken ru^genüber den italierrischen Unter­tanen sind dem kriegsmüden Volke neuerdings die katastrophales Möglichkeiten eines Krieges auch mit Deutschland klar geworden. Die Wut des Volkes gegen den Krieg ist dadurch deideutcnd ge­steigert worden. Die revolutionären Stimmen sind so laut geloorden, daß der Ministerrat vom 18. Juli die Bildung eines Pressekomitees zur Beschwichtigung des Volkes beschlossen hat. Infolge der intensiven Propaganda der Sozialisten und in folge der Opfer an der Front ist indes die Stimmung unter den' Massen derart geworden, daß hier und dort die Meinung zu hören ist, eine gewaltige Revolution müsse kommen, wen» die militäri­schen Erfolge auSblieben. Die Soldaten suchen sich auf alle mögliche Weise zu drücken. Bezeichnend ist ein kürzlicher Vorfall: 70 Mann sollten von der Festjung Gaeta an die Front, davon sind 42 deser viert. Die Landbevölkerung gewährt solchen Flüchtlingen Schutz.

LLLLvs Salz existiert nicht

Man meide die Nachahmungen

1915: Besuch 9306

bei Nierenleiden, Harnsäure, 'Zudfer, Eiweiss

1915 Flaschenverbrauch 1800738

Fürstliche Wildunger Mineralquellen, A.-G., Bad Wildungen Schriften kostenfrei