Ausgabe 
3.8.1916 Erstes Blatt
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iftoT Zwischenfall verlaufen :ft Unsere Aükuuft Mer war mit weit­gehendster Vorsicht vorbereitet worden. Bewachung und Liegeplatz sind dank den Bemühungen der Herren- Hilken Usw!. perfekt. De Be­ladung des Bootes geht so schnell vor sich!, als es die Verhältnisse gestatten. Ich sehe der Abfahrt von hier und einer glücklichen Heimkehr voller Zuversicht entgegen."

Portugal und die Verwendung der deutschen Schiffe»

Btern, 2.August. (WTB. NichtamtLch.) LankTeurps" stellte die portugiesische Regierung 32 deutsche Sckstffe von 72 in den Häfen liegenden Schiffen verschiedener Schissahtts- unternehTnungen zur Verfügung, davon 19 der nationalen ^chiff- fahrtsgesellschaft. Die ehemaligeRotterdam" fährt unter dem NamenFigueira", die ehemaligeLLdelaide" wurde alsCunentt' an ein Kapstädter Haus abgetreten. Zwei Dampfer und zwei Segler werden zukünftig einen Teil der Tajodivision bilden. Die Ver­wendung der t^utscherr Schiffe bezahlen die Gesellschaften mit 5 Prozent der Gesmutftacht.

Der Handelsverkehr mit Rumänien.

Merlin, 3. Aug. Wie demBerliner Lokalanz." ge­meldetwird, berichtet,Mz Eft" aus Bukarest: Während der Ereignisse der letzten Wochen stockte der Handelsver­kehr R u m ä n i e n s mit den Zentralmächten keinen Augen­blick. Das Bukarester Jmportkomitee wird die Negierungen der Zentralmächte ersuchen, die Lieferung der Waren zu beschleunigen.

Der Luftschiffangriff gegen England.

London- 1. August. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuterfche Bureau meldet amtlich. An dem Letzten Luftan­griff gestern nacht nahmen sechs oder sieben Zeppeline teil. Nach den jetzt vorliegenden Berichten wurden 60 Bomben abgQvorfen, meist in dünn bevölkerten Distrikten. Ein Luft­schiff wurde von Flugzeugen und Abwehrkanonen an­gegriffen. Man sah, wie es tiefer herabging und im Nebel verschwand.

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Der Seekrieg.

Berlin, 2. August. (WTB. Auttlich.) Am 28. Juli wurden an der englischen Ostküste von einem unserer Unter­seeboote acht englische Motorsegler und ein englischer Fischerdampfer versenkt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Ein Italienisches Nnterfeeboot erbeutet.

Wien - 2. August. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Er­eignisse zur See. Das italienische UnterseebootC i a c i n t o Pullino" fiel in der nördlichen Adria in unsere Hände. Es wurde fast ganz unbeschädigt nach Pola ge­schleppt. Die gesamte Bemannung, bestehend aus drei Offi­zieren und 18 Mann, wurde unverwinndet gefangen ge­nommen. Flottenrommando.

Lriegsbriese aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Die Kämpfe in Wolhynien.

Kowel, 1. August.

Immer nach laufen die Russen gegen unsere Stellungen auf der ganzen Front in Wolhynien an, aber die Pausen an einzelnen Frontteilen beginnen größer za: werden. Mit besonderer Energie toird nur gegen ein paar Hanunerpuukte vorgggcmgen. sonst biefchnänkte sich die russssche Jnfanterie- tätigkeit gestern und in der Nacht vom 31. Juli zum 1. An-guft auf das Vorsühlen und Heranarbeiten einzelner Kom­pagnien. Wrdlich der Liga, im Süden der Front, kam es noch M heftigen Kämpfen, die schließlich mit dem Bajonett zür unfern Gunsten entschieden wurden.

Daß die Russen zum mindesten Kräfte mir umgruppie­ren und Atem holen müssen, geht aus den immer deutlicher erkennbar werdenden ungeheuren Verlusten der Stürmenden hervor. Es ist schwer, im hohen Getreide, im Sumpf, in den Erlengebüschen die Toten abzuschätzen. Wenn nässere Patrouillen aber einmal genaue Stichproben machen, sprechen die Zahlen ihre eindringliche Sprache. Bei Kieschir loaren, wie gemeldet, vor einer Regimentsftont tausend russssche Leichen gezählt worden, im Süden wurden nörd­lich der Lipa bei Jelizcrrow auf schmalem Abschnitt 2000 Tote gezählt.

Nur gegen die Stochod-Front südlich der Bahn Kowel Rowno, wto die russische (Ärde eingesetzt ist, hatten auch gestern und heute die Kämpfe erbitterten Charakter. Bei Siniawka, bei Witoniez, bei Kolonie Osttow waren Brenn­punkte des Kampfes. Im Stochod-Main wurden nächtliche Angriffsversuche erstickt. Bei Sareeze, nördlich der Bahn KowelSarny, wurden die Russen aus den letztem beiden Grabenstücken, auf der Sanddüne westlich des Stochod, heraus geworfen. (Än Stabsoffizier, 3 Offiziere, 72 Mann wurden dein: Sturm gefangen, ein Maschinengewehr er­beutet. Auch von der Front zwischen beiden Bahnen, gegen die die Russen in den vergangenen Kampftagen mit fünf Divisionen angesetzt hatten, mehren sich die geirauen Einzel- meldungen, die- alle vergeblichen russischen Opfer als den französisch-englischen Blutopfern im Westen kaum nach­stehend erkennen lassen. Zu schweren Kämpfen kam es in diesem Abschnitt bei Bol-Porsk. lim 4 Uhr nachts drangen russssche Abteilungen in die Gräben, ein Gegenstoß warf sie wieder blutig zurück. Im Raume nordvfttich von Mielnica entwickelten sich im Laufe des Tages Kämpfe, die sich am Nachmittag ausdehnten und an Heftigkeit zunahmen. Me Angriffe wurden abgewiesen.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

M§ dem Reiche.

Der Kaiser an den König von Sachsen.

Dresden, 1. August. (WTB.) Der König hat nach­stehendes Allerhöchstes Kaiserliches Handschreiben erhalten:

Durchlauchtigster, großmächtigster Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder? Mit festen: Willen zum Siege und zu ' Deutschlands Ruhm und Ehre stehen Eurer Majestät königlich 'sächsische Truppen seit nunmehr zwei Jahren in West und Ost im Kampfe. Von diesem Geiste beseelt, zogen sie tapferen Mutes hinaus, hefteten in ruhmvollen Taten den.Lorbeer des Sieges an ihre Fahnen und sind in fester Zuversicht bereit, den/ ''chweren Kamps bis zum siegreichen Ende weiter zu führen. Euer Maiestät sind mit der sächsischen Armee als deren erhabener Chef von Jugend an eng verbunden und widmen derselben Ihre landesväterliche Fürsorge in unermüdlich,: Arbeit. Eurer Majestät deshalb einen neuen Beweis meiner tief empfundenen Dankbarkeit Ist nur zu geben, ist heute mein besonderer Wunsch. Ich glaube, denselben nicht besser zum Ausdruck bringen zu können, als daß ich Eurer Majestät vielgeliebten Sohn, den Kronprinzen ^eorg von Sachsen, Königliche Hoheit, der inmitten der löuig- Miachjiilhei, Truppen oeren Freud und Leid geteilt uttb dadurch uaTtorirtte und ErsahOMgen gewonnen hat, die für seinen loeiteren

militärischen Lebensweg von .tmschätzbarent Nutzen sein werden, zum Chef des G a rdc-S ch ü tz c nb a tai l lo n s ernenne, der tapferen und bewähtten Truppe, deren Uniform auch Eure Majestät einst nrit Freude gettagen. Ich habe ihm diese Ernennung un­mittelbar bekannt gemacht. Mit der Versicherung der vollkommen­sten Hochachtung und wahren Freundschaft verbleibe ich Eurer Majestät fteundwilliger Vetter und Bruder. Wilhelm R.

Gwßes Hauptquartier, 1. August 1916.

Der Kaiser an den ReichStagsprüsideitten.

Berlin, 2. Aug. (WTB.) DieNorddeutsche Allgem. Zeitung" veröffentlicht nachstehendes Antworttelegramm des Kaisers an den Reichstagspräsidenten K a e m p f:

Meinen herzlichen Dank für Ihre freundlichen Segenswünsche und den Ausdruck des zuversichtlichen Vertrauens an einen glück­lichen Ausgang der schweren Heimsuchung des Vaterlandes. Das deutsche Volk hat von seinen erwählten Vertretern die mir am 4. August 1914 in die Hand gelobte Treue durch Heldentaten und Opfer ohne gleichen in den beiden Kriegsjahren glänzend betätigt. Gott der Herr wird des bin ich gewiß solche Treue lohnen durch seinen weiteren Beistand bis zur siegreichen U-cberwindung unserer Feinde und durch eine glückliche Zukunft des Vaterlandes. Wilhelm I. R.

Der Besuch der skandinavischen Sozialisten.

Straßburg Ms.), 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die skandinavischen sozialistischen Politiker ttafen Sonntag in Straßburg, dem Endziel ihrer Studienreise, ein. Sie wurden dort von den Vertretern der Stadt begrüßt und besichtigten am Montag die sozialen kriegssürsorqlichen Einrichtungen der Stadt, wie die kommunale Attlchzentrale, die Ätassenspeisung, die landwirt­schaftlichen Betriebe der Stadt, die Nähstnbe usw. Air dem zu Ehren der Gäste von der Stadt gegebenen Essen nahmen eine Anzahl Herreil als Bettreter der Regierung, des Gouvernements und der städttschen Verwaltimg teil, sowie mich die sozialdenwkratischeii Ab­geordneten Boehle und Peirotes. Bürgermeister Dr. S chw a n d e r bewulkommnete die Gäste mit herzlichen Worten, die gekommen seren, um aus eigener Anschauung ein objektives Bild über die Untschen und belgischen Zustände zu gewinnen. Deutschland habe ttine Ent, chuldigungen nötig, es könne aber verlange::, daß die Wahrheit verbreitet werde uird deshalb sei es zu begttißen, wenn ausländische Politiker sich aus direkter Quelle zu informieren suchen. Die Herren könnten die Versicherung entgegennehmen, daß Deutsch­land weder militärisch noch loittschaftlich niedergerungen werden könne, im Gegenteil weroe es, je länger der Krieg dauere, desto mehr sich darauf einrichten. Das könnten die Herren auch im Elsaß bestätigt finden, besonders in Straßburg. Wir sind, erklärte Dr. Schwander, deutsches Lcurd und wollen es bleiben. Wir werden es bleiben.

Ter Abgeordnete Lindblad-Gotenburg dankte für die schwedischen Gäste. Sie wären am Schlüsse ihrer Reise angelangt, voller Eindrücke davon, was sie gesehen lind gehört hätten. Wenn sie auch nie den antideutschen Schauer berichten geglaubt hätten, so hätten sie sich Belgien doch als ein durchs den Krieg verwüstetes Land vorgestellt. In Wirklichkeit sei dies gar nicht der Fall. Er wolle als Neutraler sich in eine Diskussion der Kriegsfragen nicht einlassen, aber er müsse doch sagen, daß in seinem Lande bic Auffassung allgemein sei, daß Deutschland nicht vernichtet, das deutsche Volk nicht niedergetteten werden dürfe, lieber unsere Reisebevbachtnngen werden wir objektiv berichten. Unsere Auffas­sung ton den Deutschen -als einem Bolle, das an der Sätze der Kulturvölker marschiert, Huben wir vollauf bestätigt gesundeii Davon zeugen auch die Verwaltung und die sozialen Einrich­tungen, die wir in Belgier» kennen gelernt haben. -Der Redner richtete seinen Dank an alle, die sich der Gäste auf der Reise in frlmndlicher nnd aufopfernder Weise angenommen hätten. Er schloß mft dem Wunsche, daß ein gerechter Friede bald zustande käme,, der dm Völkern die Möglichkeit zu fttedlickrer Kulturarbeit: und friedlichem Wettbewerb auf allen Gebieten sichere. Der Ab- Mordnete Olsen -Kopenhagen sprach für dir Dänen in ähnlicher Wn,e. Er ließ seine Rede in einem Hoch aus die Stadt Straß- bürg ausllingen. Wäl-rend des sich anschließenden Besuches bei den in dein kaiserlichen Schloß unter gebrachten Vernmndeten wur­den die Herrn: von dem kaiserlichen Statthalter begrüßt/ oer sich init ihnen über ihre Reftettndrücke längere Zeit Unterhielt. Der Abend wurde in der städtischen Orangerie verbracht, wo die städtische Kapelle zu Ehren der Gäste Mehrere Kompositionen skandi­navischer Meister spielte. Von Straßburg begaben sich die Herren wieder in die Heimat.

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Berlin, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Seine Majestät der Kaiser hat an den Wirklichen Geheimen Rat v. von Harn ack-Berlin nachstehendes Telegramm gerichtet: Wärmsten Dank für die Meldung von der freudigen Auf­nahme meiner dem deutschen Volke an der Schwelle des dritten Kriegsjahres «gewidmeten Worte in der dirrch Ihren Vorttag begeisterten pattiotisck)en Versammlung der Reichs- Hauptstadt.

Berlin, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs­kanzler, der die letzte Woche im Großen Hauptauartier zubrachte, ist nach Berlin zurückgekehrt.

Arrs Stadt ttttd Lernd.

Gießen, 3. August 1916.

Rationo lftiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen.

Schon wenige Monate nach Kriegsbeginn wurde durch das ganze Reich eine Sammlung ttngeltttet, um für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen sorgen zu können. Tie Sammlung hatte ein erfreuliches Ergebnis, so daß unter den: Namen National­stiftung ftir die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen eine milde Stiftung erttchtet werden konnte, die sich die Aufgabe ge­stellt hat, den hilfsbedürftigen Hinterbliebenen der im gegen­wärtigen Kriege Gefallenen ohne Unterschied des Standes, der Pattei und des Glaubens Unterstützung zu gewähren, soweit dies in Ergänzung der vom Reich zu erwartenden Untefftützung er­forderlich ist. Tie Kttegerwitwen solle ,i in den Stand gesetzt werden, nröglichst aus eigener Kraft ihren Hausstand weiter zu führen nnd :hre Kinder so zu erziehen und ausbilden zu lassen, daß sie dereinst in einer ihrer: Fähigkeiten angepaßten Tätigkeit sich selbst ihren Lebensunterhalt und eine der sozialen Stellung ihres Vaters entsprechende Lebensstellung erwerben könne,: So­weit die Mittel ausreichen, sollen auch Verwandte der aufsteigen- den Linie, denen Kriegsellerngeld gewährt wird, und nicht kneqs- vessvrgimgsberechtigte Witwen und Waisen unterstützt werden wenn der ussächliche Zusammenhang«^ Todes des Ehemannes oder Vaters mit Heeresdienst oder Krankenpflege während des Krieges nach gewiesen ist. Die Nationalstiftung sollte erst nach Beendigung des .Krieges in Wirksamkeit tteten. Jedoch werden mit Rücksicht ans die Länge des Krieges in dringenden Fällen jetzt schon Unter- stützungen gewährt.

Tie Zwecke der Stifttmg sollen erreicht werden durch die bei ihrer Erttchtung bereits vorhandenen Kapitalien und durch fott- dauernde Sammluug wn Mitteln. Grundsätzlich sollen die aus einem Bundesstaat herttihrenden Einnahmen auch für Angehöttge dieses Bundesstaates verwendet werde,:. Ein Llusgleichsfonds soll nach Möglichkeit die Verschiedenheit der den einzelnen LandesMeir zur Verfügung stehenden Mittel unter - Zugrundelegung des in ihnen vorhandenen Bedürfnisses aus gleichen. Dem Ausgleichfonds werden alle aus den: Ausland koMurenden Zuwendungen und 10 Prozent des^ btt Erttchtung der Stiftung bereits vorhandenen Vermögens sowie 10 Prozent der Jahresttn nähme,: zu geführt.

Für die Angehöttgen der Mattue Ivird ttn besonderer Fonds gebildet, dem ttn dem Verhältnis der Gefallenen der Marine zu denen des Landheeres entsprechender Prozentsatz des Stiftungs- Vermögens und der späteren Einnahmen zugewiesen wird.

Tie Stiftmig wird verwaltet dr:rch das Präsidium, das seinen Sitz in Berlin hat, und den Z en t ralan s schu ß, der eiirhtttliche (Grundsätze über die Genxihrnng von Unterstützpugen aus stellen soll. Diesem Zenttalausschriß gehören vier Herren

dem Großherzogtum Hessen an. In jedem Bundesstaat sind' Landesausschüsse geblldet, deneu die Sammlung von Spenden für die Stistimg obliegt und die die Unter st ütziln gsan t r äg e zu sammeln, zu prüfen und darüber nach Maßgabe der vom Zentralausschuß fest- gestellten einhntlickMi Grundsätze und der zur Verfügung stellenden Mittel zu enlschttden hat.

Für das Großh?r'-ogtum Hessen ist ttn Landesausschuß ge- bildtt, der 'vom Gvoßlh.,Wttnisterv:M des^ Inner,: unter Genehinignng seiner Satzung vom 9. Mai 1916 als solck-er anerkannt ist. Diese Satzung ist auch vom Präsidium der Nationalstiftung genehmig. In der Satzung ist die Bildung von U n t e r a n s s ch ü s s e n für jeden Kreis vorgesehen, in derren Angehörige des süoten Kreuzes, der Kriegsbcschädigtensürsorge, der Kriegerkameradschaft Hassia und der der freien Liebestätigkeft gewidmeten Frauenvereine vettreten! sttn sollen. Ten Unterausschüssen liegt die wichtige Aufgabe ob, die für die Unterstützungsanträge nötigen Ermittlirngen übe» die pessönlichen und Vermögensverhältnisse der zu Unterstiitzender: anzustellen und vor allen Dingen zu prüfen, ft: welcher Art eine den Verhältnissen des Einzelfalls entsprechende Unterstützung ge- wähtt werden soll. Eine fortlaufende Unterstützung mit Geld wird in der Regel nicht im Interesse des zu Unterstützenden liegen, tvenn sie ihm aucki die Willkomm er: st c Art sein wird. Wichtiger sowohl für den zu Unterstützenden als auch für die Mlgemttnhttt ist aber diejenige Hilfelttstung, die die wi r t s ch a f t l i ch eSel b st ä n d i g- machung bewirkt. Dabei müssen unter Umständen einmalige größere Bettäge «rfgewendet werden, um de,: zu Unterstützenden in irgend einem Berns anszubilden. IM Endergebnis wird aber die Aufwendung größerer Beträge zu solchem Zweck bessere Früchte zttttge,:.

F ü r d e n K r e i s G i e ß e n ist ttn Unterausschuß am 25. Jul: unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geh. Rat Dr. Usingen gegründet Nwrden. Dem Ausschuß gehören an: Landgettchtsrat Wiener als stellvettretender Vorsitzender, der Oberbürger­meister der Stadt Gießen, Prof. Tr. K>r ausM ül le r, Amts- gettchtsrat Gros, Prof. Dr. Alle s, Medizirmlrat Dr. W a l g e r, Frau Rechtsanwalt En gis ch , Frl. Antonie Tas che, Kirchenrat H a i n e r von Hungen und Lehccr D a b von Lollar.

Tie Geschäfte des Unterausschusses werde,: gefühtt dutth die Geschäftsstelle, der au gehören: Landgettchtsrat Wiener, Pros. Tr. Krausmüller und Frl. Tasche. Die Geschäfts­stelle befindet sich vorerst in den Geschäftsräumen des Roten Kreuzes in der alten Klinik. Uni eine möglichst genaue Erforschung aller Verhältnisse und ttne beständig? Fühlnngnahme mit den Kttegs- binterbliebenen herbcizuführen, sollen in allen Gemeinden des Kreises Vertrauensleute gewonnen werden und zwar mög- lich st ttn Mann nnd eine Frau, die den örtlichen der freien Liebes­tätigkeit gewidmeten Organisationen angehören sollen. Alle Unterstützungsanträge sind btt der Geschäftsstelle einzurttchen, von der sie zusammen mit den Vettranenslentett geprüft und an die Geschäftsstelle des Landesausschusses mit ttnem Gutachten weitergegeben werden. Der Unterausschuß hat das Recht, in besonders dringenden Fällen Untesstützungen im Bttrage bis zu 100 Mark selbständig zu gewähren.

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Die deutschen Universitäten bei Kriegsansbruch.

Eine Erinnerung an die Zttt vor 2 Jahren.

Zweimal zwölf Monate furchtbaren Ringens liegen hinter uns. Der 2. August und die folgenden Tage rufen lebhaft die Erinnerung! an die gleiche Zeit von 1914 wach. Es war eine Zttt, wo man Klassen- und Rassenhaß. Standes- und Parteiuuterschiede, mit einem Schlag vergaß. Arbeiter, Kaufmann, Beamter und Aka- demiler zogen die gleiche Unisvrn: au, ergriffen die gleiche Waffe, um alle für das Vaterland zu kämpfen. Mars herrschte seit dieser! Stunde. Seinem rauhen Kciegsrufe folgten alle, nicht KUm' wenigstens die deutschen Universitäten.

^ Es erneuerten sich hier die Tage won 1813. Mehr als 50 000 Studenten wurden rührig im Dienste des Vaterlands. Jeder nach Btaßgabe sttner Kräfte. Die Korporationshäuser öffneten den Ber- wundeten ihre Pforten, Geldbeträge flössen zu edlen Zivecken zu­sammen, Freiwillige strömten zu den Fahnen und zum Roten Kr-euz. In Straßburg wurde-das Kolle^inigebäude in ttn Lazarett umgetoandelt. Tie EDozenten lasen ft: oer eignen Wohnung. In Berlin bildete sich ttneVereinignug zur Erttchttmg vru: Genesungs--. Heimen in studentischen Vereins häufer,:." Der Gieße ne r An­zeiger konnte am 24. August 1914 von unserer Landesu,:ivett:t-ät berichten, daß die Dozenten in ihren Pttvatwohnungen ttne große Anzahl Betten für Gmesende oereitgestellt hätten. Die Dozenten­schaft betätigte sich auch" hier eifrig beim Bahnhofsdienst und iw der Veroandstelle. Kurse für Pflegettwue,: fanden statt, Bücher- sa mm tun gen wurden veranstaltet. Auch die Studentinnen halfen. Jrgei:d einem sozialen Wette opfetten sie ihre Zttt ,md Kraft. Sie folgten den Worten Harnacks (Berliner Stt:dentenversamm- lung):der Staat leistet ja in dieser großen und schweren Zeit Großes an sozialer Fürsorge."Hier mitzuarbttten, ist für die Daheimgebliebenen ebenso Pflicht, wie für unsere Trmppe,:, dem Feinde mit der Waffe entgegenzntreten."

Ucberall haben die Professoren ihren scheidenden Schülern Worte der Begeisterung und des Mutes zugerufen. In den?kka- demischen Blättern" vom August 1914 sagt Wilhelm Kahl zum Abschied:Es wird ttn ungeheurer Krieg, ttn Riesenkanrpf. Das Höchste wird man von euch fordern."I^etzt geht's imeder um die Frttheit." U. von W i l a m o w i tz - M> ö l l e n d o r f in Bettin: Jetzt gilt für alle, auch für uns Alte zu Haus', das Wott Hektars: Tie ttnzige rechte Losung ist, für 'das Vaterland sich zur Wehr zu setzen." Der Rüdeshttmer Verband deutscher Buttchirnschofden erließ folgenden Ausruf an sttnc 37 Vereine:Busschenschaster! Das Vaterland hat gerufen? Sttd ttn gedenk unseres Wahlspruches: Ehre, Freilwit,-Vaterland! Zu den Waffen oder zur freiwilligen Krankenpftoge! Burschen heraus!" Verein deutscher Studenten: Schlagt euer Letztes, euer Alles in die Schanze: es gilt das Vater­land?" Anläßlich ttner patriotischen Veranstaltung der Universi­tät Httdelberg (2. August, sagte Tr ö lisch:Welche ttnen Ein­druck mache,: diejenigen Studenten, die Heere gehen: Das Auftreten ist ruhig, heiter, freundlich, ohne Theater, ohne Spek­takel!" Die Proftssoren der bayrischen Hochschulen entließen dft Studenten mit den Watten:Kommilitonen! die Musen

schweigen, es gilt den Kamift, den mlfgezwm:genen Kampf um

deutsche Kultur.Schart euch als Krieger um die Fahnen, als

Helfer um das Rote Kreuz, ttn jeder an sttnem Platze, mit Kraft und Trotz, mit Faust rmd Herz. Gott segne den Kaurpf und gebe den Sieg!"

Den Studenten ist viel gegeben und darum ntuß man auch viel von ihnen fordern," sagt Harnack. Die akademische Jugend hat diesen Forderungei: genügt. Noch stelzt sie entschlossen, zu siegen oder zu sterben, an Deutschlands Frmtten. Sie wird aus­harren, bis ein ehrenvoller Fttedenschluß sie wieder in die ge'- wtthten Hallen der Wissenschaft zurückfülzrt. Dr. L. M.

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** Amtliche Perslonalnachrichten. Uebertragen wurde am 27. Auli dem Lehrer Katt Klippel zu Nicder-Wiesen. Krtts Alzey, ttne Lehresslelle an der Volksschule zu Partcnheftu. Krtts Oppeuhttm. Uebertragen wurde am 27. Juli dem Lehrer Valentin G i e g zu Pattenhttn:, Krtts Oppeirheim, ttne Lehre,-- stelle an der Volksschule zu Nieder-Wiesen, Krtts Mzey. Der Groß Herzog hat am 12. Juli dent Fabttkarbttter Wilchelm M a y e r zu Tictershttn: bas Allgeutttne Ehrenzeichen mit der JnschttftFür treare Arbttt" verliehen.

** Vorn Ausschuß für Kind er für s o x g e wird unis lsteschrieben: Der Hilfemrf, der im Mai d. I. an die Bürgerschaft engirrg, hat einen erfreulichen Erfolg gehalft. Durch die Haussammlung im Juni und Einzelgaben, die seitdem eingegan-gen sind, ist bis jetzt die Summe von 9521.20 Mk. zusammengekornmen. Darunter sind fest zu­gesagte Bierteljahrsbeiträge von 750.20 Mk. Cs konnte allen an den Aussckyrß gerichteten Wünschen der beteiligten Einrichtungen ftir Kftrd er pflege in unserer Stadt entsprochen werden-. Zunächst sind folgende vierteljährlichen Zuschüsse bewilligt worden: dem Sän^glingshein: 400 Mt., der Klein- kiuderbttvähranstalt 250 Mk., dem Allgen:. Verttn für Ar-